Was Macht Ein Staatsanwalt?

Was Macht Ein Staatsanwalt
Die Staatsanwaltschaft ist für die „Strafrechtspflege” zuständig. Das heißt, dass sie das Verfahren zur Aufklärung von Straftaten leitet und gemeinsam mit der Kriminalpolizei „von Amts wegen”, also von sich aus, oder aufgrund einer Anzeige, ermittelt. Typische Ermittlungshandlungen sind:

Vernehmung von Zeuginnen bzw. Zeugen und Beschuldigten Sicherstellung von Gegenständen Auswertung von Spuren Einholung von Sachverständigengutachten

Es kann aber auch sein, dass diese Ermittlungsmaßnahmen nicht ausreichen, um die Straftat aufzuklären. Dann braucht es schwerwiegendere Eingriffe in die Privatsphäre, wie z.B. die Hausdurchsuchung oder gar die Festnahme. Damit es aber überhaupt zu einer Hausdurchsuchung oder Festnahme kommen kann, muss diese erst vom Gericht bewilligt werden.

Zuständig ist ein:e Richter:in, die nur im Ermittlungsverfahren tätig ist. Eine solche Richterin bzw. ein solcher Richter entscheidet über die Haft einer:eines Beschuldigten und garantiert allgemein für jede:n Betroffene:n Rechtsschutz. Sie werden daher „Haft- und Rechtsschutz-Richter:innen” (kurz: HR-Richter:in) genannt.

Sie:er prüft, ob alle Voraussetzungen vorliegen, die im Gesetz für die beantragte Maßnahme festgelegt sind. Eine Ermittlungsmaßnahme muss im Gesetz vorgesehen sein. Die Staatsanwaltschaft kann keine Maßnahme anordnen, die nicht eine Grundlage im Gesetz hat.

  1. Die Staatsanwältin bzw.
  2. Der Staatsanwalt prüft zuerst, ob die Ermittlungsmaßnahme wirklich erforderlich und auch verhältnismäßig ist.
  3. Bei bestimmten Ermittlungsmaßnahmen, die schwere Eingriffe darstellen, muss sie:er die Genehmigung des:der HR-Richter:in einholen.
  4. Weil in immer mehr Fällen Ermittlungen auch im Ausland erforderlich werden, arbeitet die Staatsanwaltschaft auch mit ihren ausländischen Partnerbehörden zusammen.

Innerhalb der EU werden gewisse Anordnungen sogar direkt anerkannt und vollstreckt. Darüber hinaus gibt es internationale Verträge, auf deren Basis die Zusammenarbeit erfolgt. Der Beruf der Staatsanwältin bzw. des Staatsanwalts dreht sich um die Strafverfolgung.

  1. Meistens erfährt die Staatsanwaltschaft durch eine Anzeige vom Verdacht einer Straftat.
  2. Die Staatsanwältin bzw.
  3. Der Staatsanwalt liest die Anzeige und falls sie:er einen Anfangsverdacht annimmt, prüft sie:er den Sachverhalt.
  4. Die Staatsanwaltschaft hat zu diesem Zweck die Befugnis, von allen Behörden die nötigen Auskünfte einzuholen.

Sie kann der Kriminalpolizei Ermittlungen anordnen bzw. auch selbst Ermittlungen durchführen, wie beispielsweise Beschuldigte und Zeuginnen bzw. Zeugen vernehmen. Wenn die Staatsanwaltschaft Schritte setzen möchte, die in Grund- oder Persönlichkeitsrechte eingreifen, ist eine gerichtliche Bewilligung notwendig.

In einem solchen Fall verfasst die Staatsanwaltschaft Anträge an das Gericht und begründet, warum beispielsweise eine Hausdurchsuchung notwendig und verhältnismäßig ist. Erhärtet oder bestätigt sich der Verdacht einer Straftat, bringt die Staatsanwaltschaft einen Strafantrag oder eine Anklageschrift bei Gericht ein.

Es kommt dann zu einer Hauptverhandlung, an der die Staatsanwaltschaft als Anklägerin beteiligt ist. Die Strafprozessordnung bezeichnet Gutachter:innen als „Sachverständige”. Das ist eine Person, die ein besonderes Fachwissen auf einem bestimmten Gebiet hat.

Dadurch kann sie Tatsachen feststellen, die als Beweis dienen. Außerdem kann sie in einem Gutachten Schlüsse aus diesen Tatsachen ziehen und begründen. Ein Praxisbeispiel ist der Verkehrsunfall: Gutachter:innen können aufgrund der Bremsspuren oder Schäden am Auto feststellen, wie sich der Verkehrsunfall vermutlich zugetragen hat.

Hat sich die beschuldigte Person wirklich an die Geschwindigkeitsbeschränkung gehalten? Oder ist sie statt 50 km/h wohl doch eher mit 80 km/h unterwegs gewesen? Sachverständige bestellt man also, wenn es für die Ermittlungen besonderes Fachwissen braucht.

  • Staatsanwältinnen bzw.
  • Staatsanwälte sind schließlich juristisch ausgebildet und können daher keine Expertinnen bzw.
  • Experten in jedem anderen erdenklichen Gebiet sein (Elektrikermeister:innen, Karosserie- oder Fahrzeugtechniker:innen).
  • Ein Anfangsverdacht liegt vor, wenn aufgrund bestimmter Anhaltspunkte angenommen werden kann, dass eine Straftat begangen worden ist.

Bei jedem Anfangsverdacht müssen die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei ermitteln. Wenn aber die Angaben in einer Anzeige beispielsweise keinen Sinn ergeben, wenn es sich z.B. um gängige Verschwörungsmythen handelt, dann wird davon abgesehen, überhaupt Ermittlungen einzuleiten.

Es gibt sodann keinen Anfangsverdacht, dass tatsächlich eine Straftat begangen wurde. Verdächtigt ist eine Person, gegen die ein Anfangsverdacht vorliegt. Also z.B. jede Person, gegen die bei der Polizei eine Anzeige erstattet wurde und angenommen werden kann, dass eine Straftat tatsächlich begangen wurde.

Ob die Straftat tatsächlich von der angezeigten Person begangen wurde, steht noch nicht fest. Erst wenn die Person konkret verdächtigt wird, wird sie zur beschuldigten Person. Das ist der Fall, wenn aufgrund erster Ermittlungen der Verdacht naheliegt, dass diese Person die angezeigte Straftat konkret begangen haben könnte.

  1. Beispielsweise, wenn eine Zeugin bzw.
  2. Ein Zeuge aussagt, dass die verdächtigte Person die anzeigende Person tatsächlich am Körper verletzt hat.
  3. Die:der Beschuldigte wird mit der Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft zur:zum Angeklagten.
  4. Die Hauptverhandlung wird von einem:einer Richter:in geleitet.
  5. Die Staatsanwaltschaft vertritt den Staat und trägt im Plädoyer die Anklage vor.

Sofern eine Rechtsanwältin bzw. ein Rechtsanwalt als Verteidiger:in für die:den Angeklagte:n tätig wird, bringt sie:er im Plädoyer ihren:seinen Standpunkt ein. Das Gericht räumt der:dem Angeklagten danach das Recht ein, sich zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft zu äußern.

  1. Der:Die Richter:in befragt zuerst die:den Angeklagte:n zum Vorwurf.
  2. Danach können alle Beteiligten im Verfahren (Staatsanwaltschaft, Privatbeteiligtenvertreter:in, Verteidiger:in) Fragen an die:den Angeklagten stellen.
  3. Nach der:dem Angeklagten werden im Beweisverfahren Zeuginnen bzw.
  4. Zeugen über ihre eigenen Wahrnehmungen zur Tat vernommen.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung haben die Gelegenheit, Fragen zu stellen und weitere Zeuginnen bzw. Zeugen zu beantragen. Am Ende der Verhandlung halten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung ein Schlussplädoyer und die:der Angeklagte hat das letzte Wort.

  • Dann wird das Urteil gefällt.
  • Nach dem Urteil können sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung entscheiden, ob sie das Urteil annehmen oder bekämpfen wollen.
  • Häufig kommen in einer Hauptverhandlung neue Aspekte hervor, Zeuginnen bzw.
  • Zeugen relativieren ihre Aussage oder es kommen neue Beweise hervor, die im Ermittlungsverfahren noch nicht bekannt waren.

Es ist also möglich, dass die Beweislage am Ende der Hauptverhandlung anders aussieht, als sie bei Anklageerhebung ausgesehen hat. Kann die angeklagte Person aufgrund der Beweismittel nicht überführt werden oder spricht ein rechtlicher Grund gegen eine Verurteilung (z.B.

Verjährung, Notwehr, Zurechnungsunfähigkeit), fällt das Gericht einen Freispruch. Der Grundsatz „in dubio pro reo” bedeutet, dass im Zweifel für die:den Angeklagte:n entschieden wird. Es kommt daher durchaus vor, dass die Staatsanwaltschaft einen Freispruch akzeptiert und nicht bekämpft. Zu den Aufgaben der Staatsanwaltschaft in einer Hauptverhandlung gehören zum Beispiel das mündliche Vortragen des Vorwurfes (Plädoyer), das Befragen der:des Angeklagten und von Zeuginnen bzw.

Zeugen sowie das Stellen von Beweisanträgen. Die Staatsanwaltschaft beurteilt für sich objektiv die Verfahrensergebnisse. Decken sich ihre Wahrnehmungen nicht mit jener des Gerichts, steht es ihr frei, ein Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts zu erheben.

Die Staatsanwaltschaft kann ein Rechtsmittel aber auch zugunsten der:des Angeklagten erheben, wenn sie der Meinung ist, dass dem Gericht ein Fehler unterlaufen ist. Die Staatsanwaltschaft nimmt ihre Aufgabe objektiv wahr. Gegen das gesetzwidrige Einschreiten von Behörden kann man sich grundsätzlich wehren.

