Was Macht Ein Psychologe?

Was Macht Ein Psychologe
Psychologen und Psychologinnen befassen sich mit dem Erleben, Verhalten und Bewusstsein von Menschen. In der klinischen Psychologie behandeln sie seelische Störungen wie Depressionen, Essstörungen oder Psychosen oder betreuen Schmerz- und Palliativpatienten.

Wann ist es sinnvoll zum Psychologen zu gehen?

Schränken dich die Probleme im alltäglichen Leben ein? – Sobald du das Gefühl hast, dass deine Sorgen deinen Alltag bestimmen und du dadurch anhaltende Einschränkungen, wie zum Beispiel, Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsverlust oder Übellaunigkeit erfährst, kann eine Psychotherapie helfen.

Was macht ein Psychologe mit mir?

Welche Verfahren gibt es? – Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten.

Im folgenden finden Sie eine Auflistung und kurze Charakterisierung der am weitesten verbreiteten Psychotherapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit folgende 4 Verfahren erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die systemische Therapie (für Erwachsene), sowie die analytische Psychotherapie.

Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen.

So erlebt ein Patient beispielsweise im Falle einer Essstörung, dass schlanke Menschen dem Ideal entsprechen und seiner Wahrnehmung nach beliebter sind als andere. Daraus können sich durch das Bestreben, diesem Ideal zu entsprechen und der Angst vor einer Gewichtszunahme, unangemessene Ernährungsgewohnheiten wie Anorexie oder Bulimie entwickeln.

Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt. Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt.

Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts” und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.

  • Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt.
  • Analytische Psychotherapie: Diese Therapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten dieser Psychotherapieart entwickelt, die jedoch in Ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren.

  • Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen.
  • Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie zu verarbeiten.
  • Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung.

Häufig angewendete Methoden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche oftmals im Liegen statt. Der Psychotherapeut verhält sich neutral, um als Projektionsfläche für die Emotionen des Patienten dienen zu können, so sitzt er in Regel so, dass er für den Patienten nicht sichtbar ist.

Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann. Systemische Therapie: Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein.

Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d.h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen. Der Psychotherapeut wird zum einen versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und zum anderen mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Ein Beispiel für eine systemische Intervention ist die paradoxe Verschreibung. Hier wird der Patient aufgefordert, sein problematisches Verhalten beizubehalten statt zu bekämpfen, da es wichtig für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Familienstrukturen ist. Dadurch werden die einzelnen Familienmitglieder gezwungen, sich mit ihrem Beitrag und ihrer Reaktion auf das zentrale Problem auseinander zu setzen.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers: Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert” bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt.

  • Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt.
  • Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Variablen, die das Verhalten des Therapeuten beschreiben: Eine emphatische Haltung gegenüber dem Klienten, Echtheit des Psychotherapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme.

Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen. Gestalttherapie: Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen.

  • Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt.
  • Der Patienten wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert.

Der Psychotherapeut versucht, den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt”).

  1. Wer ist wer? Psychotherapeut – Psychiater – Psychologe Drei Begriffe*), die immer wieder verwechselt werden, wenn Menschen bei seelischen Erkrankungen, Beschwerden und Störungen oder körperlichen und sozialen Problemen Hilfe suchen und überlegen, an wen sie sich am besten wenden.
  2. Unsere Begriffserklärungen sollen dabei helfen.

* Drei Begriffe – drei Berufsfelder. Psychotherapeut Ein Psychotherapeut übt Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe (“Psychologischer Psychotherapeut”), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner sein – beide dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandeln – oder ein Pädagoge, der für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut).

  1. Alle drei haben zusätzlich zu ihrem “Grundberuf” eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen bzw.
  2. Einen entsprechenden Facharzttitel erworben.
  3. Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1.
  4. Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz geregelt.
  5. Das Gesetz schützt zugleich die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” strafrechtlich für diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Psychiater Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Der Psychiater hat Medizin studiert. In seinem Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln.

  1. Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung zum Psychiater absolviert.
  2. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von Krankheiten des Geistes und der Seele erworben und gelernt, diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka.

Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen Psychiater (oder einen anderen Arzt), auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung “Psychotherapie” oder “Psychoanalyse” zu führen.

Psychologe Hochschulabsolvent, der das Fach Psychologie studiert hat. Psychologen beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (z.B. Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern. Die Berufsbezeichnung “Psychologe” darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen.

Durch das akademische Studium, das mit dem Diplom oder Master abgeschlossen wird (Diplom-Psychologe oder Psychologe M.Sc.), erwirbt der Psychologe in den verschiedenen Gebieten der Psychologie wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und ein umfangreiches Wissen über menschliches Denken und Fühlen, Lernen und Verhalten und auch darüber, wie man menschliches Verhalten beeinflussen kann.

  • Im Hauptstudium kann sich der Psychologe auf die Schwerpunke Klinische Psychologie und psychologische Behandlungsmethoden spezialisieren.
  • Dabei erarbeitet sich der angehende Psychologe umfassende Kenntnisse über die seelisch-körperliche Gesundheit und Krankheit sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Psychotherapie.

Nach Abschluss des Psychologiestudiums kann der Psychologe eine dreijährige ganztägige oder eine fünfjährige berufsbegleitende psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die ihn für die eigenverantwortliche Ausübung der Psychotherapie qualifiziert.

Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut Ein Psychologischer Psychotherapeut verwendet keine Medikamente. Sein Behandlungsansatz ist ein anderer. Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden.

Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen ein Psychiater und ein Psychologe?

Psychologen sind Wissenschaftler – Psychologen haben einen anderen Hintergrund. Sie haben mindestens fünf Jahre Psychologie studiert – die Wissenschaft vom Verhalten, Denken und Fühlen. Sie beschäftigen sich also mit dem Lernen und Verhalten der Menschen, mit ihren Gefühlen und Gedanken. Dieses versuchen sie zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen oder ggf. zu ändern. Nach dem Abschluss können Psychologen z.B. in Personalabteilungen, Schulen, als Coaches oder in der Forschung arbeiten. Um als Psychotherapeuten zu arbeiten, mussten Psychologen bisher eine psychotherapeutische Prüfung und anschließend eine mehrjährige Ausbildung ablegen. Haben Menschen das Gefühl, ein zu haben, wenden sie sich anfangs am besten an ihren Hausarzt oder einen Facharzt für Psychiatrie. Denn Symptome einer psychischen Störung können körperliche Ursachen haben – etwa bei einer Schilddrüsenerkrankung. Schließen Ärzte Umstände wie diese aus, kommt eine Psychotherapie infrage. Welcher Spezialist dann geeigneter ist – ob Psychiater oder Psychologe – hängt vom Einzelfall und der individuellen Situation der Betroffenen ab. Zum Teil kommt es vor, dass Patientinnen oder Patienten von zwei Fachleuten betreut werden, sowohl von einem Psychiater als auch von einem Psychologen. Der eine übernimmt die medikamentöse und der andere die psychotherapeutische Seite der Behandlung. Wichtig ist in solchen Fällen, dass alle Parteien Kenntnis voneinander haben und zusammenwirken. So kann gewährleistet werden, dass Betroffene eine gute Behandlung bekommen. > Wie sie einen, Psychotherapie bedeutet übersetzt „Behandlung der Seele” oder Behandlung von seelischen Problemen. Es leitet sich aus dem Altgriechischen „Psyche” ab, was so viel bedeutet wie Seele, Hauch, Atem. Eine Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen, dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge oder psychosomatische Erkrankungen. Nicht jeder darf eine Psychotherapie durchführen. In Deutschland ist die Berufsbezeichnung Psychotherapeut rechtlich geschützt. Sie darf nur von Personen ausgeübt werden, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen. : Psychologe, Psychiater, Psychotherapeut – das ist der Unterschied

Was soll man beim Psychologen sagen?

Das persönliche Problem – Vermutlich gibt es einen spezifischen Grund, weshalb Sie sich an einen Psychiater wenden. Häufig handelt es sich dabei um sehr persönliche Dinge, über die man normalerweise nicht offen reden würde. Vielen fällt es daher schwer – quasi auf Knopfdruck – ihr Problem zu formulieren und auf den Punkt zu bringen.

Womöglich schämen Sie sich auch und möchten manche Dinge gar nicht direkt ansprechen. Es gilt die Verschwiegenheitspflicht. Sie können offen über alles sprechen. Wenn Sie es lieber vermeiden würden, konkret auf Ihr Problem einzugehen oder Bedenken haben, es einem Fremden anzuvertrauen: keine falsche Scham.

Es gibt vermutlich nichts, das Ihr Psychiater nicht in der einen oder anderen Form schon gehört hat. Es gibt also keinen Grund, nicht auch unangenehme Dinge auszusprechen. Alles was gesagt wird bleibt vertraulich. Es muss Ihnen also nichts peinlich sein, Ihr Psychiater kennt diese Probleme vermutlich schon seit vielen Jahren.

Wie kann ein Psychologe helfen?

Psychotherapien können depressive Symptome lindern und das Risiko für Rückfälle senken. Das können sie erreichen, indem sie beispielsweise helfen, mit negativen Gedanken oder Herausforderungen besser umzugehen. Zudem kann es erleichternd sein, die Ursachen der Beschwerden besser zu verstehen.

Was darf ein Psychologe nicht?

Missachtung des Abstinenzgebotes – Wenn ein Therapeut bzw. eine Therapeutin das Abstinenzgebot missachtet, das heißt, wenn er / sie mit dem Patienten eine private Beziehung aufnimmt. Hintergrund ist, dass Therapeuten die psychotherapeutische Vertrauensbeziehung nicht zur Befriedigung eigener Interessen und Bedürfnisse missbrauchen dürfen.

