Wie Viel Grad Hat Die Sonne?

Wie Viel Grad Hat Die Sonne
Wie heiß ist die Sonne? Bei der Sonne ist es wie bei der Erde: Sie ist außen vergleichsweise kühl und innen ziemlich heiß. Nur sind die Verhältnisse ganz andere. An der Oberfläche der Sonne sind es ungefähr 6.000 Grad Celsius, aber im Inneren herrschen Temperaturen von 15 Millionen Grad Celsius.

Wie heiß ist es um die Sonne?

Die Sonne erreicht in ihrem Inneren 15 Millionen °C, hier ist sie am wärmsten. Die Temperatur sinkt nach außen hin immer weiter ab. An der Oberfläche hat die Sonne dann „nur noch’ 4.000-6.000 °C.

Wie viel Grad hat die Sonne im Winter?

Winterpunkt: Der Tiefstand der Sonne – Wintersonnenwende Im deutschen Winter ist die Nordhalbkugel der Erde von der Sonne abgewandt. Deren scheinbare Bahn über den Himmel verläuft so flach, dass sie auch mittags nur 18,5 Grad über den Horizont steigt. Der tiefste Punkt der Sonne, den sie am 21.

  • Oder 22. Dezember erreicht, ist die Wintersonnenwende,
  • Die Sonne steht 23,5 Grad (genau: 23°27′) südlich des Himmelsäquators im Winterpunkt – man sagt, sie habe eine Deklination von -23,5 Grad.
  • Nur 8,5 Stunden Sonnenlicht gibt es jetzt – der kürzeste Tag im Jahr.
  • Tiefer Sonnenstand und kurze Tage bringen den kalten Winter zu uns.

Auf der Südhalbkugel ist jetzt Sommer, die Sonne erreicht dort ihren höchsten Stand im Jahr. Frühlingspunkt: Zwölf Stunden genau von Ost nach West Von der Wintersonnenwende an steigt die Sonne täglich höher, die Tage werden länger, bis im Frühlingspunkt der Sonne die Tagundnachtgleiche erreicht ist. Frühlingspunkt Die Sonne geht an diesem Tag genau im Osten auf, steht mittags senkrecht über dem Äquator und geht exakt im Westen unter – immer auf der Linie des Himmelsäquators. Wäre die Erdachse nicht geneigt, verliefe die Sonne jeden Tag auf dieser Linie.

  • Doch vom Frühlingsbeginn an wird sie täglich ein Stück weiter nördlich des Äquators stehen und auf- und untergehen (im Hochsommer sogar fast im Nordosten bzw. -westen).
  • Das heißt, sie steigt täglich höher am Horizont – und damit steigen auch die Temperaturen.
  • Vor über 2.000 Jahren lag der Frühlingpunkt übrigens tatsächlich im Sternbild Widder, inzwischen ist liegt er westlich davon im Sternbild Fische.

Denn die Erde taumelt,

Wie viel Grad hat eine Flamme?

Warum leuchtet eine Kerzenflamme unten bläulich und oben rötlich? Wer sich eine Kerzenflamme mal genauer anschaut, stellt fest, dass sich darin verschiedene Zonen ausmachen lassen. Während die eigentliche Flamme in Gelb- und Orangetönen erstrahlt, finden sich an deren Rändern, nahe dem Docht, auch blau leuchtende Regionen.

  • Direkt über dem Docht schließt dagegen ein dunkler Bereich an.
  • Neben den Farben variieren auch die Temperaturen innerhalb der Flamme: Oberhalb des Dochts sind es gerade einmal 600 Grad Celsius, in den Außenbereichen der gelben Flamme dagegen bis zu 1400 Grad Celsius.
  • Treibstoff der Kerze ist Wachs, beispielsweise Paraffin.

