Was Macht Die Diakonie?

Was Macht Die Diakonie
Die Diakonie als Arbeitgeberin – Die Diakonie steht für die soziale Arbeit aller evangelischen Kirchen. Rund 600.000 hauptamtlich Mitarbeitende sind in Voll- und in Teilzeit in ca.5.000 diakonischen Unternehmen in unterschiedlichen Hilfefeldern beschäftigt.

Zur Diakonie gehören etwa 33.000 stationäre und ambulante Dienste wie Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Sozialstationen, Wohngruppen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Angebote für Suchtkranke und Obdachlose oder Beratungsstellen. Diakonische Unternehmen sind nach ihrem Selbstverständnis evangelisch.

Alle Mitarbeitenden sollten sich unabhängig von ihrer individuellen Kirchenzugehörigkeit oder ihrer religiösen Motivation mit dem christlichen Profil und dem diakonischen Auftrag ihrer Einrichtung identifizieren und dazu stehen können. Diakonische Arbeitsbedingungen sind eher überdurchschnittlich gut – das zeigt der Vergleich auf dem ´Sozialmarkt` im Ergebnis.

Was sind die Aufgaben einer Diakonisse?

Der Ursprung der Diakonie – Die Arbeit der Diakonissen ist der Ursprung der Diakonie. Diakonissen sind Frauen, die das Wort Christi in die Tat umsetzen. Sie leben ehelos und enthaltsam in einer Lebens- und Glaubensgemeinschaft in Diakonissenmutterhäusern, die im 19.

Was versteht man unter einer Diakonie?

Was ist die Diakonie? – Das Wort Di-a-ko-nie kommt aus der griechischen Sprache. Das Wort Diakonie bedeutet: Dienst. Dienst für hilfe-bedürftige Menschen. Das Wort bedeutet auch: Nächsten-Liebe.

Wie finanzieren sich diakonien?

Finanzierungsformen diakonischer Arbeit – Die Arbeit der Diakonie finanziert sich aus unterschiedlichen Quellen. Die Finanzierung richtet sich auch nach der Art und Aufgabe. Ein Krankenhaus hat andere Einkunftsarten als beispielsweise eine Kita, ein Hospiz oder ein Landesverband.

  1. Finanzierungsquellen können sein: Der größte Teil der von der Diakonie erbrachten Leistungen wird über Entgelte finanziert.
  2. Diese Leistungsentgelte werden von denjenigen bezahlt, die sie in Anspruch nehmen, (zum Beispiel Kitagebühre in einer Diakonie-Kita).
  3. In bestimmten Arbeitsfeldern haben die Nutzenden der Einrichtungen und Dienste der Diakonie einen Anspruch darauf, dass das zu entrichtende Entgelt von Trägern der Sozialversicherungen (zum Beispiel Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Krankenkasse und Rentenkasse) übernommen wird.

Leistungsentgelte fließen vor allem in die Pflege, die Behindertenhilfe und den Krankenhausbereich. Zuwendungen der öffentlichen Hand an die Diakonie sind immer zweckgebunden und setzen in der Regel einen Förderantrag voraus, der sich an den Grundlinien der Haushaltsordnungen ausrichtet.

In den allermeisten Fällen werden sie nur ergänzend zu Eigenmitteln gewährt. Die Zuwendungen kommen von der EU, dem Bund, den Ländern, Landkreisen oder Kommunen. Leitgebend ist die öffentliche Verpflichtung, gemäß dem Subsidiaritätsprinzip freie Träger angemessen zu fördern. Ein Beispiel für öffentliche Zuwendungen sind Investitionshilfen für den Bau einer Kita.

Die Höhe und Art öffentlicher Zuschüsse sind regional sehr unterschiedlich. Öffentliche Zuwendungen oder auch sogenannte Objektfinanzierungen sind seit einigen Jahren allerdings stark reduziert worden, sodass Einrichtungen große Investitionssummen häufig über Bankkredite vorfinanzieren müssen und die anteilige Refinanzierung der Investitionssätze über einen längeren Zeitraum anhand der Leistungsentgelte erfolgt.

Für befristete und spezielle Aufgaben werden Fördergelder beispielsweise Lotteriemittel (unter anderem Lotto, Aktion Mensch, Glücksspirale) oder Stiftungsgelder akquiriert. Diese Mittel stehen nur für die beantragten Zwecke zur Verfügung. Eigenmittel, die zur Finanzierung der diakonischen Arbeit genutzt werden können, setzen sich aus Kirchensteuermitteln (unterschiedlich je nach Landeskirche), Mitgliedsbeiträgen (werden bei diakonischen Verbänden erhoben, um gemeinschaftliche Aufgaben wahrzunehmen), Gewinnen, Spenden, Bußgeldern aus gerichtlichen Bescheiden und Erbschaften zusammen.

Die Fremdfinanzierungen erfolgen insbesondere durch Kredite von Banken. In der Diakonie kommen Kredite vor allem zur ergänzenden Finanzierung der laufenden Aufwendungen sowie für die Investitionsfinanzierung zum Einsatz, sofern diese nicht auf Grundlage der sozialrechtlichen Ansprüche bereits abgedeckt ist.

Was darf ein Diakon alles machen?

Aufgaben – Die Diakone assistieren dem Priester in der Missa cum diacono („Messe mit Diakon”), verkünden hier das Evangelium und können predigen. Sie können die Taufe spenden, kirchliche Trauungen und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern, die Kommunion und Segnungen spenden.

Durch zunehmenden Priestermangel und Zusammenlegung von Pfarreien übernehmen vermehrt Diakone Aufgaben. Seit langem wird diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, ihnen auch die Vollmacht zur Spendung der Krankensalbung zu erteilen, da sie einen Kranken vor seinem Tod oft viele Jahre seelsorglich begleiten.

Dies wird jedoch von der Kirche abgelehnt, unter anderem wegen der anzustrebenden Verbindung mit der Spendung des Bußsakraments und der eigenen sündenvergebenden Wirkung der Krankensalbung. Dazu schreibt Michael Kunzler : Bischofsmesse mit Assistenz des Diakons „Das, was den Diakon im christlichen Osten von seinem heutigen abendländischen Amtsbruder unterscheidet, ist die Tatsache, dass er – schon gar nicht in einem zur Institution gewordenen ‚Ausnahmefall‘ – keine liturgische Feier eigenständig leitet, sondern in aller Regel dem Priester assistiert.

Dies stellt eine Neuerung dar, die dem wiedergewonnenen Weiheamt trotz aller Berufung auf die Tradition eine neue Identität verleiht und den Diakon von heute nicht ohne weiteres mit seinem Amtsbruder vor vielen Jahrhunderten oder seinem Kollegen aus dem christlichen Osten gleich sein lässt.” Wenn der Diakon die Liturgie leitet, trägt er Diakonenstola und Pluviale oder auch nur die Diakonenstola allein über dem Chorgewand oder der Albe,

Bei der Assistenz in der Heiligen Messe („ Messe mit Diakon “) trägt er die Dalmatik, die über Albe und Stola getragen wird. Schwerpunkt diakonischer Arbeit ist aber der Dienst an den Armen und Benachteiligten der Gesellschaft. Hier liegen den Diakonen besonders die körperlich, seelisch, geistig und sozial Bedürftigen am Herzen.

Ist eine Diakonisse eine Nonne?

