Was Macht Der Medizinische Dienst?

Was Macht Der Medizinische Dienst
Der Medizinische Dienst ( MD ) ist der sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst des Systems der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Der MD übernimmt wichtige Aufgaben bei der Begutachtung zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit und in der Qualitätssicherung.

Was muss ich der Krankenkasse über meine Krankheit erzählen?

Keine Pflicht für Erreichbarkeit per Telefon – Grundsätzlich müssen Krankgeschriebene ihrer gesetzlichen Krankenkasse keine Auskunft am Telefon geben und auch nicht ständig erreichbar sein. „Die Krankenkasse darf anrufen, weil die Versicherten eine Pflicht zur Mitwirkung bei der Aufklärung eines Sachverhalts haben”, erläutert Kerstin Heidt, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Diese Mitwirkungspflicht darf aber nicht für ständige Anrufe missbraucht werden. Es reicht aus, wenn Betroffene ihrer Krankenkasse schriftlich Auskunft geben.” Eine Auskunft über den genauen Behandlungsverlauf und geplante Reha-Maßnahmen muss man lediglich dem medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mitteilen.

Dieser beurteilt die Maßnahmen. Die Krankenkasse erfährt nur das Ergebnis der MDK-Untersuchung.

Was muss ich machen um beim MDK zu arbeiten?

Formale Voraussetzungen – Um an einer Weiterbildung zum unabhängigen Pflegesachverständigen teilzunehmen, müssen im Vorfeld eine Reihe von formalen Voraussetzungen erfüllt werden. Welche das konkret sind, kann allerdings je nach Anbieter variieren. Zu den Mindestanforderungen zählen auf jeden Fall immer eine abgeschlossene Berufsausbildung aus dem Pflegebereich sowie ein gewisses Maß an Berufserfahrung.

  1. Je nach Institut werden hier zwei bis fünf Jahre in einer Festanstellung oder drei Jahre in einer freiberuflichen Tätigkeit verlangt.
  2. Zusätzlich können weitere Anforderungen wie zum Beispiel ein Mindestalter von 25 Jahren oder die regelmäßige Teilnahmen an fachlich relevanten Weiterbildungen nachgefragt werden.

Manche Anbieter, wie zum Beispiel der TÜV, haben außerdem ein System von aufeinander aufbauenden Aus- und Weiterbildungen. Wer sich hier zum Pflegesachverständigen ausbilden lassen möchte, muss zuerst einmal eine Weiterbildung zur Fachkraft für Pflegebedürftigkeit absolvieren.

Hat die Krankenkasse alle Diagnosen?

Januar 2021 können alle gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte ( ePA ) ihrer Krankenkassen erhalten, in der medizinische Befunde und Informationen aus vorhergehenden Untersuchungen und Behandlungen über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg umfassend gespeichert werden können.

Was darf die Krankenkasse nicht?

Das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung’ verbietet Ihrer Krankenkasse jegliche weitere Datenerhebung oder Informationsbeschaffung, die über das oben beschriebene Maß hinausgeht: Sie sind also zu keiner Angabe von Informationen verpflichtet, die nicht unter die beschriebenen Ausnahmen fallen.

Wer bezahlt pflegeberater?

Pflegeberatung: Kosten – Die Kosten für eine Pflegeberatung nach Paragraf 7a SGB XI übernehmen die Pflegekassen. Die versicherte Person muss dafür nicht in Vorkasse treten, da die Berater in der Regel selbst mit der Pflegekasse abrechnen. Dafür muss die beratende Stelle aber einen Vertrag mit der Krankenkasse beziehungsweise Krankenkasse haben.

Was verdient man beim MDK NRW?

Basierend auf 39 Gehaltsangaben beträgt das durchschnittliche Gehalt bei Medizinischer Dienst Nordrhein zwischen 37.800 € für die Position „Kaufmännische:r Angestellte:r’ und 96.400 € für die Position „Ärztin / Arzt’.

Kann jeder Arzt meine Krankenakte sehen?

Dürfen Dritte meine Patientenakte einsehen? – Egal, ob Ehepartner, Mutter, Sohn, Schwester, Freund oder gar Rechtsanwalt: Andere Personen haben kein Recht, Ihre Patientenakte einzusehen. Der Arzt darf ihnen den Einblick in die Akte nur gewähren, wenn Sie als Patient Ihre Einwilligung dazu geben.

  • Die Schweigepflicht des Arztes gilt auch über den Tod seiner Patienten hinaus, so dass die Akte auch verstorbener Patienten nicht frei zugänglich ist.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Patientenakte aber einem Rechtsanwalt zugänglich gemacht werden.
  • Selbst andere Ärzte dürfen ohne Ihre Einwilligung Ihre Patientenakte nicht lesen.

Allerdings ist ein Informationsaustausch unter behandelnden Ärzten auch möglich, wenn Ihr Einverständnis anzunehmen ist. Sie müssen also nicht immer explizit zustimmen. Hier finden Sie weitere Informationen zu Ihren, : Wer darf meine Patientenakte einsehen?

Welche Krankenkasse ist die beste für chronisch Kranke?

Die besten Krankenkassen im Test: Welcher Anbieter passt zu mir? Vor vier Jahren gab es eine Umfrage unter gesetzlich Krankenversicherten. Ihr Ergebnis: Versicherte wechseln vor allem dann ihre Krankenkasse, wenn sie von Freunden und Verwandten erfahren, dass eine Kasse gut ist.

Der Preis spiele eine untergeordnete Rolle. Was die Studie nicht verriet: Die wenigsten der über 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten wechseln überhaupt. Nach verschiedenen Schätzungen suchen sich pro Jahr nicht einmal eine Million Menschen eine neue Krankenkasse. Dabei kann es sich lohnen, seine Kasse und ihre Leistungen öfter einmal infrage zu stellen.

Denn es existieren zum Teil eklatante Unterschiede zwischen den Anbietern, und das nicht nur beim Beitrag. So gibt es über zehn Krankenkassen, bei denen Menschen, die kaum zum Arzt gehen, im Jahr bis zu 600 Euro sparen können. Doch es lohnt sich nicht nur für Sparfüchse, sich das Angebot ihrer aktuellen Krankenkasse anzuschauen und gegebenenfalls zu wechseln.

  • Denn anders als etwa bei der privaten Krankenversicherung, deren Versicherte den Umfang der Leistungen mit dem Versicherer per Vertrag festhalten, können Krankenkassen die Leistungen, die sie freiwillig anbieten, jederzeit kürzen.
  • Nicht zuletzt deshalb sollten gesetzlich Versicherte, die mehr als nur die Leistungen wollen, die Krankenkassen laut Gesetz anbieten müssen, von Zeit zu Zeit vergleichen und wechseln.

Denn während für Privatpatienten der Wechsel der Versicherung ein finanzielles Fiasko werden kann und mit teilweise unangenehmen Gesundheitsfragen verbunden ist, können Kassenversicherte fast ständig einen neuen Anbieter ausprobieren. Da nicht jeder Versicherte die gleichen Leistungen abfragt, hat €uro fünf Kundengruppen kreiert, die jede für sich einen oder mehrere spezielle Schwerpunkte hat: Familien setzen beispielsweise auf besondere Untersuchungen für Mütter und Kinder, Sparer wollen vor allem einen niedrigen Beitrag, aber auch möglichst viel Geld erstattet bekommen, Freunde alternativer Heilmethoden suchen Kassen, die zum Beispiel Homöopathie bezahlen, chronisch Kranke sind dort am besten aufgehoben, wo die Krankenkasse besondere Behandlungsprogramme bietet, und junge Menschen wollen einerseits sparen, aber etwa auch möglichst viele Impfungen bezahlt bekommen.

