Warum Gibt Es In Amerika Keine Krankenversicherung?

Warum Gibt Es In Amerika Keine Krankenversicherung
Gibt es gesetzliche Vorsorge in den USA oder nur private? – 2010 stieß der damals amtierende US-Präsident Barack Obama die Gesundheitsreform „Obamacare” an – bis dahin hatte es für US-Amerikaner nie eine Versicherungspflicht gegeben. Deshalb hat sich in den USA auch keine gesetzliche Krankenversicherung entwickelt, wie wir sie in Deutschland kennen.

Hat jeder in den USA eine Krankenversicherung?

Der Affordable Care Act – Obamacare – Der Patient Protection and Affordable Care Act ist ein von Präsident Obama unterzeichnetes Bundesgesetz, das jeden Bürger dazu verpflichtet, eine USA Krankenversicherung abzuschließen oder bestraft zu werden. Das Gesetz subventioniert Familien mit geringem Einkommen, indem es Gesundheitsdienstleister und Familien mit hohem Einkommen besteuert, da es die Gesundheitskosten senken und gleichzeitig eine bessere Gesundheitsversorgung für die Amerikaner bieten soll. Unverbindliche Potenzial-Analyse anfordern

Wie viel kostet die Krankenversicherung in der USA?

Häufig gestellte Fragen –

  • Was kostet eine Krankenversicherung in den USA? Die Kosten für eine Krankenversicherung in den USA sind höher als in Deutschland. Durchschnittlich zahlen Amerikaner 456 US-Dollar pro Monat für Krankenversicherungen ohne Arbeitgeberbeteiligung. Das geht aus einer Umfrage von eHealth hervor.
  • Gibt es eine Krankenversicherungspflicht in den USA? Nein. Die USA haben keine Krankenversicherungspflicht. Allerdings ist eine Krankenversicherung aufgrund der teuren Gesundheitsversorgung unbedingt zu empfehlen. Wir empfehlen Ihnen daher, bereits vor Ihrer Abreise in die USA eine Krankenversicherung abzuschließen.
  • Wo liegen die Unterschiede zwischen einer Reiseversicherung und einer Krankenversicherung? Sie sollten nicht den Fehler machen und eine Reiseversicherung mit einer Krankenversicherung verwechseln. Reiseversicherungen decken meist nur die nötigsten Behandlungen im Ausland ab und bezahlen dann den Rücktransport nach Deutschland. Als Auswanderer haben Sie in der Regel keinen Versicherungsschutz in Deutschland. Daher ist eine Reiseversicherung für Sie ungeeignet.

Wie viele Menschen sind in den USA nicht krankenversichert?

Millionen ohne Krankenversicherungsschutz – „Obamacare” führte in der Regierungszeit Barack Obamas dazu, dass ca.20 Mio. unversicherte Amerikaner Zugang zu einer Krankenversicherung erhielten. Die Anzahl der Personen ohne Krankenversicherung fiel 2016 auf ein historisches Tief.

Warum ist das Gesundheitssystem in den USA so teuer?

Es gibt in den USA weniger Ärzte und weniger Spitalbetten als in vergleichbaren Industrieländern, und die Spitalaufenthaltsdauer ist kürzer. Es gibt zwar Faktoren wie die verbreitete Fettleibigkeit, die zu höheren Gesundheitskosten führen. Diese werden jedoch wieder ausgeglichen durch eine sehr tiefe Rate von Rauchern.

Wer zahlt in Amerika die Krankenversicherung?

Gesundheitssystem USA – Das Wichtigste auf einen Blick –

Das Gesundheitssystem in den USA finanziert sich aus drei Quellen: Aus den Versicherungen über Arbeitgeber, staatlichen Programmen und privaten Zahlungen unversicherter Bürger*innen. Die individualistische Sicht auf die Gesundheitsversorgung der Bürger*innen ist in den USA stark vom American Way of Life und dem American Dream geprägt.Das System hat den Vorteil, dass zahlende Patient*innen Zugang zu modernen Behandlungen haben.Die Nachteile sind, dass jährlich 650.000 US-Amerikaner*innen bankrottgehen, weil sie ihre medizinischen Rechnungen nicht mehr begleichen können. Zudem ist das System intransparent.

Wann bekommt man in Amerika eine Krankenversicherung?

Krankenversicherung in den USA Die Krankenversicherung in den USA ist ein bunter Flickenteppich aus privaten Anbietern und staatlichen Programmen. Dieser Ratgeber führt Sie durch das komplexe System der amerikanischen Krankenversicherung und gibt Ihnen wichtige Tipps zum Finden des passenden Angebots. Die staatliche Krankenversicherung der USA geht auf den Social Security Act zurück, der in den 1930er Jahren als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise verabschiedet wurde und Amerikaner vor Armut im Alter schützen sollte. Mit der Schaffung von Medicare und Medicaid im Jahr 1965 wurden die sozialen Sicherungssysteme auf die Gesundheitsversorgung ausgeweitet.

  • Von den Programmen der staatlichen Krankenversicherung in den USA profitieren jedoch nur bestimmte Personengruppen.
  • Medicare stellt die medizinische Versorgung von Senioren und schwer vorerkrankten Personen sicher.
  • Jeder US-Bürger ab 65 Jahren kann Leistungen der staatlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Des weiteren sind Personen mit einer anerkannten Behinderung oder akutem Nierenversagen durch das Medicare-Programm geschützt. Zur staatlichen Krankenversicherung der USA gehört auch das Fürsorgeprogramm Medicaid. Dabei handelt es sich um sozialhilfeartige Leistungen, mit denen vor allem Kinder und Menschen mit geringem Einkommen unterstützt werden. Die meisten Amerikaner haben eine private Krankenversicherung über den Arbeitgeber abgeschlossen. In der Regel sind das Gruppenkrankenversicherungen, die zum Teil vom Arbeitnehmer selbst und zum Teil von Arbeitgeber bezahlt werden. In einigen Fällen bieten Arbeitgeber die Krankenversicherung aber auch nur an und die Beiträge werden komplett von den Arbeitnehmern getragen.

  1. Ein großer Nachteil dieser Form des Versicherungsschutzes ist, dass er an den Arbeitgeber gebunden ist und bei Verlust des Arbeitsplatzes oft beendet wird.
  2. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich über den Arbeitgeber zu versichern, muss eine eigene private Krankenversicherung abschließen.
  3. Im Bereich Gesundheit gibt es in den Vereinigten Staaten generell wenig Einmischung durch die Regierung.

Der Markt wird eher von wirtschaftlichen Interessen bestimmt. Das bringt natürlich auch zahlreiche Probleme mit sich. Einerseits sind die Vereinigten Staaten für eine sehr gute und moderne Ausstattung von Praxen und Krankenhäusern bekannt, aber sie sind auch für ihre extrem hohen Gesundheitskosten gefürchtet.