Das zeichnet den Rechtsstaat aus. Eine verdächtigte Person hat dieselben Rechte wie ein:e Beschuldigte:r; im Ermittlungsverfahren können aber auch weitere Personen betroffen und in ihren subjektiven Rechten verletzt sein. Sie alle können dagegen einen sogenannten „Einspruch wegen Rechtsverletzung” erheben.

  • Dieser ist bei der Staatsanwaltschaft einzubringen.
  • Die Staatsanwaltschaft prüft, ob eine Rechtsverletzung vorliegt und kann dem Einspruch nachkommen und gegebenenfalls den rechtmäßigen Zustand herstellen.
  • Tut sie das nicht, legt sie den Einspruch dem Gericht vor.
  • Falls der:die Haft- und Rechtsschutzrichter:in entscheidet, dass der Vorgang oder die Ermittlungsmaßnahme dem Gesetz nicht entspricht, dann stellt sie:er die Rechtsverletzung fest und trägt der Staatsanwaltschaft gegebenenfalls auf, den rechtmäßigen Zustand herzustellen.

Gegen diese Entscheidung können sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Person, die die Rechtsverletzung behauptet, eine Beschwerde beim jeweiligen Oberlandesgericht erheben. Außerdem gibt es im Ermittlungsverfahren bestimmte Ermittlungsmaßnahmen, die von einem:einer Richter:in bewilligt werden müssen: Plant die Staatsanwaltschaft beispielsweise eine Hausdurchsuchung, muss die Ermittlungsmaßnahme von einem:einer Haft- und Rechtsschutzrichter:in geprüft werden.

Was macht Staatsanwältin?

Die Stellung und Aufgaben der Staatsanwaltschaft | Nds. Landesjustizportal Anklagebehörde Die Staatsanwaltschaft ist eine eigenständige, vom Gericht unabhängige Justizbehörde und stellt ein wichtiges Element rechtsstaatlicher Strafrechtspflege dar. Ihr obliegt die Leitung der Ermittlungen, weshalb man sie auch als “Herrin des Ermittlungsverfahrens” bezeichnet.

  1. Abgesehen von der Möglichkeit einer Privatklage kann nur die Staatsanwaltschaft wegen einer Straftat Anklage erheben und so erreichen, dass vor Gericht ein Strafverfahren stattfindet.
  2. Man spricht daher vom „Anklagemonopol” der Staatsanwaltschaft.
  3. Legalitätsprinzip Aus dieser Monopolstellung resultiert die Pflicht zur Verfolgung aller strafbaren Handlungen (Legalitätsprinzip).

Die Staatsanwaltschaft ist zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens verpflichtet, sobald ihr konkrete tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat bekannt werden. Diese Verpflichtung besteht unabhängig davon, ob die Staatsanwaltschaft von dem Verdacht einer Straftat durch eine Strafanzeige oder auf anderem Weg Kenntnis erlangt.

Strafanzeigen von Bürgerinnen und Bürgern werden in der Regel bei den örtlichen Polizeidienststellen erstattet, die Polizei leitet aber auch aufgrund eigener Wahrnehmung zahlreiche Ermittlungsverfahren ein. Verpflichtung zur Objektivität Die Staatsanwaltschaft hat nicht nur die belastenden, sondern auch die zur Entlastung dienenden Umstände objektiv zu ermitteln.

Sie allein entscheidet darüber, ob die Ermittlungen den hinreichenden Verdacht einer Straftat, also die ausreichende Beweisbarkeit, ergeben haben und das Verfahren deshalb mit einer Anklage dem Gericht vorzulegen ist, oder ob das Verfahren einzustellen ist.

  • Die Staatsanwaltschaft wird daher häufig auch als „objektivste Behörde der Welt” bezeichnet.
  • Einstellung des Verfahrens Viele Ermittlungsverfahren enden nicht mit einer Anklageerhebung.
  • Hierfür gibt es verschiedene Gründe.
  • So kann es an dem gesetzlich vorgeschriebenen “hinreichenden Tatverdacht” fehlen oder eine Bestrafung angesichts geringer Schuld oder nach erfolgter Schadenswiedergutmachung nicht unbedingt notwendig sein.

Durch ihre Aufgabe, nicht nur zu verfolgen und anzuklagen, sondern auch die entlastenden Umstände zu untersuchen und zu berücksichtigen, nimmt die Staatsanwaltschaft eine bedeutende Filterfunktion wahr. Befugnisse der Staatsanwaltschaft Der Gesetzgeber hat die Staatsanwaltschaft mit weitreichenden Befugnissen zur Erfüllung ihrer Aufgaben ausgestattet.

  1. Sie darf von allen Behörden Auskunft verlangen und Ermittlungen jeder Art entweder selbst vornehmen oder die Polizei damit beauftragen, soweit keine besonderen gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen.
  2. Ermittlungshandlungen sind beispielsweise die Vernehmung von Zeugen, Hinzuziehung von Sachverständigen, Einnahme eines Augenscheins, Durchsuchungen von Räumlichkeiten, Beschlagnahme von Gegenständen, Überwachung der Telekommunikation, Einsatz technischer Mittel oder von verdeckten Ermittlern, vorläufige Festnahme von Verdächtigen.

Teilweise sind diese Maßnahmen nur auf Grundlagen eines richterlichen Beschlusses zulässig, dessen Erlass von der Staatsanwaltschaft beantragt wird. Untersuchung von Todesfällen Die Staatsanwaltschaft untersucht auch alle Todesfälle, bei denen ein Arzt eine unnatürliche oder ungeklärte Todesursache bescheinigt hat.

  • Hierzu kann die Staatsanwaltschaft an der Obduktion des Leichnams teilnehmen.
  • Die Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung In der Hauptverhandlung vor Gericht vertritt die Staatsanwaltschaft die Anklage.
  • Dabei trägt sie durch eigene Anträge und Stellungnahmen zu einer umfassenden Sachverhaltsaufklärung bei und gewährleistet ein faires und rechtstaatliches Verfahren.

Am Ende der Verhandlung bewertet die Staatsanwaltschaft das Ergebnis der Beweisaufnahme gegenüber dem Gericht in ihrem Schlussvortrag, dem sogenannten Plädoyer. Die Vollstreckung von Strafen Die Staatsanwaltschaft ist auch Vollstreckungsbehörde. Sie trifft daher die Maßnahmen, die zur Einleitung und Überwachung der Vollstreckung einer rechtskräftigen strafgerichtlichen Entscheidung, also von Urteilen und gleichstehenden Entscheidungen erforderlich sind.

  • Dies betrifft die Vollstreckung von Freiheitsstrafen und Maßregeln der Besserung und Sicherung sowie die Beitreibung von Forderungen aus Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungs- und Zwangsgeldern wie auch die Vollstreckung von Fahrverboten und Nebenstrafen.
  • Die Stellung und Aufgaben der Staatsanwaltschaft | Nds.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Anwalt und einem Staatsanwalt?

Der Staatsanwalt vertritt die Interessen des Staates in Sachen Strafverfolgung und Strafvollstreckung. Ein Rechtsanwalt vertritt die Interessen seines Mandanten. In einem Strafprozess sind sie also normalerweise Anklage und Verteidigung, die ihre Interessen (hoffentlich) gleichberechtigt vertreten dürfen.

Was braucht man um Staatsanwalt zu sein?

So smart wie der junge Robert Redford in der Krimikomödie „Staatsanwälte küsst man nicht” aus dem Jahr 1985 – nein, das müssen Sie nicht sein, wenn Sie Staatsanwältin oder Staatsanwalt werden wollen. Auch turbulent amouröse Abenteuer, wie man sie im Film bestaunen kann, gehören nicht unbedingt zum Kern des Berufsbilds eines Staatsanwalts.

  • Wer in seiner Berufslaufbahn aber nach Abwechslung, Spannung und nach einer sinnhaften Aufgabe sucht, der sollte sich mit dem Beruf des Staatsanwalts näher befassen.
  • Was macht eigentlich ein Staatstanwalt? Wer würde nicht mit „Ja” antworten, wenn er gefragt wird, ob er weiß, was ein Staatsanwalt macht? Unser Bild prägen markante Darsteller in zahlreichen Krimis; Emilia Álvarez, die Staatsanwältin aus dem Stuttgarter Tatort beispielsweise, oder Rainer Hunold als Oberstaatsanwalt Bernd Reuther in der Fernsehserie „Der Staatsanwalt”.

Vieles daran ist richtig, einiges aber auch falsch. Es trifft zweifellos zu, dass Sie als Staatsanwalt eine verantwortungsvolle Leitungsfunktion begleiten werden, denn Sie sind für die strafrechtlichen Ermittlungen im Verhältnis zur Polizei, zu den Zollbehörden oder zu den Steuerbehörden verantwortlich.

Sie haben die wichtigen Leitentscheidungen in den von Ihnen geführten Ermittlungsverfahren zu treffen und haben zu prüfen und zu kontrollieren, ob die Verfahrenshandlungen der Dienststellen, die Ihnen zuarbeiten, rechtmäßig sind. Damit ist eine hohe Verantwortung verbunden, zumal Sie als Staatsanwalt entscheiden, ob ein Fall vor Gericht verhandelt wird oder nicht.

Kein Gericht in Deutschland kann sich selber Fälle zur Verhandlung und Entscheidung zuweisen. Immer braucht es dazu die Staatsanwaltschaft, die damit zugleich eine starke Machtposition innehat, welche von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Pflichtgefühl und ein hohes Verantwortungsbewusstsein verlangt.

  1. Gut sollte die Ausstattung sein, aber zugleich funktional und nicht übertrieben” Bei alledem können Sie – und dies ist die andere Seite – nicht erwarten, dass Sie Ihre Arbeit als Staatsanwalt in derart pompösen und exklusiven Büros verrichten werden, wie man dies häufig in Krimis bewundern kann.
  2. Die Justiz tut zwar zurzeit viel dafür, ihren Angehörigen eine attraktive Unterbringung in gut ausgestatteten Büroräumen mit einer modernen IT-Ausstattung zu bieten.

