Wie Lange Gibt Es Die Erde?

Wie Lange Gibt Es Die Erde
Wie alt ist die Erde nun? – Das aktuell anerkannte Alter unseres Planeten beträgt 4,55 ± 0,05 Milliarden Jahre. Dieses Alter wurde allerdings an Meteoriten gemessen. Deren Material bildete sich etwa zeitgleich mit der Erde aus der Staubscheibe des noch jungen Sonnensystems, kühlte jedoch schneller ab.

Auf der deutlich größeren Erde dauerte es einige Zeit, bis sich auf der glutflüssigen Oberfläche erste Teile einer festen Gesteinskruste bildeten, deren Reste man heute in Form von Zirkonen finden kann. Sie sind die einzigen bis heute erhaltenen Relikte dieser ältesten Kruste. Man findet diese Zirkone, eingebettet in jüngeres Gestein, in den Jack Hills im Westen Australiens.

Sie weisen ein Alter von 4,4 Milliarden Jahren auf. Das älteste komplett erhaltene Gestein, auf das man seinen Fuß setzen kann, ist der sogenannte Acasta Gneis im Norden Kanadas mit einem Alter von 4,03 Milliarden Jahren. Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt” (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: [email protected],

Wie lange gibt es die Erde bereits?

Die Entstehung der Erde. Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entzündete sich das Material eines jungen Sterns. Die Sonne entstand, dann unser Sonnensystem und damit auch die Erde: eine Wolke aus Gas und Staub formte den Grundkörper.

Wie alt ist etwa die Erde?

„Die Erde ist noch nicht fertig” 4,5 Milliarden Jahre. So alt ist die Erde. Zumindest ungefähr. Wie man das Alter unseres Planeten feststellen kann, warum die Erde immer noch wächst und wieso die wissenschaftliche Datierung ihres Geburtszeitpunkts bis heute angefeindet wird, erklärt der Geochemiker Klaus Mezger, der bei einem Symposium der ÖAW zum Erdalter vortrug.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war das Alter der Erde weitgehend unbekannt, und die wissenschaftlichen Schätzungen, von denen keine auf stichhaltigen Prämissen beruhte, reichten von einigen Tausend bis zu Milliarden von Jahren. Heute wissen wir, dass die Erde etwa 4,5 Milliarden Jahre alt ist.

Doch woher wissen wir das? Wie ist die Erde eigentlich entstanden? Oder warum gibt es bis heute Menschen, die ihr wissenschaftlich längst belegtes Alter anzweifeln? Antworten auf diese Fragen hat der Geochemiker Klaus Mezger von der Universität Bern.

  1. Er war beim zu Gast, das am 3.
  2. November 2022 von der Kommission für Geowissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) veranstaltet wurde.
  3. Wie Herr Mezger, wie alt ist die Erde denn jetzt? Klaus Mezger: Den Geburtszeitpunkt der Erde können wir nicht auf die Nanosekunde festlegen.

Das war ein Prozess, der sich über eine lange Zeit entwickelte. Wenn wir wissen wollen, wie alt die Erde ist, müssen wir festlegen, wann sie „fertig” war. Wir nehmen als Geburtstermin üblicherweise den Zeitpunkt, an dem der Planet 99 Prozent seiner heutigen Masse erreicht hatte.

Damit ist die Erde heute 4,5 Milliarden Jahre alt, plus minus zehn Millionen Jahre. In Wahrheit fallen jährlich immer noch mehrere Tonnen Material aus dem Kosmos auf die Erde, in Form von Staub und Meteoriten. Die Erde wächst also immer noch und ist noch nicht „fertig”. Die Kollisionstheorie ist heute Konsens.

Unser Mond ist schlicht zu groß, um sich auf anderem Weg gebildet zu haben.

Was war die Erde vor 4.6 Milliarden Jahren?

Vor 4,6 Milliarden Jahren – Vor 4,6 Milliarden Jahren ballt sich aus einer kosmischen Wolke aus Gas und Staub ein neuer Planet zusammen: die Erde. Ihre Masse hält die kosmischen Gase, die sie umgeben, durch Gravitation fest. So bildet sich eine Uratmosphäre aus Wasserstoff und Helium.

Wie sah die Erde vor 3 Milliarden Jahren aus?

Uralte Landkruste: Unser Planet könnte schon vor 3,7 Milliarden Jahren Vorformen der Kontinente besessen haben – 500 Millionen Jahre früher als gedacht. Davon zeugen Isotope in Barytmineralen aus dieser Zeit. Sie belegen, dass es schon damals eine Verwitterung kontinentaler Krustengesteine gegeben haben muss, wie Forscher berichten.

Das könnte bedeuten, dass auch die Plattentektonik früher einsetzte als bislang angenommen. Am Anfang war unsere Erde wahrscheinlich ein Wasserplanet – eine Welt ohne größere Landmassen und dominiert von ozeanischer Kruste. Erst nach und nach entstand unter einigen unterseeischen Gebirgen auch kontinentale Krust e – möglicherweise angestoßen durch den Beginn der Plattentektonik.

Aus diesen ersten Kontinentwurzeln wuchsen dann die ersten Landmassen in die Höhe und veränderten das Aussehen und die Stoffkreisläufe unseres Planeten für immer. Doch wann dieser folgenschwere Wandel einsetzte, ist strittig: Einige Studien sprechen für einen Beginn der Plattentektonik erst vor rund drei Milliarden Jahren, andere legen die Existenz erster kontinentaler Kruste und der Plattendrift schon vor 3,2 oder sogar 3,5 Milliarden Jahren nahe. Rötlich-braune Barytkristalle im Barberton Grünstein von Südafrika. © Desiree Roerdink

Wie lange gibt es den Menschen?

Alles begann in Afrika – Vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren entwickelte sich das Leben auf der Erde, doch erst vor sechs Millionen Jahren begann ganz allmählich die Entwicklung des Menschen. Klimaveränderungen und wechselnde Umwelteinflüsse zwangen den Frühmenschen, sich immer wieder anzupassen.

Vor etwa zwei Millionen Jahren betrat in Afrika die frühe Form des Menschen die Bühne des Lebens. Er konnte mit dem Feuer umgehen und entwickelte ausgefeilte Werkzeugtechniken. Das machte ihn unabhängig von seiner Umgebung. Jetzt war sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Er überwand Wüsten, Gebirge und Meere und besiedelte schließlich die ganze Welt.

Aber wieso begann diese Entwicklung gerade in Afrika? Hätte sich der Mensch nicht auch irgendwo anders entwickeln können? Sicher hätte er das. Eine Zeit lang glaubten Forscher auch, dass Europa oder Asien das Ursprungsgebiet unserer Vorfahren gewesen sei.

Die Paläoanthropologie ist ein mühseliges und sehr theoretisches Geschäft. Je nachdem, welche Funde gerade zu Tage treten, wie genau die Datierung und die Interpretation dieser fossilen Überreste gelingt, müssen Theorien auch überarbeitet werden. Im Lauf der Urmenschenforschung gab es immer wieder Funde, die die bis dahin gültige Vorstellung von der Evolution des Menschen gehörig durcheinander brachten.

Heute steht fest: Alle Hominidenfunde, die älter als zwei Millionen Jahre alt sind, stammen ausschließlich aus Afrika. Der Startschuss zur Menschwerdung fiel bereits vor sechs Millionen Jahren. Warum sich der Mensch ausgerechnet in Afrika entwickelt hat – diese Frage stellen sich die Wissenschaftler nicht.

Wie hieß die Welt früher?

Der Superkontinent Pangäa – Wer eine Weltkarte etwas genauer betrachtet, stellt fest: Die Formen von Afrika passen zu Nord- und Südamerika fast so gut wie Teile eines Puzzles. Und tatsächlich sind die Kontinente so etwas Ähnliches wie auseinandergeschobene Puzzleteile. Nur ergeben sie zusammengefügt kein Bild, sondern einen einzigen großen Kontinent: Pangäa. Welche Teile passen zusammen? Quelle: Colourbox Pangäa existierte vor ungefähr 250 Millionen Jahren. In diesem Superkontinent waren alle Landmassen der Erde zusammengefasst und von einem einzigen Meer umgeben, Panthalassa genannt. Etwa vor 200 Millionen Jahren zerfiel Pangäa in zwei Teile – in Laurasia im Norden und Gondwana im Süden.

