Wie Viele Geschlechter Gibt Es?

Wie Viele Geschlechter Gibt Es
Biologisch gibt es zwei Geschlechter – männlich und weiblich.

Wie heißen die 6 Geschlechter?

Bei intergeschlechtlichen Menschen entwickeln sich nicht alle geschlechtsbestimmenden Merkmale (z.B. Chromosomen, Gonaden, Hormone und/oder die inneren und äußeren Geschlechtsorgane) als medizinisch eindeutig weiblich oder männlich. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) stellte 2018 fest, dass intergeschlechtliche Menschen ein Recht auf Eintragung ihrer individuellen Geschlechtsidentität – z.B.

Wie viele Geschlechter gibt es rechtlich?

Die Geschlechter-Unterteilung ist vielfältig, seit Anfang 2019 wird sie vor dem Gesetz neu geregelt. Im Geburtenregister kann eines von drei Geschlechtern ausgewählt werden: männlich, weiblich, divers. Für eine spätere Änderung ist jedoch weiterhin ein Attest nötig.

  • Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (56) sorgt gerade für Unmut, mit einer Bemerkung zum Thema Intersexualität, die sie im Rahmen einer Spottrede im Karneval hielt.
  • Onkret geht es um diese Sätze: „Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen.” Und weiter: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.

Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.” Die soziale Plattform Facebook bietet seinen Nutzern seit 2014 die Wahl unter 60 Geschlechtsidentitäten. Ursprünglich wurde die Liste, die in Zusammenarbeit mit dem Lesben- und Schwulenverband entstand, in englischer Sprache verfasst.

Was ist das 3 biologische Geschlecht?

Bunte Gehirne – Es solle allen Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, “die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren”. Mit dem zentralen Argument, dadurch finde eine Frühsexualisierung von Kindern statt, organisierte das konservative Aktionsbündnis “Für Ehe und Familie – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder!” mehrmals Demonstrationen dagegen. Aktuelle Studien legen dar, dass es eigentlich sinnlos ist, weiter strikt und ausschließlich nach „weiblich” oder „männlich” zu kategorisieren Petro Feketa Ist ein Baby weder eindeutig männlich noch weiblich zuzuordnen, konnten Ärzte seit November 2013 die Angabe im Geburtenregister frei lassen, diese Kinder gelten als “intersexuell”.

Wie viele gesellschaftliche Geschlechter gibt es?

3. Wie viele Geschlechter gibt es? – Es gibt mehr als zwei Geschlechter – vielleicht so viele, wie es Menschen gibt. Nicht alle Menschen sind Männer oder Frauen. Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, gab es schon immer. Aber sie heißen und hießen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Regionen der Welt nicht immer gleich.

  • In Deutschland wird „nicht-binär” momentan als eine Art Sammelbegriff für alle Menschen verwendet, die weder männlich noch weiblich sind.
  • Binär” heißt auf lateinisch „zwei” und meint hier, dass in unserer Gesellschaft genau zwei Geschlechter anerkannt sind.
  • Nicht-binäre Menschen passen also nicht in dieses Zweiersystem.

Wenn es mehr als zwei Geschlechter gibt, wie viele denn dann? Diese Frage lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten. Wir können nicht sagen: zwei sind es nicht, aber dafür drei, oder zehn, oder 60. Geschlecht ist ein Spektrum, mit vielen Möglichkeiten zwischen den beiden Polen männlich und weiblich.

Oder ihr stellt euch Geschlecht wie ein ganzes Sonnensystem vor, das finden wir noch schöner. Das eigene Geschlecht fühlt sich für jeden Menschen anders an. Bei manchen ändert sich dieses Gefühl im Laufe des Lebens und für manche Leute ist es überhaupt kein relevanter Teil ihrer Identität. Viele können sich in vorhandene Kategorien einordnen, andere können oder wollen das nicht.

Deshalb gibt es auf die Frage, wie viele Geschlechter es gibt, keine einfache Antwort. Es gibt unterschiedliche Begriffe, mit denen Menschen ihre Geschlechtsidentität beschreiben:

Nicht-binär: weder (nur) männlich noch (nur) weiblich, sondern zum Beispiel dazwischen, oder ganz anders. Genderqueer: bedeutet ähnlich wie nicht-binär, dass ein Mensch weder (nur) weiblich, noch (nur) männlich ist. Genderfluid: eine fließende und bewegliche Geschlechtsidentität, also zum Beispiel mal eher männlich, mal eher weiblich. Bigender: Eine bigender Person hat zwei Geschlechtsidentitäten, die sich abwechseln, oder beide gleichzeitig da sein können. Demigender: ein Begriff für Menschen, die sich teilweise mit einem Geschlecht identifizieren und teilweise mit einem anderen. Demigirl: Ein Demigirl versteht sich teilweise als weiblich, teilweise nicht. Demiboy: Ein Demiboy identifiziert sich nur teilweise als männlich. Agender: Agender Personen fühlen sich gar keinem Geschlecht zugehörig. Sie haben also keine Geschlechtsidentität, oder empfinden Geschlecht nicht als relevanten Teil ihrer Identität. Neutrois: Neutrois Personen haben eine neutrale Geschlechtsidentität.

Im Video erzählen JJ und Najee von ihren Erfahrungen als nicht-binäre Personen: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

Wie viele Geschlechter gibt es wissenschaftlich begründet?

Nur „weiblich’ und „männlich’ ist zu wenig. Es gibt mehr als zwei Geschlechter. In der Biologie ist das inzwischen anerkannt.

Welche 63 Geschlechter gibt es?

Der Gender-* diskriminiert alle Gender – Neben den „Damen und Herren” soll nach Wunsch der Freunde des Genderings der * in Texten die weiteren 58 anerkannten Gender mit einbeziehen. Und viele deutsche Politiker ziehen mit. Aber es gibt was Pragmatischeres.

  1. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in der Welt, die neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das „dritte Geschlecht” anerkennen.
  2. Dänemark, Malta, Pakistan, Kolumbien und Bangladesh handhaben es zum Beispiel auch so.
  3. Im Ausweis steht dann nicht m oder w, sondern x.
  4. Das macht ohne Zweifel Sinn, da es ohne Zweifel Menschen gibt, deren biologisches Geschlecht sind nicht in männlich oder weiblich einsortieren lässt, etwa intersexuelle Leute.

Neben dem biologischen Geschlecht, dem Sex, gibt es auch das soziale Geschlecht, Gender, also das, in dem man sich als sich selbst fühlt, unabhängig von seinen biologischen Geschlechtsmerkmalen. Üblich und anerkannt sind hier ganze 60: Androgyner Mensch, Androgyn, Bigender, Weiblich, Frau zu Mann, Gender variabel, Genderqueer, Intersexuell (oder auch inter*), Männlich, Mann zu Frau, Weder-noch, Geschlechtslos, Nicht-binär, Weitere, Pangender, Trans, Transweiblich, Transmännlich, Transmann, Transmensch, Transfrau, Trans*, Trans* weiblich, Trans* männlich, Trans* Mann, Trans* Mensch, Trans* Frau; Transfeminin, Transgender, Transgender weiblich, Transgender männlich, Transgender Mann, Transgender Mensch, Transgender Frau, Transmaskulin, Transsexuell, Weiblich-transsexuell, Männlich-transsexuell, Transsexueller Mann, Transsexuelle Person, Transsexuelle Frau, Inter*, Inter* weiblich, Inter* männlich, Inter* Mann, Inter* Frau, Inter* Mensch, Intergender, Intergeschlechtlich, Zweigeschlechtlich, Zwitter, Hermaphrodit, Two-Spirit (Drittes Geschlecht), Viertes Geschlecht, XY-Frau, Butch, Femme, Drag, Transvestit, Cross-Gender.