Immer wird man als Bediensteter des Staates aber berücksichtigen müssen, dass die Ausstattung mit Steuergeldern bezahlt werden muss. Deshalb lautet das Motto: Gut sollte die Ausstattung sein, aber zugleich funktional und nicht übertrieben. Der Staatsanwalt ist ein dem Gericht gleichgeordnetes Organ der Strafrechtspflege.

  1. Anders als der Richter ist er nicht unabhängig, sondern weisungsabhängig.
  2. Er sorgt für die Verfolgung von Straftaten und er wirkt im Strafverfahren nach Erhebung der Anklage mit.
  3. Jeder hat sicher einen Staatsanwalt in schwarzer Robe vor Augen, der die Anklageschrift verliest, oder auch das Plädoyer des Anklagevertreters am Ende der Hauptverhandlung.

Der Staatsanwalt trägt die Verantwortung für die Rechtmäßigkeit der Ermittlungshandlungen, aber auch für die Gründlichkeit der Ermittlungen und dafür, dass Ermittlungsverfahren möglichst zügig abgeschlossen werden. Der Ausbildungsweg des Staatsanwalts Wer Staatsanwalt werden möchte, muss die Befähigung zum Richteramt erwerben.

  • Dazu muss er ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit der ersten juristischen Staatsprüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung überdurchschnittlich erfolgreich abschließen.
  • Das juristische Studium dauert in der Regel neun Semester, der Vorbereitungsdienst, der auch Referendarzeit genannt wird, weitere zwei Jahre.
See also:  Was Macht Der Zoll?

Jeder Jurist – auch derjenige, der später Rechtsanwalt oder Unternehmensjurist wird – erinnert sich auf lange Zeit an seine Referendarstation bei der Staatsanwaltschaft. Denn dort erleben die meisten Juristen in ihrer Ausbildung zum ersten Mal, wie es ist, in der Hauptverhandlung als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft eigenständig und eigenverantwortlich agieren und entscheiden zu müssen.

  1. Diese Erfahrung wird weit überwiegend als sehr positiv wahrgenommen, besonders auch deswegen, weil hier stets spürbar und erlebbar wird, dass hinter jeder Akte und jedem Fall ein Mensch steht, dem man gerecht werden muss.
  2. Für Absolventen mit überdurchschnittlichen Examensergebnissen sind die Aussichten, das Berufsziel „Staatsanwalt” zu erreichen, aktuell und in den kommenden Jahren erfreulich gut.

In Deutschland arbeiten heute rund 5.500 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte bei 140 Staatsanwaltschaften. Davon sind 46 Prozent Frauen. Die Altersstruktur in der Justiz der Länder ist nicht einheitlich. Allgemein kann man aber sagen, dass die Zahl der Altersabgänge in den nächsten Jahren groß sein wird.

Die Frankfurter Allgemeine hat auch deswegen schon im Jahr 2015 plakativ getitelt: „Der Justiz gehen die Juristen aus”. Die meisten Bundesländer, z.B. Baden-Württemberg und Bayern, haben einheitliche Laufbahnen für Richter und Staatsanwälte. In diesen Ländern arbeitet man während seines Berufslebens sowohl als Richter als auch als Staatsanwalt.

In wenigen anderen Bundesländern, beispielsweise Nordrhein-Westfalen, muss man sich bei der Bewerbung für die Laufbahn des Richters oder des Staatsanwalts entscheiden. Die Herausforderungen in der Staatsanwaltschaft So oder so – immer werden Sie als Staatsanwalt vor anspruchsvolle Herausforderungen gestellt sein.

  1. Sie können bei der Staatsanwaltschaft beispielsweise in einer Allgemeinabteilung eingesetzt werden.
  2. Dann geht es darum, mit einer stetig hohen Zahl von Ermittlungsverfahren fertig zu werden.
  3. Dies sind üblicherweise 80 bis 100 Verfahren im Monat.
  4. Hier sind Fleiß, eine schnelle Auffassungsgabe, die Fähigkeit, richtige Prioritäten zu setzen, und eine rasche, treffsichere juristische Expertise gefragt.

Sie arbeiten in Ihrer Abteilung im Team mit Kolleginnen und Kollegen, die sich fast immer durch Kollegialität und eine große Hilfsbereitschaft auszeichnen. Bei vielen Staatsanwaltschaften gibt es heute Spezialabteilungen oder Spezialdezernate etwa für Mord und Totschlag, Wirtschaftsstrafsachen und Korruptionsdelikte, Betäubungsmittelstrafsachen, Sexualdelikte, Cybercrime oder Organisierte Kriminalität.

Eine Tätigkeit in einem solchen Dezernat verlangt fundiertes Spezialwissen, Ausdauer und ein strukturiertes und diszipliniertes Arbeiten. Sie geben im Team mit den ermittelnden Polizeibeamten vor, in welche Richtung die Ermittlungen gelenkt werden. Sie stellen bei Gericht die Anträge für eingriffsintensive Ermittlungsmaßnahmen wie körperliche Untersuchungen, die Beschlagnahme von Mobiltelefonen, Wohnungsdurchsuchungen oder Telekommunikationsüberwachungen.

Sie entscheiden, ob in Ihrem Fall Anlass besteht, gegen einen oder mehrere Beschuldigte beim Amtsgericht einen Haftbefehl zu erwirken, damit die Durchführung einem frühen Stadium des Ermittlungsverfahrens dafür sorgen, dass Vermögensgegenstände rechtzeitig beschlagnahmt werden, bevor sie von den Tätern beiseitegeschafft werden können.

  1. Ein Staatsanwalt muss von Beginn seiner Berufslaufbahn bis zur Pensionierung im selben Fachbereich arbeiten.
  2. Wechsel vom Allgemeindezernat in spezialisierte Dezernate und umgekehrt sind üblich.
  3. Dies sorgt für Abwechslung und für die Erweiterung des Erfahrungshorizonts.
  4. Generell müssen Sie als Staatsanwalt sowohl schriftlich als auch mündlich gut mit der deutschen Sprache umgehen können.

Derjenige, der eine Strafanzeige erstattet hat, muss z.B. verstehen können, weshalb Sie das Ermittlungsverfahren nicht zur Anklage gebracht haben. Deshalb müssen Sie zwar die juristischen Grundlagen bestens beherrschen, gleichzeitig aber auch fähig sein, sich schriftlich präzise und klar so auszudrücken, dass auch Nichtjuristen Sie verstehen.

Weil Sie vor Gericht die Anklage vertreten werden, sollten Sie den mündlichen Vortrag schon früh in der juristischen Ausbildung durch stetiges Üben verbessern. Wichtige Kompetenzen: Durchsetzungsvermögen und soziales Verständnis In Wirtschaftsstrafverfahren oder in Verfahren der Organisierten Kriminalität kann es durchaus sein, dass Sie als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung zehn oder mehr Verteidigern gegenüberstehen.

Dies verlangt Durchsetzungsvermögen, ein durch die Persönlichkeit wirkendes überzeugendes Auftreten sowie Konfliktfähigkeit und Entschlusskraft. Gleichzeitig brauchen Sie ein ausgeprägtes soziales Verständnis. Darüber hinaus müssen Sie den Blick für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der am Verfahren beteiligten Personen haben, weil es auch im Strafverfahren oftmals darum geht, sinnvolle Lösungen zu erarbeiten, die zu einer Befriedung der Beteiligten beitragen.

Wenn Sie sich auf den Beruf des Staatsanwalts einlassen, werden Sie schnell spüren, dass Sie nahe an den Menschen arbeiten. Besonders erlebt man deren Stärken und Schwächen. Das ist das Faszinierende an diesem Beruf. Man bezieht bei seiner Tätigkeit eine persönliche Befriedigung immer wieder auch aus der Tatsache, dass man aktiv daran mitarbeitet, für die in einem Gemeinwesen so wichtige staatliche Ordnung zu sorgen.

Gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf Wer Staatsanwalt wird, der weiß, dass er sich von seinem Verdienst keine Jacht im Mittelmeer leisten kann. Das Gehalt kann jeder in den Besoldungsgesetzen der Länder ablesen. Alles zusammengenommen sind die Rahmenbedingungen für eine Arbeit als Staatsanwalt aber gut.

  1. Neben der finanziellen Absicherung spielen die Familienfreundlichkeit der Arbeitsplätze und eine in aller Regel gute Kollegialität eine wichtige Rolle.
  2. Einem Missverständnis sollten Sie allerdings nicht unterliegen, wenn Sie Staatsanwalt werden wollen: Wie Emilia Álvarez oder Rainer Hunold ständig am Tatort ermitteln werden Sie eher nicht.

Die Arbeit am Schreibtisch nimmt bei Weitem einen größeren Raum ein als in den Krimis. Sie werden an den Tatort gehen, Sie werden selbst Beschuldigte und Zeugen vernehmen und Sie werden bei Durchsuchungen vor Ort dabei sein, nur eben nicht jeden Tag. Die Arbeit des Staatsanwalts ist trotzdem höchst attraktiv und kann Ihnen ein Berufsleben lang Zufriedenheit verschaffen.

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Was genau ist ein Staatsanwalt?

Staatsanwältinnen und Staatsanwälte vertreten die Anklage vor Gericht. Zuvor leiten sie das strafrechtliche Ermittlungsverfahren und werden dabei von der Polizei unterstützt. Wer Staatsanwältin beziehungsweise Staatsanwalt werden möchte, muss beide juristischen Staatsexamen hervorragend bestanden haben.

Die Funktion: Staatsanwältinnen und Staatsanwälte leiten strafrechtliche Ermittlungsverfahren. Sind die Ermittlungen abgeschlossen, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage und vertritt diese vor Gericht. Die Aufgabe: Liegt der Verdacht einer Straftat vor, leiten Staatsanwältinnen und Staatsanwälte das Ermittlungsverfahren ein.