Ein Diakonissenmutterhaus ist eine evangelische Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft. Die Schwestern, die in der Gemeinschaft leben, sind Diakonissen, Anders als katholische Nonnen binden sich Diakonissen nicht durch ein Gelübde.

Was braucht man um bei der Diakonie zu arbeiten?

Häufige Fragen Schriftgröße Menschen, die bei der Diakonie arbeiten möchten, müssen die Werte der evangelischen Kirche teilen, wie zum Beispiel die Nächstenliebe. Sie müssen dazu aber nicht unbedingt evangelisch sein. Nur Mitarbeitende, denen Aufgaben der Verkündigung, der Seelsorge oder der evangelischen Bildung übertragen sind, müssen evangelisch sein.

Mitarbeitende der Leitung können auch einer anderen christlichen Kirche oder Freikirche angehören. In unseren Reihen arbeiten auch Konfessionslose, Muslime und Juden. Das wollen und begrüßen wir auch. Ja! Die Diakonie-Tarife sind den Tarifen des öffentlichen Dienstes ebenbürtig. Sie liegen meist deutlich über dem, was private Anbieter im Sozial- und Gesundheitswesen zahlen.

Wir bevorzugen die Online-Bewerbung, das schont die Umwelt. Sollte es Dir nicht möglich sein, Dich online zu bewerben, kannst Du uns selbstverständlich auch eine Bewerbungsmappe zusenden, welche wir Dir natürlich zurücksenden. Nein, Deine Bewerbung ist vertraulich und wird nur an die von Dir genannten Empfänger/Einrichtung weitergeleitet.

Außer, Du erlaubst es uns wenn wir Dich fragen oder Du hast uns eine Initiativbewerbung gesendet. Nicht für jede gute Bewerbung haben wir sofort einen Job. Manches Mal ändert es sich aber sehr schnell. Deshalb speichern wir gute Bewerbungen gerne für spätere Ausschreibungen ab. Natürlich nur, wenn Du damit einverstanden bist, wir fragen Dich vorher.

Jede Bewerbung erhält eine Eingangsbestätigung unmittelbar nach Absenden der Bewerbung. Evtl. ist sie im Spam-Ordner gelandet. Falls nicht, setze Dich bitte mit uns in Verbindung. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse (Schule, Ausbildung, Weiterbildung, Arbeitsverhältnisse), Praktikumsnachweise Bitte teile uns mit, in welchem Bereich / welchen Bereichen Du gerne arbeiten möchtest und wie Deine Rahmenbedingungen (Arbeitszeiten, mögliche Arbeitszeiten, Ort) sind.

  • Je mehr wir wissen, desto gezielter können wir in unseren offenen Positionen nachsehen ob etwas Passendes für Dich dabei ist.
  • Gerne beantworten wir Deine Fragen.
  • Setze Dich einfach mit uns,
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  • Auf unserer Homepage sind alle ausgeschriebenen Stellen aktuell.

Besetzte Positionen werden sofort gelöscht. Du hast eine „ältere” Stellenanzeige auf einem Stellenportal gefunden? Manche Anbieter von Stellenbörsen sind nicht immer tagesaktuell, unsere Homepage schon. Die Zugangsdaten, welche wir Dir gesendet haben, erlauben Dir, Dich jederzeit einzuloggen und Deine Bewerbung auf den neuesten Stand zu bringen.

Was sind die 4 Grundvollzüge der Kirche?

Die Grundvollzüge der Kirche2 viergliedriger Form in den neutestamentlichen Begriffen der griechischen Bibelfassung Septuaginta benennen. So realisiert sich die institutionelle wie spirituelle Gemeinschaft (griech. Koinonia) der Christen in Martyria, Leiturgia und Diakonia.

Was sind die Werte der Diakonie?

Diakonie Mitteldeutschland https://www.diakonie-mitteldeutschland.de Christoph Victor Bereichsleiter Theologie Merseburger Straße 44, 06110 Halle Telefon (0345) 12299-250 E-Mail [email protected] Download vCard Wie wird „Diakonie” im Arbeitsalltag gelebt? Wie kann man Mitarbeitenden diakonische Werte vermitteln und was ist eigentlich diakonisch? Welche Rolle spielt der Glaube? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich die Bildungsinitiative der Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie ist die Lebens- uns Wesensäußerung der Evangelischen Kirche und im christlichen Glaube tief verwurzelt. (Foto: Archiv) Mehr als nur ein Leitbild Der sehr abstrakte Begriff des Diakonischen Profils beschreibt nicht einfach nur den „Markenwert”, der zur „Verkaufsförderung” des Angebotes diakonischer Einrichtungen dient.

Das diakonische Profil ist ein Selbstverständnis, im besten Fall erkennbar auf allen Ebenen einer Einrichtung. Durch dieses Selbstverständnis wird die eigene Identität im Arbeitsablauf bestimmt und das Handeln und die Leistungserbringung beeinflusst. Ganz konkret gibt das diakonische Profil den Mitarbeitenden Antworten auf Fragen, wie: Welche Rolle spielt der Glaube in meiner täglichen Arbeit? An welchen Wertvorstellungen orientiere ich mich? Wie verhalte ich mich gegenüber Klienten und Kollegen? Wie kann ich die Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde vor Ort gestalten? Der Prozess der Profilentwicklung ist sehr dynamisch, Antworten auf diese Fragen variieren und werden auf den einzelnen Organisationsebenen entwickelt und reflektiert.

Die Bildungsinitiative mit ihren Veranstaltungen liefert hier notwendige Gesprächs- und Austauschformate. Was sind diakonische Werte? Fragt man einzelne Mitarbeitende nach wichtigen Werten der Diakonie, erhält man vor allem folgende Antworten: Nächstenliebe und Toleranz, emphatischer Umgang miteinander, Verständnis und Menschlichkeit, Wertschätzung, aber auch Verantwortung und Entscheidungskompetenz.

  1. Die Ausgestaltung dieser Werte in der Praxis kann ganz unterschiedliche Formen annehmen.
  2. Das reicht vom Verständnis des Vorgesetzten gegenüber einem Mitarbeiter in einer schwierigen persönlichen Situation bis hin zur gelebten Toleranz der Mitarbeiter im Austausch mit Menschen anderer Kulturen, Länder und Religionen in der eigenen Einrichtung.

Religiöse Toleranz ist ein wichtiges Thema. Gerade in Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören viele Mitarbeiter diakonischer Einrichtungen keiner Kirche oder Religion an. Eine gleichwertige Beteiligung aller Mitarbeitenden und die Verständigung auf eine gemeinsame Wertebasis wird zur spannenden Herausforderung.

Die Dienstgemeinschaft als Zentrum diakonischer Arbeit Das Diakonische Profil als Kompass und Orientierung ist nur ein Teil dessen, was in den Augen der Mitarbeitenden „diakonisch” ist. Das Arbeiten in einer Dienstgemeinschaft bzw. das Entwickeln einer gemeinschaftlichen Perspektive gehören genauso dazu, wie das Zusammenspiel von Diakonie und Politik, beispielsweise beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Glaubensfragen und eigene Wertvorstellungen im Arbeitsalltag reflektieren, wie es zum Beispiel im Rahmen von Andachten der Fall ist, stellt ebenfalls ein wichtiges Wesensmerkmal für Diakonie dar. Die 2013 gegründete Bildungsinitiative „Wissen!Warum” hat sich der Stärkung des diakonischen Profils und des Ausbaus der Zusammenarbeit von Diakonie und Kirche verschrieben (Foto: Archiv) Die Werkstattgespräche und Praktikertreffen zu diesen Themen, wie zuletzt im Juli zur Entwicklung von Angeboten diakonischer Kultur in Apolda, setzen wichtige Impulse für Einrichtungen, Fachkräfte und Mitarbeitende.

