Wie Viele Stadien Gibt Es In Katar?

Wie Viele Stadien Gibt Es In Katar
Was wird aus den Stadien in Katar? Sechs der acht WM-Stadien wurden in Katar neu gebaut, eines komplett umgebaut. Für die weitere Nutzung gibt es zwar Pläne, deren Umsetzung wirft aber weiter Zweifel auf. Aussenansicht des Khalifa International Stadion in Al Rayyan bei Doha. Quelle: dpa Die Fußball-WM in Katar ist Geschichte. Genauso wirkungsvoll wie die Superstars um Lionel Messi inszenierten die TV-Bilder die acht Stadien mit ihrer mächtigen Bildsprache. Von der Düne über das Segelschiff bis zum Beduinenzelt: die äußeren Hüllen suggerierten vielfach Nachhaltig- und Natürlichkeit.

Wie viele Stadien wurde in Katar gebaut?

Planung und Bau – Für die WM 2022 waren laut den Bewerbungsunterlagen der FIFA mindestens zwölf Stadien als Austragungsorte vorgesehen. Katar gab in der Folge eine Bewerbung mit zwölf Spielorten ab; nach der Vergabe der WM-Endrunde im Dezember 2010 durch die FIFA kam noch ein weiteres, bis dahin nicht genanntes Stadion als Spielort in Betracht.

Aufgrund der heftigen Kritik, dass zwölf große Fußballstadien für ein so kleines Land zu viel seien, wurde die Anzahl der WM-Stadien mit Zustimmung der FIFA auf acht reduziert. Von acht WM-Stadien wurden sechs Stadien komplett neu gebaut, zwei wurden ausgebaut und renoviert. Scheich Mohammed Hamad bin Chalifa Al Thani, der Mentor der WM-Bewerbung, hat das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner GmbH (AS&P) und seine Partner beauftragt, die Planungen zu erarbeiten.

Wegen der hohen Temperaturen müssen die Stadien temperiert werden. Die Neubauten werden in modularer Bauweise erstellt, d.h., sie können nach der WM zurückgebaut und verkleinert oder ganz abgebaut und woanders neu aufgestellt werden.

Wie viele Stadien baut Katar für die WM?

Fußball-WM: Abbauarbeiten an ersten WM-Stadien haben begonnen In Katar haben rund eineinhalb Wochen vor dem Ende der WM die Abbauarbeiten an den ersten Stadien begonnen. Drei der acht Arenen sind nach den Achtelfinals keine Austragungsstätten weiterer Spiele.

Wo sind die WM-Stadien in Katar?

al-Janoub Stadium in Doha – Neben dem al-Thumama befindet sich ein zweites Stadion ganz in der Nähe der Hauptstadt Doha: das al-Janoub Stadium. Die Fußball-Arena wurde für die WM 2022 extra in Auftrag gegeben und befindet sich südlich von Doha in der angrenzenden Hafenstadt al-Wakrah.40.000 Personen sollen dort sechs Gruppenspiele und ein WM-Achtelfinale bestaunen können. Das al-Janoub Stadium in Doha. (Archivfoto) © Pixsell/Imago Images Passend seiner Lage in Hafennähe erinnert die Optik des al-Janoub Stadiums an eine gigantische Muschel. Wer genauer hinguckt, kann auch die Wellen des Meeres oder der Sanddünen in der arabsichen Wüste erkennen.

  1. Die Form ist im Stile der alten traditionellen Dhau-Boote gehalten, welche zum Perlenfischen genutzt werden.
  2. Die Sitze sind in Blau gehalten und bilden ein Wellenmuster ab.
  3. Auch das zweite Doha-Staidon ist top ausgestattet, hoch technologisiert und mit einem Nachhaltigkeitsgedanken erbaut worden.
  4. Das Dach der Muschel kann verschlossen werden und soll vor Regen und starker Sonneneinstrahlung schützen.

Die Stadiontemperatur kann genau reguliert und gekühlt werden. Insgesamt soll das Projekt rund 587 Millionen Euro schwer gewesen sein. Nach der WM 2022 wird der al-Wakrah SC seine Heimspiele im al-Janoub austragen. Einige der Sitze sollen im Nachhinein abgebaut und an Fußballentwicklungsprojekte gespendet werden.

Kapazität 40.000 Sitzplätze
Baubeginn: Mai 2014
Kosten: 587,3 Millionen Euro
Austragungsort für: Gruppen- und Endspiele (bis Achtelfinale)

Wer baute die acht Stadien von Katar?

Fußball-WM 2022 – Wer in Katar für die Fußball-WM baut Archiv Katars Hauptstadt Doha ist voller Großbaustellen: Für die Fußball-WM 2022 werden mehrere Stadien gebaut. Nicht von Kataris, sondern von tausenden Wanderarbeitern, vor allem aus Nepal und Indien. Trotz Verbesserungen im Arbeitsrecht sind sie ihren Auftraggebern noch immer ausgeliefert. Von Esther Saoub | 15.01.2017

Gründlich recherchierte und sorgfältig aufbereitete Analysen: Im “Hintergrund” werden die wichtigsten Themen aus dem In- und Ausland behandelt. Dazu gehören auch besonders relevante wirtschaftliche und soziale Entwicklungen oder prägende gesellschafts- und kulturpolitische Debatten. Die Sendung vermittelt Vorgeschichte und Zusammenhänge, liefert Einblicke und Ausblicke – ein wichtiger Wegweiser in einer immer komplexeren Welt.

Etwa 80 Prozent der Bevölkerung Katars machen Gastarbeiter aus, die oftmals unter schlechten Bedingungen im Land leben. (DLF / Thorsten Gerald Schneiders) “Willkommen in Katar”, steht auf großen Schildern im internationalen Flughafen von Doha. Doch das riesige Gebäude wurde nicht von Bürgern des Emirats am Persischen Golf, sondern von Arbeitsmigranten entworfen und gebaut.

Die meisten kommen aus armen Regionen Indiens und Nepals. Sie arbeiten für lächerliche Gehälter, in völliger Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Sharan Burrow, spricht “von moderner Sklaverei” in einem der reichsten Länder der Welt. Der Polizist an der Passkontrolle ist für lange Zeit der letzte katarische Staatsbürger, den ich treffe.

Sie sind eine Minderheit im eigenen Land, 75 Prozent der Bevölkerung sind Arbeitsmigranten. Auch das Taxi in die Stadt fährt ein Arbeitsmigrant. Dambar Bahadur Rai aus Nepal. Gemessen an der Einwohnerzahl schickt kein Staat so viele Arbeiter nach Katar wie das kleine Land am Himalaya.

Der Verkehr auf der vierspurigen Straße zum Zentrum fließt geordnet, Geschwindigkeiten sind genau geregelt. Trotzdem brettert links viel zu schnell ein Geländewagen vorbei. “Katari”, murmelt Dambar Rai und lächelt. “Wir müssen am Tag mindestens 265 Rial Umsatz bringen, das sind 66 Euro. Wenn es einen Tag nicht zusammen kommt, müssen wir das am nächsten Tag ausgleichen.

Am Ende des Monats rechnet die Firma den Verdienst zusammen.” Doha: Vom Fischerdorf zur Metropole Dambar Rai ist 35 und fährt seit drei Jahren Taxi in Katar. Davor arbeitete er jahrelang in Saudi-Arabien und Dubai. “Als ich die 10. Klasse bestanden hatte, ist mein Vater gestorben.

  1. Ich konnte das College also nicht zu Ende machen.
  2. Ich musste meine Mutter unterstützen und meinen Geschwistern ein Studium finanzieren.
  3. Deshalb habe ich beschlossen, ins Ausland zu gehen um Geld zu verdienen.
  4. Viele Nepalesen gingen weg, um ihren Familien zu helfen.
  5. Ihnen habe ich mich angeschlossen.” Dambar Rai ist einer von rund 1,7 Millionen Arbeitsmigranten in Katar.

Seit in den 60er-Jahren Öl und Gasvorkommen entdeckt wurden, boomt der Wüstenstaat. Katars Hauptstadt Doha hat sich in wenigen Jahrzehnten vom Fischerdorf in eine Metropole verwandelt. Zwischen der arabischen Wüste und dem Ufer des Persischen Golfs steht eine Wand aus glitzernden Hochhäusern – auch sie entworfen, geplant und gebaut von Arbeitsmigranten.

  1. Dambar Rai, der Taxifahrer, hat noch Schicht bis morgens um vier.
  2. Elf Stunden arbeitet er am Stück, mit einer Stunde Pause.
  3. Danach fährt er ins firmeneigene Quartier, isst, schläft, geht zur nächsten Schicht.
  4. Sechs Tage die Woche.
  5. Von seinen 500 Euro Lohn schickt er 450 nach Nepal – an seine Mutter, die Geschwister, seine Frau und eine Tochter, die er seit Jahren nicht gesehen hat.

