Was Macht Ein Therapeut?

Was Macht Ein Therapeut
Welche Verfahren gibt es? – Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten.

Im folgenden finden Sie eine Auflistung und kurze Charakterisierung der am weitesten verbreiteten Psychotherapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit folgende 4 Verfahren erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die systemische Therapie (für Erwachsene), sowie die analytische Psychotherapie.

Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen.

  • So erlebt ein Patient beispielsweise im Falle einer Essstörung, dass schlanke Menschen dem Ideal entsprechen und seiner Wahrnehmung nach beliebter sind als andere.
  • Daraus können sich durch das Bestreben, diesem Ideal zu entsprechen und der Angst vor einer Gewichtszunahme, unangemessene Ernährungsgewohnheiten wie Anorexie oder Bulimie entwickeln.

Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt.
  • Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt.

Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts” und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.

Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt. Analytische Psychotherapie: Diese Therapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten dieser Psychotherapieart entwickelt, die jedoch in Ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren.

  1. Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen.
  2. Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie zu verarbeiten.
  3. Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung.

Häufig angewendete Methoden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche oftmals im Liegen statt. Der Psychotherapeut verhält sich neutral, um als Projektionsfläche für die Emotionen des Patienten dienen zu können, so sitzt er in Regel so, dass er für den Patienten nicht sichtbar ist.

Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann. Systemische Therapie: Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein.

Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d.h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen. Der Psychotherapeut wird zum einen versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und zum anderen mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Ein Beispiel für eine systemische Intervention ist die paradoxe Verschreibung. Hier wird der Patient aufgefordert, sein problematisches Verhalten beizubehalten statt zu bekämpfen, da es wichtig für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Familienstrukturen ist. Dadurch werden die einzelnen Familienmitglieder gezwungen, sich mit ihrem Beitrag und ihrer Reaktion auf das zentrale Problem auseinander zu setzen.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers: Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert” bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt.

  • Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt.
  • Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Variablen, die das Verhalten des Therapeuten beschreiben: Eine emphatische Haltung gegenüber dem Klienten, Echtheit des Psychotherapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme.

Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen. Gestalttherapie: Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen.

  1. Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt.
  2. Der Patienten wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert.

Der Psychotherapeut versucht, den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt”).

Wer ist wer? Psychotherapeut – Psychiater – Psychologe Drei Begriffe*), die immer wieder verwechselt werden, wenn Menschen bei seelischen Erkrankungen, Beschwerden und Störungen oder körperlichen und sozialen Problemen Hilfe suchen und überlegen, an wen sie sich am besten wenden. Unsere Begriffserklärungen sollen dabei helfen.

* Drei Begriffe – drei Berufsfelder. Psychotherapeut Ein Psychotherapeut übt Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe (“Psychologischer Psychotherapeut”), oder ein psychotherapeutisch tätiger Mediziner sein – beide dürfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandeln – oder ein Pädagoge, der für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut).

  • Alle drei haben zusätzlich zu ihrem “Grundberuf” eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen bzw.
  • Einen entsprechenden Facharzttitel erworben.
  • Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1.
  • Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz geregelt.
  • Das Gesetz schützt zugleich die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” strafrechtlich für diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Psychiater Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Der Psychiater hat Medizin studiert. In seinem Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln.

Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung zum Psychiater absolviert. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von Krankheiten des Geistes und der Seele erworben und gelernt, diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka.

Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen Psychiater (oder einen anderen Arzt), auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung (hier: Psychiater) z.B. die Zusatzbezeichnung “Psychotherapie” oder “Psychoanalyse” zu führen.

  1. Psychologe Hochschulabsolvent, der das Fach Psychologie studiert hat.
  2. Psychologen beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (z.B.
  3. Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern.
  4. Die Berufsbezeichnung “Psychologe” darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen.

Durch das akademische Studium, das mit dem Diplom oder Master abgeschlossen wird (Diplom-Psychologe oder Psychologe M.Sc.), erwirbt der Psychologe in den verschiedenen Gebieten der Psychologie wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und ein umfangreiches Wissen über menschliches Denken und Fühlen, Lernen und Verhalten und auch darüber, wie man menschliches Verhalten beeinflussen kann.

  1. Im Hauptstudium kann sich der Psychologe auf die Schwerpunke Klinische Psychologie und psychologische Behandlungsmethoden spezialisieren.
  2. Dabei erarbeitet sich der angehende Psychologe umfassende Kenntnisse über die seelisch-körperliche Gesundheit und Krankheit sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Psychotherapie.

Nach Abschluss des Psychologiestudiums kann der Psychologe eine dreijährige ganztägige oder eine fünfjährige berufsbegleitende psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die ihn für die eigenverantwortliche Ausübung der Psychotherapie qualifiziert.

Der so ausgebildete Psychologe erhält die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut Ein Psychologischer Psychotherapeut verwendet keine Medikamente. Sein Behandlungsansatz ist ein anderer. Er unterstützt den Patienten mit psychologischen Mitteln dabei, die psychische Erkrankung durch eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und/oder durch gezieltes Einüben neuer Verhaltensweisen zu überwinden.

Falls eine organische Erkrankung mitbehandelt werden muss, oder wenn bei einer psychischen Erkrankung eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Therapie notwendig ist, arbeitet der Psychologische Psychotherapeut mit Ärzten zusammen.

Was ist die Aufgabe von einem Therapeuten?

Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren zur Diagnostik und Behandlung psychischer, psychosozialer oder auch psychosomatisch bedingter Leidenszustände und krankheitswertiger Störungen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden. Zweck der Psychotherapie ist es, seelisches Leid zu lindern oder zu heilen, in Lebenskrisen zu helfen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern sowie die Reifung, persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern.

Was ist der Unterschied zwischen Psychologen und Therapeut?

Ein Psychologe hat Psychologie studiert. Psychotherapeuten, die gesetzlich Versicherte behandeln wollen, müssen seit 2022 erst eine fünfjährige Weiterbildung abschließen. Ein Psychiater darf zur Behandlung auch Medikamente verschreiben, während ein psychologischer Psychotherapeut therapeutische Gespräche führt.

Wann sollte man zu einem Therapeuten gehen?

Schränken dich die Probleme im alltäglichen Leben ein? – Sobald du das Gefühl hast, dass deine Sorgen deinen Alltag bestimmen und du dadurch anhaltende Einschränkungen, wie zum Beispiel, Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsverlust oder Übellaunigkeit erfährst, kann eine Psychotherapie helfen.

Sind Therapeuten hilfreich?

Psychotherapien können depressive Symptome lindern und das Risiko für Rückfälle senken. Das können sie erreichen, indem sie beispielsweise helfen, mit negativen Gedanken oder Herausforderungen besser umzugehen. Zudem kann es erleichternd sein, die Ursachen der Beschwerden besser zu verstehen.

Wie spricht man mit einem Therapeuten?

Mythen über Psychotherapie: Was du wissen solltest –

  1. Ein:e Psychotherapeut:in wird dich nicht heilen, sondern er:sie unterstützt dich nur bei deiner Heilung. Das Prinzip einer Psychotherapie beruht auf der Hilfe zur Selbsthilfe. Daher darfst du nicht erwarten, dass dein:e Psychotherapeut:in dir einen Katalog an Lösungen präsentiert, aus dem du dann deine Lösung aussuchen kannst. Diese werdet ihr gemeinsam erarbeiten. Gute Psychotherapeut:innen halten sich mit Ratschlägen zurück, da diese schnell zur Abhängigkeit des:r Patient:in führen können. Lösungsansätze werden von Patient:innen besser angenommen, wenn sie selbst auf diese gekommen sind. Vielmehr sollte das Augenmerk darauf liegen, Verhaltensmuster aufzudecken, an denen man dann gemeinsam arbeitet. Das Ziel ist, gemeinsam Hilfsmittel und Möglichkeiten herauszuarbeiten, mit denen du die Krisenzeiten überwinden kannst.
  2. Man fühlt sich nicht sofort besser nach der Psychotherapie. Natürlich wünschen sich viele Klient:innen, dass direkt nach einer Sitzung ein Effekt zu spüren ist. Bis ein solches Erlebnis eintritt, ist es meist ein langer Weg, Denk daran, dass viele Erinnerungen und Erfahrungen besprochen und die dazugehörigen Gefühle aufgearbeitet werden müssen, um mögliche Muster zu erkennen und diese schlussendlich zu entwirren. Dieser Prozess kann viele Emotionen hervorrufen und auch mal dazu führen, dass sich manches für eine Zeit schwerer anfühlt. Psychotherapie ist nicht leicht und meistens unangenehm, was oft in medialen Darstellungen nicht so richtig rüberkommt.
  3. Psychotherapie wird nicht funktionieren, wenn du unrealistische Erwartungen hast, Das Setzen realistischer Ziele kann die Psychotherapie zu einem Erfolgserlebnis machen. Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen, Am schwierigsten ist es, alte Verhaltensweisen durch neue zu ersetzen, Dies braucht vor allem Zeit. Setz dich selbst nicht mit unrealistischen Erwartungen unter Druck. Gib dir die Zeit, die du brauchst und versuch wohlwollend und nicht zu streng mit dir umzugehen.
  4. Nicht jede:r passt zu jede:m: Psychotherapie setzt voraus, dass du dich mit deinem:r Psychotherapeut:in wohl fühlst. Gerade in einem derart intimen Setting wie der Psychotherapie ist es wichtig, dass du dich wohl fühlst. Hier sollst du immerhin offen, ehrlich und ohne Scham über dich selbst erzählen können. Ohne das Gefühl, sich sicher und wohl zu fühlen, kann es schwierig sein über belastende Themen zu sprechen, Ängste und Sorgen loszulassen oder neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Wenn du dich nicht wohl fühlst, ist es völlig in Ordnung, eine:n anderen Therapeut:in aufzusuchen, Lass dir aber auch hier etwas Zeit. Manchmal braucht es mehr als ein Gespräch, um zu wissen, dass du gut mit deinem:r Psychotherapeut:in arbeiten kannst. Grundsätzlich hast du mehrere probatorische Sitzungen, nach denen du entscheiden kannst, ob du dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst.

Wie viel kostet eine Therapie?

Psychotherapie Kosten: Diese Leistungen bezahlen Versicherungen 2019 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit knapp 9.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einer psychologischen Psychotherapie. Wie viele zudem von ärztlichen Psychotherapeuten behandelt wurden, ist unklar.