Die beiden Kontinente zerbrachen später in noch kleinere Stücke. Danach waren Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Europa schon etwa in ihrer heutigen Form zu erkennen. Allerdings lagen diese Erdteile damals noch viel näher beisammen als heute. Erst im Lauf der Zeit entfernten sie sich immer mehr voneinander, denn zwischen Amerika im Westen und Afrika und Eurasien im Osten war ein Mittelozeanischer Rücken aufgebrochen.

Ein neuer Ozean entstand: Der Atlantik, der bis heute weiter wächst. Nord- und Südamerika entfernen sich deshalb von Europa und Afrika jedes Jahr um ein paar Zentimeter. Der Meeresboden des Atlantik drückt Europa und Nordamerika auseinander Quelle: Colourbox Motor für die Reise der Erdteile und die Entstehung von Ozeanen sind Strömungen im heißen Erdinneren. Diese setzen die Platten ganz langsam in Bewegung. Zum Teil weichen oder brechen die Platten dadurch auseinander, an anderer Stelle driften sie wieder aufeinander zu. Die Gebirge Schottlands und Nordamerikas hingen einst zusammen Quelle: Colourbox Doch nicht nur die Form der Erdteile erzählt davon, wie sie einst zusammenhingen. Auch Gebirgszüge weisen darauf hin, wo Erdteile vor langer Zeit eins waren. So sind die Appalachen im Nordosten Amerikas Teil einer Bergkette, die sich über Grönland und Schottland bis nach Norwegen zieht. Auch Berge Norwegens gehörten zu diesem Gebirgszug Quelle: Colourbox 6.11.1912 Während einer Tagung der Geologischen Gesellschaft in Frankfurt stellte der Meteorologe und Polarforscher Alfred Wegener eine gewagte Theorie auf: Nach seiner Meinung bewegen sich die Kontinente auf der Erde.

Kollegen der Geologie äußern sich skeptisch bis ablehnend. Hätte Alfred Wegener behauptet, die Erde sei eine Scheibe, er hätte bei seinen Zuhörern kaum mehr Verwunderung ausgelöst. Laut Wegener sollen alle Kontinente unserer Erde vor langer Zeit zu einer einzigen Landmasse vereint gewesen sein. Pangäa nennt er diesen Superkontinent, der sich auf dem Erdmantel bewegte und vor 200 Millionen Jahren in zwei Teile zerfiel.

Diese beiden Erdteile sollen sich weiter geteilt und verschoben haben. Es gäbe deutliche Hinweise auf das Zerbrechen und die Bewegung der Kontinente: Sie passen wie Puzzleteile ineinander. Auffällig sei auch, dass die gleichen Tierarten auf unterschiedlichen Kontinenten vorkommen.

Afrika und Südamerika sollen also eins gewesen sein? Für die Fachwelt klingt Wegeners Rede so glaubhaft wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Ist man doch bis zum heutigen Tag der Überzeugung, dass die Erdkruste mit ihrem Untergrund fest verbunden ist. Nach bisheriger Erkenntnis sind die Kontinente fix und waren einst über Landbrücken miteinander verbunden.

Noch bezeichnen viele Geologen Wegeners Kontinentalverschiebung abfällig als „Geopoesie eines Wetterfrosches”. Denn ungeklärt ist vor allem der Motor der Bewegung: Was treibt die Kontinente an? Doch an der Theorie Alfred Wegeners kommt die Forschung nun nicht mehr vorbei. Ein Puzzle: Welche Teile passen zusammen? Quelle: Colourbox Die Gebirge Schottlands und Nordamerikas hingen einst zusammen. Quelle: Colourbox

Wie sah die Erde vor 4 Milliarden Jahren aus?

Die Erdzeitalter – Seit ihrer Entstehung hat sich die Erde stark verändert: Berge, Meere und Kontinente sind entstanden und vergangen, Tier- und Pflanzenarten haben sich ausgebreitet und sind ausgestorben. Die meisten dieser Veränderungen passierten sehr langsam, über viele Millionen Jahre hinweg. Äonen: Die großen Kapitel der Erdgeschichte Quelle: SWR Für die Wissenschaftler, die die Geschichte der Erde erforschen, sind diese drastischen Veränderungen wie ein neues Kapitel in einem Buch: Sie unterteilen die Erdgeschichte in verschiedene Abschnitte, die Äonen genannt werden.

  1. Zu Beginn, vor 4,5 Milliarden Jahren war die Erde völlig unbewohnbar.
  2. Sie entstand als eine heiße Kugel aus glühendem geschmolzenem Gestein, umgeben von heißen, ätzenden und giftigen Gasen.
  3. Das klingt wie eine Beschreibung der Hölle – und vom griechischen Wort „Hades” für Hölle stammt auch der Name dieser Zeit: Hadaikum,

Es endete vor etwa vier Milliarden Jahren mit der ersten großen Veränderung: Die Erde war so weit abgekühlt, dass die Oberfläche fest wurde – die Erde bekam eine Kruste. Im Hadaikum war die Erde eine Kugel aus flüssigem Gestein Quelle: Colourbox Die Erde kühlte weiter ab, so dass sich auf der Kruste flüssiges Wasser sammeln konnte: Meere entstanden. Und in diesen Meeren begann vor etwa 3,8 Milliarden Jahren das Leben – zunächst aber nur in Form einfachster Bakterien.

Das griechische Wort für Ursprung oder Beginn steckt im Namen dieser Zeit: Archaikum, Eine wichtige Klimaveränderung vor etwa 2,5 Milliarden Jahren markierte den Übergang zur nächsten Epoche: Die primitiven Lebewesen begannen, die Umwelt zu beeinflussen. Sie produzierten Sauerstoff, der bislang in der Atmosphäre fast gar nicht vorkam.

Die frühen einzelligen Lebensformen wurden mit der Zeit komplexer, sie bildeten Zellkerne. Später begannen einige auch, dauerhaft in Verbünden zusammenzuarbeiten – daraus wurden schließlich die ersten mehrzelligen Organismen. Allerdings hatten sie noch keine festen Schalen oder Skelette, so dass aus dieser Zeit kaum Fossilien erhalten sind.

  • Dieser Zeit vor dem Entstehen der Fossilien verdankt diese Epoche ihren Namen: Proterozoikum,
  • Das Proterozoikum endete vor 550 Millionen Jahren mit einer Explosion des Lebens: Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich aus den primitiven Lebensformen eine enorme Artenvielfalt.
  • Diese Arten waren viel komplexer gebaut – und einige hatten auch schon harte Schalen, die erstmals als Fossilien erhalten blieben.

Daher wird für die Wissenschaftler die Geschichte des Lebens erst ab diesem Zeitpunkt so richtig sichtbar. Und nach dem griechischen Begriff für „sichtbar” ist auch diese Epoche bennant: Phanerozoikum, Dieses Zeitalter des Lebens dauert seit 550 Millionen Jahren bis heute an. Die Abschnitte des Phanerozoikum Quelle: SWR Die älteste Ära des Phanerozoikum begann vor 550 Millionen Jahren mit der massenhaften Entstehung neuer Arten. Man nennt sie das Erdaltertum oder Paläozoikum, Zunächst spielte sich das Leben nur in den Ozeanen ab.

Dann besiedelten die Pflanzen das Land, später zog auch die Tierwelt nach: Zuerst entwickelten sich die Amphibien, die sich bereits ein wenig an Land vortasten konnten, und schließlich auch Reptilien, die unabhängig vom Wasser wurden und das Land eroberten. Das Erdaltertum endete vor etwa 251 Millionen Jahren mit dem größten Massensterben aller Zeiten: Über 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten starben aus, vor allem in den Meeren.

Der Grund ist bis heute nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass eine Eiszeit schuld war, möglicherweise als Folge eines Meteoriteneinschlags. Als sich die überlebenden Tier- und Pflanzenarten an ihre neue Umwelt gewöhnen mussten, brach das Erdmittelalter oder Mesozoikum an.