Zündet man die Kerze an, schmilzt das Wachs rund um den Docht, steigt durch Kapillarwirkung im Docht auf und verdampft durch die Hitze der Flamme. Zunächst ist der Wachsdampf noch nicht genügend erhitzt und sammelt sich in einer dunklen, kühleren Zone um den Docht herum.

Mit zunehmender Temperatur gen Flamme brechen die langen Kohlenwasserstoffketten im Paraffin (C n H 2n+2 ) auf und verbinden sich teils zu neuen Molekülen. Schließlich werden diese Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff gen Flamme gezogen und mischen sich an deren Oberfläche mit Sauerstoff. In dieser sogenannten Reaktionszone reagieren die verschiedenen Moleküle sowohl miteinander als auch mit dem Sauerstoff, wobei Wärme freigesetzt wird.

Letztlich an die Umgebung abgegeben werden zwar vor allem Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid, doch in den komplexen Reaktionen entsteht eine Vielzahl an Zwischenprodukten. Darunter auch molekularer Kohlenstoff (C 2 ) und CH-Moleküle, die durch die sogenannte Chemilumineszenz für das bläuliche Licht nahe dem Docht der Kerze sorgen: Sie gehen bereits angeregt aus einer chemischen Reaktion hervor, das heißt, eines ihrer Elektronen besetzt ein höheres Energieniveau als im Grundzustand.

  • Wenig später geben diese Moleküle ihre überschüssige Energie in Form von Licht wieder ab.
  • Während Atome nur ganz bestimmte Wellenlängen emittieren, verteilen sich diese bei Molekülen über einen größeren Wellenlängenbereich.
  • Die stärkste Emission des CH-Moleküls liegt bei einer Wellenlänge von 432 Nanometern, was einer blauen Farbe entspricht.

Die C 2 -Moleküle liefern gleich mehrere Blau- und Grüntöne bei 436, 475 und 520 Nanometern, den sogenannen Swan-Banden. Zusammengenommen erstrahlt der untere Bereich der Reaktionszone dadurch in einem blauen Licht. Tatsächlich erstreckt sich diese Zone über den gesamten Flammensaum – solange die Kerze nicht rußt –, doch abgesehen von der dunklen Region nahe dem Docht wird das fahle blaue Licht durch die deutlich hellere gelbe Emission überstrahlt.

  • Strahlungsspektren für verschiedene Temperaturen Diese intensive Strahlung geht auf Rußpartikel zurück: In der Reaktionszone bilden sich kohlenstoffreiche Moleküle, die schließlich zu größeren Graphitpartikeln aus bis zu einigen Millionen Kohlenstoffatomen anwachsen.
  • Durch die vorherrschenden Temperaturen von rund 1200 Grad Celsius beginnen die Rußteilchen zu glühen und geben somit – ebenso wie die Wendel in einer Glühlampe – Licht ab.

Anders als Atome oder Moleküle geben die festen Partikel nicht nur einzelne Farben an, sondern ein kontinuierliches Spektrum. Das Emissionsspektrum der Rußpartikel entspricht dabei annähernd dem eines Schwarzen Strahlers: Die Intensität des Lichts bei verschiedenen Wellenlängen wird allein durch die Temperatur der Flamme bestimmt.

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Wie kalt wäre es ohne die Sonne?

Die Temperatur wäre nahe dem absoluten Null- punkt von –273 °C. Bei dieser Temperatur würde sogar ein Eisbär erfrieren und selbst mit deiner dicksten Daunenjacke könntest du diese Temperatur nicht lange aushalten. Aber keine Angst, die Sonne wird noch viele Jahrmilliarden scheinen und uns mit ihrer Wärme versorgen.

Wo hat es das ganze Jahr 25 Grad?

Wo ist es immer 25 Grad? – Kuba – In Kuba wird es niemals Winter. Ab November lädt der karibische Inselstaat mit Temperaturen um die 25 Grad und Wassertemperaturen bis 28 Grad zu Sommerferien ein. Die beste Möglichkeit, Kuba mit all seinen Eigenarten und seiner farbenfrohen Lebensart zu entdecken, ist eine Rundreise.