  1. Medizinische Behandlungen und Medikamente kosten in Amerika deutlich mehr als in anderen Industrienationen.
  2. Das wiederum führt zu hohen Kosten bei Krankenversicherungen in den USA.
  3. Die verschiedenen Versicherungsfirmen bieten sehr unterschiedliche Leistungsspektren an.
  4. Günstigere Policen decken oft nicht alle Behandlungen ab, so dass zahlreiche Amerikaner nicht ausreichend versichert sind.

Etwa 29 Millionen Bürger entscheiden sich sogar dafür, überhaupt keine Krankenversicherung abzuschließen. Ärzte und Krankenhäuser sind per Gesetz dazu verpflichtet, bei Notfällen auch unversicherte Patienten zu behandeln. Die Kosten dafür müssen in einem solchen Fall vom Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden, was nicht selten zu horrenden Schulden führt.

So sind medizinische Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte, die nicht bezahlt werden können, die häufigste Ursache von Privatinsolvenzen in den USA. Nutzen Sie jetzt Ihre GreenCard-Chance! Die hohen Kosten der Krankenversicherung in den USA kommen durch verschiedene Faktoren zustande: Seit den 1950er Jahren steigen die Medikamentenpreise in den Vereinigten Staaten immer weiter an.

Heute kosten verschreibungspflichtige Medikamente in den USA im Vergleich zu anderen Industrienationen mehr als das 2,5-Fache. Als Grund für die steigenden Preise führen amerikanische Pharmaunternehmen die hohen Kosten für die medizinische Forschung und Entwicklung neuer Medikamente auf.

  • Rankenhäuser und Arztpraxen sind in den USA frei in ihrer Preisgestaltung.
  • Die Verluste durch mögliche, zukünftige Klagen auf Entschädigungszahlungen werden bereits mit einkalkuliert.
  • Daher sind ärztliche Behandlungen in den USA sehr teuer.
  • Selbst einfache Produkte wie Taschentücher oder Plastikbecher werden in amerikanischen Kliniken mit einem saftigen Preisschild versehen.

Da viele Amerikaner nicht oder nur unzureichend krankenversichert sind, werden ärztliche Untersuchungen und Behandlungen oft vermieden oder auf die lange Bank geschoben, um Kosten zu sparen. Dies kann jedoch dazu führen, dass Krankheiten unentdeckt bleiben und sich verschlimmern.

Langfristig bedeutet das in vielen Fällen noch höhere Behandlungskosten. Viele Amerikaner ernähren sich ungesund und bewegen sich zu wenig. Angaben der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge sind in den USA etwa 42 % der Erwachsenen fettleibig. Durch das Übergewicht entstehen vermehrt chronische Krankheiten wie Arthritis oder sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2.

Die daraus entstehenden Behandlungskosten stellen eine weitere Belastung für das amerikanische Gesundheitssystem dar. Für alle, die das Projekt in Angriff nehmen, ist der Abschluss einer Krankenversicherung ein wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste. Da der amerikanische Markt der Krankenversicherungen sehr vielfältig und undurchsichtig ist, empfiehlt es sich, für die erste Zeit eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen und dann in aller Ruhe nach dem passenden Angebot zu suchen Eine nützliche Informationsquelle ist der der US-Regierung.

Er wurde mit dem Inkrafttreten Gesundheitsreform von 2010, besser bekannt als „Obamacare”, ins Leben gerufen. Auf der Webseite können US-Bürger und Permanent Residents, aber auch Inhaber anderer Visa und Aufenthaltsgenehmigungen, einen geeigneten Versicherungsschutz finden. Viele Krankenversicherungen in den USA decken nicht alle Leistungen ab.

So ist z.B. oft eine zusätzliche Dental Insurance für zahnärztliche Behandlungen nötig. Deshalb sollte vor dem Unterschreiben einer Krankenversicherungspolice jedes Angebot sorgsam danach geprüft werden, ob es die eigenen Bedürfnisse abdeckt. Stellen Sie sich folgende Fragen, bevor Sie eine :

Sind Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken frei wählbar oder ist das Angebot an bestimmte Einrichtungen gebunden? Beinhaltet das Angebot alle verschreibungspflichtigen Medikamente oder gibt es Einschränkungen? Enthält das Angebot medizinische Behandlungen durch Fachärzte (z.B. Zahnarzt, Augenarzt)? Deckt das Angebot Kosten für häusliche Krankenpflege oder Pflegeheimkosten ab? Sind im Angebot besondere Behandlungen wie Physiotherapie oder eine psychiatrische Versorgung enthalten? Gibt es Selbstbehalte oder Zuzahlungen und wie hoch sind diese?

FAQ Ihre Frage zur Krankenversicherung in den USA wurde noch nicht beantwortet? Dann finden Sie in unserem FAQ bestimmt die Antwort: -Inhaber ab 65 Jahren können ebenfalls Medicare-Leistungen erhalten. Sie müssen jedoch bereits seit mindestens fünf Jahren Permanent Resident sein und fünf Jahre am Stück ihren Wohnsitz in den USA gemeldet haben.

Des weiteren sollten sie mindestens zehn Jahre in den Vereinigten Staaten gearbeitet haben. GreenCard-Inhaber mit weniger als zehn Jahren Arbeitszeit in den USA können trotzdem Medicare beantragen, müssen jedoch zusätzlich einen Beitrag bezahlen, dessen Höhe von den geleisteten Arbeitsjahren abhängig ist.

Nein, EU-Bürger verlieren mit dem Verlassen des europäischen Sozialversicherungssystems automatisch den Krankenversicherungsschutz. Wenn Sie in die USA reisen, ist es ratsam zunächst eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen und sich später nach einer geeigneten Krankenversicherung in den USA umzusehen.

Wer seine Rente in den USA verbringen möchte, sollte sich vorher gut über das Thema Krankenversicherung informieren, um im Falle einer Erkrankung nicht auf hohen Behandlungskosten sitzen zu bleiben. Hier ist es empfehlenswert, bereits im Heimatland eine langfristige Auslandskrankenversicherung für Senioren abzuschließen.

Diese gilt in der Regel für eine bestimmte Zeit (meistens ein Jahr, maximal fünf Jahre). Zum oder für einen anderen längeren Aufenthalt (z.B. Praktikum, Au Pair) benötigen junge Menschen einen ausreichenden Auslandskrankenschutz, um im Notfall abgesichert zu sein. Newsletter abonnieren & Vorteile genießen! 5€ Gutschein für die GreenCard Lotterie erhalten! : Krankenversicherung in den USA

Hat die USA ein gutes Gesundheitssystem?

Die USA haben einen ausgezeichneten Standard bei der Gesundheitsversorgung, mit modernsten Einrichtungen und gut ausgebildeten Ärzten. Allerdings ist der staatliche Krankenversicherungsschutz auf Kinder, ältere Menschen, Behinderte und Patienten mit geringem Einkommen beschränkt.

Wie hoch ist die Rente in den USA?

