Was Macht Ein Neurologe Für Untersuchungen?

Was Macht Ein Neurologe Für Untersuchungen
Eine Untersuchung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Neurologie dient dazu, Krankheiten des Nervensystems zu erkennen. Dazu gehören so unterschiedliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, chronische Migräne, Hirnhautentzündung, Epilepsie oder Multiple Sklerose.

Welche Fragen stellt der Neurologe?

Neurologie Fragen und Antworten Richtig oder falsch? „Bei der Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls sollte der Blutdruck erst ab Werten über 220/120 mmHg gesenkt werden.” „Eine Migräneaura kann auch isoliert ohne Kopfschmerzen auftreten”. „Die okuläre Myasthenie, bei der nur die Augenmuskeln betroffen sind, macht 50% aller Myasthenien aus.” Wer hier sicher antworten und begründen kann, ist für die Facharztprüfung Neurologie gut aufgestellt.

Testen Sie Ihr Wissen systematisch anhand von Fragen nach dem Multiple-Choice-Prinzip. Mit prägnanten Kommentaren zu allen Antworten und wesentlichen Fakten der Neurologie. Themen sind u.a. neuromuskuläre Erkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Epilepsien, zerebrovaskuläre Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen und Bewegungsstörungen.

Plus: Im Anhang des Buches finden sich Auszüge wichtiger klinischer Studien mit den dazugehörigen Kernaussagen. Ideal als solide Basis für eine effektive Prüfungsvorbereitung. Griffbereit für alle, die ihr neurologisches Know-how auffrischen wollen. : Neurologie Fragen und Antworten

Wie misst ein Neurologe die Nerven?

Elektroneurografie (ENG) – Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) Bei einer Elektroneurografie (ENG) wird die Leitfähigkeit der Nerven untersucht. Die Untersuchung wird manchmal auch mit NLG für Nervenleitgeschwindigkeit abgekürzt; beide Bezeichnungen meinen dieselbe Untersuchungsmethode. Neben der generellen Leitfähigkeit und der Schnelligkeit der Nerven wird bei der ENG die Existenz von Blockaden überprüft.

Sobald der Verdacht auf eine Nervenkrankheit (Polyneuropathie) vorliegt, kommt die ENG-Untersuchung zum Einsatz. Auch wenn sich ein Bandscheibenvorfall ereignet hat oder ein Nerv eingeklemmt sein könnte, wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen, um genauere Informationen über das Ausmaß der Nervenbeschädigung zu erhalten.

Die Elektronneurografie findet in erster Linie Anwendung zur Untersuchung der Leitfähigkeit der Nerven und ist aus diesem Grund eine wichtige Untersuchungsmethode im Bereich der Neurologie. Dabei gibt es jedoch ganz bestimmte Erkrankungen, die eine Elektroneurografie erforderlich machen:

  • Polyneuropathien : Missempfindungen und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen. Mithilfe der ENG lässt sich in vielen Fällen die Ursache der Missempfindungen sowie die Art und das Ausmaß der Erkrankung einschätzen.
  • Bandscheibenvorfall : Die ENG – in Kombination mit der – liefert Ergebnisse, anhand derer die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs sicher beurteilt werden kann.
  • Eingeklemmter Nerv : Die ENG gibt Aufschluss darüber, welcher Nerv betroffen ist und wie stark der Nerv beschädigt ist. Damit kann der zuständige Arzt auch die Notwendigkeit einer Operation einschätzen.

Was wird beim Neurologen behandelt?

Die Neurologie beschäftigt sich mit dem Aufbau, der Funktion und den Erkrankungen des Nervensystems, Das Nervensystem besteht einerseits aus dem zentralen Nervensystem (ZNS) wozu das Gehirn und das Rückenmark gerechnet werden und andererseits aus dem peripheren Nervensystem (PNS), das die peripheren Nerven, Nervenwurzeln und Nervengeflechte umfasst.

  • Als Teil davon noch das vegetative Nervensystem genannt werden, das die innere Organe und unbewussten Körperfunktionen reguliert.
  • Auch die Muskeln fallen zu einem Teil in das Fachgebiet der Neurologie, weil Muskeln und Nerven eine untrennbare Einheit bilden.
  • Ein Neurologe ist daher ein Facharzt der auf die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, der Sinnesorgane, des Rückenmarks, der peripheren Nerven einschließlich der Nervenwurzeln und der Muskeln spezialisiert ist.

