Was Macht Natascha Kampusch Heute?

Was Macht Natascha Kampusch Heute
Ihr Fall machte weltweit Schlagzeilen: 3096 Tage wurde Natascha Kampusch von ihrem Entführer weggesperrt, isoliert und gequält. Sie hat es überlebt. Und sie ist nicht daran zerbrochen: Am 2. März es genau 25 Jahre her, dass sie auf dem Schulweg gekidnappt wurde.

Heute ist die Österreicherin selbstbewusst und optimistisch. Die Gedanken an die Entführung kommen zwar immer wieder hoch, aber ihr Schicksal scheint Natascha Kampusch nicht mehr zu belasten. „Die Tat hat die Richtung meines Lebens bestimmt, aber sie war nicht lebensbestimmend”, sagt die 35-Jährige. Am 2.

März 1998 wurde sie auf dem Schulweg entführt und achteinhalb Jahre im Keller eines Einfamilienhauses ​​​​​​​bei Wien gefangen gehalten. Und was macht sie heute? Kampusch ist Autorin. Nach drei Büchern über ihre 3096 Tage währende Gefangenschaft und deren Folgen will sie anderen Menschen in ihrem vierten Buch „Stärke zeigen” dabei helfen, genau das zu tun.

Warum hat Natascha Kampusch das Haus gekauft?

Den Ort Strasshof an der Nordbahn, 23 Kilometer von Wien entfernt, kennt in Österreich sprichwörtlich fast jedes Kind. Für Natascha Kampusch (34) wird diese unscheinbare Adresse­ wohl ihr Leben lang mit den aller­schlimmsten Erinnerungen ­behaftet sein.

Acht Jahre wurde sie ab 1998 im Keller eines der hellgelben Siedlungshäuser gefangen gehalten, Natascha war erst zehn. Ihr Peiniger, Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil († 44), schlug das Mädchen grün und blau, demütigte es mit Essensentzug, mit Hunger und Frieren, zwang sie zum Sex. Am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht aus dem Horror-Haus.

Seitdem versucht sie, wie sie es im Gespräch mit BamS nennt, „ein normales Leben” zu führen. Im Keller dieses Hauses wurde Kampusch mehr als acht Jahre gefangen gehalten Foto: picture-alliance/dpa/APA/Stamberg „Natürlich kommt das, was ich erlebt habe, oft in mir hoch. Vor dem Hintergrund meiner Biografie rollt auch nicht immer alles so flockig, wie ich mir das wünsche”, sagt sie.

  • Ich bin nach wie vor in Therapie, das gehört zu meinem Leben.
  • Es ist belastend, was mir angetan wurde, und ich werde wohl für immer ein Opfer sein.
  • Aber ich versuche, das Negative bei der Person zu belassen, die mir das antat.” Das Haus in Strasshof gehört ihr.
  • Sie hatte es 2008 gekauft, um zu verhindern, dass Vandalen sich daran vergehen oder Reihenhäuser auf dem Grundstück entstehen.

„Es steht leer. Ich wollte dort mal eine Anlaufstelle für Flüchtlinge unterbringen”, so Kampusch. „Aber es fühlt sich für mich falsch und seltsam an, jemanden dort wohnen zu lassen.” Es habe zahlreiche Kaufinteressenten gegeben. „Geld spielte für diese Leute keine Rolle, sie wollten es unbedingt haben.

Aber ich lehnte jedes Angebot ab.” Sie hat Pläne mit dem Haus. „In den nächsten ein, zwei Jahren wird es sicher zu einer finalen Lösung kommen, was damit passieren wird.” Wie die genau aussehen soll, weiß sie aber noch nicht.10 Jahre danach Natascha Kampusch zeigt BILD ihren Fluchtweg Natascha Kampusch sagt, sie sei „trotz allem ein optimistischer, positiver Mensch.

Ich starte jeden Tag mit einem Lächeln.” Sie empfinde sich heute als geheilt. „Dennoch ist es oft schwierig, die Realität auszublenden.” Sie fing verschiedene Aus­bildungen an (u.a. Schmuck­designerin), holte Schulbildung nach, ihr Trauma wurde verfilmt und sie veröffentlicht Bücher. Foto: BILD Sie schreibt, inzwischen sei sie in Balance mit sich selbst. Wie ­fragil ist dieser Zustand? „Von ­außen ist er relativ leicht ins ­Wanken zu bringen. Aber das ­Tolle an Balance ist ja, dass sie wie eine Kugel und dadurch stabil ist. Mein Leben ist wie eine Tasse ­bitterer Tee mit einem Löffel Honig ­darin.” Genau deshalb findet Natascha ihr Leben lebenswert. Heute kann Natascha Kampusch wieder lächeln Foto: Niels Starnick Einen Lebensgefährten hat sie nicht. „Ich glaube, es ist nicht so einfach, mein Herz zu erobern. Das sehe ich ganz pragmatisch.” Auch ihre Wünsche, Kinder zu ­bekommen, haben sich erledigt.

„Natürlich gab es bei mir einst die Vorstellung, eine Familie zu gründen und beruflich viel zu erreichen. Beides stand ganz oben auf meiner Liste.” Als Kind träumte sie davon, „vier bis sieben Kinder zu haben”, sagt sie. „Dafür bin ich inzwischen zu alt. Ich wollte eine berühmte Schauspielerin werden, Filme drehen.

Nun nehme ich mir vor, die Welt zu entdecken und zu reisen und möglichst viele kleine Erfolgserlebnisse zu spüren.” Sind Sie glücklich, Frau Kampusch? „Ja. Heute, an diesem Tag, bin ich schon sehr glücklich.” Dieser Artikel stammt aus BILD am SONNTAG.

Wie geht es Kampusch heute?

Als Zehnjährige entführt – Das Schicksal von Kampusch ging um die Welt: Sie war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg in Wien entführt und mehr als acht Jahre lang im Keller eines Hauses östlich der österreichischen Hauptstadt gefangen gehalten worden.

  • Im August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht.
  • Stunden später brachte sich der Entführer um.
  • Die junge Erwachsene musste danach einen Weg zurück in ein geregeltes Leben finden – in ein Leben, aus dem sie zuvor für lange Zeit herausgerissen war.
  • Ampusch veröffentlichte Bücher, unter anderem zu Hass im Netz,

Die Erlöse aus ihren Werken sind heute ihre Haupteinnahmequelle, erklärt sie im Gespräch mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl. Sie ist aber offenbar auf der Suche nach weiteren Aufträgen: Als Moderatorin oder Rednerin würde sie ebenfalls gerne arbeiten.

Hat Natascha Kampusch ein Kind?

Natascha Kampusch: “Ich kann mir nicht vorstellen, Kinder zu bekommen”

Meistgesucht

Was Macht Natascha Kampusch Heute dbo tmk, picture alliance / dpa, Daniel Bockwoldt 14. September 2016 um 10:09 Uhr Im Alter von zehn Jahren wurde Natascha Kampusch von Wolfgang Priklopil auf dem Schulweg entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, und Natascha gewährt nun ganz private Einblicke in ihr heutiges Leben.

  • Für Natascha Kampusch ist es noch immer sehr schwer, anderen Menschen Vertrauen zu schenken.
  • Omplett kann ich niemandem vertrauen.
  • Weil niemand mich komplett verstehen kann.
  • Dazu müsste ich jedes Mal ganze Romane erzählen, um mich zu erklären.
  • Ich mache viel mit mir selber aus”, so die 28-Jährige im Interview mit der Zeitschrift ‘Closer’.

Das Verhältnis zu ihren Eltern hat sich wieder eingependelt: “Anfangs mussten vor allem meine Mutter und ich die Rollenverteilung neu ordnen. Wir waren einander nicht fremd, aber ich war natürlich mittlerweile eine erwachsene Person und kein Kind mehr.

Das hat meine Mutter nur schwer verkraftet. Heute gehen wir gemeinsam shoppen und nähen zusammen”, verrät Natascha. Eine Familie möchte die 28-Jährige nicht gründen. “Ich bin lieber alleine. Ich sag zwar oft, wenn ich gefragt werde: ‘Wer weiß’. Aber ich möchte eigentlich nicht heiraten. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, Kinder zu bekommen.

Obwohl ich denke, ich wäre eine gute Mutter”, erzählt sie der ‘Closer’. Ob Natascha einen Freund hat, möchte sie nicht verraten. In nächster Zeit will sie ihre Matura-Prüfung ablegen und im Anschluss Psychologie studieren. Das Haus, in dem sie gefangen wurde, gehört heute ihr.

Doch auch hier hat sie schon Pläne: “Ich gehe zweimal im Monat zum Haus und halte es in Schuss. Das mache ich vor allem deshalb, damit es nicht an Wert verliert, wenn ich es mal verkaufe. Ich bin zurzeit in Verhandlungen”, verrät die 28-Jährige gegenüber ‘Closer’. Noch heute träumt Natascha nachts von ihrer Gefangenschaft.

“Wenn ich auf dem Bauch liege und die Beine nach hinten strecke, spüre ich irgendwie die Leiter vom Hochbett”, gesteht sie außerdem. Doch nun möchte sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen: “Nachdem ich zehn Jahre auf der Suche nach mir selbst war, möchte ich mich jetzt von den letzten zehn Jahren verabschieden, die nicht immer leicht waren, und ein neues Kapitel im Leben beginnen.” Deshalb hat sie nun ein neues Buch herausgebracht, indem sie beschreibt, wie sie sich zwischenzeitlich fühlte und wie ihr neues Leben aussieht.

Hat Natascha Kampusch noch Kontakt zu ihren Eltern?