Wie hoch ist die durchschnittliche Rente in den USA? – Der durchschnittliche Rentner erhielt im Jahr 2019 eine Altersrente von 1.468 USD². Umgerechnet sind das circa 1.430 EUR (Wechselkurs vom 22.11.2022). Die Berechnung der tatsächlichen Rentenbezüge in den USA ist relativ kompliziert und wird auf Grund verschiedener Faktoren wie Einkommen, Lohnwachstum und so weiter indexiert.

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Wie viel verdient man in den USA?

Was war Vereinigte Staaten Von Amerikas Monatliches Einkommen in 2023-05? –

Letzte Vorheriger Min. Max. Einheit Häufigkeit Bereich
4,588 2023-05 4,586 2023-04 2,741 2006-03 4,588 2023-05 US Dollar Monatlich 2006-03 – 2023-05

Wie viel kostet ein Arztbesuch in den USA?

Besuch beim Arzt ohne Auslandskrankenversicherung – Wer in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Arzt benötigt, findet diesen in den Metropolen des Landes recht schnell, auch Spezialisten. In ländlichen Gegenden wird es jedoch schwieriger, weil hier wesentlich weniger Ärzte arbeiten. Die Arztdichte pro 1000 Einwohner beträgt nur 2,59.

  • Zum Vergleich, in Deutschland kommen 4,33 Ärzte auf 1000 Einwohner.
  • Selbst ein Land wie die Mongolei weist eine höhere Arztdichte als die USA aus.
  • Von Reisenden ohne Auslandskrankenversicherung müssen alle anfallenden Kosten bei einem Arztbesuch direkt bar oder per Kreditkarte beglichen werden.
  • Diese Kosten können erheblich sein.

Im Durchschnitt wird schon eine einfache Untersuchung ohne den Einsatz medizinischer Gerätschaften mit gut 150 US-Dollar veranschlagt. Kommt eventuell noch eine Computertomografie (CT) hinzu, die in den USA ein gern genutztes Mittel zur Diagnose darstellt, belaufen sich die Kosten schnell auf mehrere Tausend US-Dollar – für viele Patienten eine große finanzielle Belastung.

Was kostet ein Tag im Krankenhaus USA?

US-Gesundheitssystem: Revolution oder Scheitern Die Debatte um die US-Gesundheitsreform geht in die entscheidende Phase. Die Regierung will die Lücken in einem an vielen Stellen kranken System endlich schließen. Wie groß diese sind, zeigt ein Besuch in Washington. Historische Stätte: Im Kapitol, dem Sitz des Kongresses, fällt die Entscheidung über die Reform. Foto: vario images Carrie ist ein kleines, süßes Mädchen, geschätzte neun Jahre alt. Sie hat große blaue Augen, einen sanften Blick, doch keine Haare mehr auf dem Kopf, ausgefallen vermutlich durch eine Chemotherapie.

  1. In Lebensgröße schaut das zierliche Kind den Wartenden im gutbürgerlichen Washingtoner Stadtteil Wesley Heights von einem Bushaltestellen-Poster entgegen.
  2. Carrie ist Krebspatientin im St.
  3. Jude Children’s Research Hospital.
  4. Hilf Carrie im Kampf gegen den Krebs” steht auf dem Plakat.
  5. Und „Spende jetzt.” Dass amerikanische Kliniken öffentlich um Spendengelder werben, ist keine Seltenheit in den Vereinigten Staaten.

Im Gegenteil: Für die Häuser, die keine noblen Vorortkliniken sind, ist es Alltag. Ob Plakate an der Bushaltestelle, Handzettel am Laternenpfahl, Anzeigen im Internet oder Telefon-Spendenmarathon mit dem lokalen Radiosender – um an Geld zu kommen, ist nahezu jedes Mittel recht.

  1. Es ist unglaublich, was in den Kliniken alles angestellt wird, um Geld zu kriegen.
  2. Sie sind ständig auf der Suche nach Sponsoren, daran arbeiten sie Tag und Nacht”, berichtet Dr. med.
  3. Wolfgang Stehr (40).
  4. Der in Deutschland ausgebildete Arzt arbeitet seit acht Jahren an amerikanischen Krankenhäusern, und er weiß: Die Kliniken werben nicht aus plumper Effekthascherei um das Geld, sondern weil sie die Unterstützung von Spendern wirklich brauchen.

„Sie könnten den Krankenhausbetrieb sonst nicht aufrechterhalten”, sagt der mit einer Amerikanerin verheiratete Deutsche.47 Millionen nicht versicherte Amerikaner müssen in den Notaufnahmen von Krankenhäusern behandelt werden – das ist Gesetz. Aber nicht nur diese Patienten belasten das Budget der Kliniken.

  1. Hinzu kommen die Behandlungskosten für etwa 30 Millionen Unterversicherte.
  2. Deren Versicherungspolicen sind so schlecht, dass sie auf sich allein gestellt sind, wenn sie eine wirklich schwere Erkrankung trifft oder sie einen Unfall haben.
  3. Zudem: Etwa 80 Millionen US-Amerikaner sind über staatliche Programme versichert, Rentner und sozial Schwache.

„Bei diesen Patienten ist den Kliniken das Geld sicher, und es fließt schnell. Aber bezahlt werden nur Standardbehandlungen, und damit ist das, was hereinkommt, strikt limitiert”, erläutert Stehr. Das Ergebnis: Der Kostenapparat vieler Krankenhäuser wird durch Spenden von Privatleuten, Firmen oder Stiftungen gedeckt.

  • Oder durch Geld, mit dem die öffentliche Hand zusätzlich die Versorgung unterstützen muss.
  • Das Washingtoner Krankenhaus, in dem Stehr derzeit als Kinderchirurg arbeitet, hatte Glück: Die halb städtische, halb universitäre Einrichtung erhielt gerade eine 150-Millionen-Dollar-Spende – aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi.

Krankenhauspersonal stellt Finanzpläne für Patienten auf In Großstädten wie der amerikanischen Hauptstadt macht sich das Dilemma des Systems besonders bemerkbar. Denn in jeder größeren Stadt der USA gibt es sie, die ärmeren Gegenden, die oft gettoähnlichen Stadtbezirke.

  1. Dort leben Menschen, die – wenn überhaupt – nur ab und an einen Job haben.
  2. Oder aber sie haben einen Job, von dem sie die Familie ernähren können, aber eben keinen Arbeitgeber, der für ihre Versicherung und die ihrer Angehörigen aufkommt.
  3. Die Ambulanz im Krankenhaus ersetzt in solchen Gegenden den Hausarzt.

Die Leute kommen bei Problemen dann einfach in die nächstgelegene Klinik, weil wir sie hier eben nicht abweisen dürfen”, berichtet Stehr. „Manchen”, fügt er hinzu, „ist es letztendlich egal, wer für die Behandlung aufkommt.” Kennt die großen Defizite des Systems: Wolfgang Stehr, seit acht Jahren Arzt in den USA.Foto: privat Egal, ob Schnupfen, Unfall oder Leukämie: Das Prozedere, das abläuft, sobald ein Amerikaner die Klinik betritt, ist immer gleich: Anhand der Social Security Number (Sozialversicherungsnummer) werden die persönlichen Angaben und der Versicherungsstatus überprüft.