  1. Da kann man als klar definierter Mann oder als eindeutige Frau große Augen machen, den Kopf schütteln darf man aber nicht.
  2. Es gibt bekanntlich mehr auf der Welt, als vor den eigenen Horizont passt.
  3. Die Frage ist nur: Sollen wir diese 58 zusätzlichen Gender in unsere Sprache einbeziehen und wenn ja, wie? An dieser Frage verzweifeln sogar führende Politiker.

Die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg hat drüber gestritten, die rot-rot-grüne in Berlin hat das * offiziell vereinbart.

Wie viele Geschlechter gibt es Lgbtq?

Selbstbezeichnungen – Deutschsprachiger Raum 2014 nutzte die Organisation TransInterQueer die Bezeichnung „nicht-binär” in ihrer Broschüre Trans* in den Medien bezüglich der Verwechslung von sexuellen Orientierungen mit „geschlechtlicher Identität (Frau, Mann, trans*, nicht-binär, gendervariant, zwischengeschlechtlich u.a., mit der zugehörigen Frage: ‚Welches Geschlecht habe ich / hat jemand?‘)”.2015 erwähnten erste Begleitmaterialien zur deutschen Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität (IMAG) an zwei Stellen:

  • „nicht binär normative Geschlechtsidentitäten und Körperlichkeiten”
  • „Menschen, die als weder*noch*, (gender-)queer, non-gender/nicht-geschlechtlich u.Ä. jenseits der Geschlechterpolarität leben”

Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der IMAG wurden 2017 vom Bundesfamilienministerium veröffentlicht; an drei Stellen findet sich „non-binary”, „nicht binär lebende Menschen” und „non-binäre Personen”.2015 führte ein Eintrag im Queer-Lexikon des Berliner Tagesspiegel unter dem Titel Transgender auch Personen auf, „die sich weder als Mann noch als Frau verstehen wollen (‚nicht binär‘, ‚genderqueer‘).” 2016 veröffentlichte Hengameh Yaghoobifarah auf Zeit Online ein kleines Glossar zu LGBT -Bezeichnungen, darunter auch:

„ Nicht-binär: Nicht-binäre Genderidentitäten können total unterschiedlich sein. Agender (geschlechterlos), genderqueer, femme, demigirl, demiboy, die Liste ist endlos lang. Sie haben jedoch alle miteinander gemeinsam, dass sie sich der (binären) Zweiteilung in Mann oder Frau verweigern.”

Zwei Jahre später ergänzte Yaghoobifarah: „Ich bin non-binary oder auf Deutsch: nicht-binär. Das ist ein Schirmbegriff für sehr viele unterschiedliche Gender In Deutschland ist der Diskurs noch nicht so weit, aber es wird.” 2017 erklärte ein Glossar-Eintrag im Missy Magazine :

„Nicht-binär ist sowohl ein Sammelbegriff als auch eine Bezeichnung für eine eigenständige Identität. Nicht-binäre Menschen können trans oder cis, inter oder dyadisch sein. Sie können weiblich, männlich, beides, weder-noch, vieles, mehreres, femme, agender, neutrois oder etwas ganz anderes sein. Sie können unterschiedliche, neue oder alte, mehrere, wechselnde oder keine Pronomen benutzen. Ähnlich wie trans und queer ist nicht-binär eine Selbstbezeichnung.”

Internationale Befragungen Anfang 2020 führten die US-amerikanischen studentischen Gesundheitsorganisationen American College Health Association (ACHC) und National College Health Assessment (NCHA) ihre halbjährliche Online-Umfrage durch und erhielten 50.300 ausgefüllte Fragebögen (14 % Rücklaufquote).

  1. Auf die Frage „Welches Geschlecht wurde dir bei Geburt zugewiesen?” antworteten 68,4 % „weiblich”, 31,6 % „männlich” und 19 Personen (0,04 %) „ intergeschlechtlich “.
  2. Die Frage „Identifizierst du dich als transgender ?” bejahten 1055 der Studierenden (2,1 %), darunter 1046 der insgesamt 1844 Nichtbinären (56,8 %).

Die dritte Frage zum Thema „Gender” aus dem umfangreichen Fragenkatalog lautete: „Welche Bezeichnung nutzt du zur Beschreibung deiner Geschlechtsidentität ?”

Bezeichnung Anzahl % Nichtbinäre %
Frau / weiblich 33.113 66,3 % 284 15,4 %
trans Frau 00.0 47 0 0,1 % 0 47 0 2,5 %
Mann / männlich 15.517 31,1 % 230 12,5 %
trans Mann 00.114 0 0,2 % 113 0 6,1 %
nichtbinär 00.588 0 1,2 % 584 31,7 %
genderqueer 00.157 0 0,3 % 155 0 8,4 %
genderfluid 00.155 0 0,3 % 154 0 8,4 %
agender 00.0 79 0 0,2 % 0 79 0 4,3 %
intergeschlechtlich 00.00 7 0 0,0 % 00 6 0 0,3 %
Identität nicht gelistet 00.195 0 0,4 % 192 10,4 %
Befragte Studierende: 49.972 100 % 1.844 (3,7 %) 100 %

Anfang 2021 wertete der jährliche Gender Census des Initiators Cassian Lodge (aus Wales ) rund 44.500 Online-Fragebögen von „Gender-Diversen” weltweit aus. Nur 12 % der Antwortenden waren über 30 Jahre alt. Eine der drei Fragen betraf die Identität (übersetzt): „Welche der folgenden englischen Bezeichnungen beschreiben, wie du über dich denkst?” Von 33 Vorgaben hier die Top 10:

Bezeichnung 2021 u.31 J. ü.30 J. 2020 2019 2018 2017 2016 2015
nonbinary 68,2 % 69 % 63 % 66,4 % 66,6 % 60,6 % 65,8 % 64,6 % 63,7 %
queer (teils oder ganz) 48,0 % 48 % 50 % 42,9 % 43,0 % 0 2,9 % 0 0,3 %
enby 37,0 % 38 % 29 % 31,5 % 31,7 % 24,5 % 19,4 % 15,6 %
trans 33,5 % 34 % 29 % 33,7 % 36,6 % 34,8 % 30,1 % 34,8 % 31,1 %
gender non-conforming 32,9 % 34 % 28 % 29,0 % 26,2 % 0 1,1 %
transgender 29,2 % 30 % 24 % 29,0 % 30,4 % 27,9 % 23,9 % 30,9 % 26,5 %
genderqueer 27,1 % 26 % 34 % 25,9 % 28,9 % 30,8 % 34,3 % 40,7 % 41,2 %
genderfluid / fluid gender 22,6 % 22 % 24 % 21,4 % 21,0 % 24,6 % 27,9 % 30,8 % 31,2 %
agender 22,3 % 22 % 24 % 21,9 % 23,5 % 26,1 % 33,1 % 30,9 % 31,4 %
transmasculine 21,3 % 19,3 % 19,5 % 18,8 % 15,8 % 14,2 %
Befragte „Gender-Diverse”: 44.583 88 % ( Alter ) 12 % 24.576 11.242 11.278 9.934 3.055 2.901
Als Pronomen they (s. u.) : 79,2 % 80 % 75 % 77,5 % 79,5 % 77,4 % 80,5 % 77,5 % 74,4 %

20 % aller Antwortenden wählten die Option „fraglich oder weiß nicht” (questioning or unknown), 11 % wählten „Frau” und 10 % „Girl”, 11 % wählten „Boy” und 9 % „Mann”.2018 hatte der Gender Census auch nach der bevorzugten Schreibweise gefragt: „nonbinary vs.

Wie nennt man 3 Geschlecht?

