Was Macht Die Niere?

Was Macht Die Niere
Niere: Aufgaben und Funktionsweise Die Niere ist ein äußerst wichtiges Organ. Sie filtert täglich rund 1.800 Liter Blut und sorgt dafür, dass über den Urin Gift- und Abfallstoffe (harnpflichtige Substanzen) aus dem Körper ausgeschieden werden. Die Regulierung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper, die langfristige Blutdruckeinstellung und die Aufrechterhaltung des Mineralstoffgleichgewichts fallen ebenfalls in ihren Aufgabenbereich.

  1. Darüber hinaus produzieren die Nieren Vitamin D und Erythropoetin; ein Hormon, das für die Blutbildung wichtig ist.
  2. In der Regel besitzt der Mensch zwei Nieren, die links und rechts vor der Wirbelsäule, etwa auf Höhe der unteren Rippen angesiedelt sind.
  3. Eine Niere ist etwa 9 bis 12 cm lang.
  4. Ihre kleinste Funktionseinheit ist das so genannte Nephron (Nierenfilter), von dem in einer gesunden Niere etwa eine Million existieren.

Dieses filtert die harnpflichtigen Substanzen aus dem Blut heraus. Dazu sind die Nieren mit der Blase über die Harnleiter (Ureter) verbunden. Über die Ureter wird der Urin, der in den Nieren gebildet wird, in die Blase geleitet und von dort mitsamt den gefilterten Giftstoffen schließlich aus dem Körper ausgeschieden.

Was ist die Aufgabe der Nieren?

Die menschlichen Nieren sind wichtig für die Regelung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, des Blutdrucks, des Säure- und Basenhaushalts, für die Entgiftung des Körpers, die Bildung roter Blutkörperchen und die Regelung des Knochenstoffwechsels.

Was filtern die Nieren?

Wie funktioniert das Harnsystem? Die zentralen Organe des Harnsystems sind die Nieren, das „Klärwerk” des Körpers: Sie filtern giftige Stoffe und andere Substanzen, die der Organismus nicht verwerten kann, aus dem Körper. Die Stoffe werden mit dem Harn ausgeschieden, der in den produziert wird.

  • Wasser und Substanzen wie Harnstoff, Harnsäure, Salze oder Aminosäuren werden so aus dem entfernt.
  • Pro Tag fließt das gesamte Blut eines Menschen – 5 bis 6 Liter – etwa 300-mal durch die Nieren.
  • Insgesamt filtern sie also täglich etwa 1700 Liter Blut.
  • Dabei entstehen pro Tag etwa 170 Liter Primärharn – eine Vorstufe des Urins (Sekundärharn).

Im Inneren der Niere befindet sich das Nierenmark, das von kleinen Röhrchen und größeren Sammelrohren durchzogen wird. Während der Primärharn durch dieses Röhrensystem fließt, nehmen die Nierenzellen etwa 99 % der Flüssigkeit und viele noch verwertbare Stoffe wieder auf.

Zugleich geben sie andere Substanzen ab. Übrig bleiben also täglich etwa 1,7 Liter Sekundärharn. Er gelangt von den Nieren durch die Harnleiter in die Harnblase und wird dort gesammelt. Ähnlich wie ein Ballon dehnt sich die Blase, wenn sie sich füllt. in der Blasenwand registrieren die Dehnung und signalisieren dem, dass die Blase voll ist.

Die Harnblase kann maximal etwa 500 (bei Frauen) bis 700 ml Urin (bei Männern) speichern. Harndrang entsteht aber bereits ab einer Blasenfüllung von 150 bis 250 ml. Zum Entleeren der Blase zieht sich der Blasenmuskel zusammen und die Schließmuskeln am Blasenboden entspannen sich, damit der Urin über die Harnröhre abfließen kann.

  1. Bei Männern führt die Harnröhre durch den und ist etwa 20 Zentimeter lang.
  2. Bei Frauen mündet sie oberhalb des,
  3. Da ihre Harnröhre nur 3 bis 5 Zentimeter lang ist, können Keime aus dem Darmausgang bei ihnen leichter in die Blase gelangen.
  4. Dies ist einer der Gründe, weshalb bei Frauen häufiger sind.
  5. Bei älteren Männern kann eine auf Blase und Harnröhre drücken und so das Wasserlassen erschweren.

Für das Wasserlassen und das Anhalten von Urin ist ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln, Nervensignalen und nötig, das von Gehirn und Rückenmark gesteuert wird. Säuglinge und Kleinkinder können die Blasenentleerung noch nicht willentlich steuern – sie lernen dies erst nach und nach.

Zudem muss sich die Muskulatur im Beckenboden, die die Blase stabilisiert, erst entwickeln. Das Gehirn muss lernen, die inneren Organe zu steuern. Die wichtigsten Körperfunktionen sind zwar angeboren, doch die Feinabstimmung der Organe braucht Zeit. Das gilt auch für die Kontrolle der Blase. Dieser Entwicklungsprozess kann bei Kindern sehr unterschiedlich ausfallen und lässt sich nicht beschleunigen.

Bei Babys antwortet das Gehirn auf das Signal „Blase ist voll” spontan, indem es dem Schließmuskel der Blase signalisiert, sich zu entspannen. Er gibt daraufhin die Öffnung zur Harnröhre frei und die, Wenn das Kind älter wird, lernt es, diesem ersten Reflex nicht nachzugeben, sondern die Blase bewusst verschlossen zu halten, bis sich eine Gelegenheit zum Wasserlassen bietet.

Mit ein bisschen Übung funktioniert dies auch im Schlaf. Statt seine Blase zu entleeren, wacht das Kind dann auf. Gleichzeitig entwickelt sich der, Auch die Steuerung bestimmter muss das Gehirn erst lernen. Dazu gehört auch das Hormon, In der frühen Kindheit beginnt das Gehirn, nachts größere Mengen davon freizusetzen.

Das Hormon gelangt über das Blut zu den Nieren und sorgt dort dafür, dass sie die Urinproduktion verringern. Dadurch füllt sich die Blase nicht so schnell und das Kind kann in Ruhe schlafen. Störungen der sind zwar bei Kindern häufiger, können aber grundsätzlich in jedem Alter auftreten.

  • Wenn das Entleeren der Blase willentlich nicht unterdrückt werden kann, spricht man von Harninkontinenz.
  • Wenn der Blasen-Schließmuskel nicht mehr richtig funktioniert, kann der Urin nicht mehr in der Blase gespeichert werden.
  • Ursachen können zum Beispiel eine sehr schwache oder eine Lähmung (gestörte Nervenfunktion) im Bereich des Beckens sein.

Brandes R, Lang F, Schmidt R. Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Berlin: Springer; 2019. IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung. Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien.

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Wie merkt man das mit den Nieren etwas nicht stimmt?

​Ein akutes Nierenversagen wird in der Regel relativ früh durch die deutlich eingeschränkte Flüssigkeitsausscheidung bemerkt. Ein chronisches Nierenversagen hingegen zeigt sich lange Zeit relativ symptomarm bzw. symptomlos. Erst wenn wirklich ein kritische Schwelle des Nierenfunktionsverlusts überschritten wurde, zeigen sich Krankheitserscheinungen, die sich dann auch relativ schnell zu einer bedrohlichen Situation entwickeln können.

Schwer einstellbarer und zunehmender Bluthochdruck. Die versagenden Nieren können überschüssiges Wasser nicht mehr ausscheiden (Volumenhochdruck). Desweiteren kann das RAAS aktiviert werden. Zusätzlich trägt eine Aktivierung des Sympathikus zur Blutdruckerhöhung bei. Leistungsknick. Dafür sind die sich entwickelnde Blutarmut neben der zunehmenden Stoffwechselvergiftung verantwortlich. Wasseransammlung in den Beinen, stetige Gewichtszunahme mit Kurzatmigkeit bis zur lebensbedrohlichen Lungenüberwässerung (= Lungenödem ). Die versagenden Nieren können überschüssiges Wasser nicht mehr ausscheiden. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfälle, Schlafstörungen trotz zunehmender Müdigkeit. Das zunehmende Unvermögen, Harnstoff als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels auszuscheiden, verursacht diese Symptome.

