Was Macht Eine Familienhilfe?

Was Macht Eine Familienhilfe
Glossar: Kinder und Jugendliche Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine Form der Erziehungshilfe. Ihre Aufgabe ist es, Familien durch intensive Betreuung und Begleitung zu unterstützen. Sie gibt also Hilfe zur Selbsthilfe: Die Familie hat für eine bestimmte Zeit eine Sozialpädagogin/einen Sozialpädagogen, die oder der sie zu Hause besucht.

Sozialpädagogische Familienhilfe kommt nur in Betracht, wenn die freiwillige Mitarbeit der Familie gegeben ist. Die Sozialpädagogische Familienhilfe wird insbesondere bei Problemen in der Erziehung, der Alltagsbewältigung oder bei schweren Konflikten und Krisen in Anspruch genommen. Angeboten wird sie von öffentlichen und freien Trägern.

Bewilligt und finanziert wird sie über das Jugendamt.

Was ist die Aufgabe eines familienhelfer?

1.2 Ziele / Schwerpunkte – Die Sozialpädagogische Familienhilfe hat als primäre Aufgabenstellung die Wiederherstellung, Förderung und Sicherung der Erziehungskraft der Familie. Dies können Familie und Fachkraft nur in Zusammenarbeit erreichen. Alle Handlungsschritte der Fachkraft sind abgestimmt und ausgerichtet auf die Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeiten der Familienmitglieder.

  1. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe.
  2. Das Kindeswohl gilt hierbei als handlungsleitendes Prinzip.
  3. Alle Beteiligten sind angehalten, stets auch mögliche, das Kindeswohl gefährdende Aspekte zu prüfen und bei Bedarf in Kooperation mit dem Jugendamt ein angemessenes Schutzkonzept zu erarbeiten (vgl.
  4. § 8a SGB VIII und Pkt.4.

Umgang mit Kindeswohlgefährdung gem. § 8a SGB VIII). Die rechtzeitige und umfassende Beteiligung aller Familienangehörigen – insbesondere auch die altersgemäße Partizipation der Kinder und Jugendlichen – ist für den Erfolg dieser Hilfeleistung mitbestimmend.

Indem alle Beteiligten ihre individuellen Vorstellungen, Erwartungen und Zielsetzungen formulieren, bekunden sie ihre Mitwirkungsbereitschaft. Sie werden gefordert, aktiv zu werden und übernehmen damit Verantwortung für sich selbst. Im Idealfall erarbeiten sie eigenständig persönliche Handlungs- und Zielperspektiven.

Die Leistungsinhalte der Sozialpädagogischen Familienhilfe werden wie folgt beschrieben:

  • Die familiären Ressourcen werden soweit wie möglich und notwendig unterstützt, gefördert und stabilisiert, um das Kindeswohl innerhalb der Familie zu sichern, wiederherzustellen oder gegebenenfalls eine Rückführung aus einer stationären Unterbringung zu ermöglichen;
  • lebenspraktische Aufgaben werden soweit begleitet, dass Kinder, Jugendliche und Personensorgeberechtigte ihren Lebensalltag angemessen, selbstständig und eigenverantwortlich gestalten können;
  • die Erziehung der Kinder/Jugendlichen wird sowohl im innerfamiliären als auch im außerfamiliären Bereich in geeigneter Form unterstützt und begleitet, um eine positive Entwicklung der Kinder zu fördern;
  • das soziale Umfeld wird einbezogen und die vorhandenen örtlichen Ressourcen werden für die Familie sichtbar und nutzbar gemacht.

Die Leistungsinhalte einer Sozialpädagogischen Familienhilfe können nicht umgesetzt werden bei:

  • einer akuten Kindeswohlgefährdung in der Familie, soweit diese nicht durch zusätzliche Leistungen abgewehrt werden kann;
  • einer Suchterkrankung und/oder einer psychiatrischen Erkrankung eines oder mehrerer Familienmitglieder, soweit nicht aufgrund von Krankheitseinsicht und Bereitschaft zu einer begleitenden Maßnahme der Erfolg der Sozialpädagogischen Familienhilfe sichergestellt werden kann.