Alle fehlen ihm, sagt er – besonders die Tochter, sie sei so klein und süß. Kurz nach meiner Ankunft im Hotel hält vor dem Foyer wieder ein Taxi: Mustafa Qadri steigt aus. Er arbeitet für Amnesty International in London. Seit Jahren kritisiert die Menschenrechtsorganisation die Arbeitsbedingungen in Katar. Die Baustelle des “Khalifa International Stadium” in Doha, Katar. (picture alliance / dpa – Andreas Gebert) Katars Regierung und das Komitee, das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zuständig ist, versprachen Besserung. Im März 2016 hat nun Amnesty International einen neuen Bericht veröffentlicht, der hohe Wellen schlug.

  1. Der Herausgeber, Mustafa Qadri, konnte nachweisen, dass auf einer WM-Baustelle immer noch Arbeiter ausgebeutet werden, unbezahlte Überstunden machen und in kleinen, dreckigen Quartieren leben.
  2. Die hässliche Seite des schönen Spiels” hat Qadri den Bericht genannt, für den er 244 Bauarbeiter auf der Baustelle des Khalifa-Stadions und im angrenzenden Park befragt hat.

Mustafa Qadri: “Die Arbeiter, mit denen ich geredet habe, haben den Rasen gesät, auf dem der berühmte Fußball-Verein Bayern München gespielt hat. Die Arbeiter hausten zu zwölft oder vierzehnt in einem Zimmer, ihnen wurden die Pässe abgenommen. Jeder von ihnen hat 4.500 Dollar bezahlt, um einen Job zu kriegen, mit dem sie 120 Dollar im Monat verdienen.” Es ist kein offiziell beantragtes Interview – wir treffen uns scheinbar beiläufig im Hotel, am Abend vor Qadris Rückflug nach London.

Er war zu einer UN-Konferenz über Business und Menschenrechte nach Katar eingeladen. Auch so etwas gibt es in diesem schillernden Emirat. Die Regierung will deutlich machen, dass sie sich kümmert. Sie hat das Arbeitsgesetz reformiert, bessere Sozialstandards eingeführt. Langsam tue sich was, sagt Qadri.

Aber die Grundprobleme der Zweiklassengesellschaft seien längst noch nicht gelöst. Mustafa Qadri: “Sprechen Sie mit einem Taxifahrer, mit irgendeinem Arbeitsmigranten hier, fragen Sie ihn: Wie viel von deinem Lohn schickst du nach Hause? Ich bin sicher, er wird antworten: alles.

  • Es geht nicht nur darum, ob sie hier verdreckte Küchen haben oder ihren Lohn nicht bekommen, es geht um die menschliche Ebene.
  • Wir reden über das Leben von Millionen Menschen! Das ist einfach nicht gerecht.” Bis 2022 soll der Umbau des Khalifa-Stadions fertig sein.
  • Eine von zwölf hochmodernen Sportarenen, die für die Fußball-Weltmeisterschaft um- oder neu gebaut werden.

Überall in Doha stehen Kräne, öffnen sich Baugruben. Dazwischen wimmeln Arbeiter mit Helmen und Leuchtwesten. In den vergangenen Jahren häuften sich Berichte von Menschenrechtlern, Gewerkschaftern und Journalisten über Unfälle und Todesfälle ausländischer Arbeiter in Katar.12 Stunden Arbeit pro Tag bei bis zu 50 Grad im Schatten Mit einem Mal interessierte sich die ganze Welt für die Bedingungen der Wanderarbeiter.

  1. Auch die Arbeitgeber achten nun auf Sicherheit.
  2. Arbeitszeiten bis zu 12 Stunden und bei bis zu 50 Grad im Schatten sind dagegen immer noch nichts Ungewöhnliches.
  3. Beschwerden gibt es kaum.
  4. Die Arbeiter haben die ausbeuterischen Verträge schon in ihren Heimatländern unterschrieben, ihre finanzielle Not lässt ihnen keine Wahl.

Durch die Vermittlung des Internationalen Gewerkschaftsbundes ITUC in Brüssel treffe ich einen Nepalesen in Doha, der sich heimlich für die Rechte der Arbeiter einsetzt. Er ist klein, energisch, mit einem ziemlichen Stottern, aber sehr präzisen Aussagen.

“In Nepal fangen die Leute an zu träumen – sie glauben, sie kommen zu einer guten Firma, die sie ordentlich unterbringt. Die Arbeiter denken: Ich verdiene dort sehr viel, jeden Monat kann ich was sparen und dann werde ich ein reicher Mann zu Hause. Aber wenn die Leute hier in Katar ankommen, stimmt nichts davon.

Der Lohn ist niedrig. Alles ist anders.” Ich nenne ihn Arjun, sein richtiger Name soll geheim bleiben. Wie auch die Organisation, die ihn finanziert. Offiziell ist er mit einem Besuchervisum hier, die nepalesische Botschaft in Doha kooperiert, weiß aber längst nicht alles.

  1. Ich interviewe ihn im Hotel.
  2. Durch die Fenster schauen wir auf die Großbaustelle einer U-Bahnstation.
  3. Die Tunnel gräbt eine Bohrmaschine der Firma Herrenknecht aus Baden.
  4. Tag und Nacht wird gearbeitet.
  5. Am frühen Morgen und jetzt, am Nachmittag, ist Schichtwechsel.
  6. Wir sehen, wie Busse auf den Sandplatz neben der Baustelle rollen.

Arjun: “Die meisten Arbeiter machen zwei bis drei Überstunden am Tag, oft unbezahlt. Und viele sind weit entfernt von der Baustelle untergebracht. Nach elf Stunden Arbeit müssen sie noch auf den Bus warten, der sie zum Quartier bringt. Der kommt erst, wenn die neue Schicht anrückt. Wanderarbeiter in Katar: Sie kommen vor allem aus Nepal und Indien. (Deutschlandradio.de/Tom Mustroph ) Manche Arbeiter erhalten monatelang keinen Lohn – manche Firmen kümmern sich nicht darum. Die Arbeiter könnten ihren Lohn einklagen. Aber wie macht man das in einem Land, dessen Sprache man nicht lesen oder sprechen kann? Hier hilft Arjuns Organisation.

  • Wir suchen unter den Nepalesen hier nach Arbeitern, die Schwierigkeiten haben, die zu Opfern geworden sind.
  • Wir nehmen sie mit zur nepalesischen Botschaft oder vors Arbeitsgericht.
  • Wir erklären ihnen, welchen Klageweg sie gehen können, welche Gesetze in Katar gelten, welche Rechte sie haben und was verboten ist.” Esther Saoub:”Und was sagen die katarischen Behörden dazu?” Arjun: “Für Katar sind wir illegal!” Ausländische Besucher sind in den Unterkünften nicht erwünscht Am nächsten Tag fahre ich in die Wüste vor der Stadt.

Keine glitzernden Bürotürme, bewässerten Grünstreifen oder Palmenalleen mehr. Hier draußen sind die Straßen holprig – Sand und Steine, soweit das Auge reicht. Aber keine vom Wind geformten Wüstendünen, sondern von Fahrzeugen zerfurchte Ebenen, über die sich nur abgeladene Kieshaufen und altes Baugerät erheben.

Dambar Rai, der nepalesische Taxifahrer, fährt mich. Wir kommen an seiner Unterkunft vorbei, einer Ansammlung riesiger Betongebäude, gestrichen in den Farben des Taxiunternehmens. Wie ein überdimensioniertes Studentenwohnheim, nur für Männer. “Unsere Unterkunft ist in Ordnung. Nette Sicherheitsleute, Wasser, Strom, Klimaanlagen.

Ich kann mich nicht beklagen. Alle Fahrer sind zufrieden. Es gibt eine neuere Unterkunft, mit vier Personen pro Zimmer, aber bei uns sind wir zu sechst. Wenn wir essen wollen, gibt es drei Kantinen.” Ausländische Besucher wie mich darf Rai in seinem Wohnheim allerdings nicht empfangen.

Das verhindern die netten Sicherheitsleute. Essen, Schlafen und Freizeit – alles ist fremdbestimmt im Leben der Arbeitsmigranten. Wo sie wohnen, entscheidet die Firma. Im Vertrag klingt das hübsch: Unterkunft inklusive. Wie die aussieht, erfahren die Migranten allerdings erst, wenn sie in Katar ankommen.

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Viele Bauarbeiter haben weniger Glück als die Taxifahrer. Sie hausen in Baracken, zweistöckig, dicht gedrängt und dreckig. Auf allen Geländern hängt Wäsche, die Zimmer sind winzig. Die Luft flimmert vor Hitze – es riecht nach Müll und Abgasen der nahen Autobahn.

