Wie Viele Deutsche Wörter Gibt Es?

Wie Viele Deutsche Wörter Gibt Es
Die Darstellung und Analyse statistischer Ergebnisse bedürfen einer sprachlich-textlichen Kommentierung. Auch wenn es zutreffen mag, dass »ein Bild mehr sagt als 1 000 Worte«, kommt man in dem Bestreben, »Zahlen sprechen zu lassen« nicht ohne Worte aus.

  1. Der Wortschatz einer Sprache ist keine statische Größe, sondern er unterliegt einem permanenten Wandel.
  2. Daher fällt es schwer, den Umfang des Wortschatzes einer Sprache auch statistisch zu ermitteln, zumal eine Statistik des deutschen Wortschatzes nicht zu den Aufgaben der amtlichen Statistik in Deutschland gehört.

Derzeit ist gerade der deutsche Wortschatz im Vergleich zu anderen Sprachen in einer starken Umbruchsituation – dies als Folge etwa der Internationalisierung von Kommunikationsinstrumenten oder auch eines wachsenden Bevölkerungsanteils mit Migrationshintergrund.

Sprachwissenschaftler weisen dem Begriff Wortschatz zwei unterschiedliche Bedeutungen zu. Zum einem ist darunter die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verstehen, zum anderen wird damit die Gesamtheit aller Wörter bezeichnet, die eine einzelne Person kennt oder verwendet.

In feinerer Untergliederung beim Wortschatz einer Person wird differenziert zwischen dem rezeptiven und dem produktiven Wortschatz. Zum rezeptiven oder passiven Wortschatz einer Person gehören all die Wörter einer Sprache, die sie vom Sinn her richtig versteht.

  • Der aktive oder produktive Wortschatz eines Menschen wird vom ihm auch beim Sprechen oder Schreiben genutzt, indem er damit sinnvolle und verständliche sprachliche Äußerungen formuliert.
  • Langfristig gesehen zeigen sich sprachgeschichtliche Entwicklungen in der Veränderung des Wortschatzes.
  • Im Laufe eines Jahrhunderts entstehen bei einer lebenden Sprache viele neue Wörter, andere sterben ab und viele werden verändert.

Dies ist die Hauptschwierigkeit, den Wortschatz einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt buchhalterisch korrekt zu quantifizieren. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Germanistik an deutschen Universitäten fest etabliert war und eine erste Blütezeit erlebte, haben sich auch die Statistiker der Vorgängerinstitutionen der heutigen statistischen Ämter mit der Materie des deutschen Wortschatzes beschäftigt.

In der Zeitschrift des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus des Jahres 1896 erschien ein umfangreicher Beitrag zur Statistik des deutschen Wortschatzes.1 In diesem historischen Beitrag geht es weniger um die statistische Ermittlung des Wortschatzumfangs, vielmehr wurde hier eine philologische Methode zur Quantifizierung von Worthäufigkeiten praxisorientiert vorgestellt und zur Verwendung empfohlen.

Die Autoren sahen den künftigen Nutzen ihrer Arbeit vor allem bei den Stenografen und Druckereien. Die Ergebnisse boten Möglichkeiten zur Verbesserung der bestehenden Stenografiesysteme und zur effizienteren Ausstattung der Setzkästen in Druckereien. Bereits in der Ausgabe 1884 der württembergischen Jahrbücher für Statistik und Landeskunde des Königlich Statistisch-Topographischen Bureaus erschien ein Artikel von Hermann Fischer »Über den schwäbischen Dialekt und die schwäbische Dialektdichtung«.2 In diesem Artikel wird auf eine sehr komplizierte Materie eingegangen, denn deutsche Dialekte werden im Regelfall nur in der mündlichen Kommunikation und nur selten in gedruckter Form verwendet.

  1. Inhaltlich wird schwerpunktmäßig die geografische Ausbreitung der schwäbischen Dialektformen analysiert.
  2. Da Dialekte zumeist nur mündlich verbreitet und überliefert werden, ist es für diese Sonderformen der deutschen Sprache sehr viel schwieriger als bei der Hochsprache, Quantitäten des Dialektwortschatzes zu ermitteln.