Wie oft kommt eine Familienhilfe?

Wie oft kommt ein Mitarbeiter der Familienhilfe vorbei? – Dies hängt stark von den jeweiligen Verhältnissen ab. Anfangs finden die Besuche etwas häufiger statt, damit sich der Sozialarbeiter ein Bild von Ihren Lebensumständen machen kann. Je nachdem, wie viel Hilfe Sie benötigen, kann dies bis zu fünfmal pro Woche sein.

Was muss man machen um Familienhilfe zu werden?

Jobs als Familienhelfer für Sie: – Familienhelfer ist kein klassischer Ausbildungsberuf. In der Regel sind Familienhelfer studierte Sozialpädagogen. Darum spricht man in der Regel auch von sozialpädagogischer Familienhilfe. Als Teil der Sozialarbeit befasst sich die Sozialpädagogik vor allem mit dem Thema Familie.

  1. Den Job ergreifen können im Grunde alle Sozialpädagogen, die Erfahrungen mit Kinder- und Jugendhilfe oder Interesse an einer beruflichen Umorientierung haben.
  2. Studium: Die Fächer Sozialarbeit, Sozialwesen oder Sozialpädagogik kann man an zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen in ganz Deutschland studieren.

Im Studium werden Kenntnisse zu Sozialrecht, Geschichte der Sozialarbeit, Grundlagen der Sozialisation, Jugendhilfe und Pädagogik der frühen Kindheit vermittelt. Viele Hochschulen legen bei diesen Studienangeboten großen Wert auf eine praxisnahe Ausbildung und verlangen den Nachweis mehrerer Praktika in verschiedenen sozialen Einrichtungen als Teil der Studienleistung.

Wer zahlt Spfh?

Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine oftmals intensive Form am­bulanter Hilfe. Ihre vordringlichste Aufgabe ist, Eltern durch enge Betreuung und Be­gleitung in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen zu unterstützen und sie zu einem selbstständigen Leben zu befähigen (Hilfe zur Selbst­hilfe).

Sie unterscheidet sich von anderen Hilfearten darin, dass sie in der Familie selbst erbracht wird und meist auf längere Dauer angelegt ist. Die SPFH nimmt unter den Hilfen zur Erziehung eine besondere Stel­lung ein. Sie orientiert sich am gesamten Familien­system und an dessen sozialem Netzwerk mit seinen Erziehungs- und Beziehungsproblemen, seinen sozialen und mate­riel­len Schwierig­keiten und Ressourcen.

Sie erfordert deshalb auch die Mitarbeit der ganzen Familie. Die sozialpädagogische Fachkraft sucht die Familie in ihrer häuslichen Umgebung auf und versucht Schritt für Schritt in enger Zusammen­arbeit mit ihr, Probleme in der Kin­der­erziehung, der alltäg­lichen Lebensbewältigung, im Umgang mit Ämtern oder miss­lingende innerfamiliäre Beziehungen aufzuarbeiten und zu modifizieren.

Dabei kommt dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, der Mobilisierung von Ressourcen und Schutz­faktoren innerhalb der Familie und im sozialen Nahraum besondere Be­deu­tung zu. Durch das Angebot der SPFH kommt die verfassungsmäßige Wert­schät­zung der elterlichen Erziehungsverantwortung und familiären Autonomie zum Aus­druck.

Grundsätzlich ist die Wiederherstellung, Sicherung und Stabilisierung der familiären Erziehungskraft Zielsetzung dieser Hilfeart.D.h. die Familien sollen in den ver­schie­de­nen Bereichen des Alltagslebens gefördert werden. Durch das ge­mein­sa­me Ent­wi­ckeln bestmöglicher Lösungen soll insbesondere die Fremd­un­ter­brin­gung der Kinder vermieden werden.

die Wiederherstellung und Stärkung der Erziehungsfähigkeit das Aufdecken von Stärken und Fähigkeiten der einzelnen Familienmitglieder die Unterstützung bei der Alltagsbewältigung die Stärkung des Selbstwertgefühls die Stärkung der Konfliktfähigkeit die Verbesserung der Beziehungen untereinander die Auflösung von Isolation die Entwicklung von Lebensperspektiven die Unterstützung bei der materiellen Absicherung die Kooperation mit Fachberatungsstellen

