Was Macht Ein Psychotherapeut?

Was Macht Ein Psychotherapeut
Welche Verfahren gibt es? – Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten.

  1. Im folgenden finden Sie eine Auflistung und kurze Charakterisierung der am weitesten verbreiteten Psychotherapieformen.
  2. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit folgende 4 Verfahren erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die systemische Therapie (für Erwachsene), sowie die analytische Psychotherapie.

Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen.

So erlebt ein Patient beispielsweise im Falle einer Essstörung, dass schlanke Menschen dem Ideal entsprechen und seiner Wahrnehmung nach beliebter sind als andere. Daraus können sich durch das Bestreben, diesem Ideal zu entsprechen und der Angst vor einer Gewichtszunahme, unangemessene Ernährungsgewohnheiten wie Anorexie oder Bulimie entwickeln.

Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt.
  • Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt.

Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts” und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.

  • Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt.
  • Analytische Psychotherapie: Diese Therapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten dieser Psychotherapieart entwickelt, die jedoch in Ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren.

Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen. Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie zu verarbeiten. Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung.

Häufig angewendete Methoden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche oftmals im Liegen statt. Der Psychotherapeut verhält sich neutral, um als Projektionsfläche für die Emotionen des Patienten dienen zu können, so sitzt er in Regel so, dass er für den Patienten nicht sichtbar ist.

  • Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann.
  • Systemische Therapie: Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein.

Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d.h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen. Der Psychotherapeut wird zum einen versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und zum anderen mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Ein Beispiel für eine systemische Intervention ist die paradoxe Verschreibung. Hier wird der Patient aufgefordert, sein problematisches Verhalten beizubehalten statt zu bekämpfen, da es wichtig für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Familienstrukturen ist. Dadurch werden die einzelnen Familienmitglieder gezwungen, sich mit ihrem Beitrag und ihrer Reaktion auf das zentrale Problem auseinander zu setzen.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers: Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert” bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt.

Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt. Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Variablen, die das Verhalten des Therapeuten beschreiben: Eine emphatische Haltung gegenüber dem Klienten, Echtheit des Psychotherapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme.

Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen. Gestalttherapie: Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen.

Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt. Der Patienten wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert.

Der Psychotherapeut versucht, den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt”).

  • Wer ist wer? Psychotherapeut – Psychiater – Psychologe Drei Begriffe*), die immer wieder verwechselt werden, wenn Menschen bei seelischen Erkrankungen, Beschwerden und Störungen oder körperlichen und sozialen Problemen Hilfe suchen und überlegen, an wen sie sich am besten wenden.
  • Unsere Begriffserklärungen sollen dabei helfen.

* Drei Begriffe – drei Berufsfelder. Psychotherapeut Ein Psychotherapeut übt Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe (“Psychologischer Psychotherapeut”), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner sein – beide dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandeln – oder ein Pädagoge, der für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut).

  1. Alle drei haben zusätzlich zu ihrem “Grundberuf” eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen bzw.
  2. Einen entsprechenden Facharzttitel erworben.
  3. Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1.
  4. Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz geregelt.
  5. Das Gesetz schützt zugleich die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” strafrechtlich für diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Psychiater Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Der Psychiater hat Medizin studiert. In seinem Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln.

  1. Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung zum Psychiater absolviert.
  2. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von Krankheiten des Geistes und der Seele erworben und gelernt, diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka.

Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen Psychiater (oder einen anderen Arzt), auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung “Psychotherapie” oder “Psychoanalyse” zu führen.

Psychologe Hochschulabsolvent, der das Fach Psychologie studiert hat. Psychologen beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (z.B. Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern. Die Berufsbezeichnung “Psychologe” darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen.

Durch das akademische Studium, das mit dem Diplom oder Master abgeschlossen wird (Diplom-Psychologe oder Psychologe M.Sc.), erwirbt der Psychologe in den verschiedenen Gebieten der Psychologie wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und ein umfangreiches Wissen über menschliches Denken und Fühlen, Lernen und Verhalten und auch darüber, wie man menschliches Verhalten beeinflussen kann.

  1. Im Hauptstudium kann sich der Psychologe auf die Schwerpunke Klinische Psychologie und psychologische Behandlungsmethoden spezialisieren.
  2. Dabei erarbeitet sich der angehende Psychologe umfassende Kenntnisse über die seelisch-körperliche Gesundheit und Krankheit sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Psychotherapie.

Nach Abschluss des Psychologiestudiums kann der Psychologe eine dreijährige ganztägige oder eine fünfjährige berufsbegleitende psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die ihn für die eigenverantwortliche Ausübung der Psychotherapie qualifiziert.

  1. Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut Ein Psychologischer Psychotherapeut verwendet keine Medikamente.
  2. Sein Behandlungsansatz ist ein anderer.
  3. Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden.

Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologen und einem Psychotherapeut?

Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Psychotherapeuten, die gesetzlich Versicherte behandeln wollen, müssen seit 2022 erst eine fünfjährige Weiterbildung abschließen. Ein Psychiater darf zur Behandlung auch Medikamente verschreiben, während ein psychologischer Psychotherapeut therapeutische Gespräche führt.

Warum geht man zum Psychotherapeuten?

Psychotherapien können depressive Symptome lindern und das Risiko für Rückfälle senken. Das können sie erreichen, indem sie beispielsweise helfen, mit negativen Gedanken oder Herausforderungen besser umzugehen. Zudem kann es erleichternd sein, die Ursachen der Beschwerden besser zu verstehen.

Für wen ist Psychotherapie geeignet?

Man unterscheidet zwischen Psychotherapie und psychologischer Beratung – Psychotherapie bietet Hilfe bei Störungen des Denkens, Fühlens, Erlebens und Handelns. Dazu zählen unter anderem Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Sucht- und Zwangserkrankungen.

Andere psychische Belastungen, die Menschen erleben, wie beispielsweise Beziehungskonflikte, Probleme in der Partnerschaft oder Schwierigkeiten in der Erziehung von Kindern, werden nicht zu den psychischen Störungen gezählt. Daher wird die Behandlung dieser Bereiche in der Regel nicht als „Psychotherapie”, sondern als „psychologische Beratung” bezeichnet.

Nur wenn aus solchen Belastungen eine Erkrankung entsteht, zum Beispiel eine Depression, wird sie mit Psychotherapie behandelt.

Wie geht ein Psychotherapeut vor?

Ablauf einer Psychotherapie Häufige Ängste und Gefühle im Vorfeld Für viele Menschen ist der Schritt, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, einerseits mit Ängsten (was einen dort wohl erwarten wird) und andererseits mit dem Gefühl, persönlich versagt zu haben, verbunden.

  1. Viele Menschen – insbesondere Männer – empfinden den Gang zum Psychotherapeuten als persönliche Niederlage, als ein „Versagen” und schämen sich hierfür.
  2. Insbesondere depressive Menschen neigen dazu, sich für ihren Zustand selber die Schuld zu geben oder sind davon überzeugt, „es doch selber schaffen” zu müssen.

Weiterhin existiert in vielen Köpfen die Vorstellung, dass beim Psychotherapeuten „Bekloppte” oder zumindest höchst skurrile Menschen sitzen, wozu ungezählte Witze („Kommt ein Irrer zum Arzt “) und Cartoons beigetragen haben. Im Gegensatz dazu steht die, sehr häufig von Patienten gemachte Erfahrung, dass, wenn sie sich im Freundes- oder Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz „outen”, bezüglich einer begonnenen Psychotherapie zur Antwort bekommen: „Das ist gut, das habe ich auch vor ein paar Jahren gemacht und es hat mir sehr geholfen”.

