Warum Hat Judas Jesus Verraten?

Warum Hat Judas Jesus Verraten
Vom fanatischen Anhänger zum Verräter – Judas war vermutlich ein strenggläubiger, ja fanatischer Jude. Als solcher schloss er sich Jesus an und hoffte, seine Ziele so besser verwirklichen zu können. Der Mensch Judas Jesus berief Judas in seine Apostelschar.

  1. Möglicherweise war er ein leidenschaftlicher Mensch, der darauf brannte, dass sich die politischen und religiösen Verhältnisse seiner Zeit zum Besseren wendeten.
  2. Möglicherweise war er auf die Dauer mit dem friedfertigen Jesus unzufrieden, dessen Botschaft vom Reich Gottes keine sofortige revolutionäre Wirkung zeigte.

Judas wollte mit einer verzweifelten Tat den Umsturz forcieren und ließ sich deshalb zum Verrat an seinem Lehrmeister hinreißen.

Was hat Jesus zu Judas gesagt?

Judas und Jesus waren keine Feinde. Sie liebten sich. Judas hat Jesus nicht verraten. Die Tragik dieser Fehlübersetzung aus dem Aramäischen belastet das Christentum seit jeher und hat zum fatalen Antisemitismus geführt. Von Franz Alt Wahrscheinlich stehen in keinem anderen Buch der Welt so viele Fake News wie in der Bibel, dem Buch der Bücher, dem Bestseller aller Bestseller.

  • Ein besonders krasses Beispiel finden Sie in jeder offiziellen Bibel der Welt bei Matthäus 10,34.
  • Danach soll Jesus angeblich gesagt haben: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert”.
  • So einen Unsinn soll der Pazifist der Bergpredigt gelehrt haben? Jesus ein Kriegstreiber? In seiner Muttersprache Aramäisch heißt derselbe Ausspruch ganz anders: „Ich bin nicht gekommen, Harmonie zu verbreiten, sondern Streitgespräche zu führen”.

Das ist Jesus-gemäß. Das passt zu seiner Friedenslehre „Glückselig sind die Friedensstifter”. Das ist Bergpredigt pur. Der aramäische Jesus Leider ist diese groteske Falschübersetzung keine Ausnahme. Der Theologe und evangelische Pfarrer Günther Schwarz hat 40 Jahre jeden Tag Aramäisch gelernt, um den wirklichen Jesus in seiner Muttersprache zu verstehen.

Das Ergebnis seiner Aramäisch-Studien hat er in 20 Büchern und 150 wissenschaftlichen Aufsätzen hinterlassen: Jedes zweite Jesus-Wort ist demnach in der offiziellen Bibel falsch übersetzt. Günther Schwarz ist 2009 gestorben, aber die falschen Übersetzungen und die Fälschungen sind noch immer nicht korrigiert.

Die Fake News stehen noch immer in circa vier Milliarden Bibeln und richten viel Unheil und Verwirrung an. Vor allem beim Geschehen am Gründonnerstag und Karfreitag und in der Judas-Geschichte. War Judas wirklich der Jesus-Verräter? Wenn ich einen japanischen Germanisten frage, in welcher Sprache er Goethe studiert, sagt er natürlich: „In Deutsch”.

  • Wenn ich aber einen Theologie-Professor frage: „In welcher Sprache studieren Sie Jesus?”, sagt er: „In Griechisch”.
  • Wenn ich dann erwidere „Jesus sprach aber Aramäisch”, bekomme ich zur Antwort „Aber die Evangelien sind nur in Griechisch überliefert”.
  • Doch das ist falsch.
  • Für die meisten Theologen scheint das Aramäische eine existenzbedrohende Gefahr zu sein.

Warum nur? Unbestreitbar ist Aramäisch die Muttersprache Jesu, genauer galiläisches Westaramäisch. Dazu gibt es eine Reihe von Wörterbüchern, die jeder Theologe benutzen kann. Außerdem gibt es im Talmud Aufzeichnungen in der Mundart Jesu. Weitere Quellen sind der westaramäische Peschitta-Text, mit dem der US-Aramäisch-Gelehrte Rocco A.

  1. Errico, einer der bedeutendsten Aramäisch-Kenner unserer Zeit, arbeitet, und die altsyrischen Evangelien.
  2. Syrisch stand dem aramäischen Jesus-Dialekt sehr nahe.
  3. In Deutschland leben heute über 80.000 syrische Christen und Theologen, welche diese Sprache immer noch sprechen.
  4. Und außerdem gibt es die Rückübersetzungen der meisten Jesusworte aus dem Griechischen ins Aramäische von dem Aramäisch-Experten Günther Schwarz.

Judas: Ein Freund Jesu Nun also zur wirklichen Geschichte zwischen Jesus und Judas wie sie im Aramäischen überliefert ist. Sie bietet uns einen ganz neuen Blick auf das Verhältnis Jesu zu seinem Freund Judas. Am Vorabend seines Leidens, am Gründonnerstag, sagt Jesus in der aramäischen Urfassung des Neuen Testaments zwei Sätze zu und über Judas: „Ich – Ich sage euch: Einer von euch muss mich übergeben” und direkt zu Judas: „Was du tun musst, tue es sofort”.

  • Im Religionsunterricht und in vielen Predigten haben wir fast alle das Gegenteil gehört und gelernt – mit fürchterlichen Folgen in den letzten 2.000 Jahren Weltpolitik.
  • Die verhängnisvolle Übersetzung wird auch in diesen Tagen in allen christlichen Kirchen der Welt wieder gepredigt werden.2.000 Jahre hören die Christen bis heute, dass Judas ein fürchterlicher Verräter war.

Noch am Karfreitag 2016 vergleicht Papst Franziskus den „Verräter” Judas mit jenen islamistischen Terroristen, die wenige Tage zuvor in Brüssel mit ihren feigen Selbstmordattentaten 35 Menschen in den Tod gerissen und über 200 verletzt haben. Welch eine verhängnisvolle Fehldeutung! War Jesus tatsächlich ein Verratener als der er in Literatur, Kunst und Religion seit 2.000 Jahren gilt? Wenn man mit Hilfe der Muttersprache Jesu, die auch Judas sprach, die Judas-Überlieferung untersucht, entdeckt man: Judas hat lediglich getan, was ihm Jesus aufgetragen hat.

  • Er hat ihn nicht „verraten”, sondern „übergeben”.
  • Alles andere ist schreckliche und verhängnisvolle Fehldeutung.
  • Als Einziger der zwölf Apostel stammte Judas aus Jerusalem und kannte sich in dieser Großstadt aus.
  • Deshalb schickte Jesus gerade ihn zu den Hohepriestern, um sich gefangen nehmen zu lassen.

Die anderen Elf waren Galiläer vom Land, die sich in der Hauptstadt nicht auskannten. Das Wort „verraten” liegt dem griechischen „paradidonai” zugrunde. Es kann aber auch „übergeben” oder „überantworten” heißen. In den vier offiziellen Evangelien kommt „paradidonai” insgesamt 59mal vor.

  1. Interessanterweise wird dieses Wort im Zusammenhang mit Judas 32mal mit „verraten” übersetzt – wenn es jedoch nicht auf Judas bezogen ist, wird es immer mit „übergeben” oder „überantworten” wiedergegeben – so hat es Günther Schwarz festgestellt.
  2. Mit dieser „verräterischen” Übersetzung wurde Judas zum schimpflichsten aller Verräter der Weltgeschichte abgestempelt.

Und Papst Franziskus vergleicht ihn mit heutigen Terroristen! In der aramäischen Übersetzung sagt Jesus zu Judas: „Was du tun musst, tue es sofort” (Jh.13, 27). Judas handelt also zweifellos im Auftrag Jesu. Jesus war bewusst nach Jerusalem gegangen, um seinen Weg ans Kreuz zu gehen.

Das war seine „Rolle”. Und Judas „Rolle” war, ihm dabei zu helfen. Beide „Rollen” sind nicht voneinander zu trennen. Der Ende 2018 verstorbene und bekannteste israelische Schriftsteller unserer Zeit, Amos Oz, unterstellt in seinem Roman „Judas” ganz realistisch diesem einen „Verrat aus übergroßer Liebe”.