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Als Grundlage für die Ausgestaltung der Hilfe wird von den Fachkräften zusammen mit den Personensorgeberechtigten und dem Kind oder Jugendlichen ein Hilfeplan auf­ge­stellt. Er enthält Feststellungen über die notwendigen Leistungen im Einzelnen und erlaubt die regelmäßige gemeinsame Überprüfung des Fortgangs der Hilfe im Hinblick auf die vereinbarten konkreten Zielsetzungen.

Was ist die Aufgabe des Jugendamtes?

Wichtige Akteure: Zusammenarbeit mit freien Trägern – Die Angebote und Leistungen werden größtenteils auch von Trägern der freien Jugendhilfe erbracht. Nur bei hoheitlichen Aufgaben wie zum Beispiel dem Kinderschutz kann das Jugendamt diese Aufgaben nicht delegieren. Das Jugendamt hat aber die Planungs- und Gesamtverantwortung. Das bedeutet, dass

  • das Jugendamt dafür sorgt, dass die Angebote und Leistungen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Ort rechtzeitig geplant werden und in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen,
  • die jungen Menschen und ihre Erziehungsberechtigten ihre gesetzlich verankerten Ansprüche auf Hilfe und Unterstützung auch einlösen können und die Hilfen sie wirksam unterstützen,
  • die Angebote und Leistungen in fachlich guter Qualität erbracht werden und diese regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.

Kinder und Jugendliche verbringen heute große Teile ihres Tages auch in öffentlicher Erziehung. Neben der Familie übernehmen auch die Kindertagesbetreuung und andere Angebote der Kinder- und Jugendhilfe wesentliche Aufgaben von Bildung, Betreuung und Erziehung.

Was macht der erziehungsbeistand?

Leistungsbereich Sozialgesetzbuch (SGB) – Achtes Buch (VIII) – Kinder- und Jugendhilfe – § 30 Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer Der Erziehungsbeistand und der Betreuungshelfer sollen das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfelds unterstützen und unter Erhaltung des Lebensbezugs zur Familie seine Verselbständigung fördern.

Grundlagen und Zielsetzung Der Erziehungsbeistand und die Betreuungshilfe sollen das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfelds unterstützen und unter Erhaltung des Lebensbezugs zur Familie seine Verselbständigung fördern.

Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche überwiegend zwischen 9 – 16 Jahren sowie deren Eltern bzw. Personensorgeberechtigte. Häufig sind die jungen Menschen in eine krisenhafte Lebenssituation geraten, haben Konflikte im Schulbereich, leiden unter familiären Spannungen oder zeigen Auffälligkeiten im Sozialverhalten.

Aufbau einer positiven und belastbaren Beziehung zu den Betreuten Beratungsgespräche mit den Betreuten Freizeitpädagogische Arbeit Unterstützung bei der Bewältigung lebenspraktischer Aufgaben Familien und Elternberatung in der Herkunftssprache Gespräche mit Lehrern Aufbau von Selbstvertrauen Förderung der Leistungsbereitschaft Aufbau stabiler, positiver, sozialer Kontakte Die Zusammenarbeit in Form von Beratung der Eltern Hilfe beim Umgang mit Behörden

Arbeitsansatz Zielsetzung: Kinder und Jugendliche innerhalb der Familie zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten; Förderung der Beziehungssysteme: die Familie, die Schule, das soziale Umfeld, Freizeitbereich. Zwischen der sozialpädagogischen Betreuung und dem jungen Menschen soll möglichst eine verlässliche und tragfähige Arbeitsbeziehung aufgebaut werden.

Der junge Mensch soll in seinen Fähigkeiten gefördert und die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden. Die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und Beziehungsfähigkeit aller Beteiligten wird reflektiert und entsprechend bearbeitet. Eventuell kann die Ablösung von der Familie und ein Verselbständigungsprozess gefördert werden.