Seit Ende 2018 haben inter* Menschen in Deutschland die Möglichkeit, beim Eintrag ins Personenstandsregister außer den Geschlechtern „männlich’ und „weiblich’ auch die Option „ divers ‘ zu wählen, die sogenannte „Dritte Option’ (Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben vom 18.

Wie heißt ein Mensch mit beiden Geschlechtsteilen?

Was bedeutet inter*? – Inter*Menschen haben körperliche Merkmale, die nicht eindeutig als männlich oder weiblich bestimmt werden können oder die gleichzeitig typisch für beide Geschlechter sind. Das kann zum Beispiel die Anatomie betreffen, aber auch genetische Merkmale oder Hormone.

Viel wichtiger als die Biologie sind aber die gesellschaftlichen Umstände. Denn nicht nur bei Formularen werden inter*Menschen oft übergangen. Auch andere Dinge im verlangen, sich einem von nur zwei Geschlechtern zuzuordnen, etwa Toiletten und Umkleiden. Dass es Menschen gibt, die weder eindeutig männlich noch eindeutig weiblich sind, wird hier kaum berücksichtigt.

Und weil Intergeschlechtlichkeit (medizinisch oft als »Intersexualität« bezeichnet) lange fälschlicherweise als Krankheit galt, haben inter*Menschen leider oft auch mit den Folgen von unnötigen medizinischen Eingriffen zu kämpfen, wie zum Beispiel mit geschlechtszuweisenden Operationen in der Kindheit, bei denen die Merkmale des einen oder anderen Geschlechts entfernt werden.

Wann ist ein Baby divers?

Mit dem Begriff ist also gemeint: Eine Person mit dem Eintrag „divers’ hat ein Geschlecht, dass sie vom männlichen oder weiblichen unterscheidet. Normalerweise wird das Geschlecht nach der Geburt festgestellt. Durch das neue Gesetz kann man jetzt aber auch seinen Eintrag im Geburten-Register ändern lassen.

Was ist F für ein Geschlecht?

Zu “M” und “F” kommt “X” – Es gibt künftig ein neues Geschlecht, das in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ) als “das unbestimmte Geschlecht” beschrieben wird. Bisher war jeder Mensch zwingend entweder dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen.

  1. Diese rechtliche Grundeinteilung im Geburtenbuch ist nun von November an Vergangenheit.
  2. Das kann man als rechtliche Revolution bezeichnen.
  3. Der intersexuelle Mensch kann sich irgendwann später für das männliche oder weibliche Geschlecht entscheiden – und dann den entsprechenden Eintrag vornehmen lassen.

Er kann sich aber auch dafür entscheiden, zeitlebens ohne eine solche Zuordnung zu bleiben. Die Juristen folgern daraus, dass sich personenstandsrechtlich ein “eigener Status” ergibt. Vom “dritten Geschlecht” sprechen die Juristen nicht ausdrücklich, faktisch handelt es sich aber genau darum.

  1. Die Auswirkungen der Neuerung auf das Melde- und Passrecht wurden gesetzlich nicht geregelt (die Auswirkungen auf andere Rechtsgebiete auch nicht).
  2. Gemäß Passgesetz ist im Reisepass grundsätzlich das Geschlecht einzutragen.
  3. Der Eintrag erfolgt bislang mit dem Codes “F” für weiblich und “M” für männlich.

Ein anderer Code ist nicht vorgesehen. Reisende mit Papieren ohne Geschlechtseintrag würden in vielen Ländern Schwierigkeiten bekommen. Die FamRZ schlägt deshalb vor, im Pass den international vorgesehenen Eintrag “X” zu verwenden – entsprechend den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation.

Können Babys divers sein?

Neugeborene müssen laut Personenstandsrecht mit ihren Namen, ihrem Geschlecht und weiteren Angaben registriert werden. Seit Ende 2013 ist ein offener Geschlechtseintrag möglich, seit Ende 2018 auch der Eintrag „divers’.

Was bedeutet das M w D?

Was bedeutet m/w/d bei Stellenanzeigen? – im Video zur Stelle im Video springen (00:11) Die Abkürzung (m/w/d) ist heutzutage immer öfter in Jobbörsen und Stellenanzeigen vertreten. Sie steht für die Geschlechter „männlich / weiblich / divers”, Das heißt, dass männliche, weibliche oder diverse Bewerber für diese Stelle geeignet sind.

  1. Das Geschlecht (d) für „divers” richtet sich an diverse bzw.
  2. Intersexuelle Mitarbeiter,
  3. Diese Kandidaten identifizieren sich weder als männlich noch als weiblich.
  4. Die Abkürzung (m/w/d) dient dazu, dass die Auswahl der Bewerber geschlechtsneutral ist und somit jeder dieselben Chancen hat.
  5. Hintergrund divers / intersexuell In Deutschland leben ca.100.000 Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen,

Sie bezeichnen sich selbst meist als „divers” oder „intersexuell”. Der Definition nach handelt es sich hierbei um Menschen, die sich aufgrund von erblichen, körperlichen oder hormonellen Gründen nicht eindeutig mit dem männlichen oder weiblichen Geschlecht identifizieren.

Was ist das seltenste Geschlecht?

Geschlecht: Etwa 100 000 Intersexuelle in Deutschland Künftig gibt es ein drittes Geschlecht im Geburtenregister. Bild: dpa In Deutschland leben etwa 100.000 Intersexuelle. Wer sich beiden Geschlechtern zugehörig fühlt, fällt aus der traditionellen Zuordnung.

Das Bundesverfassungsgericht gibt nun den dritten Geschlechtseintrag vor. H alb Frau, halb Mann, das war Hermaphroditos bei Ovid. In Anlehnung an die Zwittergestalt aus der griechischen Mythologie kennt die Forschung bis heute den Hermaphroditismus. Darunter versteht man das Vorhandensein von Eierstock- und Hodengewebe.

Intersexualität bezeichnet aber viele Ausprägungen biologischer Besonderheiten, der Hermaphroditismus verus ist die seltenste Form. Intersexuelle sind vielmehr Menschen, „deren äußeres geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an, hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheinen, sondern scheinbar eine Mischung aus beidem darstellt”, wie der Bundesverband Intersexuelle Menschen mitteilt.

Die Betroffenen wurden in der Medizin lange als krank angesehen, die verschiedenen Formen der Intersexualität als „Syndrome” gekennzeichnet. Zu diesen gehört zum Beispiel, dass sich kein männliches äußeres Glied entwickelt; die Hoden liegen im Körperinneren. Für Eltern ist der Umgang mit einem intersexuellen Kind häufig belastend – vermeintlich haben sie kein richtiges Mädchen, keinen richtigen Jungen.

Die Folge: Schon im Säuglingsalter werden Kinder chirurgischen und verstümmelnden Eingriffen und hormonellen Behandlungen unterzogen, für die häufig keine medizinische Notwendigkeit besteht. „Die weit überwiegende Mehrzahl der intersexuellen Menschen sind per se nicht krank und nicht behandlungsbedürftig”, hebt der Bundesverband Intersexuelle Menschen hervor.

  1. In Deutschland leben vermutlich etwas 100 000 Menschen, die mit unterschiedlichen Geschlechtermerkmalen ausgestattet sind.
  2. Damit entziehen sie sich einer traditionellen Geschlechtszuordnung.
  3. Während sich viele von ihnen klar als Mann oder als Frau fühlen, lehnen andere eine solche Zuordnung ab oder empfinden sich als einem dritten Geschlecht zugehörig.

Für diese Menschen habe bisher nur die Möglichkeit bestanden, ihren Geschlechtseintrag vollständig streichen zu lassen, mit unabsehbaren rechtlichen Folgen für Partnerschaft und Familie, heißt es von Seiten des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) in Berlin.