  • Bei dieser bundesweiten Veranstaltungsreihe der FAKD wird das Thema diakonischer Bildung und Profilentwicklung immer wieder in das Spannungsfeld der praktischen Arbeit gesetzt.
  • Und im Zusammenhang mit technologischen, demografischen, sozialen und politischen Herausforderungen betrachtet.
  • Bestehende Antworten kommen wieder auf den Prüfstand, neue Fragen werden gestellt.
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Die Bildungsinitiative als dynamischer Rahmen begleitet diesen Prozess und geht immer wieder neu der Frage nach, was eigentlich „diakonisch” ist und wie diakonische Arbeit konkret in den Einrichtungen gestaltet werden kann. Vereinfacht geht es darum, dass „Diakonie drin ist, wo auch Diakonie draufsteht!”, wie ein Teilnehmer der Veranstaltungen es treffend zusammenfasste.

Hintergrund: Die Bildungsinitiative „Wissen!Warum” besteht seit Januar 2013 mit dem Ziel, das diakonische Profil zu stärken sowie fachlich geeignete Mitarbeitende zu gewinnen und weiter zu qualifizieren, die dem Glauben und der Kirche verbunden sind. Die Initiative verfolgt auch das Ziel, das Verhältnis von Kirche und Diakonie zu verbessern sowie das diakonische Wirken im säkularen Umfeld zu reflektieren und zu bewerten.

Dazu wurden unterschiedliche Veranstaltungsformate und Netzwerke entwickelt. Das nächste Pilotprojekt unter dem Stichwort “”Diakonie heute” findet für Mitarbeitende der Altenhilfe vom 25. bis 27.09. im südthüringischen Brotterode statt. In einer begleitenden wissenschaftlichen Untersuchung werden die Auswirkungen der Bildungsinitiative auf das Netzwerk der Diakonie ermittelt und ausgewertet.

Wer ist der Chef der Diakonie?

Der Präsident Pfarrer Ulrich Lilie (geboren 1957) ist seit 2014 Präsident der Diakonie Deutschland, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung und seit 2023 Vize-Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW).2011 bis 2014 war er Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung Düsseldorf.

  • Bis 2011 arbeitete er unter anderem als Krankenhausseelsorger und Gemeindepfarrer mit dem Zusatzauftrag der Leitung und Seelsorge im Hospiz am Evangelischen Krankenhaus.
  • Vier Jahre versah er außerdem das Amt des Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorfs.
  • Lilie studierte als Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst evangelische Theologie an den Universitäten Bonn, Göttingen und Hamburg und wurde 1989 zum Pfarrer ordiniert.

Ulrich Lilie ist verheiratet mit der Pfarrerin Kirsten Lilie. Das Ehepaar hat vier Kinder. Mandate:

Bank für Sozialwirtschaft, Aufsichtsrat Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Vizepräsidentschaft Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen für Diakonie und Entwicklung (AeK), Vorstandsmitglied Stiftung Kronenkreuz, Mitglied im Vorstand Bundesstiftung Diakonie, Vorstandsvorsitzender Kammer für Öffentliche Verantwortung (EKD), Mitglied ZDF-Fernsehrat, Mitglied ARTE Deutschland, Programmbeirat

© Diakonie/Anieke Becker Ulrich Lilie im Gespräch mit einem Vater in einem Flüchtlingscamp in Idomeni Ulrich Lilie berichtet regelmäßig in seinem über den Alltag als Vorstand und vor allem über Themen, die ihm als Diakoniepräsident wichtig sind. : Der Präsident

Was ist die Innere Mission?

Die „Innere Mission” Abb.: Ein Beispiel für „Äußere Mission”, hier auf Nauru 1916-1917. Foto: TJ McMahon, NAA: R32, Vol.116/32. Quelle: Wikimedia Commons (gemeinfrei). Der Begriff Innere Mission, der sich auch heute noch in dem Logo der Diakonie als „I” und „M” wiederfinden lässt, stammt von Wichern selbst. Er hatte diesen Begriff 1836 als Pendant zu der schon seit längerem bestehenden „Äußeren Mission” geschaffen, deren Angelegenheit die Bekehrung der Anders- oder Nichtgläubigen war.

Wichern definierte den Begriff Innere Mission in seiner ersten programmatischen Schrift unter dem Titel Notstände der protestantischen Kirche und die Innere Mission 1844 als „eine geordnete Arbeit der gläubigen Gemeinde in freien Vereinen, die Arbeit, mit welcher der Wiederaufbau des Reiches Gottes an den von den Ämtern des Staates und der Kirche unerreichbaren, innern und äußern Lebensgebieten innerhalb der Christenheit () bezweckt wird.

Die innere Mission schließt ebenso wesentlich in sich das Bekenntnis des Glaubens durch die Tat der rettenden Liebe ( ein)” (Zit. nach Meinhold 1958, S.235). Mit Hilfe der Inneren Mission wollte Wichern eine Regeneration und Reformation der Gesellschaft durch das Christentum befördern.

Wieso gibt es Diakonie?

Diakonie Geschichte kompakt “Jede Arbeit soll zuerst mit dem Herzen, dann mit den Händen oder mit der Zunge geschehen.” (Johann Hinrich Wichern) Geburtsstunde der organisierten Diakonie ist das Revolutionsjahr 1848. Eine Zeit, in der Armut und soziale Not infolge von wachsender Bevölkerung, beginnender Industrialisierung, Landflucht und gescheiterter Reform rasant zunahmen.

Auf dem ersten evangelischen Kirchentag in Wittenberg wurde der “Central-Ausschuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche” ins Leben gerufen, die Vorläuferorganisation des heutigen Diakonischen Werks der EKD. Treibende Kraft dahinter war der Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881), der im selben Jahr in Hamburg die erste deutsche Stadtmission gegründet hatte.

Sein Grundgedanke: Helfen aus christlicher Verantwortung. Seit 1833 leitete er das “Rauhe Haus” in Hamburg, ein so genanntes Rettungshaus für gefährdete Kinder und Jugendliche, das als Vorreiter der modernen Heimerziehung gilt. Wichern wollte, dass “alles von allen und jeder von jedem beaufsichtigt wird”, wie er in seinem 5.

Jahresbericht im Jahr 1839 schreibt. Nach dem Vorbild einer Familie wohnten hier jeweils zwölf Kinder mit ihren Betreuern in eigenen kleinen Häusern zusammen. Gleichzeitig war das Rauhe Haus auch Ausbildungsstätte für Diakone. Die Bezeichnung “Diakon” kommt bereits in der Bibel vor und leitet sich vom Oberbegriff “Diakonie” ab.

Im Neuen Testament steht sie für den “Dienst” der Gemeinde an dem hilfsbedürftigen Nächsten. Aufgabe des Diakons ist die Sorge um die Armen in der Gemeinde. Diakonissen waren das weibliche Pendant dazu. Seit jeher war Armenpflege also Bestandteil christlicher Gemeinden.