Später verschärfen sich die Probleme, neue kommen hinzu:

Wadenkrämpfe, Steifigkeit, Herzrhythmusstörungen, Verlangsamung der Herzfrequenz. Ursächlich hierfür sind Störungen des Kaliumstoffwechsels. Foetor uraemicus (der Geruch der Betroffenen nach Urin). Im Wesentlichen ist dafür die Ansammlung von Harnstoff verantwortlich. Neurologische Symptome. Sensibilitätsstörungen, Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit sind Folgen der zunehmenden Stoffwechselvergiftung und Elektrolytstörungen. Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels). Kann tödlich verlaufen. Hautveränderungen. Mit der Zeit lagern sich Stoffwechselendprodukte, die bei normaler Nierenfunktion ausgeschieden werden, in der Haut ab. Diese nimmt eine gelblich-gräuliche Farbe ein. Magen-Darm-Blutungen. Die Störungen bei zunehmendem Nierenversagen sind komplex. Der Metabolismus der Blutplättchen wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, so dass das Blut schlechter gerinnt. Knochenbrüche, -verformungen, Wirbelkörpereinbrüche. Störungen im Vitamin-D-Stoffwechsel sowie eine verminderte Phosphatausscheidung führen zum sogenannten sekundären Hyperparathyreoidismus, welcher diese Symptome erzeugt.

Welches Getränk reinigt die Nieren?

Das sollten Sie beim Reinigen und Entgiften der Nieren beachten – Lebensmittel, die viel von diesen Stoffen enthalten, sollten deshalb während der 7-Tage-Nierenentgiftung zumindest reduziert werden. Die zehn wichtigsten Regeln:

Verzichten Sie auf Wurst und rotes Fleisch.Kein Fastfood, keine Fertiggerichte, bitte alles so weit wie möglich selbst zubereiten – dann wissen Sie, was drin ist.Essen Sie viel frisches Gemüse und Obst.Achten Sie täglich auf Ballaststoffe, dabei nicht nur Vollkornbrot, sondern auch zusätzlich Flohsamenschalen oder Leinsamen.Würzen Sie nur sehr sparsam mit Salz, besser mit frischen Kräutern.Verzichten Sie auf Alkohol und Kaffee.Reduzieren Sie Fett und Zucker weitgehend.Trinken Sie täglich rund zwei Liter Wasser. Mehr bringt für die Nierenfunktion nichts, außer Sie schwitzen viel, dann sollten Sie selbstverständlich mehr trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wichtig: Nicht in wenigen großen Portionen, sondern über den Tag verteilt immer mal wieder ein kleines Glas. Das reinigt die Nieren besonders gut.Frisch gepresster Zitronensaft entsäuert (wirkt im Körper basisch aufgrund seiner Mineralstoffe) und kann vor Nierensteinen schützen, wie Studien zeigen. Täglich den Saft einer Zitrone trinken, gilt deshalb als Prävention für die Nieren, aber auch allgemein zur Entgiftung.Außerdem wichtig: Legen Sie Ihre Nierenwoche auf eine möglichst stressfreie Zeit, sorgen Sie für Entspannung. Stress ist ein häufig unterschätzter „Feind” der Nieren.

Was schadet den Nieren am meisten?

Risikofaktoren für Nierenschwäche – Vor allem, Diabetes und schädigen auf Dauer die sehr feinen Gefäße der Nieren. Darüber hinaus setzt ihnen zu. Bei Menschen mit starkem Übergewicht () kommen oft mehrere Risikofaktoren für ein Nierenversagen zusammen.

Welche 3 Hormone produziert die Niere?

Die Nebenniere ist ein kleines Organ, das beidseits jeweils oberhalb der Nieren liegt. Es ist eine der Haupthormondrüsen in unserem Körper und produziert unter anderem das lebenswichtige Hormon “Cortisol”. Die Größe der Nebenniere beträgt jeweils etwa 4x3x2 cm.

  1. Jede Nebenniere besteht aus zwei Anteilen: im Innere das Nebennierenmark, und außen die Nebennierenrinde.
  2. Im Nebennierenmark werden vor allem die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet und in der Nebennierenrinde vor allem die Hormone Aldosteron, Cortisol und DHEA.
  3. Sowohl der Ausfall der Nebennierenhormone als auch eine Überproduktion der verschiedenen Nebennierenhormone führt zu Krankheitsbildern, die im weiteren kurz beschrieben werden soll.

Diese Texte sind für Laien bestimmt, können aber in keinem Fall das Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Nur dieser kann alle Einzelheiten des jeweils persönlichen Falles beurteilen, entsprechend weitere individuelle Aufklärung geben und gebotene diagnostische und ggf.

Nebennierenhormonmangel (Nebennieren-Insuffizienz) Therapie mit Glukokortikoiden Adrenogenitales Syndrom Nebennierentumoren

Phäochromozytom Conn-Adenom (Primärer Hyperaldosteronismus) Cushing-Adenom (Glukokortikoid-Exzess) Nebennierenkarzinom Nebenniereninzidentalom

Endokrine Hypertonie Hirsutismus

Ist viel trinken gut für die Nieren?

Patienten mit Polydipsie und Polyurie trinken viel und scheiden viel Flüssigkeit aus. Bis zu 20 Liter Flüssigkeit setzen sie am Tag um – und das beeinträchtigt sie akut im alltäglichen Leben. Wissenschaftler der Leipziger Universitätsmedizin haben nun zusammen mit Kollegen der Universitäten Basel und Würzburg ein neues Diagnoseverfahren entwickelt, das erstmals zuverlässig auch die Ursache der Erkrankung bestimmt.

  • So kann die Therapie optimal auf den Patienten abgestimmt werden.
  • Diese Ergebnisse haben die Forscher jetzt im Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht.
  • Das neue Testverfahren wird in der Leipziger Universitätsmedizin sogar schon angewendet.
  • Die Nieren reinigen und filtern unser Blut.

Pro Tag säubern sie rund 300 Mal die etwa sechs Liter Blut im Körper: Wichtige Substanzen wie Eiweiße oder Mineralien bleiben im Blut, Stoffwechselabfallprodukte hingegen filtert das Organ heraus und scheidet sie über den Urin aus. Aus circa 180 Litern, die täglich gefiltert werden, gelangen nur zwei bis drei Liter konzentriert in die Harnblase – der Rest bleibt dem Körper erhalten.

  1. Möglich machen das verschiedene Hormone, unter anderem das Antidiuretische Hormon (Arginin Vasopressin Peptid, AVP), das im Hypothalamus im Zwischenhirn gebildet und von der Neurohypophyse ins Blut ausgeschüttet wird.
  2. Es sorgt in der Niere dafür, dass der Körper so wenig Wasser wie möglich verliert.
  3. Dieses Zusammenspiel gerät bei zu hohen Trinkmengen jedoch aus dem Takt: Wer konstant Flüssigkeit im Übermaß konsumiert, beeinträchtigt die Harnbildungsfunktion der Nieren – sie können die Flüssigkeitsmengen nicht mehr zurückhalten.

Patienten im Alltag erheblich eingeschränkt Genau das ist bei Patienten mit Polyurie, einer krankhaft erhöhten Urinausscheidung, und Polydipsie, einem krankhaft gesteigertem Durstempfinden, der Fall. Viele leiden auch an Diabetes insipidus, dem griechischen Begriff für “Wasserruhr” und zu unterscheiden vom Diabetes mellitus, bei dem ein süßlicher Urin ausgeschieden wird.

Diese Krankheit vereint beide Symptome. “Die Patienten haben einen Flüssigkeitsumsatz von bis zu 20 Litern am Tag. Sie sind in ihrem Alltag sehr eingeschränkt, können das Haus ohne reichlich Wasservorrat kaum verlassen. Besonders gefährlich wird es nach einem Unfall, wenn den Ärzten die Diagnose nicht bekannt ist.

Dann geraten die Betroffenen schnell in ein Flüssigkeitsdefizit und entwickeln neurologische Komplikationen, an denen sie auch versterben können. Diese Komplikationen erleben wir in Unkenntnis tatsächlich nicht so selten”, sagt Dr. Wiebke Fenske, Studienleiterin und Leiterin der Nachwuchsforschergruppe “Neuroendokrine Mechanismen” des IFB AdipositasErkrankungen.

  1. Drei Hauptursachen bedingen gestörten Flüssigkeitshaushalt Polyurie und Polydipsie können verschiedene Ursachen haben: Häufig leiden Patienten an einem angeborenen oder erworbenen Hormonmangel, oder die Nieren sprechen auf das Hormon nur ungenügend an.
  2. Rankhaft gesteigertes Durstempfinden kann man sich auch antrainieren: Die häufigste Ursache sei tatsächlich das fehlerlernte Trinkverhalten, so Fenske.
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Wobei dies auch psychische Ursachen haben oder medikamentös bedingt sein kann. Bei der Diagnose der Krankheit ist es wichtig, das primäre Krankheitsbild zu identifizieren: Trinkt der Patient viel, weil er zu viel Urin ausscheidet und so einem Flüssigkeitsdefizit vorbeugt? Oder trinkt er zu viel, weil sein Durstempfinden gestört ist? “Wenn wir die Betroffenen in Unkenntnis der eigentlichen Ursache falsch medikamentös behandeln, kann das für die Patienten schwerwiegende Komplikationen bedeuten”, sagt Dr.