In diesem haben sie folgende Aufgaben:

Beweisaufnahme: Vor allem bei leichterer und mittlerer Kriminalität wird der Schwerpunkt dieser Tätigkeit von der Polizei übernommen. In schwerwiegenderen Fällen, zum Beispiel aus dem Bereich der organisierten Kriminalität, beteiligt sich die Staatsanwaltschaft aktiv an der Beweisaufnahme.Staatsanwältinnen und Staatsanwälte haben das Recht, von Behörden Auskünfte zu verlangen, die für die Ermittlungen wichtig sind. Für einige Maßnahmen holen sie ermittlungsrichterliche Beschlüsse ein, zum Beispiel für Hausdurchsuchungen, das Abhören von Telefongesprächen oder, um einen Haftbefehl zu erlassen.Die Staatsanwaltschaft ergreift keine Partei. Im Gegenteil: Sie ist verpflichtet, sowohl be- als auch entlastende Beweise, die für oder gegen die beschuldigte Person sprechen, im Verfahren zu berücksichtigen.Die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob ein Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist und öffentliche Anklage erhoben wird oder ob ein Verfahren eingestellt wird. Sie kann auch entscheiden, dass weitere Ermittlungen notwendig sind.Erachtet die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse für eine Klageerhebung als ausreichend, erhebt sie Anklage.

Mit dem Eröffnungsbeschluss leitet das Gericht das Hauptverfahren ein. Darin hat die Staatsanwaltschaft folgende Aufgaben:

Sie verliest die Anklageschrift.Während der Beweisaufnahme ist sie berechtigt, Fragen an Zeuginnen und Zeugen zu stellen und Beweise vorzubringen.Sie hält das Schlussplädoyer und stellt einen Antrag zum Urteil. Da Staatsanwältinnen und Staatsanwälte objektiv arbeiten, können sie auch den Freispruch der oder des Angeklagten fordern.

Am Ende der Verhandlung erlassen die Richterinnen und Richter das Urteil. Damit ist der Fall für die Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen:

Wenn sie mit dem Urteil nicht einverstanden sind, können Staatsanwältinnen beziehungsweise Staatsanwälte weitere Rechtsmittel nutzen und in Berufung gehen. Dann wird der Fall vor der nächsten Instanz verhandelt.Die Staatsanwaltschaft ist für die Überwachung der Strafvollstreckung zuständig, das heißt, sie achtet zum Beispiel darauf, ob Verurteilte ihre Haft antreten. Dabei werden die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte von Rechtspflegerinnen und Rechstpflegern unterstützt.

Ausbildung: Wer Staatsanwältin beziheungsweise Staatsanwalt werden will, muss Jura studiert und einen zweijährigen Vorbereitungsdienst absolviert haben. Nur wer die beiden juristischen Staatsexamen überdurchschnittlich gut abgeschlossen hat, hat in der Regel eine Chance auf Einstellung.

Zunächst durchläuft man als sogenannte Richterin auf Probe beziehungsweise Richter auf Probe die gleiche Laufbahn wie Richterinnen und Richter. Nach drei bis fünf Jahren kann man dann zur Staatsanwältin beziehungsweise zum Staatsanwalt auf Lebenszeit ernannt werden. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind – anders als Richterinnen und Richter – Beamte.

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Wann kommt der Staatsanwalt?

Was macht ein Staatsanwalt? Die Staatsanwaltschaft kommt immer dann ins Spiel, wenn es um Straftaten bzw. potentielle Straftaten geht, wie beispielsweise Diebstähle, Verkehrsdelikte, Sexualstraftaten, Tötungsdelikte oder ähnliches. Erlangt sie Kenntnis von verdachtsbegründenden Tatsachen und Umständen, wird von Seiten der Staatsanwaltschaft ermittelt,

Welche Fragen stellt der Staatsanwalt?

Der Staatsanwalt stellt dem Angeklagten Fragen, was passiert ist. Der Angeklagte hat einen Anwalt. Manchmal antwortet nur der Anwalt. Statt Anwalt kann man auch Verteidiger sagen.

Wer ist der Vorgesetzte eines Staatsanwalts?

Weisungsrecht – Die Staatsanwaltschaft ist als Organ der Exekutive von den Gerichten unabhängig und den Richtern weder übergeordnet noch unterstellt. Sie ist, im Gegensatz zu den Gerichten, mit Beamten besetzt und hierarchisch gegliedert. An ihrer Spitze steht auf Landesebene an den Landgerichten ein Leitender Oberstaatsanwalt,

  1. Die Leitenden Oberstaatsanwälte der einzelnen Staatsanwaltschaften sind einem Generalstaatsanwalt an den Oberlandesgerichten unterstellt.
  2. Für die Dienstaufsicht und sämtliche Verwaltungsangelegenheiten im Bereich der Staatsanwaltschaften ist der jeweilige Landesjustizminister zuständig.
  3. Innerhalb dieser Hierarchie bestehen von unten nach oben Berichtspflichten sowie von oben nach unten Weisungsbefugnisse,

Dabei ist der Weisungsgebende nicht an die Schriftform gebunden. Die unterschiedlichen Auffassungen zum Umfang des Weisungsrechts sind bei der Entlassung von Generalbundesanwalt Harald Range erneut deutlich geworden. Auf Bundesebene besteht die Bundesanwaltschaft.

Wie viele Staatsanwälte gibt es in Deutschland?

Die Zahl der Richterinnen und Richter bei den Bundesgerichten beträgt 439; die Zahl der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beim Generalbundesanwalt beträgt 104.

Wie nennt man einen Staatsanwalt noch?

Organisation – Die Organisation der Staatsanwaltschaft liegt in der Kompetenz der Kantone. Neben der Bezeichnung Staatsanwalt kommt etwa auch der Begriff Prokurator vor (so zum Beispiel in den Kantonen Genf und Bern ). Anstellung oder Wahl sowie Entlöhnung werden durch die jeweiligen Kantone geregelt.

Wie lange dauert ein Jura Studium in Deutschland?

Was erwartet mich im Jura Studium? – Der Verlauf des Jura Studiums unterscheidet sich je nach Studienabschluss erheblich. Möchtest Du das Staatsexamen absolvieren, dauert Dein Studium 9 Semester bis zur ersten juristischen Prüfung, auch 1. Staatsexamen genannt.

In welchen Fächern muss ich gut sein um Anwältin zu werden?

Wie werde ich Staatsanwalt/Staatsanwältin? – Es gibt im engen Sinne keine gesonderte Ausbildung zum/zur Staatsanwalt/Staatsanwältin. In Deutschland kannst du nur Staatsanwalt/Staatsanwältin werden, wenn du Jurist/in bist und zuvor Rechtswissenschaften studierst hast.

Außerdem musst du die Befähigung zum Richteramt und zum höheren allgemeinen Verwaltungsdienst haben. In Österreich dürfen nur Richter/innen oder ehemalige Richter/innen zum/zur Staatsanwalt/Staatsanwältin ernannt werden. Einer solchen Ernennung geht immer eine öffentliche Ausschreibung einer zu besetzenden Stelle voraus.

Um in der Schweiz als Staatsanwalt/Staatsanwältin arbeiten zu dürfen, ist in der Regel ein Abschluss in Rechtswissenschaft Voraussetzung, in manchen Kantonen zudem das Anwaltspatent.

Was hat der Angeklagte für eine Aufgabe?

Angeklagter ist im deutschen Strafverfahrensrecht der Beschuldigte oder Angeschuldigte, gegen den die Eröffnung des Hauptverfahrens beschlossen ist ( § 157 StPO). Die Ermittlungstätigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft im Vorverfahren richtet sich gegen den Beschuldigten ( § 163a StPO).

  • Zur Begründung der Beschuldigteneigenschaft bedarf es eines objektiven Anfangsverdachts,
  • Der Beschuldigte hat jederzeit das Recht auf den Beistand durch einen Verteidiger ( § 137 StPO).
  • Bieten die Ermittlungen genügenden Anlass zur Erhebung der öffentlichen Klage, so erhebt die Staatsanwaltschaft sie durch Einreichung einer Anklageschrift bei dem zuständigen Gericht ( § 170 Abs.1 StPO).

Das Gericht beschließt die Eröffnung des Hauptverfahrens, wenn nach den Ergebnissen des vorbereitenden Verfahrens der Angeschuldigte einer Straftat hinreichend verdächtig erscheint ( § 203 StPO). Der Beschluss über die Eröffnung des Hauptverfahrens ist dem Angeklagten spätestens mit der Ladung zuzustellen ( § 215 StPO).

Gegen einen ausgebliebenen Angeklagten findet eine Hauptverhandlung grundsätzlich nicht statt ( § 230 Abs.1 StPO). Der Angeklagte hat das Recht zu schweigen. Aufgrund des Nemo-tenetur-Grundsatzes dürfen aus dem Schweigen des Angeklagten keinerlei negative Schlüsse gezogen werden. Der Angeklagte wird zur Hauptverhandlung geladen und muss sein Ausbleiben grundsätzlich genügend entschuldigen.

Andernfalls kann er verhaftet und vorgeführt werden ( § 216 StPO). In der Hauptverhandlung können auch der gesetzliche Vertreter, der Ehegatte oder der Lebenspartner Beistand des Angeklagten sein ( § 149 StPO). Sie sind auf Verlangen zu hören. Im Vorverfahren unterliegt die Zulassung solcher Beistände dem richterlichen Ermessen,

Welche Rechte hat der Angeklagte vor Gericht?

Jeder Angeklagte hat ein sich aus dem Grundgesetz ergebendes Recht dar- auf, sich umfassend zu den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen äußern zu können. Der Angeklagte kann dabei nicht nur den Zeugen selbst Fragen stellen, sondern auch das Er- gebnis der Zeugenvernehmung gegenüber dem Gericht würdigen.

Was ist Erster Staatsanwalt?

