Warum Gibt Es Erbschaftssteuer?

Warum Gibt Es Erbschaftssteuer
Steuerbefreiung für Unternehmensvermögen – Die Befreiung umfasst das Betriebsvermögen von Einzelunternehmen, Personengesellschaften, land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und Anteile an Kapitalgesellschaften (Beteiligung über 25 %), mit Betriebsstätte oder Sitz / Geschäftsleitung in Deutschland, der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum, Rechtsentwicklung Entwicklung des nicht steuerpflichtigen Anteils am Gesamtwert vererbter Unternehmensvermögen (in %). Eine besondere Steuerverschonung für Unternehmensvermögen wurde in den Jahren 1992 bis 1996 eingeführt, einerseits durch einen niedrigeren Wertansatz (mit dem Steuerbilanzwerten anstelle der vorher geltenden Teilwerte ) und andererseits als Freibetrag und prozentualer Abschlag.

Betriebsvermögen wurde nicht vollständig von der Steuer befreit, aber zu einem großen Teil. Damit sollte die Fortführung kleiner und mittlerer Betriebe erleichtert werden ( Lenkungszweck der Steuerbegünstigung ). Im Jahr 2006 erklärte das Bundesverfassungsgericht eine derartige Unterbewertung für verfassungswidrig.

Sie wurde im Zuge der Erbschaftsteuerreform 2008 durch eine Bewertung mit dem gemeinen Wert ( Verkehrswert ) ersetzt. Der nun höhere Steuerwert wurde durch höhere – die bisherigen übersteigende – Verschonungsregelungen bei Betriebsnachfolgen ausgeglichen.

Diese Regelungen erlaubten erstmals eine vollständige Steuerbefreiung. Der Gesetzgeber begründete die (Mehr-)Begünstigung mit der besonderen Eigenschaft des Betriebsvermögens, Basis für Wertschöpfung und Beschäftigung und den Erhalt von Arbeitsplätzen zu sein; die Unternehmensübergabe sei vor allem für kleine und mittlere Unternehmen und Familienunternehmen eine kritische Phase.

Diese Regelungen erklärte das Bundesverfassungsgericht 2014 erneut für verfassungswidrig, jedoch nicht die steuerliche Privilegierung von Betriebsvermögen an sich, sondern deren konkrete Ausgestaltung mit Möglichkeiten zur Steuergestaltung und die fehlende Bedürfnisprüfung für größere Unternehmen.

Ein Sondervotum von drei der acht beteiligten Richter verwies zusätzlich auf das Sozialstaatsprinzip des Art.20 Abs.1 GG. So diene die Erbschaftsteuer nicht nur der Erzielung von Steuereinnahmen, sondern sei auch „ein Instrument des Sozialstaats, um zu verhindern, dass Reichtum in der Folge der Generationen in den Händen weniger kumuliert und allein aufgrund von Herkunft oder persönlicher Verbundenheit unverhältnismäßig anwächst.” Folge dieses Urteils war eine neuerliche Reformierung im Jahr 2016.

Auch die Neuregelung sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Vollverschonung vor. Rechtslage 1994 bis 2008 Von Unternehmensvermögen wurde ein Freibetrag (2008: 225.000 Euro) abgezogen und das übrige Vermögen nur zu einem Teil (2008: 65 %) angesetzt.

  • Erwerber der Steuerklasse II und III erhielten den günstigeren Tarif der Steuerklasse I.
  • Bei Veräußerung des Betriebs innerhalb von fünf Jahren entfiel die Steuerbefreiung rückwirkend.
  • Rechtslage 2009 bis 2016 Es bestand ein Wahlrecht zwischen Regelverschonung zu 85 % und Optionsverschonung zu 100 % des übergangenen Vermögenswerts.

Bei der Regelverschonung durfte der Betrieb innerhalb von fünf Jahren nicht veräußert werden und die Beschäftigtenzahl musste annähernd gleich bleiben; die Optionsverschonung sah strengere Bedingungen vor (sieben Jahre). Zusätzlich gab es einen gleitenden Abzugsbetrag von 150.000 Euro für kleinere Betriebe. Entwicklung der Übertragungen von Betriebsvermögen über 26 Mio. Euro durch Erbschaften und Schenkungen. Die Regelungen aus den Vorjahren wurden im Wesentlichen übernommen: insbesondere Regelverschonung zu 85 %, Optionsverschonung zu 100 %, Behaltensfristen, Abzugsbetrag von 150.000 Euro ( § 13a ErbStG).

  • Zusätzlich eingeführt wurde ein Abschmelzmodell bzw.
  • Eine Verschonungsbedarfsprüfung für Großunternehmen ( § 13c ErbStG): ab einem Wert von 26 Mio.
  • Euro verringern sich Regel- und Optionsverschonung stufenweise von 85 % bzw.100 % auf 0 %, was einer vollständigen Steuerpflicht entspricht, die ab einem Wert von 90 Mio.

Euro eintritt. Alternativ kann der Erwerber einen Steuererlass beantragen, sofern die Steuer die Hälfte seines übrigen Vermögens übersteigt; hierzu muss das Privatvermögen offengelegt werden und es gelten Behaltensvoraussetzungen wie bei der Optionsverschonung ( § 28a ErbStG).

Mindereinnahmen summiert von 2009–2022 Mindereinnahmen durch Verschonung von Betriebsvermögen (in Mrd. €)

Die Anzahl und der Gesamtwert aller durch Schenkung übertragenen Betriebsvermögen über 26 Mio. Euro verzwanzigfachte sich von 2010 bis 2014, als das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einer notwendigen Reform gesprochen wurde. Danach sank bis 2018 das Volumen der Schenkungen, die eine Prüfung des Bedarfs erforderten, um fast 60 %.

Wie wird die Erbschaftssteuer begründet?

Ideengeschichtliche Entwicklung – Ideengeschichtlich geht die Erbschaftsteuer in der Neuzeit auf die Auseinandersetzung mit der Frage nach der Gewährung des Erbrechts zurück. Adam Smith hielt sie für sinnvoll, die Ablehnung einer Erbschaftssteuer hielt er für unbegründbar.