Sowohl die badischen als auch die schwäbischen Dialekte kommen nicht in einer einheitlichen Sprachform vor, sie bestehen vielmehr aus einer Vielzahl von geografisch eng begrenzten und genutzten Sprachvarietäten. So gibt es im Sprachraum der beiden badischen Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg folgende Dialektgruppen: Südfränkisch, Kurpfälzisch, Hochalemannisch, Niederalemannisch, Schwäbisch und Ostfränkisch.

Das Niederalemannische wird oftmals noch unterteilt in das Oberrheinalemannische und das Seealemannische. Im mittleren und südöstlichen Teil von Baden-Württemberg, hauptsächlich in den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen, wird dagegen Schwäbisch mit seinen vielen Unterformen gesprochen. Das Schwäbische gehört zu den alemannischen Dialekten und somit zu der oberdeutschen Dialektgruppe.

Alleine schon diese kleine Aufzählung zeigt, dass es nahezu unmöglich ist, Näherungswerte des Wortschatzumfangs für die in Baden-Württemberg gesprochenen Dialekte zu ermitteln. Nach führenden Sprachwissenschaftlern der deutschen Sprache umfasst der Wortschatz der deutschen Standardsprache etwa 75 000 Wörter.

Je nach Quelle und Zählweise wird die derzeitige Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes auf ca.350 000 bis 500 000 Wörter geschätzt. Das für die deutsche Sprache wohl aufwändigste und anspruchvollste Nachschlagewerk, das Deutsche Wörterbuch, das von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm begonnen und erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts von der nachfolgenden Germanistengeneration fertig gestellt wurde, enthält annähernd 350 000 Stichwörter der deutschen Sprache.

In der aktuellen Ausgabe des Duden, dem deutschen Universalwörterbuch, wird der Wortschatz der deutschen Alltagssprache auf 500 000 Wörter geschätzt und der zentrale Wortschatz auf rund 70 000 Wörter. Die Ausgabe 2008 des anderen namhaften deutschen Wörterbuchs von Wahrig enthält rund 260 000 Stichwörter.

  1. Diese Richtgrößen zeigen, auf welchen Umfang der deutsche Wortschatz mindestens geschätzt werden muss.
  2. In all diesen Wörterbüchern gibt es nur geringe Anteile der vielen Fachwortschätze.
  3. So gibt es realistische Schätzungen, dass alleine die deutsche Fachsprache der Chemie einen Umfang von 20 Mill.
  4. Begriffen beinhaltet.

Dies zeigt, dass der Gesamtwortschatz der deutschen Sprache mit der Größe 500 000 + n zu bezeichnen ist, wobei n eine unbestimmte Größe bleibt. Was den individuellen Wortschatz einer Person anbelangt, kann aufgrund seriöser sprachwissenschaftlicher Untersuchungen davon ausgegangen werden, dass mit zunehmendem Bildungsstand auch der Wortschatz eines Menschen zunimmt.

Wie viele Wörter gibt es im Deutschen Duden?

Duden | Der Um­fang des deut­schen Wort­schatzes Wie umfangreich ist der aktuelle deutsche Wortschatz? Und wie viele Wörter benutzt ein deutscher Sprecher oder eine deutsche Sprecherin im Durchschnitt? Der Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache wird im Allgemeinen zwischen 300 000 und 500 000 Wörtern (Grundformen) angesetzt.

Im Durchschnitt benutzt ein Muttersprachler oder eine Muttersprachlerin ­etwa 12 000 bis 16 000 Wörter, darunter sind rund 3500 Fremdwörter. ­Verstanden wird aber viel mehr: Mit mindestens 50 000 Wörtern ist der passive Wortschatz um ein Mehrfaches größer. Diese Zahlen sind allerdings nur Schätzwerte.

Denn der deutsche Wortschatz verändert sich kontinuierlich, neue Wörter werden gebildet oder aus anderen Sprachen entlehnt. So wird der Wortschatz in der Literatur-, Medien- und Wissenschaftssprache beständig ausgebaut und technische Errungenschaften oder gesellschaftliche Entwicklungen gehen einher mit neuen Begrifflichkeiten.