  • Es ist vor allem das Zeitalter der Dinosaurier: Riesige Echsen entwickelten sich und beherrschten das Leben fast 200 Millionen Jahre lang.
  • Doch auch das Erdmittelalter endete mit einem einschneidenden Ereignis: Vor etwa 65 Millionen Jahren schlug ein großer Meteorit auf der Erde ein.
  • Dabei wurde so viel Staub und Asche in die Luft geschleudert, dass sich der Himmel verdunkelte und sich das Klima für lange Zeit veränderte.
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Die Dinosaurier und viele andere Arten starben aus. Das Erdmittelalter war die Zeit der Dinosaurier, wie Stegosaurus, Quelle: Colourbox, und Tyrannosaurus Rex. Quelle: Colourbox Davon profitierten vor allem kleine Säugetiere, die sich am besten an den Klimawandel anpassen konnten. Sie hatten sich bereits im Erdmittelalter entwickelt, waren aber im Schatten der Dinosaurier geblieben. Nun konnten sie sich rasant ausbreiten, die unterschiedlichsten Lebensräume erobern und sich immer weiter entwickeln. Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Diese grobe Einteilung der Erdgeschichte orientiert sich an sehr einschneidenden Veränderungen des Lebens: Explosionsartige Vermehrung oder Massensterben. Dazwischen gab es aber weitere Umbrüche durch verschiedene andere Einflüsse – Veränderungen der Meere und Kontinente durch die Kontinentalverschiebung, Klimawandel zwischen Eis- und Warmzeiten, Zusammensetzung der Luft und vieles mehr. Übersichtstabelle der Erdzeitalter Quelle: SWR

Wie alt ist die Welt laut der Bibel?

Sechs Tage Schöpfung – so steht es in der Bibel. Und: ‘ Bei Gott ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag ‘. Macht grob geschätzt: 6.000 Jahre.

Wie lange gibt es noch die Sonne?

Wie lange scheint die Sonne noch? – Eine konstant strahlende, „intakte” Sonne ist für unser Überleben auf der Erde entscheidend. Doch die Sonne durchläuft einen bewegten Lebenszyklus, der von großen Veränderungen geprägt ist. Bild: K.-A. Mehr zum Thema Eine konstant strahlende, „intakte” Sonne ist für unser Überleben auf der Erde entscheidend. Der Lebenszyklus der Sonne. Bild: Tablizer (CC-BY-SA 2.5) Erfreulicherweise ist der Wasserstoffvorrat der Sonne so groß, dass sie noch weitere fünf Milliarden Jahre leuchten wird. Fatal für uns Erdbewohner ist allerdings, dass die Intensität der Sonnenstrahlung langsam aber stetig zunehmen wird.

Bereits in zwei bis drei Milliarden Jahren werden die Ozeane verdampfen und Leben wird auf der Erde nicht mehr möglich sein. Ungefähr an ihrem zehnmilliardsten Geburtstag, also in gut fünf Milliarden Jahren, wird der Wasserstoffvorrat im Kern der Sonne erschöpft sein und die Energieerzeugung sich in die äußeren Schichten verlagern.

Dabei dehnt sich die Sonne aus und wird zu einem roten Riesenstern, der die sonnennächsten Planeten Merkur und Venus verschlingt. Im Ganzen wird unsere Sonne als „Roter Riese” aber deutlich an Masse verlieren – wegen ihrer starken Ausdehnung nimmt die Schwerkraft an ihrer Oberfläche ab und anders als heute kann reichlich Sonnenmaterie leichter ins All strömen.

  • Infolge des Masseverlustes werden die Planeten weniger stark angezogen und verlagern ihre Umlaufbahn um die Sonne nach außen.
  • Die Erde wird allmählich dorthin wandern, wo heute der Planet Mars seine Bahn zieht.
  • Vom Roten Riesen zum Weißen Zwerg Doch damit ist der Todesreigen der Sonne noch lange nicht zu Ende: Im Zentrum der roten Riesensonne hat sich Helium angereichert, das ab einer kritischen Menge beginnt zu verschmelzen.

Dabei wird die Sonne ein wenig schrumpfen, weil sie leicht zusammensackt. Gegen Ende des Roten-Riesen-Stadiums verlagert sich auch die Heliumfusionszone vom Sonnenkern nach außen und die Sonne bläht sich erneut auf. Schließlich versiegt auch die Fusion des Heliums und die Sonne bleibt ohne innere Energiequelle zurück.

Somit fehlt die nach außen gerichtete Kraft des Strahlungsdrucks und die Sonne stürzt in sich zusammen. Bei diesem Kollaps wird die Sonnenoberfläche dermaßen aufgeheizt, dass sie sehr viel Ultraviolettstrahlung aussendet. Diese erhitzt die zuvor ins All geströmte Materie und regt sie zum Leuchten an – ein „planetarischer Nebel” entsteht.

In seinem Zentrum wird die Sonne als weiß leuchtender Zwergstern verbleiben. Der so genannte Weiße Zwerg hat die Größe der Erde, aber seine Materie ist so dicht gepackt, dass ein zuckerwürfelgroßes Stück eine Tonne wiegt. Im Laufe etlicher weiterer Milliarden Jahre kühlt der Weiße Zwerg langsam aus und wird zum „Schwarzen Zwerg” – dann ist unsere Sonne endgültig erloschen.

Was passiert in 7 Milliarden Jahren?

Das Ende der Sonne – Die wirklich entscheidende Zukunft der Erde liegt in den Sternen. Genauer gesagt in der Zukunft von Sternen wie der Sonne. Die Sonne spendet uns Licht und Wärme – Grundvoraussetzungen für Leben auf der Erde. Doch irgendwann wird die Sonne auch das Ende des Lebens auf der Erde besiegeln.

  1. In etwa fünf bis sieben Milliarden Jahren wird sie sich auf spektakuläre Weise verwandeln.
  2. Ihr Durchmesser nimmt zu, die Leuchtkraft steigt.
  3. Die sonnennächsten Planeten Merkur, Venus und Erde werden dabei zerstört.
  4. Die Sonne ist ein gigantischer Kernfusionsreaktor.
  5. Sie besteht hauptsächlich aus Wasserstoff.

In ihrem Inneren sind Druck und Temperatur so hoch, dass Wasserstoffatome miteinander zu Heliumatomen verschmelzen. Dabei wird eine ungeheure Menge Energie frei. Nachdem ihr Wasserstoffvorrat erschöpft ist, bläht sich die Sonne auf. Dabei wird sie vorübergehend sogar noch intensiver leuchten: Als ein “Roter Riese”, ein Riesenstern, wird ihre Leuchtkraft im Alter von etwa zehn Milliarden Jahren doppelt so groß sein wie heute.

Allerdings scheint sie dann nicht mehr gelb, sondern rot, weil sie wesentlich kühler sein wird – daher der Name “Roter Riese”. Im Zentrum der Sonne ist in diesem Stadium aller Wasserstoff verbraucht. Übrig bleibt eine Kugel aus Helium. Während sich die Sonne ausdehnt, wird ihre Korona die Planeten Merkur und Venus verschlucken.

Die Erde wird voraussichtlich nicht komplett von der Sonne einverleibt. Dennoch werden die Bedingungen Leben auf der Erde unmöglich machen. Auf der Erdoberfläche wird es mehr als 1000 Grad heiß sein. Die Erde verwandelt sich in einen Wüstenplaneten, dessen Oberfläche schließlich aus flüssigem Gestein bestehen wird.

  1. Durch die geringer werdende Masse der Sonne schwindet zwar auch die Anziehungskraft auf die Erde.
  2. Sie entkommt der Sonne also zunächst ein Stückchen.
  3. Das Leben auf der Erde wird jedoch schon vorher zu Ende gehen.
  4. Nicht nur die hohen Temperaturen, auch das veränderte UV-Spektrum der Sonne vernichtet jede Art von Leben auf der Erde.

Woher weiß man das? Die Sonne ist vor rund fünf Milliarden Jahren entstanden. Die Milchstraße ist elf bis zwölf Milliarden Jahre alt, das Universum dreizehn Milliarden Jahre. Andere Sterne in der Milchstraße haben ein Alter von zehn bis elf Milliarden Jahren, also sechs bis sieben Milliarden mehr als unsere Sonne.

Was war vor 13 Milliarden Jahren?

Graphische Darstellung der Entstehung des Universums aus dem Urknall heraus Als Urknall ( englisch Big Bang ) bezeichnet man die Prozesse unmittelbar nach der Entstehung von Materie, Raum und Zeit, also den Beginn des Universums, Dem Standardmodell der Kosmologie zufolge ereignete sich dies vor etwa 13,8 Milliarden Jahren,

  • Urknall” bezeichnet keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität ( Creatio ex nihilo ).
  • Diese ergibt sich formal, indem man die Entwicklung des expandierenden Universums zeitlich rückwärts bis zu dem Punkt betrachtet, an dem die Materie- und Energiedichte unendlich werden ( Extrapolation ).

Demnach müsste noch kurz nach dem Urknall die Dichte des Universums die Planck-Dichte übertroffen haben. Für die Beschreibung dieses Zustandes ist die Allgemeine Relativitätstheorie unzureichend; es wird jedoch erwartet, dass eine noch zu entwickelnde Theorie der Quantengravitation dies leisten wird.