  1. Laut Bundes-Psychotherapeuten-Kammer suchen sich aber nur 20 Prozent der psychisch Kranken professionelle Hilfe.
  2. Das liegt nicht zuletzt an der Stigmatisierung der Psychotherapie, langen Wartezeiten und den Kosten.
  3. Inhaltsverzeichnis Die Kosten einer Psychotherapie orientieren sich an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten, die von der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer herausgegeben wird.

Die Preise variieren dabei zwischen 40 Euro bis 140 Euro – je nachdem, ob es sich um eine Einzel- oder Gruppenbehandlung handelt sowie je nach Behandlungsmethode und Sitzungsdauer, Kostenbeispiel Eine analytische psychotherapeutische Einzelsitzung kostet beispielsweise bei einer Dauer von 50 Minuten 92,50 Euro.

  • Genauso viel zahlen Patienten bei einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie.
  • Die Leistungen werden bei Notwendigkeit von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der behandelnde Therapeut eine Kassenzulassung hat.
  • Allerdings besteht eine Ausnahme zur Kostenerstattung, wenn sich die Beratung ausschließlich auf die Themen Erziehung, Ehe oder (Sexual-)Leben bezieht.

Ein reines Coaching wird nicht finanziert. Privatpatienten oder Menschen, die perspektivisch in die private Krankenversicherung wechseln, sollten genau darauf achten, ob und welche psychotherapeutischen Leistungen im jeweiligen Tarif aufgeführt sind,

Je nach Anbieter greifen Privatpatienten beispielsweise auf Online-Therapien mit ausgebildeten Psychotherapeuten zurück oder erhalten durch Kooperationen besonders schnell Zugang zu einem Therapieplatz. Nehmen sie die Leistungen von Kooperationspartnern in Anspruch, werden diese auch vom jeweiligen Versicherer übernommen.

Standard ist das aber keineswegs. Mit 55 Psychotherapeuten auf 100.000 Menschen sind Großstädte deutlich besser für die Behandlung psychisch Erkrankter gewappnet als ländliche Regionen. Obwohl es keinen signifikanten Unterschied bei der Anzahl psychischer Erkrankungen zwischen Stadt und Land gibt, ist die Abdeckung von 18-20 Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner auf dem Land deutlich geringer.

Psychologische Psychotherapeuten Hierbei schließt an das Studium der Psychologie eine Ausbildung an, in der auch Praxiserfahrungen in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtung gesammelt werden. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben und weder Überweisungen noch Krankschreibungen ausstellen. Ärztliche Psychotherapeuten Nach dem Medizinstudium erhalten ärztliche Psychotherapeuten ihre Approbation und werden Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychologie oder bilden sich zum psychologischen Psychotherapeuten weiter. Sie haben Befugnisse zur Ein- oder Überweisung, dürfen Rezepte ausstellen und Patienten krankschreiben. Leiden Patienten an psychischen Erkrankungen, die einer medikamentösen Behandlung bedarf, gehen sie zu einem Psychiater. Dieser therapiert Krankheitsbilder wie Schizophrenie oder Depressionen. Allerdings verfügt auch er über Kenntnisse psychotherapeutischer Verfahren, weshalb er nicht klar vom ärztlichen Psychotherapeuten getrennt werden kann. Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Lösen mentale Probleme körperliche Beschwerden aus oder bedingen diese, werden sie von Ärzten für psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandelt. Psychotherapeutisch tätige Ärzte Diese Ärzte kümmern sich um psychische Erkrankungen als Begleiterscheinung zu anderen Krankheitsbildern. Dazu zählen beispielsweise Frauen, die eine unterstützende Psychotherapie erhalten, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt sind.

Die Suche nach einem Therapeuten gestaltet sind in der Praxis sehr schwierig. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Stellen anlaufen, um einen passenden Therapeuten zu finden. Dazu zählen:

Gesetzliche KrankenkassenTerminservicestellen der Kassenärztlichen VereinigungPrivate KrankenversicherungenPsychosoziale BeratungsstellenPsychotherapeutenkammern des jeweiligen BundeslandsÄrztekammern der einzelnen BundesländerSozialpsychiatrische Dienste

Seit Beginn der Pandemie sind Isolation und Existenzangst ständige Begleiter. Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer hat deshalb 2020 diverse internationale Studien unter dem Aspekt betrachtet, welchen Einfluss Corona auf die psychische Gesundheit hat. Folgende Ergebnisse wurden festgestellt:

Erhöhte Angst- und Depressionswerte bei Covid-19-ErkranktenAnstieg von posttraumatischem Stress bei AngehörigenHöheres Risiko für Belastungsstörungen bei Ärzten und PflegepersonalVerstärkte Depressivität bei älteren Menschen über 70 sowie verschlechterter GesundheitszustandBeinahe doppelt so hohes Risiko für Verhaltensprobleme und Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen gegenüber der Vor-Corona-Zeit

Dauert die Krise weiter an, ist auch mit einer zunehmenden Verschlechterung der psychischen Gesundheit sowie einer erhöhten Selbstmordrate zu rechnen. Strukturen schaffen Menschen brauchen Struktur. Eine klare Einteilung des Tages, die zudem gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf integriert, kann psychosoziale Folgen reduzieren.

Auch die Kommunikation mit Freunden und Familie via Videochat hat positive Auswirkungen. Krankenversicherungen haben ihre digitalen Angebote in den letzten Jahren vorbildlich ausgebaut. So können Sportkurse, Coachings, aber auch psychotherapeutische Beratungen online durchgeführt werden. Vor allem während des Lockdowns, wenn Sportstudios geschlossen bleiben und der soziale Kontakt nochmals heruntergefahren werden muss, bieten die e-Services eine gelungene Alternative.

Der Blick auf die Homepage des jeweiligen Versicherers oder der Krankenkasse lohnt sich. Keine Antwort gefunden? Melden Sie sich bei uns! Manchmal sind die Fragen eben individueller, genau wie Ihr Leben. Wir helfen Ihnen gerne bei allem rund ums Thema Krankenversicherung.

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Wird eine Therapie von der Krankenkasse bezahlt?

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Psychotherapie? – Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die gesamten Kosten einer Psychotherapie, wenn eine seelische Erkrankung bzw. eine Störung „mit Krankheitswert” vorliegt. Beispiele hierfür sind Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen,

Auch bei schweren körperlichen Erkrankungen, die zu einem hohen seelischen Leidensdruck führen, kann eine psychotherapeutische Begleitung angezeigt sein. Hier ist eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ebenfalls möglich. Ob eine seelische Erkrankung vorliegt, wird vor Beginn der Behandlung im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde von einem Psychotherapeuten abgeklärt.

Die Psychotherapie soll nach Möglichkeit zur Heilung von Beschwerden führen, zumindest aber zur Linderung und zur Vermeidung einer Verschlimmerung der Beschwerden. Therapien, die allgemeine Lebensprobleme betreffen, wie eine Paartherapie oder eine Erziehungsberatung, zählen nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen; dasselbe gilt für Therapien, die an erster Stelle der Persönlichkeitsentwicklung oder dem beruflichen Erfolg dienen sollen.

Was denken Therapeuten über Patienten?

Lebensqualität von Psychotherapeuten: Ständige emotionale Beanspruchung Wissenschaftler untersuchen derzeit die Gründe für die relativ hohen Suizidraten bei Psychiatern und Psychotherapeuten. An die Persönlichkeit und Integrität von Psychiatern und Psychotherapeuten werden hohe Anforderungen gestellt. Denn sie sind stark persönlich gefordert und ohne Unterlass allen Qualitäten seelischen Leidens ihrer Patienten ausgesetzt: Sie müssen geduldig zuhören, aufnehmen, annehmen, verstehen, akzeptieren, standhalten und konstruktiv bleiben.

  • Die Ausübung dieser Helferberufe setzt daher ein dauerhaftes psychisches Gleichgewicht voraus.
  • Denn nur ein gesunder, emotional unabhängiger und stabiler Therapeut kann seine Kunst ausüben und zugleich dem Patienten gewährleisten, dass er seine Macht und die Abhängigkeit von ihm und seinen Hilfsangeboten nicht missbraucht.

Hohe Suizidraten bei Psychologinnen Auch Therapeuten erleiden Schicksalsschläge, haben Bedürfnisse und Leidenschaften und geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Trotz ihres Wissens und der Techniken, die ihnen ihre Profession zur Verfügung stellt, können sie sich nicht immer selbst helfen.

Da Psychotherapeuten ihren eigenen Berufsstand nur selten zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen machen, gibt es nur wenige Erkenntnisse über das Schicksal hilfsbedürftiger Psychiater und Psychotherapeuten. Die wenigen existierenden Studien rütteln jedoch auf: So zeigen beispielsweise Studien aus den Neunzigerjahren, dass innerhalb der Berufsgruppe der Ärzte die Psychiater, gefolgt von den Anästhesisten, am häufigsten den Freitod suchen.

Vergleichsweise hohe Suizidraten sind auch bei Psychologinnen zu finden. Die Gründe hierfür sind bislang kaum erforscht. Prof. Dr. med. Christian Reimer, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Giessen, und Dr. Harald Jurkat, Dipl.-Psych., gehen zurzeit im Rahmen einer größeren, repräsentativ angelegten Untersuchung diesen Gründen nach.

Die Forscher schließen nach Sichtung der spärlichen Literatur zur Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten auf berufliche und persönliche Ursachen. „Durch ihren Beruf sind Psychiater und Psychotherapeuten ständig mit Krankheit, Leid und Schmerz konfrontiert”, sagt Reimer. Beide Berufsgruppen beschäftigen sich mehr als andere Helfer mit persönlichen, privaten und emotionalen Qualitäten von Störungen.

Sie erleben täglich bei ihren Patienten Neigungen zur Negativität, Verleugnungen, Entwertung, Sucht, Suizidalität, Wut, Hass, Perversion, Depression und vieles mehr. Der ständige Umgang mit diesen negativen Aspekten kann sehr belastend für den Behandler sein und dessen Lebensqualität mindern.