  1. So dürfen sie das Vertrauen, die Unwissenheit oder die Hilflosigkeit von Patienten nicht ausnutzen und aus der Beziehung zum Patienten keine persönlichen oder wirtschaftlichen Vorteile ziehen. Therapeuten sollten daher zu ihren Patienten eine professionelle Distanz wahren und dürfen keine private Beziehung mit ihnen eingehen. Weiterhin müssen auch die Praxisräume vom privaten Lebensraum des Therapeuten getrennt sein.
  2. So dürfen Therapeuten mit ihren Patienten nicht zum Essen gehen oder andere private Unternehmungen machen. Sie dürfen von ihnen keine Geschenke, Zuwendungen oder Erbschaften annehmen, keine Dienstleistungen fordern oder annehmen und nicht mit ihnen in einem Geschäfts- oder Arbeitsverhältnis stehen. Als besonders schwerwiegend gilt es, wenn ein Therapeut oder eine Therapeutin sexuelle Angebote macht oder es zu sexuellen Handlungen kommt. § 174 c des Strafgesetzbuches untersagt Therapeuten sexuelle Handlungen mit Klienten und Patienten.
  3. Umgekehrt kann es manchmal sein, dass ein Patient bzw. eine Patientin dem Therapeuten bzw. der Therapeutin gegenüber Zuneigung empfindet und zum Ausdruck bringt. Ein professioneller Therapeut sollte ein solches Verhalten respektvoll, aber nachdrücklich ablehnen und dem Patienten bzw. der Patientin die Grenzen der therapeutischen Beziehung aufzeigen.
  4. Das Abstinenzgebot des Therapeuten gilt auch für Personen, die dem Patienten nahe stehen – bei Kindern und Jugendlichen, die sich in Therapie befinden, insbesondere für ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten. Schließlich gilt das Abstinenzgebot auch nach Ende der Therapie, bis der Patient sich aus der therapeutischen Beziehung gelöst hat – in jedem Fall mindestens ein Jahr über das Ende der Behandlung hinaus.

Wie viel kostet eine Therapie beim Psychologen?

Psychotherapie Kosten: Diese Leistungen bezahlen Versicherungen 2019 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit knapp 9.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einer psychologischen Psychotherapie. Wie viele zudem von ärztlichen Psychotherapeuten behandelt wurden, ist unklar.

  1. Laut Bundes-Psychotherapeuten-Kammer suchen sich aber nur 20 Prozent der psychisch Kranken professionelle Hilfe.
  2. Das liegt nicht zuletzt an der Stigmatisierung der Psychotherapie, langen Wartezeiten und den Kosten.
  3. Inhaltsverzeichnis Die Kosten einer Psychotherapie orientieren sich an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten, die von der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer herausgegeben wird.

Die Preise variieren dabei zwischen 40 Euro bis 140 Euro – je nachdem, ob es sich um eine Einzel- oder Gruppenbehandlung handelt sowie je nach Behandlungsmethode und Sitzungsdauer, Kostenbeispiel Eine analytische psychotherapeutische Einzelsitzung kostet beispielsweise bei einer Dauer von 50 Minuten 92,50 Euro.

Genauso viel zahlen Patienten bei einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie. Die Leistungen werden bei Notwendigkeit von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der behandelnde Therapeut eine Kassenzulassung hat. Allerdings besteht eine Ausnahme zur Kostenerstattung, wenn sich die Beratung ausschließlich auf die Themen Erziehung, Ehe oder (Sexual-)Leben bezieht.

Ein reines Coaching wird nicht finanziert. Privatpatienten oder Menschen, die perspektivisch in die private Krankenversicherung wechseln, sollten genau darauf achten, ob und welche psychotherapeutischen Leistungen im jeweiligen Tarif aufgeführt sind,

  1. Je nach Anbieter greifen Privatpatienten beispielsweise auf Online-Therapien mit ausgebildeten Psychotherapeuten zurück oder erhalten durch Kooperationen besonders schnell Zugang zu einem Therapieplatz.
  2. Nehmen sie die Leistungen von Kooperationspartnern in Anspruch, werden diese auch vom jeweiligen Versicherer übernommen.

Standard ist das aber keineswegs. Mit 55 Psychotherapeuten auf 100.000 Menschen sind Großstädte deutlich besser für die Behandlung psychisch Erkrankter gewappnet als ländliche Regionen. Obwohl es keinen signifikanten Unterschied bei der Anzahl psychischer Erkrankungen zwischen Stadt und Land gibt, ist die Abdeckung von 18-20 Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner auf dem Land deutlich geringer.

Psychologische Psychotherapeuten Hierbei schließt an das Studium der Psychologie eine Ausbildung an, in der auch Praxiserfahrungen in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtung gesammelt werden. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben und weder Überweisungen noch Krankschreibungen ausstellen. Ärztliche Psychotherapeuten Nach dem Medizinstudium erhalten ärztliche Psychotherapeuten ihre Approbation und werden Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychologie oder bilden sich zum psychologischen Psychotherapeuten weiter. Sie haben Befugnisse zur Ein- oder Überweisung, dürfen Rezepte ausstellen und Patienten krankschreiben. Leiden Patienten an psychischen Erkrankungen, die einer medikamentösen Behandlung bedarf, gehen sie zu einem Psychiater. Dieser therapiert Krankheitsbilder wie Schizophrenie oder Depressionen. Allerdings verfügt auch er über Kenntnisse psychotherapeutischer Verfahren, weshalb er nicht klar vom ärztlichen Psychotherapeuten getrennt werden kann. Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Lösen mentale Probleme körperliche Beschwerden aus oder bedingen diese, werden sie von Ärzten für psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt. Psychotherapeutisch tätige Ärzte Diese Ärzte kümmern sich um psychische Erkrankungen als Begleiterscheinung zu anderen Krankheitsbildern. Dazu zählen beispielsweise Frauen, die eine unterstützende Psychotherapie erhalten, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt sind.

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Die Suche nach einem Therapeuten gestaltet sind in der Praxis sehr schwierig. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Stellen anlaufen, um einen passenden Therapeuten zu finden. Dazu zählen:

Gesetzliche KrankenkassenTerminservicestellen der Kassenärztlichen VereinigungPrivate KrankenversicherungenPsychosoziale BeratungsstellenPsychotherapeutenkammern des jeweiligen BundeslandsÄrztekammern der einzelnen BundesländerSozialpsychiatrische Dienste

Seit Beginn der Pandemie sind Isolation und Existenzangst ständige Begleiter. Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer hat deshalb 2020 diverse internationale Studien unter dem Aspekt betrachtet, welchen Einfluss Corona auf die psychische Gesundheit hat. Folgende Ergebnisse wurden festgestellt:

Erhöhte Angst- und Depressionswerte bei Covid-19-ErkranktenAnstieg von posttraumatischem Stress bei AngehörigenHöheres Risiko für Belastungsstörungen bei Ärzten und PflegepersonalVerstärkte Depressivität bei älteren Menschen über 70 sowie verschlechterter GesundheitszustandBeinahe doppelt so hohes Risiko für Verhaltensprobleme und Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen gegenüber der Vor-Corona-Zeit

Dauert die Krise weiter an, ist auch mit einer zunehmenden Verschlechterung der psychischen Gesundheit sowie einer erhöhten Selbstmordrate zu rechnen. Strukturen schaffen Menschen brauchen Struktur. Eine klare Einteilung des Tages, die zudem gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf integriert, kann psychosoziale Folgen reduzieren.

  • Auch die Kommunikation mit Freunden und Familie via Videochat hat positive Auswirkungen.
  • Rankenversicherungen haben ihre digitalen Angebote in den letzten Jahren vorbildlich ausgebaut.
  • So können Sportkurse, Coachings, aber auch psychotherapeutische Beratungen online durchgeführt werden.
  • Vor allem während des Lockdowns, wenn Sportstudios geschlossen bleiben und der soziale Kontakt nochmals heruntergefahren werden muss, bieten die e-Services eine gelungene Alternative.

Der Blick auf die Homepage des jeweiligen Versicherers oder der Krankenkasse lohnt sich. Keine Antwort gefunden? Melden Sie sich bei uns! Manchmal sind die Fragen eben individueller, genau wie Ihr Leben. Wir helfen Ihnen gerne bei allem rund ums Thema Krankenversicherung.

Was sage ich beim Erstgespräch beim Psychologen?

Tipps für die psychotherapeutische Sprechstunde – Möglicherweise haben Sie den Termin für eine psychotherapeutischen Sprechstunde über eine Terminservicestelle erhalten oder Sie haben bereits mit Ihrem Therapeuten oder Ihrer Therapeutin telefoniert und versucht, sich aufgrund weniger Merkmale und Informationen ein Bild von ihm oder ihr zu machen.

Es ist naheliegend, dass Sie frühzeitig wissen wollen, was für ein Mensch da vor Ihnen sitzt. Normalerweise entwickeln wir sehr schnell ein Gefühl dafür, ob und wie sympathisch uns jemand ist. Sympathie spielt auch in einer Psychotherapie eine wichtige Rolle; schließlich geht es um sehr private und persönliche Angelegenheiten, die wir nicht mit jedem besprechen möchten.

Lassen Sie sich also ruhig Zeit, um sich ein Urteil darüber zu bilden, was Ihnen an dieser Therapeutin oder diesem Therapeuten gefällt oder auch nicht. Die Fragen, die Sie zu Beginn hören werden, sind meist sehr ähnlich. Sie dienen dazu, dass sich Ihr Gegenüber ein Bild von Ihnen, Ihren Beschwerden und dem Behandlungsauftrag machen kann.

Einleitend heißt es oft: »Was führt Sie her?« Oder: »Welche Probleme/ Schwierigkeiten haben Sie?« Der Therapeut wird Sie dann zunächst erzählen lassen, gegebenenfalls nachfragen, wenn er etwas nicht verstanden hat, jedoch nicht ins Detail gehen. Damit er sich allgemein orientieren kann, reichen im Allgemeinen Angaben zu Art, Umfang und bisheriger Dauer Ihrer Schwierigkeiten.