Die Frühsozialisten wie Henri de Saint-Simon forderten eine Abschaffung des Erbrechts, weil hierdurch die ungleiche Vermögensverteilung aufrechterhalten werde. Das Kommunistische Manifest übernahm zwar diese Forderung, aber später nahmen sie Karl Marx und Friedrich Engels wieder ausdrücklich zurück. Denn erst die Vergesellschaftung der wichtigsten Produktionsmittel, darunter auch Grund und Boden, würde eine Beseitigung der ungerechten Verteilung erzielen: „Wie jede andere bürgerliche Gesetzgebung sind die Erbschaftsgesetze nicht die Ursache, sondern die Wirkung, die juristische Folge der bestehenden ökonomischen Organisation der Gesellschaft, die auf das Privateigentum in den Mitteln der Produktion begründet ist.

Das Verschwinden des Erbschaftsrechts wird das natürliche Resultat eines gesellschaftlichen Wechsels sein, der das Privateigentum im Produktionsmittel verdrängt, aber die Abschaffung des Erbrechts kann niemals der Ausgangspunkt einer solchen Umgestaltung sein.” Eine Auseinandersetzung mit der sozialpolitischen Bedeutung von Erbrecht und Erbschaftsteuern spielte auch bei der frühen sozialdemokratischen Opposition im preußischen Parlament und im Reichstag keine besondere Rolle.

Der um 1900 in Italien, Frankreich und England heftig diskutierte, nach seinem Urheber Eugenio Rignano benannte Plan, durch Erbschaftsteuererhebung innerhalb von drei Generationen alles Erbvermögen zu konfiszieren, erlangte bei den politischen Diskussionen um die Erbschaftsteuer in Deutschland keine besondere Bedeutung, obgleich schon 1905 ins Deutsche übersetzt.

Andererseits wurde die Erbschaftsteuer seit Anbeginn von ihren Gegnern stets als Angriff auf und Eingriff in die Familie angesehen.

Was bringt Erbschaftssteuer?

Erbschaftssteuer in Österreich: Wer wenig erbt, muss wenig zahlen Warum sind Erbschaften in Österreich eigentlich nicht besteuert? Wer wäre davon betroffen? Und wer erbt in Österreich eigentlich wie viel? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Erbschaftssteuer in Österreich.

Wenn jemand stirbt, geht sein verbleibender Besitz und Vermögen an Erbinnen und Erben über. Eine Erbschaftssteuer ist eine Abgabe, die der Staat auf vererbte Vermögen einhebt. Bezahlen muss diese Steuer der Erbe oder die Erbin. Die Schulden der verstorbenen Person werden vom Vermögen abgezogen, bevor die Höhe der Abgabe berechnet wird.

Nein. Allerdings gab es zwischen 1955 und 2008 eine Schenkungs- und Erbschaftssteuer in Österreich. Der Steuersatz auf Erbe lag zwischen 2% und 60%. Je näher der Verwandtschaftsgrad, desto niedriger war auch die Erbschaftssteuer. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Ausnahmen von der Steuer.2007 hat der Verfassungsgerichtshof die Erbschaftssteuer aufgehoben.

  1. Er hat Details der Steuer als verfassungswidrig eingeschätzt – nicht jedoch die Steuer selbst.
  2. In so einem Fall muss ein Gesetz “repariert” werden, sonst wird es ungültig.
  3. Der damaligen Bundesregierung wurde eine Frist bis 1.
  4. August 2008 zur Überarbeitung der Erbschaftssteuer gesetzt.
  5. Diese Frist ließ die damalige Regierung aus SPÖ und ÖVP allerdings verstreichen, weil sie sich auf keine neue einigen konnte.

Die ÖVP ist traditionell gegen diese Art der Steuer. Durch die Untätigkeit wurde die Steuer indirekt abgeschafft. Erbschaftssteuern gehören zu den ältesten Steuerformen der Welt. In unterschiedlichen Ausprägungen existieren sie auch heute, In der EU ist Österreich bei der Erbschaftssteuer die Ausnahme: In 18 von 27 Mitgliedsländern wird so eine Steuer eingehoben.

  1. Einige der Länder, in denen es keine direkte Erbschaftssteuer gibt, haben andere Formen der Besteuerung eingeführt.
  2. Diese erfüllen einen ähnlichen Zweck wie die Erbschaftssteuer.
  3. In Portugal wurde zum Beispiel nach Abschaffung der Erbschaftssteuern eine eigene “Stempelsteuer” eingeführt.
  4. Die ist bei Vorgängen, wie etwa der Übertragung von Immobilien auf andere Personen, zu zahlen.

In Österreich erben vor allem jene Menschen, die ohnehin schon viel haben. So besitzen zum Beispiel 90 Prozente der Haushalte, die eine Wohnung oder ein Haus vererbt bekommen, bereits eine Immobilie. Wer zum reichsten Prozent der Österreicher:innen gehört, erbt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% sogar mehr als 3,3 Millionen Euro.

  • Im Gegensatz dazu erben sieben von zehn Menschen in Österreich gar nichts.
  • Mit Leistung hat Reichtum also in den wenigsten Fällen zu tun.
  • Im Gegenteil: Man muss schließlich nur Glück haben, in die richtige Familie geboren worden zu sein.
  • Erbschaften sind der wichtigste Grund für die ungleiche Vermögensverteilung in Österreich.

Wer mehr Vermögen hat, kann auch mehr Vermögen investieren – und wird so meistens noch reicher. Erbschaften sorgen dafür, dass ein Großteil der Vermögen weiterhin in den Händen weniger bleibt. Wie stark Reichtum und Vererbung zusammenhängt, zeigt eine Untersuchung aus Italien.

Dort haben Ökonom:innen untersucht, wie sich das Vermögen der reichsten Familien in Florenz seit dem 15. Jahrhundert entwickelt hat. Ihr Ergebnis: Die fünf reichsten Familien von damals sind immer noch die fünf reichsten Familien. Und das mehr als 500 Jahre danach. Eine Erbschaftssteuer kann einen Teil dazu beitragen, dass die Vermögen gerechter verteilt werden.