Am Montag feierte der Kampusch-Film „3096 Tage” in Wien Weltpremiere. Er zeigt das Martyrium des österreichischen Gewaltopfers Natascha Kampusch (25), die sich über acht Jahre in der Gefangenschaft ihres Entführers Wolfgang Priklopil befand. Wien (Österreich) – Nur wenige Stunden nach der Filmpremiere jetzt der große Knall! Kampusch’ Vater Ludwig Koch hält den Fall für ein Mysterium: 3096 Tage Qualen in einem engen Kellerverließ – alles nur eine Lüge? In dem Buch „Vermisst – Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch” vom britischen Journalisten Allan Hall (verfasste bereits das Kampusch-Buch „Das Mädchen aus dem Keller”) erhebt Koch schwere Vorwürfe gegen seine Tochter, berichtet „oe24.at”,

  1. Zur Veröffentlichung des Buches sagte er jetzt: „Die Wahrheit liegt zwischen Natascha und mir.
  2. Sie blockiert unsere Beziehung.
  3. Ich spreche, weil ich sie liebe und zurückwill.” Natascha Kampusch hat ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern.
  4. Über ihren Vater sagte sie einmal: „Mein Vater ist so unreif.
  5. Er ist in einem Entwicklungsstadium stecken geblieben, das nicht meinem entspricht.” Mutter Brigitta Sirny-Kampusch (62) schrieb ein Buch, in dem sie intime Details aus dem Leben ihrer Tochter verriet, u.a.: Natascha sei nach dem Tod ihres Peinigers Wolfgang Priklopil (44) zu seinem Grab gefahren, um Abschied zu nehmen.

Harte Worte von Natascha: „Meine Eltern waren bei meiner Geburt nicht bereit, die Verantwortung für eine Tochter zu übernehmen.” Das Buch von Allan Hall birgt neuen Sprengstoff: Aussagen im Zuge der Ermittlungen sollen vertuscht worden sein, Rollen und Beziehungen verschiedener Personen nicht klar sein.

Das Buch erschien am Dienstag in London. „oe24.at” hat vorab die brisantesten Passagen veröffentlicht. ► Das Verhältnis zwischen Opfer und Entführer: „Was sich zwischen Natascha und Priklopil entwickelte, was sie für ihn empfunden hat, das erscheint verschleiert. Polizeibeweise lassen Ludwig Koch glauben, dass sie nicht ehrlich war, wenn sie über ihr Leben mit Priklopil spricht.

In späteren Jahren durfte sie in seinem Bett schlafen.” Merkwürdig findet der Vater, dass sie Priklopil „Verbrecher” nannte, sich aber nach seinem Tod auf seinen Sarg stürzte und weinte. ► Natascha Kampusch und das Kellerverlies: „Der Keller schaut so aus, als wenn in diesem Raum nie jemand für lange Zeit lebte.

  1. Das Mädchen aus dem Keller ist ein Mythos.
  2. Sie wartete mit ihrer Flucht, bis sie 18 war, weil sie nicht in ein Heim wollte oder zu ihrer Familie zurück.” ► Die Rolle der Zeugin Ischtar A.: „Ich bin das zweite Opfer der Entführung.
  3. Ich weiß, es waren zwei Männer, der zweite blieb die ganze Zeit am Fahrersitz”, wird Ischtar A.

zitiert. „Sie haben mich gesehen, sie wissen, ich bin Zeugin. In all den Jahren hatte ich Angst, dass sie zurückkommen, um mich zu holen.” ► Die Rolle von Priklopil-Freund Ernst H.: Ludwig Koch sagt: „Ernst H. ist der Schlüssel zum Rätsel, das Natascha passierte.

  1. Ich will ihn vor einem Gericht sehen, dass er unter Eid erklärt, was er weiß.” Autor Allan Hall thematisiert: „Warum hatte Ernst H.
  2. Nur Stunden nach Nataschas Flucht Zutritt zu Priklopils Haus? Warum fragte er: ‚Hat er sie getötet?‘ Warum sagte er in Vernehmungen mit der Polizei, er sei Priklopils Geschäftspartner und nicht bester Freund? ► Den tote Hauptermittler Franz Kröll: „Ludwig Koch ist einer jener, der glaubt, dass Kröll nicht natürlichen Todes starb.

Es wird gesagt, dass er wegen Natascha tot ist. Kröll hat viele Ungereimtheiten in Nataschas Leben als Gefangene aufgedeckt.” Kampusch im Interview So realistisch ist der Film PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von BILD.de-News !

Wie viel Geld bekam Natascha Kampusch?

Natascha Kampusch verrät, wie viel Geld sie vom Staat wirklich bekommen hat Acht Jahre lang wurde Natascha Kampusch von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil gefangen gehalten. Während der polizeilichen Ermittlungen gab es mehrere Fehler, wie ein Untersuchungsausschuss Jahre nach ihrer Flucht aufgedeckt hatte. Trotzdem hat die heute 28-Jährige keinerlei Entschädigung erhalten.

Wie kommt Natascha Kampusch frei?

CHRONIK Am 23. August 2006 tauchte in Strasshof an der Nordbahn (Bezirk Gänserndorf) plötzlich eine 18-jährige Frau auf. Es war Natascha Kampusch, die acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde. Nach 15 Jahren zieht der Ort immer noch Schaulustige an.14.

  1. August 2021, 7.44 Uhr Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
  2. Das gelbe Wohnhaus nahe der Kleingartensiedlung in Strasshof an der Nordbahn ist unscheinbar.
  3. Nur die üppige Hecke wächst schon durch den Zaun bis auf die Straße hinaus.
  4. Das heute unbewohnte Haus gehört Natascha Kampusch.
  5. Es wurde ihr zugesprochen, nachdem sie sich vor 15 Jahren aus den Fängen ihres Entführers Wolfgang Priklopil befreien konnte.

Er hatte sie 1998 am Schulweg in Wien entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies seines Hauses in Strasshof gefangen gehalten. Später musste sie für ihn auch Hausarbeiten erledigen. Beim Autoputzen gelang ihr schließlich in einem unbemerkten Moment die Flucht. Was Macht Natascha Kampusch Heute In diesem Haus wurde Natascha Kampusch acht Jahre lang gefangen gehalten Der Seniorchef der örtlichen Bäckerei, Alfred Geier, erinnert sich im Gespräch mit noe.ORF.at: „Genau an diesem Tag, am 23. August, als die ersten Meldungen gekommen sind, war der Ort in einer Art Schockstarre.

  • Es wurde alles abgesperrt, Hubschrauber sind über den Ort geflogen, weil man Wolfgang Priklopil gesucht hat.
  • Alle Lokale waren genauso wie unser Lokal menschenleer.” Doch schon wenige Stunden später war es mit der Ruhe vorbei, sagt Geier.
  • Schlagartig mit dem nächsten Tag waren dann Journalisten aus der ganzen Welt in Strasshof.

Auf einmal waren wir für eine Woche der Mittelpunkt der Welt, kann man sagen. Die Journalisten waren in allen Gasthäusern, die Leute dort sind interviewt worden.”

Wie wohnt Kampusch heute?

Natascha Kampusch: “Ich bin es gewohnt, allein zu sein” Für das ehemalige Entführungsopfer Natascha Kampusch war der Corona-Lockdown nicht schlimm, wie sie jetzt in einem Interview verrät. “Ich war ja acht Jahre eingesperrt.” Vor 15 Jahren gelang (33) die Flucht aus der Gefangenschaft.

Von ihrem zehnten Lebensjahr an wurde die Wienerin von dem arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil (†44) in einem Betonverlies tief unter seinem Haus festgehalten. Doch mit 18 Jahren befreite sie sich aus den Fängen ihres Peinigers. Meistgelesen, Das geschah am 23. August 2006, als Priklopil sie im Hof seines Hauses für kurze Zeit aus den Augen verlor, ihr Entführer warf sich noch am selben Tag vor einen Zug.

Natascha Kampusch sorgte nach ihrer Flucht weltweit für Schlagzeilen, sie gab Interviews, schrieb Bücher über ihre Zeit in dem nur 1,60 Meter hohen Verlies und ihr Schicksal wurde verfilmt. Heute ist Natascha eine selbstbewusste junge Frau, sie lebt alleine in Wien, ist Schmuckdesignerin.

Wo ist das Haus von Natascha Kampusch?

Natascha Kampusch «Dieses Haus ist für mich ein Fluch» – Natascha Kampusch kehrt alle zwei Monate in das Haus zurück, in dem sie jahrelang gefangen gehalten wurde. Was führt sie dorthin? 1 / 7 Was Macht Natascha Kampusch Heute Das Haus an der Heinestrasse 60 in Wien, in dem Natascha Kampusch acht Jahre lang gefangen gehalten wurde, gehört ihr jetzt. Alle zwei Monate kehrt sie dorthin zurück. Screenshot Youtube Was Macht Natascha Kampusch Heute Am 23. August 2016 jährt sich die Flucht von Natascha Kampusch zum zehnten Mal. Screenshot Youtube Was Macht Natascha Kampusch Heute Darum besuchte sie das Haus mit einem Kamerateam des österreichischen Senders ORF. Screenshot Youtube Am 23. August jährt sich die Flucht von Natascha Kampusch zum zehnten Mal. In der ORF-Sendung « Thema spezial » erzählte die 28-Jährige, wie sie zurück in ein neues Leben fand.

  1. Mit einem Kamerateam kehrte sie in das Haus ihres Entführers Wolfgang Priklopil zurück.
  2. Dabei verriet sie, dass sie alle zwei Monate den Ort ihrer Gefangenschaft besucht, um «nach dem Rechten zu sehen» – und um ihr Trauma zu verarbeiten.
  3. Das Haus an der Heinestrasse 60 im Wiener Stadtteil Strasshof gehört Kampusch jetzt.

Es wurde ihr als Entschädigung für das Erlittene zugesprochen. Doch es sei mehr Fluch als Segen, sagt das Entführungsopfer. Nicht nur, weil es enorme Kosten verursacht, sondern auch, weil es ihr meistens schlecht gehe, wenn sie dort ist. «Es ist ein fremder Ort, obwohl ich hier so viel Zeit verbracht habe.»

Ist die Geschichte 3096 Tage wahr?

3096 Tage ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2013, Es basiert auf der gleichnamigen Autobiographie der Österreicherin Natascha Kampusch, die entführt und acht Jahre lang gefangen gehalten wurde. Am Drehbuch schrieb Bernd Eichinger mit, der jedoch vor Vollendung des Buches starb.

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Was war die schlimmste Entführung?

Entführung und Gefangenschaft –

  • Fotos von 2009
  • Entführer Phillip Garrido
  • Mittäterin Nancy Garrido

Jaycee Dugard wurde am 10. Juni 1991 im Alter von elf Jahren entführt und anschließend mehr als 18 Jahre gefangengehalten. Vorher lebte sie mit ihrer Mutter, ihrer damals einjährigen Halbschwester und dem Stiefvater im kalifornischen South Lake Tahoe,

  1. Am Entführungstag wurde sie auf dem Weg zur Schule von einem Paar in ein Auto gezerrt.
  2. Ihr Stiefvater beobachtete den Vorgang aus einiger Entfernung und alarmierte die Polizei.
  3. Umfangreiche Suchmaßnahmen in der Folgezeit, auch mittels einer bekannten amerikanischen Fernsehsendung, hatten keinen Erfolg.