Wiebke Fenske. Einfacher, sicherer, günstiger: Neues Testverfahren in zehnjähriger Forschungsarbeit entwickelt Bislang haben Mediziner die Krankheit durch einen indirekten Durst-Versuch diagnostiziert. Der ist für die Patienten sehr quälend, da sie einen Tag lang gar nichts trinken dürfen. Der Test erlaubt zudem leider oftmals nur wenig Rückschlüsse auf die Ursache des gestörten Flüssigkeitshaushalts.

Das von Wiebke Fenske und Kollegen erarbeitete Diagnoseverfahren bietet erstmals genau das: Die Ergebnisse des Tests zeigen, ob das Hormon AVP vom Gehirn nicht mehr ausreichend gebildet wird, in der Niere nicht mehr angemessen wirkt oder ob eine Störung des Durstempfindens den Beschwerden zugrunde liegt.

  1. Somit können wir die Patienten nun zielgerichtet therapieren und umgehen mögliche krankheitsbedingte Wechselwirkungen mit dem Testverfahren und Komplikationen durch Fehlbehandlung”, erklärt Fenske.
  2. In zehnjähriger Forschungsarbeit haben die Forscher das Diagnoseverfahren entwickelt.
  3. In einer großen, internationalen Studie konnten sie nun zeigen, dass das neue Verfahren in bis zu 96,5 Prozent der Fälle die richtige Ursache erkennt und damit sehr viel zuverlässiger ist als der indirekte Durst-Versuch.

Zudem ist das Verfahren kostengünstiger, schneller und wird von den Patienten besser akzeptiert. Sie bekommen eine Infusion, gefolgt von einer Blutentnahme nach etwa einer Stunde. Die Ärzte bestimmen darin einen Biomarker, das Copeptin, der Aufschluss über die körpereigene Bildung und Funktionalität des Hormons AVP gibt.

Warum ist die Niere lebenswichtig?

Einer stillen Gefahr durch Vorsorge entgegentreten – Unsere Nieren sind essenziell, denn sie reinigen Blut und beeinflussen viele Körperfunktionen. Noch immer werden Nierenerkrankungen aber oft erst spät bemerkt, da sie häufig ohne Schmerzen oder Symptome einhergehen.

  1. Wie kann man also seine Nieren fit halten und Erkrankungen vorbeugen? Nieren reinigen den Körper von innen, sie produzieren Urin, der Abfallstoffe aus dem Körper herausspült.
  2. Sie regulieren den Flüssigkeitshaushalt und stellen wichtige Hormone und Vitamin D her.
  3. Der Säure-Basen-Haushalt wird durch sie im Gleichgewicht gehalten und sie können Zucker produzieren und an das Blut abgeben, wenn sich dort zu wenig befindet.

Gesunde Nieren sind daher lebensnotwendig für den Körper. Nicht wissenschaftlich belegt ist hingegen die weit verbreitete Annahme, dass eine große Trinkmenge das Fortschreiten von Nierenerkrankungen verhindert. Vor allem bei fortgeschrittenen und chronischen Erkrankungen sowie bei einer Dialysebehandlung ist es sogar empfohlen, weniger zu trinken, denn die funktionsunfähigen Organe können Wasser kaum noch ausscheiden und es kann zu Wassereinlagerungen führen.

Was mögen die Nieren nicht?

Salz- und eiweißarm – Achten Sie auf eine kochsalzarme Ernährung, da die Nieren nicht mehr genügend Salze aus dem Blut herausfiltern können. Die Folgen sind Wassereinlagerungen und ein Anstieg des Blutdrucks. Daneben werden eine vitaminreiche und fettarme Ernährung sowie eine Begrenzung der Eiweißmenge empfohlen.

  • Denn obwohl chronisch nierenkranke Patienten häufig an einer mangelnden Eiweiß- und Kalorienzufuhr leiden, scheint eine verminderte Eiweißzufuhr das Fortschreiten der Nierenschwäche verlangsamen zu können.
  • Nehmen Sie deshalb täglich nicht mehr als 0,6-0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und 30-35 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu sich.

Eine Auswahl von empfohlenen Lebensmitteln für eine eiweißarme Ernährung und weitere hilfreiche Angaben finden Sie unter: prof-mann.de/nierenbuch/gichtniere/ernaehrung/eiweissreduzierte-kost/

Wie reinigt die Niere das Blut?

Funktionen der Nieren – Die Aufgaben der Nieren lassen sich im Wesentlichen den drei Funktionsbereichen Ausscheidung, Regulation und Produktion zuordnen:

Blutreinigung: Die Nieren reinigen das Blut. Sie entfernen durch unterschiedliche Filterprozesse harnpflichtige und giftige Stoffe, die den Körper ansonsten vergiften würden. Diese Substanzen fallen u.a. im Stoffwechsel an. Insbesondere im Metabolismus von Eiweiß entstehen harnpflichtige Stoffe wie z.B. Ammoniak, Kreatinin, Harnstoff und -säure. Auch der Abbau von Medikamenten kann zu giftigen Stoffen führen, die aus dem Körper entfernt werden müssen. Endprodukt des komplexen Vorgangs der Blutreinigung ist der Harn. Er transportiert harnpflichtige Substanzen und Gifte aus dem Körper. Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt: Die Nieren regulieren bedarfsgerecht die Ausscheidung von Wasser und Salzen (Elektrolyte). Auf diese Weise werden das Volumen und die Konzentration des Extrazellulärraumes konstant gehalten. Säure-Basen-Gleichgewicht: Durch kompensatorische Vorgänge wie z.B. die Ausscheidung bzw. Rückresorption von sauer und basisch reagierenden Ionen, u.a. Wasserstoff (H) und Bicarbonat (HCO 3 ), haben die Nieren auch eine Pufferfunktion im Körper. Zusammen mit der Atmung halten sie das Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht. Die Lunge kann über die Abatmung von Kohlendioxid (CO 2 ) relativ rasch auf Verschiebungen im pH -Wert des Blutes reagieren. Die Nieren reagieren zwar langsamer, können jedoch größere Mengen kompensieren. Blutdruck: Die Nieren sind durch die Produktion diverser Hormone, die auf den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wirken, an der Regulation des Blutdrucks beteiligt ( u.a. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, RAAS). Bildung von Hormonen: Neben den Blutdruck-regulierenden Hormonen werden in den Nieren noch weitere Hormone gebildet, wie z.B. das Erythropoetin (EPO), das für die Bildung roter Blutkörperchen ( Erythrozyten ) zuständig ist. Auch das hormonähnliche Vitamin D wird in den Nieren in seine aktive Form umgewandelt. Bildung von Vitamin D (Calcitriol): Das fettlösliche Vitamin D kann vom Körper mithilfe von UV -Licht aus Cholesterin selbst hergestellt werden (Eigensynthese). Dieser Vorgang beginnt in der Haut, wird in der Leber fortgesetzt und schlussendlich in den Nieren beendet. Hier wird die inaktive Vorstufe der Leber in aktives Vitamin D (Calcitriol) umgewandelt (Hydroxylierung zu 1,25-Dihydroxycholecalciferol). Rückgewinnung von lebenswichtigen Salzen, Aminosäuren, Zucker (Glukoneogenese).

Weitere Informationen erhalten Sie unter Vitamin D und Labormedizin/Vitamin D,

Wie macht man Nieren sauber?