Er begrüßt daher die Entscheidung des, „dass die Regelungen des Personenstandsrechts nicht mit den Anforderungen des Grundgesetzes vereinbar sind, soweit sie neben den Einträgen,männlich‘ und,weiblich‘ keine dritte positive Option zulassen”. Das Konzept eines dritten Geschlechts bedeute dabei nicht, überhaupt kein Geschlecht zu haben, so der LSVD in seiner Stellungnahme.

Der Gesetzgeber dürfe nun aber nicht bei der Mindestvorgabe des Bundesverfassungsgerichts haltmachen, den dritten Geschlechtseintrag nur Personen mit biologischen Varianten der Geschlechtsentwicklung zu eröffnen. „Maßgeblich ist das empfundene Geschlecht”, stellt der LSVD fest.

In diesem Sinne waren auch schon die Empfehlungen des Deutschen Ethikrates zur Intersexualität ausgefallen, die dem Deutschen Bundestag 2012 vorgelegt wurden. Darin heißt es, intersexuelle Menschen müssten als Teil gesellschaftlicher Vielfalt Respekt und Unterstützung der Gesellschaft erfahren. „Zudem müssen sie vor medizinischen Fehlentwicklungen und Diskriminierung in der Gesellschaft geschützt werden.” Den Begriff Intersexualität empfinden die Betroffenen nach Angaben ihres Bundesverbands als „nicht glücklich”.

Die begriffliche Nähe zur Transsexualität empfänden viele als störend. Da sich der Begriff aber zur Bezeichnung des Phänomens international durchgesetzt habe, werde die Sprachregelung inzwischen akzeptiert. : Geschlecht: Etwa 100 000 Intersexuelle in Deutschland

Was ist ein Pangender?

Menschen, die pangender sind, entsprechen nicht dem binären Geschlechtermodell. Sie identifizieren sich nicht als männlich oder weiblich, sondern gehören stattdessen einem dritten Geschlecht an.

Welches Geschlecht haben Zwitter?

Interview Stand: 23.02.2012 13:02 Uhr Es gibt Menschen, die sind weder Mann noch Frau, sondern intersexuell. Sie haben sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale. Wenn Kinder so auf die Welt kommen, hat man sie bisher meist operiert, um ein Geschlecht festzulegen.

  • Diese Verstümmelung muss aufhören”, sagt Lucie Veith im Interview mit tagesschau.de,
  • Tagesschau.de: Sie haben in ihrer Beratungstätigkeit mit Menschen zu tun, deren Geschlecht nicht eindeutig ist.
  • Lucie Veith: Da muss ich Ihnen gleich widersprechen.
  • Jeder Mensch kommt mit einem Geschlecht auf die Welt und das ist sein eigenes.

Die Menschen, die ich berate, wurden früher als Zwitter, Hermaphroditen oder als intersexuelle Menschen bezeichnet. Das sind Menschen, deren Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Standard zuzuordnen sind.

Was ist das vierte Geschlecht?

CUS über das vierte Geschlecht Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verlangt die Anerkennung eines dritten Geschlechts. Wie praktisch, wir haben ja schon drei Geschlechter im Deutschen: der, die und das, Was den Verfassungsrichtern beim Frühstück entging: Das Deutsche hat auch noch Platz für ein viertes Geschlecht.

Das überfordert Sie jetzt? Dann fangen wir ganz von vorne an, am besten mit den Bienen. Stimmt, da war doch mal was: Geht also die Königin auf Hochzeitsflug – nein, wir sind ja eine Sprachkolumne. Geht also der Weisel auf Hochzeitsflug. Der Weisel sagen die Imker zur Bienenkönigin. Und wer begattet den Weisel? Die Drohne,

Ein kompletter Gender-Change, Frau Biene wird maskulin und Herr Biene feminin, Respekt. Wie haben die Bienen das nur hingekriegt. Dabei wohnt die Geschlechtsumwandlung dem Deutschen seit Jahrhunderten inne. Goethe etwa in seinem Gedicht vom Fischer: »Sah nach dem Angel ruhevoll«, wer kennt den Heuler nicht.

  1. Dem Angel, mein lieber Goethe, dem Angel! Manche urgermanischen Wörter sind sogar bi.
  2. Oder tri? Der Mut etwa.
  3. Ommt so maskulin daher wie in der Hochmut, Lebens- und Todesmut, Unmut, Übermut, Wankelmut.
  4. Ommt so feminin daher wie in die Großmut, Wehmut, Schwermut, Demut, Sanftmut, Anmut.
  5. Und sowohl männlich als auch weiblich – im Sinne des Verfassungsgerichts? – ist der oder die Gleichmut,

Bi mit die und der sind die/der Abscheu, Bärenklau, CIA, Grappa oder Paprika.Bi mit der und das sind der/das Alien, Flair, Striptease, Virus, Zubehör, Gummi, Bonbon, Dotter, FBI, Barock.Bi mit die und das sind die/das E-Mail (im Norden die, im Süden oft das), Besäufnis, Säumnis, Siel, Zero.

  1. Ausgerechnet Zölibat präferiert öfter mal das andere Geschlecht.
  2. Das Zölibat gilt heute als die üblichere Form, während unter Theologen die Männlichkeit überwiegt: der Zölibat.
  3. Das war nicht immer so: Im Duden von 1990 stand noch der Zölibat an erster Stelle, im Duden von 1930 wiederum überwog das Zölibat.

Jaja, sowas kommt von sowas. Bisher sind das alles Wörter, deren Bedeutung durch die Geschlechtsumwandlung nicht betroffen ist. Unterhaltsam sind die Begriffe, die mit dem Geschlecht auch ihren Sinn ändern. Beispiel: Das Gehalt könnte höher sein, genau wie der Gehalt manchen Gesprächs.

Je nach Geschlecht wechseln den Sinn mit der oder die : Bulle, Euro, Finne, Flur, Gang, Heide, Kunde, Mangel, Mast, Otter, See, Wiener. Mit der oder das : Bund, Erbe, Gefallen, Golf, Korn, Lob, Messer, Moment, Paternoster, Schild, Service, Stift, Tor, Verdienst, Wetter.Mit die oder das: Mark, Plastik, Steuer, Wehr.

Zwitter wie Heroin (die Heroin der Heldensage,) heben wir uns für ein andermal auf, denn die ändern mit dem Geschlecht auch die Betonung. Haben wir auch Wörter mit allen drei von Karlsruhe geforderten Geschlechtern und mit drei verschiedenen Bedeutungen? Das schönste Exemplar vorweg: Band,Das Band, klar.

Der Band? Ach so ja, von Karl May. Aber nun die kleine Feinheit: Die Band? Gibt es. Muss man nur englisch aussprechen. Drei Wörter mit drei verschiedenen Pluralen, welche andere Sprache hätte diesen Reichtum? Bänder, Bände, Bands. Dazu gesellen sich die Bande (ihn schlugen die Häscher in Bande), die Banden im Stadion und die Banden der Räuber.

Gut, dass wir das nicht mehr lernen müssen. Andere Dreierexemplare sind weit weniger geläufig wie Korpus, Gig oder Tausend, Außer, wenn wir Vornamen mit Artikeln gelten lassen wollen. Dann wird aus Mark ein Dreier mit dem Männernamen der Mark. Und aus Pony ein Dreier mit dem Frauennamen die Pony.

  1. Noch weniger Dreier existieren von den Wörtern, die bei Umwandlung ihre Bedeutung behalten.
  2. Der Dschungel war mal so ein Dreier: Der oder auch das Dschungel erlaubt der Duden.
  3. Vor 50 Jahren listete der Duden auch noch die Dschungel.
  4. Und heute? Die/der/das Cap für Baseballkappe erfüllt die Karlsruher Vorgaben.