Zeitweise geriet der Stiefvater, der das Kind als Letzter gesehen hatte, selbst unter Tatverdacht. Der Entführer Phillip Garrido ist ein vorbestrafter Sexualstraftäter, der bereits 1977 wegen Entführung mit Vergewaltigung verurteilt und elf Jahre später auf Bewährung entlassen wurde.

  1. Nach der Entführung von Jaycee Dugard hielt Garrido sein Opfer auf seinem Anwesen in Antioch rund 70 Kilometer östlich von San Francisco gefangen.
  2. Dies geschah offenbar überwiegend im Hinterhof seines Wohnhauses.
  3. Dort waren Verschläge und Zelte aufgestellt.
  4. Als unmittelbar tatbeteiligt gilt Garridos Ehefrau Nancy Garrido, die mit ihrem Mann zusammen verhaftet wurde.

Als Phillip Garrido im Jahr 1993 wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen vier Monate Haft im Gefängnis absitzen musste, blieb Jaycee Dugard trotzdem eingesperrt. Garrido schwängerte sein Opfer, als es 13 und 17 Jahre alt war; die dadurch gezeugten zwei Kinder waren zum Zeitpunkt der Befreiung 11 und 15 Jahre alt.

  • Phillip Garrido machte den beiden vor, ihre tatsächliche Mutter Jaycee Dugard sei ihre Schwester, während seine Frau Nancy die Mutterrolle übernehmen sollte.
  • Inwiefern ihm dies tatsächlich gelungen ist, ist jedoch unbekannt.
  • Während ihrer Gefangenschaft entwickelte Dugard eine sehr starke Abhängigkeit gegenüber ihrem Entführer und nutzte aus diesem Grund einige Gelegenheiten nicht, Fremde auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

Medienberichten zufolge arbeitete sie zuletzt in der Druckerei von Garrido und hatte dort regelmäßigen Kontakt mit Kunden. Jedoch wollte Garrido ihr stets weismachen, die Welt sei ein gefährlicher Ort, an dem ihr und den beiden Töchtern Schlimmes zustieße.2011 veröffentlichte Dugard unter dem Titel A Stolen Life (dt.

Was hat Wolfgang Priklopil mit Natascha gemacht?

Aktualisiert am 19.08.2016, 10:53 Uhr Er entführt ein Kind, sperrt es in ein Verlies, misshandelt und missbraucht es über Jahre. Er gleicht sein Opfer Natascha Kampusch dem Bild eines Nazi-Opfers an und will sie sich zur Ehefrau erziehen. Wolfgang Priklopils Person gibt nach wie vor Rätsel auf, genauso aber sein Tod und das Verhältnis zu seinem Entführungsopfer.

  1. Mehr Panorama-News Geduldig und souverän beantwortet Natascha Kampusch wieder und wieder Fragen zu ihrer Entführung, zu ihrer Flucht und den zehn Jahren in Freiheit, die bei weitem nicht immer glücklich verliefen.
  2. Der aber, der ihr all das angetan hat, ihr Peiniger Wolfgang Priklopil, schweigt.
  3. Ein Ermittler, kein psychiatrischer Gutachter kann ihn mehr ins Verhör nehmen, niemand ihn zur Verantwortung ziehen.

Priklopils Leben endete an jenem 23. August 2006, an dem sein Opfer sich wieder zurück ins Leben, in die Freiheit kämpfte. Wer und wie Wolfgang Priklopil war, muss somit rätselhaft bleiben. Nach außen wirkte er wie ein Eigenbrötler und Einzelgänger, der sich gern bemuttern ließ.

Wer hat Natascha Kampusch gefunden?

Natascha Kampusch am 15. Jahrestag ihrer Flucht: “Mir sollte es gehen wie Nazi-Opfern”

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Was Macht Natascha Kampusch Heute Natascha Kampusch wurde als Kind entführt. dbo tmk, picture alliance / dpa, Daniel Bockwoldt 4. August 2021 um 09:46 Uhr Natascha Kampusch sollte nach dem Willen ihres Entführers und Peinigers leiden und aussehen wie viele Opfer der Nazi-Diktatur. “Er hat mir wenig zu essen gegeben, wenig Kleidung, hat mich gedemütigt, schwere Arbeiten verrichten lassen und mir eine Glatze geschoren”, sagte die 33-Jährige laut “heute.at” in einer TV-Sondersendung zum 15. Natascha Kampusch über Anfeindungen 30 weitere Videos Cathy Hummels nach Shitstorm “Werde ihn küssen, bis er es mir verbietet” Punks wollen Lindner-Hochzeit auf Sylt crashen Punks auf Sylt: Wir werden Lindners Hochzeit crashen Hollywood-Star feiert Geburtstag Tom Cruise wird 60! Und bricht mal wieder alle Rekorde Mama Kate ist machtlos Witzige Grimassen-Show! Prinz Louis außer Rand und Band Prozess in London Jury: Boris Becker schuldig! RTL-Reporterin erklärt Details Nach angeblichem Antisemitismus-Eklat Gil Ofarim: Anklage wegen Verleumdung London Queen kommt mit Skandal Prinz Andrew zur Gedenkfeier Spoiler! So ging es nach Dominiks Finale weiter Gibt’s ein neues Bachelor-Paar? Wir verraten es! Höschen & Bustier Yeliz Koc postet heißes Bett-Foto Mega-Summe für OPs Yvonne Bar lässt sich ihren Körper was kosten AWZ-Star wehrt sich gegen Dickpics Alexandra Fonsatti: “Man fühlt sich billig!” Plötzlich erdbeerblond! Kendall Jenner zeigt neuen Look Ex-Bachelor-Kandidatin über Eifersucht & Wut Mimi Gwozdz kann sich gut in Jana-Marias Lage versetzen Jimi Blue & Ex Yeliz Koc Happy End unterm Weihnachtsbaum? Sexy Shooting am Strand Rentner stiehlt Model die Show! Deutscher fand Harrison Fords Kreditkarte “Die Karte lag vor mir am Strand in Sizilien” Photoshop-Fail? Britney Spears: Bei diesen Nackt-Fotos stimmt etwas nicht! Nach Liebes-Geruechten um Chris Broy Jenefer Riili entschuldigt sich Verrückter Tag im Prozess gegen Abou-Chaker-Clan Schwangere Anna-Maria Ferchichi hat Komplikationen Schwangerschafts-Bericht So ging’s Gülcan Kamps in den ersten Monaten Tanja Szewczenko gibt Zwillings-Update So geht es ihr Wochen nach der Geburt Schlafmangel bei Ex-Bachelorette Neu-Mama Jessica Paszka ist fix und fertig Im Bielefelder Nachtclub So lernten sich Suzan und David vor 16 Jahren kennen Kult-Auswanderer gestorben Trauer um Norbert Bebensee Trauer um Jan Hahn Marlene Lufen nimmt Abschied von ihrem langjährigen Freund Jan Hahn Ehe-Aus nach 27 Jahren Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden Er ist der Fitness-Trainer der Promis Erik Jäger kennt sie alle Prozess gegen Prinz Ernst August von Hannover So angeschlagen erschien der Welfenprinz vor Gericht Abschied vom Poptitan DSDS-Hammer: Dieter Bohlen hört auf! Ex-BTN-Star Sandy Fähse ist jetzt bei Krass Schule Auch nach ihrer Selbstbefreiung erlebte Kampusch nicht nur Bewunderung, sondern oft auch unverständliche Ablehnung und offenen Hass.

2. März 1998: Die zehnjährige Natascha Kampusch verschwindet in der Früh auf dem Weg in die Volksschule in Wien-Floridsdorf. Ihre Eltern alarmieren am Abend die Polizei.3. März 1998: Eine Schülerin erzählt der Polizei, dass sie beobachtet hat, dass Kampusch in einen weißen Bus gezerrt worden ist.6. April 1998: Wolfgang Priklopil wird in Strasshof in Niederösterreich von Ermittlern aufgesucht. Er besitzt einen weißen Lieferwagen.14. April 1998: Ein Hundeführer der Wiener Polizei macht das Sicherheitsbüro erneut auf den Verdächtigen in Strasshof aufmerksam. Dem Hinweis wird nicht nachgegangen.23. August 2006: Natascha Kampusch kann sich selbst aus ihrem Verlies in der Nähe von Wien befreien. Ihr 44 Jahre alter Entführer wirft sich kurz danach vor eine S-Bahn in der Nähe des Wiener Praters und stirbt.

Das erste TV-Interview mit Natascha Kampusch. dpa, A2918 epa apa Roland Schlager

6. September 2006: Kampusch gibt früher als erwartet ihr erstes TV-Interview.Februar 2008: Österreichs Innenminister setzt eine Evaluierungskommission ein, die den Fall untersuchen soll.23. Oktober 2008: Der Fall Kampusch wird neu aufgerollt.8. Januar 2010: Die Akte wird wieder geschlossen: Polizei und Staatsanwaltschaft sind überzeugt, dass Priklopil keine Komplizen oder Mitwisser hatte. Ein Freund des Entführers wird aber wegen Begünstigung angeklagt. Er soll nach Kampuschs Entkommen von der Entführung erfahren und Priklopil bei der Flucht geholfen haben.Juli 2012: Eine neuerliche Evaluierung startet.28. Februar 2013: Die Verfilmung von Kampuschs Schicksals anhand ihrer Biografie namens “3096 Tage” kommt in die deutschen Kinos.April 2013: Das internationale Expertenteam bestätigt, dass Priklopil “mit hoher Wahrscheinlichkeit” keine Mithelfer hatte und Einzeltäter war.Februar 2016: Die Wiener Polizei prüft nach einer Anzeige die Todesumstände des Entführers erneut.März 2016: Es wird bekannt, dass Priklopil sein Opfer während der Gefangenschaft gefilmt hatte. Die Ermittler stufen das mehrstündige Videomaterial als nicht relevant ein.Juni 2016: Kampusch verliert vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen das Buch “Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit”. Die Wienerin betrachtete die Schilderung des Videomaterials von Priklopil als Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.August 2016: Zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht bringt Kampusch ihr zweites Buch “Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit” heraus. (dpa)

© 2023 RTL interactive GmbH : Natascha Kampusch am 15. Jahrestag ihrer Flucht: “Mir sollte es gehen wie Nazi-Opfern”

Welches Syndrom hat Natascha Kampusch?