Ja oder Nein Nieren mag man, oder man mag sie nicht. Wenn man sie nicht mag, sollte man einmal ein oder zwei Gerichte versuchen, und es kann sein, dass man erstmalig erfhrt, was Feinschmeckerfreuden sind. Das etwas krnige Fleisch der Nieren hat einen eigenen spezifischen Geschmack, der bei richtiger Zubereitung und Verwendung guter Zutaten jedes Mal ein kleines Festessen ergibt. Kalbs- und Hammelnierengerichte gehren nicht nur in Restaurants, sondern auch in normalen Haushaltskchen zum Besten, was auf den Tisch kommen kann. Schweinenieren sind nur von jungen Tieren zu empfehlen. Rindernieren, die mitunter etwas streng schmecken, berbrht (blanchiert) man kurz oder legt sie mindestens eine Stunde in Milch ein. Seite ausdrucken >>> Vorbereitung

Nierengerichte knnen nur dann ihre geschmackliche Vollendung erreichen, wenn die Nieren ganz frisch verarbeitet werden. Von den frischen Nieren wird, falls das nicht schon beim Metzger gemacht worden ist, die Fettkapsel, die die Niere umgibt, entfernt. Man kann die Fettkapsel auch nur beschrnkt entfernen, indem man eine dnne Fettschicht ringsum stehen lsst. Werden die Nieren vllig entfettet, dann zieht man von den blanken Nieren auch die dnne Haut ab. Nieren werden immer in ihrer Lngsrichtung mit einem scharfen Messer halbiert, damit man sie gut waschen kann. Vor dem Waschen entfernt man mit dem Messer alle Strnge. Danach wssert man die Nieren etwa eine Stunde (eventuell mit Zitronensaft einreiben) oder legt sie in Milch. Die greren Rindernieren werden geviertelt. Will man den Geschmack verfeinern, taucht man die vorbereiteten Nieren kurz in kochendes Wasser oder wscht sie einige Zeit grndlich kalt ab. Danach werden sie mit einem Tuch trocken getupft und bei Bratgerichten in heiem Fett beiderseits rasch gebraten, und zwar von jeder Seite 3-4 Minuten. Dann werden die Nierenstcke in ein Sieb gelegt, damit das meist etwas streng riechende Blut abtropfen kann.

Zubereitung Zu den Geheimnissen guter Nierengerichte, gleich welche Nierenart, ob Rinder-, Kalbs-, Hammel- oder Schweinenieren zubereitet werden sollen, gehrt: 1. Nieren nie in der Sauce kochen.2. Nieren nie lnger braten als notwendig, da sie sonst zh und strhnig werden.3.

Vor dem Braten an den Auenseiten einige Male einschneiden, damit sie sich nicht wlben.4. Nieren werden wie Leber erst nach dem Braten oder Kochen gesalzen. Viele Gerichte bekommen einen besonders guten und krftigen Geschmack, wenn man ein kleines Stckchen Rinder- oder Schweineniere mit verwendet. Kalbsnieren sind fr diesen Zweck weniger geeignet, da sie zu mild und auch zu teuer sind.

Geschmack und Farbe von Suppen, insbesondere von Fleischbrhe, werden krftiger, wenn ein Stck Rinderniere mitgekocht wird. Eine geschmacklich besonders gute und farblich ansprechende Brhe erhlt man bei Verwendung von 3/4 Suppenfleisch und 1/4 Rinderniere. Rindernieren Rindernieren Sie sind am grten und bestehen aus mehreren zusammenhngenden Nierenlappen. Sie wiegen zwischen 400 und 500g und haben eine rtlichbraune Farbe. Kalbsnieren Kalbsnieren Die Kalbsnieren sind eine Delikatesse. In der Form hneln sie der Rinderniere, sind aber etwas kleiner, heller und zarter. Ihr Gewicht betrgt etwa 250g. Im unterschied zu anderen Nieren wird der Fettmantel nicht weg geschnitten, da die Nieren mit einer dnnen hellen Fettschicht noch besser gebraten oder geschmort werden knnen. Schweinenieren Schweinenieren haben eine glatte, bohnenhnliche Form, sind rosarot und etwa 125g schwer. Damit sie nicht zu streng schmecken, sollten sie sehr gut gewaschen, von allen Harnrhren und Huten befreit und mindestens 30 Minuten gewssert werden (einen Schuss Essig oder Zitronensaft zufgen). Eventuell danach noch 30 Minuten in Milch einlegen. Lammnieren Lammnieren Lammnieren gehren wie die vom Kalb zum Besten, was auf den Tisch kommen kann. Pferdenieren Pferdenieren

Können Nieren sich wieder erholen?

Können die Nieren und das Nierenbecken wieder regenerieren? – Gute Aussichten bestehen bei einer akuten Nierenerkrankung. Hier können sich die Nieren nach der Behandlung wieder erholen. Selbst bei einer akut ausgesetzten Nierenfunktion ist eine Regeneration möglich.

Wie sieht Urin aus bei Nierenprobleme?

Achtung bei verfärbtem Urin – Bräunlich-rot gefärbter Urin ist ein klares Zeichen für eine Fehlfunktion der Nieren. Mögliche Ursachen können Nierensteine aber auch ein komplettes Nierenversagen – auch als Niereninsuffizienz beschrieben – sein. Wenn der Harnfluss extrem gestört ist, kann die Lage aufgrund einer Vergiftungsgefahr lebensbedrohlich werden.

Was lieben Nieren?

Tipps aus Ost und West für die „Wurzel der Lebensenergie” – «Wurzel der Lebensenergie» – diesen Beinamen besitzt die Niere in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Danach regiert das Organ über Fortpflanzung und Wachstum, nährt den Willen, schenkt Knochen und Zähnen Halt und dem Haar die Fülle.

  1. Autorin: Petra Horat Gutmann, 12.15 In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TMC) werden sanfte Formen der Bewegung als wohltuend für die Niere angesehen.
  2. Von Leistungssport dagegen wird abgeraten.
  3. Urz vor Solothurn schiesst der Schmerz, scharf wie eine Rasierklinge, in den rechten Fuss.
  4. Nicht so angenehm, wenn besagter Fuss gerade bei Tempo 80 auf dem Gaspedal eines Autos steht.

Was tun? Rasch rechts ranfahren, Motor ausschalten und den Fuss in den Klammergriff nehmen. Seit Monaten starke Fusskrämpfe aus heiterem Himmel! Trotz Kalzium- und Magnesiumpräparaten, gesunder Ernährung, flachen Schuhen und viel Bewegung. Alles für die Katz? Zwei Tage später liege ich auf dem Schragen von Dr.

Liu Zhiwang. Der blinde TCM-Arzt am An-Mo- Zentrum in Grosshöchstetten bei Bern hört sich an, was ich zu erzählen habe. Dann untersucht er meine Füsse, fühlt eine Weile den Puls an meinen Handgelenken und sagt: «Das sieht nach einer Störung des Leber-Meridians aus.» Es folgt eine chinesische An-Mo-Behandlung alias Tuina-Massage, ein Feuerwerk von reibenden, streichenden und rotierenden Griffen.45 Minuten später verlasse ich die Praxis wie auf Wolken.

Meine Füsse fühlen sich kraftvoll an; das eigenartige Gefühl eines «Energiestaus» in den Fussgelenken hat nachgelassen. Es folgen drei weitere Behandlungen im Abstand von zwei Wochen, dann sind die Fusskrämpfe weg. Es kann sich durchaus lohnen, den Blick von einem Problem zu lösen und etwas in der Umgebung umherschweifen zu lassen.

Nehmen wir zum Beispiel Osteoporose, Inkontinenz, Tinnitus, menopausale Hitzewallungen, mangelnden Antrieb und Ängstlichkeit. Aus Sicht der westlichen Medizin haben diese Beschwerden ganz unterschiedliche Ursachen und werden entsprechend behandelt, in der Regel medikamentös. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin jedoch besitzen die so unterschiedlichen Symptome meist ein gemeinsames «Epizentrum»: die Niere.

Genauer gesagt, ein Ungleichgewicht der Nieren-Energie. Die Nierenorgane links und rechts der Wirbelsäule sind aus TCM-Sicht die «Speichergefässe» der Lebensenergie – jener Energie, die wir brauchen, um zu wachsen, wahrzunehmen, zu verdauen, zu denken, uns fortzupflanzen und uns rundum wohl zu fühlen.

Die Energie der Nieren nährt, befeuchtet, wärmt und unterstützt alle Organe und Gewebe des Körpers. Mit einigen Organen ist die Niere besonders eng verbunden: mit der Blase, den ableitenden Harnwegen, dem Genitalsystem, dem unteren Rücken, Rückenmark, Knien, Knochen, Zähnen, Ohren und Kopfhaar. Aus diesem Grund sagen chinesische Therapeuten, die Niere schenke den Knochen und Zähnen Halt und dem Kopfhaar die Fülle.

Umgekehrt ist bei Beschwerden an diesen Organen immer an ein Ungleichgewicht der Nieren-Energie zu denken, also beispielsweise bei schwachen Zähnen, Haarausfall, Ohrinfektionen, Tinnitus, nachlassender Hörkraft, «unerklärlichen» Schmerzen in der Lendengegend, steifen Gliedern und brüchigen Knochen. Der umfassende Gesundheits-Newsletter von A.Vogel erscheint 1 x pro Monat und enthält Informationen, Tipps, Wettbewerbe und vieles mehr – rund um alle Gesundheitsthemen. Jetzt anmelden Grund genug, die Nieren richtig gut zu pflegen. Aber wie? Westliche und östliche Medizin liefern dazu einige Erkenntnisse. Die europäische Naturheilkunde hat beispielsweise die Wasseranwendungen besonders intensiv erforscht und zu einer hochstehenden Hydrotherapie entwickelt.