Und sie ist eine faire Abgabe. Denn für ein Erbe musste man nichts leisten, sondern nur in die richtige Familie geboren werden. Wie viel Österreich durch eine Erbschaftssteuer einnehmen könnte, hängt von der Gestaltung der Steuer ab. Im Jahr 2007, dem Jahr vor der Abschaffung der Erbschaftssteuer, betrugen die Einnahmen in Österreich 111,5 Millionen Euro.

  1. Das entspricht 0,08% des Bruttoinlandsproduktes.
  2. Im EU-weiten Vergleich wäre das ein sehr niedriger Wert: Hier schwanken die Anteile zwischen 0,2% und 0,7% des BIP.
  3. Umgelegt auf Österreich wären das zwischen 850 Millionen und 3,3 Milliarden Euro.
  4. Auch das kommt auf die Gestaltung der Steuer an.
  5. Sicher ist: Die meisten von uns werden nie eine Erbschaftssteuer zahlen müssen.
See also:  Warum HeiEn WaschbRen WaschbRen?

Denn 70% der österreichischen Haushalte erben gar nichts. Zahlen müssten fast immer nur die, die ohnehin bereits etwas haben. Und wenn für dich doch irgendwann ein unerwartetes Erbe anfällt, wird dich das nicht in den Ruin stürzen. Denn viele Vorschläge für eine Erbschaftssteuer bauen auf ein progressives Modell.

Das heißt: Wer wenig erbt, muss wenig zahlen. Wer viel erbt, dafür mehr. Oder man setzt einen hohen Freibetrag an. Dann müsste man nur Steuern auf den Betrag zahlen, der über eine gewisse Grenze – etwa eine Million Euro – hinausgeht. Alle in den vergangenen Jahrzehnten von politischen Parteien geforderten Modelle hatten einen Freibetrag vorgesehen.

Nein. Der Erbe oder die Erbin haben den Vermögenszuwachs, den ein Erbe für sie bedeutet, bisher nie besteuert und nichts dafür geleistet. Darüber hinaus wird Geld im Wirtschaftskreislauf dauernd besteuert. Wenn du Lohn bekommst, zahlst du darauf Steuern.

  • Wenn du mit deinem Lohn eine neue Waschmaschine kaufst, zahlst du darauf Steuern.
  • Wenn der Waschmaschinenshop sich mit den Einnahmen neue Produkte liefern lässt, zahlt er darauf Steuern.
  • Und so weiter.
  • Dass durch die Erbschaftssteuer speziell kleinere Unternehmen nach einer Übergabe nicht mehr bestehen könnten, ist ein Mythos.

Solche Fälle konnten bisher in keinen Untersuchungen gefunden werden, so von der Österreichischen Nationalbank. Und große Unternehmen haben erst recht nichts zu befürchten, wie Barbara Blaha in dieser Ausgabe von “Moment Mal” ausführt: Ich bin gegen eine Erbschaftssteuer.Ein Grund ist, dass es viele Ausnahmen geben muss (Beispiel jemand erbt einen Van Gogh, muss er jetzt ein Stück ausschneiden um zu bezahlen ?) es gibt viele andere Beispiele.

Sind Erbschaftssteuern gerecht?

Die Erbschaftsteuer ist in heutigen Form weder gerecht noch effektiv. Sie gehört reformiert – denn sonst könnte sie wieder verfassungswidrig sein. In ihrer heutigen Form dürfte die Erbschaftsteuer erneut verfassungswidrig sein. Die Erbschaftsteuer gilt als die Dummensteuer Deutschlands.

In welchem Land gibt es keine Erbschaftssteuer?

Erbschaftsteuer in den Mitgliedstaaten der EU und des EWR

Mitgliedstaaten Erbschaftsteuer Höchste Steuerklasse
Portugal nein 10 %*
Rumänien nein
Schweden nein
Slowakei nein

Wer profitiert von der Erbschaftssteuer?

Entwicklung der Einnahmen der Erbschaftsteuer gegenüber dem behördlich unvollständig erfassten Steuerwert des vererbten Vermögens Die Erbschaftsteuer in Deutschland ist eine Steuer, die beim Erwerb von Todes wegen und bei unentgeltlichen Zuwendungen unter Lebenden, hier Schenkungsteuer genannt, beim Erben beziehungsweise Beschenkten anfällt.

  1. Das Steueraufkommen steht den Bundesländern zu.
  2. Rechtsgrundlage ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz,
  3. Die Höhe der Steuer bestimmt sich nach dem Steuerwert des erlangten Vermögens und nach Faktoren, die vom Verwandtschaftsgrad abhängen, so der Steuerklasse (I–III), dem Steuersatz (7–50 %) und den Freibeträgen,

Bestimmte Vermögensarten sind von der Erbschaftsteuer befreit oder unterliegen Begünstigungen, so etwa selbst genutztes Wohneigentum und Betriebsvermögen, wenn es Arbeitsplätze zu erhalten gilt. Im Jahr 2021 betrug der Gesamtwert der steuerlich erfassten Vermögenstransfers rund 118 Mrd.

  • Euro. Steuerpflichtig waren nach Abzügen rund 57 Mrd. Euro.
  • Die darauf festgesetzte Steuer betrug rund 11 Mrd. Euro.
  • Der Gesamtwert aller verschenkten und vererbten Vermögen liegt höher und wird statistisch nicht erfasst.
  • Schätzungen zufolge werden derzeit jährlich bis zu 400 Mrd.
  • Euro vererbt.
  • Der effektive Steuersatz auf Vermögenstransfers läge demzufolge bei rund 2,7 %.

Mit dem Jahressteuergesetz 2022 gab es zum 1. Januar 2023 eine Änderung bei der Berechnung des steuerpflichtigen Erwerbs für die Erbschaftsteuer.

Wie viel darf man Erben ohne Erbschaftssteuer zu zahlen?

Erbschaftssteuer-Freibeträge – Steuerpflichtig ist für die Erben der Netto-Wert des erworbenen Vermögens abzüglich der Freibeträge. Die Freibeträge sind umso höher, je näher verwandt Erbe und Erblasser waren. Der Freibetrag für

Ehegatten beträgt 500.000 €. (Stief)-Kinder und Kinder verstorbener (Stief-)Kinder beträgt 400.000 €. für Enkel beträgt 200.000 €. Eltern und Großeltern beim Erwerb von Todes wegen (Zuordnung zur Steuerklasse I) beträgt 100.000 € Eltern und Großeltern bei Schenkungen (Zuordnung Steuerklasse II) beträgt 20.000 €. Geschwister, Nichten, Neffen, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten beträgt 20.000 €. für alle übrigen Personen beträgt 20.000 €.