Was ist nun mit dem vierten Geschlecht? Okay, das bedarf en détail noch der näheren Bestimmung, doch sei dem Hohen Gericht soweit schon mal vorgegriffen: Das oder die oder der gibt es als populären Bestandteil des Kinderfrühstücks. Dabei sekundieren der Atlas zur deutschen Alltagssprache und der Duden-Band Richtiges und gutes Deutsch,

Wären schon drei Geschlechter. Rein weiblich ist das Produkt nur in Südtirol, also die. Maskulin hingegen tief im deutschen Westen: der. Das vierte Geschlecht muss dann das sein, das zu keinem der drei anderen Geschlechter gehört. So will es der Hersteller Ferrero haben. Nicht die, nicht das, nicht der, wie Sprachatlas und Duden meinen.

Ferrero erklärte ausdrücklich, dass es sich sein Produkt ungegendert wünscht, geschlechtslos. Falls Sie jetzt vorschnell meinen, das könne man unmöglich als viertes Geschlecht anerkennen, dann wird es Zeit, dass Ferrero bis nach Karlsruhe geht. Eine Lanze für die, für der, für das oder einfach für ungeschlecht: Lang lebe Nutella,

Ist Intersex ein Geschlecht?

1. Was ist Intersexualität? – Intersexuelle können nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Chromosomenanomalien und angeborene Geschlechtsdeformationen können dazu führen, dass das Geschlecht genetisch unklar bleibt, die Geschlechtsorgane sich nicht vollständig ausbilden oder die Hormonbildung gestört wird.

Bin ich nicht binär?

Was bedeutet nicht-binär*? Ganz knapp: nicht-binäre* Menschen fühlen sich weder als Mann noch als Frau. Ihre Geschlechtsidentität kann männliche oder weibliche Anteile haben, irgendwo dazwischen liegen oder auch ganz außerhalb dieser Kategorien sein.

Hat jeder Mensch ein biologisches Geschlecht?

Geschlechtsbestimmung beim Menschen – Beim Menschen gibt es, wie bei allen Säugetieren, bei normaler Entwicklung zwei auch körperlich unterscheidbare Geschlechter. Bei Abweichungen im Entwicklungsgang entstehen Individuen, die mosaikartige männliche und weibliche somatische Merkmale im selben Individuum vereinen, oder bei der die Gonaden und andere Geschlechtsmerkmale intermediär ausgeprägt sind: genannt Intersexualität.

  1. Verschiedene Formen der Intersexualität werden medizinisch nach der englischen Bezeichnung Differences of sexual development als DSD klassifiziert.
  2. Viele Inter-Personen fühlen sich durch die Klassifizierung von Entwicklungsvarianten als Störung oder als Krankheit herabgesetzt, weswegen es heute üblich ist, neutrale Bezeichnungen zu verwenden.

Die körperliche Erscheinung von Inter-Personen lässt sich zu einer nahezu ununterbrochenen Reihe zwischen „rein weiblich” und „rein männlich” anordnen (deswegen auch abgeleitet von lateinisch inter, dazwischen). Eine Bildung von Klassen, im Sinne von zusätzlichen Geschlechtern (bekannt geworden ist etwa der Vorschlag der US-amerikanischen Wissenschaftlerin Anne Fausto-Sterling, fünf Geschlechter zu unterscheiden ), oder die Klassifizierung, etwa von Inter-Personen pauschal, als drittes Geschlecht ist eine soziale Konvention und nicht biologisch begründbar, da natürliche Grenzen zwischen den Klassen nicht angegeben werden können und die Zuordnung letztlich am Selbstbild der jeweiligen Person festgemacht werden muss.

Die Bildung echter Hermaphroditen, mit funktionalen männlichen und weiblichen Keimdrüsen und Organen, ist bei Säugetieren wie dem Menschen normalerweise nicht gegeben, sie wird wohl durch genomische Prägung (Imprinting) epigenetisch verhindert (sie lässt sich experimentell durch entsprechende Eingriffe auslösen ).

Grundlegend für die Geschlechtsbestimmung ist zunächst die Rolle der Geschlechtschromosomen, Bei Säugetieren wie dem Menschen wird das körperliche Geschlecht grundlegend nach dem sogenannten XY-System festgelegt und vererbt. Individuen mit im diploiden Satz zwei X-Chromosomen (XX) entwickeln weibliche Merkmale, solche mit einem X- und einem Y-Chromosom männliche.

Da das X-Chromosom beiden Geschlechtern gemeinsam ist, liegt die Annahme nahe, dass der geschlechtsdeterminierende Faktor auf dem Y-Chromosom (genauer: auf dessen nicht-homologen oder pseudoautosomalen Abschnitt) liegen sollte. Experimente des Forschers Alfred Jost an Kaninchen-Embryonen erwiesen zudem, dass, wenn diese vor dem Beginn der geschlechtstypischen Entwicklung kastriert werden, es zur Bildung typisch weiblicher Organe wie des Uterus kommt.

Beim Menschen entwickeln Individuen mit Aneuploidie der Geschlechtschromosomen dann und nur dann männliche Organe wie Hoden, wenn eines der Chromosomen ein Y-Chromosom ist. Später wurde ein Gen auf dem Y-Chromosom entdeckt, genannt Sex determining region of Y oder sry, das gebildete Protein Hoden-determinierender Faktor (beim Menschen TDF und bei der Maus TDY genannt), das als Transkriptionsfaktor, wie ein genetischer Schalter, die Entwicklung steuert (bekanntes Zielgen ist Sox9, weitere Zielgene werden vermutet).

Wird das Gen für TDF durch einen Fehler bei der Rekombination auf das X-Chromosom transferiert, entwickeln sich Individuen mit männlichen Merkmalen (diese zeigen allerdings zahlreiche Abweichungen im Entwicklungsgang, bis hin zu Sterilität). Obwohl die Größe und Funktion des Y-Chromosoms bei Säugetieren je nach Art verschieden ist, erwies sich dieses Modell der Geschlechtsdetermination bisher als nahezu universell (wie immer in der Biologie gibt es Ausnahmen: Es gibt Säugetierarten der Nagetiergattungen Ellobius und Tokudaia ohne sry-Gen).

Bei Säugetieren (am besten untersucht beim Modellorganismus Labormaus) beginnt die Entwicklung der Gonaden im Embryo zunächst als Genitalleiste geschlechtsunspezifisch, bei späteren Weibchen und Männchen identisch. Je nach genetischer Ausstattung beginnen sich diese später, beim Menschen etwa nach drei Wochen, in Hoden (Testes) und Gebärmutter (Uterus) zu differenzieren.

  1. Die Ausbildung der weiblichen Gonaden aus dem Müller-Gang und der männlichen aus dem Wolff-Gang steht unter der Kontrolle von im Embryo gebildeten Hormonen.
  2. Die Vorläufer der Keimzellen selbst wandern von einem völlig anderen Ort (an der Basis der Allantois ) in die Struktur ein.
  3. Die Differenzierung in Eizellen bzw.

Spermatogonien steht unter der Kontrolle des umgebenden Gewebes, d.h. sie wird nicht durch die Chromosomenausstattung der Stammzellen selbst bestimmt. Die Bildung von Hoden wird primär gesteuert durch die Expression von sry in den Vorläufern der Sertoli-Zellen,

Bei Experimenten mit künstlichen chimären Mausembryonen aus männlichen und weiblichen Zellen konnte gezeigt werden, dass in sich entwickelnden Testes unter dem Einfluss des Hormons Prostaglandin D2 ein Teil der XX-Hodenzellen den für die Bildung funktionaler Hodenzellen Transkriptionsfaktor Sox-2 exprimieren können.