Zudem bereichern Situations- oder Gelegenheitsbildungen unseren Wortschatz, sodass exakte Angaben über den Umfang unmöglich sind. Einfacher lässt sich die Frage beantworten, wie viele Wörter in einem ­Wörterbuch stehen: Die vorliegende, aktuelle 28. Auflage des enthält rund 148 000 Stichwörter (Grundformen).

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Das „Deutsche Wörterbuch” (1852–1971) von Jacob und Wilhelm Grimm kommt auf etwa 450 000 Stichwörter. Viele davon sind allerdings längst nicht mehr in Gebrauch. Das Dudenkorpus hat nach heutigem Stand (Frühjahr 2020) einen Umfang von über 18 Millionen unterschiedlichen Wörtern (Grundformen).

  1. Denn während in den Rechtschreibduden nur solche Wörter Eingang ­finden, die in einer bestimmten Häufigkeit und über einen längeren Zeitraum verwendet werden, kommen im Dudenkorpus auch sehr viele nur selten verwendete Wörter vor.
  2. Dabei handelt es sich oft um Namen oder mehrteilige Zusammensetzungen, wie zum Beispiel Vampirdarstellerin oder Vogelschutzgutachten,

Die Bedeutung solcher Wörter erschließt sich meist aus den einzelnen Bestandteilen, die wiederum in der Regel im Rechtschreibduden enthalten sind. : Duden | Der Um­fang des deut­schen Wort­schatzes

Wie viele englische Wörter gibt es?

Wie viele Wörter hat Englisch? Viele Leute schätzen, dass die englische Sprache mehr als eine Million Wörter besitzt. Tatsächlich haben Forscher von der Harvard Universität und von Google 2010 in einem Projekt, das sich mit Wörtern in digitalisierten Büchern befasste, die Wörter auf insgesamt 1.022.000 geschätzt und dass die Zahl jedes Jahr um mehrere Tausend ansteigen würde.

  • Wenn man jedoch eine so enorme Zahl wie diese sieht, ist es wichtig zu berücksichtigen, dass darin verschiedene Formen des gleichen Wortes inbegriffen sind.
  • Außerdem sind viele Wörter enthalten, die man archaisch nennen könnte (sie werden im modernen Englisch nicht verwendet).
  • Die zweite Auflage des Oxford English Dictionary enthält etwa 600.000 Wortformen.

Es sei nochmals erwähnt, dass dazu viele altmodische Wörter gehören, die nicht mehr üblich sind. Das Wörterbuch wächst jedes Jahr, um mit neuen Wörtern Schritt zu halten, die erfunden werden, um die Welt um uns herum zu beschreiben oder um neue Bedeutungen für Wörter aufzunehmen, die bereits im Englischen existieren.

Eine brauchbarere Angabe aus dem Oxford English Dictionary wären die 171.476 Wörter, die aktuell benutzt werden. Das bedeutet, dass es für jedes einzelne dieser Wörter Beispiele der aktuellen Verwendung gibt. Das sind immer noch sehr viele Wörter und die Zahl spiegelt nicht wider, wie viele Wörter Sprecher des Englischen auch tatsächlich verwenden.

Für diese Zahl sollten wir uns eine Studie ansehen, die die Leute von testyourvocab.com vor Kurzem durchgeführt haben. Sie sagen, dass die meisten erwachsenen Mutterspracher des Englischen einen Wortschatz von 20.000-35.000 Wörtern haben. Natürlich sind das nicht immer dieselben Wörter, da der Wortschatz von Mensch zu Mensch, je nach Beruf, Bildung und Interessen variiert.

  1. Gehen wir also noch einmal auf die Ausgangsfrage zurück.
  2. Wenn wir darüber diskutieren wollen, wie viele Wörter die englische Sprache besitzt, sollten wir uns drei wichtige Zahlen vor Augen führen: eine Gesamtzahl von mehr als eine Million Wörtern, etwa 170.000 aktuell gebräuchliche Wörter und 20.000-30.000 individuell verwendete Wörter.

Wie sieht es denn mit Ihnen aus? Was glauben Sie, wie viele Wörter Sie kennen und was tun Sie, um Ihren Wortschatz auf die 20.000-30.000 Wörter auszubauen, die ein Muttersprachler des Englischen verwendet? Die Kommentarbereiche werden vom Verfasser oder einem English Live-Lehrer nicht aktiv überwacht.