  1. Denken wir an einen ihrer kompetentesten Vertreter, Sebastian Kneipp, der mit Hilfe von Bädern, Güssen, Waschungen und Wickeln so manches Nierenleiden kurierte.
  2. Bis heute werden in spezialisierten Kurhäusern Wasseranwendungen vorgenommen, die dem ganzen Körper und auch den Nieren gut tun.
  3. Auch die wohltuende Wirkung eines ansteigendes Fussbades auf Blase und Niere ist nicht zu verachten: körperwarmes Wasser in ein Becken einlassen, Füsse hineinstrecken und die Temperatur langsam auf 39 °C steigern.
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Nicht zu heiss, damit die Poren der Haut offen bleiben! Die Füsse nach dem Bad gut abrubbeln und in warme Socken stecken. Aus Sicht der chinesischen Medizin gleicht ein solches Fussbad die Energie des Nieren- und des Blasen-Meridians aus, die in den Füssen ihren Anfang nehmen.

  • Überhaupt ist Wasser die Lieblingsflüssigkeit der Niere.
  • Immerhin hilft es ihr, etliche Stoffwechselprodukte aus über 1500 Liter Blut herauszuwaschen, das tagtäglich durch die Nieren fliesst, und mit dem Urin auszuscheiden.
  • Reichlich Nachschub an Hahnenwasser oder stillem Mineralwasser ist für die Niere deshalb wichtig; zugeführt nicht nach einer starren Trinkmengen-Regel, sondern im Einklang mit dem situativen Wasserbedarf, der je nach Gesundheitszustand, Schwitzintensität und weiteren Faktoren schwanken kann.

Die chinesische Medizin ordnet die Niere der «Yin- Energie» zu. Yin, das bedeutet zunächst einmal Dunkelheit, Ruhe, Entspannung, Introversion. Die Crux dabei: Das moderne Leben arbeitet auf zahlreichen Ebenen gegen die Yin-Energie. «Unser Leben ist stark yangisiert, das führt zu einer vorzeitigen Erschöpfung der Nieren-Energie», unterstreicht der TCM-Spezialist Peter von Blarer, der mit seiner Frau die Heilpraktikerschule Luzern leitet.

Zu viel Yang, das bedeutet, dass wir zu einseitig auf der «taghellen» Oberfläche des Lebens dahinsurfen: leistungsorientiert, oftmals geistig oder körperlich überanstrengt, wach bis in die Nacht hinein, akustisch dauerbeschallt, ständig am Bloggen, Twittern und Zappen. «Gesund ist ein solcher Lebensstil nicht», sagt auch der chinesische Arzt Dr.

Yongguang Jiang, leitender Arzt am China Health Institute in Luzern. «Ein bewusstes, harmonisches Leben mit genug Ruhe ist für die Nieren-Energie grundlegend wichtig. Schon kleine Schritte, welche die innere Ruhe fördern, sind hilfreich. Zum Beispiel, dass man möglichst oft in der Natur spazieren geht, täglich eine Siesta nach dem Mittagessen macht oder kurze «Powernaps » über den Tag verteilt – im Büro, zu Hause, wo auch immer.

  1. Am Abend sollte man dann bewusst in die Ruhe wechseln und auch keinen Sport mehr treiben, das würde nur das Yang verstärken.» Für die Niere wichtig ist auch die Gestaltung der Nacht.
  2. «Nachts ist die Yin-Kraft am stärksten», sagt TCM-Heilpraktiker Peter von Blarer.
  3. «Diese Kraft sollte man für die Regeneration nutzen».

Das ist eine klare Absage an die Feinde des tiefen, ungestörten Schlafs, vorab an abendliche Actionfilme und laute Musik, hitzige Gespräche, Sorgengedanken und schwere Mahlzeiten. Die Yin-Kraft der Nacht nutzen, das bedeutet aber auch: «In einem dunklen, stillen Raum schlafen, geschützt vor lauten Geräuschen, Verkehrslärm und Lichtquellen wie Strassenlampen und Leuchtreklamen », empfiehlt Peter von Blarer.

Eine weitere Freundin der Niere ist die Wärme. Die Niere liebt Wärme in unterschiedlichen Formen, von den winterlichen Flauschsocken und gefütterten Stiefeln über Thermosflaschen, Heizkissen und Kirschsäcklein bis hin zu warmen Wickeln und Kompressen auf der Nierengegend. Auch eine kuschelige Wolldecke oder gar ein Lammfell freuen die Niere, wenn Sie sich in kalten Winternächten darauf legen.

Wie übrigens auch eine Mütze, welche die Wärme an kalten Tagen und in kühlen Nächten im Körper zurückhält. Naturheilkundige aus Ost oder West sehen im Geschmack eines Nahrungsmittels oft einen Hinweis auf seine Heilkraft. Gemäss der Überlieferung hat die Niere eine besondere Affinität zum Salzigen.

  • Dass sich Wasser und Salz lieben, passt zur «Wasserchefin » Niere.
  • Allerdings unterliegt diese Liebe dem Gesetz der Wohldosiertheit, denn sowohl zu wenig als auch zu viel Salz kann der Niere schaden.
  • Selbst wenn neuere Forschungsergebnisse den negativen Einfluss des Salzkonsums auf den Blutdruck nicht bestätigen, empfiehlt beispielsweise die Schweizerische Herzstiftung, den Salzkonsum pro Tag auf einen Teelöffel zu reduzieren.

Die geringere Salzmenge senkt das Wasservolumen in den Blutgefässen und damit die Belastung für Herz, Kreislauf und Niere. Kommt hinzu, dass mit einem nierenfreundlichen Salz nicht das «Tafelsalz» gemeint ist, das in den meisten Haushalten steht, sondern naturbelassenes «Vollsalz», wie z.B.

Hochwertiges Meersalz, das zumindest in geringen Mengen noch Mineralstoffe enthält, sowie Kräutersalz aus Meersalz. Und wie steht es mit dem weissen Zucker? Die meisten Komplementärmediziner sind sich einig, dass der raffinierte Zucker keinem Organ gut tut, auch der Niere nicht. In diesem Zusammenhang sei an Alfred Vogel erinnert, der beobachtete, dass nierenkranke Patienten schmerzempfindlicher wurden, sobald sie Zucker naschten.

Liessen die Patienten den Zucker weg, flauten ihre Schmerzen ab. Aus Sicht der chinesischen Medizin wirkt sich ein Zuviel an weissem Haushaltszucker in erster Linie schädlich auf Magen, Milz und Bauchspeicheldrüse aus. Das ist für die Niere aber auch keine gute Nachricht. Die abendländische Naturheilkunde besitzt ein umfassendes Wissen über die Wirkung von Kräutern und Nahrungspflanzen. Denken wir beispielsweise an die Petersilie, dieses uralte «Nierentonikum». Massvoll verzehrt regt sie die Nierentätigkeit an, im Übermass genossen kann sie Blase und Niere reizen.

Alfred Vogel empfahl, ihre frisch gepflückten Blätter möglichst oft über die fertig gekochte Suppe und den Salat zu streuen. Eine Freundin der Niere ist auch die harntreibende, adstringierende Heidelbeere oder die Preiselbeere, deren Saft die Blasenschleimhaut vor Krankheitskeimen schützt. Und auch Birne, Liebstöckel, Kapuzinerkresse, Sellerie, Johannisbeere, Spargel und viele weitere sind seit alten Zeiten für ihre «Nierenwirksamkeit» bekannt.

Chinesische Heilkundige erforschen ebenfalls seit Jahrhunderten, wie Heilpflanzen, Gewürze und Lebensmittel auf Körper, Geist und Psyche wirken. Dabei unterscheiden sie sogar zwischen Wirknuancen innerhalb ein- und desselben «Zielorgans»; so gibt es beispielsweise Nahrungsmittel, welche die Niere kühlen, und solche, die die Niere wärmen.

Das damit verbundene Wissen füllt ganze Bibliotheken. Vereinfachend seien nur einige Lebensmittel erwähnt, welche die Niere gemäss TCM als Ganzes vitalisieren: Algen, Walnüsse, grüne Bohnen, Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Brunnenkresse, Hagebutten, Linsen, Marroni, Weintrauben und Rosinen. Ausserdem die Getreide Mais, Hafer und Weizen; Sesam, Tofu, Fisch; Butter und Kokosmilch sowie Milch und Käse von Schafen und Ziegen.