Auch sei an die Beispiele vieler Prominenter erinnert, die sich gerade in letzter Zeit in der Öffentlichkeit zu früheren seelischen Erkrankungen und/oder einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung bekennen.Seelische Probleme und Erkrankungen werden häufig verallgemeinernd mit den „Geisteserkrankungen” gleichgesetzt, mit denen die Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis bezeichnet werden.

Dies sind Erkrankungen, bei denen das Denken der Patienten schwer beeinträchtigt ist, im Sinne eines wahnhaften Erlebens oder einer wahnhaften Umdeutung der Welt („Ich bin Napoleon”) oder des Gefühls, bedroht oder verfolgt zu werden („Paranoia”). Diese Erkrankungen gehören in die Hand eines Psychiaters („Nervenarztes”) und können in erster Linie nur mit Medikamenten und häufig auch nur in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden.

Das sogenannte „Erstgespräch” Die sogenannten „Probesitzungen” oder auch „Probatorischen Sitzungen” Die Beantragung einer Psychotherapie bei der Krankenkasse oder Beihilfestelle Anmerkung zum Datenschutz Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient

Nach der telefonischen Terminvereinbarung findet das so genannte „Erstgespräch” statt. Im Erstgespräch bittet der Therapeut den Patienten zu Beginn in der Regel darum, möglichst frei und unstrukturiert vom Grund seines Kommens und seinen Problemen zu erzählen.

Der Therapeut wird im Erstgespräch möglicherweise nur wenige direkte Fragen stellen, da es für ihn wichtiger ist, zu erleben, wie der Patient seine Probleme beschreibt oder in welcher Reihenfolge er von seinen Beschwerden berichtet. Gegen Ende dieses ersten Gespräches sollte der Therapeut dem Patienten eine Rückmeldung darüber geben, ob er „an der richtigen Adresse ist”, ob seine Symptome wirklich psychotherapeutisch behandelbar sind oder ob zur Sicherung der Diagnose noch andere (medizinische) Fachdisziplinen hinzugezogen werden müssen.

Wenn der Therapeut das Gefühl hat, dass der Patient aus fachlichen Überlegungen (Ist eine andere Therapieform besser geeignet? Ist ein Klinikaufenthalt indiziert?) oder eigener „Befangenheit” (Gemeinsame persönliche Berührungspunkte oder Verwicklungen mit dem Patienten) von ihm selber nicht behandelt werden kann, dann sollte er dies dem Patienten erläutern und ihm, wenn möglich, eine andere Anlaufstelle an die Hand geben.

  • Es ist für Patienten häufig ein kränkender Moment, wenn der Therapeut ihm mitteilt, dass es besser sei, sich an anderer Stelle Hilfe zu holen („Da muss ich ja dann meine ganze Geschichte noch einmal erzählen”).
  • Psychotherapie bedeutet für Patienten ein Stück anstrengende Arbeit, häufig über mindestens ein Jahr, so dass es in jedem Fall wichtig ist, den „optimalen” Therapeuten (oder die optimale Therapeutin) zu finden, um nicht nach einem Jahr schulterzuckend zu der Einsicht kommen zu müssen, dass ein anderes Therapieverfahren oder ein Therapeut / eine Therapeutin mit einem anderen Arbeitsschwerpunkt besser gewesen wäre.Erscheint dem Therapeuten nach dem Erstgespräch eine weitere Psychotherapie mit dem Patienten sinnvoll und „Erfolg versprechend”, wird er dem Patienten die Vereinbarung eines weiteren Termins vorschlagen.

Sowohl bei den gesetzlichen Kassen, wie auch bei privaten Krankenkassen und Beihilfestellen, ist gewährleistet, dass insgesamt fünf so genannte „probatorische Sitzungen” ohne größeren bürokratischen Aufwand erstattet werden. In den probatorischen Sitzungen wird der Therapeut „diagnostisches Material” sammeln.

  • Wie der Internist unter Umständen Blutwerte bestimmen, ein EKG schreiben, die Lunge abhören muss und ein Röntgenbild braucht, um seine Diagnose zu stellen und die richtige Therapie zu wählen, so muss auch der Psychotherapeut „Befunde” und „diagnostisches Material” sammeln.
  • Im Falle der tiefenpsychologischen Therapeuten und der Psychoanalytiker wird der Therapeut hier unter anderem die Biographie des Patienten erfragen, wird die Art seiner Beziehungsgestaltung versuchen zu rekonstruieren, wird den Umgang des Patienten mit seinen Gefühlen beobachten und ihn nach eigenen Vorstellungen über den Grund für seine Probleme befragen.
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Oftmals bietet der Therapeut dem Patienten so genannte „Probedeutungen” an, das heißt, eine Idee, ein Modell, zur Krankheitsgeschichte des Patienten. Ziel der probatorischen Sitzungen ist, dass der Therapeut sich Klarheit über das Krankheitsbild und die Problematik des Patienten machen und Sicherheit darin gewinnen kann, dass eine psychotherapeutische Arbeit mit ihm, dem Patienten, zu einer Linderung oder einem Verschwinden der Symptome führen kann.

  1. Der Patient wiederum kann und sollte die probatorischen Sitzungen ebenfalls für sich nutzen.
  2. Zum Einen sollte er sich prüfen, ob er das Gefühl hat, dass er mit dem, was der Therapeut ihm als Therapieverfahren und über den Ablauf der Behandlung berichtet hat, etwas anfangen kann, es seiner Persönlichkeit entspricht und ob er – bei allen noch offenen Fragen und einer Unsicherheit, wohin die „psychotherapeutische Reise” gehen wird – das Gefühl hat, dass ihm der Therapeut helfen kann.

Zum Zweiten soll der Patient prüfen, ob die „Chemie” zwischen ihm und dem Therapeuten stimmt. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass eine authentische und primär positive „Chemie” zwischen Patient und Psychotherapeut (unabhängig davon, welches Therapieverfahren angewendet wird) ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie ist.

Häufig bedarf es nicht bis zur fünften Sitzung, bis Patient und Therapeut gemeinsam zu der Entscheidung kommen, bei der Krankenkasse eine Psychotherapie zu beantragen. Bei gesetzlich versicherten Patienten kann der Therapeut eine Kurzzeit-Therapie beantragen, für die er, relativ unbürokratisch nach Ausfüllen eines Formulars, 25 Sitzungen beantragen kann.

Da die überwiegende Zahl Psychotherapien jedoch zwischen 50 und 80 Sitzungen dauern (in manchen Fällen sogar wesentlich länger) wird zumeist die Beantragung einer Langzeittherapie bei der Krankenkasse erforderlich. Hierfür muss der Therapeut einen ausführlichen, meist 4 – 5 Seiten umfassenden, anonymisierten Bericht für die Krankenkasse verfassen, die diesen streng vertraulichen Bericht von einem externen Gutachter dahingehend überprüfen lässt, ob eine Psychotherapie indiziert, sinnvoll und „Erfolg versprechend” ist.

Die Beihilfestellen haben sich dem so genannten „Gutachter-Verfahren” der gesetzlichen Krankenkassen angeschlossen und verlangen ebenfalls nach der fünften probatorischen Sitzung einen ausführlichen Bericht und einen Behandlungsplan des Therapeuten. Die unkomplizierte und unbürokratische Beantragung einer Kurzzeit-Psychotherapie ist bei den Beihilfestellen nicht möglich.