Eingesetzte Methoden Die Hilfe ist am Jugendlichen und seiner Familie orientiert. Unterstützung wird unter anderem bei Schulproblemen gegeben, z.B. Gespräche mit Lehrer*innen, das Interesse der Eltern an der schulischen Situation des Kindes aufbauen, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern fördern, Rahmenbedingungen für schulisches Lernen verbessern.

Ist Familienhilfe immer freiwillig?

3 Aufträge der Sozialpädagogischen Familienhilfe – Sozialpädagogische Familienhilfe kann von Familien freiwillig in Anspruch genommen werden. Häufiger kommt der Auftrag jedoch nicht von den Familien selbst, sondern von einer Fachstelle oder Behörde – durchaus mit dem Einverständnis der Eltern,

  • Bei einer angeordneten Sozialpädagogischen Familienhilfe müssen die Eltern den Auftrag zumindest dulden und eine minimale Kooperationsbereitschaft zeigen.
  • Eine Problemeinsicht muss dagegen nicht von Beginn an vorhanden sein und kann sich auch erst im Verlauf entwickeln.
  • In der Regel erhält die Sozialpädagogische Familienhilfe sowohl Abklärungs- wie auch Veränderungsaufträge.

Obwohl Abklärungsaufträge im Gegensatz zu Veränderungsaufträgen ebenso gut von anderen Diensten übernommen werden könnten, erhält die Sozialpädagogische Familienhilfe häufig dann solche Abklärungsaufträge zugewiesen, wenn abgeklärt werden soll, ob die Sozialpädagogische Familienhilfe im abzuklärenden Fall die aussichtsreichste Hilfeform darstellt.

Bei Veränderungsaufträgen handelt es sich dagegen um das „Kerngeschäft” der Sozialpädagogischen Familienhilfe, da hier Veränderungen der Familie im Vordergrund stehen, welche die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in der Familie verbessern sollen. In der (Zuweisungs-)Praxis lassen sich noch weitere Auftragsformen finden, wie etwa Stabilisierungsaufträge, Platzierungsvorbereitungsaufträge oder Rückplatzierungsaufträge.

Letztlich stellen allerdings auch diese Auftragsformen Veränderungsaufträge dar, da sie ebenfalls alle auf eine Veränderung der Familie und den sie umgebenden Systeme abzielen – sei es um eine weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern, um die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Platzierungsorganisationen herzustellen oder die Möglichkeiten zur Reintegration der zurückkehrenden Kinder zu verbessern.

  1. Expliziter Bestandteil solcher Veränderungsaufträge ist häufig auch ein Kontroll(teil)auftrag.
  2. Um den Vertrauensaufbau nicht zu behindern, sollte dieser Teilauftrag gegenüber der Familie allerdings transparent gemacht werden.
  3. Zudem sollte sich der Kontrollauftrag nur auf wenige Bereiche beschränken, damit Familien die Sozialpädagogische Familienhilfe noch als Unterstützungsangebot und nicht primär als Kontrollangebot wahrnehmen können.

Allerdings stellt sich dabei auch die grundsätzliche Frage, ob solche Kontrollaufträge überhaupt explizit ausgesprochen werden müssen, da die Sozialpädagogische Familienhilfe immer auch einen impliziten Kontrollauftrag wahrnimmt, um das Kindeswohl sicherzustellen.

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Woher bekomme ich Familienhilfe?

Keine Angst vor den Kosten – Unser Angebot ist für Sie kostenlos. Sie können die Familienhilfe in Anspruch nehmen, wenn eine Bewilligung der zuständigen Jugendwohlfahrtsbehörde der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft vorliegt. Gemeinsam vereinbaren wir zu Beginn einen individuellen Zeitrahmen sowie das Stundenausmaß der Betreuung.

Was ist unter kindeswohlgefährdung zu verstehen?

Wann liegt eine Kindeswohlgefährdung vor? – Aktuelles zum Familienrecht Nach § 1666 BGB kann das Familiengericht eingreifen, um eine Gefahr vom Kind abzuwenden, wenn dessen Wohl gefährdet ist und die Eltern nicht dazu gewillt oder in der Lage sind dies selbst zu tun.