Allgemeiner Freibetrag Versorgungs-freibetrag Hausrat, Kleidung etc. Sammlungen, Kunst etc,
Steuerklasse I
Ehegatten / Lebenspartner 1 500.000 256.000 41.000 12.000
Kinder / Stiefkinder 400.000 10.300 – 52.000 41.000 12.000
Kinder verstorbener Stiefkinder 400.000 41.000 12.000
Enkel 200.000 41.000 12.000
Eltern und Großeltern bei Erwerb von Todes wegen 100.000 12.000 12.000
Steuerklasse II
Geschwister, Neffen, Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten, Eltern und Großeltern in übrigen Fällen 20.000 12.000 12.000
Steuerklasse III
20.000 12.000 12.000

1 Aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juli 2010 werden die Lebenspartner den Ehegatten gleichgestellt. : Die Erbschaftssteuer – Freibeträge und Steuerklassen

In welchem Land zahlt man Erbschaftssteuer?

Wer erhebt die Erbschaftssteuer? – Nach dem Schweizer Erbrecht hat der Bund keine Kompetenz, um anfallende Steuern auf eine Erbschaft zu erheben. Zwar ist das Erbrecht in der Schweiz auf Bundesebene einheitlich geregelt, die anfallende Steuer wird jedoch von den einzelnen Kantonen erhoben,

Wer muss keine Erbschaftssteuer zahlen?

Erbschaftssteuer – Für Immobilienerben kann es 2023 teurer werden Jährlich werden in Deutschland etwa 400 Milliarden Euro vererbt, fast die Hälfte davon in Form von Immobilien. Ab 2023 fallen dafür höhere Steuern an. Ob und wie die Freibeträge steigen, ist hingegen noch unklar.23.12.2022 Wer zukünftig eine wertvolle Immobilie erbt, muss dafür mehr Steuern zahlen (picture alliance / dpa / Federico Gambarini) Für die meisten Erben ändert sich gar nichts, denn sie erben zu wenig, um betroffen zu sein. Die Durchschnittserbschaft liegt je nach Berechnungen zwischen 79.000 und 85.000 Euro – und damit weit unter dem Freibetrag.

Wer weniger als 400.000 Euro von seinen Eltern erbt, muss keine Steuern darauf zahlen. Und die Hälfte aller Erbschaften liegt unter 33.000 Euro. Die Änderung trifft zudem nur Menschen, die Immobilien erben. Für Immobilienerbschaften hat der Bundestag am 2.12.2022 neue Regelungen beschlossen, der Bundesrat hat dem Gesetz bereits zugestimmt.

Damit wird der Wert von vererbten Immobilien künftig anders erfasst. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits 2006 angemahnt, dass der tatsächliche Verkehrswert von Immobilien zugrunde gelegt werden müsse, dem kommt die Politik jetzt mit einem neuen Berechnungsverfahren nach. Prognose zum Erbschaftsvolumen in Deutschland in den Jahren von 2015 bis 2024 nach Vermögensart (Statista/Statistisches Bundesamt/ Deutsche Bundesbank/ empirica/ SOEP/ gif e.V.) Betroffen sind allerdings nur Erben, die nicht selbst in der geerbten Immobilie leben möchten.

Wer von seinem Partner ein Haus oder eine Wohnung erbt und darin anschließend wohnt, zahlt in der Regel unabhängig vom Wert keine Erbschaftsteuer; für Kinder gilt dies bis zu einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern. Erbschaften werden erst ab einer bestimmten Höhe versteuert. Jedes Elternteil hat für jedes Kind einen sogenannten Freibetrag für Erbschaften von aktuell 400.000 Euro.

Ein Elternpaar kann somit zusammen an jedes seiner Kinder 800.000 Euro vererben, bei zwei Kindern bleiben also 1.600.000 Euro steuerfrei. An Ehepartner können 500.000 Euro steuerfrei vererbt werden. Ansonsten greifen unterschiedlich hohe Steuersätze bis maximal 50 Prozent.

Die gleichen Regeln gelten jeweils für Schenkungen, also die Weitergabe von Vermögenswerten zu Lebzeiten. Der Freibetrag kann alle zehn Jahre neu genutzt werden. Der Freibetrag gilt in dieser Höhe seit 2009, seitdem sind die Preise – insbesondere von Immobilien – allerdings erheblich gestiegen. Die Politik diskutiert daher über eine Erhöhung der Freibeträge, sowohl die Ampelregierung als auch die Unionsparteien haben sich dafür ausgesprochen, die genaue Gestaltung ist aber noch strittig.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hält eine Anhebung um 25 Prozent für angebracht. Mitte Dezember hat das FDP-Parteipräsidium zudem in einem Papier vorgeschlagen, dass die Freibeträge künftig automatisch an die Inflation angepasst werden sollen.

Die Grünen hatten zwar betont, dass sie eine Anhebung der Freibeträge für das falsche Signal halten, haben sich aber nicht dagegen gesperrt. Dass eine Erhöhung ansteht, scheint also klar, wie hoch sie ausfallen wird, ist hingegen noch Verhandlungssache. Bayern klagt, wie mehrfach angedroht, gegen die Ausgestaltung der Erbschaftsteuer.

Das hat das Kabinett am 20.12.2022 beschlossen. Man werde beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag auf abstrakte Normenkontrolle der entsprechenden Regelungen des Erbschaftsteuergesetzes stellen, hieß es. Damit solle “der Weg für eine dringend notwendige Erhöhung der Freibeträge und eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer geöffnet werden”.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte: “Wir betrachten es als eine große Unfairness, dass bayerische Grundstücke am Ende genauso behandelt werden in der Werteinstufung wie Grundstücke in anderen Teilen Deutschlands, wo die Preise nicht vergleichbar sind.” Es brauche daher regionale Freibeträge.