Privatpatienten bekommen die Kosten einer Psychotherapie in aller Regel ebenfalls erstattet, die Privatkassen haben hierbei jedoch keine einheitliche Regelung. Etliche Privatkassen zahlen ein bestimmtes Stundenkontingent pro Jahr (etwa 20 oder 30 Sitzungen pro Jahr), einige Privatkassen erstatten die ersten 25 Sitzungen unbürokratisch und unkompliziert und fordern erst hiernach einen detaillierten Bericht vom Therapeuten an.

Einige Privatkassen erstatten Psychotherapie-Sitzungen erst nach der Überprüfung im so genannten „Gutachter-Verfahren” (siehe oben). Privatpatienten sollten die genaue Regelung innerhalb des Zeitraumes der probatorischen Sitzungen bei ihrer Krankenkasse erfragen. Ein wichtiges Thema ist der Datenschutz in Zusammenhang mit den streng vertraulichen psychotherapeutischen Daten.

Insbesondere Beihilfe-Patienten (Beamten-Anwärter, Patienten in exponierten Positionen) haben häufig Angst, dass ihre Daten für jedermann einsichtig sind. Meine langjährige Erfahrung ist, dass hier kein Anlass zu Befürchtungen besteht, insbesondere die vertraulichen Berichte sind anonymisiert, chiffriert und der Inhalt der Berichte ist aufgrund entsprechend gekennzeichneter und versiegelter Umschläge keinem Sacharbeiter von Beihilfestellen oder Krankenkassen einsehbar.

  • Im Zuge einer geplanten Psychotherapie werden Therapeut und Patient einige organisatorische Dinge vereinbaren.
  • In der Regel wird man versuchen, einen regelmäßigen, festen wöchentlichen Termin zu finden (es sei denn, dass zum Beispiel die beruflichen Umstände des Patienten solche Regelmäßigkeit nicht zulassen).

Der Therapeut wird den Patienten darum bitten und ihn dazu ermutigen, in der Stunde all das zu erzählen, was ihm gerade durch den Kopf geht, egal, ob es ihm unwichtig, lächerlich, peinlich oder nicht zur Sache gehörig erscheint. Auch wird er den Patienten auf die (weltweit übliche) Ausfalls-Honorar-Regelung hinweisen, indem der Therapeut dem Patienten eine nicht rechtzeitig abgesagte Therapiestunde (in der Regel kürzer als 48 Stunden) in Rechnung stellen wird, es sei denn, dass der Therapeut die Stunde anderweitig vergeben kann.

Wann zum Psychologen und wann zum Psychotherapeuten?

Wer an einer psychischen Krankheit leidet, etwa an einer Depression oder einer Sucht, geht zum Psychiater oder zum Psychotherapeuten. Zum Psychologen gehen psychisch Kranke eigentlich gar nicht. Ein Psychologe behandelt keine Krankheiten. Dazu fehlt ihm die therapeutische Ausbildung.

Was darf ein Psychotherapeut nicht?

Psychotherapeut *innen dürfen weder das Vertrauen, die Unwissenheit, die Leichtgläubigkeit, die Hilflosigkeit oder eine wirtschaftliche Notlage von Patient*innen ausnutzen noch unangemessene Versprechungen oder Entmutigungen in Bezug auf den Heilerfolg machen.

Welche Nachteile hat Psychotherapie?

Vor- und Nachteile der Psychotherapie Vorteile einer Psychotherapie

  • Psychotherapie ist wirksam.
  • Hilft, sich selbst besser zu verstehen.
  • Eigene Stärken können erkannt und aufgebaut werden.
  • Behandlungsmethoden und Ziele können individuell gestaltet werden, z.B. können Sie ein Entspannungsverfahren lernen oder daran arbeiten, Ihren Lebensstil zu ändern.
  • Hilft langfristig: Im Vergleich zur medikamentösen Behandlung erkranken Betroffene nach Ende eine Psychotherapie seltener wieder.

Nachteile einer Psychotherapie

  • Die Wirkung tritt erst nach ca.8 bis 10 Wochen ein.
  • Psychotherapie beansprucht Zeit und Energie (wöchentliche Termine, Mitarbeit).
  • Manchmal werden Sie mit Sichtweisen auf das eigene Leben konfrontiert, die zunächst unangenehm sein können. Es kann daher vorkommen, dass sich die Beschwerden vorübergehend verschlimmern.
  • Wenn Sie in einer Psychotherapie Ihr Verhalten verändern, kann dies – neben positiven Auswirkungen – auch zu Konflikten in Ihrem Umfeld führen.
  • Oft gibt es Wartelisten bei Psychotherapeuten, daher müssen Sie eventuell warten, bis die Therapie beginnen kann.

(Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin),Dr. Lisa Tlach (Diplom-Psychologin),Dr. Sylvia Sänger (Diplom-Biomedizintechnikerin, Gesundheitswissenschaftlerin, Diplom-Fachjournalistin), (Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut), (Arzt, Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut) Die Entscheidungshilfe wurde im März 2014 erstellt und zuletzt im September 2022 aktualisiert.