  • Die Ergebnisse im Einzelnen.
  • Insgesamt zeigt sich, dass Krankenkassen, die bundesweit geöffnet sind, in der Spitze meist deutlich besser abschneiden als regionale Kassen.
  • Das mag teilweise an der Größe der Kassen liegen, die mit ihrer “Marktmacht” für ihre Patienten günstigere oder umfangreichere Behandlungen durchsetzen können.

Sogar beim Kundentyp, bei dem Sparen im Vordergrund steht, konnte sich mit der Techniker Krankenkasse (TK) eine bundesweit geöffnete Kasse durchsetzen. Sie erreichte die volle Punktzahl, ein Spitzenwert über alle Sparten hinweg. Aber der Reihe nach: Familien sind am besten bei der Hanseatischen Krankenkasse (HEK), der Techniker Krankenkasse oder der DAK-Gesundheit aufgehoben.

Diese drei überregional aufgestellten Kassen bieten ein umfangreiches Angebot für Eltern und Kinder. Sparer, die nicht zur Techniker wollen, sind auch bei der Salus BKK gut aufgehoben, Versicherte aus Baden-Württemberg sparen bei der BKK Scheufelen, und wer nicht gerade in Brandenburg, Bremen oder im Saarland wohnt, versichert sich günstig bei der Securvita.

Die günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse, die hkk, liegt im Vergleich nur auf dem sechsten Rang, die AOK Sachsen-Anhalt, die mit 14,9 Prozent Beitrag günstigste Kasse überhaupt, kommt unter den regionalen Anbietern nur auf Platz 8. Das zeigt eindrucksvoll, dass es unter Umständen günstiger sein kann, einen etwas höheren Beitrag zu zahlen, wenn man über Erstattungsprogramme die Chance hat, deutlich mehr Geld zurückzubekommen.

  • Bei alternativer Medizin schaffte es wieder die HEK nach ganz vorn.
  • Auf dem zweiten Rang landet nach Punkten die Securvita, eine Krankenkasse, die traditionell stark in diesem Bereich ist.
  • Das beste Angebot für chronisch Kranke bietet die Techniker Krankenkasse.
  • Deutschlands größte Krankenkasse bietet die meisten Programme zur sogenannten Integrierten Versorgung.

Dabei schließen Krankenkassen mit Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen spezielle Verträge zur Behandlung einzelner Krankheiten ab. Die betroffenen Patienten bekommen damit stets Zugang zu Spezialisten auf dem jeweiligen Fachgebiet. Mit etwas Abstand folgen in dieser Kategorie die DAK und die HEK sowie bei den Regiokassen die AOK Baden-Württemberg.

  • Für Berufseinsteiger ist nach den Kriterien dieses Tests ebenfalls die TK die erste Wahl, sie hat die im Vorjahr noch führende HEK auf den zweiten Platz verdrängt.
  • Die TK bietet fast sämtliche möglichen Vorsorgeuntersuchungen für junge Leute und viele Impfungen.
  • Die HEK ist nur unwesentlich schwächer aufgestellt.

Unter den Regionalkassen bietet die IKK Südwest die besten Leistungen für Berufseinsteiger. Ihr folgt mit etwas Abstand die Securvita. Stellt sich die Frage der besten Kasse, die für alle am meisten bietet. Diesen Test führt €uro jedes Jahr in der April-Ausgabe durch.

Kann die Krankenkasse Mein Konto einsehen?

Krankenkasse – Offenlegungspflicht Ich habe folgendes Problem: Ich bin freiwillig bei der AOK versichert. Demnächst werde ich wohl den Leistungsanspruch aus meiner Krankenversicherung verlieren, da ich die geforderten Beiträge nicht zahlen kann. Die Beiträge kann ich deshalb nicht zahlen, da mein Einkommen zu Beginn des Jahres von meiner Krankenversicherung geschätzt wurde und ich somit seit Anfang des Jahres den Höchstsatz zu zahlen habe.

  • Zu der Schätzung meines Einkommens kam es, da ich keine Einkünfte habe und ich somit auch keine Steuererklärung, die als Grundlage zur Bemessung dient, abgeben konnte.
  • Ich habe deshalb keine Einkünfte, da ich im Oktober 2014 ein Studium (bin allerdings über der Altersgrenze von 30 Jahren) begonnen habe, das für mich absolute Priorität hat.

Finanziell werde ich mit ca.1.500 Euro / Monat von meiner Mutter unterstützt. Die Krankenkasse hat mich aufgefordert, meine Kontoauszüge offen zu legen, um die Höhe meines Einkommens nachvollziehen zu können. Ist dies die einzige Möglichkeit nachzuweisen, dass ich -bis auf die Unterstützung meiner Mutter- keine weiteren Einkünfte habe? Kann ich die Ausgaben in den Kontoauszügen schwärzen bzw.

nur den Abschnitt mit der Summe der Zahlungsauseingänge offenlegen? Kann ich (und / oder meine Mutter) alternativ eine Erklärung: „Keine weiteren Einkünfte” abgeben, die die Krankenkasse anerkennen muss? Besten Dank für Ihre Hilfe! Sehr geehrter Fragesteller, Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten: 1.

Ist dies die einzige Möglichkeit nachzuweisen, dass ich -bis auf die Unterstützung meiner Mutter- keine weiteren Einkünfte habe? Wenn sie keine anderen Unterlagen haben, kann die KK nach in Verbindung mit den Beitragsverfahrensgrundsätzen für Selbstzahler des GKV-Spitzenverbandes auch Kontoauszüge anfordern.

Geregelt ist das in § 6 dieser Verfahrensgrundsätze.2. Kann ich die Ausgaben in den Kontoauszügen schwärzen bzw. nur den Abschnitt mit der Summe der Zahlungsauseingänge offenlegen? Ja, das können Sie, denn Sie müssen nur das offenbaren, was verfahrensrelevant ist.3. Kann ich (und / oder meine Mutter) alternativ eine Erklärung: „Keine weiteren Einkünfte” abgeben, die die Krankenkasse anerkennen muss? Das können Sie aber die KK muss das nicht akzeptieren und kann andere Beweismittel anfordern.4.

Beitrag Solange das Einkommen nicht nachgewiesen wurde, kann die KK den Höchstsatz verlangen. Es liegt daher in Ihrem eigenen Interessen, hier für Aufklärung zu sorgen, nämlich für die Zukunft einerseits und für die Vergangenheit andererseits, denn Sie können zu viel gezahlte Beiträge zurückfordern.

  • Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.
  • Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
  • Mit freundlichen Grüßen Rückfrage vom Fragesteller 4.
  • Juni 2017 | 21:44 Können Sie mir bitte noch erklären, wie Einkommen definiert ist? Meine Mutter überweist mir bei Bedarf mehr Geld, da von meinem Konto auch Zahlungen erfolgen, die unmittelbar (es war einst ein Gemeinschaftskonto) mit der Person meiner Mutter verknüpft sind; hierzu zählen beispielsweise auch die Unfall- und Autoversicherung meiner Mutter.

Werden mir diese Beträge ebenfalls als Einkommen angerechnet?

  • Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 4. Juni 2017 | 21:53
  • Sehr geehrter Ratsuchender, Ihre Nachfrage geht über die Ursprungsfrage hinaus und ist nach den Regeln des Plattformbetreibers nicht mehr als Verständnisnachfrage zu werten.
  • Dennoch weise ich Sie gerne auf die und hin.
  • Rechtsanwalt
See also:  Was Macht Ein Router?

Allerdings ist Einkommen nicht mit Einkünften gleich zu setzen. Bei der Krankenversicherung und der Verbeitragung geht es um die Einkünfte, die auch das Einkommen umfasst. Die Überweisungen Ihrer Mutter sind als Einkünfte zu werten und würden damit auch der Verbeitragung unterliegen.

  1. Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?
  2. Wie verständlich war der Anwalt?
  3. Wie ausführlich war die Arbeit?
  4. Wie freundlich war der Anwalt?
  5. Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?
  6. Vielen Dank für Ihre raschen Antworten!

” ” : Krankenkasse – Offenlegungspflicht

Kann mir die Krankenkasse das Krankengeld streichen?

Fall 3: Einstweilige Anordnung des SG Hannover – Beschluss vom 19.04.2017 – S 50 KR 216/17 ER – Eine Krankenkasse darf die vom Arzt attestierte Arbeitsunfähigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) überprüfen lassen. Wenn der MDK feststellt, dass der Versicherte wieder arbeitsfähig ist, kann die Krankengeldzahlung eingestellt werden.

Die Gutachten des MDK müssen aber nachvollziehbar sein. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann die Krankenkasse im Einzelfall durch einstweilige Verfügung verpflichtet werden, die Zahlung des Krankengeldes vorläufig wieder aufzunehmen. Das Sozialgericht Hannover hat in einem Beschluss vom 19.04.2017 entschieden, dass ein MDK-Gutachten, welches keine aktuellen Befunde und Diagnosen angibt, sondern auf frühere Erkrankungen abstellt, die nach Auswertung der Befundberichte der behandelnden Ärzte derzeit gar nicht mehr vorliegen, keine Entscheidungsgrundlage darstellt.

Die Krankenkasse wurde daher verpflichtet, das Krankengeld vorläufig weiter zu zahlen. Das Sozialgericht entschied zudem, dass ein Krankengeldbbezieher sich nicht auf Hartz-IV-Leistungen oder Sozialhilfe verweisen lassen muss. Denn das Krankengeld ist regelmäßig höher bemessen, als die Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII.

Wie reagieren wenn Krankenkasse anruft?

Richtig reagieren, wenn die Krankenkasse anruft Wer krankgeschrieben zu Hause ist und einen Anruf von der Krankenkasse erhält, fragt sich: Darf die Kasse mich überhaupt anrufen und nach meinem Gesundheitszustand fragen? Muss ich am Telefon antworten? Und wie sollte man richtig reagieren, damit es keine ungewollten Konsequenzen gibt, etwa beim Krankengeld oder beim Thema Reha? Antworten darauf gibt dieser Beitrag.

© AOK-Mediendienst Darf ich von der Krankenkasse telefonisch nach meiner Gesundheit befragt werden? Hier muss man unterscheiden zwischen dem, was die Krankenkasse darf und wozu ich verpflichtet bin als kranker Versicherter. Die Krankenkasse hat selbstverständlich das Recht, den Betroffenen anzurufen und zu fragen, wie es ihm geht.

Ob diese Frage telefonisch beantwortet wird, steht auf einem anderen Blatt. Wie sollte ich bei einem solchen Anruf reagieren? Bei mündlichen Auskünften ist Vorsicht geboten. Am besten die Krankenkasse bitten, eine schriftliche Aufforderung oder einen Fragebogen zu schicken.

  1. Dann kann man die Fragen schriftlich beantworten.
  2. Denn bei telefonischen Auskünften ist es häufig so, dass etwas anderes gesagt wird, als eigentlich gemeint ist.
  3. Muss ich eine schriftliche Anfrage beantworten? Ja, denn es ist Teil der Mitteilungspflicht.
  4. Das ist keine eigentliche Pflicht im Rechtssinn, sondern eine Obliegenheit.

Und wer diese Obliegenheit schuldhaft verletzt, muss mit einer Sperrzeit im Krankengeld rechnen. Wichtig ist daher, der Krankenkasse zunächst einmal Auskünfte darüber zu geben, wie es mir geht. Und ich muss als kranker Versicherter alles unternehmen, wieder zu gesunden und alles zu unterlassen, was sozusagen diese Gesundung verhindert.

  • Darf mich die Krankenkasse zur Reha zwingen? Wenn die Krankenkasse zu dem Schluss kommt, dass aufgrund der langen Erkrankung möglicherweise eine dauerhafte Leistungsminderung zugrunde liegt, kann sie den Betroffenen auffordern, einen Reha- oder Rentenantrag zu stellen.
  • Diesen muss ich auch stellen, ansonsten ist es wiederum eine Obliegenheitsverletzung, die in der Regel zu einer Sperrzeit führt.

Dabei kommt es aber nicht darauf an, was der behandelnde Facharzt über eine Reha denkt. Dieses Recht der Prüfung, ob eine Reha genehmigt wird oder nicht, obliegt der Rentenversicherung. Warum sollte ich überhaupt eine Reha ablehnen? Entweder aus medizinischen Gründen: Man geht selbst davon aus, dass man überhaupt nicht Reha-fähig ist.

Oder aber man sieht, dass die Krankenkasse versucht, mit diesen Aufforderungen zur Reha einen aus der Krankenversicherung herauszudrücken. Denn in der Regel ist es so, dass das Krankengeld höher ist als die Erwerbsminderungsrente. Es könnte also auch Sinn machen, zu versuchen, möglichst lange in der Krankenversicherung zu bleiben.

Was muss ich bei so einer Aufforderung unternehmen? Wenn diese Aufforderung ins Haus kommt, dann ist in der Regel eine Frist gesetzt, bis wann der Reha-Antrag gestellt werden muss. Diese Frist kann man ausnutzen, aber kurz vor dem Ablauf sollte dieser Reha-Antrag gestellt werden.

Was passiert bei Ablehnung des Reha-Antrags? In diesem Fall habe ich als Betroffener die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen, wenn ich der Meinung bin, ich möchte gern eine Reha haben. Teile ich aber mit, mit der Entscheidung zufrieden zu sein und gar keine Rehabilitation antreten zu wollen, dann kann ich es auch einfach stehen lassen.

Was geschieht bei einer Reha-Bewilligung? Wenn die Reha bewilligt wurde, bekommt man von der Rentenversicherung einen Bescheid, in dem dann ausgeführt wird, zu welcher Rehaklinik es gehen soll und in welchem Zeitraum. In diesem Fall tritt man dann die mehrwöchige stationäre Behandlung an, in der geschaut wird, inwieweit eine Leistungsminderung da ist.

Also ob sie von Dauer oder absehbar aufgehoben ist. Was geschieht, wenn die Reha eine Erwerbsminderung feststellt? Dann ist zunächst ein formeller Rentenantrag zu stellen. Denn liegt eine dauerhafte Leistungsminderung vor, ist nicht mehr die Krankenkasse zuständig, sondern die Rentenversicherung. Und die prüft, ob tatsächlich eine dauerhafte Erwerbsminderungsrente gewährt werden kann.