Wie heiß ist die heißeste Sonne?

Wie heiß ist die Sonne? Bei der Sonne ist es wie bei der Erde: Sie ist außen vergleichsweise kühl und innen ziemlich heiß. Nur sind die Verhältnisse ganz andere. An der Oberfläche der Sonne sind es ungefähr 6.000 Grad Celsius, aber im Inneren herrschen Temperaturen von 15 Millionen Grad Celsius.

Was ist kälter als 273 Grad?

Eine Temperatur jenseits des absoluten Nullpunkts Atome bei negativer Kelvin-Temperatur sind die heißesten Systeme der Welt Was für die viele Menschen im Winter normal ist, war in der Physik bislang unmöglich: eine negative Temperatur. Auf der Celsius-Skala überraschen Minus-Grade nur im Sommer.

Auf der absoluten Temperatur-Skala, die von Physikern verwendet wird und auch Kelvin-Skala heißt, kann der Nullpunkt jedoch nicht unterschritten werden – zumindest nicht in dem Sinne, dass etwas kälter als null Kelvin wird. Der physikalischen Bedeutung der Temperatur zufolge hat ein Gas eine umso niedrigere Temperatur, je langsamer die chaotische Bewegung seiner Teilchen ist.

Bei null Kelvin (minus 273 Grad Celsius) kommen die Teilchen zum Stillstand und alle Unordnung verschwindet. Nichts kann also kälter sein als der absolute Nullpunkt der Kelvin-Skala. Physiker der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching haben nun im Labor ein atomares Gas geschaffen, das trotzdem negative Kelvin-Werte annehmen kann. Heiße Minusgrade: Bei einer negativen absoluten Temperatur (rote Kugeln) kehrt sich die Energieverteilung von Teilchen im Vergleich zur positiven Temperatur (blaue Kugeln) um. Dann weisen viele Teilchen eine hohe und wenige eine niedrige Energie auf. Das entspricht einer Temperatur, die heißer ist als eine unendlich hohe Temperatur, bei der sich die Teilchen über alle Energien gleich verteilen.

Experimentell ist eine negative Kelvin-Temperatur nur zu erreichen, wenn der Energie eine obere Grenze gesetzt wird, so wie still stehende Teilchen eine untere Grenze für die Bewegungsenergie bei positiver Temperatur bilden – das haben Physiker der LMU sowie des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik nun geschafft.

Wer Wasser zum Kochen bringen will, muss ihm Energie zuführen. Während des Erhitzens bewegen sich die Wassermoleküle im Durchschnitt immer schneller; sie erhöhen ihre Bewegungsenergie. Dabei haben die einzelnen Moleküle sehr unterschiedliche Energie – von ganz langsam bis sehr schnell.

Zustände niedriger Energie sind dabei wahrscheinlicher als solche mit hoher Energie – nur wenige Teilchen bewegen sich also sehr schnell. Diese Verteilung wird in der Physik Boltzmann-Verteilung genannt. Physiker um Ulrich Schneider und Immanuel Bloch haben nun ein Gas realisiert, in dem diese Verteilung genau umgedreht ist: Viele Teilchen weisen eine hohe Energie auf und nur wenige eine niedrige.

Diese Umkehrung der Verteilung der Energie bedeutet nun gerade, dass die Teilchen eine negative Temperatur angenommen haben. „Die umgekehrte Boltzmann-Verteilung ist genau das, was eine negative absolute Temperatur ausmacht, und die haben wir erreicht”, sagt Ulrich Schneider.

Wie heiß ist es im Inneren der Erde?

Innerer Erdkern – Bei 6300 Grad und einem Druck wie an der Erdoberfläche von 1 bar wäre Eisen ein Gas. Im Mittelpunkt der Erde (in 6378 Kilometer Tiefe) herrschen jedoch 3,5 Millionen bar Druck und selbst bei einer Temperatur von 5000 Grad bilden Nickel und Eisen dann eine feste Metallkugel, die rotiert.