  • Diese Entscheidungshilfe wurde im Rahmen des Projekts „psychenet – Hamburger Netz psychische Gesundheit” von Mitarbeitern des Projekts – unterstützt von Betroffenen – erstellt. Alle Informationen entsprechen dem aktuellen Stand der Forschung und wurden aus den aktuellen Versorgungsleitlinien () entnommen, die von Vertretern vieler Fachgesellschaften erarbeitet wurde:
  • Die Daten zur vergleichenden Wirksamkeit Psychotherapie – Antidepressiva stammen aus folgenden Studien:
  1. Bagby MR, Quilty LC, Segal ZV et al. Personality and Differential Treatment Response in Major Depression: A Randomized Controlled Trial Comparing Cognitive-Behavioural Therapy and Pharmacotherapy. The Canadian Journal of Psychiatry 2008; 53: 361-370
  2. Blackburn IM, Bishop S, Glen AI et al. The efficacy of cognitive therapy in depression: a treatment trial using cognitve therapy and pharmacotherapy, each alone and in combination. The British Journal of Psychiatry 1981; 139: 181-189
  3. Blackburn IM, Moore RG. Controlled acute and follow-up trial of cognitive therapy and pharmacotherapy in out-patients with recurrent depression. The British Journal of Psychiatry 1997; 171: 328-334
  4. David D, Szentagotai A, Lupu V et al. Rational Emotive Behavior Therapy, Cognitive Therapy, and Medication in the Treatment of Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial, Posttreatment Outcomes, and Six-Month Follow-Up. Journal of Clinical Psychology 2008; 64: 728-746
  5. DeRubeis RJ, S.D. H, Amsterdam JD et al. Cognitive Therapy versus Medications in the Treatment of Moderate to Severe Depression. Archives of General Psychiatry 2008; 62: 409-416
  6. Dimidjian S, Hollon SD, Dobson KS et al. Randomized trial of behavioral activation, cognitive therapy, and antidepressant medication in the acute treatment of adults with major depression. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2006; 74: 658-670
  7. Elkin I, Shea MT, Watkins JT et al. National Institute of Mental Health Treatment of Depression Collaborative Research Program. General effectiveness of treatments. Archives of General Psychiatry 1989; 46: 971-982
  8. Hautzinger M, de Jong-Meyer R, Treiber R et al. Wirksamkeit Kognitver Verhaltenstherapie, Pharmakotherapie und deren Kombination bei nicht-endogenen, unipolaren Depressionen. Zeitschrift für Klinische Psychologie 1996; 25: 130-145
  9. Hollon SD, DeRubeis RJ, Evans MD et al. Cognitive Therapy and Pharmacotherapy for Depression. Singly and in Combination. Archives of General Psychiatry 1992; 49: 774-781
  10. Jarrett RB, Schaffer M, McIntire D et al. Treatment of Atypical Depression With Cognitive Therapy or Phenelzine. A Double-blind, Placebo-Controlled Trial. Archives of General Psychiatry 1999; 56: 431-437
  11. Konarski JZ, Kennedy SH, Segal ZV et al. Predictors of nonresponse to cognitive behavioural therapy or venlafaxine using glucose metabolism in major depressive disorder. Journal of Psychiatry & Neuroscience 2009; 34: 175-180
  12. Miranda J, Chung J, Y., Green BL et al. Treating Depression in Predominantly Low-Income Young Minority Women. A Randomized-Controlled Trial. JAMA 2003; 290: 57-65
  13. Murphy GE, Carney RM, Knesevich MA et al. Cognitive Behavior Therapy, Relaxation Training, and Tricyclic Antidepressant Medication in the Treatment of Depression. Psychological Reports 1995; 77: 403-420
  14. Murphy GE, Simons AD, Wetzel RD et al. Cognitive Therapy and Pharmacotherapy. Singly and Together in the Treatment of Depression. Archives of General Psychiatry 1984; 41: 33-41
  15. Segal ZV, Kennedy SH, Gemar M et al. Cognitive Reactivity to Sad Mood Provocation and the Prediction of Depressive Relapse. Archives of General Psychiatry 2006; 63: 749-755
  16. Thompson LW, Coon DW, Gallagher-Thompson D et al. Comparison of Desipramine and Cognitive/Behavioral Therapy in the Treatment of Elderly Outpatients With Mild-to-Moderate Depression. Archives of General Psychiatry 2001; 9: 225-240

Folgende Studie macht Angaben zu den Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie:Ladwig I, Rief W, Nestoriuc Y. Welche Risiken und Nebenwirkungen hat Psychotherapie? – Entwicklung des Inventars zur Erfassung Negativer Effekte von Psychotherapie (INEP). Verhaltenstherapie 2014; 24: 252-263 : Vor- und Nachteile der Psychotherapie

Was sollte man dem Psychotherapeuten nicht sagen?

Mache es dir bequem, damit du Vertrauen fassen kannst – Eines der wichtigsten Dinge ist, dass du dich wohlfühlst, sodass du die Zeit voll ausnutzen und über alles, was dir in den Sinn kommt, sprechen kannst. Öffne dich für den Psychologen und überlasse ihm die Kontrolle über das Gespräch.

  • Der Experte wird nicht über dich urteilen.
  • Auch Psychologen unterliegen der Schweigepflicht, also wird nichts, was du ihnen sagst, den Raum verlassen.
  • Habe keine Angst, schwierige oder peinliche Themen zu anzusprechen.
  • Ihre Aufgabe ist es nicht, dich anzuklagen oder deine Last noch schwerer zu machen.
  • Der am besten entwickelte Sinn des Psychologen ist das Gehör.

Er ist hier, um dir zuzuhören. Psychologen verfügen über die Werkzeuge, um dir zu helfen, die Antworten auf deine Probleme und Sorgen zu finden. Sie sind nicht da, um einen Kampf zu führen. Die meisten von uns Psychologen sind sehr offene Menschen. Aber vor allem sind wir geschulte Experten. Und wir wissen, dass Menschen sehr unterschiedlich sind, auch wenn sie ähnliche Situationen durchmachen. Wir können unsere eigenen Leben, Erfahrungen und Ideen aus der Diskussion herauslassen.

Wir konzentrieren uns auf das, was der Patient uns sagt. Wenn du nicht das Gefühl hast, dass dir zugehört wird, oder nicht glaubst, dass dein Psychologe unvoreingenommen ist, wenn du dich nicht wohlfühlst, dann steht es dir frei, zu einem anderen Psychologen zu gehen. Gib der Therapie, deiner Heilung, eine Chance.

Denke nicht, dass wir alle gleich seien, denn die Wahrheit ist, dass wir ganz unterschiedliche Typen von Mensch sind.

Wie lange dauert es bis eine Psychotherapie hilft?

Behandlung der Depression : Wie lange die Therapie dauert – 24. Juni 2015, 11:57 Uhr Lesezeit: 5 min Wie lange dauert es, bis man einen Effekt der Psychotherapie spürt? Egli: Es braucht schon etwas Geduld. Erste positive Effekte der Behandlung merken viele bereits nach einigen Tagen.

  • Bis die akute Phase allerdings überstanden ist, vergehen etwa sechs bis zwölf Wochen.
  • Damit ist die Therapie aber noch nicht vorbei.
  • Es macht auf jeden Fall Sinn, über diesen Zeitraum hinaus die Behandlung weiter zu führen.
  • Das gilt übrigens für beides: Pharmakotherapie und Psychotherapie.
  • Auch wenn die Symptome wieder abgeklungen sind, sollte man noch ein halbes bis ein Jahr weiterbehandeln.

Das muss, was die Psychotherapie angeht, aber nicht in der gleichen Intensität sein wie am Anfang. Warum ist diese Erhaltungstherapie wichtig? Keck: Man muss sicher sein, dass wirklich alle Zeichen der Depression abgeklungen sind. Oft bestehen gerade kognitive Symptome wie Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen noch länger fort.

Und wenn Restsymptome noch da sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Depression zurückkommt. Und mit jeder neuen Episode steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall, und zwar deutlich. Deshalb ist eine komplette Behandlung wichtig. Wir sprechen nun schon eine ganze Weile über “die Psychotherapie”, dabei gibt es ganz unterschiedliche Formen davon.

Welche Methoden sind bei Depressionen wirklich wirksam? Egli: Es kommt ein bisschen darauf an, welcher Fokus, welches Problem mich in die Therapie gebracht hat und wie der Verlauf der Depression ist. In der akuten Episode hat heute die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie den größten Stellenwert.

Die Verhaltenstherapie hat man über Jahrzehnte in vielen Studien untersucht. Und es gibt keinen Zweifel, dass sie wirkt. Eine andere Methode, die sich aus der Verhaltenstherapie ableitet, ist die interpersonelle Psychotherapie. Sie konzentriert sich auf das Arbeiten an Beziehungen im Hier und Jetzt. Wenn man klar herausarbeiten kann, dass ein Rollenwechsel die Depression ausgelöst hat, wie eine Pensionierung, eine Scheidung, ein neuer Beruf, oder Verlusterlebnisse, ist das eine Therapie mit sehr hoher Erfolgsquote.

Bei chronischen Verlaufsformen der Depression gibt es sehr gute Erfahrungen mit Therapien, die auch Elemente der Psychoanalyse einbeziehen, wie zum Beispiel CBASP, die Abkürzung steht für “Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy”. Wir machen seit einigen Jahren auch sehr gute Erfahrungen mit der Schematherapie, bei der es um die Veränderung problematischer Lebensmuster oder eben Schemata geht.