Wie viele Wörter hat der Grundwortschatz?

So viele Wörter einer Sprache solltest du mindestens lernen Du bist beim Sprachenlernen demotiviert, denn du glaubst, dass du erste Tausende von Wörter lernen musst, bevor du dich ausreichend verständigen kannst? Dies ist ein Trugschluss. Wir zeigen dir diese Woche, dass du vor dem Erlernen einer neuen Sprache keine Angst zu haben brauchst und so viele Wörter für den Anfang gar nicht notwendig sind.250 Wörter bilden in etwa die essentielle Basis einer jeden Sprache.

Ohne die Beherrschung dieser Wörter ist eine Grundverständigung nicht möglich.750 Wörter sind die Anzahl der Wörter, die jeder Muttersprachler täglich im Durchschnitt gebraucht.2.500 Wörter markieren die Anzahl an Wörtern, mit der es möglich ist, sich zu jedem Thema problemlos zu verständigen.5.000 Wörter umfassen das aktiv genutzte Vokabular eines Muttersprachlers mit einfacher Bildung.10.000 Wörter umfasst das Repertoire eines Muttersprachlers mit höherer Bildung.

Damit du dich gut in einer Sprache verständigen kannst, genügt es bereits, den Grundwortschatz zu beherrschen. Der Grundwortschatz, auch Basiswortschatz genannt, bezeichnet diejenige Menge an Wörtern, die notwendig sind, um 85 Prozent eines Textes in einer beliebigen Sprache zu verstehen.

Was ist das schwerste deutsche Wort?

Was ist das schwierigste Wort zum Schreiben? – Das folgende Wort wurde eben schon erwähnt und bezeichnet eine Gemeinde im Süden der Insel Anglesey im Nordwesten von Wales. Es ist das wahrscheinlich schwierigste, jedoch im Gegensatz zum Protein Titin noch übersichtliche Wort zum Schreiben: „ Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ” (58 Buchstaben).

Was ist der längste deutsche Wort?

Das längste deutsche Wort – welches könnte es sein? Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Deutsche, das berühmt-berüchtigt dafür ist, für alles ein Wort zu haben. Das offiziell längste deutsche Wort war 63 Buchstaben lang und der Name eines Gesetzes: Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz.

Welche Sprache hat die wenigsten Worte?

Finnisch und Ungarisch: wenige Wörter, viele Buchstaben – Aus den Tabellen lässt sich erkennen, dass das Finnische den Inhalt mit den wenigsten Wörtern ausdrückt; die einzelnen Wörter sind mit durchschnittlich 7,899 Buchstaben jedoch am längsten. Dies liegt daran, dass das Finnische eine agglutinierende Sprache ist.

In agglutinierenden Sprachen gibt es beispielsweise keine Präpositionen vor Substantiven, sondern die betreffenden Wörter werden durch Fälle umgeformt. Andere Wörter, wie Verben, werden mit Hilfe von Affixen angepasst, sodass das Grundwort je nach Person, Tempus und Kasus eine Vielzahl an Buchstaben hinzugewinnen kann.

Ungarisch ist vergleichbar mit Finnisch, denn auch die ungarische Sprache ist eine agglutinierende Sprache. Als uralische Sprachen und Teil der finno-ugrischen Sprachfamilie sind Ungarisch und Finnisch auch miteinander verwandt. Andere Sprachen, wie beispielsweise Japanisch, Koreanisch, Türkisch, Malaiisch, Swahili und Baskisch, sind hingegen nicht mit dem Finnischen und Ungarischen verwandt, zählen allerdings auch zu den agglutinierenden Sprachen.

Wie viele Vokabeln kann man an einem Tag lernen?