Doch die real christliche Judasgeschichte ist die Urgeschichte des Antisemitismus. Oz: „Sie ist seit 2.000 Jahren das Tschernobyl des Antisemitismus. Denken Sie an die Renaissancebilder vom letzten Abendmahl. Die Jünger sehen alle sehr arisch aus, blond und blauäugig.

Judas sitzt in der Ecke und ist ein hässliches semitisches Monster mit einer schrecklichen Nase. Das ist keine Nazikarikatur im „Stürmer”, das ist Renaissancekunst, 400 Jahre vor Göbbels. Der Holocaust hat hier seinen Ursprung. Wir alle sind Judas, Gottesverräter, Geldgierige, Zyniker.” Soweit der Jude Amos Oz.

Er hat Recht. Falsche oder gefälschte Übersetzungen können auch politisch schreckliches und grauenhaftes Unheil anrichten, ja sogar den Nazis dienen und Völkermord und Auschwitz rechtfertigen helfen. Seit 2.000 Jahren wird Judas von Christen mit Schmutz beworfen ähnlich wie Jesus vor 2.000 Jahren damals von jüdischen Theologen.

Der „Verräter” war tatsächlich Jesu treuester Jünger. Nicht Judas hat Jesus verraten, sondern Petrus als er Jesus zweimal verleugnete bevor „der Hahn dreimal krähte.”(Mk.14.72). Generationen von Christen wollen nicht vergessen und nicht vergeben, dass es Juden waren, die vor der Kreuzigung Jesu gerufen haben: „Weg mit ihm! Kreuzige ihn! Sein Blut komme über uns und unsere Kinder” (Jh.19.15).

Deshalb ist im Christentum bis heute jeder Jude ein potentieller Judas, ein potentieller Verräter. Der Judaskuss gilt bis heute als der berüchtigtste, berühmteste und feigste Kuss der Geschichte. Der Verräter aller Verräter war aber gar kein Verräter. Im Deutschen sind Jude und Judas beinahe dasselbe Wort – was zu einer unvorstellbaren politischen Katastrophe geführt hat.

  1. Beides steht für Verrat und Verräter.
  2. Seit 2.000 Jahren sind d i e Juden für die Judenhasser identisch mit Judas.
  3. Erst heute bekommt Judas durch eine richtige und faire Übersetzung eine völlig neue Anerkennung.
  4. Amos Oz zu Recht: „Judas liebte Jesus” Er hat seinen Meister nicht verraten, obwohl genau dies in allen vier herkömmlichen Evangelien noch immer so furchterregend falsch steht.

Vielleicht war Judas sogar der gläubigste seiner Jünger. Jesus und seine Jünger waren Juden und Söhne von Juden. Der Jude Judas hat die Kreuzigung, die der Jude Jesus wollte, als sein enger Freund lediglich organisiert – in freundschaftlicher Abstimmung mit seinem Meister Jesus.

Nach sieben Jesus-Büchern mit zum Teil ebenfalls falschen Übersetzungen habe auch ich Grund, mich für meine früheren antisemitischen Fehler zu entschuldigen. Walter Jens in seinem letzten Roman „Der Fall Judas” über den angeblichen Verräter: „Ohne Judas kein Kreuz, ohne Kreuz keine Erfüllung des Heilsplans.

Keine Kirche ohne diesen Mann, keine Überlieferung ohne diesen Überlieferer”. Was ist die Aufgabe des Gründonnerstag und Karfreitag heute Wer den 2.000 Jahre alten christlichen Antisemitismus und Antijudaimus psychologisch und psychotherapeutisch aufarbeiten will, muss mit der Korrektur der Judasgeschichte beginnen.

  1. Das ist die Aufgabe des Gründonnerstag und Karfreitag heute.
  2. Ohne Judas kein Karfreitag und kein Ostern.
  3. Und wahrscheinlich kein Christentum.
  4. Wenn die christliche Kirche Zukunft haben soll, muss sie endlich lernen, auf die Ur-Worte ihres Meisters zu hören.
  5. Wenn die Worte nicht stimmen, ist die ganze Botschaft falsch.

Der Unterschied zwischen Griechisch und Aramäisch vor 2.000 Jahren ist etwa so groß wie heute der Unterschied zwischen Deutsch und Arabisch. Deshalb lautet meine Osterbitte 2019 an Papst und Bischöfe beider Konfessionen, das Neue Testament von Aramäisch-Gelehrten endlich in Jesu Muttersprache rückübersetzen zu lassen.

Literatur: Franz Alt hat drei Bücher über den aramäischen Jesus publiziert: „Was Jesus wirklich gesagt hat – eine Auferweckung” und „Die 100 wichtigsten Worte Jesu – wie er sie wirklich gesagt hat”, beide Bücher im Gütersloher-Verlagshaus. Sowie „Der Appell von Jesus an die Welt – Liebe und Frieden sind möglich” im Benevento-Verlag. Mehr dazu auf www.jesus-forscher.de

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Wie wurde Jesus von Judas verraten?

Synoptische Evangelien – Während sich in den Paulusbriefen und anderen Episteln kein Hinweis auf Judas findet, führen ihn alle Evangelien als Apostel ein und stellen seine Rolle in Jesu Passion heraus. Sein Name erscheint bei den Synoptikern (Markus, Matthäus, Lukas) erstmals jeweils in den Jüngerlisten, die die zwölf erstberufenen Jünger Jesu aufzählen.

In Mk 3,19 EU, dem Mt 10,4 EU fast wörtlich folgt, wird nur beim Namen Judas sofort auf dessen künftige Rolle in der Passionsgeschichte Jesu hingewiesen: der ihn dann verraten hat, Dieses Tun wird durchgängig mit dem griechischen Verb paradídōmi benannt, was allgemein „übergeben, ausliefern, aushändigen, hingeben” bedeutet.

Nur das Lukasevangelium verwendet davon abweichend an einer Stelle den Begriff prodotes, „Verräter” ( Lk 6,16 EU ). Das besonders in der Prozesssprache verankerte Wort para-dídōmi umfasst das Bedeutungsspektrum zwischen dem „Überliefern” einer Sache (auch von Lehren), dem „Ausliefern” von Personen an Gericht und Strafverfolgung bis hin zur „Preisgabe” an die Feinde.

  1. Moderne Bibelübersetzungen, wie die Einheitsübersetzung und die 1984 revidierte Lutherbibel, übersetzen den Ausdruck an den Stellen, die das Judashandeln erwähnen, meist mit „ausliefern” oder „verraten”, die Elberfelder Bibel mit „überliefern”.
  2. Dabei geht es im jeweiligen Kontext um Jesu Übergabe an seine Richter, Feinde oder zur Hinrichtung.

Die Evangelien stellen Judas also nicht als bloßen Vermittler einer unabhängig von ihm vollzogenen Tötungsprozedur, sondern als aktiven Initiator der Passionsgeschichte dar. Deshalb heben sie sein zukünftiges Handeln schon bei seiner Berufung hervor. Die Bezeichnung Verräter bürgerte sich im deutschen Sprachraum durch Luthers Übersetzung ein ( Mk 3,19 Luth ).

  1. Nach der Jüngerberufung gehört Judas bei den Synoptikern jedoch ganz selbstverständlich zu denen, die Jesus als „Brüder” anspricht ( Mk 3,34 EU ) mit der Begründung: Alle, die Gottes Willen ausführten, seien seine nächsten Verwandten.
  2. Auch in der Aussendungsrede gehört Judas zu den Jüngern, von denen es heißt ( Mk 6,13 EU ): „Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.” Judas wird auch in der weiteren Darstellung nirgends als einer der Jünger hervorgehoben, die Zweifel äußerten oder Fragen an Jesu Sendung stellten.

Erst nachdem vom Tötungsplan der Tempelpriester und Schriftlehrer ( Mk 14,1f. EU ), also der im Sanhedrin vertretenen jüdischen Führungsgruppen, berichtet wurde, wird Judas als derjenige genannt, der Jesus an diese verraten habe, wofür sie ihm Geld versprochen hätten ( Mk 14,10f.