Was ist heißer Feuer oder Lava?

Ist Magma im Erdkern? – Vulkane.net Um zu verstehen, wie Vulkane funktionieren, musst du wissen, wie unser Planet Erde aufgebaut ist. Die Erde ist kein durch und durch fester Körper. Sie besteht aus mehreren unterschiedlichen Schichten, von denen einige fast flüssig sind. Stell dir vor, du würdest eine Reise ins Innere der Erde unternehmen: Die ersten Kilometer führen dich durch festes Gestein. Schon nach wenigen Kilometern spürst du, dass es immer wärmer wird. Im oberen Bereich der Erdkruste nimmt die Temperatur um 3 Grad Celsius pro 100 m zu.

  • Nach ungefähr 30 Kilometern wird es so heiß, dass festes Gestein schmilzt.
  • Es wird zum Magma.
  • Die Temperaturen hier unten sind größer als in einem normalen Feuer, ca.900 °C heiß ist es hier.
  • Obwohl das Gestein schmilzt, wird es nicht flüssig.
  • Dafür ist der Druck in dieser Tiefe zu hoch.
  • Statt flüssig zu werden, verhält sich das Gestein wie Knetgummi.

Es wird plastisch. Du befindest dich jetzt im Erdmantel. Hier gibt es praktisch gar kein festes Gestein mehr, sondern nur noch Magma. Die Temperaturen im Erdmantel liegen etwa bei 2500 °C. Das ist viel heißer als in einem Hochofen. Du reist immer weiter in die Erde hinein.

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Nach 2900 Kilometern erreichst Du den äußeren Erdkern. Der Erdkern besteht nicht mehr aus Magma, sondern aus Eisen und einem weiteren Metall, dem Nickel. Im unteren Erdkern herrschen Temperaturen von ungefähr 6000 °C. Das ist so heiß wie auf der Oberfläche der Sonne! Im äußeren Bereich des Erdkerns sind die Metalle noch flüssig.

In der Mitte der Erde, ist der Druck so groß, dass die Metalle trotz der großen Hitze wieder fest sind. Die Erde wird hier mit einem Pfirsich verglichen. Weißt du, worin sich eine Kernfrucht und die Erde ähneln? Du kannst auch folgende Fragen beantworten:Was auf der Erde entspricht der Haut des Pfirsiches? Wie nennt man die Erdschicht zwischen der Kruste und dem Erdkern? Um wie viel Grad pro 100 m wird es im oberen Bereich der Erdkruste wärmer? Wie heiß ist der Erdkern?

Ist die blaue Flamme heißer als die rote?

Farben haben die Kraft, uns stark zu beeinflussen. Sie können unsere Stimmung verändern, Gefühle hervorlocken und ganz bestimmte Assoziationen wecken: zum Beispiel indem sie Empfindungen von Wärme oder Kälte in uns auslösen. Ein solcher Effekt wird üblicherweise den Farben Rot und Blau nachgesagt.

  1. Doch diese Farben können auch genau das Gegenteil bewirken.
  2. Eine kleine Studie zeigt jetzt, blaue Gegenstände fühlen sich für uns wärmer an als rote – eine scheinbar überraschende Beobachtung, die offenbart, wie unser Gehirn Informationen aus unterschiedlichen Sinneskanälen zu einem Gesamtbild kombiniert.

Eine Vielzahl von Alltagserfahrungen lehrt uns, dass Dinge, die rot sind, mit Wärme oder gar Hitze zu tun haben – sei es Feuer, Sonnenbrand oder eine angeschaltete Induktionsplatte. Aus demselben Grund ist Blau die Farbe, die wir mit Kälte assoziieren.