  1. Neu war jetzt aber die gezielt sozialpädagogische Ausbildung, womit der Grundstein für die moderne professionelle Sozialarbeit gelegt wurde.
  2. Mit dem Central-Ausschuss wurde der gemeinsame überregionale organisatorische Rahmen geschaffen.
  3. Überall in Deutschland entstanden seit 1848 regionale und lokale Zusammenschlüsse der Inneren Mission, ein Netzwerk aus Vereinen und Verbänden, die beispielsweise evangelische Krankenhäuser, Pflegeheime und Stadtmissionen gründeten.

Eine dieser großen Einrichtungen war Bethel, die “Rheinisch-Westfälische Anstalt für Epileptische”, die Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910) von 1872 bis zu seinem Tod leitete. Mit ihm wuchs die Anstalt – von 25 Epileptischen auf eine 4.000.Bewohner-Siedlung mit eigenen landwirtschaftlichen und handwerklichen Betrieben, in denen auch die Patienten beschäftigt waren – ein wegweisendes Modell für zahlreiche ähnliche Einrichtungen im In- und Ausland.

  • Mit rund 20.000 Plätzen für behinderte, kranke und sozial schwache Menschen und 15.300 Mitarbeitern gilt Bethel heute als das größte diakonische Unternehmen in Europa.
  • Im Kaiserreich und vor allem in der Weimarer Republik beteiligte sich die Diakonie stark am Aufbau des deutschen Sozialstaats.
  • Als Verband der Freien Wohlfahrtspflege bildet die Diakonie seither eine wesentliche Säule unseres Sozialsystems, das gleichermaßen aus freien und öffentlichen Trägern besteht.1933 begannen die Nationalsozialisten, die Wohlfahrtsverbände gleichzuschalten.

Infolge des “Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” wurden auch in diakonischen Einrichtungen zahlreiche Sterilisationen durchgeführt. Nach Kriegsbeginn ging der NS-Staat systematisch dazu über, behinderte und psychisch kranke Menschen zu töten.

  • Dieser sogenannten “Euthanasie” fielen auch Tausende Patienten aus evangelischen Einrichtungen zum Opfer.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet.
  • Das Hilfswerk verteilte zunächst Hilfssendungen, die von Partner-Kirchen im Ausland nach Deutschland kamen.

Kriegsheimkehrer, Vertriebene und Flüchtlinge wurden in Lagern betreut und bei der Integration unterstützt.1957 schlossen sich Zentralausschuss und Hilfswerk unter dem Namen “Innere Mission und Hilfswerk der EKD” zusammen. Durch die Gründung des “Diakonischen Werkes der EKD e.V.” im Jahre 1975 wurde das Hilfswerk der EKD formal aufgelöst.

Wie viele diakonien gibt es in Deutschland?

Die Diakonie in Zahlen Ca.10 Millionen Menschen erhalten von der Diakonie Betreuung, Beratung, Pflege und medizinische Versorgung. Nach der neuen Einrichtungsstatistik sind 599.770 Mitarbeitende bundesweit tätig. In den rund 33.031 Einrichtungen mit ihren stationären und ambulanten Angeboten gibt es 1,2 Millionen Plätze beziehungsweise Betten.

  • Mehr als zehn Millionen Menschen nutzen jährlich die Diakonie, etwa 700.000 Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit.
  • Den größten Anteil aller zur Verfügung stehenden Plätze stellt die Jugendhilfe (643.447), was einem Anteil von 53 Prozent entspricht.
  • Die Altenhilfe (195.884) und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung (175.955) haben einen Anteil von 16 Prozent bzw.15 Prozent.

Die Krankenhilfe bietet 62.110 Menschen Platz (fünf Prozent) und die Hilfe für Personen in besonderen sozialen Situationen 34.824 Menschen (drei Prozent). Die Familienhilfe (9.413) und die sonstigen Hilfen (89.824) nehmen ein Prozent beziehungsweise sieben Prozent ein.

Welche Rechtsform ist die Diakonie?

05.2021: Wegweiser zu Rechts­formen und der Gemeinnützigkeit in der Diakonie Die diakonischen Aufgaben werden durch Unternehmen in verschiedenen Rechtsformen erfüllt. Die diakonischen Unternehmen sind gemeinnützig. Gemeinnützigkeitsrechtliche Vorgaben bestimmen maßgeblich das innere Organisationsrecht und die Geschäftsführung eines Unternehmens.

  • Je nach Aufgabe muss eine angemessene Rechtsform gefunden werden.
  • Schon das Finden der optimalen Lösung kann so anspruchsvoll sein, dass es die Möglichkeiten der bestehenden Struktur überfordert.
  • Darüber hinaus ist immer zu bedenken, dass der langfristige Erfolg eines Unternehmens auch dadurch bestimmt wird, wie gut die Rechtsform zu der Aufgabe passt und sich an bevorstehende Änderungen – also sich verändernde Bedingungen und Ansprüche – anpassen lässt.

Eine gute Bestandsaufnahme, Zielbestimmung und Planung sind elementar und können zur Entscheidung für die eine oder andere Rechtsform führen. Die Einhaltung der dabei zu beachtenden gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorgaben wird periodisch durch die Finanzverwaltung kontrolliert.

Es kann sich in diesem Zusammenhang auch anbieten, Erstellung und/oder Betrieb einer neuen Aufgabe in eine eigene Organisation auszugliedern. Dabei stellen sich Fragen zur Rechtsform und zur Gemeinnützigkeit dieser Organisation. Die in der Sozialwirtschaft anzutreffenden Rechts- und Organisationsformen sind vielfältig und unterliegen einem stetigen Wandel.

Dieser Text gibt einen Überblick. : 05.2021: Wegweiser zu Rechts­formen und der Gemeinnützigkeit in der Diakonie

Wie viel Eigenkapital braucht man für eine Finanzierung?

ein bereits bezahltes Baugrundstück –

Unsere Empfehlung: Mindestens 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten für den Erwerb Ihrer Immobilie sollten durch eigenes Kapital abgedeckt werden. Besser sogar noch mehr. Denn je höher Ihr Anteil an Eigenkapital ist, umso weniger Kredit müssen Sie für die Finanzierung aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Pfarrer und Diakon?

Diakon*innen vermitteln als Assistent*innen von katholischen, orthodoxen oder anglikanischen Priestern und evangelischen Pfarrer*innen die religiöse Botschaft ihrer Kirche.

Was ist höher Diakon oder Pfarrer?

Gemeindeebene: Pfarrer, gleichbedeutend mit Pastor. Diakon.

Ist ein Diakon verheiratet?

Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst im Hinblick auf Ehe und Familie 28. September 1995 Vorwort Die nachfolgend veröffentlichten “Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst im Hinblick auf Ehe und Familie” und die ergänzenden “Erläuterungen” wurden von der Vollversammlung der Bischofskonferenz am 28.

September 1995 in Fulda verabschiedet. Die Neufassung ersetzt die entsprechenden Texte, die von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 7. März 1979 verabschiedet worden sind. Die überarbeiteten “Richtlinien” wollen auf der Grundlage der “Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse” vom 22.