Daher gibt es in der heutigen Physik keine allgemein akzeptierte Beschreibung des sehr frühen Universums, des Urknalls selbst oder einer Zeit vor dem Urknall (siehe Weitergehende Modelle ). Urknalltheorien beschreiben nicht den Urknall selbst, sondern das frühe Universum in seiner zeitlichen Entwicklung nach dem Urknall: von einem Zeitpunkt mehr als eine Planck-Zeit (etwa 10 −43 Sekunden) nach dem Urknall bis etwa 300.000 bis 400.000 Jahre später, als sich stabile Atome bilden konnten und das Universum durchsichtig wurde.

Die weitere Entwicklung wird nicht mehr zum Bereich des Urknalls gezählt.

Wie lange gibt es noch Sauerstoff auf der Erde?

Die Sonne löscht das Leben aus – Die Sonne wird mit den Jahren immer heißer. Dadurch wird in vielen, vielen Jahren der Sauerstoff aus der Erdatmosphäre verschwinden. Getty Images/iStockphoto, Filograph In rund einer Milliarden Jahren wird es auf der Erde keinen Sauerstoff mehr geben. Dann können nur noch Mikroorganismen auf unserem Planeten zurechtkommen, die Sauerstoff nicht brauchen.

Wie sah die Welt zur Zeit der Dinosaurier aus?

Wie sah die Erde zur Zeit der Dinosaurier aus? – Die Welt zur Zeit der Dinosaurier sah völlig anders aus als heute. Sogar innerhalb der Zeitalter Trias, Jura und Kreide, in denen die Dinosaurier lebten, gab es deutliche Unterschiede. Das schauen wir uns einmal genauer an: Trias

Das Zeitalter Trias begann vor etwa 250 Millionen Jahren, Zu dieser Zeit entwickelten sich die ersten Dinosaurier und die Erde bestand aus dem großen Kontinent Pangäa und einem gigantischen Ozean. Es war vermutlich sehr heiß und trocken, Das Land war daher eher wüstenartig. Jedoch wuchsen an Flüssen und der Küste schon verschiedene Farne und Schachtelhalme, Außerdem gab es bereits Nadelbäume und Koniferen wie Mammutbäume, Die in dieser Zeit lebenden Dinosaurier breiteten sich auf dem gesamten Superkontinent aus.

Jura

Auf die Triaszeit folgte der Jura, der vor etwa 200 Millionen Jahren begann. Das Klima änderte sich langsam von heiß und trocken zu warm und feucht. So konnte sich die Vegetation weiter ins Landesinnere ausbreiten. Die Vegetation ist die in einem bestimmten Gebiet vorkommende Pflanzenwelt. Der Jura gilt als Blütezeit der Dinosaurier – in diesem Zeitalter und dem hier herrschenden Klima fühlten sie sich besonders wohl und neue Arten entwickelten sich, andere starben aber bereits wieder aus. Im Laufe des Jura geschah etwas Beeindruckendes mit Pangäa. Der Urkontinent brach auseinander und die einzelnen Teile begannen, sich voneinander zu entfernen. Einen zusammenhängenden Superkontinent gab es nicht mehr.

Kreide

Das Zeitalter der Kreidezeit begann vor ungefähr 145 Millionen Jahren und endete vor 65 Millionen Jahren. Die Landschaft und auch das Klima wandelten sich immer deutlicher und mit ihnen auch die Dinosaurier. Die Kontinente trieben immer weiter auseinander und zerbrachen in noch kleinere Teile. Das Wetter wurde kühler und die ersten Blütenpflanzen konnten sich entwickeln. Außerdem gab es Bäume, die du auch heute noch kennst, wie Eiche und Ahorn. In der Kreidezeit entstanden auch die Jahreszeiten – es gab bereits deutliche Unterschiede zwischen Sommer und Winter.

In diesem Bild kannst du sehen, wie der Urkontinent Pangäa über 200 Millionen Jahre hinweg in mehrere Kontinente zerbricht.

Wie kam die Luft auf die Erde?

Die Uratmosphäre – Die vor etwas über viereinhalb Milliarden Jahren entstandene Erde besaß zunächst eine aus Wasserstoff (H 2 ) und Helium (He) bestehende Gashülle. Diese leichten Gase gingen jedoch in den ersten Millionen Jahren weitgehend an den Weltraum verloren.

  1. Dies liegt daran, dass leichte Gase eine hohe Bewegungsenergie haben, insbesondere bei hohen Temperaturen wie sie zu Beginn der Erdgeschichte herrschten.
  2. Mit einer großen Bewegungsenergie lässt sich die Schwerkraft überwinden, genau wie bei einer Rakete, die in den Weltraum geschossen wird.
  3. Die Erde war daher schutzlos einem Bombardement von Meteoriten ausgesetzt, der den ohnehin heißen Erdkörper noch weiter erhitzte.

Trotz einer gegenüber heute um 30-35 % geringeren Sonneneinstrahlung herrschten daher sehr hohe Temperaturen, so dass sich alle Bestandteile in flüssigem oder gasförmigem Zustand befanden. Die erste Atmosphäre bildete sich durch Ausgasungen der Erde, die sich in einem schmelzflüssigen Zustand befand, sowie durch die Gase, die bei gewaltigen Vulkanausbrüchen entstanden.

  1. Diese Prozesse spielten sich vor etwa 4 Milliarden Jahren ab und werden als Ursprung der ersten oder Ur-Atmosphäre gesehen.
  2. Die heute noch bei Vulkanausbrüchen austretenden Gase geben eine Vorstellung davon, wie die Uratmosphäre ausgesehen haben muss.
  3. Die wichtigsten Entgasungsprodukte waren Wasserdampf und Kohlendioxid, aus denen die Atmosphäre damals zu 90% bestand, daneben in kleineren Mengen aus Methan, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Kohlenmonoxyd, Stickstoff und anderen.

Es gab in dieser Atmosphäre keinen Sauerstoff. Die sehr hohe Konzentration von Wasserdampf, das damals etwa 4/5 der Atmosphäre ausmachte, und Kohlendioxid lässt ein extremes Treibhausklima vermuten, wie wir es heute auf der Venus finden und in dem kein Leben möglich war.

Wie warm war es schon auf der Erde?

Zur Zeit der Entstehung der Erde, vor 4,6 Milliarden Jahren, betrug die Bodentemperatur 180 Grad Celsius. Wasser gab es noch nicht und auch die Atmosphäre bildete sich erst später. Die Abkühlung der Erde dauerte sehr lange: Erst vor 4 Milliarden Jahren sank die Temperatur unter 100 Grad Celsius.

Was war das erste Leben auf der Erde?

Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren gab es erste Spuren von Leben. Es handelte sich um bakterienartige Einzeller, die noch keinen Zellkern besaßen (die sogenannten Blaualgen). Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Anreicherung der Atmosphäre mit Sauerstoff. Diese Lebewesen nennt man Prokaryonten.

Wie sah die Welt vor 300 Millionen Jahren aus?

Spektakuläre Fossilienfunde von 300 Millionen Jahre alten Süßwassertieren – 3.8.2012 Ein weiteres Puzzleteil ist gefunden: Ausgrabungen in Thüringer Wald bringen neue Erkenntnisse zur Erdgeschichte am Ende des Erdaltertums. In den letzten zwei Wochen haben sie ordentlich gebuddelt und gegraben, aber die Mühe hat sich gelohnt: Forscher der Bergakademie Freiberg legten eine zehn Meter hohe Gesteinswand am Ortsrand von Oberhof im Thüringer Wald frei.

  • Darin wurden über 100 Fossilien gefunden – unter anderem von Krebsen, Muscheln, Farnen aber auch Spuren von Sauriern und Süßwasserhaien.
  • Aber was haben Haie im Thüringer Wald zu suchen? Das können die Forscher erklären: Vor knapp 300 Millionen Jahren gab es an dieser Stelle einen großen Binnensee.
  • Zu dieser Zeit waren unsere Kontinente noch nicht durch Meere getrennt, sondern in einem Superkontinent Pangäa vereint – und der Thüringer Wald lag damals zwischen Nordamerika und Osteuropa.
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Über viele Millionen Jahre lagerten sich die Reste der Bewohner am Boden des Binnensees ab. Doch vor etwa 250 Millionen Jahren änderte sich das Klima: Es wurde trockener und heißer und der See trocknete aus. Heute zeugen nur noch die Fossilien von dieser Zeit.

Was ist das älteste Kontinent der Welt?