Der Erste Staatsanwalt gehört zur Staatsanwaltschaft und übt seine Funktion unter der Leitung des Prokurators des Königs aus. Der Prokurator des Königs, seine Ersten Staatsanwälte und Staatsanwälte treten vor dem Gericht Erster Instanz, Polizeigericht und Unternehmensgericht auf. Gemeinsam bilden Sie die Staatsanwaltschaft.

Wo ermittelt Der Staatsanwalt?

Handlung – Die Serie spielt in, Bernd Reuther kehrt dorthin von Berlin zurück, wo er die letzten Jahre als Oberstaatsanwalt gearbeitet hat. Zehn Jahre ist es her, dass er einen Unfall verursacht hat, bei dem eine Frau getötet und seine eigene Ehefrau schwer verletzt wurde.

  1. Sie lebt seitdem in einem Heim.
  2. In der dritten Episode wird sie bei einem Brandanschlag ermordet.
  3. Reuther ermittelt bis zur Folge 7.2 zusammen mit seinem Sohn, Kriminalhauptkommissar Thomas Reuther.
  4. Zum Team gehören seit Beginn die Kriminalhauptkommissarin Kerstin Klar, die im weiteren Verlauf die Ehefrau Thomas Reuthers wird, und ab der Folge 7.3 Kriminalhauptkommissar Christian Schubert.

Die Eheleute Reuther/Klar leben im späteren Verlauf der Folgen in Scheidung, ohne dass im Handlungsablauf der vorausgehenden Episoden ein Zerwürfnis erkennbar war. Thomas Reuther zieht sodann nach, Laut zdf.de soll Thomas Reuther während einer Ermittlung eine Affäre mit einer kriminellen Zeugin eingegangen sein, woraufhin seine Frau sich von ihm getrennt habe.

Nach seinem Wegzug bricht der Kontakt zu seinem Vater Bernd Reuther und seiner Exfrau Kerstin ab. Die Folgen selbst geben keine Erklärung und zeigen auch keine Entfremdung zwischen dem Ehepaar. Der Wechsel mit seinem Nachfolger Kriminalhauptkommissar Christian Schubert wird abrupt vollzogen. In der Folge 15.2 „Rot wie Blut” wird Schubert angeschossen und entscheidet daraufhin, auch in Anbetracht dessen, dass er bald Vater wird, den Außendienst zu verlassen und in die Verwaltung zu wechseln.

Sein Nachfolger wird Oberkommissar Max Fischer. Fischer stirbt in Folge 18.1 „Kontrollverlust”, als er versucht, eine Angreiferin zu entwaffnen. Oberstaatsanwalt Reuther ist immer nur für den aktuellen Fall zuständig und ermittelt immer wieder auch persönlich, indem er z.B., ohne die betroffenen Polizeibeamten zu involvieren, vor Ort Zeugen befragt.

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Wie geht es mit dem Staatsanwalt weiter?

“Der Staatsanwalt”: Nach letzter Folge mit neuen Kommissaren – wie geht es weiter? Am Freitag muss “Der Staatsanwalt” mit seinem neuen Team den Tod eines Rechtsreferendars klären. Wie geht es nach dem Staffelfinale weiter? Der erste Fall der neuen “Der Staatsanwalt”-Staffel endete tragisch.

Bei der Klärung des Mordes am Chefbuchhalter eines Wiesbadener Start-up-Unternehmens starb Oberkommissar Max Fischer durch die Kugel einer verzweifelten Mutter. Seinen Platz an der Seite von Kerstin Klar nahm Julia Schröder ein. Als auch Klar nach dem Tod ihres Kollegen den Dienst quittierte, stellte sie selbst ihren Nachfolger vor: Oberkommissar Alexander Witte.

Um Freitag, 3.3., läuft die letzte Folge der Staffel mit dem neu zusammengestellten Team. Geht es im kommenden Jahr weiter? Nicht ganz unberechtigt die Frage, schließlich trennt sich das ZDF immer wieder von Formaten, die gut laufen. Kürzlich wurde bekannt, dass in diesem Jahr die jeweils letzte Staffel von “SOKO Hamburg” und “Letzte Spur Berlin” produziert werden. Erfolgreiche Serie im ZDF: “Notruf Hafenkante”. © © imago stock&people; Promipool Für die Serie um Bernd Reuther ist noch nichts derartiges bekannt. Im Gegenteil: Noch bis November laufen die Dreharbeiten zur 19. Staffel, Im Raum Wiesbaden entstehen acht neue Folgen der Freitagskrimireihe, die Anfang 2024 ausgestrahlt werden sollen.

Neben Rainer Hunold (73) stehen erneut Anika Baumann (43) und Jannik Mioducki als Kommissare, Heinrich Schafmeister (66) als Imbiss-Betreiber und Astrid Posner (48) als Rechtsmedizinerin vor der Kamera. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind den Darstellerwechsel mitgegangen. Auch wenn die Quoten leicht unter dem Vorjahr liegen, so sind Marktanteile von mehr als 20 Prozent immer noch sehr gut.

“Der Staatsanwalt”: Die vorerst letzte Folge läuft am Freitag, 3.3.,um 20.15 Uhr im ZDF und ist bereits in der abrufbar. In der kommenden Woche (10.3.) startet auf dem Sendeplatz die neue Staffel “Der Alte”, ebenfalls mit zwei Ausstiegen. : “Der Staatsanwalt”: Nach letzter Folge mit neuen Kommissaren – wie geht es weiter?

Wer ist der Oberste Staatsanwalt?

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof — GBA —
Staatliche Ebene Bund
Aufsichtsbehörde Bundesministerium der Justiz
Gründung 1950
Hauptsitz Karlsruhe, Baden-Württemberg
Behördenleitung Peter Frank
Bedienstete 300
Haushaltsvolumen 66,94 Mio. Euro (Soll 2021)
Netzauftritt generalbundesanwalt.de

Sitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (Abkürzung GBA ) ist in der Bundesrepublik Deutschland die Staatsanwaltschaft des Bundes und nimmt Aufgaben neben den Staatsanwaltschaften der Länder wahr.

Die vom Generalbundesanwalt geleitete Behörde trägt den gleichen Namen; in der Fachliteratur und in der Umgangssprache wird sie auch als Bundesanwaltschaft bezeichnet. Seit 2015 ist Peter Frank Leiter der Behörde. Ihm sind ein Stellvertretender Generalbundesanwalt sowie mehrere Bundesanwälte beim Bundesgerichtshof, Oberstaatsanwälte beim Bundesgerichtshof und Staatsanwälte beim Bundesgerichtshof zugeordnet.

Er verfügt über circa 300 Mitarbeiter, von denen etwa 110 dauerhaft als Bundesanwälte, Oberstaatsanwälte bzw. Staatsanwälte beim Bundesgerichtshof tätig sind. Darüber hinaus unterstützen 50 vorübergehend abgeordnete Staatsanwälte oder Richter aus den Ländern den GBA.

Der Generalbundesanwalt ist ein politischer Beamter, Er soll die kriminal- und sicherheitspolitischen Ansichten und Ziele der jeweils amtierenden Bundesregierung teilen und kann jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Er gehört der Exekutive an und untersteht der Dienstaufsicht des Bundesministers der Justiz (BMJ).

Der Generalbundesanwalt vertritt grundsätzlich die Anklage in allen Strafverfahren, die vor den Bundesgerichtshof kommen. Er hat außerdem eine Sonderzuständigkeit für eine Reihe von Staatsschutzdelikten, die gegen den Bund gerichtet sind oder in denen die mutmaßlichen Täter grenzüberschreitend handeln.

Was sollte man vor Gericht nicht sagen?

Muss man sich vor Gericht als Angeklagter „zur Sache einlassen”? – Außer den Angaben zur Identitätsfeststellung müssen Sie vor Gericht nichts sagen. Schweigen darf auch nicht zu Lasten des Angeklagten durch das Gericht gewertet werden. Hier wird jedoch deutlich, wie wichtig es ist, vor der Verhandlung mit einem Verteidiger eine Verhandlungsstrategie zu entwickeln.

Wie spricht man das Gericht an?

Hinweise für Zeugen “Hilfe, ich bin Zeuge!”, werden Sie vielleicht gedacht haben, als Sie die Ladung in den Händen hielten. Vielleicht auch: “Oh nein, an dem Tag habe ich doch schon etwas vor.” oder einfach “Muss das denn sein?”. Zeugin oder Zeuge sein, das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

Angst brauchen Sie davor nicht zu haben. Sie können aber auch nicht einfach unentschuldigt fernbleiben. Die nachfolgende Informationen über den Ablauf von Zeugenvernehmungen und über Ihre Rechte und Pflichten als Zeugin oder Zeuge vor Gericht werden Ihnen Ihre Fragen hierzu beantworten und können Ihnen helfen, eventuelle Unsicherheiten und Ängste abzubauen.

Sie sind wichtig! Die Gerichte müssen Fragen von großer Bedeutung entscheiden. Richterinnen und Richter müssen dabei Vorgänge beurteilen, bei denen sie nicht selbst dabei waren. Um herauszufinden, was sich tatsächlich zugetragen hat und Sachverhalte so genau wie möglich aufzuklären, ist das Gericht auf Beweismittel angewiesen.

Nur so kann das Gericht zu einem gerechten Urteil kommen. Die Zeugenaussage ist vor Gericht oft das wichtigste Beweismittel. Das gilt für den Zivilprozess ebenso wie für das Strafverfahren. “Ich hab’s genau gesehen!” Zeugen sind die Personen, die bei den Vorgängen, um die es geht, dabei waren, sie gesehen oder gehört haben.

Zeugin oder Zeuge kann jede oder jeder von uns werden, nämlich dann, wenn man etwas miterlebt hat, das in einem gerichtlichen Verfahren von Bedeutung sein kann. Andererseits kann man selbst auch einmal auf die Aussage einer Zeugin oder eines Zeugen angewiesen sein.