Natascha Kampusch und Stockholm-Syndrom: Acht Jahre lang Geisel Acht Jahre lang unternahm Natascha Kampusch keinen Versuch zu fliehen. Ermittler sprechen davon, daß die junge Frau am Stockholm-Syndrom leidet und eine positive Beziehung zum Täter aufgebaut habe.

  1. Doch die Situation in Wien liegt anders.
  2. I m Fall der nach achtjähriger Geiselhaft in Österreich wieder aufgetauchten haben Ermittler davon gesprochen, daß die Entführte „an einem Stockholm-Syndrom leidet”.
  3. Das Phänomen, daß sich Opfer häufig mit ihren Peinigern identifizieren und eine positive emotionale Bindung zu ihnen aufbauen, wurde erstmals vor gut 30 Jahren am Beispiel eines Banküberfalls in der schwedischen Hauptstadt beschrieben.

Sein Entdecker, der amerikanische Psychiater Frank Ochberg, erklärt es als Rückfall in den Zustand eines hilflosen Kindes, das in jeder Hinsicht von der Mutter abhängig ist – als „Strategie zum Überleben”. Ochberg untersuchte den Überfall auf eine Bankfiliale am 23.

August 1973, der die schwedische Öffentlichkeit sechs Tage lang in Atem hielt. Der Kidnapper, ein 32jähriger Mann, nahm vier Angestellte als Geiseln, um Geld und die Freilassung eines Häftlings zu erpressen. Zwischen ihm und einigen Opfern entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung, eine Geisel verliebte sich sogar in ihn.

Zwar heiratete sie den Kidnapper nicht, wie die Legende überliefert, doch blieb sie später eng mit ihm befreundet. Geisel verhält sich paradox Ein Stockholm-Syndrom liegt vor, wenn die Geisel sich völlig paradox verhält, also Haß gegenüber Polizei und Behörden empfindet, ihrem Peiniger hingegen Zuneigung entgegenbringt, die dieser erwidert.

„Das Opfer ist zunächst schockiert und überfordert und besinnt sich dann auf seine grundlegenden, primitiven Instinkte”, erklärt der Psychiater das Phänomen. Um das eigene Leben zu retten, aktiviere die Geisel zu ihrem Geiselnehmer unbewußt Bindungssysteme wie zur Mutter. Grund für die Täterbindung ist das extreme Bedrohungsempfinden von Opfern während einer Entführung.

Weil der Täter oft die einzige Bezugsperson ist, werden die Ängste jedoch nicht auf den ihn, sondern auf die Ermittler der Polizei projiziert. Je stärker der Fahndungsdruck und die vom Opfer wahrgenommene Gefahr, desto wahrscheinlicher und stärker ist dessen Identifikation mit dem Entführer.

  • Geiselnehmer und Geisel werden dabei zu einer Notgemeinschaft, in der auch Gefühle der Vertrautheit und Nähe entstehen können.
  • Experte: Fall Kampusch liegt anders Im Fall der nach achtjähriger Geiselhaft am Donnerstag in der Nähe von entdeckten jungen Frau kann nach Ansicht des Psychologen Rudolf Egg jedoch nur mit Einschränkungen vom Stockholm-Syndrom gesprochen werden.

Weil die Polizei vom Versteck der heute 18jährigen nichts wußte, habe es keine äußere Bedrohung von Opfer und Täter durch Sicherheitsbehörden gegeben, sagte der Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden. Mit der Stockholmer Geiselnahme von 1973 sei die Entführung der 18jährigen deshalb nicht ohne weiteres vergleichbar.

  • Als bisher extremstes Beispiel einer Täter-Opfer-Beziehung gilt die Entführung von Patricia Hearst.
  • Die Enkelin des amerikanischen Zeitungskönigs William Randolph Hearst solidarisierte sich während ihrer Geiselnahme 1974 mit den sozialrevolutionären Zielen ihrer Entführer und wechselte die Seiten.
  • Wegen ihrer Beteiligung an Banküberfällen wurde sie später zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Der britische Psychiater William Sargant schrieb zu dem Fall: „Bei einem Menschen, dessen Nervensystem einem ständigen Druck ausgesetzt ist, kann eine paradoxe Gehirnaktivität auftreten – das Böse wird zum Guten und das Gute zum Bösen.” : Natascha Kampusch und Stockholm-Syndrom: Acht Jahre lang Geisel

Hat Natascha Kampusch psychische Probleme?

Natascha Kampusch (28) in Closer: “Bis heute habe ich ein gestörtes Verhältnis zum Essen” 06.09.2016 – 09:17 (ots) Natascha Kampusch hat zehn Jahre nach der Flucht aus dem Kellerverlies ihres Entführers Priklopil ein zweites Buch geschrieben, in dem sie von ihrem neuen Leben berichtet.

  • In der neuen Closer (EVT 07.09.) berichtet sie exklusiv von den Auswirkungen der Gefangenschaft, die sie bis heute verfolgen.
  • So berichtet Kampusch nicht nur von den seelischen, sondern auch von den körperlichen Folgen ihrer Zeit im Verlies: “Ich habe häufig Kreislaufprobleme.
  • Und ich wäre wahrscheinlich drei Zentimeter größer, wenn ich Sonnenlicht abbekommen hätte.” Da der Täter sie oft tagelang hungern ließ, hat sie auch heute noch ein problematisches Verhältnis zum Thema Essen.

“Ich kann Essen schon genießen, aber gleichzeitig habe ich bis heute ein gestörtes Verhältnis dazu. In den ersten Monaten nach meiner Gefangenschaft haben mir die Leute irrsinnig viele kalorienhaltige Dinge wie Schokolade gegeben. “Du musst zunehmen!”, haben sie gesagt.

Ich habe alles gegessen, weil ich höflich sein wollte. Bis plötzlich alle gemeint haben: “Jetzt musst du aber auf deine Figur aufpassen, lass doch mal einen Tag das Essen aus.” Plötzlich war ich allen Menschen zu dick.” Auch mit psychischen Problemen hat die Österreicherin noch zu kämpfen und versucht, diese mithilfe einer Therapie zu bewältigen.

Doch noch immer hat sie starke Vertrauensprobleme: “Komplett kann ich niemandem vertrauen. Weil niemand mich komplett verstehen kann. Dazu müsste ich jedes Mal ganze Romane erzählen, um mich zu erklären. Ich mache viel mit mir selber aus.” Dies führt sogar so weit, dass sie sich nicht vorstellen kann, jemals zu heiraten oder Kinder zu bekommen: “Ich sag zwar oft, wenn ich gefragt werde: “Wer weiß.” Aber ich möchte eigentlich nicht heiraten.

Und ich kann mir auch nicht vorstellen, Kinder zu bekommen. Obwohl ich denke, ich wäre eine gute Mutter.” Trotz immer noch vorhandener physischer und psychischer Probleme erhofft sie sich von ihrer Rückkehr in die Öffentlichkeit, dass sie die Vergangenheit endlich hinter sich lassen kann. “Ich möchte mit diesem Buch sozusagen diesen speziellen Lebensabschnitt noch einmal jenen veranschaulichen, die in all der Zeit nur auf Zeitungsartikel angewiesen waren.

Die Dinge aus meiner Sicht beschreiben, wie ich mich zwischenzeitlich fühlte. Nachdem ich zehn Jahre auf der Suche nach mir selbst war, möchte ich mich jetzt von den letzten zehn Jahren verabschieden, die nicht immer leicht waren, und ein neues Kapitel im Leben beginnen.” Hinweis an die Redaktionen: Der vollständige Bericht erscheint in der aktuellen Ausgabe von Closer (Nr.37/2016, EVT: 07.09.).

Auszüge sind bei Nennung der Quelle Closer zur Veröffentlichung frei. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktion Closer, Tim Affeld, Telefon: 040/3019-17 61. Die Bauer Media Group ist eines der erfolgreichsten Medienhäuser weltweit. Über 600 Zeitschriften, mehr als 400 digitale Produkte und über 100 Radio- und TV-Stationen erreichen Millionen Menschen rund um den Globus.

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: Natascha Kampusch (28) in Closer: “Bis heute habe ich ein gestörtes Verhältnis zum Essen”

Ist Natascha Kampusch in einer Beziehung?

Bei ihrem Liebesleben oder einem festen Freund gibt sich die Wienerin kryptisch: ‘Sagen wir mal, es ist jetzt nicht so, dass ich in einer unglaublich glücklichen Beziehung bin und 5 Kinder habe.’ Trotzdem ist sie davon überzeugt, trotz ihrer Erlebnisse eine Beziehung führen zu können.

Was geschah mit Wolfgang Priklopil?

Wer war Wolfgang Priklopil?: Natascha Kampusch und der stille Nachbar Über dem Grab in der zweiten Reihe liegt eine Steinplatte. Auf den anderen Gräbern des kleinen Friedhofs im Süden von Wien blühen Blumen und wachsen Sträucher, auf der Platte in der zweiten Reihe steht nicht einmal eine Vase.

Nur zwei Grablichter, Kerzen brennen nicht darin. Und dann ist da ein Stein, auf dem auch ein Name steht, doch der Name ist unerheblich, denn er ist falsch; er gehört nicht dem Menschen, der hier begraben ist. In Wirklichkeit liegt in diesem unauffälligen Grab in der zweiten Reihe der Mann, der vor einem Jahr zum Inbegriff des Bösen wurde: Wolfgang Priklopil.

Am 23. August 2006 um 20 Uhr 59, knapp acht Stunden, nachdem Natascha Kampusch die Flucht gelungen war, warf sich Wolfgang Priklopil zwischen den Stationen Praterstern und Traisenstraße vor einen Zug der Schnellbahnlinie S1. In den Stunden zuvor war er auf der Flucht vor der Polizei gewesen, zunächst fuhr er von seinem Heimatort Strasshof bei Wien aus kreuz und quer durch die nordöstlichen Wiener Stadtteile, dann, als klar war, dass die Polizei auch sein Auto, einen roten BMW 850i, bereits kannte, zu Fuß.