Denn der Sprung ins blau schimmernde Meer geht in der Regel einher mit dem Gefühl eines Kälteschocks, mindestens aber einer angenehm kühlen Erfrischung. Diese Zusammenhänge hat der Mensch offenbar so stark verinnerlicht, dass rote Farben immer ein Empfinden von Wärme und blaue Töne ein kaltes Gefühl auslösen – und zwar unabhängig von der tatsächlichen Umgebungstemperatur.

Etliche Studien haben dieses Phänomen belegt, indem Probanden Farben anschauen und anschließend die Temperatur beurteilen mussten. Was aber passiert, wenn Versuchsteilnehmer die farbigen Objekte auch anfassen dürfen, sie die Temperatur also nicht nur durch Sehen, sondern zusätzlich durch Berühren abschätzen können? Das hat nun ein Forscherteam um Hsin-Ni Ho von den NTT Communication Science Laboratories in der japanischen Stadt Atsugi untersucht.

Das Ergebnis: Blaue Gegenstände fühlen sich wärmer an als rote. Für ihre Untersuchung baten die Wissenschaftler insgesamt zwölf Teilnehmer sowohl rote als auch blaue Oberflächen zu berühren. Dabei sollten sie beurteilen, ob sich die Fläche warm oder kalt anfühlte. Wurde ein Objekt für warm befunden, senkten Hsin-Ni Ho und seine Kollegen Schritt für Schritt die tatsächliche Temperatur der Oberfläche.

Jedes Mal ließen sie die Probanden erneut ein Urteil abgeben, um so die niedrigste Temperatur zu bestimmen, bei der ein rotes beziehungsweise blaues Objekt noch als warm wahrgenommen wird. Sie stellten fest: Im Durchschnitt muss die Temperatur eines roten Objekts 0,5 Grad Celsius höher sein als die eines blauen, um als warm empfunden zu werden.

Was ist noch heißer als die Sonne?

Mit 4300 Grad Celsius ist der Planet KELT-9b heißer als die meisten Sonnen. (NASA/JPL-Caltech) Astronomen haben einen fernen Planeten entdeckt, dessen Atmosphäre heißer glüht als die Oberfläche vieler Sterne: Auf rund 4300 Grad Celsius schätzen die Forscher die Temperatur auf der Tagseite des Riesenplaneten KELT-9b.

Ist ein Blitz heißer als die Sonne?

Thema 8 Wie heiß – wie dick – wie lang ist ein Blitz? Die bislang höchste gemessene Temperatur liegt bei etwa 30 000 Grad Celsius und wurde für die Dauer einer millionstel Sekunde im Blitzkanal gemessen. Sie übertrifft die Oberflächentemperatur der Sonne um mehr als das Vierfache.

  • Normalerweise hat der Blitz einen sichtbaren Durchmesser von wenigen Zentimetern.
  • Die exakte Bestimmung mit Hilfe der Fotografie ist sehr schwierig.
  • Vertikal verlaufende Blitze haben eine durchschnittliche Länge von fünf bis sieben Kilometer, bei horizontalen Blitzen beträgt die Durchschnittslänge acht bis sechzehn Kilometer.

Mit Hilfe von Radargeräten wurden aber auch schon horizontale Blitze über eine Länge von 140 Kilometer festgestellt. Dagegen können Blitze innerhalb von Wolken auch nur einige Meter lang sein. Zur Fragenübersicht

Was ist das heißeste im Universum?

Cern: Das ist der heisseste Ort des Universums Die Sonne brennt auf Saint-Genis-Pouilly herab. Im französischen Städtchen an der Grenze zur füllen sich die Bistros langsam mit Gästen. Auf der Place de la Fontaine plätschert ein Brunnen verlassen vor sich hin.

  • In den Strassen herrscht weniger Verkehr als sonst.
  • Es ist Ferienbeginn.
  • Zeit für Entschleunigung.
  • Doch die Ruhe trügt.
  • In wenigen Augenblicken wird es auf dem Gemeindegebiet zu Tausenden von Kollisionen kommen.
  • Denn unweit des Stadtkerns rasen mehrere hundert Milliarden kleinster Bleiteilchen mit ungeheurer Geschwindigkeit durch einen Tunnel.