Ihre Aufgabe ist im Grunde ganz einfach: Sie berichten lediglich, was Sie über den Vorfall, um den es geht, wissen und beantworten anschließend – soweit dies erforderlich sein sollte – ergänzende Fragen. Verschweigen Sie dabei nichts, aber fügen Sie auch nichts hinzu. Es geht nicht darum, das Erlebte zu bewerten.

Sagen Sie dem Gericht deutlich, wenn Sie sich nicht mehr genau an den Vorgang erinnern können. Besitzen Sie Aufzeichnungen, mit deren Hilfe Sie den Vorgang genauer darstellen können, so bringen Sie diese Aufzeichnungen bitte mit. Sie ersparen damit dem Gericht zusätzliche Arbeit und sich selbst möglicherweise eine erneute Vernehmung.

  • Sie haben als Zeugin oder Zeuge eine verantwortungsvolle Aufgabe.
  • Sie sollen dem Gericht helfen, gerecht zu entscheiden! Erscheinen ist Pflicht! Nach dem Gesetz ist jeder verpflichtet, als Zeuge vor Gericht zu erscheinen.
  • Sie müssen also auch dann hingehen, wenn Sie meinen, nichts oder nichts Wichtiges aussagen zu können, oder glauben, sich an den Vorfall nicht mehr erinnern zu können.

Das gilt auch dann, wenn Sie schon woanders, beispielsweise bei der Polizei, zur selben Sache ausgesagt haben. Das wird nicht gemacht, um Sie zu ärgern. Es ist einfach wichtig, dass die Richterin oder der Richter alles noch einmal von Ihnen ganz direkt hört, um sich ein eigenes Bild zu machen.

  1. Grundsätzlich sind Sie auch zum Erscheinen verpflichtet, wenn Ihnen ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht.
  2. Sie müssen nur dann nicht vor Gericht erscheinen, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt.
  3. Dies kann z.B.
  4. Eine Erkrankung sein, die sie am Erscheinen vor Gericht hindert.
  5. Ein dringender Grund liegt normalerweise vor, wenn Sie gleichzeitig berufliche oder private Verpflichtungen haben.

Überspitzt gesagt: Eine Einladung zum Kaffeetrinken ist kein Grund, nicht zu kommen! Wichtig ist, dass Sie dem Gericht mitteilen, wenn Sie glauben, aus irgendeinem wichtigen Grund nicht kommen zu können. Tun Sie das schnellstmöglich! Am Besten teilen Sie schriftlich– ggf.

per Fax – mit, dass Sie nicht erscheinen können und nennen den Grund hierfür. Vergessen Sie dabei bitte nicht die Angabe des auf der Ladung stehenden Geschäftszeichens. Soweit möglich sollten Sie auch entsprechende Belege, z.B. eine ärztliche Bescheinigung, aus der hervorgeht, dass Sie nicht verhandlungs- oder reisefähig sind, beifügen.

Oder rufen Sie an. Gleiches gilt, wenn Sie von einem Ihnen zustehenden Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wollen. Das Gericht wird dann eventuell eine Abladung prüfen. Übrigens sollten Sie das Gericht auch informieren, wenn Sie von einem weiter entfernten Ort als in der Ladung angegeben anreisen, damit Sie bei der Kostenerstattung keine Probleme bekommen.

  • Erhalten Sie auf Ihre Mitteilung hin keine anderslautende Nachricht, gilt die Ladung in vollem Umfang weiter.
  • Im Zweifel: Lieber noch einmal telefonisch erkundigen! Da es immer wieder vorkommt, dass Zeuginnen oder Zeugen nicht zu einem festgesetzten Termin erscheinen, sollten Sie sich Folgendes vor Augen halten: Der Termin gilt für alle Beteiligten, also für Angeklagte, die Parteien, Richterinnen und Richter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Sachverständige und weitere Zeuginnen oder Zeugen.

Sofern Sie Ihr Ausbleiben nicht umgehend und nicht genügend entschuldigen, müssen Sie mit erheblichen finanziellen Nachteilen rechnen. Zunächst einmal muss das Gericht Ihnen die durch Ihr Fernbleiben verursachten Kosten auferlegen. Wenn z.B. Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte bzw.

  • Sachverständige beteiligt sind, können diese Kosten beträchtlich sein.
  • Daneben müssen Sie noch mit einem Ordnungsgeld rechnen.
  • Auch kann unter Umständen die zwangsweise Vorführung vor dem Gericht angeordnet werden.
  • Der Zeugenpflicht kann man sich also letztlich nicht entziehen.
  • Es ist auch wichtig, dass Sie pünktlich kommen.

Bitte planen Sie deshalb Verzögerungen im Straßenverkehr oder bei der Parkplatzsuche mit ein. Rechnen Sie auch damit, dass Sie ein wenig Zeit brauchen, um den richtigen Gerichtssaal zu finden. Und so läuft die Gerichtsverhandlung ab: Die Uhrzeit und der Gerichtssaal sind in Ihrer Ladung angegeben.

  • Um festzustellen, ob alle geladenen Prozessbeteiligten – also auch die Zeugen – erschienen sind, ruft das Gericht regelmäßig vorab alle in der betreffenden Sache erschienenen Personen in den Sitzungssaal.
  • Das Gericht” kann eine einzige Richterin oder ein einziger Richter sein.
  • Es kann sich aber auch aus mehreren Richterinnen und Richtern zusammensetzen.

Vielleicht sind auch noch Schöffinnen oder Schöffen dabei. Das ist aber kein Grund, sich verunsichern zu lassen. Es kann sein, dass das Gericht bereits jetzt alle Zeugen gemeinsam auf ihre Pflichten hinweist. Juristisch heißt das “Zeugenbelehrung”. Diese Belehrung ist vom Gesetz vorgeschrieben.

Sie müssen die Wahrheit sagen. Lassen Sie nichts weg und sagen Sie nichts Ausgedachtes. Wichtig ist, was Sie tatsächlich wissen, nicht, was Sie von dem Vorfall halten oder wie Sie ihn beurteilen.
Überlegen Sie sich bitte sorgfältig, was Sie wirklich noch sicher wissen. Wenn Sie sich nicht mehr sicher sind, dann sagen Sie das. Füllen Sie Lücken nicht mit Aussagen, die über das, was Sie tatsächlich wissen, hinausgehen. Lassen Sie aber diesen Komplex nicht gleich ganz weg. Sagen Sie auch deutlich, wenn sie Dinge nicht selbst gesehen, sondern nur von Dritten gehört haben.
Wenn Sie lügen, machen Sie sich strafbar. Aber auch wenn Sie nachlässig etwas Falsches aussagen und darauf vereidigt werden, können Sie sich strafbar machen (siehe unte
Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, dann fragen Sie das Gericht! Zur Aufregung besteht überhaupt kein Anlass. Sie können – wenn Sie die Wahrheit sagen – nichts verkehrt machen.

Wie redet man eine Richterin oder einen Richter eigentlich an? Am besten sagen Sie: “Frau Richterin”, “Herr Richter”, oder “Frau Vorsitzende” oder “Herr Vorsitzender”. Nach der Belehrung werden Sie meist gebeten, vor dem Gerichtssaal zu warten. Sie müssen hinausgehen, damit Sie von dem, was die anderen sagen, nicht beeinflusst werden.

Die Richterin oder der Richter wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie ungefähr warten müssen. Bitte haben Sie Verständnis, falls Sie längere Zeit warten müssen! Auch wenn das für Sie nicht angenehm und im Regelfall anders geplant ist. Der Verlauf der Verhandlung ist nun einmal nicht bis ins Kleinste planbar.

Vielleicht bringen Sie sich ein Buch oder eine Zeitschrift mit, um eine etwaige Wartezeit zu überbrücken. Sie sind dran! Wenn Sie in den Saal gebeten werden, kann es sein, dass die Richterin oder der Richter Sie noch einmal ganz persönlich über Ihre Pflichten als Zeugin oder Zeuge belehrt.

Auch das ist kein Ausdruck von Misstrauen! Sie werden dann zuerst nach Ihrem Namen, Ihrem Alter, Ihrem Beruf und nach Ihrem Wohnort gefragt, manchmal auch nach Ihrem Familienstand. Auf diese Fragen müssen Sie in jedem Fall antworten. (Ausnahme, und zum Glück selten: Wenn Sie fürchten, dass Sie bei Angabe Ihres Wohnortes gefährdet sind, kann das Gericht Ihnen gestatten, dass Sie diese Angabe verschweigen.

Sagen Sie es dem Gericht bitte gleich, wenn Sie solche Befürchtungen haben!) Verwandt oder verschwägert? In einem Strafprozess werden Sie dann gefragt, ob Sie mit der oder dem Angeklagten “verwandt oder verschwägert” sind. Im Zivilprozess fragt man Sie, ob Sie mit einer der Prozessparteien “verwandt oder verschwägert” sind.

Bitte benennen Sie gegebenenfalls das Verhältnis. Warum fragt man Sie das eigentlich? Weil Ihnen bei nahen Verwandten, Ehegatten – selbst wenn die Ehe nicht mehr besteht – und anderen angeheirateten Angehörigen ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht. Dies gilt auch zwischen Verlobten und Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, nicht aber für die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft.

Wenn Sie ein solches Zeugnisverweigerungsrecht haben, weist Sie das Gericht darauf besonders hin. Nach diesem Hinweis fragt dann die Richterin oder der Richter Sie, ob Sie trotzdem aussagen wollen, obwohl Sie das nicht müssten,. Bitte überlegen Sie sich Ihre Entscheidung sehr sorgfältig.

Wenn Sie nämlich aussagen, müssen Sie auch als Angehöriger unbedingt bei der Wahrheit bleiben! Auch wenn es bei dem Prozess nicht um Ihre Angehörigen geht, gibt es Gründe, das Zeugnis teilweise zu verweigern: Wenn Sie sich durch Ihre Aussage selbst einer Straftat bezichtigen müssten, dürfen Sie schweigen.