Der Neurologe beschäftigt sich zudem mit den Krankheiten der blutversorgenden Gefäße des Nervenssystems und Erkrankungen des Immunsystems und des Hormonsystems, soweit es das Nervensystem betrifft sowie mit den Erkrankungen der Hirnhäute.

Was macht der Neurologe beim ersten Termin?

Diagnostik: Anamnese und neurologische Untersuchungen Am Anfang eines Besuchs beim Neurologen steht immer ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese). Im Rahmen dieses Gespräches teilt der Patient seine Krankheits(vor)geschichte zu allgemeinen Aspekten (z.B.

  • Vorerkrankungen und Operationen) und seine jetzigen Beschwerden mit.
  • Diese so genannte Anamnese liefert wesentliche diagnostische Hinweise und zugleich Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen.
  • Dieser Bericht wird durch gezielte Fragen des Arztes auf Beschwerden und Merkmale gerichtet, die für die Klärung der Diagnose wichtig oder doch hilfreich sind.
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Die neurologische Untersuchung ist nach dem Erheben der Anamnese der nächste Schritt, um Ausfälle und Funktionsabweichungen des Nervensystems zu erkennen. Sie bildet die Grundlage jeder neurologischen Diagnostik. In den meisten Fällen kann sogar eine richtungsweisende Verdachtsdiagnose gestellt werden.

Weiterführende so genannte apparative Untersuchungen (z.B. Ultraschall, EEG, EMG, CT, MRT) sollten daher immer erst im Anschluss erfolgen. Die neurologische Untersuchung gliedert sich auf in die genaue Betrachtung des Patienten (Inspektion), eine kurze allgemeine internistische Untersuchung, das Untersuchen der Hirnnerven, die Prüfung der Reflexe, die Testung der Muskelkraft und der Bewegungsabläufe, die Sensibilitätsprüfung, die Untersuchung der vegetativen Funktionen und die Feststellung des psychischen Befundes.

Jeder Neurologe geht die einzelnen Schritte in einer eigenen Reihenfolge durch. Mitunter werden bestimmte Tests hinzugefügt oder einzelne weggelassen, um die erhobenen Befunde besser einordnen zu können. Inspektion Beim genauen Betrachten des Patienten kann der Neurologe erkennen, ob z.B.

das Gangbild oder die Haltung gestört ist oder eine Störung der Gleichgewichtsfunktion vorliegt. Außerdem dient die Inspektion zum Erfassen von Verletzungsfolgen und Veränderungen der Haut. Allgemeine internistische Untersuchung Dabei werden u.a. die Herzfunktion und die großen Halsgefäße sowie die Arm- und Fußpulse untersucht.

Untersuchung der Hirnnerven Hierbei achtet der Neurologe besonders auf die Fähigkeit zu sehen, zu riechen, zu schmecken und das Hören, auf Augenbewegungen, Gesichtsmimik, Schlucken und Sprechen. – Der Mensch besitzt 12 Hirnnerven. Bei Hirnerkrankungen oder Verletzungen kann die Funktion dieser Nerven gestört sein.

  1. Da jeder Hirnnerv eine ganz bestimmte Aufgabe hat, kann diese mit Funktionstests überprüft werden.
  2. Als Beispiel können dienen der Gesichtsnerv (Nervus facialis), der geprüft wird indem der Patient Grimassen schneidet.
  3. Für den Riechnerv werden verschiedene Aromastoffe (z.B.
  4. Affee, Bittermandel) eingesetzt, für das Schmecken Salz und Zucker.

Das Hörvermögen wird orientierend mit der Stimmgabel geprüft. Prüfung der Reflexe Reflexe sind unwillkürlich ablaufende Reaktionen des Nervensystems auf einen Reiz. Mit Hilfe eines Hammers kann der Neurologe die so genannten Muskeleigenreflexe oder Muskeldehnungsreflexe (z.B.

  1. Achillessehnenreflex oder Patellarsehnenreflex) auslösen, d.h.
  2. Die reflexartige Kontraktion des Muskels auf eine plötzliche Dehnung.
  3. Bei den Fremdreflexen betreffen Reizort und Reizantwort verschiedene Strukturen (z.B.
  4. Bauchhautreflexe).
  5. Bei diesen Tests achtet der Arzt v.a.
  6. Auf Seitenunterschiede.
  7. Untersuchung des motorischen Systems Hierbei beurteilt der Neurologe den gesamten Bewegungsapparat (, Gelenke, Gliedmaßen) und die Muskulatur.