Das übernimmt ein sogenannter Case Worker (Fallbearbeiter). Er hat in den Kliniken nur eine Aufgabe: Geld hereinzuholen. Er tritt zügig in Kontakt mit dem Versicherer, um sich ein Bild über den Umfang der Versicherungsleistungen zu machen. Wenn denn überhaupt welche vorhanden sind. Defizite im Versicherungspaket werden dabei schnell sichtbar: „Oft weiß der Case Worker schließlich mehr als der Versicherte selbst”, sagt Stehr.

In einigen Fällen entscheiden Versicherungsstatus, Portemonnaie des Patienten oder Generosität der Klinik, ob eine bestimmte Operation gemacht werden kann oder nicht. Wohlgemerkt: Zeit für eine derartige Abwägung bleibt nur bei nicht akuten Fällen. Notfallpatienten werden grundsätzlich versorgt, ungeachtet ihres Versicherungsstatus.

Die Jagd nach dem Geld beginnt in diesen Fällen erst später. Die Case Worker fungieren zudem als eine Art Lebensberater: Sie geben den Nicht- und Unterversicherten Informationen an die Hand, wo und wie sie staatliche Zuschüsse für die medizinische Versorgung beantragen können, oder stellen gemeinsam mit ihnen Zahlungspläne auf, damit die Behandlungskosten in Raten zurückgezahlt werden können.

„Denn die Krankenhausrechnungen in den USA sind horrend”, erklärt Stehr, der neben dem deutschen und dem US-amerikanischen System auch das französische Krankenhauswesen durch Arbeitsaufenthalte kennt. „Ein Tag im US-Krankenhaus kostet etwa 1 500 Dollar, auf der Intensivstation 3 000 bis 10 000 Dollar.” Stehr verschweigt nicht, dass auch die hohen Arzthonorare und eine mangelnde Bereitschaft der Krankenhäuser ein Teil des amerikanischen Problems sind.

Für manche lautet die Frage: Essen oder Medikamente? Versicherer lehnen Patienten mit Vorerkrankungen ab Das US-Gesundheitssystem heute Das Ringen um die Reform

Kaum eine Chance haben in den USA Menschen, denen das Leben ohnehin schon nicht wohlgesonnen ist: diejenigen, die chronisch erkranken. Sie werden neben den Klinik- und Arztrechnungen auch von horrend hohen Medikamentenkosten zermürbt. Diese sind in den USA höher als in vielen anderen Staaten – und wieder kommt das System seinen Bürgern nicht entgegen: In den Apotheken werden Medikamente nicht im Paket ausgegeben, sondern in abgezählten Einzeldosen.

  • Dann steht der Patient da, schaut in sein Portemonnaie und überlegt:,Für wie viele Tage kann ich mir Tabletten leisten?‘”, erläutert Stehr.
  • Und wenn er dann durchrechnet und sich entscheiden muss, ob er Essen für seine Kinder kauft oder teure Medikamente, ist seine Entscheidung klar.” Diese Erfahrungen habe er immer wieder gemacht, egal, ob in Washington (District of Columbia), zuvor in Cincinnati (Ohio) oder York (Pennsylvania): „Die Patienten haben schlicht nur das Geld, um sich für ein paar Tage Medikamente zu kaufen.” Früher oder später landen sie dann wieder in der Notaufnahme.

Betroffen von den Fehlern des Systems sind Stehr zufolge vor allem Menschen aus der unteren Mittelklasse und der oberen Unterklasse: gering verdienende Taxifahrer, mittellose junge Erwachsene, Lehrer an kleinen Privatschulen, Schuhverkäufer oder Familien, in denen es nur ein Einkommen gibt.

Der Weg aus den Gesundheitsschulden ist für sie lang – wenn er denn überhaupt gelingt. Laut einer aktuellen Studie der Harvard-Universität sind Gesundheitskosten in den USA die häufigste Ursache für Privatinsolvenzen: Sie machen 60 Prozent aus. Dabei belegt die Studie auch, dass es amerikanische Mittelschichtfamilien besonders trifft: 75 Prozent der insolventen Familien waren krankenversichert, konnten aber die Behandlungskosten aufgrund der vielen Lücken im Versicherungssystem nicht tragen.

Harvard-Professor David Himmelstein formulierte es so: „Solange Sie nicht Warren Buffett heißen, ist Ihre Familie nur eine schwere Erkrankung vom Bankrott entfernt.” Denn: Selbst für diejenigen Amerikaner, die sich gut versichert wähnen, kann eine ernsthafte Erkrankung auch und gerade finanziell böse Folgen haben.

  1. Eine der größten Tücken ist die Regelung zu den sogenannten Pre-existing Conditions (Vorerkrankungen).
  2. Die Versicherer dürfen Antragsteller ablehnen, wenn diese eine Vorerkrankung haben.
  3. Dafür reicht ein einmaliger Besuch einer Psychotherapie aus, auch eine Schwangerschaft gehört dazu.
  4. Veranlagungen beziehungsweise Zugehörigkeit zu Risikogruppen (etwa Brustkrebs in der Familie) können ebenso genügen, um einen Versicherungsschutz verweigert zu bekommen oder unbezahlbar zu machen.

Darüber hinaus fordern viele Versicherer hohe Selbstbeteiligungen bei bestimmten Behandlungen oder enthalten bei Ausgaben für Medikamente ein sogenanntes Donut Hole: Die Medikamentenkosten werden dann nur bis zu einer gewissen Grenze bezahlt, danach muss der Patient die Rechnungen selbst begleichen.

Diese Regelungen treffen auch diejenigen, die staatlich versichert sind, und sind vor allem für Chroniker fatal: Medikamente für einen Demenz- oder Diabeteserkrankten kosten leicht mehrere Hundert Dollar im Monat. Das bringt selbst Gutverdiener ins Schlingern. Chirurg Stehr weiß noch von extremeren Beispielen zu berichten, in denen die Versicherer ihre Allmacht spielen lassen und sich der Versicherte im Ernstfall der Unterstützung nicht sicher sein kann: Er kennt Fälle, bei denen der Versicherer nach der Studie der Krankenakten entschieden hat, dass ein Klinikaufenthalt lediglich zwei statt der vorliegenden drei Tage nötig gewesen sei.

„Die Kosten für den dritten Krankenhaustag werden dann schlicht nicht bezahlt und die Krankenhausrechnung an den Patienten weitergereicht. Ob dieser in der Lage ist, diese Kosten zu begleichen, interessiert bei den Versicherern niemanden.” Wie für die meisten Europäer ist es für den gebürtigen Baden-Württemberger „untragbar”, dass der Zugang zur Krankenversicherung in den USA nicht für alle möglich ist.