Sie können dann zwar nicht die ganze Aussage verweigern. Aber die entsprechenden Fragen müssen Sie nicht beantworten. Dies gilt auch, wenn Sie etwa eine Ordnungswidrigkeit zugeben müssten. Und dasselbe Recht zu schweigen haben Sie schließlich auch, wenn Sie durch Ihre Aussage zwar nicht sich selbst, aber einen nahen Angehörigen (wie bei dem Zeugnisverweigerungsrecht) belasten würden.

Ihnen oder einem Angehörigen “zur Unehre gereichen” würde, also etwa, wenn Sie einen Ehebruch zugeben müssten,
Ihnen einen unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden zufügen würde, also etwa, wenn dann ein Ihnen günstiger Kauf angefochten werden könnte,
dazu führen würde, dass Sie ein Betriebsgeheimnis verraten müssten.

In diesen Fällen, müssen Sie aber angeben, warum Sie zu bestimmten Fragen nicht aussagen. Falsche Angaben dürfen Sie auch auf solche Fragen nicht machen. Im Strafverfahren haben Sie zum Schutz Ihrer Privatsphäre oder von Betriebsgeheimnissen unter Umständen ein Recht auf Ausschluss der Öffentlichkeit.

Auch Angehörige einiger Berufsgruppen haben ein eingeschränktes Zeugnisverweigerungs -recht. Hierzu gehören beispielsweise Ärztinnen und Ärzte, Geistliche oder Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. “Dann erzählen Sie mal,,” Die Richterin oder der Richter wird Sie nun auffordern, zunächst im Zusammenhang zu berichten, was Sie von der Sache wissen.

Danach werden Ihnen meistens ergänzende Fragen gestellt. Alle Verfahrensbeteiligten haben ein Fragerecht. Das, was Sie sagen, ist vielleicht für den einen oder anderen Verfahrensbeteiligten nachteilig. Es kann deswegen sein, dass man versucht, Ihre Aussage zu erschüttern, oder Sie – bildlich gesprochen – “in die Zange nimmt”.

  • Das geht manchmal nicht ohne Schärfe.
  • Da können Ihnen Teile früherer Aussagen aus den Akten vorgelesen werden und man versucht, Widersprüche herauszufinden.
  • Auch dies muss aber kein Ausdruck des Misstrauens Ihnen gegenüber sein.
  • Sie erhalten jedenfalls Gelegenheit, vermeintliche Widersprüche aufzuklären oder – frühere oder jetzige – Angaben richtig zu stellen.
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Oder ein Beteiligter könnte Ihnen erklären, dass er Ihnen nicht glaubt. Bleiben Sie ruhig und gelassen. Denn wenn Sie bei der Wahrheit geblieben sind, haben Sie nichts zu befürchten! Beleidigen lassen müssen Sie sich jedenfalls nicht! Das Gericht ist auch dazu da, Sie zu schützen.

Wenn Sie im Zweifel sind: Fragen Sie die Richterin oder den Richter, ob Sie sich eine bestimmte Frage oder eine bestimmte Wortwahl gefallen lassen müssen. Fertig! Nachdem Sie Ihre Aussage gemacht haben, werden Sie in der Regel als Zeugin oder Zeuge vom Gericht entlassen. Manchmal kann es sein, dass noch abgewartet wird, ob sich aufgrund weiterer Aussagen Rückfragen ergeben.

Das Gericht wird Sie dann bitten, noch zu warten. Wenn Sie als Zeugin oder Zeuge entlassen worden sind, können Sie das Gericht verlassen oder aber – wenn Sie der Ausgang des Verfahrens interessiert – auf den Zuschauerplätzen im Saal den weiteren Verlauf beobachten.

“Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit” Sie sind schon vom Gericht darüber belehrt worden: Lügen vor Gericht ist strafbar! Dem, der vorsätzlich etwas Falsches ausgesagt hat, droht Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Das gilt übrigens auch bei falschen Angaben zur Person. Das Delikt heißt “Falsche uneidliche Aussage”.

Ein Grund mehr, unbedingt bei der Wahrheit zu bleiben! Bedenken Sie, dass “Gefälligkeitsaussagen” für Freunde oder Bekannte schwere Folgen nach sich ziehen können! Dem, der eine falsche Aussage gemacht hat, bleibt übrigens ein Ausweg: Die Berichtigung der falschen Aussage.

  • Wenn er rechtzeitig bei einem Gericht, bei einem Staatsanwalt oder bei einer Polizeibehörde die Wahrheit zugibt, kann er milder oder gar nicht bestraft werden.
  • Ich schwöre!” Es kann sein, dass Sie schwören müssen, die Wahrheit gesagt zu haben.
  • In einem Zivilprozess ist das eher selten, im Strafprozess häufiger der Fall.

Wenn das Gericht beschließt, dass Sie vereidigt werden sollen, müssen Sie, nachdem alle Personen im Sitzungssaal aufgestanden sind, nach Ihrer Aussage die rechte Hand erheben und die Eidesformel sprechen. Die Richterin oder der Richter spricht sie Ihnen vor.

Jetzt ist nicht nur das (vorsätzliche) Lügen, sondern auch eine Falschaussage aus Nachlässigkeit strafbar. Das Strafgesetzbuch nennt das “Fahrlässiger Falscheid”.
Beim vorsätzlichen Lügen wird die angedrohte Strafe erhöht, und zwar erheblich: Für den Meineid, der ein Verbrechen ist, droht eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren.

Die oben beschriebenen Möglichkeiten zur Berichtigung bestehen aber auch, wenn die Aussage beschworen worden ist. Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt als Beistand Sie können sich als Zeugin oder als Zeuge eine eigene Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt nehmen.

  1. Sie oder er darf Sie im Hinblick auf Ihre Aussage beraten.
  2. Ihre Aussage müssen Sie aber in jedem Fall selbst machen.
  3. Dabei kann Sie keine Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt vertreten, weil es ja nur auf Ihre Erinnerung ankommt.
  4. Die Kosten hierfür müssen Sie allerdings normalerweise selbst tragen.
  5. Wenn Sie selbst Tatopfer sind,

Es ist sicherlich besonders unangenehm für Sie, als Zeuge auszusagen, wenn Sie selbst Opfer einer Straftat geworden sind. Für Tatopfer – das Gesetz nennt sie “Verletzte” – bestehen deshalb mehr Rechte. Über diese Rechte informiert Sie das Bundesjustizministerium in einer besonderen Broschüre, der Opferfibel.

  1. Die Broschüre ist auch im Internet unter www.bmj.bund.de veröffentlicht oder kann dort bestellt werden.
  2. Auf Anfrage wird man Ihnen beim Gericht die Adressen weiterer Opferhilfeeinrichtungen nennen, an die Sie sich wenden können.
  3. Wie werden Sie für Ihren Aufwand entschädigt? Alle vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft herangezogenen Zeuginnen und Zeugen haben einen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall und auf Ersatz der Auslagen.

Der Anspruch erlischt, wenn Sie nicht innerhalb von drei Monaten einen entsprechenden Antrag stellen oder wenn Sie auf Entschädigung verzichten. Auf der Rückseite Ihrer Ladung stehen genauere Angaben über

die Erstattung von Fahrtkosten,
den Ersatz von Verdienstausfall und
die Erstattung der sonstigen Auslagen.

Wenn Sie dazu noch Fragen haben: Sie können sich jederzeit bei dem Gericht telefonisch oder persönlich erkundigen. Lassen Sie sich von der Telefonzentrale mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter verbinden, die oder der für die Erstattung der Zeugenauslagen zuständig ist.

  • Diese werden Ihre Fragen beantworten.
  • Zum Schluss Sie haben als Zeugin oder Zeuge eine verantwortungsvolle und manchmal auch unangenehme, unbequeme und mühevolle Aufgabe.
  • Das Bewusstsein, an einem gerechten Urteil mitgewirkt zu haben, kann manchmal ein Lohn für Ihre Mühe sein.
  • Haben Sie noch weitere Fragen? Wenden Sie sich einfach an das Gericht.

Man wird Ihnen dort gerne weiterhelfen.

Herausgeber Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Am Waterlooplatz 1 30169 Hannover

: Hinweise für Zeugen

Kann mein Anwalt vor Gericht für mich sprechen?

Der Mandant im Termin – Schon beim Warten vor dem Gerichtssaal kann Vorsicht geboten sein. Ein nettes Gespräch mit dem gegnerischen Anwalt mag die Atmosphäre auflockern, manchmal führt es aber dazu, dass der gegnerische Kollege vom Mandanten als zu freundlich und harmlos wahrgenommen wird.

Im Gerichtssaal achte ich dann darauf, dass der Mandant den Platz bekommt, der am weitesten vom gegnerischen Anwalt und vom Gericht entfernt ist. Stellt das Gericht dem Mandanten dann Fragen zur Sachverhaltsaufklärung, können diese schon mal einem inquisitorischen Verhör gleichen. Grundsätzlich darf das Gericht natürlich alles fragen, wenn irgendein Bezug zum Sachverhalt besteht.

Es darf auch den Mandanten direkt ansprechen. Ein entsprechendes Recht des Gegners oder des gegnerischen Anwalts gibt es bei einer informatorischen Anhörung dagegen nicht. Dafür bedarf es einer besonders angeordneten Parteieinvernahme. Beginnt der gegnerische Anwalt, den eigenen Mandanten direkt zu befragen, sollte das unterbunden werden.

  1. Man kann zwar nicht verhindern, dass er die Fragen dann über den Richter stellt, das kann der Fragestellung aber durchaus die Schärfe nehmen.
  2. Eine Beantwortung der Fragen des Richters kann der Mandant auch verweigern oder seinen Anwalt für sich sprechen lassen.
  3. Es ist auch nicht verboten, wenn der Anwalt das Wort ergreift.

Das kann zwar unhöflich sein, aber den Mandanten auch vor unbedachten Äußerungen schützen. Das Gericht kann diese Umstände im Rahmen der freien Beweiswürdigung gemäß § 286 ZPO berücksichtigen. Doch das, was nicht gesagt wurde, kann auch nicht zum Nachteil des Mandanten verwendet werden.