Meist wird auch kurz thematisiert, wie sich die Beschwerden entwickelt haben, wie Sie bisher mit den Schwierigkeiten umgegangen sind und ob Sie bereits andere Therapieversuche unternommen haben. Normalerweise wird der Therapeut durch Nachfragen und Kommentare versuchen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Natürlich müssen Sie nicht auf jede Frage gleich die passende Antwort wissen und Ihre Beschwerden lückenlos beschreiben. Manche Therapeuten erkundigen sich auch danach, wie Sie gerade auf sie gekommen sind (ob es Empfehlungen gab oder von wem Sie überwiesen wurden) und warum Sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine Therapie beginnen wollen.

Damit möchten sie unter anderem erfahren, wie dringend Ihnen eine Behandlung ist. Ebenso kann ein Therapeut Sie fragen, was Sie von einer Therapie erwarten. Themen, die auf die Zukunft ausgerichtet sind (Zum Beispiel: »Was wollen Sie durch die Therapie erreichen? Haben Sie ein Behandlungsziel? Wenn ja, welches?«), dienen dazu, dass er seinen Behandlungsauftrag klarer erkennen und benennen kann.

Schließlich handelt es sich aus Sicht des Psychotherapeuten zunächst einmal um eine Art von geschäftlichem Kontakt, bei dem er eine Leistung erbringen soll. Dazu muss er die Erwartungen des Auftraggebers – also Ihre Erwartungen als Patient oder Patientin – kennen. Vielleicht ist es sinnvoll für Sie, wenn Sie sich bereits vor dem Erstgespräch einige Fragen überlegen, die Sie dem Therapeuten oder der Therapeutin stellen wollen.

Zum Beispiel können Sie sich nach dem therapeutischen Vorgehen oder den Erfahrungen des Therapeuten erkundigen: Wie gehen Sie vor? Wie beurteilen Sie die Chancen, dass mein Problem wieder verschwindet? Wie laufen die Sitzungen ab? Treffen wir Vereinbarungen jeweils für die Zeit zwischen zwei Sitzungen? Zur besseren Übersicht finden Sie eine kurze Checkliste mit Aspekten, die Sie im Erstgespräch ansprechen können.

Soll ich zum Psychologen oder Psychiater?

Wann zum Psychologen? – Wer an einer psychischen Krankheit leidet, etwa an einer Depression oder einer Sucht, geht zum Psychiater oder zum Psychotherapeuten. Zum Psychologen gehen psychisch Kranke eigentlich gar nicht. Ein Psychologe behandelt keine Krankheiten.

  • Dazu fehlt ihm die therapeutische Ausbildung.
  • Einige Psychologen machen sich nach dem Studium der Psychologie selbstständig.
  • Sie coachen oder beraten, etwa in Firmen aber auch Privatpersonen, und helfen zum Beispiel bei der Suche nach dem richtigen Job.
  • Nicht zu verwechseln sind Psychologen wiederum mit „psychologischen Beratern”.

Diese Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt.

Wie läuft das erste Gespräch beim Psychologen ab?

Ablauf einer Psychotherapie Häufige Ängste und Gefühle im Vorfeld Für viele Menschen ist der Schritt, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, einerseits mit Ängsten (was einen dort wohl erwarten wird) und andererseits mit dem Gefühl, persönlich versagt zu haben, verbunden.

  • Viele Menschen – insbesondere Männer – empfinden den Gang zum Psychotherapeuten als persönliche Niederlage, als ein „Versagen” und schämen sich hierfür.
  • Insbesondere depressive Menschen neigen dazu, sich für ihren Zustand selber die Schuld zu geben oder sind davon überzeugt, „es doch selber schaffen” zu müssen.

Weiterhin existiert in vielen Köpfen die Vorstellung, dass beim Psychotherapeuten „Bekloppte” oder zumindest höchst skurrile Menschen sitzen, wozu ungezählte Witze („Kommt ein Irrer zum Arzt “) und Cartoons beigetragen haben. Im Gegensatz dazu steht die, sehr häufig von Patienten gemachte Erfahrung, dass, wenn sie sich im Freundes- oder Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz „outen”, bezüglich einer begonnenen Psychotherapie zur Antwort bekommen: „Das ist gut, das habe ich auch vor ein paar Jahren gemacht und es hat mir sehr geholfen”.

Auch sei an die Beispiele vieler Prominenter erinnert, die sich gerade in letzter Zeit in der Öffentlichkeit zu früheren seelischen Erkrankungen und/oder einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung bekennen.Seelische Probleme und Erkrankungen werden häufig verallgemeinernd mit den „Geisteserkrankungen” gleichgesetzt, mit denen die Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis bezeichnet werden.

Dies sind Erkrankungen, bei denen das Denken der Patienten schwer beeinträchtigt ist, im Sinne eines wahnhaften Erlebens oder einer wahnhaften Umdeutung der Welt („Ich bin Napoleon”) oder des Gefühls, bedroht oder verfolgt zu werden („Paranoia”). Diese Erkrankungen gehören in die Hand eines Psychiaters („Nervenarztes”) und können in erster Linie nur mit Medikamenten und häufig auch nur in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden.

Das sogenannte „Erstgespräch” Die sogenannten „Probesitzungen” oder auch „Probatorischen Sitzungen” Die Beantragung einer Psychotherapie bei der Krankenkasse oder Beihilfestelle Anmerkung zum Datenschutz Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient

Nach der telefonischen Terminvereinbarung findet das so genannte „Erstgespräch” statt. Im Erstgespräch bittet der Therapeut den Patienten zu Beginn in der Regel darum, möglichst frei und unstrukturiert vom Grund seines Kommens und seinen Problemen zu erzählen.

Der Therapeut wird im Erstgespräch möglicherweise nur wenige direkte Fragen stellen, da es für ihn wichtiger ist, zu erleben, wie der Patient seine Probleme beschreibt oder in welcher Reihenfolge er von seinen Beschwerden berichtet. Gegen Ende dieses ersten Gespräches sollte der Therapeut dem Patienten eine Rückmeldung darüber geben, ob er „an der richtigen Adresse ist”, ob seine Symptome wirklich psychotherapeutisch behandelbar sind oder ob zur Sicherung der Diagnose noch andere (medizinische) Fachdisziplinen hinzugezogen werden müssen.

Wenn der Therapeut das Gefühl hat, dass der Patient aus fachlichen Überlegungen (Ist eine andere Therapieform besser geeignet? Ist ein Klinikaufenthalt indiziert?) oder eigener „Befangenheit” (Gemeinsame persönliche Berührungspunkte oder Verwicklungen mit dem Patienten) von ihm selber nicht behandelt werden kann, dann sollte er dies dem Patienten erläutern und ihm, wenn möglich, eine andere Anlaufstelle an die Hand geben.

Es ist für Patienten häufig ein kränkender Moment, wenn der Therapeut ihm mitteilt, dass es besser sei, sich an anderer Stelle Hilfe zu holen („Da muss ich ja dann meine ganze Geschichte noch einmal erzählen”). Psychotherapie bedeutet für Patienten ein Stück anstrengende Arbeit, häufig über mindestens ein Jahr, so dass es in jedem Fall wichtig ist, den „optimalen” Therapeuten (oder die optimale Therapeutin) zu finden, um nicht nach einem Jahr schulterzuckend zu der Einsicht kommen zu müssen, dass ein anderes Therapieverfahren oder ein Therapeut / eine Therapeutin mit einem anderen Arbeitsschwerpunkt besser gewesen wäre.Erscheint dem Therapeuten nach dem Erstgespräch eine weitere Psychotherapie mit dem Patienten sinnvoll und „Erfolg versprechend”, wird er dem Patienten die Vereinbarung eines weiteren Termins vorschlagen.

Sowohl bei den gesetzlichen Kassen, wie auch bei privaten Krankenkassen und Beihilfestellen, ist gewährleistet, dass insgesamt fünf so genannte „probatorische Sitzungen” ohne größeren bürokratischen Aufwand erstattet werden. In den probatorischen Sitzungen wird der Therapeut „diagnostisches Material” sammeln.

Wie der Internist unter Umständen Blutwerte bestimmen, ein EKG schreiben, die Lunge abhören muss und ein Röntgenbild braucht, um seine Diagnose zu stellen und die richtige Therapie zu wählen, so muss auch der Psychotherapeut „Befunde” und „diagnostisches Material” sammeln. Im Falle der tiefenpsychologischen Therapeuten und der Psychoanalytiker wird der Therapeut hier unter anderem die Biographie des Patienten erfragen, wird die Art seiner Beziehungsgestaltung versuchen zu rekonstruieren, wird den Umgang des Patienten mit seinen Gefühlen beobachten und ihn nach eigenen Vorstellungen über den Grund für seine Probleme befragen.

Oftmals bietet der Therapeut dem Patienten so genannte „Probedeutungen” an, das heißt, eine Idee, ein Modell, zur Krankheitsgeschichte des Patienten. Ziel der probatorischen Sitzungen ist, dass der Therapeut sich Klarheit über das Krankheitsbild und die Problematik des Patienten machen und Sicherheit darin gewinnen kann, dass eine psychotherapeutische Arbeit mit ihm, dem Patienten, zu einer Linderung oder einem Verschwinden der Symptome führen kann.

  1. Der Patient wiederum kann und sollte die probatorischen Sitzungen ebenfalls für sich nutzen.
  2. Zum Einen sollte er sich prüfen, ob er das Gefühl hat, dass er mit dem, was der Therapeut ihm als Therapieverfahren und über den Ablauf der Behandlung berichtet hat, etwas anfangen kann, es seiner Persönlichkeit entspricht und ob er – bei allen noch offenen Fragen und einer Unsicherheit, wohin die „psychotherapeutische Reise” gehen wird – das Gefühl hat, dass ihm der Therapeut helfen kann.

Zum Zweiten soll der Patient prüfen, ob die „Chemie” zwischen ihm und dem Therapeuten stimmt. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass eine authentische und primär positive „Chemie” zwischen Patient und Psychotherapeut (unabhängig davon, welches Therapieverfahren angewendet wird) ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie ist.