EU ). Das Matthäusevangelium führt diese Notiz weiter aus. Nach Mt 26,15 EU soll Judas unmittelbar nach Jesu Salbung in Bethanien die Hohenpriester aufgesucht und von sich aus um Lohn für seinen Verrat ersucht haben: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

Daraufhin habe er eine Gelegenheit für den Verrat gesucht. Das Lukasevangelium gibt dagegen als Grund für Judas’ Handeln an, dass der Satan von ihm Besitz ergriffen habe ( Lk 22,3 EU ). Wie bei Markus bieten auch bei Lukas die Hohenpriester Judas eine Bezahlung für die Dienste an, ohne dass er danach verlangt hätte.

Im Bericht vom letzten Mahl ( Mk 14,12–26 EU ) kündigt Jesus, ohne Judas beim Namen zu nennen, selbst an, dass einer seiner Tischgäste den Verrat oder die Auslieferung begehen werde. Er weist dabei in Gegenwart aller Jünger auf Gottes Vorherbestimmung seines Weges hin, wie auch auf den Weg des Verräters: „Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt.

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Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.” Danach führte Judas nach allen Evangelien die jüdische Tempelwache zu Jesu Aufenthaltsort im Garten Getsemani und identifizierte ihn, den drei Synoptikern zufolge, durch einen Kuss. Matthäus ist der einzige Evangelist, der Judas nach der Verurteilung Jesu als reuigen Sünder schildert ( Mt 27,3–10 EU ) und davon berichtet, er habe die 30 Silberstücke der Jerusalemer Führung der Juden zurückgegeben. Auch sein Ende wird unterschiedlich überliefert.

Warum Verrat Judas Jesus mit einem Kuss?

von Andreas Witt, Hamburg Ein Kuss verbindet durch die körperliche Nähe zwei Menschen miteinander und ist ein Symbol bzw. eine Geste der Liebe, Freundschaft und Zuneigung. Doch schon das Alte Testament weiß: „Die Küsse des Hassers sind trügerisch.” ( Sprüche 27, 6b ) Der Judaskuss gilt als Symbol des Verrates.

  1. Nach biblischer Überlieferung war ein Kuss das verabredete Zeichen, mit dem Judas Jesus im Garten Gethsemane für seine Gegner zur Gefangennahme identifizierte ( Mt 26,48 par.).
  2. Dabei bedeutet das griechische Verb „para-didomi”, das die Evangelisten hier verwenden, eigentlich nur „übergeben”.
  3. Luther übersetzte es mit „überantworten” und erst modernere Bibelübersetzungen mit „verraten”.

War der Kuss des Judas aber nun wirklich ein gemeiner Verrat? Darüber wird in der Theologie gestritten. Doch: Wer war Judas? Und was war die Motivation für sein Handeln?

War Judas der Bruder von Jesus?

Biblischer Befund – Erwähnt werden die Geschwister an folgenden Stellen der Bibel:

Matthäus :

In Mt 12,46 bis 50 EU : Ein Fremder sagt zu Jesus, dass draußen seine Mutter und seine Brüder warten und ihn sprechen wollen. Darauf antwortet Jesus, dass seine Mutter und seine Brüder diejenigen seien, die den Willen seines Vaters tun. Es muss darauf hingewiesen werden, dass zunächst der Fremde die Wartenden als die (leibliche) Familie Jesu vorstellt und dass Jesus daraufhin der Charakterisierung „Mutter” und „Brüder” eine andere Bedeutung beimisst. In den Augen des Fremden warteten möglicherweise die tatsächliche Mutter und die tatsächlichen Brüder Jesu auf ihn. Ganz ähnlich wird diese Situation im Lukasevangelium Lk 8,19 EU beschrieben. In Mt 13,55.56 EU : Jesus tritt in Nazareth auf, dort wo seine Familie bekannt ist. Zuhörer empören sich und reden untereinander: „Ist er nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakobus, Josef, Simon und Judas ?”

Markus :

In Mk 3,31 EU : In einem Atemzug ist von der Mutter Maria und den Brüdern die Rede. In Mk 6,3 EU werden Brüder Jesu in einem Atemzug mit seiner Mutter Maria namentlich genannt: Jakobus, Joses, Judas und Simon, Außerdem werden hier auch Schwestern erwähnt. Dies gilt auch für die Parallelstelle bei Mt 13,55f EU Allerdings kommt der in dieser Form ungewöhnliche Vorname „Joses” bei Markus noch zweimal vor: Mk 15,40 LUT und 15,47 LUT, Bei der Kreuzigung und Grablegung wird in der Lutherübersetzung (1984) von „Maria von Magdala und Maria, die Mutter Jakobus’ des Kleinen und des Joses” bzw. von „Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Joses” gesprochen.

Johannes :

Das Johannes-Evangelium berichtet für diesen Personenkreis zum Zeitpunkt der Kreuzigung: „Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.” ( Joh 19,25 EU ). Daran schließt die Stelle an, in der Jesus seine Mutter dem Apostel Johannes anvertraut. Einige meinen, dass dies nach jüdischer Sitte undenkbar wäre, wenn Maria weitere Kinder gehabt hätte.

Weiterhin sind im Johannesevangelium die Stellen 2,12 EU ; 7,3.5.10 EU relevant:

Die erste Stelle spricht nach der Hochzeit von Kana, auf der Maria, Jesus und die Jünger eingeladen waren, davon, dass Jesus gemeinsam mit seinen Brüdern und Jüngern nach Kafarnaum zog. Die zweite Stelle berichtet von einer Auseinandersetzung zwischen Jesus und seinen Brüdern.

Apostelgeschichte 1,14 EU :

In einem Atemzug werden die Apostel, die Frauen, Maria, die Mutter Jesu, und seine Brüder genannt. Allerdings schließt daran unmittelbar der Vers an, der davon spricht, dass Petrus „im Kreis der Brüder – etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen” zur Wahl eines Nachfolgers für Judas Iskariot aufruft und sie dabei mit „Brüder” anspricht.

1. Korinther 9,5 EU :

Es werden in einem Atemzug „die übrigen Apostel”, „die Brüder des Herrn” und „Kephas” genannt.

Galater 1,19 EU :

Paulus berichtet davon, dass er bei seinem ersten Jerusalemaufenthalt nur Petrus gesehen habe, dagegen keinen von den anderen Aposteln, „nur Jakobus, den Bruder des Herrn”.

Zum biblischen Befund gehören auch noch die Stellen Mt 1,25 EU und Lk 2,7 EU, in denen von „Marias erstgeborenem Sohn” die Rede ist. Einige betrachten dies als unsinnig, wenn es nicht auch nachgeborene Söhne Marias gegeben hätte, zumal in Mt 1,25 EU ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass Josef bis zur Geburt Jesu keinen geschlechtlichen Verkehr hatte. Zum biblischen Befund gehört nach Auffassung mancher Ausleger auch, dass zumindest ein Bruder Jesu kein leiblicher Bruder Jesu sei. Denn an verschiedenen Stellen wird als Vater von Jakobus Alphäus ( Mt 10,3 EU ), als dessen Mutter Maria Kleophä genannt ( Mt 27,56 EU ; vgl. Gal 1,19 EU ). Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die genannten Jakobi nicht mit dem „Herrnbruder” Jakobus identisch sind, sondern vielmehr die Nennung der Eltern explizit zur Unterscheidung von diesem eingefügt wurde.

Zu seinen „Geschwistern”, ob nun im familiären oder verwandtschaftlichen Sinne, hatte Jesus während seines öffentlichen Wirkens ein eher distanziertes Verhältnis. So nennt Jesus in Abgrenzung zu seinen Verwandten nach Mk 3,35 EU nur solche seine Brüder und Schwestern, die den Willen Gottes tun,

Wer hat Jesus 3 mal verraten?

Biblische Darstellungen – In der Passionsgeschichte berichten die Evangelien, dass Jesus, als dessen Verhaftung bevorstand, während des letzten Abendmahls bzw. auf dem Weg zum Ölberg voraussagte, sein vertrauter Jünger Petrus werde ihn noch in derselben Nacht, ehe der Hahn krähe, dreimal verleugnen.

  1. Petrus bestritt dies und versicherte vielmehr, seinem Herrn auf dessen Leidensweg die Treue zu bewahren und nötigenfalls sogar für ihn sterben zu wollen ( Mk 14,27–31 EU ; Mt 26,31–35 EU ; Lk 22,31–34 EU ; Joh 13,36–38 EU ).
  2. Lukas führt in zwei der Verleugnungsankündigung vorgeschalteten Versen aus, Jesus habe zuerst Petrus erklärt, dass alle Jünger durch Satan gefährdet seien, er aber gebetet habe, dass Petrus’ Glaube nicht aufhöre; und wenn Petrus sich dann wieder bekehrt habe, solle er seine Brüder stärken (Lk 22,31f.).