Die privaten Arbeitsvermittlungen in Nepal versprechen den Arbeitern hohe Löhne und gute Unterkünfte – Bedingungen, die sie später nicht einhalten. Und: sie nehmen Geld für ihre Dienste. Völlig überhöhte Vermittlungsgebühren. Dambar Rai: “Für meinen ersten Auslandsaufenthalt habe ich 85.000 Rupien bezahlt, gut 700 Euro.

Die habe ich mir geliehen von einem Nachbarn. Zu 24 Prozent Zinsen! Leider haben wir da ein Problem in unserem Land. Die Agentur darf so viel Geld gar nicht verlangen. Sie schreibt eine Quittung über einen geringeren Betrag, verlangt aber in Wirklichkeit mehr.

  • Die Regierung versucht zwar, das zu verhindern, aber ohne Erfolg.” Die Regierung Nepals steckt seit dem Erdbeben vom Frühjahr 2015 noch tiefer in der Krise als vorher.
  • Der nepalesische Staat schaut hilflos zu, wie seine Bürger ins Ausland abwandern und ausgebeutet werden.
  • Arjun, der illegale Gewerkschafter in Katar, kennt viele solche Geschichten.

Die Arbeiter sind schlecht informiert, erzählt er. Sie glauben den privaten Vermittlern, wenn die ihnen Gebühren in Rechnung stellen, die eigentlich gar nicht anfallen dürften. Arjun: “Die Arbeitgeber in Katar schicken kostenlos Visa und Flugtickets nach Nepal. Ohne Rechte: Bürgschaftssystem gibt Arbeitgebern alle Befugnisse über ihre Angestellten. (dpa/picture-alliance/Arno Burgi) Auf den Baustellen in Katars Hauptstadt wehen auch Fahnen mit deutschen Namen – Züblin, Siemens und einer der weltgrößten Baukonzerne: Hochtief aus Essen.

  • Hochtief hat hier 2009 ein gigantisches Gewerbe-Gebiet gebaut und bohrt nun die Tunnel für das neue Abwassersystem in Doha.
  • Nach längerem Zögern ist der Regionalchef der Firma, Helmut Landahl, zu einem Interview bereit.
  • Aus Deutschland reist eigens ein Pressesprecher an, die Fragen werden vorher genau abgesprochen.

Helmut Landahl: “Erst neulich wieder waren zwei Mitarbeiter von uns unterwegs in Indien, in Nepal, in Thailand, haben dort Rekrutierungsfirmen aufgesucht, und die darauf verpflichtet, unsere Standards einzuhalten. Das bedeutet in dem Zusammenhang jetzt insbesondere, dass die Firmen sich dazu verpflichten, von den einzustellenden Arbeitern kein Geld anzunehmen.

Weil wir es klar gemacht haben, sämtliche Rekrutierungsgebühren werden von uns bezahlt.” Hochtief versucht die eigenen ethischen Standards soweit es geht auf Katar zu übertragen. Der Konzern zahlt die Löhne pünktlich und bringt die Arbeiter in einer Vorzeigestadt unter. Gleichzeitig hütet sich Helmut Landahl davor, Katars Gesetze zu kritisieren.

Im Zentrum dieser Gesetze steht ein System, das es nur am Persischen Golf gibt: Kafala, zu Deutsch:Bürgschaft. Jeder Ausländer in Katar braucht einen Einheimischen als Bürgen, sogar der deutsche Regionalchef von Hochtief oder die australische Universitätsprofessorin.

  1. Afala legt Aufgaben, die bei uns der Staat regelt, in die Hände der Arbeitgeber.
  2. Und damit auch die Verantwortung für das Wohlergehen der Angestellten.
  3. Mustafa Qadri von Amnesty International kritisiert, dass auch ein neues, reformiertes Arbeitsgesetz an diesen Zuständen nicht rüttelt: “Jeder Ausländer, der in diesem Land lebt, braucht einen Bürgen, und wenn er den Job wechseln oder das Land verlassen will, braucht er die Erlaubnis dieses Bürgen.

Das steht so im Gesetz, auch nach der Reform. Diese Regelung verstößt gegen das Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit. Und sie schafft zudem ein unglaubliches Ungleichgewicht der Macht zwischen Arbeitern und Arbeitgebern. Deshalb können Arbeitgeber ihre Angestellten ungestraft misshandeln.

Zum Beispiel in den Fällen, die ich dokumentiert habe. Wenn sich ein Arbeiter über seine Lage beschwert, wird ihm angedroht, die Aufenthaltserlaubnis zu beenden. Das bedeutet, dass die Polizei ihn abschiebt. Dieses Gesetz muss geändert und dann auch in der Praxis umgesetzt werden.” Kritik darf geäußert werden.

Umsetzung ist eher fraglich Die renommierte Georgetown University in Washington D.C. hat eine Zweigstelle am Stadtrand von Doha. Auf einem riesigen Campus reihen sich Elite-Universitäten aneinander – britische, französische und US-amerikanische, in hochmodernen Bauten.

Im Zentrum für internationale und regionale Studien der Georgetown University forschen Wissenschaftler zum Thema Arbeitsmigration – üben sogar vorsichtig Kritik an ihrem großzügigen Gastgeberland. Noch eine Ambivalenz im Wüstenstaat Katar: Kritisches darf geäußert werden. Ob jemand die Kritik auch ernst nimmt, ist eine andere Frage.

Stellvertretende Institutsdirektorin ist die Politikwissenschaftlerin Zahra Babar. “Ich habe in Pakistan über soziale Ungerechtigkeit geforscht und über ländlich bedingte Armut. In vielen Fällen wurden die Haushalte dort von Frauen geleitet, von Greisen und Kindern.

Denn die arbeitsfähigen Männer arbeiteten anderswo. Leute, die auswandern, tun das aus einer Vielzahl von Gründen. Aber diejenigen, die besonders verletzlich sind, die wir hier am Golf sehen, brauchen unsere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz, denn sie gehören auch zu Hause zur schwächsten Gesellschaftsgruppe.

Sogar die Erfolgsgeschichten bedeuten 30 Jahre Abwesenheit von der Familie. Du hast viel erreicht, hast deinen Kindern ein Studium finanziert, deine Tochter ist Ärztin, dein Sohn Ingenieur, das ist fantastisch, das hättest du sonst nie geschafft. Aber sie sind ohne dich aufgewachsen, du hast dich von ihnen entfremdet.

  1. Auf einer menschlichen Ebene finde ich das traurig.” Gern hätte ich einen Verantwortlichen der Regierung gefragt, ob er die Dinge ähnlich sieht – oder vielleicht völlig anders? Leider werde ich auf meine Anfragen hin immer wieder vertröstet.
  2. Zahra Babar: “Die Weltmeisterschaft kommt und geht und mit ihr das Interesse der Welt.

Katars Regierung sollte ihr Interesse auf künftige Einwanderungsströme richten. Es geht nicht nur darum, die internationale Gemeinschaft zufriedenzustellen.” : Fußball-WM 2022 – Wer in Katar für die Fußball-WM baut

Sind die Stadien in Katar voll?

Zwei Tage lang sorgten Zahlen bei der WM für ein wenig Verwirrung – zumindest unter denen, die genau hinschauten: Bei der Verkündung der Zuschauerzahlen wurde bei den ersten vier Spielen in Katar eine weitaus höhere Zahl genannt, als die Arenen eigentlich an Kapazität haben sollten.

  1. Schönrechnerei? Manipulation? Wohl nicht.
  2. Vor der WM hatte der Weltverband Fifa für alle Stadien offensichtlich gerundete Kapazitäten angegeben, dies wurde am Dienstag korrigiert.
  3. Die Fifa veröffentlichte das offizielle Fassungsvermögen der acht WM-Arenen.
  4. Rechnet man die Kapazität aller Stadien zusammen, so stehen nun 46.231 Plätze mehr zur Verfügung – die Kapazität eines weiteren kompletten Stadions.

Dadurch wird klar: Es gibt noch Tickets für die WM, von den ersten vier Spielen war keines ausverkauft.

Wem gehört Qatar?

Wem gehört Qatar? – Satellitenaufnahme von Katar, 2013 Wüstenlandschaft in Katar Katar ( arabisch قطر Qatar, DMG Qaṭar, im lokalen Dialekt Qiṭar, amtlich Staat Katar ) ist ein Emirat in Vorderasien und liegt an der Ostküste der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf, Das Land besteht größtenteils aus einer Halbinsel, die im Süden an Saudi-Arabien grenzt.