Wie entstehen Kontinente? – Die Kontinente haben sich im Laufe der Erdentstehung stark verändert und hatten nicht immer das Aussehen und die Lage, die sie in der heutigen Zeit haben. Was ist der älteste Kontinent? Vor circa 250 Millionen Jahren war der größte Teil der Landmasse der Erde miteinander verbunden.

  • Die Landmasse lag also als ein einziger Kontinent vor, man sprach hier von einem Superkontinent.
  • Dies ist also der älteste Kontinent und er wird als Pangäa bezeichnet.
  • Pangäa ist eine Wortschöpfung, wobei die Silbe „Pan” im Griechischen „universal” bedeutet und die Silbe „gea” „Erde”.
  • Pangäa bedeutet also „Universalmasse” bzw.

„Universalerde”. Alfred Wegener, ein deutscher Meteorologe, veröffentlichte im Jahr 1912 als Erstes die Theorie, dass sich die verschiedenen Landmassen der Erde im Laufe der Erdgeschichte sehr langsam auseinanderbewegt haben. Dieser Prozess wird als Kontinentalverschiebung bzw.

  • Ontinentaldrift bezeichnet.
  • Wegener erhielt mit seiner Theorie anfangs nur wenig Beachtung, da der Mechanismus, der die Kontinente in Bewegung setzt, noch nicht bekannt war.
  • Jedoch besaß Wegener andere Argumente, die seine Theorie stützten.
  • So stellte er fest, dass die Landmassen von Afrika und Südamerika wie die Teile eines Puzzles ineinander passen.

Des Weiteren wurden an den Küstenlinien der beiden Kontinente übereinstimmende Fossilien gefunden, obwohl diese Kontinente heutzutage durch einen Ozean voneinander getrennt sind. Auf Grundlage heutiger wissenschaftlicher Ergebnisse wissen wir jetzt, dass sich die Kontinente tatsächlich bewegen. Die Kontinente liegen auf riesigen Felsplatten, den sogenannten Lithosphärenplatten, aus denen sich die Erdkruste zusammensetzt. Entsteht neue Erdkruste, so heben sich die Lithosphärenplatten oder sie sinken in Richtung des Erdkerns, der geschmolzen ist.

Zusammenfassung Entstehung von Kontinenten
Kontinent geschlossene Festlandmasse
Pangäe Superkontinent bzw. Urkontinent, der vor ca.250 Millionen Jahren vorlag
Theorie der Kontinentalverschiebung von dem deutschen Meteorologen Alfred Wegener 1912 erstellte Theorie, die besagt, dass sich die Kontinente im Laufe der Zeit bewegen und so nicht immer in ihrer heutigen Form und an ihrer heutigen Stelle vorlagen
Kontinentalverschiebung (Kontinentaldrift) (langsame) Bewegung sowie Aufspaltung und Vereinigung von Kontinenten

Die Entstehung der Kontinente | sofatutor.com

Wie hieß der erste Kontinent auf der Erde?

Page 2 – Beschleunigung Südamerikas während der Trennung von Afrika. In wenigen Millionen Jahren steigt die Geschwindigkeit des Kontinents von 7 auf 40 Millimeter pro Jahr. (Grafik: S. Brune/GFZ/CC BY-ND) Vor 230 Millionen Jahren gab es einen großen Kontinent, der Pangäa hieß.

Er zerbrach innerhalb der nächsten 50 Millionen Jahre in zwei große Kontinente: Laurasia auf der Nordhalbkugel und Gondwana auf der Südhalbkugel. Aus heutiger Sicht setzte sich Gondwana aus Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Neuguinea, Indien, Arabien und Madagaskar zusammen. Insbesondere die Küstenlinien von Südamerika und Afrika, die heute durch den Atlantik voneinander getrennt sind, lassen erahnen, dass beide Kontinente mal zusammengepasst haben wie zwei Puzzlestücke.

Bis heute driften diese beiden Kontinente entlang des Mittelatlantischen Rückens mit ungefähr 40 mm/Jahr noch auseinander (divergente Plattengrenze). Eine 10 Cent €-Münze hat einen Durchmesser von knapp 20 mm. Um die doppelte Distanz entfernen sich also die beiden Kontinente voneinander im Jahr.

Eigentlich ist das nicht viel, aber im Laufe von vielen Millionen Jahren ausreichend, um die Kontinente weit auseinander geschoben zu haben. Sascha Brune vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) hat sich zusammen mit Kollegen der Universität Sydney mit dem Auseinanderbrechen von Gondwana nun noch einmal genauer auseinandergesetzt.

So haben die Wissenschaftler beispielsweise herausgefunden, dass sich die Platten zunächst extrem langsam mit nur 5-7 mm/Jahr voneinander wegbewegt haben. Sascha Brune vergleicht den Prozess mit einem Seil beim Tauziehen, welches sich erst langsam dehnt und dann plötzlich reißt, so dass die Platten danach sehr viel schneller mit besagten 40 mm/Jahr sich voneinander wegbewegen.

Entlang von Plattengrenzen kommt es immer wieder zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen, deshalb möchten wir von Sascha Brune mehr über seine Forschung erfahren. In einem Interview erklärt er uns einige seiner Ergebnisse genauer. F: Wie können Prozesse wie das Auseinanderbrechen der Kontinente vor vielen Millionen Jahren, so genau rekonstruiert werden? A: Die größte Datenbasis für die Bewegungen der Kontinente liefert erstaunlicherweise der Ozeanboden.

Bei der Erstarrung der ozeanische Kruste am Mittelozeanischen Rücken wird die Polarität des Erdmagnetfeldes im Krustengestein konserviert. Da das Magnetfeld der Erde alle Millionen Jahre seine Polarität wechselt, bilden sich Streifen von magnetischen Anomalien auf dem Meeresboden, die ein Abbild der Bewegungen unserer Erdplatten darstellen.

  • Dieser Ansatz funktioniert allerdings dort am besten, wo keine Kontinente vorhanden sind, also muss für plattentektonische Rekonstruktionen von Rifts auf zusätzliche Daten zurückgegriffen werden.
  • Beim Zerbrechen eines Kontinents kommt es zuerst zu einer starken Dehnung, die tiefe Spuren hinterlässt.
  • Dabei wird die obere, feste Gesteinsschicht dünner, die Erdoberfläche sinkt ab und es bildet sich ein Becken, aus welchem Sedimente nicht mehr entweichen können und sich Schicht für Schicht übereinander legen.

Diese Sedimentschichten kann man datieren und erhält dabei eine detaillierte Dehnungsgeschichte der Riftzone, aus der man auf die Plattengeschwindigkeiten rückschließen kann. Außerdem ist das Zerbrechen von Kontinenten häufig von starkem Magmatismus begleitet und es entstehen Vulkane wie der Kilimandscharo im Ostafrikanischen Grabensystem.

  • Magmatische Gesteine lassen sich mithilfe von radioaktiven Zerfallsprozessen datieren, was zusätzliche Information über die Entwicklung von Riftsystemen liefert.
  • Diese Fülle von geologischen, geophysikalischen, und geochemischen Daten kann in regionalen plattentektonischen Studien integriert werden, und Rückschlüsse auf die Kräfte gewähren, welche die Erdplatten antreiben.

F: Können durch Ihre Forschungsergebnisse neue Erkenntnisse auch zu aktuellen Plattenbewegungen gezogen werden? A: Die größte Zone, in der Kontinente heute zerbrechen ist das Ostafrikanische Grabensystem. Diese Riftzone dehnt sich mit maximal 4-5 mm/Jahr, ist also noch in der langsamen Riftphase.

  • Meine Ergebnisse sagen eine Erhöhung der Dehnungsraten voraus, falls sich das Rift zu einem neuen Ozean entwickelt.
  • Allerdings ist so eine Vorhersage höchst spekulativ und es könnte noch viele Millionen Jahre dauern, bis es so weit kommt.
  • Die Geschwindigkeit von Erdplatten steigt rapide wenn Kontinente sich teilen.

Der Grund ist, dass die Plattengeschwindigkeit von der Stärke der Riftzone abhängt. Diese nimmt während der Dehnung abrupt ab – wie bei einem zerreißenden Seil. (Grafik: GFZ: S.Brune/G. Schwalbe/S. Riedl/CC BY-ND) F: Das Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana, also die Entstehung der heutigen Kontinente Afrika und Südamerika können wir uns wie ein Seilriss vorstellen, also erst eine langsame Dehnung und dann der plötzliche Riss.