Aber auch die Therapeut-Patient-Beziehung birgt Gefahren für das innere Gleichgewicht des Therapeuten. So erleben Therapeuten beispielsweise eine ständige Bedrohung ihrer Grenzen und Integrität durch grenzgestörte Patienten. Die Patienten regen außerdem eigene Erinnerungen an unangenehme biografische Details an.

Auch muss sich der Therapeut darauf gefasst machen, dass er Gemeinsamkeiten zum Patienten entdeckt, die ihm nicht angenehm sind. Darüber hinaus kommt es zu Rückfällen, Stagnation oder Therapieabbrüchen. Vollständige Heilung ist hingegen selten. Das Therapieren vermittelt daher kaum Erfolgserlebnisse, sondern relativ häufig Enttäuschungen und Kränkungen.

Die ständige emotionale Überbeanspruchung kann krank machen und zu Anspannung, Verspannungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen, Substanzmissbrauch und Burn-out führen. Darüber hinaus entwickeln die Betroffenen aggressive Gefühle gegenüber ihren Patienten, die sich in Feindseligkeit, Wut und Desinteresse äußern.

Viele Helfer fühlen sich aber auch hilflos, depressiv, ohnmächtig, resigniert und erschöpft. Für die therapeutische Beziehung und den Prozess haben solche Affekte fatale Folgen. Denn die Affekte drücken sich in Gegenübertragungsreaktionen aus, vor allem in unbewusster Feindschaft und Feindseligkeit, die zu einem machtorientierten, sadistischen Umgang mit Patienten führen können.

Sie treten häufig gegenüber solchen Patienten auf, die sich den Wirkmöglichkeiten des Therapeuten entziehen und bei ihm Frustration, Angst, Ablehnung provozieren. Beispielhaft dafür sind Sucht- und Suizidpatienten, aber auch die so genannten Vorwurfspatienten. Deren nicht enden wollende Anklagen, Beschuldigungen und Entwertungen können heftige Gegenübertragungsgefühle auslösen.

Feindseligkeiten sind ein häufiges Phänomen in psychotherapeutischen Behandlungen. Dennoch gelingt es nach Reimer selbst erfahrenen Psychotherapeuten nicht immer, sadistische Projektionen und Feindseligkeit rechtzeitig zu erkennen und mit ihnen adäquat umzugehen.

  • Auch die Persönlichkeit bestimmt die Berufswahl Neben den berufsbedingten Belastungen können auch persönliche Probleme die Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten beeinträchtigen.
  • Die Forscher nehmen an, dass sich ganz bestimmte Persönlichkeiten zu diesen Berufen hingezogen fühlen.
  • Es sind häufig Individualisten, sensible und verletzte Menschen – oft auch mit Persönlichkeitsstörungen – die selbst Hilfe suchen.

Ob sie diese in der Ausbildung auch finden, bleibt fraglich. Persönliche Probleme können Therapeuten dazu verleiten, ihre Bedürftigkeiten an den Patienten auszuleben. So laufen Therapeuten Gefahr, sich entgangene Akzeptanz und Zuwendung bei den Patienten zu holen.

Einsamkeit und Unzufriedenheit kann dazu verleiten, in Patienten Partner und Freunde zu sehen oder nach Liebespartnern und sexuellen Beziehungen zu suchen. Auch akute und chronische Lebenskrisen, Mangel an sozialen Kontakten und Zustände erhöhter Verletzbarkeit bei Therapeuten können zu Missbrauch und vielfältigen Verstrickungen führen.

Beruf nicht zum Lebensinhalt machen Zur Prävention solcher Probleme raten Reimer und Jurkat dazu, innere Distanz zu wahren, Berufliches und Privates nicht zu vermischen und den Beruf nicht zum Lebensinhalt zu machen. Auch eine gesunde Lebensführung mit genügend Zeit für Entspannung und die Pflege nichtberufsbezogener Aktivitäten und Beziehungen gehört zur Psychohygiene für diese Berufsgruppen.

Anders als beispielsweise in den USA gibt es in Deutschland jedoch weder Selbsthilfegruppen noch Anlaufstellen für gefährdete, hilfsbedürftige Therapeuten. Daher fordern die Forscher eine regelhafte, verpflichtende und schulenübergreifende Vermittlung von ethischen Fragen und Problemen in psychotherapeutischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen.

Hilfreich und sinnvoll sind nach Meinung der Autoren außerdem regelmäßige Selbsterfahrung, Intervision und eine kontinuierliche professionelle Unterstützung – auch nach Abschluss der Weiterbildung. Dr. phil. Marion Sonnenmoser Literatur Reimer C, Jurkat HB: Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten.

Welche Fragen stellt ein Therapeut?

Tipps für die psychotherapeutische Sprechstunde – Möglicherweise haben Sie den Termin für eine psychotherapeutischen Sprechstunde über eine Terminservicestelle erhalten oder Sie haben bereits mit Ihrem Therapeuten oder Ihrer Therapeutin telefoniert und versucht, sich aufgrund weniger Merkmale und Informationen ein Bild von ihm oder ihr zu machen.

  • Es ist naheliegend, dass Sie frühzeitig wissen wollen, was für ein Mensch da vor Ihnen sitzt.
  • Normalerweise entwickeln wir sehr schnell ein Gefühl dafür, ob und wie sympathisch uns jemand ist.
  • Sympathie spielt auch in einer Psychotherapie eine wichtige Rolle; schließlich geht es um sehr private und persönliche Angelegenheiten, die wir nicht mit jedem besprechen möchten.

Lassen Sie sich also ruhig Zeit, um sich ein Urteil darüber zu bilden, was Ihnen an dieser Therapeutin oder diesem Therapeuten gefällt oder auch nicht. Die Fragen, die Sie zu Beginn hören werden, sind meist sehr ähnlich. Sie dienen dazu, dass sich Ihr Gegenüber ein Bild von Ihnen, Ihren Beschwerden und dem Behandlungsauftrag machen kann.

Einleitend heißt es oft: »Was führt Sie her?« Oder: »Welche Probleme/ Schwierigkeiten haben Sie?« Der Therapeut wird Sie dann zunächst erzählen lassen, gegebenenfalls nachfragen, wenn er etwas nicht verstanden hat, jedoch nicht ins Detail gehen. Damit er sich allgemein orientieren kann, reichen im Allgemeinen Angaben zu Art, Umfang und bisheriger Dauer Ihrer Schwierigkeiten.

Meist wird auch kurz thematisiert, wie sich die Beschwerden entwickelt haben, wie Sie bisher mit den Schwierigkeiten umgegangen sind und ob Sie bereits andere Therapieversuche unternommen haben. Normalerweise wird der Therapeut durch Nachfragen und Kommentare versuchen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Natürlich müssen Sie nicht auf jede Frage gleich die passende Antwort wissen und Ihre Beschwerden lückenlos beschreiben. Manche Therapeuten erkundigen sich auch danach, wie Sie gerade auf sie gekommen sind (ob es Empfehlungen gab oder von wem Sie überwiesen wurden) und warum Sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine Therapie beginnen wollen.

Damit möchten sie unter anderem erfahren, wie dringend Ihnen eine Behandlung ist. Ebenso kann ein Therapeut Sie fragen, was Sie von einer Therapie erwarten. Themen, die auf die Zukunft ausgerichtet sind (Zum Beispiel: »Was wollen Sie durch die Therapie erreichen? Haben Sie ein Behandlungsziel? Wenn ja, welches?«), dienen dazu, dass er seinen Behandlungsauftrag klarer erkennen und benennen kann.

  • Schließlich handelt es sich aus Sicht des Psychotherapeuten zunächst einmal um eine Art von geschäftlichem Kontakt, bei dem er eine Leistung erbringen soll.
  • Dazu muss er die Erwartungen des Auftraggebers – also Ihre Erwartungen als Patient oder Patientin – kennen.
  • Vielleicht ist es sinnvoll für Sie, wenn Sie sich bereits vor dem Erstgespräch einige Fragen überlegen, die Sie dem Therapeuten oder der Therapeutin stellen wollen.

Zum Beispiel können Sie sich nach dem therapeutischen Vorgehen oder den Erfahrungen des Therapeuten erkundigen: Wie gehen Sie vor? Wie beurteilen Sie die Chancen, dass mein Problem wieder verschwindet? Wie laufen die Sitzungen ab? Treffen wir Vereinbarungen jeweils für die Zeit zwischen zwei Sitzungen? Zur besseren Übersicht finden Sie eine kurze Checkliste mit Aspekten, die Sie im Erstgespräch ansprechen können.

Wie fängt eine Therapie an?

Wege zur Psychotherapie: Wo gibt es Hilfe? Für viele Menschen sind Freunde und Angehörige erste Ansprechpartner, wenn es ihnen seelisch nicht gut geht. Wenn ein solcher Austausch nicht ausreicht und man sich zum Beispiel länger sehr ängstlich oder niedergeschlagen fühlt, kann man sich zunächst an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden, an eine psychosoziale Beratungsstelle oder direkt an eine psychotherapeutische oder psychiatrische Praxis.

Auch wer nicht sicher ist, ob die eigenen Probleme behandlungsbedürftig sein könnten, kann hier eine erste Beratung erhalten. Psychotherapeutische Sprechstunde: Psychotherapeutische Praxen bieten diese Möglichkeit zu einem ersten Beratungsgespräch an. Es dauert meist 50 Minuten und dient auch dazu, einzuschätzen, ob eine Psychotherapie hilfreich oder sogar akut notwendig wäre.

Psychotherapeutische Praxen müssen für die Sprechstunden ein gewisses Zeitkontingent einplanen. Man kann sich für einen Termin direkt an eine Praxis oder an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung wenden. Eine ärztliche Überweisung oder ein Antrag bei der Krankenkasse ist nicht erforderlich.

Vor Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung soll in der Regel eine solche Sprechstunde stattfinden. Die Sprechstunde kann auch selbst eine Einzelbehandlung darstellen. Dann kann sie bei Erwachsenen bis zu sechs, bei Kindern und Jugendlichen bis zu zehn Termine von jeweils 25 Minuten umfassen. Akutbehandlung: In Notfällen stehen psychiatrische Praxen mit Notfalldienst, psychotherapeutische Ambulanzen, psychiatrische oder Kliniken zur Verfügung.