  1. Vor der Küste im Nordwesten liegt das Königreich Bahrain,
  2. Von Süden nach Norden dehnt sich das Land rund 180 Kilometer, von Westen nach Osten 80 Kilometer aus.
  3. Das Staatsgebiet schließt auch einige Inseln ein; die im Westen gelegenen Hawar-Inseln sind bahrainisches Staatsgebiet.
  4. Atar teilt auch Seegrenzen mit dem Iran im Norden und mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Osten.

Katar hat etwa 2,7 Millionen Einwohner, davon sind rund 10 % Staatsangehörige Katars. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Arbeitsmigranten; dies ist die höchste Quote an Arbeitsmigranten weltweit. Mehr als die Hälfte aller Einwohner Katars kommen aus Süd- und Südostasien,

  • Rund 80 % der Bevölkerung Katars leben in der Hauptstadt Doha und den umliegenden Vororten.
  • Atar erlangte im Jahre 1971 seine vollständige Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich,
  • Seither wird es als absolute Monarchie regiert.
  • Staatsreligion ist der Islam, und die Scharia gilt als eine Hauptquelle der Gesetzgebung.

Die Menschenrechtslage im Land gilt als kritisch, besonders die Niedriglohnmigranten werden zum Teil menschenunwürdig behandelt. Die katarische Regierung wird in den letzten Jahrzehnten außerdem wegen ihrer Unterstützung der Muslimbrüder und anderer radikalislamischer Gruppen sowie Terrororganisationen wie der Hamas kritisiert.

Wie viel Geld kostet die WM in Katar?

Podcast: Play in new window | Download (47.2MB) Jetzt abonnieren: Apple Podcasts | Google Podcasts | Spotify | Amazon Music | Stitcher | TuneIn | RSS Kosten von über 200 Milliarden US-Dollar. Das Turnier in Katar ist die teuerste Weltmeisterschaft aller Zeiten.

  • Durch Fans lässt sich diese Summe kaum refinanzieren.
  • Den enormen Ausgaben stehen Milliardeneinnahmen entgegen.
  • Die FIFA rechnet mit einem Rekordumsatz von 6,4 Milliarden US-Dollar.
  • Doch auf welche Kosten? Im Sports Maniac Podcast blicken Marcus und Daniel auf Sponsorendeals, Ticketverkäufe, Preisgelder und Medienrechte.

Und stellen fest: Teuer, teurer, Katar. Daniel & Marcus widmen sich regelmäßig den Themen, die das Sportbusiness beschäftigt

Wer hat die WM in Katar finanziert?

Angesichts der massiven Kritik an Katar, dem Ausrichter der bald startenden Fußball-Weltmeisterschaft, müssen auch deren Sponsoren schwierige Entscheidungen treffen: Wie offensiv zeigt man sich als Sponsor? Adidas steht angesichts seiner postulierten Werte besonders unter Beobachtung.

  • Die Fußballweltmeisterschaft in Katar hat nur noch einen großen Sponsor, der aus Europa kommt: Adidas.
  • Und es dürfte dem Sportartikelriesen aus Herzogenaurach noch niemals so schwergefallen sein, sein Engagement zu verteidigen.
  • Schon das vorangegangene WM-Gastgeberland Russland war seit seinem Angriff auf die Krim im Jahr 2014 umstritten und damit keine Traumdestination aus Sicht der Sponsoren.

Katar allerdings ist durch die westeuropäische Brille betrachtet der Tiefpunkt: ein Turnier im Winter in einem Land, dem zumindest in Deutschland kaum einer abnimmt, sich nach hiesigen Maßstäben ausreichend ums Thema Menschenrechte zu kümmern. Insgesamt sind es 14 Unternehmenspartner und WM-Sponsoren, die bei der diesjährigen Weltmeisterschaft auftreten.

Die meisten kommen aus Asien, davon wiederum die meisten aus China, was ein Zeichen ist, dass sich das Turnier, das die Europäer als ihre Erfindung preisen, langsam auf einen anderen Kontinent verlagert. Zum erlauchten Kreis der Sponsoren gehören diesmal beispielsweise der chinesische Haushaltsgeräte Hersteller Hisense, der Immobilienriese Wanda-Group ebenfalls auch China, der koreanische Autokonzern Hyundai-Kia und der indische Technologie-Konzern Byju`s.

Daneben gibt es Stammsponsoren aus den USA wie Coca-Cola und Visa. Und eben Adidas. Die Deutschen sind seit mehr als 40 Jahren als offizieller Partner des Weltfussballverbands Fifa gesetzt und haben sich dieses Recht bis 2030 gesichert. Der Konzern stattet Balljungen, Helfer und Schiedsrichter mit Kleidung aus.

Vor allem aber stellt Adidas den Spielball. Mit seinem Engagement will das Unternehmen, das gerade seinen Chef Kasper Rorsted gegen den bisherigen Kapitän vom Konkurrenten Puma Björn Gulden austauscht, sein Fußballgeschäft verteidigen – immerhin liegen hier die Wurzeln des Unternehmens. Der deutsche Konzern hatte deshalb bislang stets im Zuge der WM aufsehenerregende Werbekampagne aufgelegt.2014 ließ er Nationalspieler Lukas Podolski ein blutiges Rinderherz in der Hand halten und inszenierte auch andere deutsche Nationalspieler martialisch: Bastian Schweinsteiger trat als wilder Stammeskrieger mit Speer auf, Mesut Özil als Heerführer, Manuel Neuer stand als Samurai mit Schwert im Tor.

Diesmal wird deutlich zahmer im offiziellen Werbespot das Thema Gemeinsamkeit hervorgehoben. Der Sportartikelhersteller feiert zum Turnier das Zusammentreffen der globalen Fußball-Familie – inklusive Lionel Messi, Karim Benzema und Jude Bellingham. Alle Sponsoren gemeinsam zahlen der Fifa für ihre Werberechte in diesem Jahr laut Handelsblatt 1,53 Milliarden Dollar.

  1. Was Adidas genau zahlt, ist bislang das Geheimnis der Vertragspartner.
  2. Mehr Geld mit einem einzigen Posten verdient der Fußballverband nur aus dem Verkauf der Fernseh-Übertragungsrechte: 2,64 Milliarden Dollar fließen hieraus.
  3. Insgesamt rechnet die Fifa mit Erlösen von 4,66 Milliarden Dollar aus dieser Weltmeisterschaft.

Sie hat damit alles richtig gemacht. Das letzte Weltmeisterschaftsjahr 2018 schloss sie laut eigenem Finanzbericht unterm Strich mit einem Nettoergebnis von 1,8 Milliarden Dollar ab. An den Einnahmen der Fifa verdienen auch die Nationalverbände wie der DFB gut mit.

Und Adidas lässt sich sein Engagement nicht vermiesen. Der nach Nike weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller stellt seine Haltung so dar: Diversität und Gleichheit sei das Fundament von allem, wird aus der Homepage ersichtlich. Das passt zwar nicht recht zum Auftreten des Botschafters der WM in Katar, der Homosexuelle zuletzt in einer Fernsehdokumentation als Personen mit „geistigem Schaden” bezeichnet hatte.

Aber Adidas hat eine Erklärung parat: Gegenüber Amnesty International sagten die Deutschen, dass sie die Fifa und das katarische WM-Organisationskomitee dabei unterstützten, „alle Probleme im Zusammenhang mit den Arbeitnehmerrechten, die sich aus der Ausrichtung der WM 2022 ergeben, anzugehen, einschließlich der erforderlichen Abhilfemaßnahmen und gegebenenfalls der angemessenen Entschädigung von Arbeitnehmern und ihren Familien.” Amnesty hat gemeinsam mit zwei anderen Menschenrechtsorganisationen alle Sponsoren abgefragt.

Schließlich seien sie „als Unternehmen nach den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte dafür verantwortlich, ihre Einflussmöglichkeiten auf Regierungen oder Geschäftspartner und -innen zu nutzen, um negative Auswirkungen auf die Menschenrechte zu verhindern oder abzuschwächen”, sagt eine Amnesty-Sprecherin.

Oft stünden diese Grundsätze sogar in der eigenen Unternehmensphilosophie. Die magere Ausbeute: Ganze vier der angeschrieben 14 Sponsoren haben geantwortet, konkret waren dies neben Adidas, AB InBev/Budweiser, Coca-Cola, und McDonalds, Das bedeutet im Umkehrschluss: Zehn hüllen sich in Schweigen, das sind Visa, Hyundai-Kia, Wanda-Gruppe, Qatar Energy, Qatar Airways, Vivo, Hisense, Mengniu, Crypto und Byju’s.