  1. Der § 1666 BGB ist also als eine Art Ausprägung der staatlichen Wächterfunktion (Art.6 Abs.2 Satz 2 GG) zu verstehen.
  2. Er regelt, wann der Staat zur Wahrung des Kindeswohls einschreiten darf und damit in das Recht der elterlichen Sorge eingreifen darf.
  3. Doch wann liegt eine solche Kindeswohlgefährdung überhaupt vor? Dazu ist zuerst zu klären was das Kindeswohl an sich ist.

Der Begriff Kindeswohl als solcher ist bereits schwer zu fassen. Der Gesetzgeber nennt als Anhaltspunkte das körperliche, geistige und das seelische Wohl des Kindes. Für das Kindeswohl ist als entscheidendes Kriterium zudem die Erziehung anzusehen. Durch sie wird das Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung geformt und lernt, wie man sich in der Gesellschaft richtig zu verhalten hat.

Es geht also um einen umfassenden Schutz des sich in der Entwicklung befindlichen Kindes. Wann ist das Kindeswohl nun tatsächlich gefährdet bzw. wann kann das Familiengericht Maßnahmen nach § 1666 BGB treffen, die zur Abwendung einer Gefahr für das Kindeswohl notwendig erscheinen?. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine gegenwärtige oder zumindest unmittelbar bevorstehende Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt.

Diese Definition ist als Grundregel abstrakt gehalten wodurch sich Fallgruppen gebildet haben, die als eine Art Orientierungshilfe dienen sollen um anhand von Beispielen die Kindeswohlgefährdung zu konkretisieren. Die erste Ursache für eine Kindeswohlgefährdung kann bei Körper- bzw.

  • Gesundheitsverletzungen gesehen werden.
  • Das Kindeswohl ist also als gefährdet anzusehen, wenn Straftaten an einem Kind begangen werden.
  • Zu nennen sind hier Tötungsversuche, erhebliche körperliche Misshandlungen, seelische Misshandlungen sowie massive körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Eltern.

Als nicht ausreichend für eine Gefährdung in dieser Fallgruppe sind lediglich vereinzelt gebliebene Misshandlungen des Kindes anzusehen, bei denen eine Gefahr der Wiederholung nicht besteht. Eine Kindeswohlgefährdung ist ebenso anzunehmen bei sexuellem Missbrauch wobei der Verdacht alleine im Einzelfall schon genügen kann, wenn konkrete Anhaltspunkte den Verdacht begründen.

  1. Eine zweite Gruppe für Ursachen einer Kindeswohlgefährdung stellt die Gruppe der ärztlichen Behandlung dar.
  2. Eine Gefährdung liegt danach unter anderem vor, wenn die Eltern eine für das Kind erforderliche Operation verweigern.
  3. Auch das Rauchen der Eltern kann eine Gefährdung darstellen.
  4. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dies nur in bestimmten Fällen als eine Gefährdung zu werten ist, in denen das Kind bspw.

an Asthma erkrankt ist. Eine dritte Gruppe stellen Erziehungsfehler dar. Als Beispiele für diese Gruppe wird häufig die strikte Verweigerung des Umgangs mit dem anderen Elternteil angesehen oder mehrfach vorkommende unkontrollierte Wutausbrüche sowie eine überfürsorgliche Erziehung des Kindes.

Aber nicht nur Fehler in der Erziehung durch die Eltern können als Ursache für eine Kindeswohlgefährdung angesehen werden, sondern auch Erziehungsdefizite der Eltern selbst. So kann eine Gefährdung des Kindeswohls bei psychischer oder schwerer körperlicher Erkrankung vorliegen. Als Gefährdung wird ebenfalls betrachtet, wenn bei den Eltern eine Unfähigkeit herrscht, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen oder wenn bei den Eltern eine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit vorliegt.

Nicht ausreichend für ein Eingreifen des Familiengerichts ist dagegen alleine die Zerstrittenheit der Eltern untereinander. Ein Eingreifen kann aber dann erforderlich sein, wenn aus dieser Zerstrittenheit der Eltern eine Unfähigkeit bei diesen entsteht, sich über Belange des Kindes zu einigen.