  • Er, der dem amerikanischen System bei aller Kritik auch viel Positives abgewinnen kann, urteilt in dieser Hinsicht deutlich: „Jeder sollte Zugang zu einer Gesundheitsversorgung haben, unabhängig von seinem finanziellen Hintergrund.
  • Die Frage, ob ich zum Arzt gehe, darf keine Entscheidung zwischen Gesundheit und Überleben sein.” Nora Schmitt-Sausen Unternehmen in den USA sind nicht verpflichtet, eine Krankenversicherung für ihre Angestellten abzuschließen.

Lediglich knapp 60 Prozent der US-Bürger sind über ihren Arbeitgeber versichert. Selbst Großunternehmen kämpfen mit den Versicherungsprämien, die in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. Kleinere Firmen scheuen die hohen Kosten meist gänzlich, und so haben Teilzeit- und Kurzzeitbeschäftigte sowie Festangestellte von Kleinunternehmern meist keine Krankenversicherung.

Auch Selbstständige sind oft ohne Versicherungsschutz. Einige Arbeitnehmer lehnen ein Versicherungsangebot des Arbeitgebers ab, weil sie sich den Eigenanteil nicht leisten können oder wollen. Sich als Einzelperson zu versichern, ist im Vergleich zu den Gruppenverträgen, die ein Arbeitgeber abschließen kann, unverhältnismäßig teuer, der Versicherungsschutz gleichzeitig meist schlechter.

Lediglich neun Prozent der Amerikaner haben eine solche individuell abgeschlossene Versicherung. Etwa 80 Millionen Amerikaner sind mindestens einen Monat im Jahr nicht versichert – etwa bei einen Arbeitsplatzwechsel, durch den sie ihren Versicherungsschutz verlieren.47 Millionen US-Bürger haben dauerhaft keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

  1. Über die staatlichen Programme Medicare (für US-Bürger über 65 Jahre und Menschen mit Behinderung) und Medicaid (für US-Bürger mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze) sind etwa 80 Millionen Menschen versorgt.
  2. Das Gesundheitswesen in den USA ist weltweit das teuerste, und seine Kosten steigen stetig: Derzeit verschlingt es jährlich 2,3 Billionen Dollar, das sind 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts.7 290 Dollar sind die Pro-Kopf-Gesundheitskosten eines Amerikaners pro Jahr.

Zum Vergleich: In Deutschland sind es 3 588 Dollar. Präsident Barack Obama möchte eine Krankenversicherung für alle US-Amerikaner bezahlbar machen. Dazu will er staatliche Hilfsprogramme ausweiten und Kleinunternehmen finanzielle Anreize geben, damit sie ihre Angestellten versichern.

Wichtiger Bestandteil der Reform sind zudem neue Richtlinien beim Abschließen von Versicherungspolicen durch Privatpersonen. Auch soll die bisherige Praxis der Versicherer, Patienten aufgrund von Vorerkrankungen abzulehnen oder den Schutz bei schweren Erkrankungen zu beschneiden, eingeschränkt werden.

Die Pharmakonzerne sollen sich verpflichten, Medikamente zu vergünstigten Preisen an diejenigen abzugeben, die über staatlichen Programme versichert sind. Im Senat, in dem jeweils zwei Senatoren je Bundesland sitzen, steht der mehr als 2 000 Seiten starke Reformentwurf derzeit zur Debatte.

Die Demokraten, die ein Gesetz überwiegend befürworten, stellten dort zwar die Mehrheit, benötigen allerdings die Stimmen zweier unabhängiger Senatoren bei der Abstimmung. Gleichzeitig dürfen sie sich keine Abweichler erlauben. Vier Demokraten ringen allerdings noch mit ihrer Zustimmung. Dass einer der republikanischen Senatoren für die Reform stimmt, gilt als ausgeschlossen.

Die Debatte ist vor allem durch das Thema Abtreibung aufgeheizt: Konservativen treibt der Gedanke, dass der Staat Schwangerschaftsabbrüche mitfinanzieren könnte, Zornesröte ins Gesicht. Außerdem entzweit die Mandatsträger die Frage, ob die Reform eine staatliche Versicherung (Public Option) enthalten soll.

  1. Damit würde sich der Staat aktiv in den Wettbewerb der Krankenversicherer einschalten.
  2. Wie die Arbeitgeber dazu verpflichtet werden sollen, ihre Angestellten abzusichern, und welche Strafe denjenigen droht, die es ablehnen, sich zu versichern, ist vielen noch ebenso unklar.
  3. Die wahre Krux des Vorhabens ist aber die Finanzierung: Die Reform soll in den kommenden zehn Jahren – je nach Vorschlag – zwischen 848 Milliarden und circa einer Billion Dollar kosten.

Hereinkommen soll ein Teil des Geldes durch Steuererhöhungen bei Reichen und Umschichtungen. Wie die Summe im Detail aufgebracht werden soll und ob sich die von der Wirtschaftskrise immer noch stark gebeutelten USA eine solche Reform leisten können, daran scheiden sich die Geister.

Vor allem Pharmaindustrie und Versicherer laufen seit Monaten gegen Obamas Pläne Sturm. Auch die US-Bürger reiben sich an der Reform. Im Bewusstsein der Amerikaner ist der Krankenversicherungsschutz nicht als fundamentales Recht des Einzelnen verankert, die Ablehnung von staatlicher Einmischung dagegen schon: Viele Amerikaner verbitten sich jegliche Form von Eingriffen des Staates in das persönliche Lebensumfeld.

Sie glauben mehr an die Verantwortung des Einzelnen. Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses haben im November in knapper Abstimmung einen Gesetzentwurf verabschiedet. Falls sich nun auch der Senat einigt, müssen beide Vorlagen noch zu einem gemeinsamen Entwurf zusammengefasst werden.

Wie läuft es in den USA zum Arzt zu gehen?

Arztbesuch – Sollte es einmal vorkommen, dass Sie z.B. wegen einer schweren Grippe oder einem schweren Sonnenbrand den Arzt aufsuchen müssen, fragen Sie (oder suchen in den “Yellow Pages”) nach einer sogenannten “Walk-In-Clinic”. Das sind Arztpraxen, in denen Sie ohne Termin angenommen werden und das oft nur nach kurzer Wartezeit.

Grundsätzlich kann man als Besucher jeden beliebigen Arzt aufsuchen. Für den Arztbesuch benötigen Sie in den USA nur eines: Ihren Reisepass und – noch wichtiger – Ihre Kreditkarte (oder das entsprechende Bargeld!). Abgerechnet auf Ihre Reisekrankenversicherung kann beim Arzt nicht werden – Sie erhalten die verauslagten Beträge von Ihrer Reisekrankenversicherung im Heimatland zurück.

Die Bedingungen, was wann bezahlt wird, erhalten Sie bei der entsprechenden Gesellschaft auf Anfrage oder ist den Unterlagen zu entnehmen. Sie können aber i.d.R. keine ‘vorsorglichen’ Untersuchungen machen, sondern es muss einen nicht verschiebbaren Grund für Ihren Besuch geben.