Sollte das nicht der Fall sein, läuft das Krankengeld ganz normal weiter. Wichtig ist aber hierbei noch zu wissen, dass in diesem Fall das Recht, ob ich einen Rentenantrag stelle, auf die Krankenkasse übergeht. Das heißt, die Krankenkasse entscheidet, ob ich einen Rentenantrag stellen muss oder nicht.

  1. Sollte ich diesen Rentenantrag nicht stellen, hätte das zur Folge, dass das Krankengeld ausläuft.
  2. Denn die Rehabilitation hat festgestellt, dass ich leistungsgemindert bin.
  3. Aber ich bekomme auch keine Erwerbsminderungsrente, weil der formelle Rentenantrag fehlt.
  4. Darf mich die Krankenkasse in die Reha drängen? Der kranke Arbeitnehmer hat ein Anrecht auf 78 Wochen Krankengeld.

Eigentlich 72 Wochen, denn sechs Wochen Entgeltfortzahlung werden angerechnet. Aber: 78 Wochen sind der Maximalanspruch. Also wenn die Krankenkasse feststellt, es liegt eine so schwerwiegende Erkrankung vor, dass eine Rückkehr ins Erwerbsleben nahezu ausgeschlossen ist, dann kann die Kasse auch schon deutlich früher einen entsprechenden Antrag oder eine Aufforderung zur Antragstellung stellen.

  • Und dann hat man unter Umständen deutlich weniger Krankengeldbezug, als man gesetzlich maximal haben könnte.
  • Ann ich diese Rente noch abwenden? Schwierig, denn die Rehaklinik ist zu dem Schluss gekommen, dass ich erwerbsgemindert bin.
  • Die Rentenversicherung hat in einem eigenen medizinischen Prüfungsverfahren dieses Ergebnis bestätigt.

In der Regel gibt es daher keine Möglichkeit mehr, eine Erwerbsminderungsrente abzuwenden. Was soll ich nun tun? Wenn das Ziel im Endeffekt die Erwerbsminderungsrente ist, sollte man den Erwerbsminderungs-Rentenantrag früher stellen. Bin ich aber der Meinung, ich muss möglichst lang das Krankengeld beziehen, um mir die Chance zu erhalten, wieder ins Erwerbsleben zurückzukommen, dann sollte man versuchen, möglichst lange das Krankengeld zu beziehen und entsprechende Behandlungen auch möglichst lang durchzuführen.

Wie weit darf man wegfahren wenn man krankgeschrieben ist?

Wegfahren trotz Krankschreibung: Ist das erlaubt? Sie haben sich mit einer Frage aus dem Arbeitsrecht an mich gewandt. Es geht darum, ob Sie trotz Krankschreibung zu Ihrer Tochter, die 800 km entfernt lebt, reisen dürfen. Dabei gibt es eine einfache Regel, die im Einzelfall auch die richtige Richtung vorgibt: Ein erkrankter Arbeitnehmer muss sich so verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird.

  1. Grundsätzlich ist deshalb alles erlaubt, was die Genesung nicht verzögert oder gefährdet.
  2. Wer jedoch gegen den Rat des Arztes handelt, riskiert eine Abmahnung oder – im schlimmsten Fall – sogar die fristlose Kündigung.
  3. Diese Gefahr könnte bestehen, wenn Sie bettlägrig krankgeschrieben sein sollten und dann verreisen.

Was ein Patient tun darf und was nicht, hängt deshalb von der Krankheit und der individuellen Situation ab. Denn nicht jede Krankheit fesselt den Patienten ständig ans Bett. Vor allem gegen Aktivitäten, die die Heilung fördern, können Arbeitgeber und Krankenkasse keine Einwände haben.

Eine Heilung einer Hand-OP dürfte im ersten Moment durch die Reise nicht beeiträchtigt werden, dass Sie aber mit nur einer Hand nicht arbeiten können ist offensichtlich. Etwas anderes könnte nur gelten, wenn Sie sich selbst ans Steuer eines Autos setzen würden und damit die Hand über die Maßen belasten.

Im Zweifelsfall ist daher dazu zu raten, geplante Unternehmungen mit einem Arzt zu besprechen und sich diese schriftlich genehmigen zu lassen. Das sollten Sie auch in Ihrem Falle unbedingt tun. Dieser Einschätzung liegen folgende Überlegungen zugrunde: Der gesetzlich nicht definierte, sondern als gegeben und bekannt vorausgesetzte arbeitsrechtliche Krankheitsbegriff deckt sich nicht mit dem im medizinischen Sinne.

  • Er geht vielmehr über diesen noch hinaus.
  • Im Sinne des Arbeitsrechts ist Krankheit erst und nur dann gegeben, wenn der Gesundheitszustand dermaßen schwer gestört ist, dass der betroffene Mitarbeiter ganz oder teilweise arbeitsunfähig ist.
  • Dies bedeutet im Ergebnis, dass eine Krankheit erst dann arbeitsrechtlich bedeutsam ist, wenn durch sie eine Aufhebung oder Minderung der Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters eintritt.

Zwei Voraussetzungen bestimmen demnach das Vorliegen einer Krankheit im arbeitsrechtlichen Sinne: es muss ein regelwidriger körperlicher oder geistiger Zustand gegeben sein, der durch eine stationäre oder ambulante ärztliche Heilbehandlung grundsätzlich als behebbar erscheint.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob der regelwidrige Zustand tatsächlich beseitigt werden kann oder, wenn vielleicht auch schon bei Krankheitsbeginn erkennbar, zur Erwerbsunfähigkeit führt (BAG, 29.02.1984 – 5 AZR 455/81), die Krankheit muss eine Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters bedingen. Eine Arbeitsunfähigkeit liegt dann vor, wenn der Mitarbeiter infolge der z.B.

durch einen Unfall bedingten Krankheit seiner bisherigen vertragsgemäßen Arbeit nicht nachkommen bzw. nur mit der Gefahr nachkommen kann, dass sein Krankheitszustand sich in absehbar naher Zeit verschlimmern könnte (BAG, 09.01.1985 – 5 AZR 415/82). Arbeitsunfähigkeit im objektiv-medizinischen Sinne liegt also nicht erst dann vor, wenn der Arbeitnehmer völlig außerstande ist, die geschuldete Arbeit auszuführen (BAG, 26.07.1989 – 5 AZR 491/88).

Diese Definition trägt dem Umstand Rechnung, dass Arbeitsunfähigkeit nicht den gesundheitlichen Kollaps voraussetzt, der den Arbeitnehmer direkt daran hindert, die vertragsgemäße Arbeitsleistung zu erbringen (BAG, 17.03.1960 – 2 AZR 471/58). Das dürfte in Ihrem Falle deswegen unstreitig gegeben sein, da Sie mit nur einer Hand nicht vernünftig arbeiten können.

Hinzu kommt, dass nach einer Operation der betroffene Körperteil besonderer Schonung bedarf. Einer geplanten Reise muss aber derjenige zustimmen, der während der Erkrankung Zahlungen leistet: der Arbeitgeber, wenn noch keine sechs Wochen vergangen sind, die Krankenkasse danach.

Bei welchen Krankheiten darf man nicht in der Pflege arbeiten?

Beschäftigungsverbot bei Infektionskrankheiten in der Altenpflege – Selbstverständlich dürfen Pflegekräfte in einem Seniorenheim auch dann nicht arbeiten, wenn sie an einer Infektionskrankheit leiden, die ansteckend ist und auf die anderen Mitarbeiter, Patienten und Heimbewohner übertragen werden kann.