Was nicht bedeutet, dass man täglich «tonnenweise » Bohnen, Ziegenkäse oder Fisch essen sollte, um die Nieren zu vitalisieren. Das würde einer ausgewogenen Ernährung widersprechen, auch aus chinesischer Sicht. Es bedeutet nur, dass das Essen regelmässig einige nierentonisierende Nahrungsmittel enthalten sollte, am besten wechselnde. Jeder Freund der Naturheilkunde weiss, dass sich eine Blasenentzündung in den allermeisten Fällen ohne Antibiotika kurieren lässt. Zumal es zahlreiche Heilpflanzen gibt, die Blase und Niere unterstützen – beispielsweise der Ackerschachtelhalm, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnessel, Goldrutenkrau t und Hauhechel,

Hinzu kommen ausgezeichnete nieren- und blasenstärkende Naturheilmittel in unterschiedlichen galenischen Formen, also zum Beispiel Frischpflanzensäfte und -tinkturen sowie homöopathische und spagyrische Arzneien. Was aber kann man tun, wenn die Energie der Niere bereits nachgelassen hat, etwa altersbedingt? Nehmen wir das Beispiel der menopausalen Hitzewallungen, aus chinesischer Sicht ein Symptom für das Abfallen der Nieren-Energie im mittleren Lebensalter, wie übrigens auch die gutartige Prostatavergrösserung beim Mann.

In solchen Fällen kann der Rat eines ganzheitlich orientierten Therapeuten von grosser Hilfe sein. So setzt zum Beispiel der Heilpraktiker Peter von Blarer bei Hitzewallungen gerne auf die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), «Aus TCM-Sicht hat diese Heilpflanze einen engen Bezug zu Niere, Uterus und Leber», erklärt er.

  • «Sie stärkt das Yin, also das Nährende, Kühlende der Nieren-Energie, und kann auf diese Weise Hitzewallungen lindern.» Je nach Konstitution und Beschwerdebild der Patientin gelangen weitere Heilpflanzen zur Anwendung.
  • Etliche davon stärken aus TCM-Sicht die Nieren-Energie, zum Beispiel der Frauenmantel oder der Salbei mit seiner schweisshemmenden Wirkung.

Aber auch die Akupunktur kann «niereninduzierte» Hitzewallungen lindern. Dazu erklärt Dr. Yongguang Jiang: «Ein erfahrener Therapeut kann mit Hilfe der Akupunktur die Yin-Energie der Nieren stärken. Diese kühlende Energie geht in den Wechseljahren so stark zurück, dass die heisse Yang-Energie der Nieren zu dominant wird.

  • Die Folge davon sind Hitzewallungen.» Mitunter können auch Akupressur oder eine An-Mo- bzw.
  • Tuina-Massage helfen, die Nieren-Energie auszubalancieren – kombiniert mit einer Ernährung, die kühlende und wärmende Nahrungsmittel geschickt zusammenführt.
  • Das zumindest hat Dr.
  • Liu Zhiwang beobachtet, der mit seinen Händen meine Fusskrämpfe «wegzauberte»: «Manche Wechseljahr-Patientinnen berichten, dass sie nach einigen An-Mo-Massagen weniger schwitzen.

Ein Zeichen dafür, dass die Energie der Nieren allmählich wieder erstarkt.» Weltweit leiden mehr als 500 Mio. Menschen, etwa jeder zehnte Erwachsene, an einer chronischen Nierenkrankheit. Eine Niereninsuffizienz ist mit einem meist starken oxidativen Stress verbunden. Oxidativer Stress entsteht, wenn sich eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffverbindungen im Blut befindet.

Eine iranische Studie hat untersucht, wie sich ein Extrakt aus Echter Brunnenkresse (Nasturtium offi cinale) auf verschiedene Parameter des oxidativen Stresses bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz auswirkt.46 Patienten erhielten vier Wochen lang täglich 500 mg des Extrakts. Es zeigte sich, dass die Werte zweier Parameter (Blut-Harnstoff-Stickstoff und MDA, ein Abbauprodukt bei der Oxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren) zurückgingen, während sich die Menge eines Enzyms, das Sauerstoffradikale entfernt, vergrösserte.

In der Volksmedizin werden der Echten Brunnenkresse appetitanregende, stoffwechselfördernde, harnund wehentreibende Eigenschaften zugeschrieben. Aus Sicht der chinesischen Medizin wird die Nieren- Energie durch angestrengtes Sporttreiben vorzeitig erschöpft.

  1. Als Alternative zum Leistungssport sind in Ost und West Bewegungsformen entstanden, die wohltuend auf die Niere einwirken.
  2. Dazu gehören das chinesische Qigong und Tai-Chi, aber auch entspanntes Schwimmen und Tanzen.
  3. Im Qigong gibt es sogar spezifische Heilübungen für die Nieren-Energie, die im Winter (der Jahreszeit der Niere) täglich praktiziert werden sollen.

Nierentonisierend wirkt aber auch passive Bewegung in Form einer Massage: Hände schön warm reiben und die Lendengegend massieren. Wobei die Aufmerksamkeit auf die Nierenregion konzentriert sein sollte – getreu der alten Erkenntnis: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Aus Sicht der chinesischen Medizin wird die Niere vor allem durch Angst angegriffen. Diese Lehrmeinung findet im Alltag auffallende Parallelen – etwa wenn Kinder ein «Angstbisi» machen, ein Problem an «die Nieren geht» oder die Knie – nach TCM ebenfalls der Niere zugeordnet – vor Schreck «weich» werden.

Allerdings lässt sich der Lehrsatz auch umkehren und besagt dann, dass ein Ungleichgewicht der Nieren-Energie Angstzustände hervorrufen kann. Darüber hinaus sind viele weitere psychische Symptome möglich, die mit der Nieren-Energie zusammenhängen, beispielsweise mangelnder Antrieb.

Wie stelle ich fest ob die Nieren richtig arbeiten?

Nierenerkrankungen – Welche Symptome was aufzeigen Die Nieren sind paarig angelegte Organe, die sich im menschlichen Körper beiderseits der Wirbelsäule zwischen der Bauchhöhle und der Rückenmuskulatur in Höhe der unteren Rippen befinden. Genauer gesagt zwischen dem zwölften Brustwirbel und dem dritten Lendenwirbel, wobei die rechte Niere, wegen des großen rechten Leberlappens, etwas tiefer sitzt.

  • Die Lage der Nieren ist atemabhängig.
  • Sie bewegen sich, wie auch das Zwerchfell, bei der Einatmung nach unten, und wandern wieder zurück, wenn wir ausatmen.
  • Die Nieren sind braun-rot, bohnenförmig und, je nach Körpergröße des Menschen, unterschiedlich groß, etwa zwölf Zentimeter lang, sechs Zentimeter breit und drei Zentimeter dick.

Auf beiden Nieren sitzt häubchenartig die halbmondförmige Nebenniere. Die kleinste funktionierende Einheit der Niere ist das sogenannte Nephron. Jede Niere ist etwa aus einer Million Nephronen aufgebaut. Die Nieren sind die “Klärwerke” des menschlichen Körpers: Sie reinigen ihn von schädlichen Substanzen und regulieren Blutdruck, Wasser- und Salzhaushalt.

Darüber hinaus bilden sie eine Reihe von lebenswichtigen Hormonen, die unter anderem die Blutbildung (durch Erythropoetin) und die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm (so genanntes aktives Vitamin D) steuern. Unsere Nieren sind die “Klärwerke” des menschlichen Körpers. Bis zu 300 Mal pro Tag filtern sie die gesamte Blutmenge.

So passieren bis zu 1.800 Liter täglich die Nieren. All das können sie selbst noch mit eingeschränkter Nierenfunktion lange. Aber einmal zerstörtes Nierengewebe lässt sich nicht mehr reparieren. Die Funktion der Nieren kann durch verschiedene Erkrankungen gestört werden.

  1. Häufige Ursachen für Nierenerkrankungen sind: Diabetes mellitus und Bluthochdruck, in der westlichen Welt sind diese “Wohlstandserkrankungen” die Hauptursachen für ein chronisches Nierenversagen.
  2. An Erkrankungen finden sich Entzündungen der Nieren (zum Beispiel Pyelonephritis oder Glomerulonephritis), Nierensteine, Tumore oder erbliche Erkrankungen wie Zystennieren, die in vielen Fällen zum kompletten Nierenversagen führen und damit für die Betroffenen mit einer hohen emotionalen Dauerbelastung einhergehen können, da bereits ein Elternteil und ein Großelternteil von der Erkrankung betroffen gewesen sein dürfte.

Zu den akuten Erkrankungen der Nieren gehören eine Nierenbeckenentzündung und Nierensteine. Während Frauen häufiger an einer Nierenbeckenentzündung leiden, weil ihre Harnleiter kürzer sind und Bakterien schneller hochwandern können, bekommen Männer doppelt so häufig wie Frauen schmerzhafte Nierensteine.