Wie viele Vokabeln sollte ich pro Tag lernen? – Nun stellt sich die Frage, wie viele Vokabeln gleichzeitig und wie viele pro Tag gelernt werden sollten. Die folgenden Tagesangaben sind natürlich nur eine Richtlinie, Du kannst auch viel weniger am Tag, nur jeden zweiten Tag oder nur jede Woche neue Vokabeln lernen,

  • Anfänger: 3-5 Vokabeln gleichzeitig, etwa 10 pro Lerntag
  • Fortgeschrittene: 5-8 Vokabeln gleichzeitig, etwa 15-20 pro Lerntag
  • Profis: etwa 10 Vokabeln gleichzeitig, etwa 20 bis maximal 50 pro Lerntag
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Wie viele Vokabeln für B1 Deutsch?

Der dem Goethe-Zertifikat B1 zugrunde liegende Wortschatz umfasst circa 2400 lexikali- sche Einheiten, die Deutschlernende auf der Niveaustufe B1 kennen sollten.

Welche Sprache ist die wichtigste der Welt?

Liste der Sprachen nach Anzahl an Muttersprachlern (CIA World Factbook, 2018) – Die elf meistgesprochenen Sprachen nach der Gesamtzahl an Muttersprechern als Anteil der Weltbevölkerung waren nach Angaben des CIA World Fact Book im Jahre 2018:

Rang Sprache Sprachfamilie Sprecher als Anteil der Weltbevölkerung
1 Mandarin-Chinesisch Sinotibetische Sprachen 12,3 %
2 Spanisch Indogermanische Sprachen 6,0 %
3 Englisch Indogermanische Sprachen 5,1 %
4 Arabisch Afroasiatische Sprachen 5,1 %
5 Hindi Indogermanische Sprachen 3,5 %
6 Bengalisch Indogermanische Sprachen 3,3 %
7 Portugiesisch Indogermanische Sprachen 3,3 %
8 Russisch Indogermanische Sprachen 2,1 %
9 Japanisch Japanische Sprachen 1,7 %
10 Ostpanjabi Indogermanische Sprachen 1,3 %
11 Indonesisch Austronesische Sprachen 1,1 %

Wie bekannt ist die deutsche Sprache?

Louisa Schepers – 2 Okt.2019 • 4 min read Die deutsche Sprache erlebt nach dem massiven Rückgang der Popularität im 20. Jahrhundert aktuell ein regelrechtes Comeback. Nachdem das Deutsche nach dem Ersten, spätestens aber nach dem Zweiten Weltkrieg an Ansehen verlor, wird die Sprache heutzutage mit blühender Wirtschaft und Erfolg in Verbindung gebracht. Die Anzahl an Sprechern steigt seit Jahren kontinuierlich an. Wer Deutsch lernt, eignet sich fachliche Kompetenzen an und eröffnet sich dadurch neue Chancen.

Noch nie galt das Deutsche als eine so nützliche Sprache, so scheint es. Hinzu kommt der Faktor Migration. Dadurch widmete man dem Spracherwerb, gerade in den letzten Jahren, mehr Aufmerksamkeit. Auch Goethe-Institute auf der ganzen Welt verzeichnen einen Zuwachs von 20-30 %. Aktuell gibt es etwa 104 Millionen Muttersprachler, weiterhin fast noch einmal genauso viele Sprecher und weitere 16 Millionen Menschen lernen die Sprache momentan.

Auch wenn Englisch die unumstrittene Lingua Franca ist und bleiben wird, die deutsche Sprache gewinnt unumstritten an Bedeutung. Wachsender Wortschatz Der deutsche Wortschatz ist vielfältig und umfasst so viele Wörter wie kaum eine andere Sprache. Der aktuelle Korpus besteht aus ca.300.000 bis 500.000 Wörtern.

Das ist ein Drittel mehr als vor 100 Jahren. Deutsch ist eine wachsende, dynamische Sprache. Täglich erweitert um neue Wörter, beispielsweise durch Zusammensetzung oder auch Fremdsprachen, profitiert die Sprache von einem konstanten Wachstum. Man denke nur an die allseits beliebten Anglizismen. Somit gab es Wörter wie “Energieeffizienz” oder “googlen” vor ein paar Jahren noch nicht, obwohl sie heute die meisten Menschen ohne Probleme verstehen dürften.