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Kann ein Psychotherapeut krank schreiben?

Informationen zu Psychologischen Psychotherapeuten Die Berufsbezeichnung ‚Psychologischer Psychotherapeut’ ist seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetztes (PsychThG) 1999 ein geschützter Begriff. Folglich ist es nur dann zulässig sich als ‚Psychologischen Psychotherapeuten’ zu bezeichnen, wenn man zunächst ein mindestens fünfjähriges Studium der Psychologie (Diplom oder Bachelor/Master) absolviert hat.

Zudem muss man die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an einem staatlich geprüften Ausbildungsinstitut mit der sogenannten Approbation beendet haben. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Jahre, je nachdem ob sie in Voll- oder Teilzeit durchgeführt wird. Bestandteile sind neben vertiefenden Theorieseminaren auch erste praktische Erfahrungen unter Anleitung von erfahrenen Psychologischen Psychotherapeuten, der sogenannten Supervision.

Diese praktische Tätigkeit beginnt zunächst in psychiatrischen (1200 Stunden) und psychosomatischen (600 Stunden) Kliniken und wird mit Patienten in der Institutsambulanz (600 Stunden) fortgesetzt. Am Ende dieser Ausbildungszeit findet eine staatliche Prüfung statt, die für die beiden Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie und Psychoanalyse/ Tiefenpsychologie gleichermaßen gilt.

Rechtlich gesehen kann ein Psychologischer Psychotherapeut psychische Erkrankungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen behandeln. Allerdings ist für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen eine Zusatzqualifikation für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nötig.

Zudem ist eine sogenannte Kassenzulassung Voraussetzung für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen. Diese wird von der Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes in Abhängigkeit der von ihr festgelegten Bedarfslage vergeben.

Falls ein Psychologischer Psychotherapeut nicht über eine solche verfügt, können Therapien bei ihm nur über die Beihilfen und privaten Krankenversicherungen abgerechnet oder selbst bezahlt werden. Da Psychologische Psychotherapeuten keine medizinische Ausbildung durchlaufen, dürfen sie keine ärztlichen Tätigkeiten durchführen.

Das beinhaltet insbesondere, dass Psychologische Psychotherapeuten keine medikamentösen Behandlungen durchführen sowie keine Atteste beziehungsweise Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen können.

Was passiert in der Psychotherapie?

Welche Verfahren gibt es? – Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten.

  1. Im folgenden finden Sie eine Auflistung und kurze Charakterisierung der am weitesten verbreiteten Psychotherapieformen.
  2. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit folgende 4 Verfahren erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die systemische Therapie (für Erwachsene), sowie die analytische Psychotherapie.

Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen.

  1. So erlebt ein Patient beispielsweise im Falle einer Essstörung, dass schlanke Menschen dem Ideal entsprechen und seiner Wahrnehmung nach beliebter sind als andere.
  2. Daraus können sich durch das Bestreben, diesem Ideal zu entsprechen und der Angst vor einer Gewichtszunahme, unangemessene Ernährungsgewohnheiten wie Anorexie oder Bulimie entwickeln.

Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt.
  • Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt.

Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts” und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.

  • Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt.
  • Analytische Psychotherapie: Diese Therapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten dieser Psychotherapieart entwickelt, die jedoch in Ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren.

Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen. Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie zu verarbeiten. Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung.

Häufig angewendete Methoden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche oftmals im Liegen statt. Der Psychotherapeut verhält sich neutral, um als Projektionsfläche für die Emotionen des Patienten dienen zu können, so sitzt er in Regel so, dass er für den Patienten nicht sichtbar ist.

  1. Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann.
  2. Systemische Therapie: Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein.

Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d.h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen. Der Psychotherapeut wird zum einen versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und zum anderen mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Ein Beispiel für eine systemische Intervention ist die paradoxe Verschreibung. Hier wird der Patient aufgefordert, sein problematisches Verhalten beizubehalten statt zu bekämpfen, da es wichtig für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Familienstrukturen ist. Dadurch werden die einzelnen Familienmitglieder gezwungen, sich mit ihrem Beitrag und ihrer Reaktion auf das zentrale Problem auseinander zu setzen.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers: Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert” bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt.

  • Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt.
  • Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Variablen, die das Verhalten des Therapeuten beschreiben: Eine emphatische Haltung gegenüber dem Klienten, Echtheit des Psychotherapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme.

Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen. Gestalttherapie: Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen.

  1. Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt.
  2. Der Patienten wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert.

Der Psychotherapeut versucht, den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt”).

Wer ist wer? Psychotherapeut – Psychiater – Psychologe Drei Begriffe*), die immer wieder verwechselt werden, wenn Menschen bei seelischen Erkrankungen, Beschwerden und Störungen oder körperlichen und sozialen Problemen Hilfe suchen und überlegen, an wen sie sich am besten wenden. Unsere Begriffserklärungen sollen dabei helfen.

* Drei Begriffe – drei Berufsfelder. Psychotherapeut Ein Psychotherapeut übt Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe (“Psychologischer Psychotherapeut”), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner sein – beide dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandeln – oder ein Pädagoge, der für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut).

  • Alle drei haben zusätzlich zu ihrem “Grundberuf” eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen bzw.
  • Einen entsprechenden Facharzttitel erworben.
  • Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1.
  • Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz geregelt.
  • Das Gesetz schützt zugleich die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” strafrechtlich für diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Psychiater Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Der Psychiater hat Medizin studiert. In seinem Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln.

  • Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung zum Psychiater absolviert.
  • In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von Krankheiten des Geistes und der Seele erworben und gelernt, diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka.

Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen Psychiater (oder einen anderen Arzt), auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung “Psychotherapie” oder “Psychoanalyse” zu führen.

Psychologe Hochschulabsolvent, der das Fach Psychologie studiert hat. Psychologen beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (z.B. Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern. Die Berufsbezeichnung “Psychologe” darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen.

Durch das akademische Studium, das mit dem Diplom oder Master abgeschlossen wird (Diplom-Psychologe oder Psychologe M.Sc.), erwirbt der Psychologe in den verschiedenen Gebieten der Psychologie wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und ein umfangreiches Wissen über menschliches Denken und Fühlen, Lernen und Verhalten und auch darüber, wie man menschliches Verhalten beeinflussen kann.

Im Hauptstudium kann sich der Psychologe auf die Schwerpunke Klinische Psychologie und psychologische Behandlungsmethoden spezialisieren. Dabei erarbeitet sich der angehende Psychologe umfassende Kenntnisse über die seelisch-körperliche Gesundheit und Krankheit sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Psychotherapie.

Nach Abschluss des Psychologiestudiums kann der Psychologe eine dreijährige ganztägige oder eine fünfjährige berufsbegleitende psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die ihn für die eigenverantwortliche Ausübung der Psychotherapie qualifiziert.

  • Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut Ein Psychologischer Psychotherapeut verwendet keine Medikamente.
  • Sein Behandlungsansatz ist ein anderer.
  • Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden.

Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen.

Wie viele Therapiestunden zahlt die Krankenkasse?

Systemische Therapie: 36 Stunden. Verhaltenstherapie: 60 Stunden. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: 60 Stunden. Analytische Psychotherapie: 160.

Welche Fragen stellt ein Psychotherapeut?