Ohne XY-Zellen kommt es aber nicht zur vollständigen Hodenentwicklung. Die Entwicklung männlicher Merkmale abseits der Keimdrüsen wird durch die Differenzierung sogenannter embryonaler Leydig-Zellen vermittelt, die Androgene als Sexualhormone sezernieren.

Die Entwicklung der weiblichen Organe wird durch Ausbildung des Anti-Müller-Hormons in den Sertoli-Zellen unterdrückt. Die Steuerung der Entwicklung der weiblichen Keimdrüsen ist im Verhältnis zu derjenigen bei den Männchen schlechter erforscht. Aus der Rolle von sry und TDF als molekularer Schalter ist oft inkorrekterweise geschlossen worden, für die weibliche Entwicklung seien keine spezifischen Faktoren erforderlich; dieser Umkehrschluss ist falsch.

Zwar führen die Präsenz von TDF und Sox9 soweit bekannt immer zur Induktion von Hoden, aber auch zur Induktion von weiblichen Keimdrüsen ist ein spezifischer Entwicklungsweg einzuschlagen. Experimente vor allen an Mäusen lassen eine Beteiligung des parakrinen Faktors Wnt4 wahrscheinlich erscheinen.

  • Wird das Gen WNT4 künstlich ausgeschaltet, bewirkt dies (neben zahlreichen Fehlentwicklungen) eine Vermännlichung weiblicher Embryonen.
  • Störungen beim Menschen führen zu Erbkrankheiten mit atypischer, teilweise männlicher, teilweise weiblicher Ausbildung der Gonaden.
  • Das RSPO-1-Gen scheint die Wirkung von Wnt4 zu stabilisieren und zu unterstützen.

Das Gen FOXL2 (es kodiert für eines der Forkhead-Box-Proteine, einen Transkriptionsfaktor) scheint eine, im Detail noch unverstandene Schlüsselrolle bei der Bildung der Ovarialfollikel zu spielen. Weitere Faktoren werden erforscht. Es gibt eine Hypothese, dass ein genetischer Schalter, ähnlich SRY beim Männchen, als Kontrollelement die Entwicklung weiblicher Gonaden steuert („Z-Faktor”-Hypothese), ein solches Element wurde aber bisher nicht gefunden.

Die Bestimmung des körperlichen Geschlechts bei Menschen (und anderen Säugetieren) beruht also auf einem fein austarierten Regelwerk zahlreicher, ineinandergreifender Faktoren und Regelkreise, oft organisiert in festgeschriebenen Entwicklungspfaden. Abweichungen von der typischen, in den meisten Individuen verwirklichten Entwicklung sind also an vielen Stellen möglich, je nach Position in der Regulationskaskade mit mehr oder weniger gravierenden Auswirkungen auf den Organismus.

Der Effekt von Hormonbehandlungen zeigt, dass in dieses Regelwerk sogar nach der Geburt noch eingegriffen werden kann. Die Mechanismen lassen sich auf zwei grundlegende Faktorenkomplexe zurückführen: a) Auswirkungen der Sexualhormone, bestimmt von der Entwicklung und Ausprägung der Keimdrüsen.

b) Direkte Wirkungen der Geschlechtschromosomen, vermittelt über Transkriptionsfaktoren, Die meisten, aber nicht alle Gene auf dem zweiten, nur im weiblichen Geschlecht vorhandenen X-Chromosom werden durch epigenetisches Abschalten ( Gen-Silencing ) stillgelegt, bei knapp einem Viertel der Gene kommt es aber (beim Menschen) doch zu einer verstärkten Expression im weiblichen Organismus.

Subtile Unterschiede in der Expression von Genen auf dem X- oder dem Y-Chromosom haben direkte Auswirkungen auf somatische Zellen, die völlig unabhängig von hormonellen Wirkungen sind. Beide Regulationswege greifen ineinander, können aber in Konflikt miteinander geraten.

Was ist Neutrois?

Geschlechtsidentität und geschlechtliche Vielfalt – LIEBESLEBEN. Es ist deins. Schütze es. Menschen unterscheiden sich in vielerlei Dingen: In dem, was uns wichtig ist, in dem, was wir mögen, und auch in dem, was wir fühlen. Und das betrifft nicht nur unsere eigenen Vorstellungen und Werte, sondern auch das Geschlecht, genauer gesagt: die Geschlechtsidentität.

  1. Unter Geschlechtsidentität versteht man die die eigene Wahrnehmung und das eigene Empfinden der Zugehörigkeit zu einem oder auch mehreren Geschlechtern.
  2. So bekommt man zwar bei der Geburt ein Geschlecht zugewiesen – meistens Mann oder Frau – doch ob und wie du dich damit identifizierst, kann ganz unterschiedlich sein: Es gibt Menschen, die das von außen zugewiesene Geschlecht passend finden und die sich damit ausreichend beschrieben fühlen.

Sie sind cis-ident oder auch, Ist das nicht der Fall, dann ist man transident oder, Und manchmal ist auch das von außen zugeschriebene Geschlecht nicht eindeutig. In diesem Fall spricht man von Intergeschlechtlichkeit oder, Außerdem gibt es Menschen, die sich nicht (nur) als weiblich oder männlich definieren.

  1. Das heißt dann, non-binary oder auch genderqueer.
  2. Das Sternchen (*) verdeutlicht, dass es eine große Vielfalt an persönlichen Verständnissen in der Zuordnung zu einem oder auch mehreren Geschlechtern gibt.
  3. Selbst wenn du cis* bist, von außen als Frau oder als Mann gesehen wirst und dich auch selbst so fühlst, gibt es immer noch sehr vielfältige Vorstellungen darüber, was denn nun für dich und für andere Frau-Sein oder Mann-Sein bedeuten.

Und natürlich gilt das auch für nicht-binäre*, inter*- oder trans*Menschen. Deshalb wird das Sternchen mittlerweile häufig bei Anreden, Gruppenbezeichnungen oder Berufsbezeichnungen genutzt und mithilfe einer kleinen Pause gesprochen. Der Sinn dieser Schreib- und Sprechweise ist es, alle Geschlechter und ihre Vielfalt sichtbarer zu machen – denn die Art, wie wir schreiben und sprechen, beeinflusst auch die Art, wie wir denken.

Geschlecht umfasst ganz Vieles: Körperliche Merkmale und vermeintlich vorbestimmte soziale Eigenschaften ebenso wie das eigene Erleben und das äußere Erscheinungsbild. Und dabei hängen diese Dinge nicht unbedingt immer zusammen. Selbst in der Biologie und auch in der Medizin kennt man ganz viele Geschlechter: Das Anatomische, das Hormonelle, das Genetische, das Chromosomale und einige mehr.

Und auch hier bedingt keines automatisch das andere – wenn man anatomisch eine Frau ist, bedeutet das nicht immer, dass man auch zwei X-Chromosomen hat. Bei dieser Vielzahl von Eigenschaften, durch die ein Geschlecht beschrieben werden kann, kann man also wohl kaum sagen, dass es nur zwei Geschlechter, nur Mann oder Frau, gibt.

In unserer Gesellschaft ist die Einteilung in zwei Geschlechter allerdings noch weitgehend üblich – man nennt diese Einteilung auch binäres Geschlechtersystem. Und man könnte glauben, das binäre System wäre nützlich, um bei all der Vielfalt an Geschlechtern nicht überfordert zu sein. Doch wenn man meint, dass es nur Mann oder Frau gibt, übersieht man ganz schnell das Wesentliche: Zu welchem Geschlecht oder zu welchen Geschlechtern man sich zugehörig fühlt, was man unter Frau-Sein, unter Mann-Sein, unter nicht-binär*-Sein, unter trans*-Sein, unter inter*-Sein – also unter Geschlecht-Sein – versteht, das ist immer ganz individuell.