Deutsch ist eine komplexe Sprache, die nicht nur durch Tradition, sondern auch Geschichte geprägt ist. Sie ist präzise und exakt, und nicht weniger abwechslungsreich in Poesie und Literatur. Deutsch verschwindet als Wissenschaftssprache Einst weit verbreitet in der Wissenschaft, hat das Deutsche längst seinen Status als Wissenschaftssprache verloren.

  1. In den Naturwissenschaften wird heute nämlich fast ausschließlich auf Englisch kommuniziert.
  2. Diesem Trend folgen auch die Geisteswissenschaften.
  3. Der Grund für den Bedeutungsverlust der deutschen Sprache ist der internationale Diskurs.
  4. Wer an ihm teilnehmen möchte, um an die notwendige Aufmerksamkeit für seine Forschungsarbeiten zu gelangen, muss dies auf Englisch tun.

Dabei sah das im 19. und 20. Jahrhundert noch ganz anders aus. Ein großer Teil der naturwissenschaftlichen Forschung kam aus Deutschland und Deutsch war eine der primären Sprachen, in der publiziert wurde. Heute dagegen werden mehr als 90 % aller Forschungsarbeiten auf Englisch veröffentlicht. Ein großer Teil der wissenschaftlichen Forschung wurde im 19. und 20. Jahrhundert auf Deutsch veröffentlicht. Die deutsche Sprache in der Geschichte Einer der größten Gründe für die Unpopularität der Sprache im 20. Jahrhundert waren die beiden Weltkriege in Zusammenhang mit den Gräueltaten des NS-Regimes, die viele Menschen mit der Sprache verbanden.

Auch schämten sich viele Deutsche für die eigene Sprache. Die Politik hielt sich lange Zeit zurück und förderte die Sprache nicht aktiv.1973 wäre es möglich gewesen, Deutsch als eine der offiziellen Sprachen der UN anerkennen zu lassen, was aber von keiner der damals zwei deutschen Seiten beantragt wurde.

Ähnliches passierte in der Europäischen Union. Zwar setzte sich der damalige Kanzler Helmut Kohl stärker für die Präsenz der deutschen Sprache in der EU ein, es geschah jedoch nur wenig. Zwar wurde das Deutsche als eine der offiziellen Arbeitssprachen in der Europäischen Union erklärt, praktisch sprechen kann sie jedoch fast niemand.

Lange Zeit dauerte es, bis die deutsche Sprache wieder mit Kultur in Verbindung gebracht wurde. Aber auch heutzutage wird Deutsch eher als Mittel zum Zweck betrachtet und auf den Deutschunterricht in der Schule reduziert. Literarisch und kulturell erhält die deutsche Sprache unverändert wenig Förderung.

Wirtschaft und Sprache Viele Sprachwissenschaftler sehen eine direkte Verbindung zwischen einer Sprache und der Wirtschaft des Landes. Es ist deshalb interessant, sich das Bruttoinlandsprodukt, welches mit der Sprache verbunden wird, anzuschauen. Die deutsche Sprache liegt hier nach Englisch, Chinesisch und Spanisch auf dem vierten Platz.

  • Das ökonomische Potential stellt also einen großen Faktor dafür dar, ob das Erlernen der Sprache für Menschen attraktiv ist.
  • Viele assoziieren mit Sprache Möglichkeiten.
  • Das kann ein Studium, die Arbeit oder ein Umzug in das Land sein.
  • Auch in der Wirtschaft wird die deutsche Sprache immer wichtiger.
  • Zwar werden die meisten Verträge in Englisch abgeschlossen, doch der deutsche Markt in Österreich, der Schweiz und Deutschland wird immer attraktiver.

Wer in diese nationalen Märkte vordringen möchte, hat mehr Erfolg, wenn er die Muttersprache des Landes beherrscht. Besonders beim Networking und Akquirieren von neuen Kunden macht das einen riesen Unterschied und bietet immense Vorteile. Sichere Sprachfähigkeiten scheinen hier der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg.

Fördermaßnahmen im Ausland Für die weitere Verbreitung der deutschen Sprache setzt sich unter anderem das Goethe-Institut, die Zentralstelle für Auslandsschulwesen und der Deutsche Akademische Außendienst (DAAD) ein.2008 wurde von diesen Institutionen das Programm “Schulen-Partner für die Zukunft” ins Leben gerufen.