See also:  Blutdruck 80 Zu 50 Was Tun?

Als er keinen Ausweg mehr sah, sprang er. Wolfgang Priklopil, der 1998 die damals zehnjährige Kampusch entführt und dann achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies unter seiner Garage gefangen gehalten hat, war sofort tot. Die Schnellbahn hat ihm den Kopf abgetrennt. Vieles ist seit damals über Priklopil geschrieben worden, je nach Qualitätsgrad des Mediums über die „Bestie von Strasshof”, den „Psychopathen” oder schlicht den „irren Kampusch-Entführer”.

Nachbarn aus der Strasshofer Kleingartensiedlung kamen zu Wort, die Priklopil als „freundlichen, aber zurückhaltenden Einzelgänger” beschrieben, ehemalige Arbeitskollegen, die ihn als „Technikfreak” bezeichneten, Soziologen und Kriminalpsychologen, die über seine Störungen und seinen komplexbeladenen Umgang mit Frauen spekulierten.

Wolfgang Priklopil wurde am 14. Mai 1962 in Wien geboren, in eine, zumindest nach außen hin, intakte Familie. Priklopils Vater war Chefeinkäufer bei einer Getränkefirma, dem Weinbrandproduzenten Scharlachberg, die Mutter kaufmännische Angestellte, als Wolfgang zur Welt kam, gab sie ihren Job auf – eine durchschnittliche Mittelstandsfamilie.

Sie hatten ein Auto, fuhren jedes Jahr im Urlaub an die Adria, wie es in den 60ern und 70ern üblich war, und als die Familie dann ein Grundstück in Strasshof, diesem 7000 Einwohner großen Ort im nördlichen Wiener Speckgürtel erbte, baute sie darauf ein Einfamilienhaus.

  1. Mitte der 70er Jahre zogen sie ein.
  2. In Strasshof erzählen die Menschen heute, dass der junge Priklopil ein Einzelgänger war.
  3. Er spielte weder Fußball noch Tennis, war in keinen Vereinen aktiv und hatte auch zu seinen Klassenkameraden außerhalb des Unterrichts kaum Kontakt.
  4. Stattdessen war er meistens zu Hause, setzte komplizierte Puzzles zusammen, bastelte Modellflugzeuge oder Eisenbahnanlagen.

Zu den Mädchen aus der Nachbarschaft hielt er Distanz, genau wie später zu den Arbeitskolleginnen. Diskos? Waren nichts für ihn, auf Partys ging er nie. In der Schule war Priklopil brav, strebsam und gewissenhaft, einer jener Schüler, die immer alle Hausaufgaben erledigt hatten und gut vorbereitet in den Unterricht kamen.

  • Aber eine Leuchte war er nicht, nach der Grundschule wechselte er nicht aufs Gymnasium.
  • Er wollte Techniker werden, nach der achten Klasse ging er auf eine Höhere Technische Schule.
  • Doch anscheinend war er dort schnell überfordert, nach nur einem Jahr brach er ab und begann eine Lehre als Schaltmechaniker in der Wiener Zweigstelle von Siemens.

Dennoch, so sagen die ehemaligen Kollegen nach seinem Tod, habe er immer den Eindruck vermittelt, als wäre er Ingenieur und hätte die Höhere Technische Schule abgeschlossen. Ein unauffälliger Mensch sei er gewesen, erzählten die Kollegen den österreichischen Zeitungen, „fleißig und gewissenhaft”, „höflich, aber trotzdem ein Typ, mit dem man nicht wirklich warm werden konnte”.

  1. Wolfgang Priklopil war ein Einzelkind, gut behütet von seinen Eltern, vor allem von seiner Mutter.1986, da war Priklopil 24 Jahre alt, starb sein Vater, ganz plötzlich.
  2. Er war mit einem angeblichen Blinddarm-Durchbruch ins Krankenhaus geliefert worden, doch bei der Operation stellte sich heraus, dass er Darmkrebs im Endstadium hatte.

Der Tod des Vaters schweißte Mutter und Sohn noch enger zusammen, und da die Familie finanziell gut abgesichert war, musste Waltraud Priklopil auch danach keinen Job annehmen. „Jetzt sind mein Bub und ich nur noch alleine auf der Welt”, soll sie nach dem Tod ihres Mannes einer Nachbarin gesagt haben.

Die Mutter, die ihren Job für ihren Sohn aufgegeben hatte, kümmerte sich fast rund um die Uhr um ihn. Selbst während seiner Lehrzeit hatte Wolfgang Priklopil noch Jausenbrote dabei, die ihm seine Mutter morgens gestrichen hatte. Und im Vergleich zu vielen anderen Teenagern, die die Jause von zu Hause im Müllcontainer entsorgen, weil ihnen die Fürsorge der Mama vor den Freunden peinlich ist, aß er sie auch.

Mit Anfang 20 zog er aus dem gemeinsamen Haus in Strasshof aus und quartierte sich wenige Kilometer davon entfernt in einer kleinen Wohnung in der Rugierstraße in Wien-Donaustadt ein. Nach wie vor kochte Waltraud Priklopil für ihren Sohn, sie machte ihm die Wäsche und putzte ihm die Wohnung.

  1. Sie verbrachten die meisten Abende miteinander, entweder in Wien oder in Strasshof, an den Wochenenden machten sie mit dem Auto Ausflüge ins Umland.
  2. Ein paar Jahre später zog er wieder in Strasshof ein.
  3. Wieder lebten die beiden für einige Zeit unter einem Dach, dann zog die Mutter aus, ebenfalls in jene kleine Wohnung in der Rugierstraße, die die Familie immer noch besaß.

Waltraud Priklopil fuhr von Wien-Donaustadt nach Strasshof, putzte das Haus, kümmerte sich um den Garten, und bevor sie wieder zurück nach Wien fuhr, kochte sie ihrem Sohn das Essen für die nächsten Tage. Woche für Woche machte sie das, bis zum 23. August 2006.

  1. Da hatte ihr Sohn bereits achteinhalb Jahre lang Natascha Kampusch eingesperrt, unter der Erde, hinter einer schweren Stahltür, die ihren kleinen Raum von der Montagegrube in der Garage trennte.
  2. Die beiden Frauen haben sich nie gesehen, und auch wenn es anfangs für die Ermittler unwahrscheinlich klang, dass Waltraud Priklopil trotz ihres engen Verhältnisses zu ihrem Sohn nichts von dessen Doppelleben mitbekam – mittlerweile sieht das auch die Polizei als erwiesen an.

Natascha Kampusch hat dies in ihren Vernehmungen durch die Polizei bestätigt. Priklopil, der Eigenbrötler und Einzelgänger, war ein Einzeltäter, und er hatte sich über die Jahre Strukturen geschaffen, in denen sein Plan auch organisatorisch funktionieren konnte.

  • Mit Präzision hatte er alles durchdacht.
  • Lebensmittel kaufte er aus Prinzip nur in Supermärkten in Wien, um im Ort kein Gerede zu erzeugen, weil der Single Priklopil ja immer für zwei einkaufte.
  • Den Müll, der klar Natascha Kampusch zugeordnet werden konnte, wurde extra gesammelt und täglich von Priklopil in Großcontainern, aber nicht im Hausmüll entsorgt.

Und um die Anwesenheit Kampuschs auch vor seiner Mutter zu verbergen, hatte er einen zweiten, geheimen Kühlschrank angeschafft, der im Vorraum zu Nataschas Gefängnis stand. Natascha Kampusch hat nach ihrer Flucht ziemlich viel über Wolfgang Priklopil erzählt, und über das Leben, das sie achteinhalb Jahre führen musste.

Dass sie Priklopil in den ersten Jahren gar nicht aus dem Kellerverlies herausließ. Dass er sie einerseits geschlagen habe, andererseits aber auch liebevoll gewesen wäre. Dass sich über die Jahre ein irrationales Bestrafungs- und Belohnungssystem herausbildete, mit dem er sie unter Druck setzte. Dass er im Grunde ein schwacher Mensch gewesen sei und sie das Gefühl hatte, ihn immer besser unter Kontrolle zu bekommen.

Dass sie zwar sein Opfer war, in Wahrheit aber in ihrem Binnenverhältnis die steuernde, kontrollierende Kraft gewesen wäre. Und dass es in ihrem Verhältnis einen privaten Bereich gegeben habe, der nur sie und „den Herrn Priklopil” etwas anginge. Kampusch sagte diesen Satz immer, wenn sich Interviewer an die Frage heranwagten, ob er sie sexuell missbraucht habe.

  • Nachdem Natascha Kampusch im vergangenen Jahr nur wenige Wochen nach ihrer Flucht erstmals im österreichischen Fernsehen ein langes Interview gegeben und darin ausführlich über Priklopil gesprochen hatte, war sich die Öffentlichkeit rasch einig.
  • Ampusch leide unter einer massiven Form des „Stockholm”-Syndroms, wonach Entführungsopfer allmählich beginnen, eine Sympathie für ihre Geiselnehmer aufzubauen.

Gerade im Falle von Kampusch, der Priklopil über Jahre hinweg die Ausweglosigkeit ihrer Situation vorgeführt hat – und die obendrein in den prägendsten Jahren ihrer Entwicklung ausschließlich mit ihrem Entführer Kontakt hatte – ergibt diese These durchaus Sinn.

Und ganz offensichtlich hat Priklopil auch darauf gesetzt. Er habe sich die Frau für sein Leben erschaffen wollen, erklärt der Wiener Kriminalpsychologe Thomas Müller Priklopils Motivation. Die Ermittler der Kriminaldirektion und die Psychologen rund um den Wiener Psychiater Max Friedrich, die Natascha Kampusch seit ihrer Flucht betreuen, stimmen dem zu: Priklopil wollte eine Person, die seinem Ideal entspricht, und die er dazu selbst zu dem gemacht hat.

Darum entführte er eine Zehnjährige, ein Mädchen, dessen Charakter noch formbar ist. Dass es sich dabei um Natascha Kampusch handelte, dürfte Zufall gewesen sein – sämtliche Ermittlungen, die untersuchten, ob es irgendeine Verbindung zwischen Priklopil und der Familie von Natascha Kampusch gegeben hat, gingen ins Leere.Er besorgte für sie die Kleidung, er gab ihr Bücher zu lesen, er wählte aus, welche Sendungen sie im Radio hören durfte und welche Zeitungen sie zu lesen bekam.