Um Jesu Gefangennahme zu verhindern, soll Petrus laut Joh 18,10 zum Schwert gegriffen und Malchus, der ein Diener des Hohepriesters war, ein Ohr abgeschlagen haben. Diese Szene des Ohrabtrennens wird auch bei Mk 14,47 par. berichtet, aber der Name des dafür verantwortlichen Dreinschlägers nicht angegeben.

Jesus missbilligte dieses gewaltsame Vorgehen (Mt 26,52; Lk 22,51; Joh 18,11). Wie alle anderen Jünger floh dann auch Petrus (Mt.26,56 par.). Als Jesus weggeführt wurde, folgte ihm Petrus „von fern” bis in den Hof des Hohepriesters. Nach Joh 18,15f. befand sich Petrus dabei in Gesellschaft eines anderen, mit dem Hohepriester bekannten Jünger, durch dessen Vermittlung er in den Hof des Hannas hineinkam.

Er setzte sich zu den Dienern ans Feuer, um sich zu wärmen, wurde aber an seiner Sprache als Galiläer erkannt und von einer Magd bezichtigt, ein Gefolgsmann Jesu zu sein, was Petrus abstritt. So hatte er offenbar seine Glaubenskraft überschätzt und versagte schon bei der ersten Probe, die Treue zu seinem Herrn zu demonstrieren.

  1. Diesen verleugnete er in der Folge noch zwei weitere Male.
  2. Sofort krähte dann der Hahn und erinnerte hiermit Petrus an Jesu Weissagung.
  3. Er weinte daraufhin und brachte dadurch seine tiefe Reue zum Ausdruck ( Mk 14,66–72 EU ; Mt 26,69–75 EU ; Lk 22,56–62 EU ; Joh 18,15–18 EU und Joh 18,25–27 EU ).
  4. Lukas entlastet Petrus insofern etwas gegenüber der Darstellung im Markusevangelium, als er ihn beim Verleugnen keine Schwurformeln verwenden lässt (Lk 22,60 gegen Mk 14,71).

Auch erwähnt Lukas als einziger Evangelist, dass Jesus sich nach der dritten Verleugnung durch Petrus zu diesem umgewandt und ihm einen erinnernden Blick zugeworfen habe (Lk 22,61). Dass die Verleugnung Jesu durch Petrus im Kern ein historisches Ereignis gewesen sei, nehmen u.a.

Was bedeutet Judas auf Deutsch?

Abtrünniger · Überläufer ● Judas religiös-moralisch · Verräter Hauptform · (ein) Quisling geh.

Wer hat Jesus gezeugt?

Reformatorische Kirchen – Die Reformatoren Martin Luther, Jean Calvin und Ulrich Zwingli übernahmen die altkirchliche Lehre von der Jungfrauengeburt. Luther wies den Vorwurf katholischer Gegner, dass er sie leugne, 1523 in seiner Schrift Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei zurück.

  1. Mit der Bibel begründete er sowohl Jesu übernatürliche Empfängnis als auch seine Abstammung von Abraham, also sein Judentum.
  2. Alma in Jes 7,14 sei mit „Jungfrau” zu übersetzen und kündige die Geburt Jesu von einer Jungfrau an.
  3. Marias Verehrung als immerwährende Jungfrau dagegen sei Götzendienst.
  4. Diese Lehre sei unwichtig für den Glauben an die Menschwerdung des Sohnes Gottes, da die Bibel kein Interesse an der Frage zeige, ob Maria nach Jesu Geburt Jungfrau geblieben sei.

Daher dürfe man daraus keinen Glaubensartikel machen. Bei allen christlichen Glaubensäußerungen sei die Verehrung Christi, nicht primär Marias anzustreben. Die Schmalkaldischen Artikel von 1537 bekräftigten das Apostolikum mit der Aussage, der Sohn Gottes sei „vom heiligen Geist ohn männlich Zutun empfangen und von der reinen, heiligen Jungfrau Maria geporn”; der lateinische Text übernahm auch die immerwährende Jungfräulichkeit ( ex Maria pura, sancta, semper virgine nasceretur ).

Wer war die Frau von Jesus?

Philippusevangelium – In dem in Nag Hammadi gefundenen und auf 150 n. Chr. datierten Philippusevangelium wird Maria Magdalena in zwei von insgesamt 127 Versen namentlich genannt. In Vers 32 wird die Rolle Marias als Gefährtin von Jesus als Selbstverständlichkeit geschildert: „Drei Frauen waren ständig beim Herrn: seine Mutter Maria, seine Schwester und Maria Magdalena, die man ‚seine Gefährtin‘ nannte.

Seine Schwester, seine Mutter und seine Gefährtin heißen Maria.” Vers 55 betont dies als eindeutiges Bekenntnis des „irdischen” Jesus zu Maria – im Unterschied zum „himmlischen Erlöser”, dessen Gefährtin abstrakt sei: „Die Weisheit, die man die unfruchtbare nennt, ist die Mutter der Engel und die Gefährtin des himmlischen Erlösers.

Der irdische Erlöser liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger. Er küßte sie oft auf ihren Mund. Da wurden die Jünger eifersüchtig und murrten. Sie fragten: Warum liebst du sie mehr als uns alle? Der Erlöser entgegnete: Warum liebe ich euch nicht so sehr wie sie?” Bedeutung der Vers-Sammlung Berger/Nord befassen sich in der Bedeutung des Textes nicht mit Spekulationen zu Maria Magdalena, sondern betonen den „rätselhafte Charakter der meisten Worte”, der im kanonischen Text bereits bei Markus 4,33 f zeitgenössisch festgestellt wurde.

Wer ist der 13 Apostel?

Bonn ‐ Matthias ist der einzige Apostel, der auf deutschem Boden begraben liegt. Er wird auch als der dreizehnte Apostel bezeichnet – wegen Judas, der Jesus verraten hatte.

Wer schrieb ich Judas?

Der Verfasser – Als Verfasser des Jud wird im Präskript Judas, Bruder des Jakobus genannt ( 1 ). Dieser Bruder Jesu erscheint sonst nur in der synoptischen Tradition ( Mt 13,55 ; Mk 6,3 ). Es gibt allerdings gewichtige Gründe gegen die Authentizität der Verfasserangabe.

Der Traditionsbegriff des Jud (vgl.3.20 ) gehört eindeutig in die nachapostolische Zeit. Der Autor weist zudem selbst auf den zeitlichen Abstand zu den Aposteln hin ( 17 ). Der Jud dürfte also den Namen des Herrenbruders benutzt haben, um sich so indirekt auf die Autorität des Jakobus beziehen zu können.

Über den Autor lässt sich wenig mehr sagen, als dass er wohl Judenchrist war, denn er benutzt apokryphe und pseudepigraphe jüdische Traditionen.

Wer war der Nachfolger von Judas?

Statue über dem Sarkophag des Apostels Matthias in Trier Der jüdische Schriftgelehrte Matthias ( altgriechisch Ματθίας Matthias, hebräischer Name מתיתיהו Matityahu, Mattithiah, lateinisch Matthias ; † um 63, wahrscheinlich in Jerusalem ) war ein Jünger Jesu,

Wer verhörte Jesus?

Was wurde aus Pontius Pilatus? In unserer neuen Serie gehen wir auf prominente Personen der Antike ein und beschäftigen uns mit Ihrem Schicksal, nachdem Sie Weltgeschichte schrieben. Er galt Christen als grausamer Verfolger, auf dessen Veranlassung hin Jesus von Nazareth zum Kreuzestod verurteilt und hingerichtet wurde, wenngleich wohl versucht wurde seine Rolle mit der Zeit abzuschwächen, da die christliche Missionierung nach Paulus vor allem auf Römer und Griechen ausgerichtet war.

Zu bedenken ist außerdem, dass die Quellen zu seiner Amtsführung ausschließlich von seinen Gegnern stammen. Aber auch die jüdische Bevölkerung des Protektorats Judäa war ihm aufgrund seiner uneinsichtigen Haltung den religiösen Bedürfnissen der Bewohner Judäas und vor allem Jerusalems gegenüber überwiegend feindlich gesonnen.