Häufig bedarf es nicht bis zur fünften Sitzung, bis Patient und Therapeut gemeinsam zu der Entscheidung kommen, bei der Krankenkasse eine Psychotherapie zu beantragen. Bei gesetzlich versicherten Patienten kann der Therapeut eine Kurzzeit-Therapie beantragen, für die er, relativ unbürokratisch nach Ausfüllen eines Formulars, 25 Sitzungen beantragen kann.

Da die überwiegende Zahl Psychotherapien jedoch zwischen 50 und 80 Sitzungen dauern (in manchen Fällen sogar wesentlich länger) wird zumeist die Beantragung einer Langzeittherapie bei der Krankenkasse erforderlich. Hierfür muss der Therapeut einen ausführlichen, meist 4 – 5 Seiten umfassenden, anonymisierten Bericht für die Krankenkasse verfassen, die diesen streng vertraulichen Bericht von einem externen Gutachter dahingehend überprüfen lässt, ob eine Psychotherapie indiziert, sinnvoll und „Erfolg versprechend” ist.

  • Die Beihilfestellen haben sich dem so genannten „Gutachter-Verfahren” der gesetzlichen Krankenkassen angeschlossen und verlangen ebenfalls nach der fünften probatorischen Sitzung einen ausführlichen Bericht und einen Behandlungsplan des Therapeuten.
  • Die unkomplizierte und unbürokratische Beantragung einer Kurzzeit-Psychotherapie ist bei den Beihilfestellen nicht möglich.

Privatpatienten bekommen die Kosten einer Psychotherapie in aller Regel ebenfalls erstattet, die Privatkassen haben hierbei jedoch keine einheitliche Regelung. Etliche Privatkassen zahlen ein bestimmtes Stundenkontingent pro Jahr (etwa 20 oder 30 Sitzungen pro Jahr), einige Privatkassen erstatten die ersten 25 Sitzungen unbürokratisch und unkompliziert und fordern erst hiernach einen detaillierten Bericht vom Therapeuten an.

Einige Privatkassen erstatten Psychotherapie-Sitzungen erst nach der Überprüfung im so genannten „Gutachter-Verfahren” (siehe oben). Privatpatienten sollten die genaue Regelung innerhalb des Zeitraumes der probatorischen Sitzungen bei ihrer Krankenkasse erfragen. Ein wichtiges Thema ist der Datenschutz in Zusammenhang mit den streng vertraulichen psychotherapeutischen Daten.

Insbesondere Beihilfe-Patienten (Beamten-Anwärter, Patienten in exponierten Positionen) haben häufig Angst, dass ihre Daten für jedermann einsichtig sind. Meine langjährige Erfahrung ist, dass hier kein Anlass zu Befürchtungen besteht, insbesondere die vertraulichen Berichte sind anonymisiert, chiffriert und der Inhalt der Berichte ist aufgrund entsprechend gekennzeichneter und versiegelter Umschläge keinem Sacharbeiter von Beihilfestellen oder Krankenkassen einsehbar.

  1. Im Zuge einer geplanten Psychotherapie werden Therapeut und Patient einige organisatorische Dinge vereinbaren.
  2. In der Regel wird man versuchen, einen regelmäßigen, festen wöchentlichen Termin zu finden (es sei denn, dass zum Beispiel die beruflichen Umstände des Patienten solche Regelmäßigkeit nicht zulassen).

Der Therapeut wird den Patienten darum bitten und ihn dazu ermutigen, in der Stunde all das zu erzählen, was ihm gerade durch den Kopf geht, egal, ob es ihm unwichtig, lächerlich, peinlich oder nicht zur Sache gehörig erscheint. Auch wird er den Patienten auf die (weltweit übliche) Ausfalls-Honorar-Regelung hinweisen, indem der Therapeut dem Patienten eine nicht rechtzeitig abgesagte Therapiestunde (in der Regel kürzer als 48 Stunden) in Rechnung stellen wird, es sei denn, dass der Therapeut die Stunde anderweitig vergeben kann.

Kann man vom Psychologen krankgeschrieben werden?

Informationen zu Psychologischen Psychotherapeuten Die Berufsbezeichnung ‚Psychologischer Psychotherapeut’ ist seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetztes (PsychThG) 1999 ein geschützter Begriff. Folglich ist es nur dann zulässig sich als ‚Psychologischen Psychotherapeuten’ zu bezeichnen, wenn man zunächst ein mindestens fünfjähriges Studium der Psychologie (Diplom oder Bachelor/Master) absolviert hat.

  1. Zudem muss man die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an einem staatlich geprüften Ausbildungsinstitut mit der sogenannten Approbation beendet haben.
  2. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Jahre, je nachdem ob sie in Voll- oder Teilzeit durchgeführt wird.
  3. Bestandteile sind neben vertiefenden Theorieseminaren auch erste praktische Erfahrungen unter Anleitung von erfahrenen Psychologischen Psychotherapeuten, der sogenannten Supervision.

Diese praktische Tätigkeit beginnt zunächst in psychiatrischen (1200 Stunden) und psychosomatischen (600 Stunden) Kliniken und wird mit Patienten in der Institutsambulanz (600 Stunden) fortgesetzt. Am Ende dieser Ausbildungszeit findet eine staatliche Prüfung statt, die für die beiden Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie und Psychoanalyse/ Tiefenpsychologie gleichermaßen gilt.

  1. Rechtlich gesehen kann ein Psychologischer Psychotherapeut psychische Erkrankungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen behandeln.
  2. Allerdings ist für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen eine Zusatzqualifikation für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nötig.

Zudem ist eine sogenannte Kassenzulassung Voraussetzung für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen. Diese wird von der Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes in Abhängigkeit der von ihr festgelegten Bedarfslage vergeben.

  1. Falls ein Psychologischer Psychotherapeut nicht über eine solche verfügt, können Therapien bei ihm nur über die Beihilfen und privaten Krankenversicherungen abgerechnet oder selbst bezahlt werden.
  2. Da Psychologische Psychotherapeuten keine medizinische Ausbildung durchlaufen, dürfen sie keine ärztlichen Tätigkeiten durchführen.

Das beinhaltet insbesondere, dass Psychologische Psychotherapeuten keine medikamentösen Behandlungen durchführen sowie keine Atteste beziehungsweise Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen können.

Wie läuft eine Therapie bei Depressionen ab?

Psychotherapieverfahren – Es gibt verschiedene Psychotherapieverfahren, denen unterschiedliche wissenschaftliche Theorien über die Entstehung und Behandlung von psychischen Störungen zugrunde liegen. Generell werden vier Psychotherapieverfahren von der Krankenkasse bezahlt, da für diese ausreichend Wirksamkeitsbelege für die Behandlung psychischer Erkrankungen vorliegen (sogenannte Richtlinienverfahren).

Zur Behandlung von Depression liegen für die sogenannte “Kognitive Verhaltenstherapie” mit Abstand die besten Wirksamkeitsnachweise vor. Zu der Funktionsweise von Verhaltenstherapie: Dr. Frauke Görges Weitere Expertenvideos finden Sie auf der Website unseres interaktiven Film- und Medienprojekts Mitte der Nacht,

Kognitive Verhaltenstherapie Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine Form der Verhaltenstherapie, die auf den Gesetzen der Lerntheorie beruht. Unser Verhalten, unsere Überzeugungen und Gedanken haben demnach ihren Ursprung in früheren (Lern-)Erfahrungen.

  1. Und sie beeinflussen auch, wie wir uns fühlen.
  2. Haben wir beispielsweise gelernt, dass wir “nicht Nein sagen dürfen” oder man uns nur mag, wenn wir alles perfekt machen, so beeinflussen solche ungünstigen Lernerfahrungen unsere Stimmung und unser Verhalten.
  3. Solche Erfahrungen werden in der Therapie bearbeitet.
See also:  Was Macht Michael Wendler?

Mit Übungen und in Gesprächen werden neue, günstigere Verhaltensweisen erlernt. In der KVT werden Verhalten, innere Vorgänge wie depressionsfördernde Gedanken und (negative) Einstellungen sowie Gefühle thematisiert, um diese zu verändern. In der Behandlung geht es daher vor allem um die Vermittlung und das Erlernen neuer Verhaltens- und Denkmuster, sodass freudvolleres Erleben möglich wird und sich die Stimmung normalisieren kann.

Auch die Psychoedukation, in welcher der Psychotherapeut Wissen über die Erkrankung und Möglichkeiten des aktiven Umgangs vermittelt, ist ein wichtiges Element der KVT. Die KVT findet im Einzelgespräch statt, auch Gruppensitzungen sind möglich. Das therapeutische Vorgehen ist klar strukturiert. Die in der Therapie besprochenen Themen beziehen sich auf die Gegenwart.

Die KVT umfasst in der Regel eine bis maximal zwei Sitzungen pro Woche und erstreckt sich über 60 bis 80 Sitzungen, wobei eine Kurzzeittherapie mit bis zu 24 Stunden möglich ist. Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Ziel der Psychoanalyse ist es, verborgene oder verdrängte Konflikte und traumatische Erfahrungen (vor allem aus der Kindheit), zu erinnern und aufzuarbeiten.

  1. Die psychoanalytische Behandlung stellt einen Prozess dar, der die persönliche Entwicklung und Erkenntnis und damit die Genesung fördern soll.
  2. Für die Akutbehandlung von Depression ist eine Psychoanalyse eher nicht geeignet.
  3. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie arbeitet mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse und deren Weiterentwicklungen.

Sie gehört – wie die Psychoanalyse – zu den psychoanalytisch begründeten Verfahren und hat ähnliche Annahmen über die Ursachen psychischer Erkrankungen. Im Zentrum der Behandlung stehen, im Gegensatz zur Psychoanalyse, verstärkt aktuelle psychische Konflikte, die der Patient immer wieder mit sich selbst und in der Beziehung zu anderen erlebt und die in der Therapie aufgearbeitet werden.