  • Des Weiteren wird eine weitere Gruppe bei Fehlern der Eltern in Bezug auf die schulische Laufbahn oder Ausbildung angenommen.
  • Eine Gefährdung ist als gegeben anzusehen bei Weigerung der leistungsfähigen Eltern, die Finanzierung der Ausbildung für das Kind zu übernehmen oder das schulpflichtige Kind nicht für die Schule anzumelden.

Eine Gefährdung kann hier auch dann angenommen werden, wenn die Eltern ihr Kind von der Schule abmelden, ohne auf dessen Willen einzugehen oder wenn sie entgegen dem Willen des Kindes dieses in einem Internat anmelden. Eine letzte Gruppe der Ursachen für eine Kindeswohlgefährdung ist bei Vernachlässigung des Kindes durch die Eltern zu sehen.

Dazu muss auf Seiten der Eltern ein grob pflichtwidriges passives Verhalten bei der Versorgung, der Betreuung oder der Beaufsichtigung des Kindes vorliegen dessen Auswirkungen derart gravierend sind, dass eine weitgehende Verwahrlosung des Kindes droht. Beispiele für eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung sind die mangelnde Ernährung des Kindes und eklatante Hygienemängel des Kindes.

Für alle Eingriffe in das elterliche Sorgerecht ist zudem das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Die Maßnahme muss also geeignet sein die Gefahr für das Kind abzuwehren sowie dazu erforderlich und geboten sein. Insbesondere sollte der Staat versuchen durch Unterstützung und helfende Maßnahmen oder durch Wiederherstellung des verantwortungsgerechten Verhaltens der Eltern sein eigentliches Ziel zu erreichen.

  • Besonderen Ausdruck findet der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vor allem in § 1666a Abs.1 Satz 1 BGB.
  • In diesem heißt es, dass Maßnahmen mit denen eine Trennung des Kindes von den Eltern einhergeht, nur zulässig sind, wenn die Gefahr für das Kind nicht anders z.B.
  • Durch öffentliche Hilfen, beseitigt werden kann.
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Falls Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, rufen Sie uns an (089/2366330) oder nehmen Sie zu uns auf. Unsere Kanzlei für Familienrecht liegt in München und ist über den Sendlinger Tor Platz sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Gerne unterstützen wir Sie bei Trennung und Scheidung.

Was ist ein Erziehungsdefizit?

§ 27 SGB VIII setzt ein Erziehungsdefizit voraus. Dies ist eine erzieherische Mangellage in der Person des Erziehers, die das Wohl des Kindes – zumindest abstrakt – gefährdet. Die Mangellage muss nicht verschuldet sein, es genügt ein objektiver Mangel.

Was ist eine Spfh?

Was ist die sozialpädagogische Familienhilfe? – Die sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) begleitet durch intensive Betreuung und Unterstützung Elternpaare und Alleinerziehende mit ihren Kindern in Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen, im Kontakt mit Ämtern und Institutionen.

Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie. SPFH ist lt. § 31 Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) eine eigenständige Form der erzieherischen Hilfe. Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist ein Hilfeangebot für Familien, Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit mindestens einem Kind, deren Lebenssituation durch vielfältige psychosoziale Schwierigkeiten gekennzeichnet ist und die Unterstützung benötigen um die Versorgung, Erziehung und Bildung der Kinder zu gewährleisten.

Sie wird über den Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, Abteilung Familien beantragt und regelmäßig in Hilfeplangesprächen überprüft

Kann das Jugendamt entscheiden wo das Kind lebt?

Kann ein 14-jähriges Kind den Aufenthalt selbst bestimmen? – Nein, bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres liegt das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei den Eltern bzw. Personensorgeberechtigten des Kindes. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teil der Personensorge.

  • Bis dahin kann das Kind hinsichtlich Aufenthalts also nicht gegen den Willen der Eltern handeln.
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  • Ab wann darf ein Kind bestimmen, wo es leben will? Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen sind lediglich allgemeine Informationen und ersetzen keine professionelle rechtliche Beratung.