Das Projekt, welches unter anderem auch durch das Auswärtige Amt gefördert wird, vernetzt weltweit mehr als 1.800 Schulen, an denen die deutsche Sprache einen besonders hohen Stellenwert hat. In diesen sogenannten PASCH-Schulen werden nicht nur Lehrer aus- und fortgebildet, sondern ganze Sprachabteilungen aufgebaut.

Die meisten dieser Schulen finden sich in China, Indien, Indonesien und Brasilien. Einsprachigkeit ist immer eine kognitive Einschränkung. Deshalb sollte Mehrsprachigkeit gefördert werden, egal ob dies die deutsche Sprache oder eine andere betrifft. Deutsch ist eine wichtige Sprache der Kultur und Kunst geworden und das Erlernen der Sprache scheint so attraktiv wie nie.

Damit dies so bleibt, braucht es eine aktivere Sprachpolitik. Das grundsätzliche Problem scheint zu sein, dass sich niemand wirklich sicher ist, in welchen Forschungsbereich die Förderung fällt, da die Sprachförderung sowohl die Linguistik als auch die Politikwissenschaft betrifft.

Wie viele Wörter gibt es in China?

Anzahl der Wörter dieser Sprache – Grob geschätzt gibt es im modernen Chinesisch, in dem einzelne Zeichen ein ganzes Wort darstellen können, etwa 370.000 “gültige” Wörter. Einige Quellen behaupten, dass es 500.000 davon gibt.

Wie lange braucht man für 1000 Wörter sprechen?

Die Faustregel: „10 Minuten, das macht 1000 Worte.” – Für Sprecher bei Hörfunk und Fernsehen gilt das Maß: 12 bis 14 Zeilen Manuskript macht eine Minute Redezeit. Anhand eines beliebigen Textes umgerechnet und ein verständliches Sprechtempo vorausgesetzt, bedeuten 1000 Worte demnach rund zehn Minuten Redezeit.

Was ist das meist verwendete Wort?

Duden | Die häufigsten Wörter in deutsch­sprachigen Texten Bitte um Inhalte auf die Merkliste zu setzen. Wir zeigen eine Übersicht der häufigsten Wörter in deutschsprachigen Texten, auch nach Wortarten unterteilt. Gut 18 Millionen unterschiedliche Wörter (Grundformen) kommen im Dudenkorpus vor.

Dudenkorpus gesamt

Rang Die häufigsten Wörter
1 der, die, das
2. in
3. sein
4. und
5. ein
6. zu
7. von
8. haben
9. werden
10. mit
11. an
12. für
13. auf
14. sich
15. es
16. nicht
17. der, die, das
18. er
19. auch
20. als

Sieht man sich die Auswertungen genauer an, offenbaren sich einige erstaunliche Ergebnisse: So machen die 100 häufigsten Wörter fast die Hälfte aller Wörter in den Texten des Dudenkorpus aus. Mit den häufigsten 2525 Wörtern deckt man zudem 75 % der Texte ab.

Im gesamten Dudenkorpus

Rang Die häufigsten Substantive Die häufigsten Adjektive Die häufigsten Verben
1 Jahr neu sein
2. Uhr groß haben
3. Euro erst werden
4. Prozent viel können
5. Mensch ander sagen
6. Tag weit müssen
7. Zeit deutsch sollen
8. Deutschland gut geben
9. Kind klein wollen
10. Land eigen kommen
11. Million letzt gehen
12. Frau alt machen
13. Stadt hoch stehen
14. Mann jung lassen
15. Ende einig sehen
16. Woche zweit finden
17. Unternehmen vergangen bleiben
18. Berlin lang liegen
19. Ander nah zeigen
20. Foto wenig dürfen

Wie die Liste der häufigsten Substantive deutlich zeigt, ist das Korpus stark durch Zeitungstexte geprägt. Betrachtet man andere Textgattungen wie Romane oder Sach- und Fachtexte, ergeben sich andere Ranglisten. So kommen die folgenden Substantive, Adjektive und Verben am häufigsten in Romanen vor.