Mit dieser Untersuchung kann man z.B. eine verminderte Muskelkraft oder eine Muskellähmung erkennen. Zunächst prüft der Arzt passiv die Beweglichkeit der Gliedmaßen, d.h. der Patient lässt sich bewegen ohne aktiv beteiligt zu sein. Beim Untersuchen der groben Kraft werden Arme und Beine anschließend gegen einen Widerstand bewegt, um somit deutlich kraftgeminderte Muskeln oder Seitenunterschiede beurteilen zu können.

Durch Halteversuche (Arm- oder Beinhalteversuch), z.T. mit geschlossenen Augen, kann der Neurologe wichtige Informationen auf latente (d.h. noch nicht ausgeprägte) Lähmungen z.B. nach einem Schlaganfall erhalten. Aber auch das Prüfen der Feinbeweglichkeit ist sehr aufschlussreich. Kann ein Patient z.B. nicht mehr Knöpfe schließen oder nicht mehr richtig schreiben, kann dies mitunter der einzige Hinweis auf eine zentrale (d.h.

im Gehirn begründete) Lähmung sein. Der Muskeltonus wird geprüft, indem der Arzt die großen Gelenke (Kniegelenk, Ellbogengelenk) langsam und schneller hin- und herbewegt. Prüfung der Koordination Mit Hilfe dieser Untersuchung kann sich der Arzt ein gutes Bild vom Zusammenspiel mehrerer Muskeln machen.

Dazu bedient er sich u.a. so genannter Zielversuche, bei denen der Patient z.B. im großen Bogen den Zeigefinger zur Nase führen muss (Finger-Nase-Versuch). Es wird beobachtet, wie der Patient stehen und gehen kann, auch mit geschlossenen Augen, wie er rasche Bewegungsabläufe meistert. Auch Schreiben und Sprechfunktion gehören dazu.

Sensibilitätsprüfung Bei dieser Untersuchung erhält der Neurologe Aufschluss über Schmerz- und Temperaturempfinden sowie über Druck- und Berührungswahrnehmung. Durch Reizung der Haut sucht der Arzt nach Störungen der so genannten Oberflächensensibilität, durch Bestreichen der Haut mit einem Stück Zellstoff oder Watte nach Störungen der Berührungsempfindung, durch spitze Gegenstände nach dem Schmerzempfinden.

Das Anhalten einer kräftig angeschlagenen Stimmgabel an verschiedenen Knochenvorsprüngen dient dem Überprüfen der Tiefensensibilität. Alles wird im Seitenvergleich bewertet. Untersuchung der vegetativen Funktionen Das vegetative oder auch autonome Nervensystem ist Teil des peripheren Nervensystems. Es ist an der Steuerung von Körperfunktionen beteiligt, auf die der Mensch normalerweise keinen Einfluss hat, z.B.

Atmung, Verdauung, Puls und Schwitzen.

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Die Prüfung durch Auslösung von Rötung der Haut nach Kratzreiz, Bildung von Gänsehaut und durch genaues Erfragen der Blasen- und Darmfunktion, Beobachtung der Atmung und einen kurzen Kreislauftest (Puls- und Blutdruckmessung) ergänzt. Kognitive Funktionen Höhere Leistungen des Gehirns werden am Beispiel von Sprache, Sprache verstehen rechnen oder Erkennen der Gestalt von in die Hand gegebenen Gegenständen geprüft. Feststellung des psychischen Befundes

Bei neurologischen Erkrankungen kann auch der psychische Zustand des Patienten beeinträchtigt sein, sei es durch eine eingeschränkte Merkfähigkeit, verminderte Konzentration, eine geänderte Bewusstseinslage (z.B. Schläfrigkeit) oder eine veränderte Grundstimmung.

Im Rahmen einer neurologischen Untersuchung überprüft der Arzt daher regelmäßig geistige und seelische Funktionen gegebenenfalls mit Hilfe von Gedächtnistests. Weitere Untersuchungen Je nach Beschwerdebild kann der Neurologe zusätzliche Untersuchungen veranlassen, um die Diagnose zu sichern wie z.B. Labortests (Blut, Urin, Hirnwasser), Ultraschall, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Elektroenzephalografie (EEG) Elektromyografie (EMG), evozierte Potentiale (EVP), Elektrookulografie (EOG) u.a.

: Diagnostik: Anamnese und neurologische Untersuchungen

Was misst der Neurologe an den Beinen?