Was für ein Notendurchschnitt braucht man um Staatsanwalt zu werden?

2. Es gibt keine Staatsnote – Es gibt keine festgelegte Staatsnote und schon gar nicht von 9 Punkten. Was es gibt, sind Mindestnoten, die man für eine Bewerbung erreichen muss. Unter dieser Notengrenze schickt die Personalabteilung die Bewerbung ungesehen zurück, schon weil sie formal nicht passt. Wer gerade einmal die Mindestnote erreicht, sollte sich für eine Einstellung nicht allzu große Hoffnungen machen. Derzeit verlangt das Bayerische Justizministerium für eine eine Note im oberen Bereich von vollbefriedigend und für Richter und Staatsanwälte 8,0 Punkte. Strenger ist die Berliner Senatsverwaltung für Justiz: für Richter und Staatsanwälte mindestens 7,5 im Ersten Examen und 8,5 im Zweiten. Die Bayerische Steuerverwaltung, die jedes Jahr 30 – 40 Juristen einstellt, verlangt mindestens 7,5 Punkte im Zweiten. In Nordrhein-Westfalen hat man schon mit 7,0 Punkten Chancen. Es lohnt sich auch ein Blick auf Kommunen, die eigenständig Personal einstellen und vergleichbare Arbeitsbedingungen wie der Staat bieten. Die Stadt München beispielsweise verlangt im Zweiten Examen mindestens 8 Punkte oder eine Platzziffer im ersten Drittel. Wenn es dafür nicht reicht, gibt es noch Spezialbereiche: z.B. eine Karriere im Justizvollzug in Richtung Leitung eines Gefängnisses. Dafür kommt es nicht in erster Linie auf Deine Fachkenntnisse an, sondern dass Du sozial kompetent und aufgeschlossen bist sowie Lust auf Führungsaufgaben hast. Entdecke spannende Arbeitgeber und attraktive Stellenangebote im Staatsdienst und bewirb Dich direkt mit nur einem Klick – Dein kostenloses TalentRocket Profil macht es möglich. Registriere Dich noch heute bei Deutschlands größter Karriereplattform für Jurist:innen! Jetzt kostenlos registrieren »

Die Personalabteilungen der Ministerien hüllen sich in Schweigen, wenn es darum geht, konkrete Einstellungsnoten zu nennen. Tatsächlich stehen die Grenznoten, bis zu denen eine Einstellung möglich ist, immer erst nach einem Einstellungstermin fest. Das Verfahren läuft so ab: Alle Bewerber/innen, die das Vorstellungsgespräch, das Strukturierte Interview oder ein Assessment Center überstanden haben, werden der Reihe nach entsprechend der Abschlussnoten gelistet. Entsprechend den freien Stellen erhalten die besten Bewerber/innen Zusagen. Erfahrene Personaler wissen natürlich, dass unter den besten Bewerbern/innen viele sind, die sich an mehreren Stellen bewerben und wieder absagen. Es werden so viele Zusagen in der Reihenfolge der Liste vergeben bis alle Stellen besetzt sind. Erst dann ist klar, dass der schlechteste Bewerber, der gerade noch zum Zug gekommen ist, die Einstellungsnote für diesen Termin bildet. Es gibt aber Erfahrungswerte, wie Dr. Leonhard Kathke zu berichten weiß. Er leitet das Personalreferat für die Steuerverwaltung am Bayerischen Finanzministerium: „Mit 8,5 Punkten geben wir Bewerbern in der Regel direkt eine Zusage, darunter erst, wenn sich der halbjährige Einstellungstermin dem Ende nähert.” Das bedeutet, je schlechter die Note, umso mehr Geduld braucht der Bewerber oder die Bewerberin. Es hängt von den Absagen der Besserplatzierten ab, ob sie noch reinrutschen. Diejenigen, die es nicht schaffen, haben im nächsten Halbjahr über die Warteliste wieder eine Chance – zumindest in der Steuerverwaltung. „Derzeit verlangt das Bayerische Justizministerium für eine Bewerbung als Notar eine Note im oberen Bereich von vollbefriedigend und für Richter und Staatsanwälte 8,0 Punkte.” Das Examen ist das Wichtigste. Es bleibt aber ein Hintertürchen. So können beispielsweise anwaltliche Berufserfahrung oder eine Promotion einen Bonus zu der Note bringen. Einen anderen Ansatz wählt das Bayerische Finanzministerium: Bewerber müssen in einem Strukturierten Interview Situationen verstehen und analysieren, die auf Führungskräfte zukommen könnten. Diese Art von Assessment Center ist ein k.o.-Kriterium für die Einstellung. Wer es nicht übersteht, hat trotz bester Noten keine Chance. „Wir suchen Führungskräfte, die über das juristische Fachwissen hinaus, auch Leitungskompetenz mitbringen”, begründet Dr. Kathke den Filter. Nur 15% der Examinanden schaffen es die Notengrenze von 9 Punkten zu durchbrechen und gehören damit zu den meistumworbenen Absolventen. Aber auch alle anderen haben gute Karrierechancen, denn schließlich können nicht diese 15% alle notwendigen Richter- und Staatsanwaltsposten ausfüllen und gleichzeitig die Büros der Großkanzleien füllen. Allein zahlenmäßig lässt sich dieser Mythos um die harte Notengrenze nicht aufrechterhalten. Trotzdem wird natürlich auf die Noten der Bewerber geschaut. Dabei gelten aber etliche Ausnahmeregeln und Erleichterungen, die es Bewerbern ohne doppeltes Vollbefriedigend möglich machen, in den persönlichen Traumberuf des Richters herein zu rutschen.

Wie viele Staatsanwälte gibt es in Deutschland?

Die Zahl der Richterinnen und Richter bei den Bundesgerichten beträgt 439; die Zahl der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beim Generalbundesanwalt beträgt 104.

Wie spricht man eine Staatsanwältin an?

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle einen Beitrag mit der Überschrift “Von der Schwierigkeit, einen Polizisten anzureden” veröffentlicht. Auf vielfachen Wunsch setze ich dieses Thema fort: Heute geht es um Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte. Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Zuletzt ist “Österreichisch für Anfänger” im Verlag Amalthea erschienen, ein heiteres Lexikon, illustriert von Martin Czapka. Ich beziehe die nachfolgenden Informationen von Dr. Alfred Waldstätten, er ist Hofrat des Verwaltungsgerichtshofes und Autor des beeindruckenden Buches “Staatliche Gerichte in Wien seit Maria Theresia”, erschienen 2011 im Innsbrucker “Studienverlag” und inzwischen ein wichtiges Nachschlage- werk für historisch interessierte Juristen.

Als bekannt darf ich voraussetzen, dass bei den Richtern Ende der 1970er Jahre eine titularische Sensation stattgefunden hat. Die Richter haben sich im Zuge einer Besoldungsreform die Titel Landesgerichtsrat, Oberlandesgerichtsrat, Senatsrat etc. wegverhandeln lassen. Seither gibt es nur noch Funktionsbezeichnungen wie “Richter des Landesgerichts”, “Vorsteher des Bezirksgerichts”, “Senatspräsident des Oberlandesgerichts”.

Die Titel sind also weg, da aber die Funktionsbezeichnungen schwer zu handhaben sind, lebt die Anrede “Herr Rat” als Kurzform für Landesgerichtsrat, Oberlandesgerichtsrat etc. weiter. Die weibliche Form heißt nicht “Frau Rätin”, sondern “Frau Rat”. Einen Staatsanwalt spricht man mit “Herr Staatsanwalt”, eine Staatsanwältin mit “Frau Staatsanwalt” an, aber es ist auch “Frau Staatsanwältin” zu hören.

  1. Die Präsidenten, Vizepräsidenten und Senatspräsidenten werden üblicherweise mit “Herr Präsident” oder “Frau Präsidentin” angesprochen.
  2. Erhalten geblieben ist der Hofrat.
  3. Trägt ein Richter oder Staatsanwalt diesen Berufstitel, so ist er so zu titulieren.
  4. Ob eine Richterin oder eine Staatsanwältin als “Frau Hofrätin” oder “Frau Hofrat” angesprochen werden soll, ist Geschmackssache.

Sie könnte auf “Hofrätin” Wert legen oder die weibliche Form als lächerlich empfinden. Hier ist Fingerspitzengefühl erforderlich. Waldstätten hat mich aufgeklärt, dass es den Titel Hofrat beim Obersten Gerichtshof und beim Verwaltungsgerichtshof gibt, allerdings nicht beim Verfassungsgerichtshof.

Die Mitglieder des Verfassungsgerichts sind als solche seit jeher keine Staatsbeamten. Außerdem hat mir mein Freund Alfred Plischnack, ein Bezirksrichter, erzählt, wie hin und wieder mit einer falschen Titelwahl kleine Giftpfeile abgeschossen werden. Da ein Rechtsanwalt zu einem Richter im Normalfall “Herr Rat” sagt, kann die Anrede “Herr Doktor” als despektierlich empfunden werden.

Der Richter kann sich damit rächen, dass er zum Rechtsanwalt nicht “Herr Doktor”, sondern “Herr Rechtsanwalt” sagt. Mit einem entsprechenden Tonfall unterlegt kann das bedeuten: “Sie sind zwar ein Anwalt des Rechts, haben aber vom Recht keine Ahnung.” Seit einiger Zeit kann man es auch mit einem Rechtsanwalt zu tun haben, der nicht ein Doktor, sondern ein Magister ist.

Was für Post bekommt man von der Staatsanwaltschaft?

Im Umschlag kann beispielsweise ein Bußgeldbescheid oder ein Strafbefehl sein. Vorgehen, wenn ein Brief (Strafbefehl oder Bußgeldbescheid) kommt: Auf Briefe von der Staatsanwaltschaft sollten Sie auf jeden Fall sofort bzw. innerhalb der 2-Wochen-Frist (beginnt mit dem Datum auf der Postzustellungsurkunde) reagieren.