  • Nach ihrer Flucht wurde Kampusch oft für ihr Vokabular, ihren für ihr Alter erstaunlichen Wortschatz bestaunt, der definitiv anders war als die Sprache jener Vorstadt-Kinder, mit denen Kampusch bis zu ihrem zehnten Lebensjahr aufgewachsen war.
  • Sie selbst sagte in ihren Interviews, dass sie gar nicht so unglücklich darüber ist, manche Erfahrungen, die Gleichaltrige sonst so machen, überspringen konnte: „Ich habe mir so manches erspart, nicht mit dem Rauchen und Trinken angefangen, nie die falschen Freunde gehabt.” Und darum sind sich die Experten auch sicher, dass der Fall Kampusch, der wohl eher ein Fall Priklopil ist, nicht mit den Missbrauchsfällen in Belgien vergleichbar ist: Wolfgang Priklopil war kein Marc Dutroux, er hatte, zumindest für die ersten Jahre nach der Entführung, keinerlei sexuellen Motive.

Priklopils Mutter Waltraud ist heute 65 Jahre alt. Sie hat sich nie öffentlich geäußert. Sie ist aus ihrer Wohnung in Wien-Donaustadt, von der Journalisten die Adresse haben, ausgezogen und lebt irgendwo in Wien. Das Haus in der Strasshofer Heinestraße, in dem Natascha Kampusch achteinhalb Jahre festgehalten wurde, steht ein Jahr nach ihrer Flucht leer.

  • Die Jalousien sind heruntergelassen, der Garten, den Priklopil und seine Mutter jahrzehntelang pflegten, ist verwildert.
  • Hinter dem Haus, vor der zweiten Garage, steht nach wie vor der rote BMW 850i, mit dem Priklopil am 23.
  • August 2006 geflüchtet war, ein Erbstück seines Vaters.
  • Irgendjemand muss ihn aus Wien hierher überstellt haben.

Das Auto ist von der Versicherung abgemeldet, es trägt keine Kennzeichen mehr. Ein paar Meter weiter steht der weiße Transporter, mit dem Natascha Kampusch 1998 entführt worden war, ebenfalls ohne Kennzeichen. An der Haustür ist das Namensschild abgeschraubt.

  • Anonym soll das Haus sein, wie Priklopils Grab.
  • Als könnte damit der Schrecken ausgelöscht werden.
  • Wie es mit dem Haus weitergeht, ist noch offen.
  • Im Grundbuch ist immer noch Wolfgang Priklopil zu zwei Dritteln als Eigentümer eingetragen, das restliche Drittel gehört seiner Mutter.
  • Das Erbe ist nach wie vor nicht geregelt.

Aus der Anwaltskanzlei von Natascha Kampusch heißt es, dass Gespräche mit Priklopils Mutter laufen – Kampusch möchte nämlich verhindern, dass das Haus an sensationsgeile Nachfolger verkauft wird. Der Keller, in dem sie festgehalten worden war, existiert immer noch, neben der Montagegrube, hinter der schweren Stahltür.

  1. Natascha Kampusch hat lange überlegt, ob sie am Begräbnis von Wolfgang Priklopil teilnehmen soll.
  2. Sie tat es, nach Gesprächen mit ihren Therapeuten, dann doch nicht, stattdessen verabschiedete sie sich von Priklopil in einem sterilen Raum der Wiener Gerichtsmedizin.
  3. Zu Priklopils Begräbnis kamen zwei Personen, die Schwester eines ehemaligen Arbeitskollegen und seine Mutter.

Anwesend waren vier Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens, einen Pfarrer gab es nicht. Den Rosenkranz sprach Waltraud Priklopil selbst. Markus Huber : Wer war Wolfgang Priklopil?: Natascha Kampusch und der stille Nachbar

Was ist mit dem Täter von Natascha Kampusch?

Přiklopils Flucht – Die Polizei erklärte nach Kampuschs Entkommen die gesamte Hauptstadt zum Fahndungsgebiet, doch Přiklopil wurde nicht aufgegriffen. Er bemerkte die Flucht Kampuschs, kurz nachdem er sein rund vier Minuten dauerndes Telefongespräch beendet hatte, und begab sich auf die Suche nach ihr.

  • Sein Fahrzeug entdeckte man bald im Parkhaus des Wiener Donauzentrums, das daraufhin von der Polizei umstellt wurde.
  • Přiklopil hatte einen Bekannten verständigt und gebeten, ihn abzuholen; er sei bei einer Kontrolle alkoholisiert am Steuer erwischt worden und benötige Hilfe.
  • Er versprach dem Bekannten aber, sich der Polizei später zu stellen.

Der Bekannte holte ihn vom Donauzentrum ab und brachte Přiklopil in die Nähe des Praters, Kurz vor 21 Uhr desselben Tages wurde Přiklopil im 2. Wiener Bezirk zwischen den Stationen Wien Nord und Traisengasse von einem Richtung Gänserndorf fahrenden Zug der Wiener S-Bahn überfahren und zog sich tödliche Verletzungen zu.

  • Der österreichische parlamentarische Geheimausschuss von 2012 unter Vorsitz von Werner Amon zweifelte diese Darstellung an, weil die Verletzungen von Přiklopil nicht zum Tod durch Überfahren mit einem Zug passen würden.2013 bestätigte ein Evaluierungsbericht internationaler Experten den Suizid.
  • Im August 2010 wurde der Freund Přiklopils, Ernst Holzapfel, den dieser nach Kampuschs Flucht getroffen hatte, wegen Begünstigung angeklagt.

Er habe Přiklopil absichtlich der Verfolgung zum Teil entzogen. Holzapfel gab, wie sein Verteidiger Manfred Ainedter der Nachrichtenagentur APA bestätigte, bei der polizeilichen Vernehmung im November 2009 an, dass ihm Přiklopil kurz vor dessen angeblichem Suizid die Entführung in einer Art „Lebensbeichte” gestanden habe.

Holzapfel wurde vom Straflandesgericht Wien freigesprochen. Ungeklärt ist eine Geldüberweisung von 500.000 Schilling (rund 36.300 Euro) von Holzapfel an Přiklopil rund um den Zeitpunkt der Entführung. Nachdem die ursprüngliche Erklärung, dass Holzapfel seinem Freund das Geld für ein Auto geliehen habe, nicht schlüssig gewesen war, hat Holzapfel seine Aussage geändert.

Im Jahr 2008 erklärte Kampusch gegenüber den Medien, dass sie in engem Kontakt zu Ernst Holzapfel stehe und dass die beiden mittlerweile ein fast freundschaftliches Verhältnis verbinde.

War es geplant Natascha Kampusch zu entführen?

Nataschas Entführung war penibel geplant Wien (dpa) – Der Entführer der heute 18-jährigen Natascha Kampusch aus Wien hat seine Tat über Monate hinweg penibel vorbereitet. Darauf deuten mehr und mehr Einzelheiten hin, die im Zuge der Ermittlungen ans Licht kommen, berichteten österreichischen Medien am Samstag.

  • Der jungen Frau war am Mittwoch nach acht Jahren Gefangenschaft in einem dunklen Verlies die Flucht gelungen.
  • Den Täter, der 44-jährigen gelernte Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, scheint kaum jemand gekannt zu haben: “Er war eher ein Phantom im Ort”, sagte der Postzusteller von Strasshof den “Salzburger Nachrichten”.

In dem kleinen Ort knapp 20 Kilometer nördlich von Wien hatte kaum jemand Kontakt zu dem Mann, der sich Stunden nach der Flucht seines Opfers das Leben nahm. Der Bürgermeister hat ihm “einmal die Hand gegeben”, schrieben die “Salzburger Nachrichten” weiter.

Auch die Nachbarn seien ihm immer nur flüchtig begegnet. Priklopil stehe nicht im Telefonbuch. Die Festnetzanschlüsse seines Hauses in Strasshof, wo er Natascha acht Jahre lang in einem knapp zwei mal drei Meter großen dunklen Verlies unter der Garage festgehalten hatte, und einer Zweitwohnung in Wien waren auf seine Mutter angemeldet.

Auch einen Lieferwagen und ein sportliches Auto hatte der Mann auf den Namen seiner Mutter zugelassen, hieß es weiter. Nach wie vor halten Spekulationen über einen möglichen Mitwisser oder Komplizen an. Nach Angaben der Nachbarn machte der Täter jedes Jahr ein oder zwei Mal Urlaub und war immer wieder über mehrere Tage abwesend.

Ist Natascha Kampusch frei?

In Österreich ist ein spektakulärer Fall von Kindesentführung aufgeklärt: Acht Jahre nach ihrer Verschleppung konnte sich die 18jährige Natascha Kampusch aus der Gewalt ihres Entführers befreien.

Warum hat Priklopil Natascha entführt?