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Eher korrupt als gottlos Pontius Pilatus war aus dem römischen Ritterstand (ordo equester) und amtierte von 26-36/37 n.Chr. in Judäa, das damals noch einen Teil der Provinz Syria bildete und daher als Protektorat keinen eigenen Provinzstatus hatte. Pilatus als Statthalter oder griechisch hegemon (Tac.

  1. Ann.15,44,4; Mt.27,2) zu bezeichnen, ist also nicht korrekt.
  2. Er war durch den Prätorianerpräfekt Seianus eingesetzt worden, der belegt judenfeindlich war.
  3. Im Sommer 36 n.Chr.
  4. Ging Pontius Pilatus mit äußerster Brutalität gegen die Einwohner Samarias vor.
  5. Er wurde daraufhin von seinem Vorgesetzten, dem Statthalter von Syria L.

Vitellius (dem Vater des späteren Kaisers) abberufen und nach Rom geschickt. Unter anderem wurde ihm in der Anklage vorgeworfen, sich am Tempelschatz bereichert zu haben und auf Staatskosten eine Wasserleitung zu seinem privaten Haus gelegt zu haben. Philo von Alexandria spricht von Bestechung, Gewalttätigkeit, Zügellosigkeit, Raub und anderen schweren Vergehen. Dass Pontius Pilatus sich vor Tiberius rechtfertigen musste und ihm durch diesen Kaiser auch die Hinrichtung Jesus von Nazareths vorgeworfen wurde, ist unmöglich. Denn Tiberius war bereits verstorben, als Pontius Pilatus in Rom eintraf. Ob Eusebius‘ Angabe, Pontius Pilatus sei von Caligula im Jahr 39 n.Chr.

Zum Selbstmord gezwungen worden, glaubwürdig ist, kann bezweifelt werden. Einige Quellen geben an, er sei nach Vienne verbannt worden und dort wenige Jahre nach seiner Verurteilung verstorben. Zusammengefasst erging es Pilatus nach seinem Gastspiel im Nahen Osten nicht sehr gut, sei es nun durch Degradierung, Verbannung oder (erzwungenem) Selbstmord.

Dies hatte aber nichts mit der Verurteilung von Jesus von Nazareth zu tun, sondern eher mit den Korruptions-Anschuldigungen gegen seine Person. Weswegen wir auch wenig über seinen weiteren Verbleib wissen bzw. über sein Leben vor den bedeutenden Tagen in Judäa.

  • Er erschien seinen Zeitgenossen schlicht nicht wichtig genug, um sein Schicksal zu dokumentieren.
  • Geflügelte Worte Berühmt wurde Pilatus dann posthum dennoch.
  • Neben seiner Erwähnung im Neuen Testament der Christen fand er Eingang in diverse Redewendungen in dutzend Sprachen.
  • Im Deutschen spricht man davon sich „die Hände in Unschuld zu waschen” (Mt.27,24), wenn man die Verantwortung für eine Aussage oder eine Handlung nicht übernehmen möchte.

Denn Pilatus wusch nach der Urteilssprechung seine Hände. Dies ist jedoch als ein zeitgemäßes Reinigungsritual der Gerichtsbarkeit belegt.Weiters wird der Ausspruch „Seht da, ein Mensch!” oder ecce homo (Joh.19,5) ihm zugeschrieben, als er den gegeißeltne und die Dornenkrone tragenden Jesus dem Volk vorführen ließ.

  1. Joh.19,5).
  2. Damit ging er auf die Aussage ein, Jesus sei der König der Juden – INRI (Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum).
  3. Von Pontius zu Pilatus (Lk 23,7–12) wird jemand geschickt, der unnötige Wege absolvieren muss.
  4. Denn Pontius Pilatus fühlte sich nicht zuständig und schickte Jesus von Nazaret zum Tetrarchen Herodes Antipas.

Dieser verhörte Jesus und schickte ihn anschließend wiederum zu Pontius Pilatus zurück, wo er schließlich auch endgültig verurteilt wurde. Und letztlich wurde es bei Pilatus noch philosophisch, als er Jesus angeblich fragte „Was ist Wahrheit?” („Quid est veritas?”), was sich wunderbar auch auf den Großteil seines Lebens anwenden lässt.

Wie endet Judas?

Der Verrat an Jesus wurde und wird als derart schimpflich empfunden, dass man Judas mitunter in einem Atemzug mit Hitler und Stalin nennt und zusammen mit diesen in der Hölle wähnt. In der Bibel wird lediglich berichtet, dass Judas Jesus an die Hohenpriester verriet, die diesen als unbequemen Mahner ausschalten wollten.

Hatte Jesus ein Kind?

Die Kindersegnung ist eine biblische Erzählung: Die Synoptiker berichten übereinstimmend, dass Kinder zu Jesus gebracht wurden. Die Jünger Jesu stellen sich diesem Begehren in den Weg, was jedoch von Jesus massiv getadelt wird. In diesem Zusammenhang fällt das bekannte Jesus-Wort: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes,

Wer hat Jesus das Schweißtuch gegeben?

Einzelnachweise –

  1. ↑ Art. Schweißtuch. In: Pierer’s Universal-Lexikon. Band 15. Altenburg 1862, S.618 ( online bei zeno.org).
  2. ↑ http://www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Veronika.htm
  3. ↑ Alfred Schindler: Das Schweißtuch der Veronika. In: Apokryphen zum Alten und Neuen Testament.4. Auflage. Manesse, Zürich 1990, ISBN 3-7175-1756-2, S.555–557

Wie alt war Jesus als er gekreuzigt wurde?

Geburts- und Todesjahr – Das NT gibt kein Geburtsdatum Jesu an; Jahr und Tag waren den Urchristen unbekannt. Die christliche Jahreszählung berechnete Jesu mutmaßliches Geburtsjahr falsch. Die NT-Angaben dazu sind widersprüchlich. Nach Mt 2,1 ff. und Lk 1,5 wurde er zu Lebzeiten des Herodes geboren, der laut Josephus 4 v.

  1. Chr. starb. Lk 2,1f.
  2. Datiert Jesu Geburtsjahr auf eine von Kaiser Augustus angeordnete „erste” römische Volkszählung durch Eintragung von Grundbesitz in Steuerlisten unter Publius Sulpicius Quirinius,
  3. Dieser wurde jedoch erst 6/7 n. Chr.
  4. Statthalter Roms für Syrien und Judäa.
  5. Eine frühere derartige Steuererhebung ist dort unbelegt und gilt wegen der Steuerhoheit des Herodes als unwahrscheinlich.

Lk 2,2 wird daher meist als chronologischer Irrtum und Versuch gedeutet, eine Reise der Eltern Jesu nach Bethlehem glaubhaft zu machen. Somit wurde Jesus wahrscheinlich zwischen 7 und 4 v. Chr. geboren. Versuche, Jesu Geburtstag durch astronomische Berechnungen einer mit dem Stern von Betlehem (Mt 2,1.9) identifizierten Himmelserscheinung zu bestimmen, gelten als unwissenschaftlich.

  • Die Evangelien berichten zusammenhängend nur aus einem bis drei der letzten Lebensjahre Jesu.
  • Nach Lk 3,1 trat Johannes der Täufer „im 15.
  • Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius ” auf: Nach dieser einzigen exakten Jahresangabe im NT trat Jesus frühestens ab 28 auf, wohl seit der Täufer inhaftiert war (Mk 1,14).

Damals soll er etwa 30 Jahre alt gewesen sein (Lk 3,23). Nach allen Evangelien wurde Jesus auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus hingerichtet. Sein Todesjahr fiel also in dessen Amtszeit in Judäa von 26 bis 36. Als Todestag überliefern sie den Vortag eines Sabbat (Freitag) während eines Pessach,

Die Synoptiker nennen den Hauptfesttag nach dem Sederabend, also den 15. Nisan im jüdischen Kalender, das Johannesevangelium dagegen nennt den Rüsttag zum Fest, also den 14. Nisan. Nach kalendarisch-astronomischen Berechnungen fiel der 15. Nisan in den Jahren 31 und 34, der 14. Nisan dagegen 30 und 33 auf einen Freitag.