Als Neukunde müssen Sie zuerst einmal 2 bis 3 Seiten Formulare ausfüllen. Dies ist notwendig, damit die ärzte gut über Sie Bescheid wissen! Diese Prozedur dient wohl mehr der Absicherung des Arztes, um eventuellen Schadensersatzklagen vorzubeugen. Erst nach Unterschrift unter der Verzichtserklärung werden Sie angenommen! öffnungszeiten: I.d.R.

zu den normalen Bürozeiten; am Wochenende gehen Sie entweder ins Krankenhaus oder wenden sich an größere ärztegemeinschaften (ärztehäuser), die oft einen dauernden Wochenend- und Nachtnotdienst haben. Abrechnung mit der Versicherung: Sammeln Sie alle Unterlagen, die Sie vom Arzt bekommen! Diese reichen Sie nach der Rückkehr aus den USA mit einer kurzen Beschreibung des “Unfallherganges” bei ihrer Krankenversicherung ein!!

Welches Land hat die beste Gesundheitssystem?

Im Bereich Gesundheit sind es Japan, Singapur, Südkorea, Norwegen und Taiwan, die die ersten fünf Plätze des Legatum Prosperity Index™ 2021 belegen.

Wer hat das teuerste Gesundheitssystem?

Welches Land hat das teuerste Gesundheitssystem? – Die USA mit dem traditionell weitaus teuersten Gesundheitswesen der Welt geben sogar 73% mehr aus als der OECD-Durchschnitt. Unter diesem Mittel sind unter anderen Italien (8,5 %), Österreich (7,7%), Grossbritannien (7,7%), Spa- nien (7,6%) und Dänemark (7,3%).

Was sagt man in den USA wenn jemand niest?

Das sind die zehn hippsten Wörter, die sich das Englische leiht – 1. Zeitgeist 2. Kitsch 3. to abseil Wird tatsächlich als Verb so gebraucht! Eine Quelle: die BBC News.4. Wunderkind 5. Gesundheit! Hat das “God Bless You” in den USA vielerorts ersetzt, wenn jemand niest.6.

8. kaputt 9. Schnapps Genau so, mit zwei “p” geschrieben.

10. to abreact Klingt strange, wird im Englischen aber in der Psychologen-Fachsprache benutzt.

Bin ich in USA versichert?

Bin ich in den USA krankenversichert? – Anders als im EU-Ausland greift die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht in Amerika. Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder Rücktransporte in die Heimat müssen selbst bezahlt werden. Wer also in die USA reisen möchte, sollte sich für eine Auslandskrankenversicherung entscheiden.

Zwar ist eine solche Versicherungspolice für den Auslandsaufenthalt oder einen Visumsantrag keine Voraussetzung, aber klar empfehlenswert. Wer mit der ganzen Familie unterwegs ist, profitiert in der Regel von einer Auslandskrankenversicherung für Familien, Gut zu wissen: Innerhalb der EU sind Sie auf Reisen (grund)versichert Wer innerhalb der europäischen Union unterwegs ist, ist in der Regel über die deutsche Krankenversicherung abgesichert.

Mithilfe der blauen Krankenversicherungskarte (EHIC) erhalten Sie im EU-Ausland Hilfe. Wann sich eine Auslandskrankenversicherung trotzdem lohnt und wie das bei Grenzfällen (Schweiz, UK, Island & Co) ist, erfahren Sie im verlinkten Ratgeber.

Wie finanziert sich die USA?

Allgemeines – Die USA sind ebenso wie Deutschland ein föderativer Staat mit drei Ebenen : Neben der Bundesebene ( englisch federal level ) sowie den 50 Bundesstaaten ( englisch state governments ) existieren derzeit etwa 88.000 lokale Gebietskörperschaften ( englisch local governments oder englisch municipalities ).

  1. Sie alle weisen zum Teil extreme Unterschiede in der Wirtschaftsstruktur, den Steuereinnahmen und den Staatsausgaben auf.
  2. Der Bund finanziert sich vor allem aus der Einkommensteuer, die Bundesstaaten eher aus Konsumsteuern,
  3. Ein Finanzausgleichssystem im Wortsinne existiert in den USA nicht.
  4. Formal gibt es keinen Finanzausgleich, doch wirken die unterschiedlichen vertikalen Transferleistungen, die sich im internationalen Vergleich durch ein sehr hohes Maß an Zweckbindung auszeichnen, faktisch funktional äquivalent.

Vielmehr gibt die Zentralregierung den Bundesstaaten Zuwendungen ( englisch grants ) für bestimmte Zwecke und Politikziele, etwa im Gesundheitswesen, Das Bundesgeld hat jedoch nur zu einem sehr geringen Teil das Ziel, bestehende Unterschiede in der Finanzkraft auszugleichen.

  1. Der Finanzausgleich sorgt für vertikale Transferzahlungen der Zentralregierung an die Bundesstaaten.
  2. Diese dienen aber nicht dem Ausgleich der unterschiedlichen Wirtschaftsbedingungen, erst recht übernimmt die Zentralregierung keine Haftung für die Schulden der Gebietskörperschaften ; es gibt eine Nichtbeistands-Klausel ( englisch No-Bailout-Clause ).

Sie stammt aus dem Jahre 1842, als überschuldete Bundesstaaten erfolglos die Zentralregierung um finanzielle Hilfe baten, diese aber nicht eingriff. Als Folge wurden 12 Bundesstaaten zahlungsunfähig. Ein horizontaler Finanzausgleich zwischen den Bundesstaaten wie bei dem deutschen Länderfinanzausgleich findet nicht statt.

Je höher in einem Bundesstaat der Anteil der subnationalen Staatsausgaben an den gesamten Staatsausgaben ist, desto dezentraler oder föderalistischer ist die Fiskalunion. Weil in den USA ein großer Anteil der Einnahmen des Bundes aus der individuellen Einkommensteuer und den Pflichtbeiträgen an die Leistungsträger stammt, während die Bundesausgaben überwiegend als Direktzahlungen an Bürger fließen, ist das potenzielle Ausmaß der Umverteilung zwischen Gliedstaaten via Zentralstaat relativ bedeutend.

Diese Umverteilung ist aber struktureller Natur und reagiert nur bedingt auf den Konjunkturzyklus ; sie ist also nicht dafür vorgesehen, die Auswirkungen von lokalen, regionalen oder nationalen Schocks abzufedern.

Wie ist das Sozialsystem in den USA?

Amerika – das amerikanische Sozialsystem im Überblick – Der Hintergrund: Wie wir aus den Nachrichten wissen, besitzt die USA kein national einheitliches System für alle Bereiche der sozialen Sicherungen. Viele wissen aber nicht, dass in Amerika bereits 1935 das Sozialversicherungsgesetz verabschiedet wurde.

Bis 1935 wurde die politische Lösung sozialer Probleme abgelehnt. Private Selbstverantwortung stand im Mittelpunkt. Das Sozialversicherungsgesetz schuf lediglich für die Rentenversicherung eine nationale einheitliche Pflichtversicherung. Die ebenfalls eingeführte Arbeitslosenversicherung wurde der Zuständigkeit der Einzelstaaten übertragen.