Rund 50 Meter unter der Erdoberfläche. Fast so schnell wie das Licht sind diese Blei-Ionen unterwegs. Ihr Reiseziel: eine unauffällige Lagerhalle in einem Werksgelände etwas ausserhalb des, Dort steht Alice; sechzehn Meter hoch, zehntausend Tonnen schwer. Alice steht für «A Large Ion Collider Experiment» und ist eines von sechs Labors der Europäischen Organisation für Kernforschung ( ) entlang des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider).2008 fertig gebaut, gehört der 27 Kilometer lange Tunnel zu den grössten Forschungseinrichtungen der Welt.

  1. Die Baukosten belaufen sich auf knapp 5 Milliarden Franken, mehr als 10 000 Personen aus über 100 Staaten waren beteiligt.1200 Wissenschafter experimentieren nunmehr mit Alice.
  2. Ihr Ziel ist es, besser zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält.
  3. Dazu schauen sie sich die kleinsten messbaren Bausteine von Materie an: die Quarks.
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Diese Elementarteilchen gehören zu den wichtigsten Bestandteilen von Protonen und Neutronen, die ihrerseits das Herzstück eines Atoms bilden: den Atomkern. Zusammengehalten wird dieses Päckchen von Trägerteilchen, den Gluonen, Die sogenannte starke Kraft in Wechselwirkung mit den Gluonen sorgt dafür, dass das Ganze nicht auseinanderfällt.

  • Diese starke Kraft überwinden und die Quarks und Gluonen einzeln beobachten können – das versuchen die Cern-Physiker mit Alice.
  • Ihre theoretischen Modelle gehen davon aus, dass man die winzigen Teilchen befreien kann.
  • Mit sehr hohen Temperaturen von mehr als 2000 Milliarden Grad Celsius.
  • Man bringt sie sozusagen zum Schmelzen – und was heraus kommt, ist das Quark-Gluon-Plasma, eine Art Ursuppe.

Denn in diesem Zustand hat sich die Materie kurz nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren befunden, so die These der Wissenschafter. Damit dieser Urzustand im Alice-Labor zumindest für eine Millionstel Sekunde künstlich hergestellt und gemessen werden kann, braucht es die richtigen Zutaten und vor allem viel Schwung. Rende Steerenberg und «Handelszeitung»-Redaktor Marco Brunner: Im Gespräch über Alice. Quelle: Anoush Abrar / 13 Photo Rende Steerenberg ist dafür verantwortlich, dass die Rezeptur stimmt. Der Niederländer leitet das Cern-Kontrollzentrum. Ein Grossraumbüro, ausgestattet mit unzähligen Bildschirmen, auf denen Diagramme, Modelle und Zahlen flimmern.

Man wähnt sich bei der oder an einem Desk für Hochfrequenzhandel. Steerenberg jagt aber nicht etwa Raketen oder Börsenkursen nach. Er schiesst Elementarteilchen auf ihre Reise in die je entgegengesetzte Richtung auf der kreisrunden Rennbahn. Damit die Partikel auf ihren Höllenritt geschickt werden können, erhitzen die Forscher ein reines Bleistück auf 550 Grad.

Der Bleidampf, der sich dabei bildet, wird zu einem Strahl komprimiert und in den Teilchenbeschleuniger injiziert. «Wir verwenden für das Alice-Experiment Blei, da wegen der hohen Anzahl Protonen und Neutronen im Bleikern die Energiedichte der Kollisionen viel grösser ist», sagt Steerenberg.