September 1993 zur Rechtsbereinigung beitragen: sowohl im Blick auf die Rechtssicherheit der Entscheidungsträger, aber auch als rechtzeitige Information über persönliche Anforderungen für Bewerber/ -innen und Interessenten/innen für die betroffenen pastoralen Berufe (Gemeindereferenten, Pastoralreferenten, Pfarrhelfer, Ständige Diakone).

  1. Die “Erläuterungen” in der Fassung von 1979 mußten vielfältige Anfragen und Diskussionen auffangen und haben den pastoralen Sinn der rechtlichen Vorgabe ausführlich erläutert.
  2. Die jetzt verabschiedeten Erläuterungen zu den überarbeiteten Richtlinien beschränken sich auf Hinweise, die die Anwendung der Richtlinien für Dienstgeber und Dienstnehmer erleichtern bzw.
See also:  Was Macht Ein Projektmanager?

die rechtliche Vorgabe ergänzend begründen. Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst im Hinblick auf Ehe und Familie Der pastorale Dienst stellt an die persönliche Lebensführung Anforderungen, die über das für einen jeden Christen geltende Maß hinausgehen.

Wer einen pastoralen Dienst übernimmt, ist verpflichtet, “sich grundsätzlich mit der Kirche und ihrer Lehre zu identifizieren” (Synodenbeschluß: Die pastoralen Dienste in der Gemeinde, 3.4.1). Dies gilt insbesondere auch für die grundsätzliche und praktizierte Einstellung zu Ehe und Familie. Geistlich und praktisch können Ehe und Familie dessen, der einen kirchlichen Dienst ausübt, von der Tätigkeit für die Kirche nicht unberührt bleiben.

Deshalb macht eine Einstellung zu Ehe und Familie, die im Widerspruch zu Grundsätzen der katholischen Glaubens- und Sittenlehre steht, den pastoralen Dienst unglaubwürdig und unfruchtbar. Diese Zusammenhänge erfordern folgende Regelungen: 1. Im pastoralen Dienst ist das persönliche Lebenszeugnis im Sinne der Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre, insbesondere auch im Hinblick auf Ehe und Familie, erforderlich.

  • Damit verträgt sich kein partnerschaftliches Zusammenleben ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung.2.
  • Wer eine religionsverschiedene Ehe eingehen will oder in einer solchen lebt, kann nur in begründeten Ausnahmefällen zum pastoralen Dienst zugelassen werden oder ihn fortsetzen.
  • In diesen Fällen gelten die für konfessionsverschiedene Ehen festgelegten Bestimmungen über die kanonische Eheschließungsform und die Kindererziehung der Ziffern 3 und 4 sinngemäß.3.

Wer eine konfessionsverschiedene Ehe eingehen will oder in einer solchen lebt, kann mit der Zustimmung des Diözesanbischofs, die dieser unter Abwägung aller pastoralen Momente erteilen kann, zum pastoralen Dienst zugelassen werden oder ihn fortsetzen.

Dabei ist auch zu berücksichtigen, ob die Ehe nach der kanonischen Eheschließungsform geschlossen wird oder wurde.4. Ein Katholik, in dessen Ehe – sei sie mit einem katholischen Partner geschlossen oder sei sie eine konfessionsverschiedene Ehe – die Kinder nicht in der katholischen Kirche getauft und nicht im katholischen Glauben erzogen werden, kann einen pastoralen Dienst nicht ausüben.5.

Ein Katholik, dessen kirchenrechtlich gültige Ehe nach staatlichem Recht geschieden ist und der sich ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung wiederverheiratet, kann zum pastoralen Dienst nicht zugelassen werden oder ihn fortsetzen.6. Für die Zulassung zum pastoralen Dienst gelten ferner die Bestimmungen der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse (vom 22.

September 1993). Erfüllt jemand die Voraussetzungen für die Fortsetzung des pastoralen Dienstes nicht mehr, so richtet sich eine Weiterbeschäftigung im kirchlichen Dienst ebenfalls nach der Grundordnung.7. Die vorstehenden Regelungen gelten für Pastoralassistenten(innen), Pastoralreferenten(innen), Gemeindeassistenten(innen), Gemeindereferenten( innen) und Pfarrhelfer(innen).

Für die Anforderungen an Religionslehrer(innen) und Katecheten(innen) gelten die Richtlinien über die Verleihung der Missio canonica.8. Für Ständige Diakone gelten die vorstehenden Regelungen mit folgenden ergänzenden Bestimmungen: Zum Ständigen Diakonat kann nicht zugelassen werden, wer in einer religionsverschiedenen Ehe lebt.

Wer in einer konfessionsverschiedenen Ehe lebt, kann nur in begründeten Ausnahmefällen zum Ständigen Diakonat zugelassen werden. Die Scheidung einer kirchenrechtlich gültigen Ehe nach staatlichem Recht kann ein Grund für die Nichtzulassung zum Ständigen Diakonat oder für die Versetzung in den Ruhestand bzw.

die Entpflichtung gemäß § 7 der dienstrechtlichen Bestimmungen sein (Teil II der “Rahmenordnung für die Ständigen Diakone in der Bundesrepublik Deutschland” vom 24. Februar 1994). Die kirchenrechtlich ungültige Eheschließung ist ein Grund für die Nichtzulassung zum Ständigen Diakonat oder für die Versetzung in den Ruhestand bzw.

die Entpflichtung gemäß § 7 der dienstrechtlichen Bestimmungen (Teil II der “Rahmenordnung für die Ständigen Diakone in der Bundesrepublik Deutschland” vom 24. Februar 1994). Erläuterungen zu den “Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst im Hinblick auf Ehe und Familie” Die Deutsche Bischofskonferenz hat die vom 7.

März 1979 stammenden “Richtlinien über persönliche Anforderungen an Diakone und Laien im pastoralen Dienst im Hinblick auf Ehe und Familie” im Anschluß an die “Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse” (vom 22. September 1993) überarbeitet.

  1. Die Richtlinien werden von den Diözesanbischöfen in den einzelnen Bistümern in Kraft gesetzt.
  2. Die Richtlinien sind eine Konkretisierung des von den im pastoralen Dienst Tätigen geforderten persönlichen Lebenszeugnisses im Sinne der Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre (Art.4 Abs.1 der Grundordnung) sowie eine Präzisierung der an Verheiratete, die im pastoralen Dienst tätig sind, gerichteten Erwartung, Ehe, Familie und Dienst aus der von Jesus Christus vorgelebten Liebe heraus in eine fruchtbare Einheit zu bringen (Rahmenstatut für Gemeindereferenten/Gemeindereferentinnen in den Bistümern der Bundesrepublik Deutschland vom 10.

März 1987, 3.4; Rahmenstatut für Pastoralreferenten/Pastoralreferentinnen in den Bistümern der Bundesrepublik Deutschland vom 10. März 1987, 3.4; Rahmenordnung für Ständige Diakone in den Bistümern der Bundesrepublik Deutschland vom 24. Februar 1994, 3.5).

Zu 1.: Die Übereinstimmung von verkündeter und vertretener Botschaft mit dem persönlichen Leben ist im pastoralen Dienst unerläßlich. Deshalb wird von Personen, die in den pastoralen Dienst aufgenommen werden wollen oder bereits in ihm tätig sind, gefordert, daß sie ihre personalpartnerschaftliche Gemeinschaft in einer kirchenrechtlich gültigen Ehe leben.