Auch psychotherapeutische Praxen können eine Akutbehandlung anbieten, ohne dass diese bei der Krankenkasse beantragt werden muss. Sie kann sich zum Beispiel direkt an eine psychotherapeutische Sprechstunde anschließen. Ein Anspruch auf Akutbehandlung besteht, wenn die psychischen Beschwerden ohne diese Behandlung stärker oder chronisch werden könnten oder eine Arbeitsunfähigkeit oder ein Krankenhausaufenthalt wahrscheinlich wäre.

  1. Die ambulante Akutbehandlung kann bis zu 24 Termine von jeweils mindestens 25 Minuten umfassen (Gesamtdauer 600 Minuten).
  2. Psychosoziale Beratungsstellen: zum Beispiel Familien-, Frauen-, Erziehungs-, Lebens- oder Suchtberatungsstellen.
  3. Dort arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsfeldern wie Medizin, (Sozial-)Pädagogik, Psychologie, Psychotherapie, Sozialarbeit sowie speziell geschulte Pflegekräfte zusammen, um Ratsuchenden bei ihren Problemen zu helfen.

Die Beratungsstellen werden in der Regel durch ihren Träger, durch Fördermittel und über Spenden finanziert. Sie bieten selbst keine Therapien an, können aber beraten, über Unterstützungsmöglichkeiten informieren und diese vermitteln. Sozialpsychiatrische Dienste: Eine weitere Anlaufstelle sind die Sozialpsychiatrischen Dienste.

  • Sie sind bei den Gesundheitsämtern angesiedelt und können kostenlos in Anspruch genommen werden.
  • Sie betreuen und begleiten Menschen mit akut behandlungsbedürftigen sowie mit chronischen psychischen Erkrankungen.
  • Auch in den Sozialpsychiatrischen Diensten beraten und unterstützen Fachkräfte aus der Medizin, Pflege, Psychotherapie und Sozialpädagogik.

Sie bieten in der Regel selbst keine Therapien an, können jedoch feststellen, ob jemand eine behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Außerdem begleiten sie Menschen, die gerade eine machen oder einen Klinikaufenthalt hinter sich haben, um sie zusätzlich zu unterstützen.

Angehörige, Freunde und Kollegen können sich ebenfalls an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden, wenn sie zum Beispiel das Gefühl haben, dass jemand in ihrer Umgebung Hilfe benötigt, oder wenn sie selbst mit der psychischen Erkrankung eines Angehörigen überfordert sind. Die Sozialpsychiatrischen Dienste bieten bei Bedarf auch Hausbesuche an.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialpsychiatrischen Diensten und psychosozialen Beratungsstellen unterliegen wie Therapeutinnen und Therapeuten der Schweigepflicht. : Wege zur Psychotherapie: Wo gibt es Hilfe?

Was darf ein Therapeut nicht?

Missachtung des Abstinenzgebotes – Wenn ein Therapeut bzw. eine Therapeutin das Abstinenzgebot missachtet, das heißt, wenn er / sie mit dem Patienten eine private Beziehung aufnimmt. Hintergrund ist, dass Therapeuten die psychotherapeutische Vertrauensbeziehung nicht zur Befriedigung eigener Interessen und Bedürfnisse missbrauchen dürfen.

  1. So dürfen sie das Vertrauen, die Unwissenheit oder die Hilflosigkeit von Patienten nicht ausnutzen und aus der Beziehung zum Patienten keine persönlichen oder wirtschaftlichen Vorteile ziehen. Therapeuten sollten daher zu ihren Patienten eine professionelle Distanz wahren und dürfen keine private Beziehung mit ihnen eingehen. Weiterhin müssen auch die Praxisräume vom privaten Lebensraum des Therapeuten getrennt sein.
  2. So dürfen Therapeuten mit ihren Patienten nicht zum Essen gehen oder andere private Unternehmungen machen. Sie dürfen von ihnen keine Geschenke, Zuwendungen oder Erbschaften annehmen, keine Dienstleistungen fordern oder annehmen und nicht mit ihnen in einem Geschäfts- oder Arbeitsverhältnis stehen. Als besonders schwerwiegend gilt es, wenn ein Therapeut oder eine Therapeutin sexuelle Angebote macht oder es zu sexuellen Handlungen kommt. § 174 c des Strafgesetzbuches untersagt Therapeuten sexuelle Handlungen mit Klienten und Patienten.
  3. Umgekehrt kann es manchmal sein, dass ein Patient bzw. eine Patientin dem Therapeuten bzw. der Therapeutin gegenüber Zuneigung empfindet und zum Ausdruck bringt. Ein professioneller Therapeut sollte ein solches Verhalten respektvoll, aber nachdrücklich ablehnen und dem Patienten bzw. der Patientin die Grenzen der therapeutischen Beziehung aufzeigen.
  4. Das Abstinenzgebot des Therapeuten gilt auch für Personen, die dem Patienten nahe stehen – bei Kindern und Jugendlichen, die sich in Therapie befinden, insbesondere für ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten. Schließlich gilt das Abstinenzgebot auch nach Ende der Therapie, bis der Patient sich aus der therapeutischen Beziehung gelöst hat – in jedem Fall mindestens ein Jahr über das Ende der Behandlung hinaus.

Wie fühlt man sich nach einer Therapiestunde?

Psychotherapie: Wie Sie mit Nebenwirkungen richtig umgehen Passt es? Patient und Psycho­therapeut müssen harmonieren. Sonst wirkt die Behand­lung nicht effektiv. © Fotolia / Photographee.eu Wie Arznei­mittel haben auch Therapien oft unerwünschte Neben­wirkungen – emotionale, aber auch körperliche.

  1. Wer mit ihnen umgehen kann, hat gute Chancen auf einen erfolg­reichen Abschluss seiner Therapie.
  2. Test.de ordnet übliche Neben­wirkungen einer Psycho­therapie ein und gibt Tipps, wie Patienten damit am besten umgehen.
  3. Inhalt Sieben von zehn Patienten geht es nach einer Psycho­therapie und sogar noch ein Jahr später deutlich besser als zuvor.

Das berichtete bereits 2011 zum Beispiel die Techniker Krankenkasse in einer groß­angelegten Unter­suchung mit mehr als 900 Teilnehmern. Oft sind die Sitzungen sogar wirk­samer als manch medizi­nisches Verfahren gegen körperliche Erkrankungen, wie etwa eine Bypass-Operation bei verstopften Arterien oder Medikamente gegen Arthritis.

Den positiven Aspekten steht aber auch ein gewisses Risiko gegen­über. Ähnlich wie Tabletten, Spritzen und OPs haben auch Behand­lungen durch den Therapeuten oft unerwünschte Neben­wirkungen – emotionale und auch körperliche. „Die Psycho­therapie greift in die Leben der Patienten ein und zwingt sie, sich auch mit unangenehmen Dingen auseinander­zusetzen”, sagt Bernhard Strauß, Direktor des Instituts für Psycho­soziale Medizin und Psycho­therapie am Universitäts­klinikum Jena.

Neben­wirkungen gehörten deshalb dazu. „Noch ist darauf aber nicht jeder Patient ausreichend vorbereitet”, so der Experte. Mit welchen Problemen die Teilnehmer ambulanter Therapien zu kämpfen haben, zeigt eine Studie der Universitäten Marburg und Hamburg.

Danach berichteten 183 von 195 Patienten, sie hätten zumindest vorüber­gehend unter unerwünschten Neben­effekten ihrer Therapie gelitten. Gut ein Drittel der Befragten fühlten sich weniger belast­bar, gut 17 Prozent waren trauriger als vor Beginn der Behand­lung; einige hatten sogar erst­mals Suizid­gedanken oder beklagten Konzentrations­schwächen.

Jedem zehnten setzte die Angst zu, dass Arbeits­kollegen von der Behand­lung erfahren könnten. Nach einer Erhebung der Tech­nischen Universität Dresden und der Psycho­logischen Hoch­schule Berlin klagen zudem rund 3 Prozent der Patienten nach Therapieende über mehr psychische Beschwerden als vorher.

  1. Bei mehr als einem Viertel schlug die Behand­lung gar nicht an.
  2. Die Symptome blieben.
  3. Unabhängig. Objektiv.
  4. Unbestechlich.
  5. Wer mehr und wer weniger von Psycho­therapien profitiert – und warum –, ist noch unklar.
  6. Das ist wie bei Arznei: Nicht bei jedem Patienten hilft dieselbe Pille und nicht jeder verträgt sie gleich gut”, sagt Michael Märtens, Leiter des Master­studiengangs Psycho­soziale Beratung und Recht an der Frank­furt University of Applied Sciences.
See also:  Was Macht Ein Psychologe?

Bei psychischen Leiden sei das nicht anders: Auch da passe nicht jedes Verfahren zu jedem Patienten. Dem Psycho­logen ist es wichtig, über diese Risiken aufzuklären. Märtens hat in einem Projekt der österrei­chischen Donau-Universität Krems einen mitentwickelt, der dort in Psycho­therapiepraxen ausliegt.

  1. Explizit weist der Bogen etwa auf die Gefahr von Beziehungs­problemen hin.
  2. Zur Sprache kommt auch, dass manche Patienten den Therapeuten irgend­wann als eine Art Freund ansehen und dessen Arbeit nicht mehr als professionelle Unterstüt­zung begreifen.
  3. Nicht jeder Therapeut kann alle Störungen gleich gut behandeln.

Manche verstehen ihr Hand­werk besser als andere. Wie in der Medizin gibt es auch unter Psycho­therapeuten Spezialisten für die verschiedenen Krank­heits­bilder. Vor Neben­wirkungen sind Patienten aber selbst dann nicht gefeit, wenn sie bei einer Koryphäe landen.

Beruhigend: Weniger erfahrene Therapeuten verursachen in der Regel keine schwereren Neben­wirkungen als Kollegen mit jahr­zehnte­langer Praxis. Patienten sollten sich klarmachen: Die unangenehmen Begleit­erscheinungen müssen kein Zeichen dafür sein, dass etwas schiefläuft. Sie treten auch auf, wenn der Therapeut alles korrekt macht – oder gerade weil er das tut.

Denn: In einer Psycho­therapie liegt der Fokus auf den unerfreulichen Seiten des Lebens. Schwächen und Probleme des Patienten kommen zur Sprache. Das kann nach­denk­lich stimmen, manche Menschen aber auch über­fordern, depressive Symptome auslösen oder verstärken – „natürliche Reaktionen, wenn man sich gezielt mit problematischen Lebens­inhalten beschäftigt”, sagt Strauß.