Diese zwei Versicherungen waren aber eigentlich nur als Ergänzung privater Vorsorgemaßnahmen vorgesehen. Folgende Sozialversicherungen gibt es inzwischen:

  • Rentenversicherung,
  • Arbeitslosenversicherung,
  • Unfallversicherung,
  • Krankenversicherung (Medicare).

Folgende Sozialhilfen gibt es:

  • Alten-, Blinden- und Behinderten-Fürsorge (SSI),
  • Familienfürsorge (AFDC),
  • Krankenfürsorge (Medicaid),
  • Ernährungsfürsorge (Food Stamp).

Sozialversicherungsprogramme: Die Rentenversicherung: Versicherungspflichtig sind grundsätzlich alle Erwerbstätigen. Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu gleichen Teilen: 1990 7,65% bei einer Beitrags- und Leistungsbemessungsgrenze von $ 45.000.

Die Rentenleistungen werden aus den Beiträgen der zurzeit Versicherten aufgebracht. Wie auch in Deutschland hat sich das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbeziehern zunehmend verschlechtert. Das allgemeine Rentenalter ist auf 65 Jahre festgelegt, wird sich aber im Jahre 2000 auf 67 erhöhen.

Die Renten sind steuerfrei, und ein Nebenverdienst bei Rentnern ist in beschränktem Umfang möglich. Private Vorsorgemaßnahmen nehmen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Insgesamt unterscheidet sich also das Rentensystem der USA nur wenig von dem in Deutschland! Bei der Rentenversicherung unterscheidet man zwei Arten:

  1. 401(k) Plan
    • Dieser Plan wird über den Arbeitgeber angeboten. Es ist prinzipiell ein Rentenkonto, dass vom Arbeitgeber geöffnet wird. Dann kann man einen gewissen Betrag (frei wählbar, max 9% vom Gehalt) direkt vom Gehaltscheck überweisen lassen (vor der Steuer!). Man kann normalerweise nicht vor 59 ½ Jahren an das Geld ran.
    • Falls der Arbeitgeber ein matching program anbietet, zahlt auch er einen gewissen Betrag. Das Geld ruht nicht einfach in diesem Konto, es gibt verschiedene Möglichkeiten wie z.B. Wertpapiere und andere Formen. Gewinn, den man mit dem 401k Geld macht, unterliegt NICHT der Steuer!
  2. IRA
    • Individual account. Konto (fast wie der 401k Plan) wo man einen gewissen Beitrag einzahlt. Dies ist für den Fall, dass der Arbeitgeber keinen 401k Plan anbietet.

Die Krankenversicherung: Der größte Unterschied zu dem deutschen System besteht darin, dass es keine obligatorische gesetzliche Krankenversicherung (Ausnahme Medicare) gibt. Aber fast alle Amerikaner haben eine Krankenversicherung! Die meisten sind durch private Krankenversicherungspläne von den Arbeitgebern oder durch die staatlich finanzierten Gesundheitsprogramme (Medicare und Medicaid) abgesichert.

  • Krankenhausleistungen,
  • Ärztliche Behandlung,
  • Zahnärztliche Behandlung,
  • Medikamente.

Außerdem gibt es in Amerika keine bundeseinheitliche Regelung zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle. Auch hier sind es vor allem die privaten Versicherungsträger, die entsprechende Leistungen anbieten. Medicare, die Krankenversicherung für alte Menschen ab 65 Jahre, ist neben der Rentenversicherung die zweite bundesstaatliche Pflichtversicherung.

Die Versicherung besteht aus zwei Teilen: einem obligatorischen, zu gleichen Teilen vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanzierte Versicherung für die Krankenhausbehandlung und einer ergänzenden freiwilligen, durch eine monatliche Prämie des Arbeitnehmers finanzierte Arztversicherung. Versicherungstypen: Indemnity Insurance Ein etwas älter Typ.

Hier konnte man sich den Arzt nicht frei aussuchen. Die Versicherung hat eine Liste mit ‘überprüften’ Ärzten, von der man sich einen aussuchen darf. Nicht jeder Arzt kommt auf diese Liste. Group Plans Versicherung über den Arbeitgeber. Entweder zahlt der Arbeitgeber voll oder nur zu einem Teil.

Der Rest wird dann vom Gehaltscheck einbehalten. HMO und PPO Sind s.g. managed care insurance. Hier gibt es ein Network von Ärzten und Krankenhäusern die sich um die Patienten kümmern. Die Ärzte und Krankenhäuser kosten weniger (die Behandlung ist billiger) wenn sie dem Netzwerk beitreten. Nur dann können sie sich um Patienten kümmern, die diesem Plan (HMO oder PPO) angehören.

HMO oder PPO sind die am weitesten verbreiteten Typen. PPO (Preferred Provider Organization) PPO bedeutet Preferred Provider Organization und hat eine Liste von Ärzten, von denen man sich einen aussuchen darf. Man kann natürlich einen Arzt wählen der nicht aufgelistet ist; einen Teil der Behandlungskosten muss man dann aber selbst übernehmen.

Wie gesagt verlangen die aufgelisteten Ärzte weniger für die Behandlung (ca.20%). Dafür kommen diese Ärzte an die Patienten ran, die dieser Versicherungsform beitreten. HMO (Health Maintenance Organization) Neben PPO auch weit verbreitet. Die Ärzte und Krankenhäuser müssen die Kosten, die die Patienten verursachen, selber kontrollieren.

Wie funktioniert HMO? Zuerst sucht man sich einen Hausarzt (primary-care physician / gatekeeper). Wenn man dann Bauchschmerzen hat, muss man zu diesem Gatekeeper gehen. Dieser Besuch kostet ca. $5 bis $10 (Eigenbeteiligung).D.h. man muss jedes mal 5-10 Dollar zahlen, HMO zahlt den Rest.

  • Der Gatekeeper wird einen untersuchen und ggf.
  • Zum Spezialisten überweisen.
  • Unfallversicherung: Die Berufsunfallversicherung fällt in die Gesetzeskompetenz der Einzelstaaten.88% der Arbeitnehmer sind von der Unfallversicherung erfasst, die wie bei uns allein durch die Arbeitgeber finanziert wird.
  • Die Gesetze sehen Geldleistungen (Lohnersatzleistungen), medizinische Leistungen und Rehabilitationsleistungen vor.

Arbeitslosenversicherung: Wie auch die Unfallversicherung ist dies Aufgabe der Einzelstaaten. Auch hier sind die meisten Arbeitnehmer von der Arbeitslosenversicherung erfasst. Da es keine Arbeitslosenhilfe im Anschluss an das Auslaufen des Arbeitslosengeldes gibt, sind die Arbeitslosen, insbesondere die Langzeitarbeitslosen, auf die Sozialhilfe angewiesen.