Systemische Therapie Die Systemische Therapie stellt den sozialen Kontext, also die Beziehungen zu anderen Menschen, in den Vordergrund, um Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen zu erklären. Der Mensch wird als Teil verschiedener Systeme (zum Beispiel Familie, Freundeskreis, Arbeit) verstanden, und die Erkrankung ist quasi Ausdruck zwischenmenschlicher Konflikte und Spannungen.

In der Systemischen Therapie werden zunächst relevante Beziehungen (zum Beispiel Familie, Partnerschaft) betrachtet. Daher werden in der Therapie auch Partner oder Familienmitglieder mit einbezogen. Eigene Kompetenzen der Betroffenen sowie Stärken des sozialen Systems wie zum Beispiel der Familie werden genutzt, um gemeinsame Lösungen für Probleme oder Konflikte zu finden, Verhalten zu ändern oder krank machende Beziehungen anders zu gestalten.

Was macht der Psychiater bei Depressionen?

Psychiater (Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie) Der Großteil der depressiv Erkrankten mit spezialisierter Behandlung wird durch diese Arztgruppe und die Nervenärzte betreut. Sie haben vertiefte Kenntnisse über Entstehung, Verlauf, Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen.

Was sollte in der Therapie auf keinen Fall geschehen?

Ethik in der Psychotherapie: Selbstoffenbarung – Vom Kunstfehler zur Methode Foto: endostock Lange galt es als Fehler, wenn Therapeuten während einer Sitzung Persönliches von sich erzählten. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass eine Selbstoffenbarung gegenüber dem Patienten einen positiven Effekt auf den Therapieverlauf haben kann.

Einem Patienten etwas Persönliches zu erzählen galt lange als Kunstfehler. Vor allem in der traditionellen Psychoanalyse wurde die Selbstoffenbarung des Therapeuten strikt abgelehnt, da sie die Übertragung gefährde und die Aufmerksamkeit auf den Therapeuten lenke. Erst humanistische Psychotherapieschulen entdeckten ihr Potenzial und sahen sie als Möglichkeit, das Arbeitsbündnis zu festigen.

Diese und andere positive Wirkungen machten sich später auch andere therapeutische Schulen zunutze, und selbst die Psychoanalyse schließt Selbstoffenbarung mittlerweile nicht mehr völlig aus.

Selbstoffenbarung wird in der Ausbildung nicht gelehrt Persönliches zu erzählen, kann Vertrauen schaffen Die Wirkung einer Offenbarung ist nicht immer kalkulierbar Nicht bei jedem Patienten ist Selbstoffenbarung vorteilhaft Persönliche Informationen nur unregelmäßig preisgeben Jennifer Henretty, University of Memphis, Department of Psychology, 202 Psychology Building, Memphis, Tennessee, 38152–6400 (USA), E-Mail: [email protected]

Obwohl ein Umdenken eingesetzt hat, wird Selbstoffenbarung nach wie vor selten angewandt. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sie sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Hinzu kommt, dass Psychotherapeuten kaum Erkenntnisse und Erfahrungen mit Selbstoffenbarung auf Kongressen oder anhand von Fachartikeln, Berichten und Büchern mitteilen und diskutieren.

Auch in den Berufsordnungen und von Seiten der Fachverbände gibt es keine Empfehlungen dazu. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Selbstoffenbarung während der Ausbildung und auch im Weiter- und Fortbildungsbereich nicht gelehrt wird. Sie wird entweder überhaupt nicht thematisiert oder überwiegend negativ dargestellt, was eine Auseinandersetzung damit erschwert.

Psychotherapeuten haben daher so gut wie keine Möglichkeiten, von Anfang an mit Selbstoffenbarung als therapeutischer Methode Erfahrungen zu sammeln, was dazu führt, dass sie in dieser Hinsicht stets unsicher und ängstlich bleiben, dass sie auf eine wirkungsvolle Methode verzichten und dass ihnen bei intuitiv-planlosen Selbstoffenbarungen Fehler unterlaufen.

Die Psychologinnen Jennifer Henretty und Heidi Levitt von der University of Memphis/USA bedauern, dass im Hinblick auf Selbstoffenbarung so viel Unsicherheit vorherrscht, denn ihrer Meinung nach gehört sie zum therapeutischen Alltag. Schließlich geben Psychotherapeuten allein schon durch ihr Aussehen, ihre Gestik und Mimik und ihr Behandlungszimmer viel über sich preis.

Hinzu kommen Sprache und Sprechweise, nonverbal und unbewusst geäußerte Gefühle und viele andere Signale, die die Patienten aufnehmen und deuten, um sich ein Bild von ihrem Gegenüber zu machen. Laut Umfragen sind Psychotherapeuten – meistens beim Erstkontakt und auf Websites – dazu bereit, über therapeutische Orientierung, Titel, fachliche Qualifikationen und weitere berufliche Kompetenzen Auskunft zu erteilen.

  1. Dann aber gehen die Meinungen auseinander.
  2. Während die einen versuchen, keine weiteren Informationen preiszugeben, haben andere diesbezüglich weniger Hemmungen oder Bedenken.
  3. Sie machen beispielsweise keinen Hehl aus Familienstand, Alter, Wohnort, Herkunft, Hobbys, Freizeitaktivitäten und sexueller Orientierung.

Im Verlauf einer Therapie erwähnen manche Therapeuten zudem ihre persönlichen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen, eventuell sogar als ehemalig Betroffener, und sie sprechen über Emotionen, die das Therapiegeschehen und die Patienten in ihnen auslösen.

  1. Zahlreiche empirische Studien belegen, dass die Selbstoffenbarung seitens des Therapeuten von den meisten Patienten gern gesehen wird.
  2. Sie finden Therapeuten, die hin und wieder etwas von sich preisgeben, sympathischer, integrer und menschlich wärmer als zugeknöpfte Kollegen.
  3. Außerdem fühlen sie sich besser verstanden, „normaler” und weniger allein.

Sie spüren, dass ihr Gegenüber ihnen vertraut und entwickeln daraufhin selbst mehr Vertrauen zum Therapeuten, was dem Arbeitsbündnis zugutekommt. Darüber hinaus sind Patienten auskunftsfreudiger, wenn es der Therapeut auch ist. Es gibt aber auch Patienten, die misstrauisch, eifersüchtig oder zwanghaft neugierig sind.

  1. Sie setzen alles daran, um möglichst viel über den Therapeuten zu erfahren.
  2. Sie stellen oft sehr persönliche -Fragen und nutzen auch andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Klatsch oder Internetrecherchen, um ihre Neugier zu befriedigen.
  3. Gelegentlich wollen Patienten keine näheren Auskünfte über den Therapeuten.

Sie halten Selbstoffenbarung für unprofessionell und befürchten, dass der Therapeut in den Mittelpunkt des Geschehens rückt. Manche haben auch Angst vor Grenzverletzungen oder glauben, den Respekt vor dem Therapeuten zu verlieren, wenn sie zu viel über seine Ängste und Schwächen wissen.

Andere möchten nicht aufdringlich sein und fürchten, den Therapeuten zu belästigen, wenn sie nach persönlichen Informationen fragen. Wieder andere neigen zum Grübeln und nehmen sich alles sehr zu Herzen; die Kenntnis von den Problemen, Gefühlen oder Erlebnissen des Therapeuten würde sie daher zusätzlich belasten.

Darüber hinaus können auch Persönlichkeitsstrukturen und -störungen, wie beispielsweise Narzissmus und Egozentrismus, zum Desinteresse an einer Selbstoffenbarung des Therapeuten beitragen. „Da jeder Patient anders ist, liegt es am Therapeuten, herauszufinden, welchem Patienten mit Selbstoffenbarung gedient ist und welchem nicht”, meinen Henretty und Levitt.

Selbstoffenbarung ist sehr wirkungsvoll, vermutlich weil sie so selten eingesetzt wird und ihr Effekt sich daher nicht abnutzt. Darüber hinaus prägt sie sich den Patienten besonders gut ein; viele Patienten wissen noch lange nach einer Behandlung, was der Therapeut über sich offenbart hat. Selbstoffenbarung ist zudem nie risikofrei, und ihre Wirkungen sind nicht immer kalkulierbar.

Beispielsweise könnte die Mitteilung eines Therapeuten an eine frisch geschiedene Patientin, dass er ebenfalls geschieden sei, von ihr positiv aufgenommen werden. Sie fühlt sich verstanden und sieht im Therapeuten einen Leidensgenossen, vielleicht auch ein Vorbild, weil er die Scheidungsfolgen überwunden hat.

  1. Sie könnte daraus aber auch schließen, dass der Therapeut zu sehr mit den eigenen Problemen beschäftigt ist und daher weniger auf sie eingehen kann.
  2. Vielleicht deutet sie es auch als Signal, dass er jetzt frei und bereit für eine neue Beziehung sei.
  3. Trotz möglicher Missverständnisse kann Selbstoffenbarung bei entsprechender Vorbereitung kontrolliert eingesetzt werden und dadurch den Therapieerfolg erhöhen.

Folgende Vorgehensweisen werden in einschlägigen Publikationen empfohlen: – Psychotherapeuten sollten sich in einer ruhigen Stunde den eigenen Standpunkt gegenüber der Selbstoffenbarung klarmachen. Sie sollten Vor- und Nachteile auflisten und gute Gründe sammeln, um sich bewusst für oder gegen Selbstoffenbarung zu entscheiden.

Auch wenn diese Entscheidung im Alltag manchmal nicht konsequent durchgehalten werden kann, liefert sie doch eine Grundlage für therapeutisches Handeln und bewahrt vor unangenehmen Überraschungen, die man sich zum Beispiel durch unüberlegte Selbstoffenbarung selbst bereitet. Als Gründe Selbstoffenbarung einzusetzen, werden oft genannt: um die Therapie zu entmystifizieren und um das Therapeut-Patient-Gefälle zu verringern, um das Arbeitsbündnis zu verbessern und um den Therapieprozess zu fördern, um Unklarheiten zu beseitigen und um Offenheit und Ehrlichkeit beim Patienten zu erreichen, um ein Rollenmodell anzubieten und um dem Patienten das Gefühl zu geben, nicht allein mit seinen Problemen zu sein.