Forscher vergleichen solche Neben­wirkungen oft mit dem Muskelkater nach einem ausgedehnten Training – denn auch in der Psycho­therapie trainieren die Patienten: Sie üben neue Denk- und Verhaltens­weisen, hinterfragen alte Muster, arbeiten Erleb­nisse aus der Vergangenheit auf. In einer Verhaltens­therapie zum Beispiel müssen sich Angst­patienten ihren Sorgen stellen und die über­bordenden Gefühle aushalten lernen, bis sie abebben und irgend­wann ausbleiben.

Das tut weh. Doch wie die Muskeln beim Training wird der Patient bei der Therapie stärker. Am Ende ist er belast­barer als zuvor. Nicht nur die Patienten selbst müssen mit Neben­wirkungen zurecht­kommen. Auch ihre Angehörigen werden durch die Therapie oft in Mitleidenschaft gezogen.

„Viele Paare oder Familien haben jahre­lang mit den Symptomen der psychischen Erkrankung gelebt, sich mit ihnen arrangiert”, sagt Strauß. „Veränderungen durch eine Therapie bringen dieses Gefüge dann aus dem Gleichgewicht und sorgen für Konflikte.” Ein Beispiel: Der Patient lernt in der Therapie, seine eigenen Bedürf­nisse durch­zusetzen – eine Eigenschaft, die die Familie bislang nicht an ihm kannte.

Reibereien sind dann nicht ungewöhnlich und sogar Trennungen keine Seltenheit. Neben­wirkungen lassen sich zwar nicht verhindern, aber eingrenzen oder auffangen. Die Aufklärung durch den Psycho­therapeuten ist dabei ein wichtiger Schritt – und seine gesetzliche Pflicht.

17.01.2023 – Video­behand­lung spart Wege, Sprech­stunden gibt es kurz­fristig. Auch Gruppen­therapie kommt infrage. Was Sie beim Antrag auf einen Psycho­therapie­platz beachten sollten. 18.01.2020 – Starkes Überge­wicht kann seelische Ursachen haben – und wiederum selbst die Psyche stark belasten. Warum und wie eine Psycho­therapie beim Abnehmen helfen kann. 24.03.2021 – Psycho­therapien sind derzeit gefragter als sonst: Um etwa 40 Prozent sind die Anfragen im Vergleich zum Jahres­beginn 2020 gestiegen. Das ergab eine Umfrage der.

: Psychotherapie: Wie Sie mit Nebenwirkungen richtig umgehen

Ist eine Therapie anstrengend?

Eine Psychotherapie wird von speziell ausgebildeten Therapeuten durchgeführt; der Patient muss diese Therapie von sich aus wollen und bereit sein, im Rahmen eines Arbeitsbündnisses über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig an den vereinbarten Therapiesitzungen teilzunehmen.

Anders als bei einer medizinischen Behandlung, bei denen Ärzte die Untersuchungsmethoden bestimmen, die Diagnose stellen und die Behandlung mehr oder weniger festlegen, übernehmen Patienten in der Psychotherapie sehr viel mehr Verantwortung für die einzelnen Behandlungsschritte. Der Veränderungswunsch eines Menschen stellt die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung dar.

Psychotherapien sind in der Regel anstrengend und erforderneine hohe Bereitschaft zur Mitarbeit. Eine wesentliche Besserung stellt sich häufig erst nach einer längeren Therapie ein. Diese Mühen und Durststrecken werden leichter akzeptiert, wenn die “Chemie” zwischen Psychotherapeut und Patient stimmt.(.)

Wie erkenne ich einen guten Therapeuten?

Schlechte Erfahrungen in der Psychotherapie Psychotherapie ist Vertrauenssache. Doch wie soll man einem Therapeuten, den man kaum kennt, vertrauen? Wir erklären woran man einen guten Therapeuten erkennt und wann Vorsicht geboten ist. Lesedauer 10 Min. Schwerpunkt Behandlung Psychische Erkrankungen Dieser Fachartikel wurde von einem Experten geprüft. Letzte Aktualisierung: 05.10.2022 Als Laie fällt es schwer, die Arbeit eines Psychotherapeuten objektiv zu beurteilen. In den meisten Fällen beruht die eigene Einschätzung lediglich auf wenigen Wahrnehmungen:

Die gemeinsame Gesprächsbasis Dazu zählt etwa, ob der Gesprächspartner sympathisch, vertrauenerweckend oder einfühlsam ist. Das Gefühl der Erleichterung Wenn es Ihnen nach einer Therapiesitzung besser geht, funktioniert die Therapie scheinbar. Sinnvolle und hilfreiche Ratschläge Wenn die Gespräche sinnvoll und hilfreich empfunden werden, geht man von einem guten Therapeuten aus.

Diese Beobachtungen sind durchaus wichtig und richtig: Eine gute Gesprächsbasis ist ein entscheidender Faktor einer funktionierenden Therapie, Ein einfühlsames Wesen ist eine wichtige Eigenschaft für einen Therapeuten und sinnvolle Gespräche sind Grundlage für eine gute Behandlung.

  • Die Therapie soll das Gefühl von Halt und Sicherheit geben – dementsprechend ist Sympathie auf beiden Seiten notwendig.
  • Nur mit dem nötigen Vertrauen ist es möglich, belastende und intime Inhalte anzusprechen und einen Veränderungsprozess in Gang zu setzen.
  • Allerdings ist das nicht alles.
  • Ein Psychotherapeut kann sympathisch sein und trotzdem schlechte Arbeit leisten.

Die Therapie kann als hilfreich empfunden werden, ohne eine Lösung näherzubringen, und auch Ratschläge können sinnvoll erscheinen und trotzdem nicht weiterhelfen. Wie erkennt man nun also einen „ schlechten ” Therapeuten?

Wie läuft die erste Therapiestunde?

Ablauf einer Psychotherapie Häufige Ängste und Gefühle im Vorfeld Für viele Menschen ist der Schritt, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, einerseits mit Ängsten (was einen dort wohl erwarten wird) und andererseits mit dem Gefühl, persönlich versagt zu haben, verbunden.

  1. Viele Menschen – insbesondere Männer – empfinden den Gang zum Psychotherapeuten als persönliche Niederlage, als ein „Versagen” und schämen sich hierfür.
  2. Insbesondere depressive Menschen neigen dazu, sich für ihren Zustand selber die Schuld zu geben oder sind davon überzeugt, „es doch selber schaffen” zu müssen.

Weiterhin existiert in vielen Köpfen die Vorstellung, dass beim Psychotherapeuten „Bekloppte” oder zumindest höchst skurrile Menschen sitzen, wozu ungezählte Witze („Kommt ein Irrer zum Arzt “) und Cartoons beigetragen haben. Im Gegensatz dazu steht die, sehr häufig von Patienten gemachte Erfahrung, dass, wenn sie sich im Freundes- oder Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz „outen”, bezüglich einer begonnenen Psychotherapie zur Antwort bekommen: „Das ist gut, das habe ich auch vor ein paar Jahren gemacht und es hat mir sehr geholfen”.

Auch sei an die Beispiele vieler Prominenter erinnert, die sich gerade in letzter Zeit in der Öffentlichkeit zu früheren seelischen Erkrankungen und/oder einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung bekennen.Seelische Probleme und Erkrankungen werden häufig verallgemeinernd mit den „Geisteserkrankungen” gleichgesetzt, mit denen die Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis bezeichnet werden.

Dies sind Erkrankungen, bei denen das Denken der Patienten schwer beeinträchtigt ist, im Sinne eines wahnhaften Erlebens oder einer wahnhaften Umdeutung der Welt („Ich bin Napoleon”) oder des Gefühls, bedroht oder verfolgt zu werden („Paranoia”). Diese Erkrankungen gehören in die Hand eines Psychiaters („Nervenarztes”) und können in erster Linie nur mit Medikamenten und häufig auch nur in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden.

Das sogenannte „Erstgespräch” Die sogenannten „Probesitzungen” oder auch „Probatorischen Sitzungen” Die Beantragung einer Psychotherapie bei der Krankenkasse oder Beihilfestelle Anmerkung zum Datenschutz Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient

Nach der telefonischen Terminvereinbarung findet das so genannte „Erstgespräch” statt. Im Erstgespräch bittet der Therapeut den Patienten zu Beginn in der Regel darum, möglichst frei und unstrukturiert vom Grund seines Kommens und seinen Problemen zu erzählen.

Der Therapeut wird im Erstgespräch möglicherweise nur wenige direkte Fragen stellen, da es für ihn wichtiger ist, zu erleben, wie der Patient seine Probleme beschreibt oder in welcher Reihenfolge er von seinen Beschwerden berichtet. Gegen Ende dieses ersten Gespräches sollte der Therapeut dem Patienten eine Rückmeldung darüber geben, ob er „an der richtigen Adresse ist”, ob seine Symptome wirklich psychotherapeutisch behandelbar sind oder ob zur Sicherung der Diagnose noch andere (medizinische) Fachdisziplinen hinzugezogen werden müssen.

Wenn der Therapeut das Gefühl hat, dass der Patient aus fachlichen Überlegungen (Ist eine andere Therapieform besser geeignet? Ist ein Klinikaufenthalt indiziert?) oder eigener „Befangenheit” (Gemeinsame persönliche Berührungspunkte oder Verwicklungen mit dem Patienten) von ihm selber nicht behandelt werden kann, dann sollte er dies dem Patienten erläutern und ihm, wenn möglich, eine andere Anlaufstelle an die Hand geben.

Es ist für Patienten häufig ein kränkender Moment, wenn der Therapeut ihm mitteilt, dass es besser sei, sich an anderer Stelle Hilfe zu holen („Da muss ich ja dann meine ganze Geschichte noch einmal erzählen”). Psychotherapie bedeutet für Patienten ein Stück anstrengende Arbeit, häufig über mindestens ein Jahr, so dass es in jedem Fall wichtig ist, den „optimalen” Therapeuten (oder die optimale Therapeutin) zu finden, um nicht nach einem Jahr schulterzuckend zu der Einsicht kommen zu müssen, dass ein anderes Therapieverfahren oder ein Therapeut / eine Therapeutin mit einem anderen Arbeitsschwerpunkt besser gewesen wäre.Erscheint dem Therapeuten nach dem Erstgespräch eine weitere Psychotherapie mit dem Patienten sinnvoll und „Erfolg versprechend”, wird er dem Patienten die Vereinbarung eines weiteren Termins vorschlagen.