  1. Der Prozess, den Sie beschrieben haben ist die heutige divergierende Plattengrenze zwischen Südamerika und Afrika.
  2. Aber wie sieht es auf der anderen Seite bei den konvergenten Plattengrenzen, also auf der pazifischen Seite vor Südamerika aus, entlang der Subduktionszone.
  3. Erst ruhiges Ineinanderschieben und dann plötzliches Stauchen? A: Die plötzliche Beschleunigung vor 120 Millionen Jahren hat auf Südamerikas Westseite Spuren hinterlassen.

Während Südamerika dort zuerst gedehnt wurde und sich sogar kleinere Meeresbecken bildeten, wie sie heute zum Beispiel in Ostasien zu finden sind, schob das beschleunigte Südamerika diese Becken wieder zusammen. Die Überreste dieser Untersee-Episode lassen sich heute in den Anden in Form von Seesedimenten nachweisen.

F: Warum sind die Kontinente gerade da auseinandergebrochen und nicht an anderen Stellen? Gab es quasi damals Sollbruchstellen? A: Wenn Kontinente kollidieren, wie zum Beispiel Indien und Eurasien heute, bilden sich gewaltige Gebirgsketten, die mit dem heutigen Himalaya vergleichbar sind. Diese werden über Jahrmillionen hinweg erodiert also abgetragen, aber ihre Spuren blieben im Untergrund des Kontinents als Schwächezonen in der Lithosphäre erhalten.

Wenn sich nach vielen Millionen Jahren das globale Kräftegleichgewicht ändert und der Kontinent wieder auseinandergezogen wird, dann werden diese alten Kollisionsgürtel reaktiviert. F: Was geschieht, wenn mehrere dieser Sollbruchstellen existieren? Welche werden in diesem Fall reaktiviert? Aktive und inaktive Riftsysteme Afrikas.

Arte: Wissensplattform eskp.de, Lizenz: ) A: Eine genaue Analyse der Abspaltung Südamerikas von Afrika gibt darüber Aufschluss (Heine & Brune, 2014). Am Anfang des Trennungsprozesses vor 145 Mio. Jahren waren mehrere mögliche Bruchstellen aktiv. Neben der protoatlantischen Bruchzone entwickelte sich auch zwischen Westafrika und Nordostafrika das sogenannte Westafrikanische Rift, das sich vom heutigen Nigeria bis in das südliche Libyen erstreckte.

Durch das Auseinanderbrechen des Kontinents entlang dieser zwei Riftzonen wäre das heutige Afrika in Nord-Süd-Richtung in zwei Teile gespalten worden, wobei sich ein Meeresbecken geöffnet hätte, das sich bildhaft als Sahara-Atlantik umschreiben lässt (s.).

Die tektonischen Rekonstruktionen zeigen, dass die Riftzone entlang des heutigen Äquatorial-Atlantiks über viele Millionen Jahre mit dem Westafrikanischen Rift konkurrierte und erst in letzter (geologischer) Minute ein Wegdriften entlang des Äquatorialen Atlantiks einsetzte. Letztlich verhinderte dies ein Zerbrechen Afrikas.

F: Gibt es solche Sollbruchstellen auch heute noch? Besteht also die Möglichkeit, dass heute noch zusammengehörende Kontinente auseinanderbrechen? Afrika besteht aus mehreren kleineren Platten, die über ehemalige Kollisionszonen miteinander verbunden sind.

  1. Im Ostafrikanischen Rift wurde solche eine Sollbruchstelle bereits reaktiviert, aber im Westafrikanischen und im Zentralafrikanischen Rift, die beide vor 130 Millionen Jahren aktiv waren ohne sich zu einem Ozean zu öffnen, bleibt diese Möglichkeit weiterhin erhalten.
  2. F: Gibt es noch offene wissenschaftliche Fragen bezüglich des Auseinanderbrechens der Kontinente? A: Wie die aktuelle Studie zeigt, ist unser Verständnis der Riftdynamik erst in den Anfängen und es gibt immer wieder bahnbrechende neue Erkenntnisse zur Entwicklung von Riftsystemen.

Das liegt unter anderem daran, dass Plattenrekonstruktionen von kontinentalem Zerbrechen auf vielen punktuellen Informationen basieren, wie zum Beispiel geologische Kartierungen, seismischen Erkundungen oder Bohrlochdaten. Neue, zukünftige Datensätze werden weitaus detailliertere Rückschlüsse auf die Deformation der Kontinente an den Plattengrenzen zulassen.

Dabei wird die computergestützte Modellierung eine immer wichtigere Rolle spielen, denn mithilfe von numerischen Modellen lassen sich erhobene Datensätze und die damit verbundene Geodynamik in einem umfassenden Kontext verstehen. Dieses Verständnis ist von fundamentalem Interesse, denn die Strukturen die bei dem Zerbrechen von Kontinenten entstehen, und die sedimentären Becken an gerifteten Kontinentalrändern beherbergen auch einen substanziellen Anteil unserer weltweiten Kohlenwasserstoff-, Blei-, Zink- und Phosphorvorkommen.

Einleitung und Fragen Dr. Ute Münch, Antworten Dr. Sascha Brune, Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Film: 3sat, Plattentektonik und Kontinentaldrift – Die Kontinente haben sich immer wieder verschoben. Brune, S., Williams, S.E., Butterworth N.P. & Müller, R.D.

  1. 2016). Abrupt plate accelerations shape rifted continental margins.
  2. Nature, 536, 201-204. Heine, C.
  3. Brune, S. (2014).
  4. Oblique rifting of the Equatorial Atlantic: Why there is no Saharan Atlantic Ocean.
  5. Geology, 42 (3), 211-214.
  6. Veröffentlicht: 19.07.2016, 3.
  7. Jahrgang Zitierhinweis: Brune, S., & Münch U.

(2016, 19. Juli). Gondwana: Ein Kontinent bricht auseinander. Earth System Knowledge Platform, 3, Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: | eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft : Gondwana: Ein Kontinent bricht auseinander

Wie sah die Erde vor 4 5 Milliarden Jahren aus?

Die Erdzeitalter – Seit ihrer Entstehung hat sich die Erde stark verändert: Berge, Meere und Kontinente sind entstanden und vergangen, Tier- und Pflanzenarten haben sich ausgebreitet und sind ausgestorben. Die meisten dieser Veränderungen passierten sehr langsam, über viele Millionen Jahre hinweg. Äonen: Die großen Kapitel der Erdgeschichte Quelle: SWR Für die Wissenschaftler, die die Geschichte der Erde erforschen, sind diese drastischen Veränderungen wie ein neues Kapitel in einem Buch: Sie unterteilen die Erdgeschichte in verschiedene Abschnitte, die Äonen genannt werden.

  • Zu Beginn, vor 4,5 Milliarden Jahren war die Erde völlig unbewohnbar.
  • Sie entstand als eine heiße Kugel aus glühendem geschmolzenem Gestein, umgeben von heißen, ätzenden und giftigen Gasen.
  • Das klingt wie eine Beschreibung der Hölle – und vom griechischen Wort „Hades” für Hölle stammt auch der Name dieser Zeit: Hadaikum,

Es endete vor etwa vier Milliarden Jahren mit der ersten großen Veränderung: Die Erde war so weit abgekühlt, dass die Oberfläche fest wurde – die Erde bekam eine Kruste. Im Hadaikum war die Erde eine Kugel aus flüssigem Gestein Quelle: Colourbox Die Erde kühlte weiter ab, so dass sich auf der Kruste flüssiges Wasser sammeln konnte: Meere entstanden. Und in diesen Meeren begann vor etwa 3,8 Milliarden Jahren das Leben – zunächst aber nur in Form einfachster Bakterien.

  • Das griechische Wort für Ursprung oder Beginn steckt im Namen dieser Zeit: Archaikum,
  • Eine wichtige Klimaveränderung vor etwa 2,5 Milliarden Jahren markierte den Übergang zur nächsten Epoche: Die primitiven Lebewesen begannen, die Umwelt zu beeinflussen.
  • Sie produzierten Sauerstoff, der bislang in der Atmosphäre fast gar nicht vorkam.

Die frühen einzelligen Lebensformen wurden mit der Zeit komplexer, sie bildeten Zellkerne. Später begannen einige auch, dauerhaft in Verbünden zusammenzuarbeiten – daraus wurden schließlich die ersten mehrzelligen Organismen. Allerdings hatten sie noch keine festen Schalen oder Skelette, so dass aus dieser Zeit kaum Fossilien erhalten sind.