Auf keinen Fall sollte Selbstoffenbarung dazu missbraucht werden, um Patienten zu kontrollieren, zu manipulieren, anzugreifen, zu überraschen oder zu beeindrucken. Zudem ist Selbstoffenbarung keine Selbsttherapie und sollte von Therapeuten nicht zur Befriedigung von Bedürfnissen nach Aussprache, Bestätigung, Mitgefühl oder Zuwendung herangezogen werden.

Verzichtet werden sollte auch, wenn Selbstoffenbarung die Übertragung behindert oder den Patienten beim Erzählen unterbricht, wenn der Therapeut dadurch zu sehr im Mittelpunkt steht, wenn Grenzen überschritten werden oder wenn der Patient durch eine Selbstoffenbarung belastet, verstört oder überstimuliert wird.

– Selbstoffenbarung sollte nur gegenüber bestimmten Patienten stattfinden. Viele Therapeuten geben Informationen vor allem dann preis, wenn sie zum Patienten eine positive und vertrauensvolle Beziehung haben und wenn sie ihm hin und wieder im Alltag begegnen.

Nicht zu empfehlen ist Selbstoffenbarung hingegen bei Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen und geringer Ich-Stärke, wenn die Bindungen zwischen Therapeut und Patient weniger eng sind oder wenn ein Patient dazu tendiert, sich viele Sorgen zu machen und sich in die Probleme anderer hineinzusteigern.

– Die Inhalte von Selbstoffenbarung können unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Während Informationen zu Ausbildung, Familienstand, Gedanken und Gefühlen über den Patienten und die therapeutische Beziehung relativ unverfänglich sind, wird davon abgeraten, dem Patienten über therapeutische Fehler und eine missglückte Therapie zu berichten.

Auch eigene Probleme, zum Beispiel mit Süchten oder psychischen Störungen, sollten nicht unbedingt thematisiert werden, selbst wenn sie erfolgreich überwunden wurden und es viele Parallelen zwischen Therapeut und Patient gibt. Die Patienten könnten ansonsten glauben, dass der Therapeut nicht besonders erfolgreich und kompetent ist oder dass sie einen ungünstigen Einfluss auf ihn ausüben, weil sie ihn immer wieder an schwere Zeiten erinnern.

Darüber hinaus könnte es zu einer Art Wettstreit zwischen Therapeut und Patient kommen, wer schwerer betroffen war/ist oder wer das Problem schneller oder besser in den Griff bekommt. Werte, wie zum Beispiel Toleranz, Offenheit oder Zuverlässigkeit, sollten ebenfalls außen vor gelassen werden.

  1. Es besteht die Gefahr, dass sie – vor allem wenn Diskrepanzen zwischen den Werten des Therapeuten und des Patienten vorliegen – ausgiebig diskutiert werden, zu Spannungen führen und vom Therapieziel ablenken.
  2. Sie sollten nur dann zur Sprache kommen, wenn sie unmittelbar mit der Therapie zu tun haben.

Das gilt auch für alle anderen persönlichen Informationen. Sie sind mit Bedacht auszuwählen und sollten nur dann preisgegeben werden, wenn sie dem Patienten nutzen können und dem Therapiefortschritt dienen. – Einen besten Zeitpunkt für Selbstoffenbarungen gibt es nicht.

  • In der Regel informieren Psychotherapeuten ihre Patienten jedoch zu Therapiebeginn über ihre therapeutische Orientierung und Qualifikation, eventuell auch über Ethnie oder Familienstand.
  • Solche Informationen haben vorwiegend aufklärenden Charakter und belasten die Patienten nicht.
  • Viele Therapeuten sehen es sogar als ethische Verpflichtung an, diese Informationen zu geben, um dem Patienten eine informierte Zustimmung zur Therapie zu ermöglichen.

Im weiteren Verlauf der Therapie ziehen einige Therapeuten weniger und unpersönliche, andere hingegen mehr und persönlichere Selbstoffenbarungen vor. Dies bleibt jedem selbst überlassen, denn ein Patentrezept gibt es nicht. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, die Patienten vorab zu informieren, dass Selbstoffenbarung hin und wieder als therapeutische Methode eingesetzt wird.

Es sollten auch Gründe dafür angegeben werden. Damit wird erreicht, dass die Patienten nicht überrascht oder schockiert sind, sondern sich auf Selbstoffenbarungen einstellen können. Auch am Ende einer Therapie kann es sinnvoll sein, dass ein Therapeut seine Gedanken und Gefühle gegenüber der Therapie und dem Therapieende ausspricht.

Wie Erfahrungen zeigen, erleichtert dies das gegenseitige Abschiednehmen. Der Zeitpunkt einer Selbstoffenbarung ergibt sich meist spontan und aus der Situation heraus. Empfohlen wird, nur unregelmäßig persönliche Informationen preiszugeben. Manchmal fragt auch der Patient danach.

Dann sollten Therapeuten abwägen, welchen Hintergrund die Frage hat, ob der Patient beispielsweise eine Aussage in eine Frage verpackt, ob er den Therapeuten testet oder ob er eine Rückversicherung einholt. Wenn klar ist, was die Frage bezwecken soll, sollte die Antwort darauf abgestimmt werden. – Die Art und Weise, wie Informationen preisgegeben werden, hängt von den Bedürfnissen und Präferenzen des Patienten ab und muss daher angepasst werden.

Manche Patienten wünschen sich beispielsweise emotionale Aussagen, andere möchten eher sachlich informiert werden. Zu wenig persönliche Informationen lassen den Therapeuten unnahbar und distanziert erscheinen, zu viele und persönliche Informationen können Patienten hingegen verwirren oder überfordern.

  1. Es kann auch vorkommen, dass eine Selbstoffenbarung als Hilflosigkeit, Egomanie oder Freundschaftsangebot seitens des Therapeuten gedeutet wird.
  2. Oder dass ein Therapeut übers Ziel hinausschießt und sein Herz ausschüttet, die Therapiesitzung zum Dauermonolog nutzt oder zur Plauderstunde umfunktioniert.

Hier gilt es, das richtige Maß zu finden. Allgemein ist zu empfehlen, nicht zu persönlich und intim zu werden, denn das kommt bei den meisten Patienten nicht gut an. Außerdem kann es hilfreich sein, sich Notizen über jede Selbstoffenbarung zu machen, um den Überblick über Inhalte und Häufigkeit zu behalten und um besser abschätzen zu können, welche Wirkungen mit der Methode erzielt werden.

Grundsätzlich sollten die Worte im Rahmen einer Selbstoffenbarung vernünftig gewählt und sorgfältig abgewogen werden. Die Selbstoffenbarung sollte mit dem zu tun haben, was den Patienten beschäftigt. Außerdem sollte sie immer mit den therapeutischen Zielen und Grundsätzen übereinstimmen. Der Therapeut sollte sich stets fragen, wem die Selbstoffenbarung in erster Linie dient, ob seine Gründe angemessen sind und ob dadurch der therapeutische Prozess gefördert wird.

Auch ist zu überlegen, ob es nicht andere Mittel und Wege als eine Selbstoffenbarung gibt, um eine Information zu vermitteln. Vergessen werden darf auch nicht, dass persönliche Informationen gegen einen verwendet werden können, beispielsweise im privaten Umfeld oder bei Gerichtsprozessen.

Deshalb sollte jede geplante Selbstoffenbarung daraufhin geprüft werden, ob sie verfänglich sein könnte. – Die Reaktionen eines Patienten auf eine Selbstoffenbarung sind nicht immer einzuschätzen. Daher sollten sich Therapeuten vor einer Selbstoffenbarung mögliche Reaktionen ausmalen und anschließend den Patienten fragen, wie er sie aufgenommen hat und was sie bei ihm bewirkt.

Der Patient sollte außerdem möglichst zeitnah erfahren, warum eine Selbstoffenbarung stattgefunden hat. Zudem muss darauf geachtet werden, dass nach einer Selbstoffenbarung wieder der Patient und nicht der Therapeut im Mittelpunkt der Therapie steht, da eine zunächst positive Reaktion des Patienten ansonsten eine negative Wendung nehmen könnte.

Die Einholung einer Rückmeldung ermöglicht es dem Therapeuten, die Wirkungen der Selbstoffenbarung zu prüfen, negative Reaktionen abzufangen und den weiteren Einsatz der Methode zu planen. Dr. phil. Marion Sonnenmoser Kontakt: 1. Bloomgarden A, Mennuti R: Psychotherapist revealed: Therapists speak about self-disclosure in psychotherapy.

New York: Routledge/Taylor & Francis Group 2009.2. Farber B: Self-disclosure in psychotherapy. New York: Guilford Press 2006.3. Henretty J, Levitt H: The role of therapist self-disclosure in psychotherapy. Clinical Psychology Review 2010; 30(1): 63–77.4.

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Wie bereite ich mich auf ein Gespräch beim Psychologen vor?

Tipps für das Erstgespräch – Eigentlich kann man nichts falsch machen – selbst wenn man im Gespräch auf die eine oder andere Frage vergisst, genügt in der Regel der Griff zum Telefon. Man kann auch nicht zu viel oder zu wenig erzählen: Ein erfahrener Therapeut kennt viele Ihrer Fragen und Sorgen und wird Sie durch das Gespräch führen.

  • Sprechen Sie ruhig über alle Dinge, die Ihnen wichtig erscheinen.
  • Je nach Länge des Erstgesprächs kann es vorkommen, dass manche Themen nur kurz angeschnitten werden.
  • Doch manchmal hat man das Bedürfnis, bestimmte Dinge genauer zu erklären.
  • Da kann es leicht passieren, dass mehr Zeit notwendig wäre.
  • In diesem Fall ist es sinnvoll, das Thema auf die erste Therapiesitzung zu verschieben.