  1. Die Geldgeber stecken in einem Dilemma.
  2. Zum sind sie besorgt, dass das Negativ-Image, das das Turnier insbesondere in Deutschland inzwischen umgibt, die eigene Marke belasten könnte.
  3. Zum anderen sehen sie die Gefahr, dass bei einer kritischen Äußerung die ursprüngliche Idee hinter dem Engagement nicht zum Zuge kommt.
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Die Folge ist ein Eiertanz der Sponsoren. Coca-Cola führt nach eigenen Angaben „weiterhin Gespräche mit Sponsoren und der Fifa, um herauszufinden, wie man die in Katar erzielten Fortschritte ausweiten kann, um den Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln für Arbeitsmigranten weiter auszubauen”.

AB InBev/Budweiser unterstützt „den Zugang zu Verfahren, die Arbeitsmigranten, die von negativen Auswirkungen betroffen sind, gerechte Wiedergutmachung verschaffen können.” Budweiser hat einen zurückhaltenden WM-Spot gedreht. Darin sehen Zuschauer Spieler und freudige Fans, jeglicher Bezug zu Katar fehlt.

Nur das WM-Logo am Ende des Films deutet auf das Turnier hin. McDonald’s will „weiterhin mit der Fifa, mit Menschenrechtsexperten und den anderen Sponsoren zusammenarbeiten, um positive Veränderungen im Bereich der Menschenrechte voranzutreiben, einschließlich der Unterstützung von Prozessen, die den Zugang zu Rechtsmitteln erleichtern, sowohl im Rahmen der Weltmeisterschaft als auch in den Bereichen, in denen wir tätig sind”.

  1. Auf das Braten eines WM-Burgers verzichtet McDonald’s in diesem Jahr in seinen deutschen Schnellrestaurants.
  2. Für Adidas hat die WM allerdings eine besondere Bedeutung: Der börsennotierte Sportartikelkonzern ist derzeit nicht in Hochform.
  3. Vor allem wegen Problemen in China hatte er im Sommer seine Prognosen gesenkt, was für einen Kursrutsch sorgte und den Abgang von Unternehmenschef Kasper Rorsted beschleunigte.

An der Börse verlor der Konzern in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 50 Prozent seines Wertes. Von der Fußball-Weltmeisterschaft erhoffte er sich Rückenwind fürs Geschäft. Zumindest in Deutschland bläst ihm nun der Wind eher entgegen.

Wo liegen die 8 Stadien in Katar?

Spielorte der WM in Katar – Die 8 Stadien der WM 2022 im Überblick Inhalt Bild 1 / 8 Legende: Al Janoub Stadium Kapazität: 40’000 Plätze; Baubeginn: Mai 2014; Eröffnung: Mai 2019; Kosten: 580 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal; Besonderes: Das Design erinnert an das Segel einer Dau (Segelschifftyp in Ländern am Indischen Ozean). imago images/MiS Bild 2 / 8 Legende: Al Bayt Stadium Kapazität: 60’000 Plätze; Baubeginn: September 2015; Eröffnung: November 2021; Kosten: 760 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, 1 Viertelfinal, 1 Halbfinal; Besonderes: Das Design des Al Bayt Stadiums basiert auf den Zelten der Nomaden Katars. imago images/MiS Bild 3 / 8 Legende: Ahmad Bin Ali Stadium Kapazität: 40’000 Plätze; Baubeginn: 2014; Eröffnung: Dezember 2020; Kosten: 360 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal; Besonderes: Die Kapazität wird nach der WM halbiert, das Stadion vom Al Rayyan Sports Club genutzt. imago images/Nordphoto Bild 4 / 8 Legende: Lusail Stadium Kapazität: 80’000 Plätze; Baubeginn: April 2017; Eröffnung: November 2021; Kosten: 660 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, 1 Viertelfinal, 1 Halbfinal, Final; Besonderes: Nach dem Turnier wird das Stadion nicht mehr als Fussballarena genutzt, sondern anderweitigen Zwecken dienen. Keystone/EPA/NOUSHAD THEKKAYIL Bild 5 / 8 Legende: Stadium 974 Kapazität: 40’000 Plätze; Baubeginn: 2018; Eröffnung: November 2021; Kosten: unbekannt; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal; Besonderes: Das Stadion wurde unter anderem mit 974 Schiffscontainern gebaut. imago images/Nordphoto Bild 6 / 8 Legende: Al Thumama Stadium Kapazität: 40’000 Plätze; Baubeginn: März 2017; Eröffnung: Oktober 2021; Kosten: 280 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, 1 Viertelfinal; Besonderes: Der Name des Stadions stammt von einer einheimischen Pflanze. Das Design ist von einem Gahfiya, einem arabischen Hut, inspiriert. imago images/Pixsell Bild 7 / 8 Legende: Education City Stadium Kapazität: 40’000 Plätze; Baubeginn: 2016; Eröffnung: Juni 2020; Kosten: 700 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, 1 Viertelfinal; Besonderes: Das Stadion befindet sich in der Nähe mehrerer Universitäten etwas ausserhalb von Doha. Die Kapazität wird nach der WM halbiert. imago images/Pixsell Bild 8 / 8 Legende: Khalifa International Stadium Kapazität: 40’000 Plätze; Eröffnung: 1976: Renovierungen: 2005, 2014 bis 2017; Kosten: 370 Mio. Franken; WM-Spiele: 6 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, Spiel um Platz 3; Besonderes: Es ist das einzige Stadion, das schon vor der Vergabe der WM an Katar existiert hat und nach dem Turnier unverändert bestehen bleibt.

  1. Imago images/Kyodo News Mit 11’627 km² ist Katar nur gerade rund doppelt so gross wie der Kanton Bern und damit das kleinste Land, das jemals eine Fussball-WM ausgerichtet hat.
  2. Die Spielstätten befinden sich zudem allesamt in der Nähe der Hauptstadt Doha.
  3. Dadurch entsteht eine einzigartige Verdichtung der Spielorte.

Alle 8 Stadien liegen in einem Umkreis von 50 Kilometer um Doha City, die grösste Distanz zwischen zwei Arenen beträgt rund 70 Kilometer und eine Fahrzeit von knapp einer Stunde. In der Bildergalerie oben gibt es die Details zu den Stadien. Unten erhalten Sie einen Überblick über die Standorte der Arenen in Katar.

Wo ist das grösste Fussballstadion der Welt?

Das größte Sportstadion weltweit ist das Rungrado May Day Stadium in Pyongyang, Nordkorea, mit 114.000 Zuschauern. Es fällt weiterhin auf, dass sich acht der zehn größten Sportstadien in den USA befinden.

Warum darf die One Love Binde nicht getragen werden?

Katar steht wegen Missachtung der Menschenrechte in der Kritik – Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten. Darüber hinaus steht der WM-Gastgeber auch wegen der Missachtung anderer Menschenrechtsstandards in der Kritik. So gab es vor dem Turnier Berichte über unhaltbare Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter, die die WM-Stadien bauten.

Offenbar fürchtet die Fifa, die Binde könnte im Gastgeberland als unfreundlicher Akt empfunden werden. Katar soll nicht düpiert werden. Offiziell lautet die Begründung aber anders: Die Fifa führt den Artikel 13.8.1 der Ausrüstungsregeln an. Der besagt: „Für Fifa Final-Wettbewerbe muss der Kapitän jeder Mannschaft eine von der Fifa gestellte Armbinde tragen.” Außerdem steht wohl auch der Regelparagraf für – verbotene – politische Botschaften im Raum.

„Bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung wird der Spieler und/oder das Team durch den Wettbewerbsorganisator, den nationalen Fußballverband oder die Fifa sanktioniert”, heißt es in den internationalen Regeln. Dem setzt beispielsweise der frühere DFB-Chef Fritz Keller entgegen, „One Love” sei „keine politische, sondern eine Menschenrechts-Aussage”.

Haben die Stadien in Katar ein Dach?

Al Bayt Stadium Das Stadion in der Küstenstadt al-Chaur im Nordosten Katars wird Schauplatz des Eröffnungsspiels und eines Halbfinales sein. Die 60.000-Plätze-Arena verfügt über ein schließbares Dach.

Was passiert mit den Stadien in Doha?

Noch keine Abnehmer für die Container bekannt – Das betrifft vor allem das Stadion 974, das aus eben dieser Zahlvon bunten Schiffscontainern beim Hafen von Doha errichtet wurde. Laut Plan soll das 40.000 Zuschauer fassende und 700 Millionen Euro teure Stadion vollständig abgerissen werden.

Alle Bestandteile sollen ebenso wie die demontierten Sitzplätze der verkleinerten Stadien an Entwicklungsländer gespendet werden. FIFA-Präsident Gianni Infantino pries dies als “Teil des Vermächtnisses dieser Weltmeisterschaft, der Nachhaltigkeit der Weltmeisterschaft, des Nachdenkens über die Umwelt”.