Mit zunehmendem Alter werden Nieren von Natur aus schwächer. Die Nieren können verkalken oder vernarben, schrumpfen oder sogar ganz versagen. Vor allem Bluthochdruck und Diabetes schädigen auf Dauer die feinen Gefäße der Nieren. Außerdem kommt es im Fettgewebe oft zu Entzündungsreaktionen, die die Nieren zusätzlich gefährden.

Auch Übergewicht setzt den Nieren zu. Zigaretten, eine ungesunde Ernährung mit viel Schweinefleisch und über längere Zeit eingenommene Schmerzmittel können die Nieren ebenfalls massiv schädigen. Mit zunehmendem Alter werden Nieren von Natur aus schwächer.

Außerdem belasten Schmerzmittel und zahlreiche Erkrankungen die Entgiftungsorgane. Symptome, die auf Nierenprobleme hindeuten können, haben wir in der Bildergalerie zusammengefasst. Eine nachlassende Nierenfunktion lässt sich mit Blut- und Urinuntersuchungen erkennen: Einen wichtigen ersten Hinweis liefert der Kreatininwert im Blut.

Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Säure Kreatin, sie versorgt die Muskeln mit Energie. Es reichert sich im Blut an, wenn die Nieren nicht ausreichend arbeiten. Der Kreatinin-Wert steigt aber erst an, wenn die Nierenfunktion bereits um mehr als 50 Prozent eingeschränkt ist.

  • Auch eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin deutet auf einen Nierenschaden hin.
  • Rückgängig machen lassen sich Nierenschäden meist nicht.
  • Rechtzeitig erkannt, ist ein Fortschreiten der Erkrankung jedoch in vielen Fällen mit Medikamenten und einer Diät zu bremsen.
  • Bewegung und eine gesunde Ernährung können dazu beitragen, dass sich die Krankheit zumindest nicht verschlimmert.
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Ist die Organfunktion bereits auf weniger als zehn Prozent gesunken ist, hilft meist nur noch die künstliche Blutwäsche (Dialyse). Etwa 92.000 Betroffene in Deutschland sind auf diese Nierenersatztherapie angewiesen. Bei der Hämodialyse übernimmt eine Maschine die Funktion der Nieren.

Reduktion von Übergewichtregelmäßige körperliche BetätigungReduktion des KochsalzkonsumsErnährung mit reichlich Früchten und Gemüse sowie wenig gesättigtem FettNikotinverzicht und Reduktion des Alkoholkonsums (in erster Linie wegen der damit einhergehenden Kalorienbelastung, weniger wegen der direkten Wirkung des Alkohols auf die Nieren, in Analogie zur Leber).

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Ansicht kann reichliches Trinken zwar das Risiko für Nierensteine vermindern, es verbessert aber nicht die Nierenfunktion an sich. Es gibt mittlerweile sogar Hinweise, dass das Trinken von großen Flüssigkeitsmengen das Voranschreiten chronischer Nierenkrankheiten beschleunigen kann.

Ist Kaffee gut für die Nieren?

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, ist offenbar bis zu einem gewissen Grad vor Nierenerkrankungen geschützt. Hinweise dafür finden sich in einer Metaanalyse mit über 25.000 Teilnehmern. Besteht ein Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und chronischen Erkrankungen der Nieren? Neue Erkenntnisse zu dieser Frage liefert eine Metaanalyse aus Thailand über vier Kohortenstudien.

  • Demnach ist Kaffee offenbar gesund – auch für die Niere.
  • Wie sich aus den zusammengefassten Datensätzen von insgesamt 25.849 Teilnehmern ergab, war das Risiko, langfristig eine chronische Niereninsuffizienz zu entwickeln, bei Kaffeetrinkern verglichen mit Kaffeeabstinenzlern um signifikante 13 % reduziert.

Eine Reihe möglicher Einflussfaktoren wurde berücksichtigt – neben Alter, Geschlecht und BMI waren das vor allem Begleiterkrankungen, in drei Studien zusätzlich Rauchen und Alkoholkonsum. Den Studienautoren zufolge legt das nahe, dass es wirklich der Kaffee sei, der zu der gemessenen Risikoreduktion geführt habe. © SXPNZ / fotolia.com Die größte Studie mit gut 14.000 Teilnehmern stammte aus den USA, zwei weitere aus Asien (rund 9.000 bzw.1.000 Teilnehmer) und die vierte aus Iran (n = 1.800). In all diesen Studien hatten die Probanden einen Fragebogen zur Ermittlung ihrer Ernährungsgewohnheiten (Food Frequency Questionnaire) ausgefüllt.

  1. Eine chronische Nierenerkrankung lag laut Definition bei eGFR-Werten 2 vor.
  2. Nicht nur bei den Einschlusskriterien, auch bei den Nachbeobachtungszeiträumen hatte es deutliche Unterschiede gegeben.
  3. Diese variierten in den einzelnen Kohorten zwischen sechs und 24 Jahren.
  4. Worin die Ursache für die angeblich nierenschonenden Effekte des Kaffeekonsums besteht, lässt sich anhand der hier vorgestellten Daten nicht ermitteln.

Wie schon die Autoren früherer Studien vermuten auch die Autoren dieser Studie, dass diese auf der antioxidativen Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe basiert. Neben Koffein könnten auch Chlorogensäure, Niacin und Chinidin relevant sein. Die Folgen seien geringerer oxidativer Stress, weniger entzündliche Prozesse in den Gefäßwänden und dadurch bedingt eine Abnahme von endothelialer Dysfunktion und Atherosklerose.

Zu dieser Vermutung passen Erkenntnisse aus früheren Studien, dass Kaffeetrinker offenbar auch ein geringeres Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen haben und insgesamt auch seltener vorzeitig sterben. Es bleibt anzumerken, dass angesichts der begrenzten Zahl an Studien, in denen das Mindestmaß an Kaffeekonsum zudem sehr unterschiedlich definiert war, die Aussagekraft auch dieser Metaanalyse limitiert ist.

Fazit: Welchen Effekt hat Kaffeetrinken auf die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung? In einer Metaanalyse mit über 25.000 Teilnehmern war das Risiko, eine chronische Niereninsuffizienz zu entwickeln, bei Kaffeetrinkern signifikant reduziert.

  • Affee scheint demnach über seine antioxidativen Eigenschaften ganz allgemein gefäßprotektiv zu wirken.
  • Allerdings handelt es sich um eine Metaanalyse, ein Kausalzusammenhang ist nicht belegt.
  • Auch waren die Studien inhomogen in Bezug auf die Menge an getrunkenem Kaffee.
  • Thatsaphan Srithongkul MD et al.

Coffee Consumption is Associated with a Decreased Risk of Incident Chronic Kidney Disease: A Systematic Review and Meta-analysis of Cohort Studies. Eur J Intern Med.2020; http://doi.org/dvks

Was passiert mit den Nieren wenn man zu wenig trinkt?

Nehmen wir zu wenig Wasser auf, machen vor allem die Nieren innerhalb kürzester Zeit schlapp und können keine harnpflichtigen Substanzen mehr abführen. Dies führt zu einer schrittweisen Vergiftung und letztlichen Austrocknung des Körpers, der sogenannten Exsikkose.

Was haben die Nieren mit den Augen zu tun?

TINU-Syndrom: Entzündungen an Nieren und Augen Stand: 02.12.2019 11:46 Uhr Bei der tubulointerstitiellen Nephritis ist das Nierenmark entzündet. TINU-Syndrom wird eine seltene, vermutlich durch Fehlsteuerung des Immunsystems verursachte Erkrankung genannt.

Warum sind die Nieren lebenswichtig?

Die Nieren sind paarweise angeordnete Organe im menschlichen K örper. Sie regulieren den Elektrolyt- sowie Wasserhaushalt in unserem Organismus. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Entgiftung des K örpers. Die Nieren k önnen an – zum Teil schwerwiegenden – Erkrankungen beteiligt sein. Die Nieren sind für die Entgiftung zuständig – © Canva Die Nieren sind für die Entgiftung des Körpers zuständig und produzieren Urin, der über die Harnwege abgeleitet wird. Das Wort Niere stammt aus dem Altgriechischen. Dort wird sie „Nephrós” genannt.

Warum ist die Niere lebenswichtig?

Einer stillen Gefahr durch Vorsorge entgegentreten – Unsere Nieren sind essenziell, denn sie reinigen Blut und beeinflussen viele Körperfunktionen. Noch immer werden Nierenerkrankungen aber oft erst spät bemerkt, da sie häufig ohne Schmerzen oder Symptome einhergehen.