Viele Forscher halten die johanneische Datierung heute für „historisch glaubwürdiger”. Manche vermuten einen zusätzlichen Pessach-Sabbat am Tag vor dem Wochensabbat, so dass Jesus übereinstimmend an einem Donnerstag gekreuzigt worden sein könne. Die meisten Forscher halten 30 für Jesu wahrscheinliches Todesjahr, weil Paulus von Tarsus zwischen 32 und 35 Christ wurde, nachdem er die Urchristen eine Weile verfolgt hatte.

Warum wurde der erste Papst gekreuzigt?

Christlicher Hintergrund – Nach christlicher Überlieferung bat der Apostel Petrus, als er bei seinem missionarischen Wirken in Rom verhaftet wurde und gekreuzigt werden sollte, darum, kopfüber gekreuzigt zu werden. Dazu äußerte er, dass er nicht würdig sei, auf die gleiche Weise wie Christus zu sterben.

Wieso darf man sein Kind nicht Judas nennen?

Adolf statt Lenin? – Quatschnamen haben es nämlich schwer bei deutschen Standesbeamten und Amtsrichtern. Ausdrückliche gesetzliche Vorschriften zu erlaubten und nicht erlaubten Vornamen gibt es zwar nicht. Allerdings haben sich im Laufe der Zeit aus Gewohnheitsrecht und der Rechtsprechung gewisse Richtlinien entwickelt.

  • Dabei geht es vor allem um eins: Um das Kindeswohl.
  • Das Kind soll vor allem nicht unter dem Namen leiden müssen.
  • So wurden von deutschen Standesämtern zum Beispiel Namen wie Judas oder Störenfried aus diesem Grund abgelehnt.
  • Napoleon ist dagegen erlaubt.
  • Auch Adolf ist grundsätzlich nicht verboten.
  • Im Ausnahmefall kann die Behörde den Namen aber ablehnen, wenn konkrete Hinweise auf rechtsextremistische Tendenzen vorliegen.

Wer also zur Anmeldung seines Sohnes Adolf mit einem Hakenkreuz auf der Stirn erscheint, hat schlechte Karten. Lenin dagegen ist in Deutschland nicht zulässig. Hier eine politische Tendenz unserer Behörden reinzulesen, ginge aber wohl zu weit

Warum darf man sein Kind nicht Judas nennen?

Judas gehört ebenfalls zu den verbotenen Namen und ist als Vorname wirklich unpassend. Judas gilt als der Verräter in der Bibel und soll für 30 Silbermünzen Jesus verraten haben.

War Judas der 13 Jünger?

Judas Thaddäus, Gnadenbild in Heisterbacherrott Judas Thaddäus ( altgriechisch Ιούδας Θαδδαῖος Iúdas Thaddaîos ) ist einer der zwölf Apostel und wird in einigen Konfessionen als Heiliger verehrt. Über sein Leben ist wenig Gesichertes bekannt, seine Historizität umstritten.

  • Möglicherweise werden in Judas Thaddäus mehrere verschiedene historische Personen zu einer einzigen Gestalt verbunden.
  • Er missionierte wohl im vorderasiatischen Raum und starb dort als Märtyrer,
  • Eine verstärkte Verehrung des Heiligen setzte zu Beginn des 19.
  • Jahrhunderts ein.
  • Er wird vor allem in schwierigen und ausweglosen Situationen um Hilfe angerufen.

Liturgisch wird seiner in den meisten Konfessionen am 28. Oktober gedacht.

Wer war die Frau von Jesus?

Philippusevangelium – In dem in Nag Hammadi gefundenen und auf 150 n. Chr. datierten Philippusevangelium wird Maria Magdalena in zwei von insgesamt 127 Versen namentlich genannt. In Vers 32 wird die Rolle Marias als Gefährtin von Jesus als Selbstverständlichkeit geschildert: „Drei Frauen waren ständig beim Herrn: seine Mutter Maria, seine Schwester und Maria Magdalena, die man ‚seine Gefährtin‘ nannte.

Seine Schwester, seine Mutter und seine Gefährtin heißen Maria.” Vers 55 betont dies als eindeutiges Bekenntnis des „irdischen” Jesus zu Maria – im Unterschied zum „himmlischen Erlöser”, dessen Gefährtin abstrakt sei: „Die Weisheit, die man die unfruchtbare nennt, ist die Mutter der Engel und die Gefährtin des himmlischen Erlösers.

Der irdische Erlöser liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger. Er küßte sie oft auf ihren Mund. Da wurden die Jünger eifersüchtig und murrten. Sie fragten: Warum liebst du sie mehr als uns alle? Der Erlöser entgegnete: Warum liebe ich euch nicht so sehr wie sie?” Bedeutung der Vers-Sammlung Berger/Nord befassen sich in der Bedeutung des Textes nicht mit Spekulationen zu Maria Magdalena, sondern betonen den „rätselhafte Charakter der meisten Worte”, der im kanonischen Text bereits bei Markus 4,33 f zeitgenössisch festgestellt wurde.

Wer hat den Judas Brief geschrieben?

Wer hat dieses Buch verfasst? – Der Verfasser dieses Briefes gibt sich selbst als „Judas, Knecht Jesu Christi, Bruder des Jakobus” ( Judas 1:1 ) zu erkennen. Der Überlieferung zufolge handelt es sich bei dem Verfasser um Judas, den Halbbruder Jesu Christi (siehe Matthäus 13:55 ; Markus 6:3 ; Schriftenführer, „Judas”, scriptures.lds.org).

Wen liebt Jesus?

Johannes: Der Jünger, den Jesus liebte In den Schriften im Neuen Testament, die man mit Johannes, dem geliebten Jünger, in Verbindung bringt, wird er uns sowohl als Lehrer als auch als Vorbild für unsere eigene Rolle als Jünger nahegebracht. Nach Petrus ist Johannes vielleicht der bekannteste der ursprünglichen Zwölf Apostel Jesu. Er und sein Bruder Jakobus erlebten gemeinsam mit Petrus die wichtigsten Augenblicke im irdischen Wirkens des Erretters mit, und für gewöhnlich wird Johannes mit fünf verschiedenen Büchern im Neuen Testament in Verbindung gebracht.

Seine persönliche Nähe zum Herrn wird in angedeutet: „Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.” Dieses Bild ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder in christlichen Kunstwerken dargestellt worden: Johannes als junger Mann, der in den Armen des Erretters liegt. Daher stammt auch die einzigartige Bezeichnung „Johannes, der geliebte Jünger”, aber sein Zeugnis und seine Mission zeigen Aspekte auf, die einen Jünger ausmachen und die uns alle betreffen.

Johannesʼ hebräischer Name, Yohanan, bedeutet „Gott ist gnädig gewesen”. Das meiste, was man über ihn weiß, stammt aus den ersten drei Evangelien, in denen das irdische Wirken des Erretters zum größten Teil aus der gleichen Perspektive geschildert wird.

  • In allen dreien wird berichtet, dass Johannes der Sohn eines wohlhabenden Fischers aus Galiläa war.
  • Dieser hieß Zebedäus.
  • Er besaß selbst ein Boot und konnte Tagelöhner einstellen, die ihm und seinen Söhnen bei der Arbeit halfen.
  • Johannes und sein Bruder Jakobus arbeiteten auch mit den Brüdern Petrus und Andreas zusammen.

Alle vier ließen die Fischerei hinter sich, als Jesus sie aufforderte, ihm zu folgen und ausschließlich als seine Jünger tätig zu sein. Zebedäus wird zwar in den Evangelien nicht erneut erwähnt, aber die Mutter von Jakobus und Johannes folgte Jesus ebenfalls nach, setzte sich bei ihm für ihre Söhne ein und erlebte die Kreuzigung mit. Man kennt die Mutter normalerweise unter dem Namen Salome; möglicherweise war sie eine Schwester von Maria, der Mutter Jesu.

  • Somit wären Jakobus und Johannes Cousins ersten Grades von Jesus und auch Verwandte von Johannes dem Täufer gewesen.
  • Schon bald nach seiner Berufung war Johannes Zeuge vieler der ersten Wunder und Lehren des Herrn.
  • Als Zeuge solcher Wunder und als Zuhörer bei Predigten wie der Bergpredigt wurde Johannes zweifellos auf den Augenblick vorbereitet, da Jesus ihn zu einem seiner Zwölf Apostel berief.