Tipps für die psychotherapeutische Sprechstunde – Möglicherweise haben Sie den Termin für eine psychotherapeutischen Sprechstunde über eine Terminservicestelle erhalten oder Sie haben bereits mit Ihrem Therapeuten oder Ihrer Therapeutin telefoniert und versucht, sich aufgrund weniger Merkmale und Informationen ein Bild von ihm oder ihr zu machen.

Es ist naheliegend, dass Sie frühzeitig wissen wollen, was für ein Mensch da vor Ihnen sitzt. Normalerweise entwickeln wir sehr schnell ein Gefühl dafür, ob und wie sympathisch uns jemand ist. Sympathie spielt auch in einer Psychotherapie eine wichtige Rolle; schließlich geht es um sehr private und persönliche Angelegenheiten, die wir nicht mit jedem besprechen möchten.

Lassen Sie sich also ruhig Zeit, um sich ein Urteil darüber zu bilden, was Ihnen an dieser Therapeutin oder diesem Therapeuten gefällt oder auch nicht. Die Fragen, die Sie zu Beginn hören werden, sind meist sehr ähnlich. Sie dienen dazu, dass sich Ihr Gegenüber ein Bild von Ihnen, Ihren Beschwerden und dem Behandlungsauftrag machen kann.

  1. Einleitend heißt es oft: »Was führt Sie her?« Oder: »Welche Probleme/ Schwierigkeiten haben Sie?« Der Therapeut wird Sie dann zunächst erzählen lassen, gegebenenfalls nachfragen, wenn er etwas nicht verstanden hat, jedoch nicht ins Detail gehen.
  2. Damit er sich allgemein orientieren kann, reichen im Allgemeinen Angaben zu Art, Umfang und bisheriger Dauer Ihrer Schwierigkeiten.

Meist wird auch kurz thematisiert, wie sich die Beschwerden entwickelt haben, wie Sie bisher mit den Schwierigkeiten umgegangen sind und ob Sie bereits andere Therapieversuche unternommen haben. Normalerweise wird der Therapeut durch Nachfragen und Kommentare versuchen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

  1. Natürlich müssen Sie nicht auf jede Frage gleich die passende Antwort wissen und Ihre Beschwerden lückenlos beschreiben.
  2. Manche Therapeuten erkundigen sich auch danach, wie Sie gerade auf sie gekommen sind (ob es Empfehlungen gab oder von wem Sie überwiesen wurden) und warum Sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine Therapie beginnen wollen.

Damit möchten sie unter anderem erfahren, wie dringend Ihnen eine Behandlung ist. Ebenso kann ein Therapeut Sie fragen, was Sie von einer Therapie erwarten. Themen, die auf die Zukunft ausgerichtet sind (Zum Beispiel: »Was wollen Sie durch die Therapie erreichen? Haben Sie ein Behandlungsziel? Wenn ja, welches?«), dienen dazu, dass er seinen Behandlungsauftrag klarer erkennen und benennen kann.

Schließlich handelt es sich aus Sicht des Psychotherapeuten zunächst einmal um eine Art von geschäftlichem Kontakt, bei dem er eine Leistung erbringen soll. Dazu muss er die Erwartungen des Auftraggebers – also Ihre Erwartungen als Patient oder Patientin – kennen. Vielleicht ist es sinnvoll für Sie, wenn Sie sich bereits vor dem Erstgespräch einige Fragen überlegen, die Sie dem Therapeuten oder der Therapeutin stellen wollen.

Zum Beispiel können Sie sich nach dem therapeutischen Vorgehen oder den Erfahrungen des Therapeuten erkundigen: Wie gehen Sie vor? Wie beurteilen Sie die Chancen, dass mein Problem wieder verschwindet? Wie laufen die Sitzungen ab? Treffen wir Vereinbarungen jeweils für die Zeit zwischen zwei Sitzungen? Zur besseren Übersicht finden Sie eine kurze Checkliste mit Aspekten, die Sie im Erstgespräch ansprechen können.

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Wie verändert man sich durch Psychotherapie?

Veränderungen und Verstrickungen Mögliche Reaktionen Ihres Umfeldes einplanen Durch eine Psychotherapie kann sich vieles verändern. Diese Veränderungen können sowohl Sie selbst als Patient oder Patientin als auch Ihre Umwelt, Ihre Freunde, Ihr Partner, Familienangehörige, Arbeitskollegen oder andere Personen in Ihrer Umgebung betreffen.

  1. Sie sollten sich darauf einstellen, dass die Reaktionen darauf nicht immer und bei allen Beteiligten durchweg positiv ausfallen müssen.
  2. Ein Beispiel mag das illustrieren: Stellen Sie sich eine junge Frau vor, die infolge der Therapie selbstbewusster gegenüber ihrer Familie und ihren mit im Haus lebenden Eltern auftritt.

Sie beginnt, auch mal alleine etwas in ihrer Freizeit zu unternehmen. Dem Ehemann und ihren Eltern missfällt diese Entwicklung möglicherweise. Es wird ihr vorgeworfen, auf diese Weise neue Probleme in der Familie zu schaffen. Im ungünstigen Falle bekommt sie daraufhin ein schlechtes Gewissen und zweifelt am Ende am Wert der Therapie.

So können die für die Patientin zunächst positiven Wirkungen wieder kleiner werden, gegebenenfalls sogar ganz verschwinden. Schwierigkeiten mit der Umwelt kann es verständlicherweise dann geben, wenn Sie infolge der Therapie Ihr Verhalten zum Nachteil anderer (Bekannte, Verwandte, Arbeitskollegen oder Freunde) ändern: Wenn Sie sich zum Beispiel durchsetzungsfreudiger oder weniger rücksichtsvoll verhalten als früher.

Manchmal werden dann aufgrund der Reaktionen anderer sogar mühsam erreichte Entwicklungen lieber wieder rückgängig gemacht. Allgemeine Regeln, wie dieses Problem zu bewältigen ist, gibt es wohl nicht. Vieles spricht jedoch dafür, wichtige Personen aus Ihrer Umgebung bereits während der Therapie in geplante Veränderungen mit einzubeziehen.

Wann bekommt man in der Psychotherapie eine Diagnose?

Die Diagnose psychischer Erkrankungen stützt sich zunächst vor allem auf Gespräche, die das Erleben und Empfinden des Patienten erforschen (der Arzt sagt explorieren). In Ergänzung nutzt der Therapeut Beobachtungen beim Patienten, Fragebögen und psychologische Tests.

An der Art und Weise, wie der Patient spricht, wie lebhaft oder gehemmt seine Sprache, Mimik und Gestik ist, kann der erfahrene Arzt, Psychiater oder Psychotherapeut bereits eine erste Verdachtsdiagnose aufstellen. Um jedoch zu einer genauen Diagnose zu kommen, muss er den Patienten gezielt befragen.

Dabei ist er besonders darauf angewiesen, dass der Patient seine Probleme offen beschreibt, und dass das Gespräch nicht unter Zeitdruck steht. Klärung körperlicher Ursachen. Da fast alle psychiatrischen Symptome auch körperlich oder organisch bedingt sein können, wird der Arzt oder Psychiater spezifische internistische und neurologische Untersuchungen durchführen oder anordnen, um organische Ursachen zu erkennen oder auszuschließen:

Laboruntersuchungen zum Nachweis von z.B. Stoffwechsel- oder Hormonstörungen Ein EEG, um andere neurologische Krankheitsursachen auszuschließen Kernspin oder CT vom Kopf, um Hirntumore oder Entzündungen auszuschließen.