Wie kann man also seine Nieren fit halten und Erkrankungen vorbeugen? Nieren reinigen den Körper von innen, sie produzieren Urin, der Abfallstoffe aus dem Körper herausspült. Sie regulieren den Flüssigkeitshaushalt und stellen wichtige Hormone und Vitamin D her. Der Säure-Basen-Haushalt wird durch sie im Gleichgewicht gehalten und sie können Zucker produzieren und an das Blut abgeben, wenn sich dort zu wenig befindet.

Gesunde Nieren sind daher lebensnotwendig für den Körper. Nicht wissenschaftlich belegt ist hingegen die weit verbreitete Annahme, dass eine große Trinkmenge das Fortschreiten von Nierenerkrankungen verhindert. Vor allem bei fortgeschrittenen und chronischen Erkrankungen sowie bei einer Dialysebehandlung ist es sogar empfohlen, weniger zu trinken, denn die funktionsunfähigen Organe können Wasser kaum noch ausscheiden und es kann zu Wassereinlagerungen führen.

Welche 3 Hormone produziert die Niere?

Die Nebenniere ist ein kleines Organ, das beidseits jeweils oberhalb der Nieren liegt. Es ist eine der Haupthormondrüsen in unserem Körper und produziert unter anderem das lebenswichtige Hormon “Cortisol”. Die Größe der Nebenniere beträgt jeweils etwa 4x3x2 cm.

  • Jede Nebenniere besteht aus zwei Anteilen: im Innere das Nebennierenmark, und außen die Nebennierenrinde.
  • Im Nebennierenmark werden vor allem die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet und in der Nebennierenrinde vor allem die Hormone Aldosteron, Cortisol und DHEA.
  • Sowohl der Ausfall der Nebennierenhormone als auch eine Überproduktion der verschiedenen Nebennierenhormone führt zu Krankheitsbildern, die im weiteren kurz beschrieben werden soll.

Diese Texte sind für Laien bestimmt, können aber in keinem Fall das Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Nur dieser kann alle Einzelheiten des jeweils persönlichen Falles beurteilen, entsprechend weitere individuelle Aufklärung geben und gebotene diagnostische und ggf.

Nebennierenhormonmangel (Nebennieren-Insuffizienz) Therapie mit Glukokortikoiden Adrenogenitales Syndrom Nebennierentumoren

Phäochromozytom Conn-Adenom (Primärer Hyperaldosteronismus) Cushing-Adenom (Glukokortikoid-Exzess) Nebennierenkarzinom Nebenniereninzidentalom

Endokrine Hypertonie Hirsutismus

Wie lange kann man ohne Nierenfunktion leben?

75 Jahre Dialyse: Eine Maschine rettet täglich Leben Nierenversagen galt lange als Todesurteil. Dann baute ein findiger Mediziner eine Maschine, die das Blut von Giftstoffen im Körper reinigen kann. Die erste künstliche Niere sah aus wie eine hölzerne Wäschetrommel. Die Erfindung vor 75 Jahren war die Grundlage dafür, dass Millionen Nierenkranke länger leben können.

Heute ist Dialyse Hightech. Allein in Deutschland profitieren bis zu 80.000 Menschen regelmäßig von dem Blutreinigungsverfahren, sagt Andreas Kribben, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Die Technik der künstlichen Niere geht vor allem auf den niederländischen Arzt Willem Johan Kolff (1911 bis 2009) zurück.

Vor ihm hatte sich schon der deutsche Mediziner Georg Haas (1886 bis 1971) mit Blutwäsche beschäftigt. Eines von Kolffs stärksten Motiven für seine Erfindung war wohl Mitleid. Er hatte als junger Mediziner den Tod von Nierenkranken erlebt, ohne ihnen helfen zu können.

  1. Am 4. April 1943 setzte er das erste Mal seine künstliche Niere ein.
  2. Trotz vieler Rückschläge konnte er zwei Jahre später einer Patientin damit das Leben retten.
  3. Der Erfinder emigrierte nach dem Krieg in die USA und verbesserte dort sein Konzept.
  4. Ohne Dialyse würden die meisten Menschen beim Versagen ihrer Nieren noch heute keine vier Wochen überleben, betont Nierenexperte Andreas Kribben.

Denn die Nieren entgiften den Körper. Sie sind bislang das einzige Organ, das dauerhaft maschinell ersetzt werden kann. Vielen Menschen ermöglicht eine Dialysebehandlung heute das Überleben, manchen über Jahre, anderen sogar über Jahrzehnte. Es gebe Menschen, die schon mehr als 40 Jahre mit der Dialyse lebten, sagt Experte Kribben.

Allerdings sterben Dialysepatienten im Vergleich zu gleichaltrigen Menschen mit normaler Nierenfunktion deutlich häufiger und früher. Das habe unter anderem mit Veränderungen der Gefäßwände zu tun. Eigentlich brauchen diese Patienten ein Spenderorgan. Der Mangel an Spendernieren führt dazu, dass für Dialysepatienten die Chance auf eine gleichwertige Lebenserwartung und Lebensqualität sinkt.

Die Sterblichkeit von Nierenkranken mit Spenderorgan ist laut EU-Statistiken deutlich geringer als die von Dialysepatienten. Heute hat ein gesunder Mensch im Alter von 20 bis 24 Jahren noch eine Lebenserwartung von 60 Jahren. Einem gleichaltrigen Dialysepatienten bleiben im Schnitt weniger als 25 Jahre.

Mit einer Nierentransplantation kann die verbleibende Lebenserwartung auf knapp 45 Jahren fast verdoppelt werden. Im Jahr 2017 wurden nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation jedoch lediglich 1364 Nieren transplantiert. Das waren rund 200 weniger als 2015. Mehr als die Hälfte der Dialyse-Patienten ist über 65 Jahre alt.

Denn in der Bundesrepublik ist eine chronische Nierenkrankheit in mehr als der Hälfte aller Fälle eine Folge von Diabetes oder von jahrelang schlecht eingestelltem Bluthochdruck. Beide Krankheiten schädigen die Nieren langfristig. Bei jüngeren Patienten versagt die Nierenfunktion oft wegen Erbkrankheiten oder durch Autoimmunerkrankungen.

  • Weltweit leben rund zwei Millionen Menschen mit Nierenersatzverfahren.
  • Das sind aber nur 10 Prozent aller Menschen, die Hilfe benötigen würden.
  • In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern bedeutet eine schwere Nierenerkrankung heute noch immer den baldigen Tod.
  • Manchmal ist nur eine kurzzeitige Dialyse nötig: Bei komplexeren Operationen kann es zu einem vorübergehenden Ausfall der Nierenfunktion kommen, ebenso bei Entzündungen, Infektionen oder als Folge des Ausfalls anderer Organe.

Auch bei akutem Nierenversagen kann eine Dialysebehandlung für einen begrenzten Zeitraum notwendig sein. Allerdings haben Patienten nach einem akuten Nierenversagen ein sehr viel größeres Risiko, im Laufe ihres Lebens eine chronische Nierenkrankheit zu bekommen.

Auch sie müssen dann dauerhaft an die Dialyse. «Der technische Fortschritt des Verfahrens hat ermöglicht, dass die Dialyse sicherer, effizienter und gleichzeitig schonender geworden ist», sagt Nierenexperte Kribben. Bis in die 1970er-Jahre waren bis zu zwölf Stunden am Stück an der Dialyse üblich. Patienten litten während dieser Behandlung oft an Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen und Kreislaufproblemen.

Denn es war damals notwendig, dem Körper viel Blut für die Reinigung zu entziehen. Heute wird dazu viel weniger Blut benötigt. Der Entgiftungsprozess dauert in der Regel vier Stunden und muss bei den meisten Patienten dreimal pro Woche wiederholt werden.

  • Wenn die Nieren ausfallen, gibt es grundsätzlich zwei Wege für eine künstlichen Blutreinigung: Bei der Hämodialyse wird das Blut in eine Maschine geleitet.
  • Danach fließt es entgiftet in den Körper zurück.
  • Bei der Peritonealdialyse wird das eigene Bauchfell zur Entgiftung genutzt.
  • Der Patient füllt mehrmals täglich eine Dialysierflüssigkeit über einen Katheter in den Bauchraum ein und lässt sie dann auch wieder ab.

Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass ein Patient unabhängig von einem Dialysezentrum ist. Er kann die Peritonealdialyse auch im Berufsleben oder auf Reisen durchführen. Auch für junge Patienten und Kinder wird diese Variante häufig genutzt. Zu einer Behandlung gehört aber auch viel Disziplin: Patienten müssen Zeiten einhalten, Medikamente einnehmen und Diätvorschriften genau befolgen.