Aus einem partnerschaftlichen Zusammenleben ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung ergeben sich deshalb Konsequenzen für die Möglichkeit einer Anstellung oder Weiterbeschäftigung im pastoralen Dienst. Zu 2.: Eine religionsverschiedene Ehe ist die Ehe eines Katholiken mit einem ungetauften Partner.

Dieser kann sowohl ein Angehöriger einer nichtchristlichen Religion sein (z.B. Muslim, Buddhist) als auch ein Ungetaufter ohne religiös-weltanschauliche Bindung. Auch wenn es möglich ist, daß ein Katholik eine kirchenrechtlich gültige Ehe mit einem Ungetauften eingeht (nach Dispens = Befreiung vom Ehehindernis durch den Ortsordinarius, vgl.c.1086 CIC), so erschwert das Leben in einer religionsverschiedenen Ehe in aller Regel die Ausübung eines pastoralen Dienstes erheblich.

Dies betrifft sowohl das persönliche Glaubens- und Lebenszeugnis des im pastoralen Dienst Tätigen und in einer nichtsakramentalen Ehe Lebenden, als auch die Glaubwürdigkeit vor der Gemeinde. Deshalb kann eine Zulassung zum pastoralen Dienst oder die Fortsetzung eines solchen nur in begründeten Ausnahmefällen erfolgen.

  1. Der jeweilige Diözesanbischof entscheidet, ob er in begründeten Ausnahmefällen in religionsverschiedenen Ehen lebende Bewerber zuläßt oder bereits im Dienst Stehende weiterbeschäftigt.
  2. Da auch die Situation der jeweiligen Diözese in die Entscheidung des Diözesanbischofs eingeht, kann die Praxis von Diözese zu Diözese verschieden sein.

Innerhalb ein und derselben Diözese wird der Diözesanbischof neben den persönlichen Momenten des je einzelnen Paares auch objektive Momente in seine Entscheidung einbeziehen. Da die Entscheidung des Diözesanbischofs auch vom Grad der Beheimatung der jeweiligen religionsverschiedenen Ehe in der katholischen Kirche abhängt, gelten die Erläuterungen zu den Nr.3 und 4 der Richtlinien über die kanonische Eheschließungsform und die Kindererziehung entsprechend.

Zu 3.: Eine konfessionsverschiedene Ehe ist die Ehe zwischen einem Katholiken und dem Angehörigen einer nichtkatholischen christlichen Konfession. Obwohl nach dem Verständnis der katholischen Kirche die konfessionsverschiedene Ehe, als Ehe zwischen Getauften, eine sakramentale Ehe ist und auf diese Weise ein besonderes Zeichen für die personal-partnerschaftliche Gemeinschaft des Lebens und der Liebe, des dauerhaften Bundes vor Gott und den Menschen darstellt, kann das Fehlen der vollen Einheit der Partner im Glauben und die Zugehörigkeit zu verschiedenen christlichen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften die Ausübung eines pastoralen Dienstes behindern.

Eine Zulassung zum pastoralen Dienst oder die Fortsetzung eines pastoralen Dienstes hängt deshalb von der Zustimmung des Diözesanbischofs ab, die dieser unter Abwägung aller pastoralen Momente erteilen kann. Bei der Erteilung der Zustimmung berücksichtigt er auch, ob die Ehe in der kanonischen Eheschließungsform geschlossen wird.

Auch wenn es dem Katholiken, der eine konfessions- oder religionsverschiedene Ehe eingehen will, möglich ist, mit Dispens von der kanonischen Eheschießungsform in einer anderen öffentlichen Form eine kirchenrechtlich gültige Ehe einzugehen (vgl.c.1127 § 2 CIC), so wird für die im pastoralen Dienst Tätigen die Einhaltung der kanonischen Eheschließungsform, d.h.

der Eheabschluß in der katholischen Kirche, als wichtiges Indiz für die notwendige Beheimatung der Ehe in der katholischen Kirche gewertet. Zu 4.: Von einem im pastoralen Dienst Tätigen wird im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit des persönlichen Lebenszeugnisses vor der Gemeinde mit Recht erwartet, daß seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und im katholischen Glauben erzogen werden.

Da die religiöse Erziehung immer Sache beider Eltern ist, und vom im pastoralen Dienst Tätigen die katholische Taufe und Kindererziehung auch in konfessions- und religionsverschiedenen Ehen erwartet wird, sollte insbesondere der nichtkatholische Partner eines sich für den pastoralen Dienst Bewerbenden, bevor er seine Einverständniserklärung mit der Übernahme des pastoralen Dienstes durch seinen Ehepartner gibt, auf diese Anforderungen und die eventuellen Konsequenzen bei Nichteinhaltung hingewiesen werden.

Zu 5.: Nach katholischem Eheverständnis ist die Wiederverheiratung eines in kirchenrechtlich gültiger Ehe Lebenden und nach staatlichem Recht Geschiedenen zu Lebzeiten des Partners nicht möglich. Wer dennoch eine Wiederverheiratung ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung vornimmt, wird zum pastoralen Dienst nicht zugelassen.

  1. Da es sich bei einer Wiederverheiratung ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung um einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß handelt, ist eine Weiterbeschäftigung im pastoralen Dienst ausgeschlossen (vgl.
  2. Art.5 Abs.3 der Grundordnung ).
  3. In Anbetracht der Verantwortung des Dienstgebers für das Wohl der im pastoralen Dienst Tätigen und für die Gemeinden sollte ein nach staatlichem Recht geschiedener Bewerber für einen pastoralen Dienst eigens auf die Folgen einer möglichen Wiederverheiratung ohne kirchenrechtlich gültige Eheschließung hingewiesen werden.

Zu 6.: Für die arbeitsrechtliche Beurteilung der Tätigkeit im pastoralen Dienst ist die Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse maßgebend. Einstellungsvoraussetzungen und Loyalitätobliegenheiten für die im pastoralen Dienst Tätigen sind in Art.3 Abs.2 und Art.4 Abs.1 der Grundordnung geregelt.

Darüber hinaus gelten für sie die an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellenden Anforderungen (Art.3 und 4 der Grundordnung). Erfüllt jemand die Voraussetzungen für die Fortsetzung des pastoralen Dienstes nicht mehr, so richtet sich die Weiterbeschäftigung nach Art.5 der Grundordnung. Die Grundordnung differenziert zwischen besonders schwerwiegenden Loyalitätsverstößen, die eine Weiterbeschäftigung von im pastoralen Dienst Tätigen ausschließen (Art.5 Abs.3 der Grundordnung) und anderen Verstößen, bei denen die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung von Einzelfallumständen abhängig gemacht werden kann (Art.5 Abs.4 der Grundordnung).

Bei der Prüfung der Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung im kirchlichen Dienst ist auch zu berücksichtigen, ob eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter die Lehre der Kirche bekämpft oder sie anerkennt, aber im konkreten Fall versagt (Art.5 Abs.4 der Grundordnung).

Zu 7.: Während die Grundordnung für die im pastoralen, katechetischen und erzieherischen Dienst Tätigen sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund einer Missio canonica tätig sind, das persönliche Lebenszeugnis im Sinne der Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre fordert (Art.4 Abs.1 der Grundordnung), beziehen sich die Nr.1-6 der “Richtlinien” ausschließlich auf die in Nr.7 benannten Laien im pastoralen Dienst und zwar nur im Hinblick auf Ehe und Familie.