Jede Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität ist ausgeschlossen. Jede Adoption muss von einer staatlich anerkannten Adoptionsvermittlung begleitet werden. Wer ein Kind auf anderen Wegen annimmt, mehr lesen Seit 2017 können auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Damit haben sie dieselben Rechte wie alle anderen Ehepaare. Sie können mehr lesen Eine Sukzessivadoption bedeutet, dass ein Kind in zwei Schritten adoptiert wird. Erst vom einen Partner, dann vom anderen. Sie ist mehr lesen

Wann darf das Jugendamt ein Kind aus der Familie nehmen?

1. Was bewirkt der Widerspruch gegen Inobhutnahme bzw. Wegnahme der Kinder? – Die Wegnahme der Kinder durch das Jugendamt ist eine Inobhutnahme im Sinne der §§ 8a Absatz 3 Satz 2, 42 SGB VIII. Dieser Inobhutnahme sollten Eltern zwingend widersprechen. Der Widerspruch eines personensorgeberechtigten Elternteils reicht aus.

Was ist eine psychische kindeswohlgefährdung?

Unter psychischer Misshandlung versteht man alle Handlungen oder Unterlassungen von Eltern oder Betreuungspersonen, die Kinder ängstigen, überfordern, ihnen das Gefühl der Wertlosigkeit vermitteln.

Was fragt das Jugendamt?

Hilfe bei der Erziehung für Familien – Die Leistungen des Jugendamtes kann man als Angebote verstehen, die Familien und Kinder freiwillig annehmen können und die ihnen das Zusammenleben erleichtern sollen. Und das Spektrum der Angebote ist breit gefächert: Angebote für Familien und Eltern bei Erziehungsfragen und familiären Problemen Das Jugendamt informiert Familien und Eltern über Erziehungsthemen, berät bei Erziehungsfragen, bietet Paargespräche an, hilft bei Scheidung oder Trennung, unterstützt Alleinerziehende und bietet Hilfe bei der Trauerbewältigung an.

dem Kind fällt es schwer, Freunde zu finden das Kind klammert das Kind ist in einer Trotzphase das Kind ist aggressiv und schlägt die Eltern oder Geschwister das Kind stiehlt das Kind hält sich an keine Regeln

Bei einer Scheidung oder Trennung hilft das Jugendamt zum Beispiel

Konflikte zu bewältigen ein Konzept für das gemeinsame Sorgerecht zu entwickeln das Wohl des Kindes im Auge zu behalten

Auch bei so unterschiedlichen Problemen wie ADHS oder einem Trauerfall in der Familie, der für Kinder immer besonders belastend ist, bietet das Jugendamt Unterstützung an. Kinder- und Jugendschutz Ob es der erste Urlaub ohne Eltern ist, der Streit um den Diskobesuch, Ausgehzeiten oder das Surfen im Internet – das Jugendamt informiert Eltern darüber, was Kinder und Jugendliche dürfen und was sie nicht tun sollten.

Was macht Jugendamt bei Überforderung?

Wie leistet das Jugendamt Hilfe bei Überforderung mit Kindern? – Überlastete Mütter und Väter können sich beim Jugendamt oder einer Familienberatungsstelle melden, um ihre Situation zu besprechen. Gemeinsam mit Fachkräften können sie dann eine gemeinsame Lösung finden.

Was ist eine Spfh?

Was ist die sozialpädagogische Familienhilfe? – Die sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) begleitet durch intensive Betreuung und Unterstützung Elternpaare und Alleinerziehende mit ihren Kindern in Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen, im Kontakt mit Ämtern und Institutionen.

Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie. SPFH ist lt. § 31 Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) eine eigenständige Form der erzieherischen Hilfe. Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist ein Hilfeangebot für Familien, Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit mindestens einem Kind, deren Lebenssituation durch vielfältige psychosoziale Schwierigkeiten gekennzeichnet ist und die Unterstützung benötigen um die Versorgung, Erziehung und Bildung der Kinder zu gewährleisten.

Sie wird über den Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, Abteilung Familien beantragt und regelmäßig in Hilfeplangesprächen überprüft