Natascha Kampusch am 15. Jahrestag ihrer Flucht: “Mir sollte es gehen wie Nazi-Opfern”

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Was Macht Natascha Kampusch Heute Natascha Kampusch wurde als Kind entführt. dbo tmk, picture alliance / dpa, Daniel Bockwoldt 4. August 2021 um 09:46 Uhr Natascha Kampusch sollte nach dem Willen ihres Entführers und Peinigers leiden und aussehen wie viele Opfer der Nazi-Diktatur. “Er hat mir wenig zu essen gegeben, wenig Kleidung, hat mich gedemütigt, schwere Arbeiten verrichten lassen und mir eine Glatze geschoren”, sagte die 33-Jährige laut “heute.at” in einer TV-Sondersendung zum 15. Natascha Kampusch über Anfeindungen 30 weitere Videos Cathy Hummels nach Shitstorm “Werde ihn küssen, bis er es mir verbietet” Punks wollen Lindner-Hochzeit auf Sylt crashen Punks auf Sylt: Wir werden Lindners Hochzeit crashen Hollywood-Star feiert Geburtstag Tom Cruise wird 60! Und bricht mal wieder alle Rekorde Mama Kate ist machtlos Witzige Grimassen-Show! Prinz Louis außer Rand und Band Prozess in London Jury: Boris Becker schuldig! RTL-Reporterin erklärt Details Nach angeblichem Antisemitismus-Eklat Gil Ofarim: Anklage wegen Verleumdung London Queen kommt mit Skandal Prinz Andrew zur Gedenkfeier Spoiler! So ging es nach Dominiks Finale weiter Gibt’s ein neues Bachelor-Paar? Wir verraten es! Höschen & Bustier Yeliz Koc postet heißes Bett-Foto Mega-Summe für OPs Yvonne Bar lässt sich ihren Körper was kosten AWZ-Star wehrt sich gegen Dickpics Alexandra Fonsatti: “Man fühlt sich billig!” Plötzlich erdbeerblond! Kendall Jenner zeigt neuen Look Ex-Bachelor-Kandidatin über Eifersucht & Wut Mimi Gwozdz kann sich gut in Jana-Marias Lage versetzen Jimi Blue & Ex Yeliz Koc Happy End unterm Weihnachtsbaum? Sexy Shooting am Strand Rentner stiehlt Model die Show! Deutscher fand Harrison Fords Kreditkarte “Die Karte lag vor mir am Strand in Sizilien” Photoshop-Fail? Britney Spears: Bei diesen Nackt-Fotos stimmt etwas nicht! Nach Liebes-Geruechten um Chris Broy Jenefer Riili entschuldigt sich Verrückter Tag im Prozess gegen Abou-Chaker-Clan Schwangere Anna-Maria Ferchichi hat Komplikationen Schwangerschafts-Bericht So ging’s Gülcan Kamps in den ersten Monaten Tanja Szewczenko gibt Zwillings-Update So geht es ihr Wochen nach der Geburt Schlafmangel bei Ex-Bachelorette Neu-Mama Jessica Paszka ist fix und fertig Im Bielefelder Nachtclub So lernten sich Suzan und David vor 16 Jahren kennen Kult-Auswanderer gestorben Trauer um Norbert Bebensee Trauer um Jan Hahn Marlene Lufen nimmt Abschied von ihrem langjährigen Freund Jan Hahn Ehe-Aus nach 27 Jahren Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden Er ist der Fitness-Trainer der Promis Erik Jäger kennt sie alle Prozess gegen Prinz Ernst August von Hannover So angeschlagen erschien der Welfenprinz vor Gericht Abschied vom Poptitan DSDS-Hammer: Dieter Bohlen hört auf! Ex-BTN-Star Sandy Fähse ist jetzt bei Krass Schule Auch nach ihrer Selbstbefreiung erlebte Kampusch nicht nur Bewunderung, sondern oft auch unverständliche Ablehnung und offenen Hass.

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2. März 1998: Die zehnjährige Natascha Kampusch verschwindet in der Früh auf dem Weg in die Volksschule in Wien-Floridsdorf. Ihre Eltern alarmieren am Abend die Polizei.3. März 1998: Eine Schülerin erzählt der Polizei, dass sie beobachtet hat, dass Kampusch in einen weißen Bus gezerrt worden ist.6. April 1998: Wolfgang Priklopil wird in Strasshof in Niederösterreich von Ermittlern aufgesucht. Er besitzt einen weißen Lieferwagen.14. April 1998: Ein Hundeführer der Wiener Polizei macht das Sicherheitsbüro erneut auf den Verdächtigen in Strasshof aufmerksam. Dem Hinweis wird nicht nachgegangen.23. August 2006: Natascha Kampusch kann sich selbst aus ihrem Verlies in der Nähe von Wien befreien. Ihr 44 Jahre alter Entführer wirft sich kurz danach vor eine S-Bahn in der Nähe des Wiener Praters und stirbt.

Das erste TV-Interview mit Natascha Kampusch. dpa, A2918 epa apa Roland Schlager

6. September 2006: Kampusch gibt früher als erwartet ihr erstes TV-Interview.Februar 2008: Österreichs Innenminister setzt eine Evaluierungskommission ein, die den Fall untersuchen soll.23. Oktober 2008: Der Fall Kampusch wird neu aufgerollt.8. Januar 2010: Die Akte wird wieder geschlossen: Polizei und Staatsanwaltschaft sind überzeugt, dass Priklopil keine Komplizen oder Mitwisser hatte. Ein Freund des Entführers wird aber wegen Begünstigung angeklagt. Er soll nach Kampuschs Entkommen von der Entführung erfahren und Priklopil bei der Flucht geholfen haben.Juli 2012: Eine neuerliche Evaluierung startet.28. Februar 2013: Die Verfilmung von Kampuschs Schicksals anhand ihrer Biografie namens “3096 Tage” kommt in die deutschen Kinos.April 2013: Das internationale Expertenteam bestätigt, dass Priklopil “mit hoher Wahrscheinlichkeit” keine Mithelfer hatte und Einzeltäter war.Februar 2016: Die Wiener Polizei prüft nach einer Anzeige die Todesumstände des Entführers erneut.März 2016: Es wird bekannt, dass Priklopil sein Opfer während der Gefangenschaft gefilmt hatte. Die Ermittler stufen das mehrstündige Videomaterial als nicht relevant ein.Juni 2016: Kampusch verliert vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen das Buch “Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit”. Die Wienerin betrachtete die Schilderung des Videomaterials von Priklopil als Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.August 2016: Zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht bringt Kampusch ihr zweites Buch “Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit” heraus. (dpa)

© 2023 RTL interactive GmbH : Natascha Kampusch am 15. Jahrestag ihrer Flucht: “Mir sollte es gehen wie Nazi-Opfern”

Was geschah mit Wolfgang Priklopil?

Wer war Wolfgang Priklopil?: Natascha Kampusch und der stille Nachbar Über dem Grab in der zweiten Reihe liegt eine Steinplatte. Auf den anderen Gräbern des kleinen Friedhofs im Süden von Wien blühen Blumen und wachsen Sträucher, auf der Platte in der zweiten Reihe steht nicht einmal eine Vase.

Nur zwei Grablichter, Kerzen brennen nicht darin. Und dann ist da ein Stein, auf dem auch ein Name steht, doch der Name ist unerheblich, denn er ist falsch; er gehört nicht dem Menschen, der hier begraben ist. In Wirklichkeit liegt in diesem unauffälligen Grab in der zweiten Reihe der Mann, der vor einem Jahr zum Inbegriff des Bösen wurde: Wolfgang Priklopil.

Am 23. August 2006 um 20 Uhr 59, knapp acht Stunden, nachdem Natascha Kampusch die Flucht gelungen war, warf sich Wolfgang Priklopil zwischen den Stationen Praterstern und Traisenstraße vor einen Zug der Schnellbahnlinie S1. In den Stunden zuvor war er auf der Flucht vor der Polizei gewesen, zunächst fuhr er von seinem Heimatort Strasshof bei Wien aus kreuz und quer durch die nordöstlichen Wiener Stadtteile, dann, als klar war, dass die Polizei auch sein Auto, einen roten BMW 850i, bereits kannte, zu Fuß.

Als er keinen Ausweg mehr sah, sprang er. Wolfgang Priklopil, der 1998 die damals zehnjährige Kampusch entführt und dann achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies unter seiner Garage gefangen gehalten hat, war sofort tot. Die Schnellbahn hat ihm den Kopf abgetrennt. Vieles ist seit damals über Priklopil geschrieben worden, je nach Qualitätsgrad des Mediums über die „Bestie von Strasshof”, den „Psychopathen” oder schlicht den „irren Kampusch-Entführer”.

Nachbarn aus der Strasshofer Kleingartensiedlung kamen zu Wort, die Priklopil als „freundlichen, aber zurückhaltenden Einzelgänger” beschrieben, ehemalige Arbeitskollegen, die ihn als „Technikfreak” bezeichneten, Soziologen und Kriminalpsychologen, die über seine Störungen und seinen komplexbeladenen Umgang mit Frauen spekulierten.

Wolfgang Priklopil wurde am 14. Mai 1962 in Wien geboren, in eine, zumindest nach außen hin, intakte Familie. Priklopils Vater war Chefeinkäufer bei einer Getränkefirma, dem Weinbrandproduzenten Scharlachberg, die Mutter kaufmännische Angestellte, als Wolfgang zur Welt kam, gab sie ihren Job auf – eine durchschnittliche Mittelstandsfamilie.

Sie hatten ein Auto, fuhren jedes Jahr im Urlaub an die Adria, wie es in den 60ern und 70ern üblich war, und als die Familie dann ein Grundstück in Strasshof, diesem 7000 Einwohner großen Ort im nördlichen Wiener Speckgürtel erbte, baute sie darauf ein Einfamilienhaus.

Mitte der 70er Jahre zogen sie ein. In Strasshof erzählen die Menschen heute, dass der junge Priklopil ein Einzelgänger war. Er spielte weder Fußball noch Tennis, war in keinen Vereinen aktiv und hatte auch zu seinen Klassenkameraden außerhalb des Unterrichts kaum Kontakt. Stattdessen war er meistens zu Hause, setzte komplizierte Puzzles zusammen, bastelte Modellflugzeuge oder Eisenbahnanlagen.

Zu den Mädchen aus der Nachbarschaft hielt er Distanz, genau wie später zu den Arbeitskolleginnen. Diskos? Waren nichts für ihn, auf Partys ging er nie. In der Schule war Priklopil brav, strebsam und gewissenhaft, einer jener Schüler, die immer alle Hausaufgaben erledigt hatten und gut vorbereitet in den Unterricht kamen.

  • Aber eine Leuchte war er nicht, nach der Grundschule wechselte er nicht aufs Gymnasium.
  • Er wollte Techniker werden, nach der achten Klasse ging er auf eine Höhere Technische Schule.
  • Doch anscheinend war er dort schnell überfordert, nach nur einem Jahr brach er ab und begann eine Lehre als Schaltmechaniker in der Wiener Zweigstelle von Siemens.

Dennoch, so sagen die ehemaligen Kollegen nach seinem Tod, habe er immer den Eindruck vermittelt, als wäre er Ingenieur und hätte die Höhere Technische Schule abgeschlossen. Ein unauffälliger Mensch sei er gewesen, erzählten die Kollegen den österreichischen Zeitungen, „fleißig und gewissenhaft”, „höflich, aber trotzdem ein Typ, mit dem man nicht wirklich warm werden konnte”.