Bislang ist allerdings noch kein Abnehmer der Spenden bekannt. Auch aus dem Final-Stadion in der Trabantenstadt Lusail, das vom Star-Architekt Norman Foster entworfen wurde, wird der Fußball verschwinden. Die gut 88.000 Plätze werden abgebaut, dafür sollen Schulen, Geschäfte, Cafés, Sporteinrichtungen und Gesundheitskliniken einziehen.

Was passiert mit den Stadien nach der WM?

Gibt es für die WM-Stadien eine Zukunft nach der WM? Nächstes Jahr findet die 21. FIFA-Fußballweltmeisterschaft in Russland statt. Hunderttausende russische Fans können es kaum erwarten. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Neue Stadien werden eigens für die Veranstaltung gebaut und für bestehende Stadien groß angelegte Umbaumaßnahmen ergriffen.

  1. Die Arbeit schreitet gut voran.
  2. Die elf Austragungsorte investieren nicht nur in die Stadien, sondern auch massiv in ihre Hotel- und Verkehrsinfrastruktur.
  3. Die Aussichten sind bei einer Veranstaltung dieser Größe normalerweise recht positiv.
  4. Im Fernsehen wird für die Austragungsorte geworben, die Tourismusbranche und die Gastronomie verzeichnen Wachstum und die neue Infrastruktur und die modernen, flexiblen Sportstätten bieten langfristige Vorteile.

Die Weltmeisterschaft wird Russland und den Austragungsorten zweifellos viele immaterielle Vorteile bringen. Dazu zählt nicht zuletzt auch der Nationalstolz, eine so renommierte internationale Veranstaltung auszurichten. Hinweise aus den letzten Weltmeisterschaften lassen jedoch vermuten, dass diese Weltmeisterschaft vielen Austragungsorten in Russland über Jahre hinweg wirtschaftliche Schwierigkeiten bescheren wird.

  • Dies gilt insbesondere für die Regionalstädte, die als Austragungsorte dienen.
  • Der Bau und die Instandhaltung moderner Stadien können äußerst kostspielig sein.
  • Viele dieser Sportstätten stehen dann später den Großteil des Jahres leer oder werden zu wenig genutzt.
  • Damit sind sie in einigen der früheren Gastgeberländer der Weltmeisterschaft zu einer großen Belastung der kommunalen Haushalte geworden.

In der Regel passiert dies, wenn die neuen oder umgebauten Stadien nach den Kapazitätsanforderungen der FIFA ausgelegt werden, und das Platzangebot dadurch die Nachfrage der jeweiligen Stadt oder Region übersteigt. Das Erfolgsrezept lautet, ein Stadion zu planen, dessen Kapazität der langfristigen, lokalen Nachfrage entspricht und nicht auf den Platzbedarf der internationalen Veranstaltung ausgerichtet ist, der in dieser Form nie wieder auftreten wird.

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass Stadien mit großen Kapazität wirtschaftlich nachhaltig sind, ist eher in Hauptstädten gegeben.
  • Dort beheimaten die Stadien einige der besten Mannschaften der höchsten Spielklasse des russischen Fußballs, deren Spiele regelmäßig zehntausende Fans anlocken.
  • In den Regionalstädten dagegen ist es viel wahrscheinlicher, dass große Stadien viel zu wenig genutzt werden.

Die Erfahrungen aus Südafrika, Japan/Korea und Brasilien zeigen, dass große Stadien in kleinen oder nicht fußballbegeisterten Städten und Gemeinden entweder viel zu wenig genutzt werden oder verwaisen. Einige frühe Anzeichen deuten darauf hin, dass Russland in einigen Regionalstädten das gleiche Szenario drohen könnte.

  1. Sowohl Japan als auch Korea hatten Probleme mit einer zu geringen Nutzung ihrer für die Weltmeisterschaft 2002 errichteten Stadien.
  2. In Japan entstand diese Überkapazität der Sportstätten, weil sich das Land entschloss für die Weltmeisterschaft im Jahr 2002 einige neue Stadien zu errichten, anstatt die bestehenden Stadien zu nutzen.

Diese wären durchaus einsatzfähig gewesen und wurden von Japan sogar bei der erfolglosen Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2022 angeführt. Das Weltmeisterschaftsstadion in Seoul (Sangam Stadion) wurde 2001 eröffnet. Es bietet Platz für 67.000 Besucher und dient dem „Seoul”-Fußballverein und der japanischen Nationalmannschaft als Heimstadion.

  • Aber selbst bei Spielen der Nationalmannschaft sind in dem Stadion selten mehr als 35 Prozent der Plätze belegt.
  • Südafrika baute für die Weltmeisterschaft 2010 fünf neue Stadien mit je 45.000 Plätzen.
  • In der Regel jedoch kommen selbst zu Spielen in der obersten Liga von Südafrika weniger als 7.000 Zuschauer.

Hier ist außerdem anzumerken, dass der Fußball auch vor der Weltmeisterschaft nur selten große Zuschauermengen anzog, da Rugby bei den Zuschauern in Südafrika traditionell die populärste Sportart ist. Das Moses Mabhida-Stadion in Durham wurde nach der Weltmeisterschaft diversifiziert.

  1. Inzwischen finden dort regelmäßig Messen statt, ein SkyCar und eine Aussichtsplattform wurden errichtet und vom Stahlbogen des Stadions wird Bungeespringen angeboten.
  2. Trotz dieser Initiativen spekulieren die Lokalzeitungen regelmäßig darüber, ob das Stadion abgerissen oder für Einzelhandelszwecke umgebaut wird.

Selbst in Brasilien, das erst 2014 die Weltmeisterschaft ausgerichtet hat und als eine der führenden Fußballnationen der Welt gilt, fallen einige Stadien bereits dem Verfall anheim. Der Fußballclub Cuiaba spielt lediglich in der dritten Liga von Brasilien und ist schlicht und einfach nicht in der Lage, die 40.000 Plätze der Arena Pantanal instandzuhalten.

Das Gleiche gilt für die Arena da Amazonia mit 43.000 Plätzen. Der dort heimische „Nacional”-Club von Manaus spielt in der Meisterschaft des Bundesstaates Amazonien, was von der Größe her mit der Meisterschaft in einer der russischen Regionen vergleichbar ist. Um langfristige Prognosen für die in Bau befindlichen Stadien in den Regionalstädten zu erleichtern, hat AECOM die im Betrieb nach der Weltmeisterschaft verfügbaren Sitzplätze* der Stadien pro 1000 Einwohnern mit den Sitzplätzen der Stadien führender europäischer Fußballstädte verglichen.

Dieser einfache Vergleich zeigt, dass die Kapazitäten an einigen Austragungsorten der Weltmeisterschaft 2018 anscheinend viel zu hoch sind und sogar die Kapazitäten der größten Fußballstädte weltweit übertreffen. So kommen in London und Madrid auf 1.000 Einwohner 50 – 60 Sitzplätze im Stadion.

  1. In Mailand sind es fast 70.
  2. In Saransk und Kaliningrad, zwei kleinen Städten mit eher geringer Fußballtradition, kommen, wenn man die bestehenden Stadien mit berücksichtigt, auf 1.000 Einwohner über 100 Stadionsitzplätze.
  3. Der wirtschaftliche Erfolg eines Stadions hängt aber nicht nur vom Angebot, sondern auch sehr stark von der lokalen Nachfrage ab.

Diese wiederum lässt sich in der Regel durch konstant gute Besucherzahlen bei heimischen Fußballspielen erreichen. Eine Analyse der Zuschauerzahlen in Russland zeigt, dass bei regionalen Mannschaften, die nicht in der russischen Premier League spielen, selten mehr als 4.000 Zuschauer zu lokalen Spielen kommen.

Selbst in der höchsten russischen Liga erreichten in der Saison 2014/2015 nur „Spartak” und „Rubin” mehr als 20.000 Zuschauer. Geht man von diesen Voraussetzungen aus, so kann man in den Stadien in Volgograd und Nizhny Novgorod nach der Weltmeisterschaft nur eine Auslastung von 10 – 20 Prozent erwarten.

Nur bei den beliebtesten Regionalclubs, wie zum Beispiel „Ural” in Jekaterinenburg und „Krylia Sovetov” in Samara werden die Stadien bis zu 60 Prozent ausverkauft sein. Zum Vergleich: In Spanien sind die Stadien bis zu 70 Prozent und in Deutschland und England zu über 90 Prozent ausverkauft.