Sowohl bei den gesetzlichen Kassen, wie auch bei privaten Krankenkassen und Beihilfestellen, ist gewährleistet, dass insgesamt fünf so genannte „probatorische Sitzungen” ohne größeren bürokratischen Aufwand erstattet werden. In den probatorischen Sitzungen wird der Therapeut „diagnostisches Material” sammeln.

Wie der Internist unter Umständen Blutwerte bestimmen, ein EKG schreiben, die Lunge abhören muss und ein Röntgenbild braucht, um seine Diagnose zu stellen und die richtige Therapie zu wählen, so muss auch der Psychotherapeut „Befunde” und „diagnostisches Material” sammeln. Im Falle der tiefenpsychologischen Therapeuten und der Psychoanalytiker wird der Therapeut hier unter anderem die Biographie des Patienten erfragen, wird die Art seiner Beziehungsgestaltung versuchen zu rekonstruieren, wird den Umgang des Patienten mit seinen Gefühlen beobachten und ihn nach eigenen Vorstellungen über den Grund für seine Probleme befragen.

Oftmals bietet der Therapeut dem Patienten so genannte „Probedeutungen” an, das heißt, eine Idee, ein Modell, zur Krankheitsgeschichte des Patienten. Ziel der probatorischen Sitzungen ist, dass der Therapeut sich Klarheit über das Krankheitsbild und die Problematik des Patienten machen und Sicherheit darin gewinnen kann, dass eine psychotherapeutische Arbeit mit ihm, dem Patienten, zu einer Linderung oder einem Verschwinden der Symptome führen kann.

  1. Der Patient wiederum kann und sollte die probatorischen Sitzungen ebenfalls für sich nutzen.
  2. Zum Einen sollte er sich prüfen, ob er das Gefühl hat, dass er mit dem, was der Therapeut ihm als Therapieverfahren und über den Ablauf der Behandlung berichtet hat, etwas anfangen kann, es seiner Persönlichkeit entspricht und ob er – bei allen noch offenen Fragen und einer Unsicherheit, wohin die „psychotherapeutische Reise” gehen wird – das Gefühl hat, dass ihm der Therapeut helfen kann.

Zum Zweiten soll der Patient prüfen, ob die „Chemie” zwischen ihm und dem Therapeuten stimmt. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass eine authentische und primär positive „Chemie” zwischen Patient und Psychotherapeut (unabhängig davon, welches Therapieverfahren angewendet wird) ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie ist.

Häufig bedarf es nicht bis zur fünften Sitzung, bis Patient und Therapeut gemeinsam zu der Entscheidung kommen, bei der Krankenkasse eine Psychotherapie zu beantragen. Bei gesetzlich versicherten Patienten kann der Therapeut eine Kurzzeit-Therapie beantragen, für die er, relativ unbürokratisch nach Ausfüllen eines Formulars, 25 Sitzungen beantragen kann.

Da die überwiegende Zahl Psychotherapien jedoch zwischen 50 und 80 Sitzungen dauern (in manchen Fällen sogar wesentlich länger) wird zumeist die Beantragung einer Langzeittherapie bei der Krankenkasse erforderlich. Hierfür muss der Therapeut einen ausführlichen, meist 4 – 5 Seiten umfassenden, anonymisierten Bericht für die Krankenkasse verfassen, die diesen streng vertraulichen Bericht von einem externen Gutachter dahingehend überprüfen lässt, ob eine Psychotherapie indiziert, sinnvoll und „Erfolg versprechend” ist.

Die Beihilfestellen haben sich dem so genannten „Gutachter-Verfahren” der gesetzlichen Krankenkassen angeschlossen und verlangen ebenfalls nach der fünften probatorischen Sitzung einen ausführlichen Bericht und einen Behandlungsplan des Therapeuten. Die unkomplizierte und unbürokratische Beantragung einer Kurzzeit-Psychotherapie ist bei den Beihilfestellen nicht möglich.

Privatpatienten bekommen die Kosten einer Psychotherapie in aller Regel ebenfalls erstattet, die Privatkassen haben hierbei jedoch keine einheitliche Regelung. Etliche Privatkassen zahlen ein bestimmtes Stundenkontingent pro Jahr (etwa 20 oder 30 Sitzungen pro Jahr), einige Privatkassen erstatten die ersten 25 Sitzungen unbürokratisch und unkompliziert und fordern erst hiernach einen detaillierten Bericht vom Therapeuten an.

  1. Einige Privatkassen erstatten Psychotherapie-Sitzungen erst nach der Überprüfung im so genannten „Gutachter-Verfahren” (siehe oben).
  2. Privatpatienten sollten die genaue Regelung innerhalb des Zeitraumes der probatorischen Sitzungen bei ihrer Krankenkasse erfragen.
  3. Ein wichtiges Thema ist der Datenschutz in Zusammenhang mit den streng vertraulichen psychotherapeutischen Daten.

Insbesondere Beihilfe-Patienten (Beamten-Anwärter, Patienten in exponierten Positionen) haben häufig Angst, dass ihre Daten für jedermann einsichtig sind. Meine langjährige Erfahrung ist, dass hier kein Anlass zu Befürchtungen besteht, insbesondere die vertraulichen Berichte sind anonymisiert, chiffriert und der Inhalt der Berichte ist aufgrund entsprechend gekennzeichneter und versiegelter Umschläge keinem Sacharbeiter von Beihilfestellen oder Krankenkassen einsehbar.

Im Zuge einer geplanten Psychotherapie werden Therapeut und Patient einige organisatorische Dinge vereinbaren. In der Regel wird man versuchen, einen regelmäßigen, festen wöchentlichen Termin zu finden (es sei denn, dass zum Beispiel die beruflichen Umstände des Patienten solche Regelmäßigkeit nicht zulassen).

Der Therapeut wird den Patienten darum bitten und ihn dazu ermutigen, in der Stunde all das zu erzählen, was ihm gerade durch den Kopf geht, egal, ob es ihm unwichtig, lächerlich, peinlich oder nicht zur Sache gehörig erscheint. Auch wird er den Patienten auf die (weltweit übliche) Ausfalls-Honorar-Regelung hinweisen, indem der Therapeut dem Patienten eine nicht rechtzeitig abgesagte Therapiestunde (in der Regel kürzer als 48 Stunden) in Rechnung stellen wird, es sei denn, dass der Therapeut die Stunde anderweitig vergeben kann.

Was denken Therapeuten über Patienten?

Lebensqualität von Psychotherapeuten: Ständige emotionale Beanspruchung Wissenschaftler untersuchen derzeit die Gründe für die relativ hohen Suizidraten bei Psychiatern und Psychotherapeuten. An die Persönlichkeit und Integrität von Psychiatern und Psychotherapeuten werden hohe Anforderungen gestellt. Denn sie sind stark persönlich gefordert und ohne Unterlass allen Qualitäten seelischen Leidens ihrer Patienten ausgesetzt: Sie müssen geduldig zuhören, aufnehmen, annehmen, verstehen, akzeptieren, standhalten und konstruktiv bleiben.

  • Die Ausübung dieser Helferberufe setzt daher ein dauerhaftes psychisches Gleichgewicht voraus.
  • Denn nur ein gesunder, emotional unabhängiger und stabiler Therapeut kann seine Kunst ausüben und zugleich dem Patienten gewährleisten, dass er seine Macht und die Abhängigkeit von ihm und seinen Hilfsangeboten nicht missbraucht.

Hohe Suizidraten bei Psychologinnen Auch Therapeuten erleiden Schicksalsschläge, haben Bedürfnisse und Leidenschaften und geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Trotz ihres Wissens und der Techniken, die ihnen ihre Profession zur Verfügung stellt, können sie sich nicht immer selbst helfen.

Da Psychotherapeuten ihren eigenen Berufsstand nur selten zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen machen, gibt es nur wenige Erkenntnisse über das Schicksal hilfsbedürftiger Psychiater und Psychotherapeuten. Die wenigen existierenden Studien rütteln jedoch auf: So zeigen beispielsweise Studien aus den Neunzigerjahren, dass innerhalb der Berufsgruppe der Ärzte die Psychiater, gefolgt von den Anästhesisten, am häufigsten den Freitod suchen.

Vergleichsweise hohe Suizidraten sind auch bei Psychologinnen zu finden. Die Gründe hierfür sind bislang kaum erforscht. Prof. Dr. med. Christian Reimer, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Giessen, und Dr. Harald Jurkat, Dipl.-Psych., gehen zurzeit im Rahmen einer größeren, repräsentativ angelegten Untersuchung diesen Gründen nach.

  • Die Forscher schließen nach Sichtung der spärlichen Literatur zur Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten auf berufliche und persönliche Ursachen.
  • Durch ihren Beruf sind Psychiater und Psychotherapeuten ständig mit Krankheit, Leid und Schmerz konfrontiert”, sagt Reimer.
  • Beide Berufsgruppen beschäftigen sich mehr als andere Helfer mit persönlichen, privaten und emotionalen Qualitäten von Störungen.
See also:  Was Macht Man Als Krankenschwester?

Sie erleben täglich bei ihren Patienten Neigungen zur Negativität, Verleugnungen, Entwertung, Sucht, Suizidalität, Wut, Hass, Perversion, Depression und vieles mehr. Der ständige Umgang mit diesen negativen Aspekten kann sehr belastend für den Behandler sein und dessen Lebensqualität mindern.

  1. Aber auch die Therapeut-Patient-Beziehung birgt Gefahren für das innere Gleichgewicht des Therapeuten.
  2. So erleben Therapeuten beispielsweise eine ständige Bedrohung ihrer Grenzen und Integrität durch grenzgestörte Patienten.
  3. Die Patienten regen außerdem eigene Erinnerungen an unangenehme biografische Details an.

Auch muss sich der Therapeut darauf gefasst machen, dass er Gemeinsamkeiten zum Patienten entdeckt, die ihm nicht angenehm sind. Darüber hinaus kommt es zu Rückfällen, Stagnation oder Therapieabbrüchen. Vollständige Heilung ist hingegen selten. Das Therapieren vermittelt daher kaum Erfolgserlebnisse, sondern relativ häufig Enttäuschungen und Kränkungen.