Bei der Erhöhung der Freibeträge kann Bayern auf den Zuspruch aus anderen Ländern zählen, mit der Forderung nach einer Regionalisierung der Erbschaftsregelungen steht Bayern aber alleine da. Am 16.12.2022 war Bayern im Bundesrat mit einem Antrag gescheitert, wegen dieses Streitpunkts den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anzurufen.

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Vielmehr stimmte die Länderkammer dem Jahressteuergesetz mit umfassenden steuerlichen Änderungen zu. Von der Erbschaft- und Schenkungsteuer pofitieren die Bundesländer. Insgesamt fielen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2021 11,1 Milliarden Euro an. Die gehobene Mittelschicht rutsche durch die Reform in die Besteuerung hinein, aber für sie seien die Steuersätze niedrig, der Eingangssteuersatz liege schließlich bei sieben Prozent, sagte Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am 2.12.2022 in Deutschlandfunk Kultur.

Vererben sei damit weiter gut möglich. “Wenn sie selber drin wohnen, kriegen sie es sogar steuerfrei und wenn sie nicht drin wohnen, können sie es ja vermieten oder verkaufen, dann realisieren sie das Geld.” Eine grundlegende Ungerechtigkeit gebe es bei der Erbschaftssteuer allerdings: “Die Superreichen, die bleiben häufig erbschaftssteuerfrei, weil da gibt es viele Privilegien für Unternehmensübertragungen und sonstige Gestaltungsmöglichkeiten.” Es gebe also keine große Steuerprogression, die ganz Wohlhabenden würden nicht stärker belastet als die Mittelschicht.

Das verstärke den Effekt, dass einige sehr viel erben. Sehr viele Menschen erben hingegen gar nichts. Bach möchte das ändern: Jeder junge Erwachsene solle ein Grunderbe vom Staat bekommen, 20.000 Euro seien da durchaus finanzierbar – beispielsweise auch durch höhere Erbschaftssteuern für Superreiche. Möglicherweise könne dieses Einkommen auch zweckgebunden vergeben werden, junge Leute könnten das Geld dann beispielsweise in Bildung investieren.

“Selbst wenn auf eine Immobilie, die man erbt, eine Steuer bezahlt werden muss, die im Moment in den meisten Fällen noch sehr sehr gering wäre, ist man ja trotzdem sehr viel besser gestellt als die vielen Menschen, die nur ihre Arbeit haben und auch Eigentum erwerben wollen”, sagte die Autorin Julia Friedrichs am 14.12.2022 im Deutschlandfunk.

  1. Und obwohl das so sei, gebe es ein regelrechtes Mitleid mit Erben, die nun etwas mehr abgeben sollen.
  2. Es sei zwar richtig, dass manchmal kein Geld, sondern nur eine Immobilie vererbt werde, es sei für Erben aber absolut zumutbar, dann eventuell einen Kredit aufzunehmen, um die fällige Steuer zu bezahlen.

Nicht-Erben müssten schließlich im Regelfall wesentlich höhere Kredite aufnehmen, um einen Hauskauf finanzieren zu können. Über die Hälfte des Reichtums in Deutschland sei geerbter Reichtum, sagte Friedrichs. “In der Regel sind die Menschen, die in Deutschland reich sind, solche, die schon von ihren Eltern, von ihren Großeltern geerbt haben.” Durch eigene Anstrengung reich zu werden, sei inzwischen schwierig geworden.

  • Polemisch könne man sagen, dass Deutschland bei den großen Vermögen an ein feudales System erinnere.
  • Erben an sich sei dennoch grundlegend legitim.
  • Es gehe darum, dass man selbst über sein Eigentum verfügen dürfe und es gehe auch um Familienbeziehungen.
  • Es brauche aber einen Ausgleich.
  • Erben müsse im Vergleich zu Einkommen stärker besteuert werden.

Außerdem müssten auch vererbte Unternehmen ohne Ausnahmen besteuert werden. Denn gerade Superreiche seien mit ihren hochbezahlten Anwälten sonst immer in der Lage, ihr Vermögen in Form eines Unternehmens steuerfrei weiterzugeben. Quellen: Johannes Kuhn, Tobias Armbrüster, dpa, pto : Erbschaftssteuer – Für Immobilienerben kann es 2023 teurer werden

Hat Deutschland eine Erbschaftssteuer?

Freibeträge und Steuerklassen – so wird Dein Erbe versteuert – Aktualisiert am 20. Juni 2023 Das Wichtigste in Kürze

Ein Erbe, im Steuerdeutsch „Erwerb von Todes wegen”, ist generell steuerpflichtig. Erbschafts­steuer wird aber oft nicht fällig, da es auch für Erben in drei Steuerklassen Freibeträge gibt. Die Höhe des Freibetrags reicht von 20.000 bis zu 500.000 Euro und hängt vom Verwandtschaftsgrad ab. Zusätzlich können Versorgungsfreibetrag, Pflegefreibetrag, Nachlassverbindlichkeiten und sachliche Steuerbefreiungen die Erbschafts­steuer mindern.

So gehst Du vor

Schau in der ersten Tabelle zur Erbschafts­steuer, zu welcher Steuerklasse Du gehörst und welchen Freibetrag Du hast. Überprüfe, ob für Dich noch weitere Freibeträge abziehbar sind. Ziehe diese von Deinem Erbe ab. Berechne dann die Höhe der Erbschafts­steuer anhand der Werte in der Tabelle mit den Steuersätzen.

Bis 2027 werden jährlich bis zu 400 Milliarden Euro vererbt und verschenkt. Das ergab eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Und obwohl der Staat darauf prinzipiell Steuern erhebt, landeten 2021 nur knapp 10 Milliarden Euro Erbschafts­steuer und Schenkungssteuer in den Kassen der Bundesländer, denen diese Einnahmen ausschließlich zustehen.

Das bedeutet, dass auf die meisten Erbschaften keine Steuern fällig werden und es zudem einige Wege gibt, die Höhe der Erbschafts­steuer zu drücken. Noch größeren steuerlichen Spielraum hast Du bei der Schenkungssteuer, Eine sprachliche Anmerkung: Der Gesetzgeber verwendet das Wort Erbschaft s teuer mit einem „s” in der Mitte.