  • So zum Beispiel bei Salmonellenerkrankungen, Tuberkulose, nachgewiesenen MRSA Erregern und anderen schweren Erkrankungen, die meldepflichtig sind.
  • Empfohlen ist aber auch, sich bei einer schweren Erkältung oder Grippe krank zu melden, um nicht weitere Heimbewohner oder Kollegen mit den Erregern zu infizieren.

Auch ansteckende Hauterkrankungen können zu einem zeitweiligen Berufsverbot führen.

See also:  Was Macht Ein Regisseur?

Was macht krank in der Pflege?

In der Krankenpflege sind es 13,7 Jahre. Allerdings arbeiten viele Pflegekräfte in Teilzeit. Depressionen und Burnout sind im Pflegebereich ein häufiges Problem. Als Ursachen gelten die körperliche, mentale und emotionale Belastung, aber auch der extreme Zeitdruck, Schichtdienste und Überstunden.

Warum will niemand mehr in der Pflege arbeiten?

Rund 25 Prozent aller Fachkräfte in der Pflege möchten den Job wechseln und sehen sich aktiv nach einer neuen Stelle um. Dabei werden Überbelastung und schlechte Bezahlung als Hauptgründe genannt. Dies gilt insbesondere für jüngeres Pflegepersonal sowie für Personal, das in der Intensivpflege tätig ist.

Was muss man haben um Pflegegrad 3 zu bekommen?

Voraussetzungen für Pflegegrad 3 – Die Voraussetzung für Pflegegrad 3 ist, dass Gutachter des sogenannten Medizinische Dienst ehemals MDK oder MEDICPROOF bei der Begutachtung in der Häuslichkeit des Pflegeversicherten mindestens 47,5 und weniger als 70 Punkte im Prüfverfahren (auch bekannt als „NBA”) dokumentieren. Die Gutachter begutachten die Antragsteller dabei in folgenden sechs Bereichen. (1)

Was wenn pflegende Angehörige nicht mehr können?

Wenn eine Versorgung Ihrer pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause nicht mehr möglich ist, können Wohn- Pflege -Gemeinschaften oder Einrichtungen für ältere, pflegebedürftige Menschen mit einem umfassenden Leistungsangebot sinnvolle und zufriedenstellende Alternativen zur häuslichen Pflege sein.

Wer muss sich um die Pflege der Eltern kümmern?

Bin ich gesetzlich verpflichtet, mich um die Pflege von Angehörigen zu kümmern? Muss ich mich von Angehörigen pflegen lassen? – Die Antwort lautet: Nein! Grundsätzlich ist keiner verpflichtet, die Pflege eines*einer Angehörigen oder eines anderen Menschen zu übernehmen.

  • Das Grundgesetz (GG) schützt alle Menschen davor und erlaubt, im gesetzlichen Rahmen eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Es gibt kein Gesetz, wodurch Angehörige zur Pflege angehalten werden können.
  • Im Umkehrschluss müssen Pflegebedürftige die Pflege durch Verwandte auch nicht dulden.
  • Dadurch könnte sogar der strafrechtlich relevante Tatbestand der Nötigung erfüllt werden.

Jeder Mensch hat ein sich aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art.2 GG) ergebendes Selbstbestimmungsrecht und die Würde des Anderen ist laut Art.1 des Grundgesetzes zu achten. Im Wege einer Unterlassungsklage könnte in diesen Fällen ein Unterlassungsanspruch vor Zivilgerichten geltend gemacht werden, wenn die Persönlichkeitsrechte eines*einer anderen verletzt werden.

Warum will die Krankenkasse über meine Arbeitsunfähigkeit sprechen?

Arbeitsunfähig. Wer krank ist, wird krankgeschrieben und ist hoffentlich bald wieder gesund. Wenn eine Erkrankung jedoch länger andauert, können die Krankenkassen den Medizinischen Dienst bitten, die Arbeitsunfähigkeit einer Versicherten oder eines Versicherten zu überprüfen.

Was weiß die Krankenkasse über mich?

Die Krankenkassen speichern eine Vielzahl von Daten ihrer Versicherten, um ihre medizinische Versorgung zu gewährleisten. Aber was passiert mit den Daten, wenn diese nicht mehr gebraucht werden? Quelle: ©momius – stock.adobe.com Die gesetzlichen Krankenkassen erheben und speichern eine große Anzahl an Sozialdaten ihrer Versicherten. Dazu gehören nicht nur Angaben wie der Name und die Anschrift, sondern auch Krankheitsdiagnosen und Abrechnungsbelege aus Heilbehandlungen.

Um die medizinische Versorgung sicherstellen und somit ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen zu können, ist die Erhebung und Speicherung von Daten für die Zwecke der Krankenversicherung ausdrücklich gesetzlich erlaubt (§ 284 SGB V ). Jedoch währt diese Erlaubnis nicht zeitlich unbegrenzt. Der allgemeine Grundsatz der Datensparsamkeit wird den Krankenkassen nicht nur in der DSGVO ( Art.5 Abs.1 Nr.1 lit.c) und e) – Datenminimierung, Speicherbegrenzung), sondern auch an verschiedenen Stellen des Sozialgesetzbuches aufgegeben.

So sind die Sozialdaten zu löschen, sobald sie nicht mehr für die Aufgabenerfüllung erforderlich sind und kein Grund zur Annahme besteht, dass durch die Löschung der Daten schutzwürdige Interessen von Betroffenen beeinträchtigt werden ( z.B. § 84 Abs.2 S.2 SGB X, § 284 Abs.1 S.4 SGB V, § 110b Abs.1 S.1 SGB IV ).

Werden krankschreibungen automatisch an die Krankenkasse übermittelt?

Service-Apps und Online-Geschäftsstellen Das BAS hat bereits zahlreiche Projekte der Krankenkassen zur elektronischen Übermittlung von AU-Bescheinigungen mit dem Ziel einer digitalen Krankengeldbewilligung aufsichtsrechtlich bewertet. Nach Erörterung der Thematik auf diversen Aufsichtsbehördentagungen ist die Frage der Zulässigkeit dieser Übermittlungsform inzwischen durch die Änderung der Anlage 2 des Bundesmantelvertrags-Ärzte rechtlich geklärt.

Die elektronische Übermittlung der AU-Bescheinigung vom Versicherten an seine Krankenkasse begegnet keinen rechtlichen Bedenken mehr. Da es im Falle der Arbeitsunfähigkeit oftmals zur Auszahlung von Krankengeld kommt, ist ein Risikomanagement auch hier erforderlich. Einer Bewertung wurden auch Projekte unterzogen, bei denen eine elektronische Übermittlung der AU-Bescheinigung vom Arzt unmittelbar an die Krankenkasse vorgenommen wird.

Hierbei ist anzumerken, dass die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) enthaltene Norm des § 295 SGB V verpflichtend die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsdaten durch die Ärzte an die Krankenkasse vorsieht. Der Termin für den Start der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) war gesetzlich zunächst schon zum 1.

Januar 2021 vorgesehen und wurde aufgrund von Verzögerungen der Technik mehrfach und zuletzt einvernehmlich zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf den 1. Januar 2022 verschoben. Da die erforderlichen Prozesse und Komponenten für die eAU in allen Arztpraxen flächendeckend erst frühestens Mitte 2022 etabliert werden konnten, hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zur Sicherstellung der Versorgung zunächst in einer Richtlinie festgelegt, dass Krankschreibungen übergangsweise auch noch bis zum 30.