»Auch wenn andere das vielleicht von mir erwarten – ich muss mich mit meinem Geschlecht nicht festlegen. Es gibt viel mehr als nur zwei Geschlechter. Und ich bin halt irgendwo dazwischen gelandet, was mein Umfeld einfach akzeptieren muss.« Neo, 22 Jahre Wer nicht in das binäre Geschlechtersystem passt, immer übersehen und nicht mitgedacht wird oder sich sogar ständig selbst erklären muss, kann darunter sehr leiden.

  1. Menschen, die nicht in diese binäre Vorstellung von Geschlecht passen, werden außerdem oft oder sogar angegriffen.
  2. Und das kann erhebliche, auch gesundheitliche Folgen haben, denn hängen eng zusammen.
  3. Mach dir deshalb bewusst, dass Geschlecht, selbst in der Biologie, vielfältig ist und dass auch eine binäre Vorstellung von Geschlecht keine Diskriminierung rechtfertigt.

So vielfältig Geschlecht sein kann, so vielfältig sind auch die Begriffe, mit denen man die Geschlechtsidentität beschreiben kann. Hier eine kleine Auswahl:

cis*: Damit sind Menschen gemeint, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen.inter*: So nennen sich Menschen, deren körperliche Merkmale weder ausschließlich weiblich noch ausschließlich männlich sind, sondern entweder beides gleichzeitig oder nichts von beiden. Mittlerweile kann man dann auch die dritte Option »divers« in seine Papiere eintragen lassen.(gender)queer: Damit bringt man zum Ausdruck, dass man die gesellschaftliche Norm der Zweigeschlechtlichkeit, also die binäre Beschränkung der Geschlechter auf Mann oder Frau, ablehnt. Und auch in Sachen steht dieser Begriff für ein solches Verständnis von Vielfalt.Neutrois: Neutrois-Menschen empfinden sich als neutral, wenn es um das Geschlecht geht.non-binär oder non-binary: Das sind Überbegriffe für alle, die die Beschränkung der Geschlechter auf Mann oder Frau ablehnen – Geschlecht ist vielmehr als das.androgyn: Damit beschreibt man ein Äußeres, bei dem gängige Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit nicht zu erkennen und eine Zuordnung nicht möglich sind.trans*: trans*Menschen leben in einem anderen Geschlecht, als dem, das ihnen bei der Geburt zugeteilt wurde.genderfluid: Wenn die Geschlechtsidentität zwischen verschiedenen Geschlechtern wechselt, sich mal mehr dem einen, mal mehr dem anderen zugehörig fühlt, nennt man das genderfluid.

Und das sind nur einige Begriffe, um Geschlechtsidentität zu beschreiben. Denn Geschlecht ist so individuell wie jeder Mensch selbst. Und deshalb gibt es auch Menschen, die sich gar nicht einordnen möchten und jegliches »Etikett« für sich ablehnen, selbst wenn ihnen, etwa in offiziellen Papieren, oft ein Geschlecht zugewiesen wird. Es geht es oft gar nicht so sehr um biologische Faktoren, wenn es um Geschlecht geht – viel wichtiger sind gesellschaftliche und soziale Vorstellungen. Kleidung, Frisuren, Toiletten, Umkleiden, Filme, Sprache und vieles mehr – all das sind Dinge, die nach Geschlecht, häufig nach Frau oder Mann, unterteilt werden.

Und auch viele Erwartungen sind mit dieser Einteilung verbunden, etwa wenn es um die Berufswahl oder um das Familienleben geht. Zwar sind die Zeiten, in den Frauen nicht wählen und Männer nicht weinen durften, zum Glück vorbei – gesellschaftlich gibt es jedoch durchaus noch Vorstellungen darüber, was typisch für ein bestimmtes Geschlecht ist.

Solche Vorstellungen können schwierig sein, gerade wenn man sie nicht erfüllt und vielleicht auch gar nicht erfüllen möchte. Deshalb: Mach dich frei von Erwartungen, die deinen eigenen Vorstellungen nicht entsprechen. Wie du deine lebst, wie du dich zum Beispiel kleidest und ausdrückst, entscheidest du ganz alleine! Geschlecht ist vielfältig.

Und die ist auch vielfältig. Trotzdem handelt es sich dabei um unterschiedliche Dinge. Die sexuelle Orientierung bezieht sich auf das Geschlecht oder die Geschlechter der Personen, zu denen sich ein Mensch womöglich hingezogen fühlt. Bei der Geschlechtsidentität geht es um die Frage, ob sich ein Mensch selbst mit dem ihm zugewiesenen Geschlecht identifiziert, ob es ihn passend und ausreichend beschreibt.

Nicht-binäre*, trans*- und inter*Menschen können deshalb genauso homo-, bi-, pan-, hetero- oder asexuell sein, wie cis*Menschen. Die Geschlechtsidentität sagt nichts über die sexuelle Orientierung aus. Meist hängt es sehr stark mit deinem äußeren Erscheinungsbild zusammen, welchem Geschlecht dich andere zuordnen.

  1. Es gibt gesellschaftliche Vorstellungen, etwa darüber, welche Kleidung und welche Frisuren Frauen oder Männer zu tragen haben.
  2. Wie stark solche Vorstellungen über das äußere Erscheinungsbild sein können, wird oft unterschätzt.
  3. Denn sicherlich ist vieles davon auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Gerade wenn du von außen anders wahrgenommen wird, als du dich fühlst, können solche Vorstellungen aber zum Problem werden, zumal sie auch zu führen können. Vielen trans*-Menschen etwa fällt es auch deshalb im zunächst schwer, in dem Geschlecht zu leben, das sie für richtig und passend empfinden.

  • Und auch wenn man sich keinem Geschlecht zuordnen möchte oder vielleicht auch gar keinem Geschlecht zugeordnet werden kann, halten sich Vorstellungen anderer darüber, wie man auszusehen hat, hartnäckig.
  • »Ich glaube, dass ich irgendwie nicht richtig »zu Hause« bin in meinem Körper, wusste ich schon immer.

Aber erst viel später habe ich erfahren, dass es dafür einen Namen gibt. Und vor allem, dass ich damit nicht allein bin!« Hanna, 23 Jahre Zu deiner Geschlechtsidentität zu stehen und dich auch nach außen als das Geschlecht oder als die Geschlechter zu geben, die du im Inneren fühlst, kostet oft Mut.

Wer hat das Gendern erfunden?

Binnen-I –

  • LehrerInnen
  • ein/e LehrerIn
  • einE LehrerIn

Im Jahr 1981 erfand der Journalist Christoph Busch mit dem Binnen-I eine neue Schreibweise für Kurzformen, die von ihm später beschrieben wurde als „Geschlechtsreifung des ‚ i ‘ Auswachsen zum ‚I‘ infolge häufigen Kontakts zum langen Schrägstrich “. In seinem Buch über Freie Radios zog er die gebräuchliche Form Hörer/Hörerinnen oder Hörer/-innen zusammen zu HörerInnen,

  1. Die feministische Sprachwissenschaftlerin Luise F.
  2. Pusch – Mitautorin der ersten geschlechtergerechten Richtlinien ein Jahr zuvor – griff den Vorschlag bald auf und erklärte das Binnen-I zur angemessenen Form, Frauen schriftbildlich sichtbar zu machen und diskriminierung sfrei zu formulieren.
  3. Die Zielsetzung sei, zur Vermeidung von generischen Maskulinformen (Lehrer) nicht immer die Beidnennung (Lehrer und Lehrerinnen) ausschreiben zu müssen.