  • Angesichts einer Zuschauerauslastung von unter 20 Prozent in den russischen Stadien und Eintrittspreisen, die mit zu den niedrigsten in Europa zählen, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Einnahmen zur Deckung der Betriebskosten ausreichen werden, von den Finanzierungskosten ganz zu schweigen.
  • Will man die Zuschauerzahlen in Russland verbessern, so muss man, insbesondere angesichts der Popularität des Eishockeys und Basketballs, ernsthaft an einer Verbesserung der Qualität des Fußballs und der Sportvermarktung arbeiten.
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Angesichts dieser Herausforderungen finden in modernen, nachhaltigen Stadien nicht nur Fußball- oder Rugby-Spiele statt, sondern auch Konzerte und die verschiedensten Veranstaltungen, wie z.B. „X-Games” oder andere Extremsport-Meisterschaften, Monster Truck-Shows und Feste.

Die Entwicklung eines stärker diversifizierten Veranstaltungskalenders erfordert jedoch Zeit und Wissen. Darüber hinaus ist es nur schwer vorstellbar, dass einige der russischen Austragungsorte schon in den ersten Jahren nach der Weltmeisterschaft in der Lage sein werden, ein so intensives Veranstaltungsprogramm zu entwickeln.

Die Otkrytije Arena in Moskau beispielsweise wurde im August 2014 fertig gestellt und wird auf hohem Niveau betrieben. Das erste Konzert aber fand dort erst im Juni 2015 statt. Internationale Stars, die Stadien füllen können, treten nur selten in Regionalstädten auf, und es wird eine Zeit dauern, bis die Regionalstädte mit über einer Million Einwohnern in den Konzert- und Veranstaltungskalender integriert sind.

  1. Auch saisonale Faktoren spielen in Russland eine wichtige Rolle, denn aufgrund des Klimas können dort während mindestens fünf Monaten pro Jahr keine Open Air-Konzerte stattfinden.
  2. Nach den Berechnungen von AECOM kostet der Betrieb eines typischen Regionalstadions mit 45.000 Sitzplätzen ungefähr 600 Millionen Rubel (ca.9,5 Mio.

Euro) pro Jahr. Die Hälfte dieser Kosten entfällt auf die Immobilien- und Grundsteuern und ist an die Kommunen abzuführen. Gleichzeitig aber wird ausgehend von den zuvor genannten Zuschauerzahlen geschätzt, dass die Umsatzerlöse der Stadien sich auf maximal 400 Millionen Rubel (6,2 Mio.

Euro) pro Jahr belaufen werden. Hier ist entweder die Differenz aus dem lokalen Haushalt zu begleichen oder die Steuern für das Stadion müssen per Gesetz gesenkt werden – beides belastet den kommunalen Haushalt. Es gibt somit ganz eindeutig gute Gründe, sich über die Zukunft vieler Weltmeisterschaftsstadien in Russland und ihre langfristigen Auswirkungen auf die lokalen Kassen Gedanken zu machen.

Welche Maßnahmen bieten sich an, um eine viel zu geringe Nutzung der Stadien, wie wir sie in Brasilien, Japan und Südafrika sehen, zu vermeiden. Unserer Ansicht nach sollten bereits jetzt folgende Maßnahmen ergriffen werden:

Die Möglichkeit, die Anzahl der Sitzplätze im Betrieb nach der Weltmeisterschaft zu verringern, sollte bereits in der Entwicklungsphase und bei der Ausarbeitung des architektonischen Konzepts untersucht werden. Dabei könnten auch vermehrt temporäre Lösungen zum Einsatz kommen. Die Planung sollte einen multifunktionalen Ansatz vorsehen. Dabei ist für das Stadion und die anliegenden Bezirke, insbesondere für Flächen und Gebiete, die nach der Weltmeisterschaft zur allgemeinen Nutzung freigegeben werden, höchste Flexibilität zu gewährleisten. Insbesondere die eher schwierige Übergangsphase, 18 – 24 Monate nach der Weltmeisterschaft, sollte in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Stadionbetreibern gemeistert werden. Einsatz eines engagierten Marketing- und Veranstaltungsteams. Dieses Team sollte einen umfassenden Veranstaltungskatalog und ein Unterhaltungsprogramm für das Stadion planen, entwickeln und umsetzen, um die maximale Nutzung des Stadions im Jahresverlauf zu gewährleisten. Die Verantwortlichen sollten auf eine Kombination aller oben genannten Maßnahmen setzen.

Die Herausforderung der Weltmeisterschaft 2018 besteht für Russland darin, nicht die gleichen Fehler zu machen wie Brasilien und andere ehemalige Gastgeberländer. Die geschätzten Baukosten pro Stadionsitzplatz sind fast doppelt so hoch wie in Brasilien, und so ist der Druck für ein nachhaltiges Stadionmanagement nach der Weltmeisterschaft entsprechend hoch.

Für die Zukunft bleibt anzumerken, dass die Verantwortung dafür, welche Austragungsorte in der Bewerbung um die Fußballweltmeisterschaft präsentiert werden, zwar bei den Gastgeberländern liegt, dass aber auch die FIFA ihren Teil beitragen und gemeinsam mit den Ländern die richtigen Austragungsorte auswählen muss.

Dabei sollte von Anfang an viel mehr Wert auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit nach der Veranstaltung gelegt werden. Die Gastgeberländer sollten ihre bestehenden Stadien besser nutzen anstatt neue Stadien zu bauen, bei denen nur wenig Aussicht darauf besteht, dass sie nach der Weltmeisterschaft eine wichtige Rolle im Sport oder in der Kultur des jeweiligen Ortes spielen werden.

Wie viel kosten alle Stadien in Katar?

Wie teuer war der Bau der acht Stadien? – Die Vergabe der WM an Katar steht seit der Bekanntgabe in der Kritik. Einer der Punkte ist: Das Turnier wurde an ein Land vergeben, dass über keine ausreichende Infrastruktur für einen solchen Wettbewerb verfügte.

Noch nie hat bislang ein WM-Gastgeberland so viel Geld in die Austragung einer Fußball-Weltmeisterschaft investiert. Laut Schätzungen liegen die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur sowie der Stadien, in denen die WM-Spiele stattfinden, bei insgesamt 220 Milliarden Dollar, Zum Vergleich: Die Ausgaben für die WM in Deutschland im Jahr 2006 lagen bei circa 4,3 Milliarden Dollar,

Katar nimmt hier also mehr als die 51-fache Summe in die Hand – und das obwohl die Nutzung und Auslastung der neuen Stadien nach der WM fraglich ist.

Wie teuer waren die Stadien in Katar?

Ein dunkles Erbe – Auch wenn es eine finanzielle Anomalie ist, muss sich Katar, wie alle anderen WM-Gastgeber, mit der Frage des “Vermächtnisses” auseinander setzen. Dabei geht es darum, dass das Turnier eine spürbare Verbesserung für die Gesellschaft bringt, einen Fortschritt, der die Prasserei für gerade einmal vier Wochen internationalen Fußballs rechtfertigt.

  • Das ist für alle Weltturniere eine ernsthafte Herausforderung, aber im Fall von Katar gibt es da erhebliche Zweifel.
  • Am offensichtlichsten wird das beim Anblick der Stadien.
  • Sieben der acht Stadien sind für Katar ’22 aus dem Nichts heraus entstanden.
  • Laut Regierung haben sie 6,5 Milliarden Dollar gekostet.

Wenn die WM vorbei ist, wird das Land mit seinen gerade einmal 2,8 Millionen Einwohnern keine Verwendung mehr für sie haben. Das Problem der “weißen Elefanten” hatten auch schon andere WM-Gastgeber, doch Katar wird weit darüber hinausgehen: In drei der Stadien sollen auch weiterhin Spiele stattfinden, fünf aber werden zurückgebaut, für andere Verwendungen genutzt oder drastisch verkleinert.

Wer hat die WM in Katar finanziert?

Angesichts der massiven Kritik an Katar, dem Ausrichter der bald startenden Fußball-Weltmeisterschaft, müssen auch deren Sponsoren schwierige Entscheidungen treffen: Wie offensiv zeigt man sich als Sponsor? Adidas steht angesichts seiner postulierten Werte besonders unter Beobachtung.

Die Fußballweltmeisterschaft in Katar hat nur noch einen großen Sponsor, der aus Europa kommt: Adidas. Und es dürfte dem Sportartikelriesen aus Herzogenaurach noch niemals so schwergefallen sein, sein Engagement zu verteidigen. Schon das vorangegangene WM-Gastgeberland Russland war seit seinem Angriff auf die Krim im Jahr 2014 umstritten und damit keine Traumdestination aus Sicht der Sponsoren.

Katar allerdings ist durch die westeuropäische Brille betrachtet der Tiefpunkt: ein Turnier im Winter in einem Land, dem zumindest in Deutschland kaum einer abnimmt, sich nach hiesigen Maßstäben ausreichend ums Thema Menschenrechte zu kümmern. Insgesamt sind es 14 Unternehmenspartner und WM-Sponsoren, die bei der diesjährigen Weltmeisterschaft auftreten.