Wir nutzen die gebräuchlichere und vom Duden emp­foh­lene Variante mit zwei „s” in der Mitte, also Erbschaft ss teuer.

Warum keine Erbschaftssteuer?

Das Wichtigste in Kürze:

Das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz teilt Erben je nach Verwandtschaftsgrad in drei Steuerklassen ein. Dabei werden Erbschaften und Schenkungen weitestgehend gleichbehandelt. Steuersätze und Freibeträge bemessen sich nach dem Grad der Verwandtschaft. Erbschaftssteuer wird nur auf den Wert der Erbschaft fällig, der über dem Freibetrag liegt. Liegt der Wert der Erbschaft unterhalb des Steuerklassenfreibetrags, wird keine Erbschaftssteuer erhoben.

Wer ein Geschenk erhält oder eine Erbschaft antritt, muss Steuern zahlen. Steuerrechtlich werden Schenkung und Erbe nahezu identisch gehandhabt, mit dem Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetz gehen sie sogar auf die gleiche rechtliche Grundlage zurück.

Wie hoch sind die Erbschaftssteuern in Deutschland?

Erbschaftssteuersatz

Erbschaft in € Erbschaftssteuer Steuerklasse I Erbschaftssteuer für Steuerklasse II
6.000.000 19 % 30 %
13.000.000 23 % 35 %
26.000.000 27 % 40 %
Darüber 30 % 43 %

Wie viel Erbschaftssteuer bei 200000 €?

Erbschaftssteuer Beispiel: – Ein verheirateter Mann stirbt. Seine Ehefrau wird Alleinerbin, der Nachlass besteht ausschließlich aus zwei Wohnungen, die zusammen einen Wert von 480.000 Euro haben. Dann fällt keine Erbschaftssteuer an, weil der Freibetrag höher ist als der Wert der Immobilien.

Umfasst der Nachlass hingegen auch ein Grundstück mit einem Wert von beispielsweise 100.000 Euro, müsste die Ehefrau hingegen 80.000 Euro versteuern, sofern es sich bei keiner der Wohnungen um das Familienheim handelt und sie auch keine Selbstnutzung für mindestens zehn Jahre beabsichtigt. Gemäß § 17 ErbStG bleibt auch ein so genannter Versorgungsfreibetrag für Ehegatten und Kinder steuerfrei,

Für Ehegatten beträgt dieser 256.000 Euro, er wird mit seinen anderen (etwa einer Betriebsrente) verrechnet. Für Kinder zwischen 5 und 27 Jahren sinkt der Betrag mit zunehmendem Alter schrittweise von 52.000 auf 10.300 Euro, wobei Versorgungsbezüge wie etwa eine Waisenrente ebenfalls verrechnet werden.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer bei 300000 Euro?

Steuersatz anhand der Steuerklasse ermitteln – Der Steuersatz, der auf das Erbe angewendet wird, richtet sich nach der Steuerklasse:

Vermögen Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
75.000 Euro 7% 15% 30%
300.000 Euro 11% 20% 30%
600.000 Euro 15% 25% 30%
6.000.000 Euro 19% 30% 30%
13.000.000 Euro 23% 35% 50%
26.000.000 Euro 27% 40% 50%
> 26.000.000 Euro 30% 43% 50%

Gibt der Nutzer im Erbschaftssteuer Rechner die Höhe des Erbes an, so wird der Steuersatz automatisch berechnet.

Wie viel Erbschaftssteuer muss ich zahlen bei 100000 €?

Steuerklasse I der Erbschaftssteuer: Welche Höhe gilt für Kinder und Ehegatten? – Für Ehepartner ist die Höhe der Erbschaftssteuer geringer. Dasselbe gilbt bei einer Schenkung. In die erste Erbschaftssteuerklasse fallen automatisch alle Verwandten in gerader Linie, Das sind vor allem Kinder, Darunter zählen neben den leiblichen auch adoptierte oder Stiefkinder.

Es ist übrigens auche egal, ob der Erblasser zu irgendeinem Zeitpunkt mit dem anderen Elternteil verheiratet war. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner fallen ebenfalls in diese Klasse. Außerdem sind Enkelkinder, Eltern und Großeltern Erben erster Klasse. Ein Enkelkind erhält denselben Freibetrag wie ein eigenes Kind, wenn seine eigenen Eltern zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits verstorben sind.

Innerhalb der ersten Erbschaftssteuerklasse werden Unterschiede in den zugestandenen Freibeträgen gemacht. Doch selbst die niedrigsten Freibeträge der ersten Steuerklasse – 100.000 Euro – sind weitaus höher als die Freibeträge der beiden folgenden Klassen.

Erbschaftssteuerklasse I Freibetrag Steuersatz
Ehegatten und Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft 500.000 € 7 % bis 75.000 € 11 % bis 300.000 € 15 % bis 600.000 € 19 % bis 6.000.000 € 23 % bis 13.000.000 € 27 % bis 26.000.000 € 30 % ab 26.000.000 €
Adoptiv-, Stief- und leibliche Kinder sowie Enkel, deren Eltern verstorben sind 400.000 €
Enkelkinder 200.000 €
Eltern und Großeltern 100.000 €

Was passiert wenn ich Erbschaftssteuer nicht zahlen kann?

Die Stundung von Erbschaftssteuern – Für derartige Situationen sieht das Erbschaftssteuererecht in Deutschland für bestimmte Erben Lösungen vor. Dabei können Erben, die bestimmte Vermögenswerte geerbt haben, für den Fall, dass sie die Steuer nicht bezahlen können innerhalb der Frist, eine Stundung der Erbschaftsteuer für diese Vermögenswerte beantragen gemäß § 28 ErbStG (Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetz).

Betriebsvermögenland- und forstwirtschaftlichem Vermögenzu Wohnzwecken vermietete Grundstücke oder zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnungen oder Häuser

Dabei kann ein Erbe von Betriebsvermögen-oder land- und forstwirtschaftlichem Vermögen auf Antrag seine Erbschaftssteuer bis zu einem Zeitraum von 10 Jahren zu stunden, für den Fall, dass dies zum Erhalt des Betriebs notwendig ist. Als notwendig anerkannt wird dabei der Umstand, dass der Erbe die Erbschaftssteuer nur aus Betriebsmitteln aufbringen könnte.