Juni 2022 in Papierform ausgestellt werden konnten. Seit dem 1. Juli 2022 ist die Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkassen nun verpflichtend. Patientinnen und Patienten erhalten zunächst weiterhin für sich und die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber einen Papierausdruck.

Eine Krankenkasse hatte das BAS ferner gebeten, ihr Projekt zur elektronischen Anbindung von Arbeitgebern an diesen Prozess zu bewerten. Mangels einer rechtlichen Grundlage hierfür hat das BAS bisher eine Umsetzung dieses Vorhabens nur im Rahmen einer modellhaften Erprobung unter der Voraussetzung einer schriftlichen Ermächtigung des Versicherten toleriert.

Mit dem Bürokratieentlastungsgesetz III hat der Gesetzgeber zudem in § 109 SGB IV die Einführung eines elektronischen Meldeverfahrens geregelt, wonach die Krankenkasse den Arbeitgeber ab dem 1. Januar 2022 auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informiert.

Auch hier wurde der Beginn aufgrund von Verzögerungen der Technik auf den 1. Januar 2023 verschoben. Spätestens dann haben die Krankenkassen die AU-Daten digital für die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber zum Abruf bereitzustellen, Mit dem 7. SGB IV-Änderungsgesetz wurden auch die von den Krankenhäusern zu meldenden Daten über die Zeiten eines stationären Krankenhausaufenthalts in das Meldeverfahren einbezogen, um so weitere Papierbescheinigungen gegenüber den Arbeitgebern einzusparen (§ 109 Abs.3a SGB IV),

Ergänzend wurde mit dem 7. SGB IV-Änderungsgesetz in § 125 SGB IV bereits mit Wirkung ab 1. Juli 2021 eine Ermächtigungsgrundlage für Pilotprojekte zur Meldung der Arbeitsunfähigkeits- und Vorerkrankungszeiten durch die Krankenkassen an Arbeitgeber in digitaler Form geschaffen.

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die elektronische Übermittlung der AU-Bescheinigung vom Versicherten an die Krankenkasse zulässig ist. Eine elektronische Übermittlung der AU-Bescheinigung vom Arzt an die Krankenkasse ist ab dem 1. Juli 2022 verpflichtend. Die elektronische Anbindung von Arbeitgebern an den Prozess kann seit dem 1.

Januar 2022 erfolgen. Die Krankenkassen sind ab dem 1. Januar 2023 verpflichtet, die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit sowie Zeiten eines stationären Krankenhausaufenthalts seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers zu informieren.

Welche Daten werden an die Krankenkasse übermittelt?

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) Seit dem 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) als Berechtigungsnachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Die eGK unterstützt die Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI), die der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, der Qualität und der Transparenz der Versorgung dienen.

  • So können die auf der eGK gespeicherten Notfalldaten Leben retten, ein Medikationsplan kann lebensgefährliche Wechselwirkungen verhindern.
  • Und mit der elektronischen Patientenakte (ePA) sind Patienten und Behandler besser über vorliegende Diagnosen und durchgeführte Therapien informiert.
  • Ziel ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und die Rolle der Patientinnen und Patienten zu stärken.

Die Anwendungen der eGK werden seit Herbst 2020 schrittweise eingeführt. Auf der eGK sind die administrativen Daten der Versicherten, zum Beispiel Name, Geburtsdatum und Anschrift sowie Angaben zur Krankenversicherung, wie die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus (Mitglied, Familienversicherter oder Rentner), gespeichert.

Zudem enthält die eGK ein Lichtbild der beziehungsweise des Versicherten. Ausnahmen gibt es lediglich für Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr und für Versicherte, die bei der Erstellung des Lichtbildes nicht mitwirken können, wie zum Beispiel immobile, pflegebedürftige Patienten. Das Lichtbild hilft, Verwechslungen zu vermeiden und die missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen einzudämmen.

Die Rückseite der eGK kann von den Krankenkassen für die “Europäische Krankenversicherungskarte” verwendet werden und macht eine unbürokratische Behandlung innerhalb Europas möglich. Das Gültigkeitsdatum auf der Rückseite bezieht sich nur auf die “Europäische Krankenversicherungskarte” und nicht auf die eGK selbst.

  • Bitte verwenden Sie immer nur die eGK, die Ihnen Ihre Krankenkasse zuletzt zugeschickt hat.
  • Ältere Karten sind nach der Zustellung der neuen Karten ungültig und können nicht mehr genutzt werden.
  • Die erste Anwendung der eGK ermöglicht den Online-Abgleich und die Online-Aktualisierung der auf der Gesundheitskarte gespeicherten Versichertenstammdaten mit den bei der Krankenkasse vorliegenden aktuellen Daten der Versicherten.

So kann die eGK bei einer Veränderung, die die Versicherten bereits an ihre Krankenkassen gemeldet haben, zum Beispiel eine Adressänderung, beim nächsten Arztbesuch automatisch per Knopfdruck aktualisiert werden. Die Krankenkassen sparen Geld, weil sie keine neuen Karten ausgeben müssen.

Gleichzeitig können ungültige sowie verloren oder gestohlen gemeldete Karten bei der Inanspruchnahme von Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung besser als bisher erkannt werden. Missbrauch zu Lasten der Versichertengemeinschaft kann so weiter reduziert werden. Aktuelle Versichertenstammdaten helfen auch Ärztinnen und Ärzten und deren Personal bei der Aktualisierung von Patientendaten.

Die Bereitstellung der Notfalldaten gehört zu den ersten medizinischen Anwendungen der eGK in der TI. Seit Herbst 2020 können Versicherte persönliche Gesundheitsdaten, wie beispielsweise Informationen zu Arzneimittelunverträglichkeiten, Allergien und chronischen Erkrankungen, deren Kenntnis bei einer Behandlung im Notfall wichtig sein kann, als Notfalldaten digital auf ihrer eGK speichern lassen.

Darüber hinaus können in der Anwendung Notfalldaten auch weitere medizinische Hinweise, beispielsweise zu einer aktuellen Schwangerschaft oder zu Implantaten sowie Kontaktdaten zu behandelnden Ärzten sowie zu Personen, zum Beispiel Angehörige, die im Notfall benachrichtigt werden sollen, hinterlegt werden.

Im medizinischen Ernstfall können diese Daten dann von Ärztinnen und Ärzten auf der eGK ausgelesen werden. Versicherte können diese Notfalldaten ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten auch im Rahmen der Regelversorgung, außerhalb der akuten Notfallversorgung, zur Verfügung stellen.

  • Sie haben diesen gegenüber auch einen Anspruch auf Erstellung und Aktualisierung der elektronischen Notfalldaten.
  • Die Nutzung der Notfalldaten ist für die Versicherten freiwillig.
  • Im Unterschied zu den anderen medizinischen Anwendungen der TI, wie beispielsweise der elektronische Medikationsplan (eMP) oder die ePA, ist für den Zugriff auf die Notfalldaten keine Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) der Versicherten erforderlich.

So wird sichergestellt, dass Ärztinnen und Ärzte in medizinischen Akutfällen, in denen der Versicherte situationsbedingt nicht in der Lage ist, den Zugriff auf die Notfalldaten durch eine PIN-Eingabe freizugeben, dennoch auf die für diese Situation hinterlegten Notfalldaten zugreifen können.