  1. Die meisten kommen aus Asien, davon wiederum die meisten aus China, was ein Zeichen ist, dass sich das Turnier, das die Europäer als ihre Erfindung preisen, langsam auf einen anderen Kontinent verlagert.
  2. Zum erlauchten Kreis der Sponsoren gehören diesmal beispielsweise der chinesische Haushaltsgeräte Hersteller Hisense, der Immobilienriese Wanda-Group ebenfalls auch China, der koreanische Autokonzern Hyundai-Kia und der indische Technologie-Konzern Byju`s.

Daneben gibt es Stammsponsoren aus den USA wie Coca-Cola und Visa. Und eben Adidas. Die Deutschen sind seit mehr als 40 Jahren als offizieller Partner des Weltfussballverbands Fifa gesetzt und haben sich dieses Recht bis 2030 gesichert. Der Konzern stattet Balljungen, Helfer und Schiedsrichter mit Kleidung aus.

  • Vor allem aber stellt Adidas den Spielball.
  • Mit seinem Engagement will das Unternehmen, das gerade seinen Chef Kasper Rorsted gegen den bisherigen Kapitän vom Konkurrenten Puma Björn Gulden austauscht, sein Fußballgeschäft verteidigen – immerhin liegen hier die Wurzeln des Unternehmens.
  • Der deutsche Konzern hatte deshalb bislang stets im Zuge der WM aufsehenerregende Werbekampagne aufgelegt.2014 ließ er Nationalspieler Lukas Podolski ein blutiges Rinderherz in der Hand halten und inszenierte auch andere deutsche Nationalspieler martialisch: Bastian Schweinsteiger trat als wilder Stammeskrieger mit Speer auf, Mesut Özil als Heerführer, Manuel Neuer stand als Samurai mit Schwert im Tor.

Diesmal wird deutlich zahmer im offiziellen Werbespot das Thema Gemeinsamkeit hervorgehoben. Der Sportartikelhersteller feiert zum Turnier das Zusammentreffen der globalen Fußball-Familie – inklusive Lionel Messi, Karim Benzema und Jude Bellingham. Alle Sponsoren gemeinsam zahlen der Fifa für ihre Werberechte in diesem Jahr laut Handelsblatt 1,53 Milliarden Dollar.

Was Adidas genau zahlt, ist bislang das Geheimnis der Vertragspartner. Mehr Geld mit einem einzigen Posten verdient der Fußballverband nur aus dem Verkauf der Fernseh-Übertragungsrechte: 2,64 Milliarden Dollar fließen hieraus. Insgesamt rechnet die Fifa mit Erlösen von 4,66 Milliarden Dollar aus dieser Weltmeisterschaft.

Sie hat damit alles richtig gemacht. Das letzte Weltmeisterschaftsjahr 2018 schloss sie laut eigenem Finanzbericht unterm Strich mit einem Nettoergebnis von 1,8 Milliarden Dollar ab. An den Einnahmen der Fifa verdienen auch die Nationalverbände wie der DFB gut mit.

Und Adidas lässt sich sein Engagement nicht vermiesen. Der nach Nike weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller stellt seine Haltung so dar: Diversität und Gleichheit sei das Fundament von allem, wird aus der Homepage ersichtlich. Das passt zwar nicht recht zum Auftreten des Botschafters der WM in Katar, der Homosexuelle zuletzt in einer Fernsehdokumentation als Personen mit „geistigem Schaden” bezeichnet hatte.

Aber Adidas hat eine Erklärung parat: Gegenüber Amnesty International sagten die Deutschen, dass sie die Fifa und das katarische WM-Organisationskomitee dabei unterstützten, „alle Probleme im Zusammenhang mit den Arbeitnehmerrechten, die sich aus der Ausrichtung der WM 2022 ergeben, anzugehen, einschließlich der erforderlichen Abhilfemaßnahmen und gegebenenfalls der angemessenen Entschädigung von Arbeitnehmern und ihren Familien.” Amnesty hat gemeinsam mit zwei anderen Menschenrechtsorganisationen alle Sponsoren abgefragt.

Schließlich seien sie „als Unternehmen nach den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte dafür verantwortlich, ihre Einflussmöglichkeiten auf Regierungen oder Geschäftspartner und -innen zu nutzen, um negative Auswirkungen auf die Menschenrechte zu verhindern oder abzuschwächen”, sagt eine Amnesty-Sprecherin.

Oft stünden diese Grundsätze sogar in der eigenen Unternehmensphilosophie. Die magere Ausbeute: Ganze vier der angeschrieben 14 Sponsoren haben geantwortet, konkret waren dies neben Adidas, AB InBev/Budweiser, Coca-Cola, und McDonalds, Das bedeutet im Umkehrschluss: Zehn hüllen sich in Schweigen, das sind Visa, Hyundai-Kia, Wanda-Gruppe, Qatar Energy, Qatar Airways, Vivo, Hisense, Mengniu, Crypto und Byju’s.

  • Die Geldgeber stecken in einem Dilemma.
  • Zum sind sie besorgt, dass das Negativ-Image, das das Turnier insbesondere in Deutschland inzwischen umgibt, die eigene Marke belasten könnte.
  • Zum anderen sehen sie die Gefahr, dass bei einer kritischen Äußerung die ursprüngliche Idee hinter dem Engagement nicht zum Zuge kommt.

Die Folge ist ein Eiertanz der Sponsoren. Coca-Cola führt nach eigenen Angaben „weiterhin Gespräche mit Sponsoren und der Fifa, um herauszufinden, wie man die in Katar erzielten Fortschritte ausweiten kann, um den Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln für Arbeitsmigranten weiter auszubauen”.

  • AB InBev/Budweiser unterstützt „den Zugang zu Verfahren, die Arbeitsmigranten, die von negativen Auswirkungen betroffen sind, gerechte Wiedergutmachung verschaffen können.” Budweiser hat einen zurückhaltenden WM-Spot gedreht.
  • Darin sehen Zuschauer Spieler und freudige Fans, jeglicher Bezug zu Katar fehlt.

Nur das WM-Logo am Ende des Films deutet auf das Turnier hin. McDonald’s will „weiterhin mit der Fifa, mit Menschenrechtsexperten und den anderen Sponsoren zusammenarbeiten, um positive Veränderungen im Bereich der Menschenrechte voranzutreiben, einschließlich der Unterstützung von Prozessen, die den Zugang zu Rechtsmitteln erleichtern, sowohl im Rahmen der Weltmeisterschaft als auch in den Bereichen, in denen wir tätig sind”.

  1. Auf das Braten eines WM-Burgers verzichtet McDonald’s in diesem Jahr in seinen deutschen Schnellrestaurants.
  2. Für Adidas hat die WM allerdings eine besondere Bedeutung: Der börsennotierte Sportartikelkonzern ist derzeit nicht in Hochform.
  3. Vor allem wegen Problemen in China hatte er im Sommer seine Prognosen gesenkt, was für einen Kursrutsch sorgte und den Abgang von Unternehmenschef Kasper Rorsted beschleunigte.

An der Börse verlor der Konzern in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 50 Prozent seines Wertes. Von der Fußball-Weltmeisterschaft erhoffte er sich Rückenwind fürs Geschäft. Zumindest in Deutschland bläst ihm nun der Wind eher entgegen.

Warum darf die One Love Binde nicht getragen werden?

Katar steht wegen Missachtung der Menschenrechte in der Kritik – Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten. Darüber hinaus steht der WM-Gastgeber auch wegen der Missachtung anderer Menschenrechtsstandards in der Kritik. So gab es vor dem Turnier Berichte über unhaltbare Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter, die die WM-Stadien bauten.

  1. Offenbar fürchtet die Fifa, die Binde könnte im Gastgeberland als unfreundlicher Akt empfunden werden.
  2. Atar soll nicht düpiert werden.
  3. Offiziell lautet die Begründung aber anders: Die Fifa führt den Artikel 13.8.1 der Ausrüstungsregeln an.
  4. Der besagt: „Für Fifa Final-Wettbewerbe muss der Kapitän jeder Mannschaft eine von der Fifa gestellte Armbinde tragen.” Außerdem steht wohl auch der Regelparagraf für – verbotene – politische Botschaften im Raum.

„Bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung wird der Spieler und/oder das Team durch den Wettbewerbsorganisator, den nationalen Fußballverband oder die Fifa sanktioniert”, heißt es in den internationalen Regeln. Dem setzt beispielsweise der frühere DFB-Chef Fritz Keller entgegen, „One Love” sei „keine politische, sondern eine Menschenrechts-Aussage”.