Viele Dinge fallen einem erst nach dem Gespräch ein. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Fragen bereits vorher auf einem Zettel notieren und zum Erstgespräch mitnehmen. Einige Beispiele wären:

Wie sind Terminverschiebungen geregelt? Wie verhalte ich mich bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Erkrankungen, die einen Besuch der Therapie unmöglich machen? In der Regel müssen Terminverschiebungen rechtzeitig gemeldet werden. Wie wird abgerechnet? Wird am Ende einer Sitzung bezahlt oder können mehrere Sitzungen gesammelt bezahlt werden? Ist eine Übernahme der Kosten durch eine Krankenversicherung möglich? Welcher Anteil wird dabei übernommen? Sprechen Sie auch körperliche Beschwerden an, selbst wenn sie scheinbar nicht mit dem psychischen Problem zusammenhängen. Kann der Therapeut auch außerhalb der Therapiesitzungen erreicht werden? Zu welchen Zeiten? Sollte der Psychotherapeut nur zur Terminvergabe oder Terminänderung kontaktiert werden oder ist dies in Ausnahmefällen auch außerhalb der Therapiesitzungen möglich? Sind Sitzungen bei Bedarf auch außerhalb des üblichen Intervalls möglich? Dürfen Angehörige – wenn gewünscht – an einer Sitzung teilnehmen? Wie sind die Erfahrungen des Therapeuten mit ähnlichen Problemen?

Werden die Kosten für einen Psychologen von der Krankenkasse übernommen?

Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, das heißt, die gesetzlichen Kassen übernehmen grundsätzlich die Kosten für eine Psychotherapie. Sie können direkt in die Sprechstunde einer Psychotherapeut*in gehen. Dafür benötigen Sie keine Überweisung, sondern nur Ihre Krankenversicherungskarte.

Was macht ein Psychologe bei Angststörung?

Psychotherapie – Die am besten wirksame Psychotherapie zur Behandlung von Angsterkrankungen ist die kognitive Verhaltenstherapie. In dieser lernt der Patient zu verstehen, welche Denkabläufe seiner Angst zugrunde liegen oder diese verstärken. Vermeidende Verhaltensweisen können auf dieser Grundlage bewusst korrigiert werden.

  1. Bei der Reizüberflutung wird der Patient – in Begleitung des Therapeuten – langanhaltend und intensiv mit der angstauslösenden Situation konfrontiert.
  2. Der Patient erlebt die Angst dabei zunächst sehr ausgeprägt, merkt dann aber, dass diese von selbst wieder nachlässt.
  3. Derartige Konfrontationsübungen werden immer gut vorbesprochen und der Patient entscheidet jeweils selbst, ob er sich eine Übung zutraut oder ob noch eine weniger angstmachende Übung vorgeschaltet wird.

Auf diese Weise können in der Regel auch Patienten mit sehr starken Ängsten erfolgreich behandelt werden. : Angststörungen – Therapie bzw. Behandlung

Sollte man seinem Therapeuten alles erzählen?

Offenheit in der Therapie: Wesentliches häufig ungesagt Obwohl Selbstoffenbarung maßgeblich für den Therapieerfolg ist, sprechen Patienten wichtige Themen häufig nicht an. Auch die Offenheit des Therapeuten kann hilfreich sein. Unabdingbar für jede Psychotherapie ist es, dass der Klient offen und ehrlich über seine Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen und Probleme spricht.

Trotzdem geben die meisten Klienten längst nicht jedes Geheimnis preis. Schätzungsweise zwei Drittel der Klienten, die sich einer Langzeitpsychotherapie unterziehen, lassen etwas Wesentliches ungesagt. „Zu den Themen, die am meisten verschwiegen werden, gehören sexuelle Erfahrungen, Gefühle und Fantasien”, sagt der Psychologe Barry Farber vom Teachers College an der Columbia University, der zusammen mit Kollegen zwei Studien zur Selbstoffenbarung durchgeführt und außerdem einschlägige Literatur ausgewertet hat.

Unangenehm, von negativen Gefühlen zu berichten Absolut tabuisiert werden vor allem das Thema Selbstbefriedigung und das Interesse an pornographischen Büchern, Zeitschriften, Filmen und Videos. Selten geäußert werden außerdem Fantasien, die sich auf die Sexualität des Therapeuten oder auf Intimitäten zwischen Klient und Therapeut beziehen.

  1. Auch Affären, Seitensprünge, Verlust der Jungfräulichkeit, Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung, Einnahme von Drogen und Medikamenten, fantasierte Verbrechen und andere intimste Themen werden verschwiegen.
  2. Wider Erwarten sind Geld und finanzielle Angelegenheiten hingegen keine Tabuthemen.
  3. Für das Geheimhalten oder Schweigen der Klienten gibt es mehrere Gründe.

Beispielsweise befürchten Klienten, dass der Therapeut nichts von ihren negativen Gefühle wissen will. Es ist ihnen unangenehm, davon zu berichten, dass sie sich missverstanden, verängstigt, durcheinander oder hilflos fühlen. Stattdessen hoffen sie, dem Therapeuten eine Freude zu machen und von ihm angenommen zu werden, wenn sie nur von positiven Reaktionen berichten.

  1. Schweigen wird verursacht durch Angst, Befürchtungen, Scham- und Schuldgefühle.
  2. Für Klienten ist es oft sehr schmerzvoll, etwas zu erzählen, an dem sie schuldig sind, das ein schlechtes Licht auf sie wirft oder das ihnen peinlich ist.
  3. Außerdem verhindern sie damit, von Ängsten, Stress und von unangenehmen und aufwühlenden Erinnerungen überwältigt zu werden.

Ein weiterer Grund, warum Klienten etwas nicht erzählen, ist der, dass sie es nicht für wichtig erachten. „Die meisten Klienten haben einen oder zwei Grundkonflikte in ihrem Leben, die sie extensiv behandeln wollen”, erklärt Farber. Alles andere erscheint ihnen nebensächlich.

Diese Wertung kann aber auch Ausdruck von Widerstand sein. Diesen zu erkennen ist wiederum Aufgabe des Therapeuten. Es gibt aber auch Themen, die die Klienten sehr häufig ansprechen. Dazu zählen beispielsweise die Gefühle, die sie gegenüber sich selbst haben. Meistens sind es negative Gefühle wie Enttäuschungen, Verzweiflung und Frustrationen.

Die Klienten sprechen dar- über, was sie an sich nicht mögen, wor- über sie besorgt sind und was sie als Hindernis betrachten. Häufig angesprochen werden auch Beziehungen zu anderen. Hier sind es vor allem negative Aspekte, wie beispielsweise Enttäuschungen über andere, Charakterfehler von Eltern und Partnern sowie Ärger und Rachegefühle.

  1. Während einige Studien ergeben, dass Frauen in der Therapie mehr und andere Dinge über sich offenbaren als Männer, geht Farber aufgrund eigener Untersuchungen von einem Gleichstand aus.
  2. Frauen halten jedoch beispielsweise sexuelle Erfahrungen und Gedanken stärker zurück.
  3. Männer schweigen sich mehr über Gewalterfahrungen aus.

Frauen sprechen häufiger über Gefühle der Enttäuschung und Verzweiflung, wohingegen Männer öfter Persönlichkeits- aspekte, die ihnen Sorge bereiten, ansprechen. Ein Tabuthema, vor allem für Frauen, ist ihr Interesse an Pornographie und ihre sexuellen Fantasien über den Therapeuten.

  1. Frauen haben außerdem große Probleme damit, ihre sexuellen Erlebnisse, ihre Erfahrungen mit der Menstruation und dem prämenstruellen Syndrom zu offenbaren.
  2. Ungern zugegeben wird außerdem die Angst, keine Kinder bekommen zu können.
  3. Fremder-im-Zug-Phänomen” Es gibt verschiedene Faktoren, die es den Klienten erleichtern, sich in der Therapie zu öffnen.

Dazu zählt erstens das „Fremder-im-Zug-Phänomen”. Das heißt: Es fällt uns leichter, einem völlig Fremden Geheimnisse anzuvertrauen als einem Menschen aus dem Umfeld. Klienten sehen in ihrem Therapeuten bisweilen einen Fremden, dessen Meinung oder Gefühle sie nicht berücksichtigen müssen.

Zweitens schafft es Erleichterung und Entlastung, sich zu offenbaren. Drittens hilft es Klienten, wenn sie nicht zu sehr ins Detail gehen müssen. Untersuchungen haben ergeben, dass Klienten bereitwilliger antworten, wenn sie allgemein gehaltenen Aussagen zustimmen sollen. Viertens spielt die Qualität der therapeutischen Beziehung eine Rolle.

Eine vertrauensvolle Beziehung schafft eine Atmosphäre, in der die Offenbarungsbereitschaft der Klienten gefördert wird. Gleiches gilt für die Therapiedauer. Je länger eine Therapie dauert, desto mehr offenbaren Klienten von sich. Auch spielt die Ausprägung der Scham eine Rolle.

Lienten, die sich schämen, sprechen weniger über etwas, das sie belastet. Einfluss auf die Offenheit hat auch die Wichtigkeit eines Themas. Es ist jedoch nicht selbstverständlich, dass Klienten über das, was ihnen wichtig ist, auch immer ausführlich sprechen. Für den Therapieerfolg ist es jedoch unerlässlich, dass wichtige Themen auch zur Sprache kommen.

Denn wenn Klienten über Themen sprechen können, die für sie bedeutsam sind, nehmen sie Therapiefortschritte eher wahr und werten die Therapie eher als erfolgreich. Dass Therapeuten sich gegenüber den Klienten offenbaren, kommt sehr selten vor. Das liegt unter anderem an den theoretischen Positionen der Therapieschulen.