  • Dieser Zeit vor dem Entstehen der Fossilien verdankt diese Epoche ihren Namen: Proterozoikum,
  • Das Proterozoikum endete vor 550 Millionen Jahren mit einer Explosion des Lebens: Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich aus den primitiven Lebensformen eine enorme Artenvielfalt.
  • Diese Arten waren viel komplexer gebaut – und einige hatten auch schon harte Schalen, die erstmals als Fossilien erhalten blieben.

Daher wird für die Wissenschaftler die Geschichte des Lebens erst ab diesem Zeitpunkt so richtig sichtbar. Und nach dem griechischen Begriff für „sichtbar” ist auch diese Epoche bennant: Phanerozoikum, Dieses Zeitalter des Lebens dauert seit 550 Millionen Jahren bis heute an. Die Abschnitte des Phanerozoikum Quelle: SWR Die älteste Ära des Phanerozoikum begann vor 550 Millionen Jahren mit der massenhaften Entstehung neuer Arten. Man nennt sie das Erdaltertum oder Paläozoikum, Zunächst spielte sich das Leben nur in den Ozeanen ab.

Dann besiedelten die Pflanzen das Land, später zog auch die Tierwelt nach: Zuerst entwickelten sich die Amphibien, die sich bereits ein wenig an Land vortasten konnten, und schließlich auch Reptilien, die unabhängig vom Wasser wurden und das Land eroberten. Das Erdaltertum endete vor etwa 251 Millionen Jahren mit dem größten Massensterben aller Zeiten: Über 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten starben aus, vor allem in den Meeren.

Der Grund ist bis heute nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass eine Eiszeit schuld war, möglicherweise als Folge eines Meteoriteneinschlags. Als sich die überlebenden Tier- und Pflanzenarten an ihre neue Umwelt gewöhnen mussten, brach das Erdmittelalter oder Mesozoikum an.

Es ist vor allem das Zeitalter der Dinosaurier: Riesige Echsen entwickelten sich und beherrschten das Leben fast 200 Millionen Jahre lang. Doch auch das Erdmittelalter endete mit einem einschneidenden Ereignis: Vor etwa 65 Millionen Jahren schlug ein großer Meteorit auf der Erde ein. Dabei wurde so viel Staub und Asche in die Luft geschleudert, dass sich der Himmel verdunkelte und sich das Klima für lange Zeit veränderte.

Die Dinosaurier und viele andere Arten starben aus. Das Erdmittelalter war die Zeit der Dinosaurier, wie Stegosaurus, Quelle: Colourbox, und Tyrannosaurus Rex. Quelle: Colourbox Davon profitierten vor allem kleine Säugetiere, die sich am besten an den Klimawandel anpassen konnten. Sie hatten sich bereits im Erdmittelalter entwickelt, waren aber im Schatten der Dinosaurier geblieben. Nun konnten sie sich rasant ausbreiten, die unterschiedlichsten Lebensräume erobern und sich immer weiter entwickeln. Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Diese grobe Einteilung der Erdgeschichte orientiert sich an sehr einschneidenden Veränderungen des Lebens: Explosionsartige Vermehrung oder Massensterben. Dazwischen gab es aber weitere Umbrüche durch verschiedene andere Einflüsse – Veränderungen der Meere und Kontinente durch die Kontinentalverschiebung, Klimawandel zwischen Eis- und Warmzeiten, Zusammensetzung der Luft und vieles mehr. Übersichtstabelle der Erdzeitalter Quelle: SWR

Was war vor 65 Millionen Jahren?

Die Erdzeitalter – Seit ihrer Entstehung hat sich die Erde stark verändert: Berge, Meere und Kontinente sind entstanden und vergangen, Tier- und Pflanzenarten haben sich ausgebreitet und sind ausgestorben. Die meisten dieser Veränderungen passierten sehr langsam, über viele Millionen Jahre hinweg. Äonen: Die großen Kapitel der Erdgeschichte Quelle: SWR Für die Wissenschaftler, die die Geschichte der Erde erforschen, sind diese drastischen Veränderungen wie ein neues Kapitel in einem Buch: Sie unterteilen die Erdgeschichte in verschiedene Abschnitte, die Äonen genannt werden.

Zu Beginn, vor 4,5 Milliarden Jahren war die Erde völlig unbewohnbar. Sie entstand als eine heiße Kugel aus glühendem geschmolzenem Gestein, umgeben von heißen, ätzenden und giftigen Gasen. Das klingt wie eine Beschreibung der Hölle – und vom griechischen Wort „Hades” für Hölle stammt auch der Name dieser Zeit: Hadaikum,

Es endete vor etwa vier Milliarden Jahren mit der ersten großen Veränderung: Die Erde war so weit abgekühlt, dass die Oberfläche fest wurde – die Erde bekam eine Kruste. Im Hadaikum war die Erde eine Kugel aus flüssigem Gestein Quelle: Colourbox Die Erde kühlte weiter ab, so dass sich auf der Kruste flüssiges Wasser sammeln konnte: Meere entstanden. Und in diesen Meeren begann vor etwa 3,8 Milliarden Jahren das Leben – zunächst aber nur in Form einfachster Bakterien.

Das griechische Wort für Ursprung oder Beginn steckt im Namen dieser Zeit: Archaikum, Eine wichtige Klimaveränderung vor etwa 2,5 Milliarden Jahren markierte den Übergang zur nächsten Epoche: Die primitiven Lebewesen begannen, die Umwelt zu beeinflussen. Sie produzierten Sauerstoff, der bislang in der Atmosphäre fast gar nicht vorkam.

Die frühen einzelligen Lebensformen wurden mit der Zeit komplexer, sie bildeten Zellkerne. Später begannen einige auch, dauerhaft in Verbünden zusammenzuarbeiten – daraus wurden schließlich die ersten mehrzelligen Organismen. Allerdings hatten sie noch keine festen Schalen oder Skelette, so dass aus dieser Zeit kaum Fossilien erhalten sind.

  • Dieser Zeit vor dem Entstehen der Fossilien verdankt diese Epoche ihren Namen: Proterozoikum,
  • Das Proterozoikum endete vor 550 Millionen Jahren mit einer Explosion des Lebens: Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich aus den primitiven Lebensformen eine enorme Artenvielfalt.
  • Diese Arten waren viel komplexer gebaut – und einige hatten auch schon harte Schalen, die erstmals als Fossilien erhalten blieben.

Daher wird für die Wissenschaftler die Geschichte des Lebens erst ab diesem Zeitpunkt so richtig sichtbar. Und nach dem griechischen Begriff für „sichtbar” ist auch diese Epoche bennant: Phanerozoikum, Dieses Zeitalter des Lebens dauert seit 550 Millionen Jahren bis heute an. Die Abschnitte des Phanerozoikum Quelle: SWR Die älteste Ära des Phanerozoikum begann vor 550 Millionen Jahren mit der massenhaften Entstehung neuer Arten. Man nennt sie das Erdaltertum oder Paläozoikum, Zunächst spielte sich das Leben nur in den Ozeanen ab.

Dann besiedelten die Pflanzen das Land, später zog auch die Tierwelt nach: Zuerst entwickelten sich die Amphibien, die sich bereits ein wenig an Land vortasten konnten, und schließlich auch Reptilien, die unabhängig vom Wasser wurden und das Land eroberten. Das Erdaltertum endete vor etwa 251 Millionen Jahren mit dem größten Massensterben aller Zeiten: Über 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten starben aus, vor allem in den Meeren.

Der Grund ist bis heute nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass eine Eiszeit schuld war, möglicherweise als Folge eines Meteoriteneinschlags. Als sich die überlebenden Tier- und Pflanzenarten an ihre neue Umwelt gewöhnen mussten, brach das Erdmittelalter oder Mesozoikum an.

Es ist vor allem das Zeitalter der Dinosaurier: Riesige Echsen entwickelten sich und beherrschten das Leben fast 200 Millionen Jahre lang. Doch auch das Erdmittelalter endete mit einem einschneidenden Ereignis: Vor etwa 65 Millionen Jahren schlug ein großer Meteorit auf der Erde ein. Dabei wurde so viel Staub und Asche in die Luft geschleudert, dass sich der Himmel verdunkelte und sich das Klima für lange Zeit veränderte.