  1. Wenn jedoch ein Erbe neben dem Betriebsvermögen noch weitere Vermögenswerte erhalten hat aus dem Erbe, mit denen er die Steuer begleichen kann, wird eine Stundung der Erbschaftssteuer nicht genehmigt werden.
  2. Außerdem kommt eine Stundung der Steuer auch nur in dem Fall in Betracht, dass eine sofortige Begleichung dieser für den Betrieb existenzgefährdend wäre.

Ferner kann eine Stundung von Erbschaftssteuer auch dann in Betracht kommen, wenn zum steuerpflichtigen Erbe ein Grundstück, das zu Wohnzwecken vermietet ist, oder ein Ein- oder Zweifamilienhaus bzw. eine Eigentumswohnung gehört, die der Erbe selber zu Wohnzwecken nutzt.

Wann ist man Erbschaftssteuer befreit?

Erbschaftssteuer – Steuersätze nach Steuerklasse –

Wert Erbe 75.000 Euro Steuerklasse I 7 % Steuerklasse II 15 % Steuerklasse III 30 %
Wert Erbe 300.000 Euro Steuerklasse I 11 % Steuerklasse II 20 % Steuerklasse III 30 %
Wert Erbe 600.000 Euro Steuerklasse I 15 % Steuerklasse II 25 % Steuerklasse III 30 %
Wert Erbe 6.000.000 Euro Steuerklasse I 19 % Steuerklasse II 30 % Steuerklasse III 30 %
Wert Erbe 13.000.000 Euro Steuerklasse I 23 % Steuerklasse II 35 % Steuerklasse III 50 %
Wert Erbe 26.000.000 Euro Steuerklasse I 27 % Steuerklasse II 40 % Steuerklasse III 50 %
Wert Erbe mehr als 26.000.000 Euro Steuerklasse I 30 % Steuerklasse II 43 % Steuerklasse III 50 %

Beispiel: Ihr Großvater vererbt Ihnen 220.000 Euro. Da Ihre Eltern noch leben, haben Sie einen Freibetrag von 200.000 Euro. Sie müssen also die Besteuerung von 20.000 Euro in Steuerklasse I an den Fiskus bezahlen: Das sind sieben Prozent der Summe, also 1.400 Euro Steuer.

Bei der Erbschaftsteuer gibt es eine Reihe von Ausnahmen. So sind Erben in Steuerklasse I für vererbten Hausrat im Wert von bis zu 42.000 Euro und andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 Euro von der Steuer befreit. Diese sachlichen Steuerbefreiungen schmälern auch nicht den persönlichen Freibetrag.

Angehörige der Steuerklassen II und III sind steuerbefreit für Hausrat und andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Gesamtwert von 12.000 Euro. Erben in Steuerklasse I müssen außerdem selbst genutzten Wohnraum unter bestimmten Voraussetzungen nicht versteuern.

Das gilt, wenn der Erblasser oder die Erblasserin das Wohneigentum bis zu seinem oder ihrem Tod selbst genutzt hat und Sie als Erbe oder Erbin die geerbte Immobilie mindestens zehn Jahre lang bewohnen. Sind Sie beispielsweise als Erbe der Ehegatte beziehungsweise der eingetragene Lebenspartner, gilt die Steuerbefreiung ohne Flächenbegrenzung.

Sind Sie dagegen ein Kind des oder der Verstorbenen, darf die Wohnfläche maximal 200 Quadratmeter betragen. Diese Steuerbefreiung mit Flächenbegrenzung gilt auch für Enkelkinder, wenn das entsprechende Kind des Erblassers oder der Erblasserin bereits vorher verstorben ist.

Was ist besser Haus überschreiben oder schenken?

Haus überschreiben – warum, wann, wie? – Hauseigentümer müssen sich früher oder später damit auseinandersetzen, was nach ihrem Ableben mit ihrer Immobilie passieren soll. Sind Nachkommen da, ist die Frage nach dem „Wer?” meist schnell geklärt. Das „Wie?” bedarf allerdings weiterer Überlegungen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wohneigentum anderen zu überlassen.

Sie können testamentarisch festlegen, wer Ihr Haus erben soll. Dabei fällt bekanntlich Erbschaftssteuer an, die viele Eigentümer gerne umgehen möchten. Lassen Sie sich vom allgemeinen Halbwissen nicht täuschen: Auch bei der Schenkung einer Immobilie ist eine Steuer zu entrichten. Der Unterschied liegt darin, dass Sie die Steuerfreibeträge alle zehn Jahre erneut geltend machen können.

Wie der Name schon sagt, ist eine Schenkung eine unentgeltliche Zuwendung. Die Überschreibung ist dabei die Form, in der zum Beispiel eine Immobilie geschenkt wird. Wenn Sie Ihr Haus überschreiben, können Sie das an Gegenleistungen beziehungsweise Bedingungen knüpfen.

  • Hier kommt in den meisten Fällen ein Nießbrauch (stark erweitertes Wohnrecht) oder lebenslanges Wohnrecht in Betracht.
  • Um bereits zu Ihren Lebzeiten Ihren Nachlass zu regeln, können Sie Ihr Haus überschreiben oder schenken.
  • Bei beiden Varianten muss ein Notar den Übertragungsvertrag beurkunden sowie die Eintragung im Grundbuch veranlassen.

Rechtlich und steuerlich gibt es keinen Unterschied, Sie profitieren von den gleichen Freibeträgen. Eine Schenkung ist immer eine Übertragung / Überschreibung. Eine Überschreibung muss aber nicht zwingend eine Schenkung sein, sondern kann an Bedingungen oder an eine Zahlung geknüpft sein.

Wer legt die Erbschaftssteuer fest?

Wie wird der Verkehrswert ermittelt? – Die Höhe der Erbschaftssteuer richtet sich nach dem Verkehrswert der Immobilie. Dieser wird vom Finanzamt durch einen Sachverständigen ermittelt und bildet die Grundlage der zu zahlenden Erbschaftssteuer. In Deutschland wird hierfür eines der drei zugelassenen Verfahren zur Bewertung von Immobilien verwendet.