Von diesen besonderen Zeugen bildeten Petrus, Jakobus und Johannes den engsten Führungskreis derjenigen Jünger, die dem Herrn besonders nahestanden und bedeutsame Augenblicke des irdischen Wirkens Jesu miterlebten:

  • die Auferweckung der Tochter des Jaïrus, wo sie mit eigenen Augen sahen, dass der Herr Macht über den Tod hatte
  • auf dem Berg der Verklärung, wo sie Jesus in seiner Herrlichkeit offenbart sahen und die Stimme des Vaters bezeugen hörten, dass Jesus sein Sohn war, an dem er Wohlgefallen hatte
  • auf dem Ölberg, wo der Herr zum letzten Mal in Bezug auf die Letzten Tage prophezeite
  • im Garten Getsemani, wo sie sich in der Nähe befanden, als der Erretter das große Werk seines Sühnopfers begann
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So wie Jesus Christus Simon den Beinamen Kephas oder Petrus gab, der „Fels” bedeutet, gab er auch Jakobus und Johannes einen Titel: Boanerges oder „Donnersöhne”. Da sie Jesus fragten, ob sie auf ein samaritisches Dorf, in dem man ihn zurückgewiesen hatte, Feuer vom Himmel herabrufen sollten (siehe ), könnte dieser Spitzname darauf hinweisen, dass sie sehr unbeherrscht waren oder zumindest willensstark.

Es ist jedoch auch sehr gut möglich, dass der Name darauf hinwies, was für machtvolle Zeugen einmal aus ihnen werden sollten, so wie der Name des Petrus wahrscheinlich eher dessen Beständigkeit und Stärke nach der Auferstehung Jesu widerspiegeln, als auf sein zuvor hingebungsvolles, aber impulsives Wesen hindeuten sollte.

In der Apostelgeschichte wird Johannes als starker, beständiger Gefährte des Petrus dargestellt. Als Petrus den Gelähmten im Tempel heilte, war Johannes bei ihm, und gemeinsam predigten sie unerschrocken vor den Führern der Juden in Jerusalem. Die beiden Apostel reisten gemeinsam nach Samarien, um den Samaritern, die Philippus unterwiesen und getauft hatte, die Gabe des Heiligen Geistes zu übertragen.

  • Dennoch sind es die Schriften, die Johannes selbst zugeschrieben werden, in denen er am deutlichsten als machtvoller Zeuge der Göttlichkeit seines Herrn und Freundes, Jesus Christus, hervortritt.
  • In diesen Büchern im Neuen Testament wird Johannes uns sowohl als Lehrer als auch als Vorbild für unsere eigene Rolle als Jünger nahegebracht.

In dem Evangelium, das Johannes für gewöhnlich zugeschrieben wird, wird er interessanterweise nirgendwo namentlich erwähnt. Im Johannesevangelium werden die beiden Söhne des Zebedäus nur einmal erwähnt, und zwar im letzten Kapitel als zwei der sieben Jünger, die den auferstandenen Herrn am See Gennesaret trafen.

  1. Selbst an dieser Stelle werden sie jedoch noch nicht einmal namentlich erwähnt.
  2. Aber Überlieferungen zufolge, die durch die heiligen Schriften der Wiederherstellung untermauert werden, war Johannes der namenlose „Jünger, den Jesus liebte”, der beim Abschiedsmahl anwesend war sowie bei der Kreuzigung, am leeren Grab und beim letzten Erscheinen Jesu am See Gennesaret.

Er könnte auch der zweite Jünger gewesen sein, der gemeinsam mit Andreas Johannes dem Täufer nachgefolgt war und diesen hatte bezeugen hören, Jesus sei das Lamm Gottes (siehe ). Wahrscheinlich war er auch der Jünger, der Petrus nach der Verhaftung Jesu begleitete und Petrus half, Zugang zum Hof des Hohepriesters zu erlangen (siehe ).

Im Johannesevangelium wird der geliebte Jünger als guter Freund des Herrn beschrieben. So wie Marta, Lazarus und Maria (siehe ) wird Johannes in diesem Evangelium ausdrücklich als jemand beschrieben, den Jesus liebte. Auch sein Platz beim Abschiedsmahl spiegelte nicht nur Ehre wider, sondern auch Nähe.

Zusätzlich zu seiner Freundschaft zum Erretter geht aus anderen Schriftstellen hervor, dass er ein machtvoller Zeuge der wichtigsten Ereignisse der Mission Jesu war: Am Fuße des Kreuzes bezeugte er, dass der Tod des Herrn ein Opfer für Sünde war; nach der Auferstehung eilte er zum Grab, um zu sehen, dass es wirklich leer war; und er sah den auferstandenen Erretter.

  • Im Johannesevangelium wird zweimal erwähnt, dass es auf dem Augenzeugenbericht des geliebten Jüngers beruht, und es wird betont, sein Zeugnis sei wahr.
  • Dies wird auch dadurch bekräftigt, dass Joseph Smith dieses Evangelium in „Das Zeugnis des Johannes” umbenannte.
  • Gelehrte debattieren zwar noch über die Identität des geliebten Jüngers, aber falls es sich um den Apostel Johannes handelte, war er wohl auch die Quelle all dessen, was im Johannesevangelium aufgezeichnet wurde, wenn er nicht sogar dessen ursprünglicher Verfasser war.

Warum blieb er dann namenlos? Warum wurde er nie ohne Umschweife als der Apostel Johannes benannt? Man könnte dies darauf zurückführen, dass es ihm darum ging, seine Erfahrungen zum Symbolwert für Gläubige und Jünger in jedem Zeitalter zu machen. Weil er anonym bleibt, kann man sich in ihn hineinversetzen und lernen, wie man den Herrn liebt und vom Herrn geliebt wird, und dann selbst ein Zeugnis erlangen, an dem man andere teilhaben lassen kann.

  • Wie im Johannesevangelium wird Johannes auch in keinem der drei Briefe, die ihm zugeschrieben werden, je namentlich erwähnt.
  • Der erste Brief des Johannes – eher eine Abhandlung über die Lehre als ein Brief – ist vom Stil und der Themenwahl her eng mit dem Johannesevangelium verbunden.
  • So geht es unter anderem um die Bedeutung von Liebe und Gehorsam – Themen, über die der Erretter dem Bericht des Johannes zufolge beim Abschiedsmahl gesprochen hatte.1 Johannes wurde erst nach dem Johannesevangelium geschrieben und beginnt damit, dass der Verfasser Zeugnis für den Herrn Jesus Christus gibt: „Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben vom Wort des Lebens.” (; Hervorhebung hinzugefügt.) Abgesehen davon, dass der Verfasser die ersten Worte des Johannesevangeliums wiederholt, betont er sein machtvolles, persönliches, greifbares Zeugnis von Jesus Christus, dem Wort Gottes, das buchstäblich Fleisch geworden war.

Die frühen Christen – die ursprüngliche Zielgruppe des Buches – hatten anscheinend mit der Spaltung von einer Gruppe zu kämpfen, die für die unrichtige These eintrat, Jesus habe sich von der Kirche abgewandt. Der Verfasser von 1 Johannes tritt nicht nur als Zeuge auf, sondern als Bevollmächtigter, der beauftragt worden ist, falsche Lehre zu berichtigen und Gegnern von Christus sowie falschen Geistern, die den Glauben bedrohen, entgegenzuwirken (siehe ; ).

  1. Seine Mission bestand aber auch darin, diejenigen zu bestärken, die treu blieben.
  2. Ihnen verkündete er bedeutende Wahrheiten über Gott und Christus und vermittelte, wie wichtig es ist, beständigen Glauben zu haben und rechtschaffen zu bleiben.
  3. In 2 Johannes und 3 Johannes gibt er sich einfach als der „Älteste” zu erkennen, hebt erneut die Bedeutung von Liebe und Gehorsam hervor und warnt vor falschen Lehrern und solchen, die die rechtmäßige Vollmacht in der Kirche ablehnen.

Aus allen drei Büchern geht hervor, wie wichtig es ist, dem offenbarten Jesus Christus beständig ergeben zu bleiben. Von den fünf Büchern, die Johannes zugeschrieben werden, wird nur in der Offenbarung sein Name erwähnt. Hier wird der Verfasser in den ersten Versen gleich dreimal namentlich genannt (siehe ).