Im Vergleich zu anderen Metallen ist so die Wahrscheinlichkeit grösser, dass möglichst viele der Partikel aufeinandertreffen. Im Beschleuniger selbst herrschen Bedingungen wie im, Auf minus 271 Grad wird die Röhre heruntergekühlt. Darin kommt es zu einem Vakuum. Magnete, Supraleiter und sogenannte Hohlraumresonatoren machen die Blei-Ionen schussbereit und beschleunigen sie.

Sind sie einmal warmgelaufen, schaffen sie die 27- Kilometer-Röhre bis zu 11 000-mal pro Sekunde. Also nur wenig langsamer als das Licht. Kontrollzentrum im Cern: Sieht aus wie bei der Nasa. Quelle: Anoush Abrar / 13 Photo Steerenberg sorgt mit seinem Team dafür, dass die zu Strahlen komprimierten Partikel möglichst nicht aneinander vorbeiflitzen, sondern sich genau bei der Lagerhalle, wo das Alice-Labor steht, wieder treffen.

Beim Aufprall werden ungeheure Energien freigesetzt. «Es ist, als würden zwei 400-Tonnen-TGV-Züge mit 150 Kilometern pro Stunde aufeinander zurasen und frontal zusammenprallen», erklärt der Niederländer. Die Kollision erzeugt bis zu 100 000-mal höhere Temperaturen, als im Inneren der Sonne herrschen. So werden die Quarks und Gluonen freigesetzt.

Das Plasma entsteht. Einen grossen Knall hören die Bewohner von Saint-Genis-Pouilly aber nicht, wenn die Ursuppe gekocht wird. Höchstens ein dumpfer Schlag sei unter der Erde zu vernehmen. Wie bei einer Schussabgabe. Inzwischen hat der Alice-Detektor den Aufprall registriert.

  • Jetzt muss es schnell gehen.
  • Die winzige Probe des Quark-Gluon-Plasmas kühlt innert kürzester Zeit unter die 2000-Milliarden-Grad-Marke ab, wo sich die Quarks und Gluonen wieder zu normaler Materie verbinden und nicht mehr frei nebeneinander schwimmen.
  • Tausende von Sensoren helfen den Forschern, vorher die Daten aus der Suppe zu fischen und aufzuzeichnen.

Aber nicht alles lässt sich messen. «Für gewisse Analysen müssen wir erst noch die dafür notwendigen Instrumente entwickeln», sagt Friederike Bock, Die Physikerin erforscht beim Cern das Quark-Gluon-Plasma. Bei den sagenhaft hohen Temperaturen seien etwa die herkömmlichen Thermometer überfordert.

  • In diesen Bereichen könne die Temperatur, ähnlich wie bei der Sonne, nur aus der Wellenlänge des emittierten Lichtes abgeleitet werden.
  • «Doch selbst dann können wir mit unseren derzeitigen Messmethoden nur nachweisen, dass die Temperatur mindestens 1000-mal heisser als im Inneren der Sonne ist.» Die über 2000 Milliarden Grad bei der Kollision der Blei-Ionen seien mehr eine fundierte Schätzung, die auf theoretischen Modellen basiere.

Damit die Wissenschafter ihre Messungen verfeinern können, steht ihnen jährlich ein Milliardenbudget zur Verfügung. Mit einem über die ganze Welt verteilten Computernetzwerk stellen sie sicher, dass die enormen Mengen an Daten analysiert werden können.

  • Ab 2025 sollen stärkere Magnete den Teilchenbeschleuniger noch leistungsfähiger machen.
  • So können Rende Steerenberg und sein Team dereinst bis zu 5 Milliarden Kollisionen pro Sekunde produzieren.
  • Zuvor wird die Rennbahn während zweier Jahre gewartet und umgebaut.
  • In dieser Zeit wird auch Alice keine kosmische Ursuppe produzieren können.

Der Titel des heissesten Orts im Sonnensystem geht dann zumindest temporär wieder an die Sonne. Alice: Ein Akronym für «A Large Ion Collider Experiment». Quelle: Anoush Abrar / 13 Photo : Cern: Das ist der heisseste Ort des Universums