  1. Vergleichswertverfahren
  2. Sachwertverfahren
  3. Ertragswertverfahren

In den meisten Fällen wird das Vergleichswertverfahren verwendet. Unter seltenen Umständen findet das Sachwertverfahren Anwendung, während das Ertragswertverfahren nur für Mietobjekte oder gewerbliche Immobilien verwendet wird. Beim Vergleichswertverfahren wird anhand des Bodenrichtwertes und dem Verkaufswert umliegender Immobilien in ähnlichem Zustand und Umfang ein Verkehrswert berechnet. Dabei werden unter anderem Merkmale wie Größe, Baujahr, Zustand oder die Lage der verschiedenen Immobilien miteinander verglichen. Je mehr Immobilien zum Vergleich zur Verfügung stehen, so genauer ist das Vergleichswertverfahren bei der Ermittlung des Verkehrswertes.

  • In manchen Fällen kann es vorkommen, dass nicht genügend Grundstücke zum Vergleich zur Verfügung stehen und so ein Wert ermittelt wird, der über oder unter dem eigentlichen Verkehrswert liegt. Eigentümern ist es stets erlaubt, selbst ein Wertgutachten mit rechtlicher Gültigkeit anfertigen zu lassen.

    Wie berechnet man die Erbschaftssteuer aus?

    Wie hoch ist die Erbschaftssteuer? – Die Höhe der Erbschaftssteuer orientiert sich am Verkehrswert des Erbes, sowie am Verwandtschaftsgrad zwischen Beerbten und Erbenden. Je enger Begünstigter und Erblasser verwandt sind, desto geringer die Erbschaftssteuer und desto höher der Freibetrag.

    Der Verwandtschaftsgrad beeinflusst außerdem, welcher Steuerklasse die Erbenden zugeordnet werden. Das hat wiederum ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Erbschaftssteuer. Ehepartner werden, je nach Wert des Erbes, in Steuerklasse I mit 7% bis 30% besteuert. Geschwister oder Nichten und Neffen rutschen in Steuerklasse II.

    Für sie fällt ein Steuersatz von 15% bis 43% des Gesamtwerts an. Nicht mit dem Erblasser verwandte Personen zahlen in Steuerklasse III mindestens 30% Erbschaftssteuer. Wie hoch die Erbschaftsteuer für Sie ausfällt, können Sie mit unserem Erbschaftssteuer-Rechner kalkulieren.

    Wie kann Erbschaftssteuer umgehen werden?

    Noch Fragen? Wir sind für Sie da! – Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Erbschaftssteuer haben oder sich in diesem Zusammenhang eine kompetente Rechtsberatung wünschen, steht Ihnen unser Fachanwalt für Erbrecht Dr. Robert Beier, LL.M. unter 06151/130230 gerne zur Verfügung,

    Mit Fachwissen, langjähriger Erfahrung sowie kostenbewussten Strukturen setzen wir uns gerne für Sie ein. Vertrauen Sie unserer modernen und erfolgsorientierten Fachanwaltskanzlei und profitieren Sie von einer Zusammenarbeit mit uns. In Deutschland müssen Erben Steuern zahlen. Bereits im Mittelalter hat der Staat bei Erbfällen mitverdient.

    Der sogenannte „Totenzoll” musste damals beim Landesherren entrichtet werden. Die moderne Erbschaftssteuer funktioniert nach dem Prinzip des Erbanfalls. Das heißt, dass eine Abgabe fällig wird, sobald das Vermögen eines Erblassers auf den bzw. die Erben übergeht.

    1. Es gibt ganz verschiedene Wege, die Erbschaftssteuer zu umgehen bzw.
    2. Zu verringern.
    3. Neben Freibeträgen sind vor allem Schenkungen zu Lebzeiten eine gute Möglichkeit, die Erbschaftssteuer zu umgehen.
    4. Es können sowohl Immobilien als auch Geldsummen verschenkt werden.
    5. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination von Erbschaft und Vermächtnis.

    Nur wenn ein sogenannter Freibetrag überschritten wird, sind die übersteigenden Einnahmen erbschaftssteuerpflichtig. Durch das geschickte Ausnutzen der Freibeträge lässt sich die Steuerlast also erheblich senken. Die Höhe der Freibeträge ist vom Verwandtschaftsgrad und der Steuerklasse abhängig.

    Während Ehepartner mit der Steuerklasse I einen Freibetrag von 500.000€ besitzen, haben gewöhnliche Lebensgefährten bzw. Verlobte mit der Steuerklasse III einen Freibetrag von lediglich 20.000€ Hinterbliebene Ehepartner haben grundsätzlich Anspruch auf einen Freibetrag von 256.000 €. Neben diesen normalen Erbschafts- und Versorgungsfreibeträgen können durch die Kombination des regulären Freibetrags mit dem Versorgungsfreibetrag bis zu 756.000 € geltend gemacht werden.

    Weitere Freibeträge, die Sie unter Umständen geltend machen können, sind: 1. Der Haushaltsfreibetrag. Er fällt bei fast jeder Erbschaft an und kann geltend gemacht werden, sobald Sie zur Steuerklasse I gehören. Der Freibetrag beträgt hier 41.000 €.2. Der Freibetrag für bewegliche Gegenstände (z.B.

    • Unstgegenstände, Sammlungen, Autos, etc.).
    • Für Personen der Steuerklasse I beträgt der Freibetrag 12.000 €.
    • Für Angehörige der anderen Steuerklassen kann ein zusammengefasster Betrag für Hausrat und körperlich bewegliche Gegenstände in Höhe von 12.000 € geltend gemacht werden.3.
    • Der Pflegefreibetrag von bis zu 20.000 € (je nach Umfang der Pflege).

    : Erbschaftssteuer legal umgehen durch Verkauf oder Schenkung

    Was muss ich bei der Erbschaftssteuer beachten?

    Wird Erbschaftssteuer immer fällig? – Nein, nicht jede/r Erbe/Erbin muss automatisch auch Erbschaftssteuer zahlen. Grundsätzlich gilt: Je enger Sie mit dem/der Verstorbenen verwandt waren, desto höher ist der Freibetrag, der Ihnen zusteht. Stirbt zum Beispiel Ihr Ehepartner, liegt der Freibetrag bei 500.000 Euro.