Die klassische Psychoanalyse vertritt die Ansicht, dass der Klient jeden Gedanken aussprechen muss. Der Therapeut muss hingegen neutral, anonym und verschlossen bleiben. Denn je mehr der Klient über den Therapeuten weiß, desto verschwommener wird die Übertragung. Progressive Vertreter der Psychoanalyse behaupten jedoch, dass völlige Neutralität nicht möglich ist.

Schon allein die Einrichtung der Praxis oder die Kleidung verrät etwas über den Therapeuten. Psychoanalytiker sollten ihre Gefühle offenbaren, da dies unerlässlich für eine authentische Analyse sei. Andere Therapieschulen haben weniger strenge Ansichten.

In humanistisch orientierten Therapien wird die Selbstoffenbarung des Therapeuten als Gewinn gesehen. Sie zeigt dem Klienten, dass der Therapeut Anteil nimmt und macht den therapeutischen Prozess weniger mysteriös. Echtheit und Authentizität des Therapeuten fördern beim Klienten außerdem Offenheit, Vertrautheit, Vertrauen, Selbstverständnis und Veränderungsprozesse.

Die Selbstoffenbarung bewirkt, dass der Therapeut menschlicher und realer wirkt. Therapieschulen mit existenzialistischer Orientierung sind in Bezug auf die Offenheit des Therapeuten weniger eindeutig. So soll der Therapeut zwar bei der Deutung auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen, doch sollte er diese dem Klienten nicht offenbaren.

Therapien mit kognitiv-behavioristischem Ansatz halten die Selbstoffenbarung des Therapeuten für eine Gewinn bringende Intervention. Sie gehen davon aus, dass Offenheit das Arbeitsbündnis festigt, Veränderungen fördert, die Motivation des Klienten verbessert und die Effektivität von Techniken erhöht.

Zudem kann der Therapeut als Modell für Rollen, Problemlösungen und Copingtechniken dienen. Es gibt also eine große Bandbreite an Meinungen. In einem stimmen jedoch alle überein: Selbstoffenbarung durch den Therapeuten ist eine der seltensten Interventionen, aber eine mit großem Einfluss.

  • Umdenken gefordert Die meisten Therapeuten werden dazu angeleitet, so wenig wie möglich von sich preiszugeben.
  • Angesichts der vielen Gewinn bringenden Effekte der Of- fenheit sollte in diesem Punkt jedoch ein Umdenken einsetzen”, meinen die beiden US-amerikanischen Psychologinnen Sarah Knox und Clara Hill, die mehrere Forschungsarbeiten zur Selbst- offenbarung ausgewertet haben.

Sie raten Therapeuten, sich gegenüber Klienten zu öffnen, aber bedacht und unregelmäßig. Das richtige Maß an Offenheit muss gefunden werden. Nur angemessene Inhalte sollten offenbart werden, beispielsweise zum beruflichen Hintergrund oder zu ähnlichen Erfahrungen oder Reaktionen.

  • Therapeuten sollten nicht zu persönliche und intime Dinge offenbaren.
  • Die Offenbarungen sollten etwas mit dem zu tun haben, was den Klienten beschäftigt.
  • Offenbarungen sollten spontan geäußert werden, dann werden sie als normaler Bestandteil der Interaktion verstanden.
  • Therapeuten sollten den Klienten fragen, wie seine Offenbarungen auf ihn wirken.

Dr. phil. Marion Sonnenmoser Journal of Clinical Psychology. In session: Self-disclosure.2003; 59: 5: 525–635. Barry A. Farber, Program in Clinical Psychology, 525 West 120th Street, Teachers College, Columbia University, New York, NY 10027, [email protected] Sarah Knox, Department of Counseling and Educational Psychology, School of Education, Marquette University, Milwaukee, WI 53210–1881, [email protected] : Offenheit in der Therapie: Wesentliches häufig ungesagt

Wann macht eine Therapie keinen Sinn mehr?

Das Ende der Therapie Zunächst gilt grundsätzlich, dass Sie jede Therapie zu jedem Zeitpunkt beenden können, wenn Sie dies für notwendig halten. Sinnvollerweise sollte dies aber erst dann erfolgen, wenn es Ihnen spürbar besser geht oder wenn Sie gelernt haben, anders als bisher mit Ihren Beschwerden umzugehen.

  1. Wann aber ist dieser Zeitpunkt gekommen? Um das herauszufinden, können Sie an den Anfang der Therapie zurückkehren und sich fragen, ob Sie Ihr ursprüngliches Behandlungsziel erreicht haben.
  2. Das Therapieende hängt insofern auch davon ab, wie Sie dies formuliert haben.
  3. Es kann ziemlich viel Zeit erfordern, etwa »wieder ein ganz anderer Mensch werden zu wollen« oder »vollkommen beschwerdefrei zu werden«.

Hingegen lässt sich das Ziel, »endlich einmal wieder eine kurze Strecke ohne Angstzustände Auto fahren zu können«, vermutlich schon nach einer überschaubaren Zeitspanne erreichen. Ein konkretes Behandlungsziel macht es also klarer, wann Ihre Therapie als beendet gelten kann.

Allerdings legen einige Therapeuten nicht so viel Wert darauf, dies festzulegen. Sie lassen sich lieber vom Verlauf der Therapie überraschen. Ob das für Sie das Beste ist, sollten Sie selbst für sich entscheiden. »Ich hatte mich so an die Gespräche gewöhnt, dass mir der Übergang in die Zeit nach der Therapie schwerfiel.

Gerade weil diese Zeit für mich so wichtig war und ich auch weitreichende Entscheidungen getroffen habe. Ich dachte damals, eigentlich könnte die Therapie so weiter gehen.« In der Praxis wird die Dauer und damit das Ende der Therapie häufig durch die Anzahl der Sitzungen bestimmt, für die die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

  • Eine Verlängerung erfordert einen umfangreichen schriftlichen Antrag an die Krankenkasse.
  • Darin beschreibt Ihr Therapeut oder Ihre Therapeutin den bisherigen Behandlungsverlauf und begründet, warum eine Fortsetzung der Therapie in einem bestimmten Umfang nötig ist.
  • Die Krankenkasse kann diesen Antrag auch ablehnen.

In diesem Fall wird der Therapeut versuchen, Sie möglichst umgehend auf das nun bald bevorstehende Therapieende vorzubereiten. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, sollte der Verlängerungsantrag mindestens vier bis sechs Wochen vor dem letzten von der Krankenkasse bewilligten Behandlungstermin gestellt sein.

Gegen Ende einer Therapie wird häufig Bilanz gezogen, und es werden Fragen gestellt, die die zukünftige Entwicklung betreffen: Wie weit sind wir gekommen? Haben wir erreicht, was wir uns vorgenommen haben? Welche Schwierigkeiten wird es geben, wenn es die Möglichkeit des Austauschs nicht mehr gibt? Oder wenn neue Probleme auftauchen? Damit klingt an, dass am Ende der Therapie meist nicht ein vollkommen glücklicher und zufriedener Mensch steht, sondern dass Sie durch die neuen Erfahrungen bestehende Schwierigkeiten besser als zuvor lösen können.

: Das Ende der Therapie

Wie finde ich heraus ob ich psychisch krank bin?

Eine psychische Krankheit kann vorliegen, wenn Sie beispielsweise dauerhaft ängstlich oder niedergeschlagen sind oder an körperlichen Beschwerden leiden, für die sich keine organischen Ursachen finden lassen.

Soll ich zum Psychologen oder Psychiater?

Wann zum Psychologen? – Wer an einer psychischen Krankheit leidet, etwa an einer Depression oder einer Sucht, geht zum Psychiater oder zum Psychotherapeuten. Zum Psychologen gehen psychisch Kranke eigentlich gar nicht. Ein Psychologe behandelt keine Krankheiten.

  • Dazu fehlt ihm die therapeutische Ausbildung.
  • Einige Psychologen machen sich nach dem Studium der Psychologie selbstständig.
  • Sie coachen oder beraten, etwa in Firmen aber auch Privatpersonen, und helfen zum Beispiel bei der Suche nach dem richtigen Job.
  • Nicht zu verwechseln sind Psychologen wiederum mit „psychologischen Beratern”.

Diese Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt.

Wie oft sollte man zu einem Psychologen gehen?

Wie lange dauert eine Psychotherapie und wie oft finden die Sitzungen statt? – Eine Psychotherapie dauert fünf Monate bis fünf Jahre – wäre eine mögliche, ziemlich saloppe Antwort. Seriöser wäre es, zu sagen: Psychotherapie ist ein Heilverfahren. Die Dauer einer Psychotherapie ist folglich auch abhängig davon, wie schwer, wie tief greifend, wie einschränkend ein Leiden oder eine Störung ist, und wie lange sie schon besteht.

der Zielsetzung des Patienten oder der Patientin der seelischen Erkrankung der Therapiemethode der Finanzierung

Das alles lässt sich nur im Einzelfall klären. Eine Sitzung dauert in der Regel 50 Minuten. Eine Beratung kann aus einer Stunde alle paar Wochen bestehen. Eine Psychotherapie findet etwa ein bis zwei Mal pro Woche statt, eine Psychoanalyse drei bis fünf Mal pro Woche.

  1. Bei einem vereinbarten Termin wird eine feste Zeit für Dich reserviert.
  2. Diese Zeit steht anderen Patient:innen damit nicht zur Verfügung.
  3. Falls Du verhindert bist, solltest Du Deinen Termin frühzeitig absagen.
  4. Es kann passieren, dass Du die versäumte Stunde selbst bezahlen musst, wenn Du nicht rechtzeitig vorher absagst.

In einem Therapievertrag wird geregelt, wie kurzfristig Du einen Termin verschieben kannst.

Werden die Kosten für einen Psychologen von der Krankenkasse übernommen?

Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, das heißt, die gesetzlichen Kassen übernehmen grundsätzlich die Kosten für eine Psychotherapie. Sie können direkt in die Sprechstunde einer Psychotherapeut*in gehen. Dafür benötigen Sie keine Überweisung, sondern nur Ihre Krankenversicherungskarte.