Die in Art.4 Abs.1 der Grundordnung und die in den Richtlinien aufgeführten Personenkreise sind also nicht identisch. Zu 8.: Vom Ständigen Diakon wird erwartet, daß er in der Regel mit einer katholischen Partnerin verheiratet ist. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann der Diözesanbischof einen in einer konfessionsverschiedenen Ehe Lebenden zum Ständigen Diakonat zulassen.

Bereits die Scheidung einer kirchenrechtlich gültigen Ehe nach staatlichem Recht – nicht erst die Wiederverheiratung – kann den Diözesanbischof unter Abwägung aller pastoralen Gründe des Einzelfalls dazu führen, daß ein Bewerber nicht zum Ständigen Diakonat zugelassen wird bzw. daß ein Ständiger Diakon nicht weiterbeschäftigt wird.

Der Diözesanbischof kann im Einzelfall auch anders handeln. Schließt jemand eine kirchenrechtlich ungültige Ehe, dann kann er als Bewerber nicht zum Ständigen Diakonat zugelassen werden und als Ständiger Diakon nicht weiterbeschäftigt werden. Es greifen die dienstrechtlichen Bestimmungen der Rahmenordnung für die Ständigen Diakone vom 24.

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Wie viel bekommt man als Nonne?

Wer aussteigt, hat nichts – Denn ohne den Orden sind die Ex-Schwestern ein Fall für Hartz IV. Sie haben ein Leben in völliger Sicherheit aufgegeben. Schließlich verspricht die Glaubensgemeinschaft, sich bis zum Tod um sie zu kümmern. Der Orden stellt das schwarz-weiße Ordenskleid, sorgt für Essen und Wohnung und finanziert sogar ein Studium.

Mit den Sozialkassen kann er wegen solch umfassender Fürsorge Sonderverträge schließen. Schwestern zahlen keine Beiträge in die Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Wer aus einem derart geschlossenen System aussteigt, hat hingegen nichts. Nicht mal ein Bett. Auch das Sparbuch ist leer, denn Nonnen bekommen kein Gehalt.

Ohne Job müssten die Frauen jetzt Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen, schließlich sind sie jünger als 65 und haben bewiesen, dass sie mindestens drei Stunden am Tag arbeiten können. Hartz IV heißt 345 Euro im Monat plus Mietzuschuss.

Kann man verheiratet Nonne werden?

Schwester Rachel: Nein, das würde mich nur wenig erschüttern. Aber es gibt kirchenrechtliche Bestimmungen für einen Eintritt: Man muss Taufe sowie Firmung nachweisen und volljährig sein. Zudem darf man nicht verheiratet oder für jemanden verantwortlich sein, der nicht eigenständig leben kann.

Warum darf eine Nonne nicht heiraten?

Im 12. Jahrhundert wurde der Zölibat Pflicht – Was mehr als tausend Jahre lediglich als Ideal galt, wurde im 12. Jahrhundert Kirchengesetz. Unter Papst Innozenz II. beschloss man 1139 auf dem zweiten Lateran-Konzil, den Zölibat für christliche Priester auf der ganzen Welt zur Pflicht zu machen.

Bestehende Ehen von Geistlichen wurden für ungültig erklärt. Die spirituelle Begründung für die Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit lautete “um des Himmelreiches willen”. Es gab aber auch weltliche Gründe: Die Kirchengüter sollten bewahrt und vermehrt werden. Schließlich vererbten verheiratete Priester ihren Besitz ihren Kindern.

Das Hab und Gut alleinstehender Kleriker fiel dagegen nach deren Tod der Kirche zu. Auf dem Papier war der Zölibat mit dem Konzilbeschluss endgültig festgeschrieben, aber nicht alle Priester hielten sich daran. Viele weigerten sich, ihre Frauen und Kinder zu verlassen.

  1. Auch in den folgenden Jahrhunderten konnte bei vielen Klerikern keine Rede von bedingungsloser Keuschheit sein.
  2. Der Bischof von Basel soll 20 Kinder gezeugt haben, der Bischof Heinrich von Lüttich sogar mehr als 60.
  3. Selbst Päpste nahmen das Enthaltsamkeitsversprechen nicht immer ernst: So soll Innozenz VIII.

im 15. Jahrhundert 16 Kinder gehabt haben, sein Nachfolger Alexander VI. immerhin fünf.

Was bedeutet Feierabend für Diakonissen?

Erfahrungen im Alltag als Diakonisse – Als Diakonisse verbringt Heidrun Sigmund ihr Leben in einer Lebens- und Glaubensgemeinschaft mit anderen Diakonissen. Sie lebt ehelos und enthaltsam, trägt eine Tracht und gibt das Geld, das sie verdient, bis auf ein kleines Taschengeld in die Gemeinschaftskasse.

  1. Bei uns gibt es keinen Neid”, betont sie.
  2. Auch in der Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit hat sie ihr Glück gefunden: „Eine Familie mit vielen Kindern, das war früher mein Traum, doch als Diakonisse bin ich nicht an eine eigene Familie gebunden und dadurch frei für den Dienst dort, wo ich gerade gebraucht werde.

So kann ich mich den Menschen widmen, die Hilfe benötigen.” Das sei für sie das Schönste daran, eine Diakonisse zu sein. Ihre Tracht würde Schwester Heidrun heute “nie mehr abgeben”. Sie trägt sie sogar auf der Zugfahrt in den Urlaub, als Erkennungszeichen.

Sind Diakonissen evangelisch?

Praktizierte Nächstenliebe – Hilfe für Menschen in Not und in sozial ungerechten Verhältnissen ist für Christinnen und Christen eine ständige Verpflichtung. Denn der Glaube an Jesus Christus und die praktizierte Nächstenliebe gehören zusammen. Das zeigt auch das Wort „Diakonie”: unter diakonia versteht man im Altgriechischen alle Aspekte des Dienstes am Nächsten.

Die Diakonie setzt sich im In- und Ausland für bedürftige Menschen ein – für Kranke und Pflegebedürftige, für Arme und Notleidende. Die Diakonie arbeitet mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Teams. Mehr zur den Hilfsprojekten erfahren Sie auf der Website der Diakonie Deutschland. mehr erfahren Die Diakonie ist der soziale Dienst der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dazu gehören rund 30.000 Einrichtungsangebote im Bereich soziale Arbeit, Gesundheitswesen und Jugend- und Erziehungshilfe. mehr erfahren Seit über 60 Jahren ist die Diakonie Katastrophenhilfe auf der ganzen Welt tätig, um dort Hilfe leisten zu können, wo Menschen in Not sind. Jährlich werden durchschnittlich 150 Hilfsmaßnahmen gefördert und den Menschen so die Chance ermöglicht wieder annehmbare Lebensbedingungen zu erreichen. mehr erfahren

Kann man als Frau Diakon werden?

Eine Diakonin (von altgriechisch diákonos „Diener, Helfer”) bekleidet ein geistliches Amt innerhalb der Kirche, den Diakonat, Diakoninnen gibt es in verschiedenen Kirchen, in denen auch Frauen ordiniert werden, beispielsweise in den meisten evangelischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen,

Die römisch-katholischen und die orthodoxen Kirchen weihen keine Diakoninnen, mit Ausnahme der Kirche von Griechenland,2004 entschied die Heilige Synode der Kirche Griechenlands, dort nach Maßgabe des jeweiligen Ortsbischofs Frauen zum Diakonat zuzulassen. Eine Diakonin übt wie ein Diakon ein kirchliches Amt aus und ist in einer Kirchengemeinde im Auftrag des Landesbischofs tätig.