Abgesehen davon, dass er sich als Knecht Gottes bezeichnet, gibt der Verfasser allerdings keinen weiteren Hinweis auf seine Stellung oder Berufung. Die meisten frühchristlichen Autoritätspersonen gingen jedoch davon aus, dass es sich um Johannes, den Sohn des Zebedäus, handelte. Im Buch Mormon und im Buch Lehre und Bündnisse wird bestätigt, dass der Apostel Johannes den besonderen Auftrag erhielt, Visionen zu empfangen und sie aufzuschreiben.

Das Buch Offenbarung ist komplex und voller Symbolik. Es sollte Christen in allen Zeitaltern, die unter Verfolgung litten oder Prüfungen durchmachten, trösten und Mut machen und gleichzeitig offenbaren, welche Rolle Jesus Christus in der Menschheitsgeschichte spielt.

Zwei Zeitpunkte kommen wohl in Frage, wann Johannes das Buch Offenbarung geschrieben hat: zum einen schon 60 Jahre nach Christus während der Regierung des Kaisers Nero oder aber in einem späteren Zeitraum, etwa 90 Jahre nach Christus während der Regierung des Kaisers Domitian – beides Zeitpunkte nach dem Märtyrertod des Petrus, sodass Johannes der dienstälteste Apostel war.

Seine Berufung bestand jedoch nicht nur darin, die Visionen, die in dem Buch enthalten sind, zu empfangen und aufzuschreiben. In einer seiner Visionen trug ein Engel Johannes dem Offenbarer auf, ein kleines Buch (oder auch eine Schriftrolle) zu nehmen und zu essen.

Zuerst war es in seinem Mund süß; dann wurde sein Magen jedoch bitter. Gemäß der Auslegung Joseph Smiths stand dies für die Mission des Johannes, bei der Sammlung Israels mitzuwirken, die ja zur Wiederherstellung von allem gehört (siehe ; ). Diese Mission war möglich, weil Johannes, nachdem er entrückt worden war, seinen geistlichen Dienst fortsetzte.

In Bezug darauf, was Jesus zu Petrus am Ende des Johannesevangeliums über das weitere Schicksal des Johannes sagte, sind Kommentatoren aus alter und neuer Zeit gespaltener Meinung (siehe ), jedoch wurde Joseph Smith in einer Offenbarung bestätigt, dass Johannes seine Mission als entrücktes Wesen fortführen wird, bis der Erretter zurückkehrt (siehe ). Johannes war ein machtvoller Zeuge der wichtigsten Ereignisse der Mission Jesu: Am Fuße des Kreuzes war er Zeuge des Todes des Herrn; nach der Auferstehung eilte er zum Grab, um zu sehen, dass es wirklich leer war; und er sah den auferstandenen Erretter.

  • Johannes gehörte zum Führungskreis der ursprünglichen Zwölf Apostel Jesu, er stand dem Erretter sehr nahe und erfüllte als Zeuge für Christus, als Führer der Kirche und als Offenbarer wichtige Rollen.
  • Die Art und Weise, wie er sich als der geliebte Jünger in dem nach ihm benannten Evangelium darstellt, ermöglicht es ihm jedoch, uns allen als Vorbild eines Jüngers Christi zu dienen.

Von ihm lernen wir, dass wir uns als Jünger Jesu Christi in den Armen seiner Liebe ausruhen können. Diese Liebe zeigt sich am besten bei heiligen Handlungen, beispielsweise jener, die der Herr beim Abschiedsmahl einführte. Auch wir können symbolisch am Fuße des Kreuzes stehen und bezeugen, dass Jesus für uns gestorben ist, und die Hoffnung haben, dass wir für uns selbst erfahren können, dass der Herr lebt.

  1. Interessanterweise steht nur im Buch Offenbarung ausdrücklich, dass es von Johannes verfasst wurde (siehe Offenbarung 1:1,4). Weder im Johannesevangelium noch in einem der anderen Evangelien wird der jeweilige Verfasser genannt. Frühchristlichen Überlieferungen zufolge handelt es sich jedoch bei dem geliebten Jünger im Johannesevangelium um den Apostel Johannes. Näheres zu Beweisen, wissenschaftlichen Abhandlungen und durch die Wiederherstellung gewonnenen Erkenntnissen zu dieser Personenidentifizierung in Anmerkung 17. Im Buch 1 Johannes wird der Verfasser ebenfalls nicht genannt; Stil und Thematik bringen es jedoch eng mit dem Johannesevangelium in Verbindung. Die Bücher 2 und 3 Johannes werden nur dem „Ältesten” zugeschrieben, frühchristlichen Überlieferungen zufolge werden sie jedoch mit dem Verfasser des Johannesevangeliums und des Buches 1 Johannes in Verbindung gebracht.
  2. Siehe ; siehe auch ;, Die meisten Gelehrten sind sich darüber einig, dass das Markusevangelium zuerst geschrieben wurde – etwa 65 Jahre nach Christus – und dass das Matthäus- und das Lukasevangelium etwa 70 oder 80 Jahre nach Christus geschrieben wurden. Wenn man daher zunächst Schriftstellen im Markusevangelium liest, kann man feststellen, wie Matthäus und Lukas den ersten Bericht ergänzt oder angeglichen haben.
  3. In steht zwar, dass Jakobus und Johannes darum baten, im Reich Jesu zu seiner Rechten und Linken zu sitzen, aber in steht, dass diese Bitte in Wirklichkeit von ihrer Mutter ausgesprochen wurde. Näheres zu ihrer Anwesenheit bei der Kreuzigung und später beim leeren Grab steht in ; ; siehe auch ; ; ;,
  4. Näheres zu diesen möglichen Beziehungen zu Salome sowie mehr Hintergrund zur Familie und zu dem Fischereibetrieb von Zebedäus in: R. Alan Culpepper, John, the Son of Zebedee: The Life of a Legend, 2000, Seite 7–23
  5. Siehe ; ; ; siehe auch ; ; ; ; ;
  6. Näheres zur Bergpredigt in ; Näheres zur Berufung von Johannes und den anderen ursprünglichen Aposteln in ; siehe auch ;
  7. Siehe ; siehe auch ; ; in Matthäus werden Petrus, Jakobus und Johannes allerdings nicht namentlich erwähnt
  8. Siehe ; siehe auch ;
  9. Siehe
  10. Siehe ; siehe auch
  11. Siehe Markus ; Boanerges scheint eine grobe griechische Umschreibung des aramäischen bene regesh oder rʼm zu sein, was „Söhne des Aufruhrs oder Donners” bedeutet.
  12. Siehe Culpepper, John, the Son of Zebedee, Seite 38ff., 50
  13. Siehe ; ;
  14. Siehe ; ;
  15. Siehe ; ; ; ; siehe auch Culpepper, John, the Son of Zebedee, Seite 57–69
  16. Siehe ; ; siehe auch
  17. Siehe Joseph Smithʼs New Translation of the Bible: Original Manuscripts, Hg. Scott H. Faulring, Kent P. Jackson und Robert J. Matthews, 2004, Seite 234
  18. Wissenschaftliche Abhandlungen über die Identität des geliebten Jüngers: Culpepper, John, the Son of Zebedee, Seite 72–85; und Raymond E. Brown, An Introduction to the Gospel of John, Hg. Francis J. Moloney, 2003, Seite 189–199. Näheres über den Apostel Johannes als Quelle oder Verfasser des Johannesevangeliums: Richard Neitzel Holzapfel, Eric D. Huntsman und Thomas A. Wayment, Jesus Christ and the World of the New Testament, 2006, Seite 126f., sowie meine eigene neue Abhandlung in „The Gospel of John” in: New Testament History, Culture, and Society, 2018, Hg. Lincoln Blumell.
  19. Siehe Raymond E. Brown, The Epistles of John, The Anchor Bible, Band 30, 1982, Seite 49–55,71
  20. Siehe Culpepper, John, the Son of Zebedee, Seite 90–95, und Holzapfel, Huntsman und Wayment, Jesus Christ and the World of the New Testament, Seite 274–277
  21. Siehe Holzapfel, Huntsman und Wayment, Jesus Christ and the World of the New Testament, Seite 281f., und besonders ; sowie ;

: Johannes: Der Jünger, den Jesus liebte