In Romanen des Dudenkorpus

Rang Die Häufigsten Substantive Die häufigsten Adjektive Die häufigsten Verben
1. Mann ander sein
2. Frau klein haben
3. Hand groß werden
4. Tag erst können
5. Auge gut sagen
6. Zeit alt sehen
7. Jahr ganz müssen
8. Kopf lang wollen
9. Gesicht letzt kommen
10. Mutter neu gehen
11. Vater weit machen
12. Kind viel geben
13. Blick einig lassen
14. Haus jung sollen
15. Leben nah stehen
16. Mensch gerade wissen
17. Tür eigen fragen
18. Ander spät tun
19. Stimme einzig nehmen
20. Herr lieb hören

Duden | Die häufigsten Wörter in deutsch­sprachigen Texten

Wie groß ist der aktive Wortschatz?

Wie groß ist der Wortschatz eines Übersetzers? Veröffentlicht in am 17/03/2014 Wie viele Wörter der Wortschatz einer Sprache beinhaltet und welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit sie überhaupt in den Stichwortkatalog aufgenommen werden, ist eine umstrittene Frage.

Ängstliche Stimmen verbreiteten, dass das deutsche Vokabular in den letzten Jahren aufgrund fehlender wirksamer deutscher Literatur verarme, doch genau das Gegenteil ist der Fall. In den letzten 100 Jahren wuchs der deutsche Wortschatz um ein Drittel und zählt nun ungefähr 5,3 Millionen Wörter. Das Wörterbuch der Gebrüder Grimm (1838) beispielsweise, verzeichnete damals 350.000 Stichwörter.

Doch wie groß ist nun der Wortschatz eines Erwachsenen? – Der aktive, also selbst produzierbare, Wortschatz einer erwachsenen Person liegt im Durchschnitt ungefähr zwischen 12.000 und 16.000 Wörtern, wobei jedoch der passive Wortschatz im Durchschnitt bis zu 100.000 Wörter umfassen kann.

  • Je nach Sozialisierung, Ausbildung oder Beruf variiert das Vokabular eines Sprechers.
  • Beim Erlernen einer Fremdsprache besteht der Grundwortschatz aus ca.2000 Wörtern, mit denen sich die meisten, alltäglichen Situationen bestreiten lassen, und erweitert sich bei fortgeschrittenen Sprechern bis zu 6000 Wörtern.

Doch ein Übersetzer muss nicht nur über ein fortgeschrittenes Vokabular in der Fremdsprache verfügen, sondern sich auch in den unterschiedlichsten auskennen. Festzuhalten ist also, dass der Übersetzer jedenfalls über einen überdurchschnittlich umfangreichen Wortschatz in seiner Muttersprache verfügen muss und weiters über ein nahezu „Native-Vokabular” in der Fremdsprache,

Wie groß ist der Wortschatz von Goethe?

Goethes Wortschatz – Mit seinem rund 93.000 Wörter umfassenden Wortschatz gilt Goethe nicht nur als der wortmächtigste deutsche Autor seiner Zeit, seine Sprachwelt wurde auch am besten dokumentiert überliefert. Dem Wörterbuch liegt ein Archiv von rund 3,5 Millionen Textbelegen (von A bis zypresseragend) zugrunde, die nicht nur aus seinem literarischen Werk, sondern unter anderem auch aus zahllosen Briefen, Tagebüchern, naturwissenschaftlichen Schriften und amtlichen Schriften stammen.

  • Belegt sind darin nicht nur Goethes vielfältige Alltags- und Dichtersprache, sondern auch sein umfangreicher fachsprachlicher Wortschatz (von Anatomie, Botanik und Chemie über Geologie, Mineralogie und Optik bis zu Verwaltungswissenschaft, Zivilrecht und Zoologie ).
  • Die Goethesprache ist dabei nicht nur der Idiolekt eines einzigartigen sprachmächtigen Autors, sondern repräsentiert in hohem Maße die allgemeine Zeitsprache des späten 18.

und frühen 19. Jahrhunderts – eine Zeitspanne, die, nicht zuletzt wegen Goethe, als Formationsepoche des modernen Deutsch gilt.

Wie viele Wörter gibt es in der deutschen Sprache mit 5 Buchstaben?

Wörter mit 5 Buchstaben – 11.909 Treffer.