Psychopathologischer Befund und Diagnosestellung. Besonderes Gewicht in der Psychiatrie hat die Anamnese, die Krankengeschichte des Patienten. Diese erlaubt dem Psychiater, die persönliche Geschichte des Betroffenen aus dessen Sicht kennenzulernen, was ein wesentlicher Baustein für eine korrekte Diagnose ist.

Dazu der folgende Fall: Frau Schumann, 27, wurde nach einem Selbstmordversuch mit dem Notarzt in die psychiatrische Akutklinik gebracht. Weil sie stark alkoholisiert war, war ein vernünftiges Gespräch mit dem Therapeuten nicht möglich. Sie wurde in die Suchtstation eingewiesen und erhielt Medikamente zur Beruhigung und für den Alkoholentzug.24 Stunden später erfolgte der zweite Anamneseversuch; die behandelnde Ärztin erfuhr im Gespräch mit der Frau, dass ihr Verlobter vor fünf Tagen einen schweren Unfall hatte, 300 km entfernt in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, und die Patientin kein Geld für die Bahnfahrkarte hatte, um ihren Verlobten zu besuchen.

Ein Jahr zuvor war ihre Mutter durch einen Tumor ums Leben gekommen. Die Ärztin stoppte aufgrund dieser Erkenntnisse aus der Anamnese die medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka und führte vier einstündige Therapiegespräche durch. Nach zehn Tagen konnte sie die Patientin entlassen und an einen niedergelassenen Psychotherapeuten zur ambulanten Weiterbehandlung verweisen.

Wie viel kostet ein Psychologe pro Stunde?

Psychotherapie Kosten: Diese Leistungen bezahlen Versicherungen 2019 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit knapp 9.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einer psychologischen Psychotherapie. Wie viele zudem von ärztlichen Psychotherapeuten behandelt wurden, ist unklar.

Laut Bundes-Psychotherapeuten-Kammer suchen sich aber nur 20 Prozent der psychisch Kranken professionelle Hilfe. Das liegt nicht zuletzt an der Stigmatisierung der Psychotherapie, langen Wartezeiten und den Kosten. Inhaltsverzeichnis Die Kosten einer Psychotherapie orientieren sich an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten, die von der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer herausgegeben wird.

Die Preise variieren dabei zwischen 40 Euro bis 140 Euro – je nachdem, ob es sich um eine Einzel- oder Gruppenbehandlung handelt sowie je nach Behandlungsmethode und Sitzungsdauer, Kostenbeispiel Eine analytische psychotherapeutische Einzelsitzung kostet beispielsweise bei einer Dauer von 50 Minuten 92,50 Euro.

Genauso viel zahlen Patienten bei einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie. Die Leistungen werden bei Notwendigkeit von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der behandelnde Therapeut eine Kassenzulassung hat. Allerdings besteht eine Ausnahme zur Kostenerstattung, wenn sich die Beratung ausschließlich auf die Themen Erziehung, Ehe oder (Sexual-)Leben bezieht.

Ein reines Coaching wird nicht finanziert. Privatpatienten oder Menschen, die perspektivisch in die private Krankenversicherung wechseln, sollten genau darauf achten, ob und welche psychotherapeutischen Leistungen im jeweiligen Tarif aufgeführt sind,

  • Je nach Anbieter greifen Privatpatienten beispielsweise auf Online-Therapien mit ausgebildeten Psychotherapeuten zurück oder erhalten durch Kooperationen besonders schnell Zugang zu einem Therapieplatz.
  • Nehmen sie die Leistungen von Kooperationspartnern in Anspruch, werden diese auch vom jeweiligen Versicherer übernommen.

Standard ist das aber keineswegs. Mit 55 Psychotherapeuten auf 100.000 Menschen sind Großstädte deutlich besser für die Behandlung psychisch Erkrankter gewappnet als ländliche Regionen. Obwohl es keinen signifikanten Unterschied bei der Anzahl psychischer Erkrankungen zwischen Stadt und Land gibt, ist die Abdeckung von 18-20 Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner auf dem Land deutlich geringer.

Psychologische Psychotherapeuten Hierbei schließt an das Studium der Psychologie eine Ausbildung an, in der auch Praxiserfahrungen in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtung gesammelt werden. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben und weder Überweisungen noch Krankschreibungen ausstellen. Ärztliche Psychotherapeuten Nach dem Medizinstudium erhalten ärztliche Psychotherapeuten ihre Approbation und werden Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychologie oder bilden sich zum psychologischen Psychotherapeuten weiter. Sie haben Befugnisse zur Ein- oder Überweisung, dürfen Rezepte ausstellen und Patienten krankschreiben. Leiden Patienten an psychischen Erkrankungen, die einer medikamentösen Behandlung bedarf, gehen sie zu einem Psychiater. Dieser therapiert Krankheitsbilder wie Schizophrenie oder Depressionen. Allerdings verfügt auch er über Kenntnisse psychotherapeutischer Verfahren, weshalb er nicht klar vom ärztlichen Psychotherapeuten getrennt werden kann. Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Lösen mentale Probleme körperliche Beschwerden aus oder bedingen diese, werden sie von Ärzten für psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt. Psychotherapeutisch tätige Ärzte Diese Ärzte kümmern sich um psychische Erkrankungen als Begleiterscheinung zu anderen Krankheitsbildern. Dazu zählen beispielsweise Frauen, die eine unterstützende Psychotherapie erhalten, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt sind.

Die Suche nach einem Therapeuten gestaltet sind in der Praxis sehr schwierig. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Stellen anlaufen, um einen passenden Therapeuten zu finden. Dazu zählen:

Gesetzliche KrankenkassenTerminservicestellen der Kassenärztlichen VereinigungPrivate KrankenversicherungenPsychosoziale BeratungsstellenPsychotherapeutenkammern des jeweiligen BundeslandsÄrztekammern der einzelnen BundesländerSozialpsychiatrische Dienste

Seit Beginn der Pandemie sind Isolation und Existenzangst ständige Begleiter. Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer hat deshalb 2020 diverse internationale Studien unter dem Aspekt betrachtet, welchen Einfluss Corona auf die psychische Gesundheit hat. Folgende Ergebnisse wurden festgestellt:

Erhöhte Angst- und Depressionswerte bei Covid-19-ErkranktenAnstieg von posttraumatischem Stress bei AngehörigenHöheres Risiko für Belastungsstörungen bei Ärzten und PflegepersonalVerstärkte Depressivität bei älteren Menschen über 70 sowie verschlechterter GesundheitszustandBeinahe doppelt so hohes Risiko für Verhaltensprobleme und Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen gegenüber der Vor-Corona-Zeit

Dauert die Krise weiter an, ist auch mit einer zunehmenden Verschlechterung der psychischen Gesundheit sowie einer erhöhten Selbstmordrate zu rechnen. Strukturen schaffen Menschen brauchen Struktur. Eine klare Einteilung des Tages, die zudem gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf integriert, kann psychosoziale Folgen reduzieren.

Auch die Kommunikation mit Freunden und Familie via Videochat hat positive Auswirkungen. Krankenversicherungen haben ihre digitalen Angebote in den letzten Jahren vorbildlich ausgebaut. So können Sportkurse, Coachings, aber auch psychotherapeutische Beratungen online durchgeführt werden. Vor allem während des Lockdowns, wenn Sportstudios geschlossen bleiben und der soziale Kontakt nochmals heruntergefahren werden muss, bieten die e-Services eine gelungene Alternative.