Die Dinosaurier und viele andere Arten starben aus. Das Erdmittelalter war die Zeit der Dinosaurier, wie Stegosaurus, Quelle: Colourbox, und Tyrannosaurus Rex. Quelle: Colourbox Davon profitierten vor allem kleine Säugetiere, die sich am besten an den Klimawandel anpassen konnten. Sie hatten sich bereits im Erdmittelalter entwickelt, waren aber im Schatten der Dinosaurier geblieben. Nun konnten sie sich rasant ausbreiten, die unterschiedlichsten Lebensräume erobern und sich immer weiter entwickeln. Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Die Erdneuzeit gehört den Säugetieren Quelle: Colourbox Diese grobe Einteilung der Erdgeschichte orientiert sich an sehr einschneidenden Veränderungen des Lebens: Explosionsartige Vermehrung oder Massensterben. Dazwischen gab es aber weitere Umbrüche durch verschiedene andere Einflüsse – Veränderungen der Meere und Kontinente durch die Kontinentalverschiebung, Klimawandel zwischen Eis- und Warmzeiten, Zusammensetzung der Luft und vieles mehr. Übersichtstabelle der Erdzeitalter Quelle: SWR 30.9.2008 Für die Wissenschaft ist es eine Sensation: Im Norden von Kanada sind Geologen auf die ältesten Felsen gestoßen, die je entdeckt wurden. Sie gehören zum Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel an der Hudson Bay und sind über vier Milliarden Jahre alt.

  1. Ein internationales Forscherteam hat das Gestein im nördlichen Kanada jetzt auf 4,28 Milliarden Jahre datiert.
  2. Damit wäre es gerade mal 300 Millionen Jahre jünger als unser Sonnensystem.
  3. Nun erkunden die Wissenschaftler, ob die uralten Felsen ein Überrest der allerersten Erdkruste sind, die sich einst vom Erdmantel abgetrennt hat.

Dann könnte die Entdeckung helfen, einige Geheimnisse der ganz frühen Erdgeschichte zu lüften. Vielleicht verraten die Felsen ja etwas darüber, wo und wann das Leben begann? Auch hoffen die Forscher, im Gestein lesen zu können, wie sich die Atmosphäre verändert und wann sich der erste Kontinent unserer Erde geformt hat.

Was gab es vor 2 Milliarden Jahren?

Erdgeschichte : So sah die Erde vor 2,4 Milliarden Jahren aus – Damals entstand der Superkontinent Kenorland. Er veränderte den Planeten, das Klima und die Entwicklung des Lebens dramatisch. © Givaga / Getty Images / iStock (Ausschnitt) Vor etwa 2,4 Milliarden Jahren änderte sich das Antlitz der Erde dramatisch. In geologischen Maßstäben recht plötzlich entstand der Superkontinent Kenorland – womöglich der erste seiner Art. Er vereinigte einige der ersten Kratone, also sehr alte Kerngebiete der heutigen Kontinente, mit neu gebildeter kontinentaler Kruste.

Und diese Landmasse setzte einige gravierende Umwälzungen in Gang, welche die weitere Erdgeschichte maßgeblich beeinflussten, so Ilya Bindeman von der University of Oregon in Eugene und sein Team in »Nature«, Die Geologen hatten die chemischen Signaturen von verschiedenen, bis zu 3,5 Milliarden Jahre alten Schiefergesteinen aus aller Welt verglichen.

Anhand unterschiedlicher Verhältnisse von Sauerstoff-17 und -18 zu Sauerstoff-16 konnten sie nachvollziehen, wann neu gebildete Erdkruste über den Meeresspiegel aufstieg und dort der Verwitterung ausgesetzt wurde. Und daraus konnten sie wiederum ableiten, wann der heute noch typische große Wasserkreislauf in Gang kam, bei dem Wasser aus den Ozeanen verdunstet, zum Festland transportiert wird und dort abregnet.

  1. Anhand dieser und früherer Daten sowie umfangreicher Modellierungen ist sich Bindeman ziemlich sicher, dass die Kontinentalbildung vor 2,4 Milliarden Jahren recht abrupt und großflächig stattfand.
  2. Am Ende umfasste das Festland ungefähr zwei Drittel der heutigen Fläche.
  3. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch massive Änderungen in der Manteldynamik der Erde.

Sie sorgte dafür, dass mehr Magma an die Erdoberfläche gelangte und dort zu festem Gestein wurde. »Kontinentale Kruste muss dick genug sein, um aus dem Meer zu ragen. Und diese Mächtigkeit hängt wiederum mit Temperatur und Viskosität im Mantel zusammen«, so Bindeman.

Als die Erde noch sehr heiß war, konnten sich keine ausgedehnten Gebirge und hohe Berge bilden: »Der Mantel war zu weich, um sie tragen zu können. Unsere Daten deuten darauf hin, dass sich dies vor 2,4 Milliarden Jahren extrem stark geändert hat. Der kühlere Mantel konnte endlich große Landmassen stützen.« © Ilya Bindeman, University of Oregon (Ausschnitt) Superkontinent Kenorland | So ungefähr stellen sich die Wissenschaftler den ersten Superkontinent Kenorland vor, der vor 2,4 Milliarden Jahren entstand.

Links zu sehen ist der Beginn; die rechte Seite zeigt, wie die Landmasse nach der »Großen Sauerstoffkatastrophe« ausgesehen haben könnte. Der damalige Kontinent war allerdings noch sehr heiß; die Durchschnittstemperatur lag wohl um mehrere Dutzend Grad Celsius über heutigen Werten.

Dann allerdings wurde der Atmosphäre durch chemische Verwitterung nach und nach Kohlendioxid entzogen. Auch Kenorland trug zur Abkühlung bei, denn im Gegensatz zum dunklen Meer erhöhte der noch nicht von Pflanzen bewachsene Kontinent die Albedo des Planeten: Mehr Sonnenstrahlung wurde ins All reflektiert und nicht in Wärme umgewandelt.

Womöglich existierten später sogar Gletscher in den höchsten Lagen der Gebirge, die ebenfalls die Albedo erhöhten. Bindeman und Co gehen davon aus, dass die Temperaturen so stark zurückgingen, dass es in der Zeit vor 2,4 bis 2,2 Milliarden Jahren sogar großflächige Vereisungen gegeben haben dürfte.

Gleichzeitig entwickelten sich im Meer erste Algen und Zyanobakterien, die vermehrt Sauerstoff ins Wasser und später die Atmosphäre entließen. Dadurch kam es zur so genannten Großen Sauerstoffkatastrophe, die ebenfalls gewaltige Umwälzungen nach sich zog, Der aggressive Sauerstoff reagierte mit dem Eisen der Gesteine, wodurch deren rostroter Farbton entstand.

Der höhere Sauerstoffgehalt der Atmosphäre führte letztlich auch noch zu einem evolutionären Schub, nachdem die Organismen sich dahin entwickelt hatten, dass ihnen der Sauerstoff nicht mehr schadete. Pflanzen und Pilze konnten letztlich das Meer verlassen und das Festland erobern.

Wie lange ist der Urknall her?

Der Urknall Die meisten Astronomen gehen davon aus, dass das Universum ungefähr vor 14 Milliarden Jahren bei einem großen Knall, dem Urknall, entstanden ist. Zu jener Zeit befand sich das gesamte Universum in einer Blase, die tausendmal kleiner als ein Stecknadelkopf war.

  • Es war heißer und dichter als wir uns überhaupt vorstellen können.
  • Plötzlich explodierte die Blase, und das uns bekannte Universum war geboren.
  • Raum, Zeit und Materie – all das begann mit dem Urknall.
  • In nur einem Bruchteil einer Sekunde hatte sich das Universum von noch nicht einmal der Größe eines einzelnen Atoms zu einem Raum ausgedehnt, der größer war als eine Galaxie (Milchstrasse).

Und es wuchs in einem unglaublichen Tempo weiter. Noch heute dehnt sich das Universum weiter aus. Mit der Ausdehnung und der Abkühlung des Universums verwandelte sich die Energie in Teilchen von Materie und Antimaterie. Diese zwei gegensätzlichen Teilchenarten zerstörten sich größtenteils gegenseitig.

  • Eine gewisse Menge von Materie überlebte jedoch.
  • Als das Universum eine Sekunde alt war, bildeten sich stabilere Teilchen, die wir Protonen und Neutronen nennen.
  • Während der nächsten drei Minuten sank die Temperatur unter 1 Milliarde Grad Celsius ab.
  • Es war also ‘kühl’ genug, damit sich die Protonen und die Neutronen verbinden konnten.

Dadurch entstanden Wasserstoff- und Heliumkerne.300.000 Jahre später war das Universum auf ungefähr 3.000 Grad Celsius abgekühlt. Endlich konnten Atomkerne Elektronen einfangen und dadurch Atome bilden. Das Universum füllte sich mit Wasserstoff- und Heliumgaswolken.