Die ständige emotionale Überbeanspruchung kann krank machen und zu Anspannung, Verspannungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen, Substanzmissbrauch und Burn-out führen. Darüber hinaus entwickeln die Betroffenen aggressive Gefühle gegenüber ihren Patienten, die sich in Feindseligkeit, Wut und Desinteresse äußern.

Viele Helfer fühlen sich aber auch hilflos, depressiv, ohnmächtig, resigniert und erschöpft. Für die therapeutische Beziehung und den Prozess haben solche Affekte fatale Folgen. Denn die Affekte drücken sich in Gegenübertragungsreaktionen aus, vor allem in unbewusster Feindschaft und Feindseligkeit, die zu einem machtorientierten, sadistischen Umgang mit Patienten führen können.

  1. Sie treten häufig gegenüber solchen Patienten auf, die sich den Wirkmöglichkeiten des Therapeuten entziehen und bei ihm Frustration, Angst, Ablehnung provozieren.
  2. Beispielhaft dafür sind Sucht- und Suizidpatienten, aber auch die so genannten Vorwurfspatienten.
  3. Deren nicht enden wollende Anklagen, Beschuldigungen und Entwertungen können heftige Gegenübertragungsgefühle auslösen.

Feindseligkeiten sind ein häufiges Phänomen in psychotherapeutischen Behandlungen. Dennoch gelingt es nach Reimer selbst erfahrenen Psychotherapeuten nicht immer, sadistische Projektionen und Feindseligkeit rechtzeitig zu erkennen und mit ihnen adäquat umzugehen.

  • Auch die Persönlichkeit bestimmt die Berufswahl Neben den berufsbedingten Belastungen können auch persönliche Probleme die Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten beeinträchtigen.
  • Die Forscher nehmen an, dass sich ganz bestimmte Persönlichkeiten zu diesen Berufen hingezogen fühlen.
  • Es sind häufig Individualisten, sensible und verletzte Menschen – oft auch mit Persönlichkeitsstörungen – die selbst Hilfe suchen.

Ob sie diese in der Ausbildung auch finden, bleibt fraglich. Persönliche Probleme können Therapeuten dazu verleiten, ihre Bedürftigkeiten an den Patienten auszuleben. So laufen Therapeuten Gefahr, sich entgangene Akzeptanz und Zuwendung bei den Patienten zu holen.

  • Einsamkeit und Unzufriedenheit kann dazu verleiten, in Patienten Partner und Freunde zu sehen oder nach Liebespartnern und sexuellen Beziehungen zu suchen.
  • Auch akute und chronische Lebenskrisen, Mangel an sozialen Kontakten und Zustände erhöhter Verletzbarkeit bei Therapeuten können zu Missbrauch und vielfältigen Verstrickungen führen.

Beruf nicht zum Lebensinhalt machen Zur Prävention solcher Probleme raten Reimer und Jurkat dazu, innere Distanz zu wahren, Berufliches und Privates nicht zu vermischen und den Beruf nicht zum Lebensinhalt zu machen. Auch eine gesunde Lebensführung mit genügend Zeit für Entspannung und die Pflege nichtberufsbezogener Aktivitäten und Beziehungen gehört zur Psychohygiene für diese Berufsgruppen.

  • Anders als beispielsweise in den USA gibt es in Deutschland jedoch weder Selbsthilfegruppen noch Anlaufstellen für gefährdete, hilfsbedürftige Therapeuten.
  • Daher fordern die Forscher eine regelhafte, verpflichtende und schulenübergreifende Vermittlung von ethischen Fragen und Problemen in psychotherapeutischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen.

Hilfreich und sinnvoll sind nach Meinung der Autoren außerdem regelmäßige Selbsterfahrung, Intervision und eine kontinuierliche professionelle Unterstützung – auch nach Abschluss der Weiterbildung. Dr. phil. Marion Sonnenmoser Literatur Reimer C, Jurkat HB: Lebensqualität von Psychiatern und Psychotherapeuten.

Können sich Therapeuten verlieben?

Verliebtheit in der Psychotherapie: Adäquate Beantwortung von Sehnsuchtszeichen Verliebtheit in der Psychotherapie kann einen Widerstand darstellen gegen das Aufkommen unangenehmerer Gefühle und Konflikte. Sie kann aber auch eine hochwertige Motivationsquelle sein, um innere Mutlosigkeit, Angst oder Scham vor Gefühlen zu überwinden. Foto: picture alliance Auch wenn sich Verliebtheit bei einer Patientin nicht zu einem Liebeswahn steigert, der oft nicht zu kurieren ist, macht intensive Verliebtheit manchen männlichen Psychotherapeuten oder Psychoanalytikern in der Behandlung erhebliche Mühe.

Sie kann nur atmosphärisch fühlbar sein, sich in gelegentlich auch aufdringlichen Komplimenten äußern, zu wiederholten Geschenken, Liebesblicken oder längerem Händedruck beim Beginn oder beim Abschied führen. Sie kann dem Therapeuten eine Weile schmeicheln oder ihn zu einem zu liebenswürdigen oder gar gegenverliebten Verhalten verleiten oder ihn ratlos oder verlegen machen.

Vielleicht erinnert er sich an Freuds Warnung, die Gefühle der Patientin nicht seinem Verdienst, sondern der Übertragung zuzuschreiben, selbst wenn es durchaus realen Anlass geben kann für die Patienten, auch die reale Person zu lieben. Denn viele Patienten erleben in ihrer höchst undeutlich und schwer unterscheidbaren Realität Gründe, den Begleiter zu lieben, ist er doch oft die erste Person, die sich ihnen aufmerksam und wohlwollend zuwendet.

  1. Behandlung kann wegen der Verliebtheit stagnieren Wir wissen, wie sehr Verliebtheit einen Widerstand darstellen kann gegen das Aufkommen unangenehmerer Gefühle und Konflikte, und dass sie der Verzögerung oder Vermeidung der schwierigen Arbeit dienen mag.
  2. Aber es ist auch klar, dass sie eine hochwertige Motivationsquelle sein kann, um eine innere Mutlosigkeit, Angst und Scham vor Gefühlen und Geständnissen zu überwinden.

Man muss also immer abschätzen, um welche Art von Verliebtheit es sich handelt, auch in welcher Phase der Behandlung sie auftritt, sich verdichtet oder sogar penetrant wird oder zu künstlichem oder verschleierndem Verhalten führt. Manche Patientinnen kommen mit dem festen Vorsatz, sich nicht zu verlieben, entweder weil sie dem Vorurteil verfallen sind, das müsse vielleicht sogar zwangsläufig geschehen.

  • Oder sie haben von einer Freundin oder einem tendenziell eifersüchtigen Partner gehört, so etwas drohe bei einer solchen Veranstaltung fast immer.
  • Oder sie verdächtigen sich selbst, dass ihnen das geschehen könne, fürchten dann Zurückweisung oder Beschämung oder in der Wiederholung eines biografischen Ereignisses eine analoge Verstrickung.

Nun gibt es aber Fälle, wo die Behandlung aus eben diesen Gründen zu stagnieren scheint. Unerfahrene Kollegen trauen sich oft nicht, das Thema beherzt anzusprechen, weil sie selbst befangen sind, sich des Narzissmus verdächtigen oder eine Beschämung bei der Patientin befürchten.

Ein freies und unbefangenes Erwähnen der Vermutung oder auch nur der vorsichtigen Nachfrage nach früheren Zuständen der Verliebtheit wird dadurch erschwert. Es kommt unter Umständen zu einem Eiertanz um das Thema herum, der Therapeut gerät in Verlegenheit, und die Patientin fängt an, an seiner Einfühlung oder sogar seiner Kompetenz zu zweifeln und ist doch gleichzeitig so dankbar wie therapeutisch unzufrieden, dass das gefährliche Ansprechen nicht geschieht.

Manche ziehen nach jeder Stunde von dannen, erleichtert, dass die Entdeckung wieder einmal ausgeblieben oder siegreich verhindert wurde. Ganz anders, mit Varianten, liegt der Fall, wenn der Analytiker ahnen oder wissen darf, dass eine heimliche oder verheimlichte Verliebtheit vorliegt, ja sogar, dass sie teilweise sogar still gelebt wurde und infolge einer unvorsichtigen Bemerkung wieder in den Untergrund gedrängt oder verdrängt wurde.

  • Dann ist viel Takt notwendig, um die Hintergründe der neuen Tarnung oder Scham anzusprechen, vor allem aber dann, wenn man in der Verliebtheit ein Wiederaufleben auch früh verdrängter oder aufgegebener sehr früher Gefühle annehmen darf.
  • Dann ist Ermutigung am Platz zu etwas Kostbarem, das sich wieder zeigen und wieder gelebt werden möchte, ohne mit erwachsener Verliebtheit verwechselt zu werden, und das sogar als ein Anzeichnen scheuer Bereitschaft gedeutet werden kann, wieder kräftige Lebensspuren zuzulassen.

Drastisch ausgedrückt: Es ist sogar ein Glückwunsch angebracht für den Lebensmut, bedrohliche Gefühle noch einmal im Ansatz zuzulassen und auch deren Aufflammen zu riskieren, weil ein früher Frost oder eine späte Entwertung stattgefunden hat, die einen wertvollen Bestandteil des Lebens auszulöschen drohte, der sich wieder regen will.

Es ist aber wichtig und vielleicht wiederholt zu erkennen zu geben, dass die neu erwachenden oder verborgenen Gefühle als eine kostbare Leihgabe betrachtet werden, die riskiert werden dürfen, weil sie nicht auf der gleichen Ebene beantwortet werden, erst recht nicht durch eine Vereinnahmung auf einer missbräuchlichen oder auf einer emotionalen oder gar körperlichen Ebene.

Therapeutische Beziehung als höchster Wert Jede allzu neutrale Verweisung auf frühe Gefühle oder eine dahinter liegende Übertragung kann kränkend wirken wie eine Zurückweisung auf einen unechten oder irrealen Inhalt. Es muss klar sein, dass die therapeutische Beziehung der höchste Wert in dem Geschehen ist, und dass eine Verwechslung oder gar eine Antwort auf erwachsener Ebene oder gar deren Ausleben eine Katastrophe nach sich ziehen und die Chance der Behandlung zerstören würde.