Sie ist dem Gemeindeleiter unterstellt. Die Hauptaufgabe einer Diakonin ist die Verbindung von Seelsorge und sozialer Tätigkeit, beispielsweise Alten- und Krankenseelsorge. Biblische Quellen (etwa Apostelgeschichte 6,1–7 EU ) lassen darauf schließen, dass der Diakonat nur für Männer vorgesehen war.

  1. Verschiedene frühchristliche Zeugnisse wie die apostolischen Konstitutionen legen nahe, dass es in der frühen Christenheit auch Diakoninnen gab, das Amt aber (für Männer wie Frauen) keine Vorstufe zum Priesteramt, sondern ein eigenständiger Dienst war.
  2. Im frühen Christentum wurde der Dienst der Diakonin (in älterer Literatur auch Diakonisse genannt) von Frauen ausgeübt, wie etwa die Didaskalia Apostolorum des 3.

Jahrhunderts bezeugt, und war laut Evangelos Theodorou bis zum Fall Konstantinopels im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Die Weihe von Frauen in der Westkirche war hingegen seltener und endete im 11. Jahrhundert mit der Besetzung des römischen Episkopats mit deutschen Päpsten.

Was sind diakonische Werte?

Diakonie Mitteldeutschland https://www.diakonie-mitteldeutschland.de Christoph Victor Bereichsleiter Theologie Merseburger Straße 44, 06110 Halle Telefon (0345) 12299-250 E-Mail [email protected] Download vCard Wie wird „Diakonie” im Arbeitsalltag gelebt? Wie kann man Mitarbeitenden diakonische Werte vermitteln und was ist eigentlich diakonisch? Welche Rolle spielt der Glaube? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich die Bildungsinitiative der Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie ist die Lebens- uns Wesensäußerung der Evangelischen Kirche und im christlichen Glaube tief verwurzelt. (Foto: Archiv) Mehr als nur ein Leitbild Der sehr abstrakte Begriff des Diakonischen Profils beschreibt nicht einfach nur den „Markenwert”, der zur „Verkaufsförderung” des Angebotes diakonischer Einrichtungen dient.

Das diakonische Profil ist ein Selbstverständnis, im besten Fall erkennbar auf allen Ebenen einer Einrichtung. Durch dieses Selbstverständnis wird die eigene Identität im Arbeitsablauf bestimmt und das Handeln und die Leistungserbringung beeinflusst. Ganz konkret gibt das diakonische Profil den Mitarbeitenden Antworten auf Fragen, wie: Welche Rolle spielt der Glaube in meiner täglichen Arbeit? An welchen Wertvorstellungen orientiere ich mich? Wie verhalte ich mich gegenüber Klienten und Kollegen? Wie kann ich die Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde vor Ort gestalten? Der Prozess der Profilentwicklung ist sehr dynamisch, Antworten auf diese Fragen variieren und werden auf den einzelnen Organisationsebenen entwickelt und reflektiert.

Die Bildungsinitiative mit ihren Veranstaltungen liefert hier notwendige Gesprächs- und Austauschformate. Was sind diakonische Werte? Fragt man einzelne Mitarbeitende nach wichtigen Werten der Diakonie, erhält man vor allem folgende Antworten: Nächstenliebe und Toleranz, emphatischer Umgang miteinander, Verständnis und Menschlichkeit, Wertschätzung, aber auch Verantwortung und Entscheidungskompetenz.

Die Ausgestaltung dieser Werte in der Praxis kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Das reicht vom Verständnis des Vorgesetzten gegenüber einem Mitarbeiter in einer schwierigen persönlichen Situation bis hin zur gelebten Toleranz der Mitarbeiter im Austausch mit Menschen anderer Kulturen, Länder und Religionen in der eigenen Einrichtung.

Religiöse Toleranz ist ein wichtiges Thema. Gerade in Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören viele Mitarbeiter diakonischer Einrichtungen keiner Kirche oder Religion an. Eine gleichwertige Beteiligung aller Mitarbeitenden und die Verständigung auf eine gemeinsame Wertebasis wird zur spannenden Herausforderung.

Die Dienstgemeinschaft als Zentrum diakonischer Arbeit Das Diakonische Profil als Kompass und Orientierung ist nur ein Teil dessen, was in den Augen der Mitarbeitenden „diakonisch” ist. Das Arbeiten in einer Dienstgemeinschaft bzw. das Entwickeln einer gemeinschaftlichen Perspektive gehören genauso dazu, wie das Zusammenspiel von Diakonie und Politik, beispielsweise beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Glaubensfragen und eigene Wertvorstellungen im Arbeitsalltag reflektieren, wie es zum Beispiel im Rahmen von Andachten der Fall ist, stellt ebenfalls ein wichtiges Wesensmerkmal für Diakonie dar. Die 2013 gegründete Bildungsinitiative „Wissen!Warum” hat sich der Stärkung des diakonischen Profils und des Ausbaus der Zusammenarbeit von Diakonie und Kirche verschrieben (Foto: Archiv) Die Werkstattgespräche und Praktikertreffen zu diesen Themen, wie zuletzt im Juli zur Entwicklung von Angeboten diakonischer Kultur in Apolda, setzen wichtige Impulse für Einrichtungen, Fachkräfte und Mitarbeitende.

Bei dieser bundesweiten Veranstaltungsreihe der FAKD wird das Thema diakonischer Bildung und Profilentwicklung immer wieder in das Spannungsfeld der praktischen Arbeit gesetzt. Und im Zusammenhang mit technologischen, demografischen, sozialen und politischen Herausforderungen betrachtet. Bestehende Antworten kommen wieder auf den Prüfstand, neue Fragen werden gestellt.

Die Bildungsinitiative als dynamischer Rahmen begleitet diesen Prozess und geht immer wieder neu der Frage nach, was eigentlich „diakonisch” ist und wie diakonische Arbeit konkret in den Einrichtungen gestaltet werden kann. Vereinfacht geht es darum, dass „Diakonie drin ist, wo auch Diakonie draufsteht!”, wie ein Teilnehmer der Veranstaltungen es treffend zusammenfasste.

  1. Hintergrund: Die Bildungsinitiative „Wissen!Warum” besteht seit Januar 2013 mit dem Ziel, das diakonische Profil zu stärken sowie fachlich geeignete Mitarbeitende zu gewinnen und weiter zu qualifizieren, die dem Glauben und der Kirche verbunden sind.
  2. Die Initiative verfolgt auch das Ziel, das Verhältnis von Kirche und Diakonie zu verbessern sowie das diakonische Wirken im säkularen Umfeld zu reflektieren und zu bewerten.

Dazu wurden unterschiedliche Veranstaltungsformate und Netzwerke entwickelt. Das nächste Pilotprojekt unter dem Stichwort “”Diakonie heute” findet für Mitarbeitende der Altenhilfe vom 25. bis 27.09. im südthüringischen Brotterode statt. In einer begleitenden wissenschaftlichen Untersuchung werden die Auswirkungen der Bildungsinitiative auf das Netzwerk der Diakonie ermittelt und ausgewertet.