Motorisch evozierte Potential (Nervenbahnen zu den Muskeln) – Bei der Magnetstimulation wird über den Kopf des Patienten eine Magnetspule gehalten. Diese Spule gibt einen magnetischen Impuls ab, der die darunter liegenden motorischen Nervenzellen kurzzeitig stimuliert.

Eine Muskelzuckung wird ausgelöst und an den Armen oder Beinen über aufgeklebte Elektroden registriert. Die Zeit zwischen der Impulsabgabe über dem Kopf bzw. der Wirbelsäule und der aufgetretenen Muskelzuckung wird gemessen. So kann festgestellt werden, ob eine Funktionsstörung der motorischen Nervenbahnen besteht.

Die Magnetstimulation ist nicht schmerzhaft, wird aber durch den plötzlichen Impuls mit Muskelzuckungen gelegentlich als unangenehm empfunden. Die Untersuchung wird im Sitzen durchgeführt, der Patient muß nur Socken und Schuhe ausziehen. Er wird aufgefordert, den Muskel, auf den die Elektroden aufgeklebt werden, leicht anzuspannen.

Kann man geschädigte Nerven im MRT sehen?

Die Nervenbahnen sichtbar machen Seit einiger Zeit können auf Basis der Magnetresonanztomographie auch Nerven hochaufgelöst und kontrastreich dargestellt werden. Davon profitieren insbesondere Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen von peripheren Nerven.

  • Das Verfahren mit dem Namen MR-Neurographie wird am Universitätsspital Zürich seit Jahren erforscht und praktiziert.
  • Zuständig ist PD Dr.
  • Roman Guggenberger, Leiter Muskuloskelettale Radiologie am USZ.
  • Schädigungen des Nervensystems sind nicht immer einfach zu lokalisieren – insbesondere dann, wenn periphere Nerven und Nervenfasern betroffen sind.

Diese befinden sich ausserhalb von Gehirn und Rückenmark und durchziehen den ganzen Körper. Dank des Einsatzes neuster Technologie ist es für Radiologen seit einigen Jahren aber möglich, Nerven hochaufgelöst und kontrastreich darzustellen. Das Verfahren nennt sich MR-Neurographie und basiert auf der Magnetresonanztomographie (MRT oder auch MRI).

  1. Durch die MR-Neurographie werden auch bislang blinde Flecken der Bildgebung wie Arm- und Lendennervengeflechte besser sichtbar”, sagt PD Dr.
  2. Roman Guggenberger, Leiter Muskuloskelettale Radiologie am Universitätsspital Zürich.
  3. Zudem kann dank des Verfahrens ein sehr grosser Bereich des Körpers bildhaft dargestellt werden, was zum Beispiel dann hilfreich ist, wenn der genaue Ort der Nervschädigung nicht einwandfrei zu bestimmen ist.

Die MR-Neurographie ist als zusätzliches Abklärungsinstrument für Neurologen interessant, wenn deren elektrophysiologische Methoden keine eindeutige Diagnose zulassen. Vor allem in der Differentialdiagnose von polyneuropathischen Erkrankungen – also wenn mehrere periphere Nerven betroffen sind – kann die MR-Neurographie wertvolle Zusatzinformationen liefern.

Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Zuweisung direkt durch die Hausärztin oder den Hausarzt Sinn macht. So können beispielsweise periphere Nervenschäden ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Bandscheibenvorfall. „Statt einer Kompression der L5-Wurzel an der Wirbelsäule kann auch ein Nervenschaden am Knie Ursache des empfundenen Schmerzes und einer Lähmung am Unterschenkel sein”, erklärt USZ-Radiologe Guggenberger.

Dieser bliebe aber beim typischen Abklärungsverfahren – einem MRI der Lendenwirbelsäule – unentdeckt. Eine MR-Neurographie hingegen kann Veränderungen des Nerves im gesamten Verlauf bis an den Unterschenkel verfolgen. Auch bei Verdacht auf „Einklemmungssyndrome” wie dem Karpaltunnel- (Handgelenk), dem Kubitaltunnel- (Ellbogen) oder dem Tarsaltunnel- (Sprunggelenk)-Syndrom kann eine Direktzuweisung Sinn machen, so Experte Guggenberger.

Sinn machen aber auch die besten radiologischen Bilder nur mit der notwendigen fachlichen Expertise. Dafür herrschen am Universitätsspital Zürich, wo Spezialistinnen und Spezialisten aus Neurologie, Radiologie und anderen Fachgebieten wie etwa der plastischen Chirurgie eng zusammenarbeiten, die besten Voraussetzungen.