Ein Zugriff auf die Notfalldaten ist für Ärztinnen und Ärzte unter Einsatz ihres elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) möglich. Auf Wunsch der beziehungsweise des Versicherten können neben den Notfalldaten auch persönliche Hinweise auf das Vorliegen einer schriftlichen Erklärung zur Organ- und Gewebespende, einer Patientenverfügung oder auch einer Vorsorgevollmacht und deren Aufbewahrungsort (zum Beispiel “in der linken Schreibtischschublade”) auf der eGK hinterlegt werden.

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So können Versicherte sicherstellen, dass ihre entsprechenden Erklärungen, soweit erforderlich, besser auffindbar sind. Da ein Zugriff auf die auf der eGK gespeicherten Notfalldaten aus datenschutz- und sicherheitstechnischen Gründen immer den Einsatz eines eHBA erfordert, können Versicherte ihre Notfalldaten nur in einer Leistungserbringerumgebung, zum Beispiel einer Arztpraxis, einsehen.

  1. In weiteren Entwicklungsstufen der TI, schrittweise beginnend ab dem 1.
  2. Oktober 2024, werden die elektronischen Notfalldaten gemeinsam mit den Daten zu Hinweisen der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort persönlicher Erklärungen technisch zu einer elektronischen Patientenkurzakte (ePKA) weiterentwickelt, die als Online-Anwendung der TI nicht mehr auf der eGK gespeichert wird.

Auf Daten der ePKA können Versicherte über ihr Smartphone, Tablet oder ihren Desktop-Computer und der ePA-App, die ihnen von ihrer Krankenkasse für die Nutzung der digitalen medizinischen Anwendungen zur Verfügung zu stellen ist, dann auch selbstständig – außerhalb einer Leistungserbringerumgebung- zugreifen.

Darüber hinaus sollen Versicherte künftig auch die Möglichkeit erhalten, auf eigenen Wunsch Daten ihrer ePKA innerhalb der Europäischen Union zur Unterstützung ihrer Behandlung im europäischen Ausland bereitzustellen. So können Versicherte sicherstellen, dass ihre medizinischen Daten auch bei einer Behandlung im EU-Ausland berücksichtigt werden können.

Genau wie die Nutzung der Notfalldaten ist auch die Nutzung der künftigen ePKA für die Versicherten freiwillig. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen betreffen insbesondere Menschen, die langfristig mehrere Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Die Schätzungen, wie viele Menschen davon betroffen sein könnten, gehen stark auseinander.

  • So wird geschätzt, dass etwa fünf bis 10 Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln zurückgehen und ein Viertel davon vermieden werden könnte.
  • Das hieße, dass schätzungsweise rund 250.000 bis 500.000 Krankenhauseinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen wären.

Ein einheitlicher Medikationsplan, in dem die Medikation und Anwendungshinweise übersichtlich und patientenverständlich dargestellt sind, sorgt für mehr Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln. Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten, die gleichzeitig dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, haben seit dem 1.

Oktober 2016 einen Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform durch ihre Ärztin oder ihren Arzt. Die Selbstverwaltungspartner in der gesetzlichen Krankenversicherung haben die Regelung dahingehend konkretisiert, dass dabei nur solche Arzneimittel relevant sind, deren Einnahme über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen erfolgt.

Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, ihre Patientinnen und Patienten über deren Anspruch auf einen Medikationsplan aufzuklären. Mit dem Medikationsplan, der der Patientin bzw. dem Patienten ausgehändigt wird, sehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, welche Medikamente ihre Patientin beziehungsweise ihr Patient aktuell einnimmt und sind auf diese Weise besser über die weitere Medikation ihrer Patientinnen und Patienten informiert.

  1. So können gegebenenfalls bestehende gefährliche Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten besser erkannt und vermieden werden.
  2. Vom Medikationsplan profitieren vor allem ältere und chronisch kranke Menschen.
  3. Gleiches gilt bei der Abgabe von Medikamenten in der Apotheke.
  4. Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans sollen durch die Ärztin beziehungsweise den Arzt erfolgen, der die Patientin beziehungsweise den Patienten schwerpunktmäßig betreut und die medizinisch notwendigen Therapie- und Diagnostikmaßnahmen koordiniert.

Dies sind in der Regel die Hausärztinnen und Hausärzte. Patientinnen und Patienten, die keine Hausärztin oder keinen Hausarzt haben und deren ärztliche Betreuung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt erfolgt, haben einen Anspruch auf Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans durch diesen Facharzt beziehungsweise die Fachärztin.

  1. Die Ärztinnen und Ärzte, die den Medikationsplan initial erstellt haben, haben diesen in Papierform zu aktualisieren, sobald sie die Medikation ändern oder Kenntnis davon erlangen, dass eine anderweitige Änderung der Medikation eingetreten ist.
  2. Der Medikationsplan kann mit Einwilligung der Patientin beziehungsweise des Patienten auch elektronisch auf der eGK gespeichert werden.

Mit der elektronischen Bereitstellung des eMP können mitbehandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker sicherer über die Medikation der Versicherten informiert werden. Gleichzeitig wird auch die Aktualisierung der Medikationsdaten erleichtert.

Die Nutzung des elektronischen Medikationsplans ist für die Versicherten freiwillig. Apothekerinnen und Apotheker sind von Anfang an miteinbezogen und genau wie die weiteren Behandler verpflichtet, den Medikationsplan auf Wunsch der Patientin beziehungsweise des Patienten zu aktualisieren, wenn sich die Medikation ändert und ihnen der eMP zur Aktualisierung vorliegt.

Für die Nutzung des eMP benötigen Versicherte ihre eGK sowie ihre PIN, die sie von ihrer Krankenkasse erhalten. Durch die Eingabe der PIN geben Versicherte in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder in der Apotheke den Zugriff auf ihre Daten frei. Falls Versicherte dies wünschen, können sie die PIN-Funktion auch deaktivieren und den eMP beim Arzt oder bei der Ärztin oder in der Apotheke ohne PIN-Freigabe nutzen.

Die Krankenkassen sind verpflichtet, seit dem 1. Januar 2021 ihren Versicherten eine ePA in mehreren Ausbaustufen zur Verfügung zu stellen. Zunächst können Daten der Patientinnen und Patienten aus bereits vorhandenen Anwendungen und Dokumentationen, wie zum Beispiel Notfalldaten, Medikationsplan oder Arztbriefe, in der ePA bereitgestellt werden.

Patientinnen und Patienten können ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte damit zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität über diese wichtigen Gesundheitsdaten informieren. In der ePA können Versicherte auch eigene Daten, wie zum Beispiel ein Tagebuch über Blutzuckermessungen, ablegen.

  1. Sie können ihre Daten auch außerhalb der Arztpraxis eigenständig einsehen.
  2. Dabei kann die Einsichtnahme über ein geeignetes mobiles Endgerät wie zum Beispiel ein Smartphone erfolgen.
  3. Für Versicherte, die über kein mobiles Endgerät verfügen oder dieses nicht für den Zugriff auf medizinische Anwendungen nutzen möchten, werden alternative Zugangsmöglichkeiten geschaffen.

Ihnen ist die Nutzung der ePA seit dem 1. Januar 2022 auch über einen Desktop PC möglich. Damit sind die Patientinnen und Patienten über Diagnose und Therapie viel genauer und umfassender informiert und können besser als bisher über ihre Gesundheit mitentscheiden.