Zur Einsparung wird die weibliche Endung -in an die männliche Personenbezeichnung gehängt, und das i wird nun im Wortinneren großgeschrieben, um deutlich zu machen, dass nicht nur die weibliche Bezeichnungsform gemeint ist (sonst wäre es ein generisches Femininum : Lehrerinnen ).

Eine psycholinguistische Studie (1993) ermittelte, dass Schreibweisen mit Binnen-I bei Versuchspersonen eher zu einer Nennung weiblicher Referenten führen als bei generischen Maskulinformen (Lehrer),2001 kam eine Studie zu gleichen Ergebnissen (auch bei Beidnennung). Seit 1983 verwendet die schweizerische Wochenzeitung WOZ das Binnen-I, die Berliner Tageszeitung taz übernahm die Schreibweise in der Folge.

Ab 1999 zeigten einige Studien jedoch, dass die Verwendung des Binnen-I bei Versuchspersonen zu einer übermäßigen Nennung oder Repräsentation weiblicher Referenten führen kann. Die Psychologin Lisa Irmen vermutete 2003, das Binnen-I werde von Lesenden eher wie ein Femininum (weibliche Form) verarbeitet; insofern bilde es keine wirklich geschlechtsneutrale Alternative.

Die amtlichen Rechtschreibregeln enthalten keine Aussagen zu Großbuchstaben im Wort inneren ( Binnenmajuskeln ).2014 teilte der Rat für deutsche Rechtschreibung (Regulierungskörper der deutschsprachigen Rechtschreibung) mit, „dass die Binnengroßschreibung nicht Gegenstand des amtlichen Regelwerks ist; sie wird unter den Verwendungsweisen, die gegenwärtig der Großschreibung zugewiesen werden, nicht erwähnt”.

Das Binnen-I sei im Hinblick auf die Normschreibung weder richtig noch falsch, weil es einen „ graphostilistischen Charakter” habe und in den Bereich der Textgestaltung gehöre. Die Duden -Redaktion erwähnt 2020 den Sprachgebrauch des Binnen-I mit dem Vermerk: „vom amtlichen Regelwerk nicht abgedeckt”.

Das Handbuch geschlechtergerechte Sprache von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer sieht Vorteile der Schreibweise „in einigen eher knapp gehaltenen Textsorten wie Tabellen, Listen, Protokollen usw.” Es sei „eine Frage des Geschmacks wenn Sie nicht an das amtliche Regelwerk gebunden sind und eigene Texte frei gestalten können.” Ablehnung des Binnen-I Die Gesellschaft für deutsche Sprache „empfiehlt die Schreibung mit Binnenmajuskel nicht: Zwar wird sie von der offiziellen Rechtschreibung nicht explizit abgelehnt, da sie kein Bestandteil des amtlichen Regelwerks ist, allerdings entspricht sie eben auch nicht den geltenden Rechtschreibregeln.” Als fehlerhaft wird vor allem angesehen, wenn sich nicht zwei lesbare Bezeichnungen ergeben, beispielsweise bei „KollegIn” ( Kollege fehlt) oder „den SchülerInnen” ( Schülern fehlt) oder bei Umlautungen wie „ÄrztIn” ( Arzt fehlt).

Bei Wortgruppen wie „einE guteR SchülerIn” entstehen fehlerhafte grammatische Bezüge der einzelnen Formen aufeinander (siehe Kritik am Binnen-I ). Die schweizerische Bundeskanzlei hielt 2009 in ihrem Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren im Deutschen als verbindlich für amtliche Texte des Bundes fest: „Das Binnen-I ist nicht zugelassen.” Siehe oben: Fehlende „3.

Wie viele Pronomen gibt es LGBT?

Im Deutschen existieren noch keine etablierten Pronomen der dritten Person für non-binäre Menschen. Einige non-binäre Personen bitten deshalb ihre Mitmenschen darum, keine Pronomen für sie zu verwenden. Andere benutzen sogenannte «Neopronomen» wie «xier» oder «dey».

Welche Geschlechter gibt es divers?

Eine Person mit dem Eintrag „divers’ hat ein Geschlecht, dass sie vom männlichen oder weiblichen unterscheidet. Normalerweise wird das Geschlecht nach der Geburt festgestellt. Durch das neue Gesetz kann man jetzt aber auch seinen Eintrag im Geburten-Register ändern lassen. Die kann man nun zu „divers’ ändern lassen.

Was ist ein Demi Girl?

Demi-Girl / Demi-Boy – Die Vorsilbe „Demi” beschreibt „zur Hälfte”, „in der Nähe von”, „teilweise zugehörig” oder „in der Sphäre von”. Häufig wird „Demi-boy” / „Demi-girl” von Personen verwendet, die sich selbst überwiegend, aber nicht ausschließlich mit „männlich” / „weiblich” oder maskulinen / femininen Eigenschaften beschreiben.

Was ist ein Cis Frau?

Cisgender, cisgeschlechtlich oder, kurz gesagt, cis beschreibt, dass ein Mensch in dem Geschlecht lebt, das nach der Geburt verkündet wurde. Wurde in die Geburtsurkunde zum Beispiel „weiblich” eingetragen und die Person findet diese Zuschreibung passend, ist sie eine cis Frau.

  1. Wozu das Wort cis ? Die Vorstellung, dass alle Menschen cis sind, bis etwas Anderes gesagt wird, ist in unserer Gesellschaft tief verankert.
  2. Dies wird Cisnormativität genannt.
  3. Cisnormativität zeigt sich schon darin, dass mit einem Blick auf die Genitalien eines Kindes angenommen wird, zu wissen, in welchem Geschlecht dieses Kind leben wird.

Findet jemand das Geschlecht, das nach der Geburt verkündet wurde, nicht passend, ist die Person trans*. Trans* kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „über” oder „darüber hinaus”, das lateinische Wort cis bedeutet „diesseits”. Damit wird beschrieben, dass cis Personen in dem Geschlecht „bleiben”, das ihnen zugeschrieben wurde.

Das Wort trans* gibt es schon länger als cis, Wir denken oft, dass wir das scheinbar Normale nicht erwähnen müssen; so kommt es auch dazu, dass wir trans* Personen als solche benennen und es unmarkiert lassen, wenn jemand cis ist. Von „Männern und trans* Männern” oder „Frauen und trans* Frauen” zu sprechen, ist aber keine gute Vorgehensweise, denn trans* Männer sind ja auch Männer und trans* Frauen sind Frauen.

Das Wort „cis” bietet die Möglichkeit, trans* Personen nicht als „Abweichung” oder „Besonderheit” darzustellen und cis Menschen als die Norm, sondern neutral zu beschreiben, dass jemand nicht trans* ist. Manche Menschen sagen, dass cis eine Beleidigung sei.

Das ist aber nicht so! Cis ist keine Abwertung, sondern soll ausdrücken, dass Cis und Trans* zwei Kategorien geschlechtlicher Vielfalt sind. Sich selbst als cis zu bezeichnen, bedeutet also, die eigene scheinbar „normale” Position neutral zu benennen. Cis und die Rollen und Klischees Wenn jemand die Kategorie „Mann” oder „Frau” für sich nicht immer passend findet oder nicht jedes Geschlechterklischee erfüllt, ist die Person dann nicht mehr cis? Cis zu sein bedeutet nicht, jede Eigenschaft und Verhaltensweise, die Frauen oder Männern zugeschrieben wird, bei sich zu finden.

Ein Mann, der gern Nagellack trägt, kann genauso cis sein wie eine Frau, die in einem scheinbaren „Männerberuf” arbeitet. Aber die Grenzen sind fließend: Ein Gegensatzpaar wie cis und trans* kann der Lebenswirklichkeit von Menschen nicht immer gerecht werden.