Spezifisch im Bereich der MR-Neurographie hat das Team der muskuloskelettalen Radiologie rund um PD Dr. Roman Guggenberger mit seiner Forschung sowie jahrelanger praktischen Erfahrung beste Referenzen. Leitender Arzt, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie Spezialgebiete: Muskuloskelettale Radiologie, Neuroradiologie, Neurographie peripherer Nerven : Die Nervenbahnen sichtbar machen

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Welche Krankheiten greifen das Nervensystem an?

« Zurück Der Begriff “Neurologische Erkrankungen” beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Krankheiten, die entweder das zentrale oder das periphere Nervensystem betreffen. Das zentrale Nervensystem umfasst das Gehirn und das Rückenmark. Zum peripheren Nervensystem gehören die Nerven, die außerhalb des Wirbelkanals verlaufen mit ihren Verbindungen zu den Muskeln. Artikel weiterempfehlen »

Welche Krankheit greift die Nerven an?

Was ist Polyneuropathie (Diabetische Polyneuropathie)? (©stefan_Koerber – fotolia.com) Polyneuropathie ist eine Krankheit, bei der die Reizweiterleitung gestört ist Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren (peripher = am Rande) Nervensystems. Zum peripheren Nervensystem (PNS) gehören alle Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark, dem zentralen Nervensystem (ZNS), liegen – angefangen von den Nervenwurzeln, die seitlich an der austreten, bis zu den feinsten Verästelungen in Muskeln und Haut.

  1. Hierzu zählen die so genannten motorischen Nerven, welche die Muskeltätigkeit steuern und sensorische Nerven, die dem Gehirn Informationen zuleiten.
  2. Zu den sensorischen Nerven gehören Schmerzfasern in der Haut, aber auch solche Fasern, die dem Gehirn über die Lage von Gliedmaßen, über Berührungen und ganz allgemein über Sinneseindrücke berichten.

Schließlich gibt es Nerven, welche die Funktion der inneren Organe wie Herz, Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Blase beeinflussen. Sie werden als „autonomes” oder „vegetatives” Nervensystem bezeichnet. Die Aufgabe dieser Nerven ist sehr vielfältig.

So zeigen beispielsweise die Nervenfasern der Blasenwand dem Gehirn den Füllungsgrad der Harnblase an. Aber auch die Tätigkeit der Schweißdrüsen und die Weite der Blutgefäße unterliegen der Kontrolle des autonomen Nervensystems. In den meisten Fällen entstehen Schmerzen durch äußere Reize wie Entzündungen oder Verletzungen.

Die Schmerzen bei einer Neuropathie („Nervenkrankheit”) entwickeln sich anders. Hier sind die Nervenfasern selbst geschädigt oder zerstört. Bei Neuropathien können nur ein einzelner Nerv („Mononeuropathie”), aber auch zahlreiche Nerven beteiligt sein, dann spricht man von einer Polyneuropathie (poly = viel).

Wenn nur die Nervenwurzeln betroffen sind, spricht man von Radikulopathie (radix = Wurzel). Die Polyneuropathie ist eine Krankheit, bei der die Reizweiterleitung gestört ist. Wegen der Länge der Nerven an Beinen und Armen machen sich die Symptome besonders hier bemerkbar. Sinnesreize werden entweder gar nicht, vermindert oder verstärkt an das Gehirn gemeldet.

Die ersten Beschwerden sind häufig Missempfindungen wie Kribbeln und Brennen. Später treten Minderempfindungen auf, d.h. das Nichterkennen oder das verminderte Wahrnehmen von Berührung und Schmerz. Fehlempfindungen kommen als (falsche) Kälte- oder Wärmeempfindung oder als Schmerzempfindung bei nicht schmerzhaften Reizen vor.

Eine Polyneuropathie ist sehr oft Folge (bzw. Krankheitsanzeichen) einer anderen Krankheit. Sie stellt somit meist kein eigenständiges Leiden dar. Die möglichen Ursachen einer Polyneuropathie sind vielfältig. Häufigste Auslöser sind eine fortgeschrittene Zuckerkrankheit (diabetische Polyneuropathie) und chronischer Alkoholmissbrauch (alkoholische Polyneuropathie).

Zur Häufigkeit der Polyneuropathie gibt es keine zuverlässigen Angaben, sie wird jedoch weltweit auf etwa einen pro 2.000 Einwohner geschätzt. : Was ist Polyneuropathie (Diabetische Polyneuropathie)?