Der Blick auf die Homepage des jeweiligen Versicherers oder der Krankenkasse lohnt sich. Keine Antwort gefunden? Melden Sie sich bei uns! Manchmal sind die Fragen eben individueller, genau wie Ihr Leben. Wir helfen Ihnen gerne bei allem rund ums Thema Krankenversicherung.

Wie viel kostet eine private Psychotherapie?

Kosten für (Einzel-) Psychotherapie (Selbstzahler und Privatversicherte), Coaching und psychologische Beratung – Die Kosten für die Behandlung werden in der Regel durch private Krankenkassen und Beihilfen erstattet so lang Sie unter einer Störung mit Krankheitswert leiden, diese behandlungsbedürftig ist und eine Indikation für Psychotherapie besteht.

Psychotherapie Privatversicherten und Beihilfeberechtigten (50 Min, GOP, Ziffer 870, 3,0-facher Satz) 131,16 €
Psychotherapie Privatversicherten und Selbstzahler bei höherem Aufwand (50 Min, GOP, Ziffer 870, 3,5-facher Satz) 153,02 €
Psychotherapie Selbstzahler, sowie Coaching und Beratung für Privatkunden (45 Min) Psychotherapie Selbstzahler, sowie Coaching und Beratung für Privatkunden (90 Min) 132 € 250 – €
Beratung oder Coaching für Geschäftskunden (45 Min) 150,- €

Abweichende, bzw. zusätzliche Kosten können für Diagnostik, Biografische Anamnese (Voraussetzung für Therapie), Berichte, Anträge, etc. ebenfalls anfallen. Stand 09/2022 * Bei Absagen von unter 48 Stunden im Voraus wird unabhängig von Gründen ein Ausfallhonorar in Höhe von 85% der aktuellen Kassenleistung (85% der vereinbarten Leistung bei Coaching und Beratung) privat in Rechnung gestellt.

Kann ein Psychotherapeut eine Diagnose stellen?

Die Diagnose einer psychischen Erkrankung zu stellen, obliegt grundsätzlich einer Ärzt*in oder Psychologischen Psychotherapeut*in (Approbationsvorbehalt). Dem Facharztstandard folgend sollte die Ärzt*in über eine entsprechende psychiatrische, psychosomatische oder psychotherapeutische (Zusatz)Weiterbildung verfügen.

Ist ein Psychotherapeut sinnvoll?

Schränken dich die Probleme im alltäglichen Leben ein? – Sobald du das Gefühl hast, dass deine Sorgen deinen Alltag bestimmen und du dadurch anhaltende Einschränkungen, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsverlust oder Übellaunigkeit erfährst, kann eine Psychotherapie helfen.

Was soll man beim Psychologen nicht sagen?

Mache es dir bequem, damit du Vertrauen fassen kannst – Eines der wichtigsten Dinge ist, dass du dich wohlfühlst, sodass du die Zeit voll ausnutzen und über alles, was dir in den Sinn kommt, sprechen kannst. Öffne dich für den Psychologen und überlasse ihm die Kontrolle über das Gespräch.

  1. Der Experte wird nicht über dich urteilen.
  2. Auch Psychologen unterliegen der Schweigepflicht, also wird nichts, was du ihnen sagst, den Raum verlassen.
  3. Habe keine Angst, schwierige oder peinliche Themen zu anzusprechen.
  4. Ihre Aufgabe ist es nicht, dich anzuklagen oder deine Last noch schwerer zu machen.
  5. Der am besten entwickelte Sinn des Psychologen ist das Gehör.

Er ist hier, um dir zuzuhören. Psychologen verfügen über die Werkzeuge, um dir zu helfen, die Antworten auf deine Probleme und Sorgen zu finden. Sie sind nicht da, um einen Kampf zu führen. Die meisten von uns Psychologen sind sehr offene Menschen. Aber vor allem sind wir geschulte Experten. Und wir wissen, dass Menschen sehr unterschiedlich sind, auch wenn sie ähnliche Situationen durchmachen. Wir können unsere eigenen Leben, Erfahrungen und Ideen aus der Diskussion herauslassen.

  1. Wir konzentrieren uns auf das, was der Patient uns sagt.
  2. Wenn du nicht das Gefühl hast, dass dir zugehört wird, oder nicht glaubst, dass dein Psychologe unvoreingenommen ist, wenn du dich nicht wohlfühlst, dann steht es dir frei, zu einem anderen Psychologen zu gehen.
  3. Gib der Therapie, deiner Heilung, eine Chance.

Denke nicht, dass wir alle gleich seien, denn die Wahrheit ist, dass wir ganz unterschiedliche Typen von Mensch sind.

Kann ein Psychotherapeut eine Diagnose stellen?

Die Diagnose einer psychischen Erkrankung zu stellen, obliegt grundsätzlich einer Ärzt*in oder Psychologischen Psychotherapeut*in (Approbationsvorbehalt). Dem Facharztstandard folgend sollte die Ärzt*in über eine entsprechende psychiatrische, psychosomatische oder psychotherapeutische (Zusatz)Weiterbildung verfügen.

Kann ein Psychotherapeut krank schreiben?

Informationen zu Psychologischen Psychotherapeuten Die Berufsbezeichnung ‚Psychologischer Psychotherapeut’ ist seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetztes (PsychThG) 1999 ein geschützter Begriff. Folglich ist es nur dann zulässig sich als ‚Psychologischen Psychotherapeuten’ zu bezeichnen, wenn man zunächst ein mindestens fünfjähriges Studium der Psychologie (Diplom oder Bachelor/Master) absolviert hat.

  • Zudem muss man die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an einem staatlich geprüften Ausbildungsinstitut mit der sogenannten Approbation beendet haben.
  • Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Jahre, je nachdem ob sie in Voll- oder Teilzeit durchgeführt wird.
  • Bestandteile sind neben vertiefenden Theorieseminaren auch erste praktische Erfahrungen unter Anleitung von erfahrenen Psychologischen Psychotherapeuten, der sogenannten Supervision.

Diese praktische Tätigkeit beginnt zunächst in psychiatrischen (1200 Stunden) und psychosomatischen (600 Stunden) Kliniken und wird mit Patienten in der Institutsambulanz (600 Stunden) fortgesetzt. Am Ende dieser Ausbildungszeit findet eine staatliche Prüfung statt, die für die beiden Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie und Psychoanalyse/ Tiefenpsychologie gleichermaßen gilt.

Rechtlich gesehen kann ein Psychologischer Psychotherapeut psychische Erkrankungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen behandeln. Allerdings ist für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen eine Zusatzqualifikation für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nötig.

Zudem ist eine sogenannte Kassenzulassung Voraussetzung für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen. Diese wird von der Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes in Abhängigkeit der von ihr festgelegten Bedarfslage vergeben.

Falls ein Psychologischer Psychotherapeut nicht über eine solche verfügt, können Therapien bei ihm nur über die Beihilfen und privaten Krankenversicherungen abgerechnet oder selbst bezahlt werden. Da Psychologische Psychotherapeuten keine medizinische Ausbildung durchlaufen, dürfen sie keine ärztlichen Tätigkeiten durchführen.

Das beinhaltet insbesondere, dass Psychologische Psychotherapeuten keine medikamentösen Behandlungen durchführen sowie keine Atteste beziehungsweise Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen können.