  • Aid to Families with Dependent Children (AFDC): Familienbeihilfen. Es gibt übrigens kein Kindergeld in Amerika.
  • Medicaid: Krankenbeihilfe für Arme.
  • Supplemental Security Income (SSI): Einkommensbeihilfe für bedürftige Alte, Blinde und Behinderte.
  • Food Stamp: Ernährungsbeihilfe für Minderbemittelte.

AFDC und SSI stellen Geldleistungen, Medicaid und Food Stamp Sachleistungen zur Verfügung. Sie bilden das soziale Netz für die Armen und Bedürftigen. Übrigens: Der Staat Georgia hat alle Sozialbehörden mit einem neuen Computersystem ausgestattet, mit dem das Beantragen von Sozialhilfe erleichtert wird. Der Papierkram entfällt so; es wird alles am Bildschirm erledigt.

Wie funktioniert Obama Care?

Gesundheitssystem der USA: Was ist aus „Obamacare” geworden? Erstellt: 14.10.2020 Aktualisiert: 14.10.2020, 09:35 Uhr Präsident Donald Trump will statt Obamacare ein neues System einführen, in dem der Staat eine geringere Rolle spielt, Versicherte mehr Wahlrecht haben und geringere Kosten anfallen. © picture alliance/Erik Mcgregor/Pacific Press via ZUMA Wire/dpa Im Zuge von Obamacare wurde die Versicherungspflicht für den Großteil der US-Amerikaner eingeführt.

Seit Einführung des „Patient Protection And Affordable Care Act”, besser bekannt als Obamacare, muss jede Person mit Wohnsitz in den USA eine Krankenversicherung abschließen.Diese muss zwingend bestimmte Leistungen abdecken.Möglich sind sowohl eine private Vorsorge als auch Versicherungen über den Arbeitgeber.

Washington, D.C. – Anders als in Deutschland ist das Gesundheitssystem der USA nicht einheitlich staatlich geregelt. Amerikaner können sich über den Arbeitgeber versichern lassen – verlieren diesen Schutz jedoch bei Verlust des Arbeitsplatzes. Mit Obamacare führte die Regierung 2010 eine Krankenversicherungspflicht ein. Dennoch hat bis dato nicht jeder Bürger eine Versicherung abgeschlossen.

Sind US Bürger krankenversichert?

So sind US-Amerikaner krankenversichert: Arbeitgeber, Medicare, Medicaid, Privat oder Selbstzahler – Seit 1965 gibt es mit den Programmen Medicare (für Personen über 65 Jahre) und Medicaid (für Personen unter der Armutsgrenze) zumindest eine minimale Versorgung für ausgewählte Personenkreise.

Bei etwa 320 Millionen Einwohnern in den USA sind viele jedoch über ihren Arbeitgeber krankenversichert. Unternehmen in den USA bieten private Krankenversicherungen oftmals als so genannte Benefits an.154 Millionen Einwohner sind auf diesem Wege versichert. Durch die starke Fragmentierung des Marktes fehlen wichtige Möglichkeiten Kosteneinsparungen durch Mengenrabatte zu erzielen.

Dies führt wiederum dazu, dass Prämien sehr teuer sind und Arztbesuche zum Teil nur vollständig übernommen werden, wenn Patienten einen Vertragsarzt der Versicherung wählen. Ein Zusammenschluss einzelner Anbieter würde hier die Verhandlungspositionen stärken und Kostensenkungen ermöglichen.

Ein weitaus größeres Problem ist jedoch die grundsätzliche Verknüpfung der Krankenversicherung an den Arbeitgeber: bei Verlust des Arbeitsplatzes verliert man auch seine Krankenversicherung. Ohne diese ist man in den USA den sehr hohen Behandlungskosten im Krankheitsfall ausgeliefert. In keinem anderen Land der Welt, führen hohe Behandlungskosten so häufig zur Zahlungsunfähigkeit der Patienten und damit in die Privatinsolvenz ( Forbes, 2013 ).

GM zahlte in 2005 mehr für die Krankenversicherung seiner Mitarbeiter als für den Stahl zur Produktion seiner Autos. Auch für Unternehmen sind die hohen Kosten für die Krankenversicherungen ihrer Mitarbeiter ein finanzielles Problem. GM berichtete im Jahr 2005, dass sie mehr Geld für die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter ausgegeben hätten, als für den Stahl zur Produktion der Autos ( Washington Post, 2005 ).

  • Bei Starbucks waren es im Jahr 2010 angeblich sogar mehr Kosten für die Krankenversicherungen der Mitarbeiter als für den Erwerb von Kaffeebohnen ( Fortune, 2010 ).
  • Dass hohe Kosten dabei nicht zwingend zu einer besseren Gesundheitsversorgung führen, zeigt eine Auswertung der OECD aus dem Jahr 2011.
  • Vergleicht man die durchschnittliche Lebenserwartung mit den Gesundheitskosten pro Kopf, liegen die USA weit abgeschlagen: Auch ein detaillierter Vergleich des Commonwealth Fund über verschiedene Aspekte der Gesundheitsversorgung von 11 westlichen Industrienationen führt zu einem schlechten Ergebnis aus Sicht der Vereinigten Staaten.

Sie belegen den letzten Platz: „Mirror, Mirror on the Wall, 2014 Update: How the U.S. Health Care System Compares Internationally” Commonwealth.org

Wie gut ist das Gesundheitssystem in den USA?

Die USA haben einen ausgezeichneten Standard bei der Gesundheitsversorgung, mit modernsten Einrichtungen und gut ausgebildeten Ärzten. Allerdings ist der staatliche Krankenversicherungsschutz auf Kinder, ältere Menschen, Behinderte und Patienten mit geringem Einkommen beschränkt.

Wie viel kostet es in den USA einen Krankenwagen zu rufen?

Der typische Rettungswageneinsatz kostet wohl so 200–300 Euro.

Hat die USA Sozialhilfe?

Wie sieht es mit Arbeitslosengeld und Sozialhilfe in den USA aus? – So gibt es Arbeitslosengeld in den USA nur dann, wenn man seinen Job ohne eigenes Verschulden verloren hat. Wer selber kündigt oder eine Kündigung durch Fehlverhalten provoziert hat, erhält keine Unterstützung.

Auch Personen, die selbstständig sind oder in Teilzeit oder Zeitarbeitsverträgen arbeiten, erhalten kein Arbeitslosengeld. Arbeitslosengeld wird in der Regel für sechs Monate ausbezahlt, die Regelungen variieren aber von Staat zu Staat. Eine Regelung wie das deutsche Arbeitslosengeld 2 für Langzeitarbeitslose (auch als Hartz 4 bekannt), also eine theoretisch lebenslange finanzielle Unterstützung gibt es in den USA nicht.

Die Vereinigten Staaten gehen davon aus, dass eine gesunde Person irgendeine Form von Arbeit finden kann, egal ob sie ihrer Qualifikation entspricht oder nicht. Sozialhilfe ist daher auf fünf Jahre im Leben beschränkt, mehr als zwei Jahre hintereinander wird sie in der Regel nicht ausbezahlt.