  • Auf dieser Basis kann die Verliebtheit willkommen geheißen und begrüßt und als ein Zeichen des neu erwachenden Lebensmutes gewürdigt werden.
  • Die Seele, so kann man fast poetisch sagen, habe die Fähigkeit bewahrt, diese verborgenen, aber nicht zu phasengerechtem Ziel gelangten Gefühle zu bewahren, zu würdigen und zu ehren, bis sie einen würdigen Partner im Therapeuten fanden.

Dieser bewahrt, würdigt und ehrt sie seinerseits, damit sie nachreifen können und im späteren und wirklichen Leben einen angemessenen neuen Partner finden. Es gibt eine ganz elementare Behinderung eines freien Umgangs mit dem vermuteten oder schon sichtbaren Thema: den Übertragungswiderstand des Analytikers oder Therapeuten.

Oft reicht bereits die schon erwähnte Befangenheit des Therapeuten vor dem Thema, aber auch eine mangelnde Kenntnis über die seelischen und körperlichen Anzeichen früher und inniger Verliebtheit des kleinen Kindes, sogar des Säuglings in die Mutter. Ein fast untrüglicher Hinweis sind die kleinen und meist unbewussten Kussbewegungen sozusagen in die Luft, aber gemeint ist natürlich die Mutter.

Darauf angesprochen herrschen Erstaunen, Belustigung oder Scham. Scham über die Unbewusstheit der Vorgänge oder das Ertapptwerden bei „verräterischen” Bewegungen. Es können aber auch Baby- oder Kleinkindlaute, die auf intime Nähewünsche hindeuten, geäußert werden.

  • Hilfreich und schammindernd sind Erklärungen über die nicht willentlich steuerbaren Gesten, die, so unbewusst sie sein mögen, von sensiblen Müttern wahrgenommen und durch „passende” Gesten und Laute beantwortet und damit auch willkommen geheißen und in die noch wortlose Beziehung eingefügt werden.
  • Dem nicht berührenden Analytiker reichen oft die mitgeteilte Beobachtung und die Würdigung der Regressionsebene.

Der analytisch-körpertherapeutisch geschulte Analytiker hat es leichter mit einer adäquaten Beantwortung von Sehnsuchtszeichen mit einer erneuten Erklärung. Diese Zeichen suchen dringlich nach einer leiblichen Inszenierung: Ich biete Ihnen meinen Unterarm an für einen Versuch einer zuerst winzigen Lippenberührung, später folgt die Ermutigung zu kaum merklichen Küsschen.

Wenn der Intimitätsbrücke zugestimmt ist, kann die Aufforderung des Patienten kommen: „Sie dürfen aber nicht gucken, ich bin zu befangen oder beschämt.” Das kann man leicht zusagen. Man staunt dann über die wachsende Lust, den frühen Vorgang mehrfach auszuprobieren, bis hin zu einer minutenlangen Dauer, die den Jahrzehnte alten Stau dieser lang entbehrten Begegnung anzeigt.

Es handelt sich beileibe nicht um plumpes Wiedergutmachen, sondern einerseits um eine Bekräftigung und Bestätigung der endlich entdeckten Regressionsstufe, andererseits um eine Entlastung der permanenten unbewussten Anstrengung der Gegenbesetzung, weil es dafür im späteren Leben außer im Zustand höchst regressiver und von Scham befreiter Verliebtheit keine Entsprechung gibt.

  1. Im normalen Leben muss dieses Stadium meist weiterhin abgewehrt werden oder kann zu unerklärbarem suchtartigem Verhalten führen.
  2. Auf jeden Fall wird der Therapeut belohnt durch eine erstaunte Dankbarkeit und die Festigung der Überzeugung, dass er nicht missbräuchlich verführbar ist.
  3. Bilder und Theorie: Omnipotente Liebe Zwei Konstellationen zwischen Mutter und Kind können zu einem Phänomen führen, zu einer „omnipotenten Liebe”, die zunächst noch massiver abgewehrt wird: Entweder überschüttet eine narzisstische Mutter das kleine Kind, vermutlich schon im ersten Jahr, mit überschwänglichen, vielleicht auch überschwemmenden Zärtlichkeiten, die das Kind kaum bewältigen kann.

Vor allem kann es seine eigene große Liebe nicht zurückgeben, es bleibt buchstäblich auf ihr sitzen. Mehrere Psychoanalytiker, erstmals Rosenberg, haben darauf hingewiesen, dass eine nicht zum Ziel oder zum „Objekt” kommende, also im Grunde erfolglose kindliche Liebe, zu einer Neurose der Verwirrung führen kann.

Es kommt ein Stau des natürlichen und für eine glückliche Beziehung notwendigen Gesten-Potenzials zustande, gegen den das Kind ebenso viel Gegenbesetzung braucht und verbraucht wie gegen einen Stau von Aggressionen. Es fühlt sich gehemmt, unerwünscht und auch abgewiesen. Die andere Konstellation ist für das Kind und den späteren Erwachsenen noch bedrohlicher: Die Mutter ist depressiv, uneinfühlsam, zurückweisend, überfordert.

Dann fühlt sich das Kind unbewusst abgelehnt, emotional unverstanden, in seinen zärtlichen Gesten verschmäht und abgewiesen. Es bildet sich ein ähnlicher Stau, verbunden mit einem massiven Unwertgefühl, man könnte sogar sagen in seiner Vitalität der Liebe vernichtet, verbunden mit einem Gefühl innerer Fäulnis und Verworfenheit, und die nicht gebrauchte Liebe kann sich in Lähmung oder tiefen abgründigen Hass verwandeln.

Macht man einen Patienten darauf aufmerksam, so fühlt er sich eventuell ertappt und geniert sich, später aber kann er dankbar anerkennen, dass man ihn auf einer tiefen und verborgenen Ebene aufgefunden und verstanden hat. In der berührenden Körperpsychotherapie spürt man an der Hand oder dem Handgelenk feinste Streichelbewegungen, mit denen das Kind der geliebten Mutter seine eigene Zärtlichkeit zurückschenken möchte.

In der Gegenübertragung antwortet der Analytiker wieder mit einem innigen Gefühl des Berührtseins. Man nimmt Teil an einer Vorform der sich bildenden Symbiose, am Übergang von der Verschmelzung zu einen Ansatz von Grenzfindung und zaghaft sich bildender Intersubjektivität.

Alle Gefühle, soweit sie nicht durch Antwort, formende Erwiderung, später Benennung Gestalt gewinnen und „abgeführt” oder ausgetauscht werden konnten, neigen dazu, omnipotent zu werden und als unbewusste Gefahrenquelle zu wirken. Eine notwendige und förderliche Haltung darf oder muss auch die formende Gegenwehr einbeziehen gegen chaotische und noch unkontrollierte Gefühle, und ein wichtiger Bestandteil der Einübung ist dabei die Eingrenzung von allzu stürmischen Liebesgefühlen.

Das zutreffendste deutsche Wort lautet: Begrenzung, „limitation”, ein Begriff, der in der analytisch fundierten Körpertherapie des amerikanischen Gruppentherapeuten Albert Pesso eine zentrale Rolle spielt. Körpertherapeutische Oberstufe Manche Patientinnen mit diesen frühen Erfahrungen sind überzeugt, dass niemand dem Ansturm ihrer Zuneigung gewachsen ist.

Mit einiger Erfahrung kann man folgendes „Verfahren” anbieten, das schon bei der vorbereitenden Beschreibung einen milden oder stärkeren Schrecken auslösen kann: Als unbewusster Wunsch wird angenommen, dass das Kind innig heftigst mit der Mutter verschmelzen will, um ihre frühere, destruktiv abweisende Schale zu durchstoßen oder deren libidinöse und erstickende Überschwemmung endlich aktiv zu durchdringen.

Ich nenne den aktiven Zustand eine früh missglückte „liebevolle Gewaltsamkeit”. Wenn das verstanden ist, biete ich der Liegenden an, mit allen verfügbaren Kräften meine den Schultern entgegengehaltenen Hände so zurückzudrängen, dass sie meinen Bauch mit dem Kopf erreicht und sich in ihn einzubohren versucht.

  • Meistens beginnt und endet der Annäherungskampf bereits mit der Eingrenzung der kämpferischen Sehnsucht schon beim Halt durch die Hände.
  • Die intensivere Variante, die mehr belohnte Nähe erlaubt, ist die: den Kopf gleich über die schützende Kissenbrücke zwischen meinem Sessel und der Couch direkt auf meinen Bauch zu lenken und ihn zu ermuntern, sich in den Bauch hineinzudrängen.

Bei beiden Varianten ist der entwickelte Ehrgeiz ungeheuer und stellt die omnipotente Gier und gestaute Zuneigung unverhüllt und im angemessenen frühen Aggregatzustand der Gefühle dar, kann aber leicht aufgefangen und „limitiert” werden, weil die herankriechend Liegende, auch wenn sie schiebend die Beine zu Hilfe nimmt, keine wirklich bedrohliche Schubkraft zustande bringt.

Meine Hände liegen beruhigend und bestätigend auf dem Kopf, mit der stillen Botschaft: „Es ist ein guter Kampf, und ich kann Sie gut und wohlwollend halten.” Das schafft Erleichterung und erlaubt, bis zur Erschöpfung und heftigstem Atmen zu kämpfen, bis dann Sätze kommen wie: „Ich war überzeugt, Sie halten meine Liebe nicht aus!” oder „Ich liebe Sie gegen die Wand, und Sie kriegen Angst”.

Und: „Sie überleben ja ganz freundlich, auch wenn Sie selbst schwer atmen, das gefällt mir. Aber ich bin nicht mehr übermächtig.” Die Arbeitsbeziehung wird nach dem überstandenen Abenteuer tragfähiger, vertrauensvoller und verlässlicher.

Zitierweise dieses Beitrags: PP 2014; 12(5): 220–2

Anschrift des Verfassers Dr. phil. Tilmann MoserAumattenweg 3, 79117 Freiburg [email protected], www.tilmannmoser.de : Verliebtheit in der Psychotherapie: Adäquate Beantwortung von Sehnsuchtszeichen