Dies ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Die ePA ist eine versichertengeführte elektronische Akte, deren Nutzung für die Versicherten freiwillig ist. Der Versicherte ist der Souverän seiner Daten. Er entscheidet von Anfang an, welche Daten gespeichert werden, wer zugreifen darf und ob Daten wieder gelöscht werden.

Die Versicherten erhalten bei der Führung ihrer ePA Unterstützung durch umfassende Aufklärung und Information durch die Krankenkassen, klar geregelte Ansprüche gegen Leistungserbringer und Krankenkassen auf Übermittlung und Speicherung von Daten sowie Beratung bei der Nutzung der ePA.

  • Hierzu sind gesetzliche Vergütungsregelungen für die Leistungserbringer vorgesehen.
  • Die sensiblen Gesundheitsdaten wie Befunde, Diagnosen, Medikationen oder Behandlungsberichte werden bestmöglich durch klare Regeln für Datenschutz, Datensicherheit und datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit in der Telematikinfrastruktur geschützt.

Seit dem 1. Januar 2022 haben Versicherte die Möglichkeit, über ihr Smartphone oder Tablet für jedes in der ePA gespeicherte Dokument einzeln zu bestimmen, wer darauf zugreifen kann (feingranulares Berechtigungsmanagement). Darüber hinaus sollen Versicherte künftig auch die Möglichkeit erhalten, Daten ihrer ePA pseudonymisiert und verschlüsselt freiwillig der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen.

Für die Einführung und den Betrieb der Telematikinfrastruktur ist die Gesellschaft für Telematik (gematik) zuständig. Die Sicherstellung von Datenschutz und Datensicherheit in der Telematikinfrastruktur gehört zu den gesetzlichen Kernaufgaben der gematik und beinhaltet hohe Anforderungen an alle eingesetzten technischen Komponenten (zum Beispiel Konnektor) sowie an die organisatorischen Verfahren in der Telematikinfrastruktur.

Die Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur werden deshalb von der gematik zugelassen. Gleichzeitig erfolgt der Nachweis der Sicherheit nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Jeder Versicherte entscheidet allein, welche medizinischen Anwendungen er nutzen möchte und wer auf die Daten zugreifen darf.

Die Versicherten bestimmen, ob und in welchem Umfang sie eine Anwendung wie die Notfalldaten nutzen, ob sie die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zur Dokumentation ihrer Organspendebereitschaft einsetzen (auf der Karte können Hinweise auf das Vorliegen einer schriftlichen Erklärung zur Organspende sowie zu deren Aufbewahrungsort elektronisch dokumentiert werden) oder ob sie einen eMP oder die ePA nutzen.

Darüber hinaus können Patientinnen und Patienten ihre Daten einsehen beziehungsweise ausdrucken sowie zukünftig auch Daten für bestimmte Ärztinnen und Ärzte freigeben. Zudem können Versicherte beziehungsweise ein berechtigter Vertreter oder eine berechtigte Vertreterin Dokumente in der ePA löschen.

Nur die Verwaltungsdaten der Versicherten (Versichertenstammdaten) werden verpflichtend auf der eGK gespeichert. Mit der Einführung der eGK wurde ein sicheres “Gesundheitsnetz”, die Telematikinfrastruktur (TI), aufgebaut. Wie eine Datenautobahn verbindet die TI die Beteiligten im Gesundheitswesen so, dass sie die für die Behandlung wichtigen medizinischen Informationen schnell, sicher und praktikabel austauschen können.

Nur berechtigte Leistungserbringer, wie zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte oder Zahnärztinnen und Zahnärzte, können mit Einwilligung der Versicherten auf die Daten zugreifen. Der Zugriff auf die medizinischen Daten ist nur zum Zweck der Versorgung erlaubt.

Die TI ermöglicht den sicheren Zugriff auf medizinische und persönliche Daten von Versicherten. Solche Daten sind hochgradig sensibel und müssen besonders zuverlässig geschützt werden. Da außer den Versicherten selbst niemand über den Schlüssel der eGK verfügt und es keinen “Generalschlüssel” gibt, können nicht berechtigte Dritte (Versicherungen, Behörden, Unternehmen) nicht auf die sensiblen medizinischen Daten der Versicherten zugreifen.

Missbrauch ist strafbar. Aus Gründen der Nachverfolgbarkeit werden Zugriffe auf der Karte gespeichert, sodass immer klar ist, wer auf die Daten der eGK zugegriffen hat. Für die Einführung und den Betrieb der TI ist die Gesellschaft für Telematik (gematik) zuständig.

Die Sicherstellung von Datenschutz und Datensicherheit in der TI gehört zu ihren gesetzlichen Kernaufgaben und beinhaltet hohe Anforderungen an alle eingesetzten technischen Komponenten (zum Beispiel Konnektor) sowie an die organisatorischen Verfahren in der Telematikinfrastruktur. Die Komponenten und Dienste der TI werden deshalb von der gematik zugelassen.

Gleichzeitig erfolgt der Nachweis der Sicherheit nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. In der TI werden medizinische Daten nicht nur während der Übertragung durch moderne Verschlüsselungsverfahren geschützt, sondern liegen dort zu keinem Zeitpunkt entschlüsselt vor.

  • Die sensiblen Gesundheitsdaten werden mittels moderner kryptografischer Verfahren geschützt.
  • Diese Verfahren wurden von unabhängigen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen entwickelt und über mehrere Jahre auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
  • Sie werden stets an den aktuellen Stand der technischen Forschung angepasst.

Diese Verschlüsselungsverfahren verhindern, dass Unbefugte die Daten lesen können. Darüber hinaus schützen Signaturverfahren die Daten vor unberechtigter Veränderung und stellen sicher, dass die Urheberschaft von Daten nachträglich nicht bestritten werden kann.

  • Mit der eGK, auf der der individuelle Schlüssel der Versicherten gespeichert ist, haben Versicherte es selber in der Hand, die Daten wieder lesbar zu machen.
  • Der Zugriff auf die Daten der eGK darf nur zum Zwecke der medizinischen Versorgung erfolgen.
  • Zugriff hat nur ein enger, gesetzlich festgelegter Personenkreis.

Hierzu gehören insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Zahnärztinnen und Zahnärzte. Um auf die medizinischen Daten der eGK zugreifen zu können, gilt prinzipiell das sogenannte Zwei-Schlüssel-Prinzip. Ähnlich wie bei der Bankkarte müssen die Versicherten die medizinischen Daten mittels ihrer eGK und einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) freischalten.

  1. Ärztinnen und Ärzte benötigen für den Zugriff einen zweiten Schlüssel, nämlich ihren Heilberufsausweis und ebenfalls eine PIN.
  2. Ausnahme: Versicherte greifen außerhalb der Arztpraxis eigenständig, beispielsweise mit ihrem Tablet oder Smartphone, auf ihre ePA zu) hierfür sind besondere sichere Verfahren vorgesehen.) Das heißt, unberechtigte Nutzer würden nur sehr stark verschlüsselte Daten finden, die sie nicht entschlüsseln und keinem bestimmten Versicherten zuordnen können.

Mit der eGK erhalten die Versicherten demnach ein technisches Mittel, um sich wirksam vor unberechtigten Zugriffen zu schützen und selbst zu bestimmen, wer wann welche Daten speichern, einsehen oder ändern kann. Alle diese Maßnahmen stellen ein Höchstmaß an Schutz für die personenbezogenen medizinischen Daten sicher, damit zu jeder Zeit die informationelle Selbstbestimmung für die Patientinnen und Patienten gewährleistet ist.