  1. Wolfgang Priklopil war ein Einzelkind, gut behütet von seinen Eltern, vor allem von seiner Mutter.1986, da war Priklopil 24 Jahre alt, starb sein Vater, ganz plötzlich.
  2. Er war mit einem angeblichen Blinddarm-Durchbruch ins Krankenhaus geliefert worden, doch bei der Operation stellte sich heraus, dass er Darmkrebs im Endstadium hatte.

Der Tod des Vaters schweißte Mutter und Sohn noch enger zusammen, und da die Familie finanziell gut abgesichert war, musste Waltraud Priklopil auch danach keinen Job annehmen. „Jetzt sind mein Bub und ich nur noch alleine auf der Welt”, soll sie nach dem Tod ihres Mannes einer Nachbarin gesagt haben.

  1. Die Mutter, die ihren Job für ihren Sohn aufgegeben hatte, kümmerte sich fast rund um die Uhr um ihn.
  2. Selbst während seiner Lehrzeit hatte Wolfgang Priklopil noch Jausenbrote dabei, die ihm seine Mutter morgens gestrichen hatte.
  3. Und im Vergleich zu vielen anderen Teenagern, die die Jause von zu Hause im Müllcontainer entsorgen, weil ihnen die Fürsorge der Mama vor den Freunden peinlich ist, aß er sie auch.

Mit Anfang 20 zog er aus dem gemeinsamen Haus in Strasshof aus und quartierte sich wenige Kilometer davon entfernt in einer kleinen Wohnung in der Rugierstraße in Wien-Donaustadt ein. Nach wie vor kochte Waltraud Priklopil für ihren Sohn, sie machte ihm die Wäsche und putzte ihm die Wohnung.

  1. Sie verbrachten die meisten Abende miteinander, entweder in Wien oder in Strasshof, an den Wochenenden machten sie mit dem Auto Ausflüge ins Umland.
  2. Ein paar Jahre später zog er wieder in Strasshof ein.
  3. Wieder lebten die beiden für einige Zeit unter einem Dach, dann zog die Mutter aus, ebenfalls in jene kleine Wohnung in der Rugierstraße, die die Familie immer noch besaß.

Waltraud Priklopil fuhr von Wien-Donaustadt nach Strasshof, putzte das Haus, kümmerte sich um den Garten, und bevor sie wieder zurück nach Wien fuhr, kochte sie ihrem Sohn das Essen für die nächsten Tage. Woche für Woche machte sie das, bis zum 23. August 2006.

Da hatte ihr Sohn bereits achteinhalb Jahre lang Natascha Kampusch eingesperrt, unter der Erde, hinter einer schweren Stahltür, die ihren kleinen Raum von der Montagegrube in der Garage trennte. Die beiden Frauen haben sich nie gesehen, und auch wenn es anfangs für die Ermittler unwahrscheinlich klang, dass Waltraud Priklopil trotz ihres engen Verhältnisses zu ihrem Sohn nichts von dessen Doppelleben mitbekam – mittlerweile sieht das auch die Polizei als erwiesen an.

Natascha Kampusch hat dies in ihren Vernehmungen durch die Polizei bestätigt. Priklopil, der Eigenbrötler und Einzelgänger, war ein Einzeltäter, und er hatte sich über die Jahre Strukturen geschaffen, in denen sein Plan auch organisatorisch funktionieren konnte.

  1. Mit Präzision hatte er alles durchdacht.
  2. Lebensmittel kaufte er aus Prinzip nur in Supermärkten in Wien, um im Ort kein Gerede zu erzeugen, weil der Single Priklopil ja immer für zwei einkaufte.
  3. Den Müll, der klar Natascha Kampusch zugeordnet werden konnte, wurde extra gesammelt und täglich von Priklopil in Großcontainern, aber nicht im Hausmüll entsorgt.

Und um die Anwesenheit Kampuschs auch vor seiner Mutter zu verbergen, hatte er einen zweiten, geheimen Kühlschrank angeschafft, der im Vorraum zu Nataschas Gefängnis stand. Natascha Kampusch hat nach ihrer Flucht ziemlich viel über Wolfgang Priklopil erzählt, und über das Leben, das sie achteinhalb Jahre führen musste.

Dass sie Priklopil in den ersten Jahren gar nicht aus dem Kellerverlies herausließ. Dass er sie einerseits geschlagen habe, andererseits aber auch liebevoll gewesen wäre. Dass sich über die Jahre ein irrationales Bestrafungs- und Belohnungssystem herausbildete, mit dem er sie unter Druck setzte. Dass er im Grunde ein schwacher Mensch gewesen sei und sie das Gefühl hatte, ihn immer besser unter Kontrolle zu bekommen.

Dass sie zwar sein Opfer war, in Wahrheit aber in ihrem Binnenverhältnis die steuernde, kontrollierende Kraft gewesen wäre. Und dass es in ihrem Verhältnis einen privaten Bereich gegeben habe, der nur sie und „den Herrn Priklopil” etwas anginge. Kampusch sagte diesen Satz immer, wenn sich Interviewer an die Frage heranwagten, ob er sie sexuell missbraucht habe.

Nachdem Natascha Kampusch im vergangenen Jahr nur wenige Wochen nach ihrer Flucht erstmals im österreichischen Fernsehen ein langes Interview gegeben und darin ausführlich über Priklopil gesprochen hatte, war sich die Öffentlichkeit rasch einig. Kampusch leide unter einer massiven Form des „Stockholm”-Syndroms, wonach Entführungsopfer allmählich beginnen, eine Sympathie für ihre Geiselnehmer aufzubauen.

Gerade im Falle von Kampusch, der Priklopil über Jahre hinweg die Ausweglosigkeit ihrer Situation vorgeführt hat – und die obendrein in den prägendsten Jahren ihrer Entwicklung ausschließlich mit ihrem Entführer Kontakt hatte – ergibt diese These durchaus Sinn.

Und ganz offensichtlich hat Priklopil auch darauf gesetzt. Er habe sich die Frau für sein Leben erschaffen wollen, erklärt der Wiener Kriminalpsychologe Thomas Müller Priklopils Motivation. Die Ermittler der Kriminaldirektion und die Psychologen rund um den Wiener Psychiater Max Friedrich, die Natascha Kampusch seit ihrer Flucht betreuen, stimmen dem zu: Priklopil wollte eine Person, die seinem Ideal entspricht, und die er dazu selbst zu dem gemacht hat.

Darum entführte er eine Zehnjährige, ein Mädchen, dessen Charakter noch formbar ist. Dass es sich dabei um Natascha Kampusch handelte, dürfte Zufall gewesen sein – sämtliche Ermittlungen, die untersuchten, ob es irgendeine Verbindung zwischen Priklopil und der Familie von Natascha Kampusch gegeben hat, gingen ins Leere.Er besorgte für sie die Kleidung, er gab ihr Bücher zu lesen, er wählte aus, welche Sendungen sie im Radio hören durfte und welche Zeitungen sie zu lesen bekam.

  1. Nach ihrer Flucht wurde Kampusch oft für ihr Vokabular, ihren für ihr Alter erstaunlichen Wortschatz bestaunt, der definitiv anders war als die Sprache jener Vorstadt-Kinder, mit denen Kampusch bis zu ihrem zehnten Lebensjahr aufgewachsen war.
  2. Sie selbst sagte in ihren Interviews, dass sie gar nicht so unglücklich darüber ist, manche Erfahrungen, die Gleichaltrige sonst so machen, überspringen konnte: „Ich habe mir so manches erspart, nicht mit dem Rauchen und Trinken angefangen, nie die falschen Freunde gehabt.” Und darum sind sich die Experten auch sicher, dass der Fall Kampusch, der wohl eher ein Fall Priklopil ist, nicht mit den Missbrauchsfällen in Belgien vergleichbar ist: Wolfgang Priklopil war kein Marc Dutroux, er hatte, zumindest für die ersten Jahre nach der Entführung, keinerlei sexuellen Motive.

Priklopils Mutter Waltraud ist heute 65 Jahre alt. Sie hat sich nie öffentlich geäußert. Sie ist aus ihrer Wohnung in Wien-Donaustadt, von der Journalisten die Adresse haben, ausgezogen und lebt irgendwo in Wien. Das Haus in der Strasshofer Heinestraße, in dem Natascha Kampusch achteinhalb Jahre festgehalten wurde, steht ein Jahr nach ihrer Flucht leer.

Die Jalousien sind heruntergelassen, der Garten, den Priklopil und seine Mutter jahrzehntelang pflegten, ist verwildert. Hinter dem Haus, vor der zweiten Garage, steht nach wie vor der rote BMW 850i, mit dem Priklopil am 23. August 2006 geflüchtet war, ein Erbstück seines Vaters. Irgendjemand muss ihn aus Wien hierher überstellt haben.

Das Auto ist von der Versicherung abgemeldet, es trägt keine Kennzeichen mehr. Ein paar Meter weiter steht der weiße Transporter, mit dem Natascha Kampusch 1998 entführt worden war, ebenfalls ohne Kennzeichen. An der Haustür ist das Namensschild abgeschraubt.

Anonym soll das Haus sein, wie Priklopils Grab. Als könnte damit der Schrecken ausgelöscht werden. Wie es mit dem Haus weitergeht, ist noch offen. Im Grundbuch ist immer noch Wolfgang Priklopil zu zwei Dritteln als Eigentümer eingetragen, das restliche Drittel gehört seiner Mutter. Das Erbe ist nach wie vor nicht geregelt.

Aus der Anwaltskanzlei von Natascha Kampusch heißt es, dass Gespräche mit Priklopils Mutter laufen – Kampusch möchte nämlich verhindern, dass das Haus an sensationsgeile Nachfolger verkauft wird. Der Keller, in dem sie festgehalten worden war, existiert immer noch, neben der Montagegrube, hinter der schweren Stahltür.

Natascha Kampusch hat lange überlegt, ob sie am Begräbnis von Wolfgang Priklopil teilnehmen soll. Sie tat es, nach Gesprächen mit ihren Therapeuten, dann doch nicht, stattdessen verabschiedete sie sich von Priklopil in einem sterilen Raum der Wiener Gerichtsmedizin. Zu Priklopils Begräbnis kamen zwei Personen, die Schwester eines ehemaligen Arbeitskollegen und seine Mutter.

Anwesend waren vier Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens, einen Pfarrer gab es nicht. Den Rosenkranz sprach Waltraud Priklopil selbst. Markus Huber : Wer war Wolfgang Priklopil?: Natascha Kampusch und der stille Nachbar